Zwischen Europa und Asien: Geocaching in Georgien, Armenien und Aserbaidschan

Quasi auf den Spuren der Kanzlerin war ich 4 Tage zum Geocaching im Südkaukasus unterwegs. Natürlich nicht allein, sondern zusammen mit fast 30 anderen Geocachern. Wahrscheinlich muß man für eine solche Reise ein bißchen GAGA sein. Deshalb gaben wir unserer Gruppe diesen Namen, weil er gut in Logbücher passt und die Stationen unserer Reise abkürzt: Germany, Armenia, Georgia, Azerbaijan.

Natürlich wird hier der ein oder andere die Frage stellen, warum man gerade in diese Gegend reist, noch dazu, wo die Cachedichte nicht gerade hoch ist. Wie bei vielen meiner Reisen ist es eine Mischung aus Neugierde auf ein unbekanntes Land, Vorfreude auf neue Eindrücke und ein gesundes Interesse an etwas Neuem. Ich hätte es vor einigen Jahren beispielsweise nie für möglich gehalten, daß ich einmal 8 von 15 Nachfolgestaaten der Sowjetunion besuchen würde. Und ja, auch eine gewisse Länderpunktegeilheit spielt eine Rolle.

Irgendwann Anfang März gab es auf Facebook eine Umfrage von Cacher-Reisen, ob denn Interesse an einer kurzen Reise in diese drei Länder bestünde. Das Ergebnis war 50/50, aber die Reise kam zustande. Es folgten einige Infomails und die Buchungsmöglichkeit. Wie so oft war meine Reaktion so etwas wie “Das ist so bescheuert gaga, da will ich mit!”. Also habe ich ein paar Tage später direkt gebucht und von da an Vorfreude aufgebaut.

Da ich mit einem Teil der Gruppe bereits am Mittwoch nach Frankfurt gefahren bin, lassen wir den Abend stilecht in einem georgischen Restaurant ausklingen. Sehr leckeres Essen!

Donnerstag – Anreise nach Tiflis

Um 11:30 treffen wir uns am Flughafen Frankfurt. Davor gehen wir unserem Lieblingshobby nach oder nutzen die Zeit für die Anreise. Nach dem Checkin und einem Kennenlernen startet um 13:05 Uhr mit dem Turkish Airlines Flug nach Istanbul die erste Etappe. Ein kurzer Aufenthalt am Flughafen Sabiha Gökçen im asiatischen Teil der Stadt und schon startet der zweite Flug zum Endziel des heutigen Tages: Die georgische Hauptstadt Tiflis.

Welcome to Georgia

Nach der Landung wird kurz noch Geld gewechselt und kurze Zeit später sitzen wir alle in zwei Minibussen. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel läuft unkompliziert und einigermaßen schnell ab. Nach dem Einchecken ins Hotel gibt es noch einen kleinen Event und schon heißt es “Gute Nacht Tiflis”.

Flagge GeorgienGeorgien (georgisch საქართველო) ist ein eurasischer Staat an der Grenze zwischen Europa und Asien in Transkaukasien, östlich des Schwarzen Meeres und südlich des Großen Kaukasus gelegen. Im Norden wird er von Russland, im Süden von der Türkei und Armenien, im Osten von Aserbaidschan begrenzt.

Freitag – Aserbaidschan und Tiflis

Ich residiere in einem großen Zimmer mit einem Bett aus Beton im fünften Stock des Hotels. Entgegen meinen Befürchtungen habe ich aber super geschlafen. Mein Zimmer hat zudem einen eingebauten Wachmacher: Die Dusche unterscheidet nur zwischen kalt, sehr kalt, Jakutsk oder Oimjakon. Aber gut, für die paar Übernachtungen kann man das aushalten.

Da es in Georgien morgens eher gemächlich zugeht, startet unser Bus erst um 8:30 Uhr. Davor ist noch genug Zeit für ein Frühstück, bei dem wir auch direkt mit Chachapuri in Kontakt kommen. Ich kenne das “Käsebrot” schon aus Kiew, aber in Georgien ist es wirklich allgegenwärtig.

Der Bus bringt uns an die Grenze zu Aserbaidschan, ins rund 70 Kilometer entfernte Kloster Dawit Garedscha. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden, die Straßen sind nicht immer das, was sich ein Mitteleuropäer unter einer Straße vorstellt. Aber mit fähigem Personal kommt man überall hin. Daß der Busfahrer seinen Setra S 315 im Griff hat, wird er uns noch mehrfach beweisen.

Das Kloster befindet sich unterhalb eines Bergkammes, der die Grenze zu Aserbaidschan darstellt. Da es auch auf dem Kamm einige Höhlen und eine Kapelle gibt, scheint der Grenzverlauf eher schwammig zu sein. Der Aufstieg ist nicht ganz einfach, es gibt keine richtigen Wege, nur unbefestigte Trampelpfade. Cacherautobahnen eben 🙂 Oben findet dann noch ein Event statt, ein Multi und ein Tradi komplettieren cachetechnisch den Ausflug.

Flagge AserbaidschanAserbaidschan ist ein Binnenstaat in Vorderasien und liegt zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus, der sich zwischen Asien und Europa erstreckt. Nachbarstaaten sind im Norden Russland, im Westen Armenien, Georgien und – über die Autonome Republik Nachitschewan – die Türkei.

Das Kloster selbst ist überschaubar, es es viel abgesperrt, weil Teile restauriert werden. Man kann eine kleine Kirche besuchen, die, wie üblich bei orthodoxen Christen, innen reich geschmückt und verziert ist. Im Fels sind kleine Höhlen zu sehen, in denen Mönche leben oder gelebt haben. Und man findet im Inneren des Klosters etwas Schatten und kann sich die Landschaft näher anschauen. Am Parkplatz kann man Andenken und kaltes Wasser kaufen, welches wirklich nötig ist. Es hat sicher über 30° C im Schatten. Nur eben außerhalb des Klosters ohne Schatten 😉

Nach einigen Stunden besteigen wir wieder unseren Bus und fahren zurück nach Tiflis. Netterweise werden wir am Europaplatz abgesetzt, von wo aus die Seilbahn zur Festung Nariqala startet. Ein sehr bequemes und günstiges Fortbewegungsmittel. Gerade einmal 2 Lari bezahlen wir in der Gruppe pro Person und Fahrt. Für unter 70 Cent kann man wirklich nichts falsch machen. Außerdem spart man sich den schweißtreibenden Aufstieg und hat obendrein noch einen schönen Blick von oben auf die Altstadt.

Auf dem Berg warten ein paar Dosen, die sehr wichtigen Kühlschrankmagnetenverkäufer und Kartlis Deda, eine etwa 20 Meter hohe Statue, die die Mutter Georgiens darstellt. Im Vergleich zur Mutter Heimat in Kiew mit ihren über 100 Metern Höhe wirkt sie eher mikrig, aber vom Berg hat man einen sehr schönen Ausblick auf die Altstadt und den Rest von Tiflis.

Mit der Seilbahn geht es auch wieder nach unten. So langsam haben wir alle Hunger und Google Maps ist der Meinung, daß wir diesen im Restaurant Alani stillen können. Nachdem quasi das halbe Restaurant umgestellt wurde, damit wir einen großen Tisch haben, lassen wir den Abend bei einem wirklich leckeren Essen ausklingen. Danach teilt sich die Gruppe. Ich teste eine App, die mir im Vorfeld empfohlen wurde und fahre mit Taxify für umgerechnet 1,65 Euro zurück zum Hotel.

Samstag – Armenien und Tiflis

Das gleiche Spiel wie gestern: Kalte Dusche, schnelles Frühstück, um 8:30 Uhr fährt der Bus. Heute fahren wir nach Armenien. Der Bus braucht ungefährt 2 Stunden bis zu Grenze, allerdings halten wir unterwegs an einem Supermarkt und an den Resten einer verlassenen Tankstelle an. Diese Tankstelle beherbergt neben deutschen Zapfsäulen noch etwas Besonderes: Die einzige Letterbox im Umkreis von fast 1000 (!) Kilometern. Die nächste Letterbox liegt tatsächlich in 950 Kilometern Entfernung auf der Krim.

An der Grenze angekommen, bietet sich ein für uns Mitteleueropäer eher ungewohntes Bild. Anstehen, Pass stempeln lassen, ausreisen. Das zieht sich etwas, ist aber noch im Rahmen. Danach geht es ein paar Hundert Meter weiter und das gleiche Spiel wieder. Anstehen, Pass stempeln lassen, einreisen. Und dann sind wir in Armenien!

Flagge ArmenienDie ehemalige Sowjetrepublik Armenien (armenisch Հայաստան) ist ein Binnenstaat im Südkaukasus und liegt im Bergland zwischen Georgien, Aserbaidschan, dem Iran und der Türkei. Das Land gehörte zu den frühesten christlichen Kulturen und weist zahlreiche religiöse Stätten auf.

Gegen Mittag erreichen wir das Kloster Akhtala. Bei der Anfahrt zeigt der Busfahrer einmal mehr sein Können und bringt problemlos uns bis zum Ziel. Im Kloster wartet neben einem Multi auch ein Event auf uns. Wir besichtigen einige Zeit die Kirche und die Reste des Klosters, bevor es weiter geht. Wir halten kurz noch einmal an, um den STF bei einem Wherigo zu holen – 9 Tage nach dem FTF, 19 Tage nach Publish. In Deutschland wäre das nahezu unmöglich.

Wenig später kommen wir am zweiten Punkt unserer heutigen Tour an: Im Kloster Haghpat, einem Klosterkomplex aus dem 10. Jahrhundert, der über mehrere Kirchen und einen mächtigen Glockenturm. Den Tradi finden wir problemlos, so daß wir einige Zeit nutzen können, um uns über das Gelände zu bewegen und die Gebäude zu erkunden. Irgendwann geht es dann wieder zurück. An der Grenze wieder das vom Vormittag schon bekannte Prozedere: Anstehen, Pass stempeln lassen, ausreisen, fahren, anstehen, Pass stempeln lassen, einreisen.

Gegen 17 Uhr sind wir wieder in Tiflis. Wir nutzen die Zeit, um mit einer Seilbahn auf einen zweiten Berg zu fahren. Anders als gestern hat die aber keine Gondeln, sondern ist ein Funicular, eine Standseilbahn. Sie bringt uns zum Mtatsminda Vergnügungspark, in dem die Fahrgeschäfte mitten in einem öffentlichen Park stehen. Dort steht auch der Fernsehturm Tiflis, der aus der Nähe aber nicht ganz so imposant aussieht, wie von Weitem. Der Park ist schön angelegt und es gibt auch eine Caches zu finden. Nachdem uns die Seilbahn wieder nach unten gebracht hat, nehmen wir ein Taxi zurück ins Hotel.

Die Zeit reicht gerade, um sich kurz frisch zu machen und schon laufen wir los zum Abendessen. Geplant war, daß wir an unserem letzten Abend im Restaurant Veriko noch einmal typisch georgisch essen sollten. Leider hat das nicht so ganz geklappt. Das Essen war zwar wirklich gut, aber der Service dermaßen planlos und überfordert, daß man quasi jede Bestellung mehrfach anfragen muß. Schade. Damit der Abend nicht mit dieser Enttäuschung enden muß, besuchen wir noch kurz den 24-Stunden-Supermarkt um die Ecke vom Hotel. Dort decken wir uns mit allerlei alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken ein. So kann man den Abend dann gemütlich im Hotel ausklingen lassen. Die Nacht wird kurz genug…

Sonntag – Rückreise

Nach einer sehr kurzen Nacht und einer seeeehr kalten Dusche treffen wir uns um 4 Uhr vor dem Hotel. Wieder besteigen wir zwei Minibusse und fahren durch das teilweise schon schlafende, teilweise noch feiernde Tiflis zum Flughafen. Um 6:05 Uhr geht unser Turkish Airlines Flug nach Istanbul. Dieses Mal haben wir etwas mehr Zeit und können am Flughafen noch shoppen oder etwas essen. Oder Wasser kaufen, denn auch in Istanbul sind heute über 30°. Wir starten mit leichter Verspätung erst um 10:30 den Flug zurück nach Frankfurt und beenden dieses Abenteuer um 12:30 deutscher Zeit.

Einreisebestimmungen

Für die Einreise nach Georgien und Armen reicht ein Reisepass, nach Georgien prinzipiell sogar ein Personalausweis. Für Aserbaidschan benötigt man zusätzlich zum Reisepass ein Visum. Da der Grenzverlauf am Dawit Garedscha-Kloster aber sehr “schwammig” ist, wird der Grenzübertritt dort ohne Kontrollen geduldet.

Fazit

Ja, es war schon kurz, aber das haben Kurztrips so ansich. Trotzdem bin ich der Meinung, daß wir einiges an Eindrücken gewinnen konnten. Trotz der geografischen Lage ist Georgien doch eher “westlich” und so gar nicht asiatisch oder der Türkei ähnlich. Man merkt an manchen Ecken, daß es mal zur Sowjetunion gehört hat, vor allem, was die LKW angeht. Meistens könnte man aber genauso in Ungarn oder Rumänien sein, wenn man einmal von der Schrift absieht. Zum Glück sind Schilder etc. oft sowohl Georgisch als auch Englisch ausgezeichnet, mit dem ich übrigens problemlos durchkam. Tiflis ist auf jeden Fall eine (weitere) Reise wert, auch oder gerade weil, das Stadtzentrum relativ überschaubar ist. Man kann hier einen günstigen Städtetrip verbringen, hat einiges zu sehen und das Essen ist überaus lecker.

Fragen? Ab in die Kommentare!

GIFF 2018 – Janz jroß Kinema – Interview mit der Orga

“Log mal Will Attend, wäre super, wenn die Mega werden”. Das war quasi der Satz, der mich auf ein etwas kurioses Mega hingewiesen hat: GIFF 2018 – Janz jroß Kinema am 10.11.2018 in Köln. Wie man schon am Namen erkennen kann, geht es um ein Event zum Geocaching International Film Festival.

Köln (kölsch Kölle) ist mit mehr als einer Million Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die viertgrößte Stadt Deutschlands. Die kreisfreie Stadt gehört zum Regierungsbezirk Köln und ist das Zentrum des Ballungsraumes zwischen Kölner Bucht und Oberbergischem Land mit gut vier Millionen Einwohnern.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Gunther alias geoteddybaer.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Köln zu veranstalten?

Bereits seit mehreren Jahren veranstalte ich GIFF Events und wir haben in Köln diese auch in kleineren Kinos durchgeführt. Dies ist quasi die „natürliche“ Vergrößerung.

Sollte es von Anfang an Mega werden?

Nein, aber bereits vor Veröffentlichung war das Interesse so groß, dass wir in der Planung umgeschwenkt sind.

Warum gerade zum GIFF?

Weil Autokino und Filmvorführung eine natürliche Kombination ist. Da lag es einfach nahe.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Im zweitältesten Autokino Deutschlands in Köln-Porz. Allerdings nicht nur im Kino, sondern auch drumrum. Es wird am Freitag und am Sonntag einen Start- und Endevent sowie ein CITO geben. Am Samstag beginnt um ca. 16:30 Uhr der Hauptevent im Kino.

Warum gerade dort?

Das ist schnell erklärt: Eine 540 qm Leinwand und Platz für über 1000 Autos.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Für 1000 bis 2000 Personen. Die aktuelle Erwartung geht in Richtung 2000, Will-Attend-Logs haben wir um die 870.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Es wäre Platz für 1300 Autos, allerdings wollen wir Platz für Aktionsflächen lassen. Daher wird nach 1000 Autos Schluß sein. Die größte Veranstaltung auf dem Gelände war für über 4000 Personen, es wird also genug Luft sein.

Köln
Köln, von Thomas Wolf, www.foto-tw.de, Stadtbild Köln (50MP), CC BY-SA 3.0 DE

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Wir bieten die drei K: Kölsch, Kino, Karneval.  Kölsch als Getränk mit Brauereiunterstützung für unseren Vorevent am Freitag und natürlich als Sprache für einige Caches. Kino/GIFF führt uns zu Veranstaltungen der Medienwelt am Samstag (WDR, RTL sowie in Filmstudios). Als Highlight werden einige Cacher mit Medienprofis eine eigene Talkshow produzieren. Karneval ist an diesem Wochenende in Köln zur Saisoneröffnung omnipräsent und wird sich auch in den Labcaches und Coins widerspiegeln.

Wir sind keine Anhänger von so genannten Shoppingmeilen. Viele Megas sind eigentlich nur noch Verkaufsmessen. Dies ist bei uns eigentlich nicht gewünscht. Allerdings erwarten viele Cacher ein gewisses Angebot, weshalb bei uns der größte deutsche Anbieter Cache Corner exklusiv am Freitagabend und Samstagabend vor Ort sein. Allerdings wird es auch einige andere Infostände geben und es wird spezielles T5 Programm angeboten. Ach und es ist geplant, 111 neue Caches in und um die Domstadt auszulegen.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Köln kommen?

Wir bieten die Millionenstadt Köln, alleine das sollte schon Grund genug sein. Es gibt aber natürlich auch ein Rahmenprogramm, siehe letzte Frage.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Ein solches Großevent kann man leider nicht vollkommen kostenlos anbieten. Wir haben aber versucht, den Eintritt so gering wie möglich zu halten. Daher wird es nur eine „Einfahrgebühr“ für Autos in Höhe von 11 Euro (pro Auto) geben. Wer ohne Auto kommt, zahlt nichts.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Wenn wir eines haben, dann Parkplätze. Es gibt wie gesagt 1000 auf dem Gelände und mehrere Tausend in unmittelbarer Nähe.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja, aber im Interesse der meisten nur angeleint und bitte keine Tretminen!

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Aktuell sind wir 24.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Hauptorganisator bin ich (geoteddybear). Zusätzlich helfen mir einige sehr erfahrene Cacher aus dem Raum Köln, von denen einige auch schon das Geocoinfest 2011 in Köln mitorganisiert haben. Für die 111 Caches haben wir beispielweise ein eigenes Team.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Aktuell ja.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Ende August werden wir an die Community herantreten, da wir circa 60 bis 80 Helfer für den Tag brauchen. Wenn die lokalen Cacher nicht ausreichen sollten, werden wir die Helfersuche ausweiten.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ich selber bin seit 10 Jahren aktiv mit inzwischen mehr als 60000 gefundenen Caches. Manche nennen mich verrückt, aber für mich steht inzwischen nicht mehr der Cache sondern das Miteinander mit Kollegen im Vordergrund. Auch die meisten im Team sind sehr erfahrene langjährige Cacher, die wie gesagt teils auch schon das Geocoinfest in Köln mitorganisiert haben.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Im Wesentlichen nur Mundpropaganda. Ein paar wenige Platzierungen in Facebook Gruppen.

Gunther, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im November in Köln!

13000 Funde

Signal the Frog is a registered trademark of Groundspeak, Inc. Used with permission.Nachdem ich bei 500, 1000, 1500, 2000, 2500, 3000, 3500, 4000, 4500, 5000, 5500, 6000, 6500, 7000, 7500, 8000, 8500, 9000, 9500, 10000, 10500, 11000, 11500, 12000 und 12500 Funden gebloggt habe, gibts hier wieder einen kleinen Rückblick über die Geocaches, die mir unter den letzten 500 gut gefallen haben.

Nummer 13000 war übrigens ein interessanter Virtual: Wo ist denn nun der Mittelpunkt Deutschlands?

Diese Aufstellung ist natürlich absolut nicht sortiert oder gar vollständig. Alle diese Caches blieben mir in irgendeiner Art besonders in Erinnerung.

Ein Wochenende auf dem Stilfser Joch

“Ich will auf jeden Fall nochmal aufs Stilfser Joch”.
“Ich auch, können wir zusammen machen”.

So oder so ähnlich fangen viele gute Touren an. Das Ziel – Stilfser Joch – stand also fest. Ziemlich schnell war auch klar, daß wir weiter hoch gehen würden, weil der Cache an der Dreisprachenspitze auf der Liste war. Irgendwann kamen wir dann wirklich nicht mehr drumrum, weil wir dem Owner angeboten haben, eine neue Dose auszulegen.

Geschickt in der Mitte zwischen Stuttgart und München liegt Füssen, also trafen wir uns am Freitag gegen 13:30 Uhr auf einem Parkplatz in der Nähe, um dann mit einem Auto weiterzufahren. Da ich diese Strecke mindestens einmal im Jahr fahre, habe ich viele Caches auf dem Weg schon gefunden. Angehalten habe ich natürlich trotzdem, wer fährt schon an Dosen vorbei, die dem Beifahrer noch fehlen!

Über den Fernpass geht es Richtung Süden, bevor wir nach Südtirol fahren, will das Auto noch gefüttert werden. Und das schmeckt mir bei €1,05/l in Samnaun wesentlich besser als bei €1,60 in Italien. Nach dem kleinen Tankschlenker geht es weiter, der obligatorische Halt am Reschensee mit seinem Kirchturm wird natürlich nicht vergessen.

Da ich auf dem Rückweg die Straße vom Stilser Joch in einem Zug bis unten fahren (und filmen) will, suchen wir alle eingeplanten Caches schon bei der Anfahrt. Demensprechend kommen wir erst gegen 19 Uhr im Hotel Genziana an. Wer auf dem Pass übernachten will und ein Hotel sucht: Es ist okay, die Zimmer sind in Ordnung, aber es ist halt seeeeehr nostalgisch im Stile der 70er Jahre eingerichtet. Die 80 cm Betten rollen (!) weg, der schätzungsweise 20″ Fernseher kennt ein einziges Programm (natürlich italienisch und weit entfernt von HD^^). Aber was solls, es ist direkt auf dem Pass.

Nachdem wir zwei der vier Caches hier oben gefunden haben, testen wir das Abendessen in der Tibethütte. Empfehlenswert, nicht nur, weil die Aussicht wirklich toll ist. Die wird beim Verdauungscache dann noch besser. Super, wie man die berühmte Passstraße von hier oben sehen kann.

Serpentinen von der Tibethütte aus gesehen
Serpentinen von der Tibethütte aus gesehen

Nach einer durchwachsenen Nacht und einem ganz ordentlichen Frühstück starten wir. Direkt am Hotel geht es die ersten 80 Höhenmeter zur Dreisprachenspitze hoch, die sich nach wesentlich mehr anfühlen. Aber wir haben ja Zeit. Irgendwann sind wir dann oben und laufen vom ehemaligen Hotel Dreisprachenspitze (das auf schweizer (!) Gebiet lag) den Goldseeweg entlang. Auf dem Weg sieht man schon Reste der österreichischen Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg. Immer wieder zeigen Informationstafeln, wo die Kämpfe der Ortlerfront stattfanden, wo welche Armee lag. Der Ausblick auf die Serpentinen der Paßstraße und auf den Ortler mit seinem Gletscher ist gigantisch.

Nach grob 2,5 Kilometern erreichen wir die Reste des Lempruchlagers, in dem hunderte Soldaten der k.u.k. Armee untergebracht waren. Im toten Winkel der italienischen Artillerie wurde hier ein Barrackenlager mit Badenhaus, Kino und Lazarett erstellt. Wie geschickt der Platz gewählt wurde, merken wir heute noch: Im Lager ist es fast windstill.

Lempruchlager
Lempruchlager

Vom Lempruchlager aus geht es nochmals höher bis auf 2865 Meter. Dort suchen wir die Reste des Caches, den wir in Absprache mit dem Owner erneuern. Ein schönes Gefühl, wir haben es geschafft! Trotz dünner Luft, Höhenmetern und innerem Schweinehund.

Der Rückweg verläuft relativ entspannt auf fast flachem Gelände bis zum Rifugio Garibaldi an der Dreisprachenspitze. Dort wartet nach grob drei Stunden dann endlich die Belohnung in Form von kalten Getränken und einem grandiosen Ausblick auf die Hotels und die Seilbahn am Stilfser Joch.

Ausblick am Cache zum Umbrailpass
Ausblick am Cache zum Umbrailpass

Da wir massig Zeit haben, beschließen wir, auf die andere Seite zu fahren. Erst kurz in die Schweiz zum Umbrailpass, dann weiter bis nach Bormio. Dank kleinerer Unachtsamkeiten landen wir in einem Tunnel, der sich ewig zieht. Gefühlt kurz vor Mailand spuckt uns der Berg wieder aus und wir drehen um. Nur um später noch einmal in diesem Tunnel zu landen… Nach einem kleinen Snack zu Mittag und einer langen Serpentinenfahrt nehmen wir zumindest noch einen Cache mit und machen uns auf den Rückweg.

Auf der Fahrt zurück zum Pass schauen wir uns, nicht ganz uneigennützig, die Case Cantoniere (Häuser der Straßenmeisterei) an, die eine wichtige Rolle beim Bau der italienischen Seite der Passstraße spielten. Abendessen gibt es dann im Hotel, es ist wesentlich besser als das Frühstück.

Am Sonntag wartet nach unserem kurzen Event eines der Highlights des Wochenendes auf uns: Die Abfahrt über die “Königin der Alpenstraßen”, die 48 Kehren runter ins Vinschgau. Weil die Straße wirklich legendär ist und ich wie gesagt alles an einem Stück fahren will, haben wir die Caches schon auf dem Hinweg gefunden. Die GoPro zeichnet alles auf und am Ende habe ich ein kleines Video gebastelt.

Die Rückfahrt durchs schöne Vinschgau und durch Tirol wird durch ein paar Dosen unterbrochen. So halten wir an der Straßensperre Nauders und am Hotel Hochfinstermünz. An beiden fährt man normalerweise nur vorbei, dabei lohnt sich der Stop. Danke Geocaching! Den weiteren Weg nach Füssen unterbricht ein Stau am Fernpass. Um ihn zu umfahren gehen wir angeln 🙂

Impressionen

Ein märchenhaftes Wochenende in Kassel

Es war einmal ein Geocacher, der gleichzeitig auch als Blogger von seinen Erlebnissen berichtete. Dieser Geocacher besuchte allerlei Events, von ganz kleinen bis hin zu Megaevents mit vielen Hundert anderen Geocachern. Nur das märchenhafteste Event überhaupt – Märchenhaft in Kassel – hatte er so gar nicht in seine Planung aufgenommen. Zwar wurde er gelegentlich mit einem “Wir sehen uns in Kassel” verabschiedet, aber die Antwort war immer “Da bin ich nicht”.

Das schien die Feen und Elfen der Mega-Orga nicht zu passen, denn sie wollten allen Geocachern zeigen, daß sich eine Reise nach Kassel generell, und zum Mega im Besonderen, lohnen würde. Und so kam es, daß er von der liebreizenden Prinzessin Sajoma nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach eingeladen wurde. Ihre Überzeugungsarbeit trug Früchte: Irgendwann war ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant.

Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Im Dezember 2017 wurden 204.021 Einwohner gezählt.

Um das mal vom Märchen in Normalsprache umzuwandeln: Manchmal muß man mich zu meinem Glück ja wirklich zwingen. Ich war zwar 2018 auf einigen Megaevents, aber “Märchenhaft in Kassel” war nicht wirklich eingeplant. Irgendwann nach unzähligen “Wir sehen uns dann in Kassel”-Verabschiedungen gab es bei mir eine Art Trotzreaktion. Und siehe da, ich hatte dem Mega wirklich Unrecht getan. Das Ganze sah sehr interessant aus. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Ich war gespannt, ob die Orga alle ihre Vorhaben, die ich im Interview erfahren durfte, auch wie geplant umsetzen konnte.

So begab es sich also, daß ich Freitag morgens in Stuttgart losfuhr, allerdings nicht direkt nach Kassel. Ich hatte ja Zeit und wie das halt so ist, will ich nach Möglichkeit ja immer etwas Geschichte erleben. Daher ging es nicht auf direktem Weg zum Mega, sondern ich baute einen Schlenker über Point Alpha ein. Point Alpha war einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der hessischen innerdeutschen Grenze. Es war brütend heiß, so fiel der Besuch etwas kürzer aus, aber es ist interessant, einmal zu sehen, wie nah man sich an der Grenze gegenüber stand und wie die Grenze gesichert war.

Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm)
Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm, dazwischen Grenzzaun)

Nach und nach cachte ich mich dann aber nach Kassel, checkte im Hotel ein und fuhr zum Startevent “Es war einmal – ein Abend bei der „Viehmännin“ 👑”. Wem der Name nichts sagt, der wurde heute Abend definitiv aufgeschlaut, denn nicht nur der Event, sondern auch alle 10 Labcaches drehten sich um Dorothea Viehmann.  Sie war eine der wichtigsten Quellen für die Märchensammlung der Gebrüder Grimm.

Der Event ansich war für mich relativ entspannt, von der Hitze einmal abgesehen. Dafür kann die Orga aber nichts und Regen oder gar Schnee wäre jetzt auch nicht so toll gewesen 🙂

Das Ganze fand im Brauhaus Knallhütte in Baunatal statt, passenderweise ist Dorothea Viehmann dort aufgewachsen. Man hatte hier die Wahl, ob man aus mehreren Essen auswählte, die man vorab über den Shop buchen und dann im Brauhaus essen konnte. Oder wie ich spontan auf der Wiese Platz nahm und sich an diversen Ständen verköstigte. Hier gab es dann typisches “Standessen” wie Ahle Wurst, Bratwürste oder Steaks.

Wie ich später von mehreren Seiten mitgekriegt habe, lief es drinnen leider nicht ganz so gut wie draußen. Ich kann hier nur mutmaßen, aber ich gehe einfach mal davon aus, daß die Orga ihre Hausaufgaben gemacht hat. Immerhin hatte sie über den Shop genaue Zahlen, wieviele Essen bestellt wurden und mußte diese nur weitergeben. Diese Essen wurden wohl auch rechtzeitig fertiggemacht, standen aber ewig rum und wurden nicht verteilt. Ähnlich soll es sich mit den Getränken verhalten haben. Das Personal schien komplett überfordert. Wie gesagt, ich kann nur widergeben, was mir erzählt wurde, aber wenn das stimmt, dann kann einem die Orga hier schon leid tun. Da hängt man sich rein, beschert einem Gastronomen ein garantiert mehr als volles Haus und wird dann hängengelassen. Die Bewertungen bei Google sprechen jedenfalls Bände.

Am Samstag dann der Hauptevent “Märchenhaft in Kassel“. Als Location hatte man sich die Messe Kassel ausgesucht. Vorab gab es ein Announcement, in dem schon vorgewarnt wurde, daß die Halle nicht klimatisiert und wir alle schwitzen werden. Das kann ja heiter werden…

A propos Annoncement: Es gab im Vorfeld einige. Das hatte den Vorteil, daß man als Gast wirklich über alles genauestens informiert war. Informiert wohlgemerkt, nicht zugeschüttet mit Nutzlosem, wie das in der Vergangenheit gerne mal vor Events praktiziert wurde.

Brüder Grimm
Brüder Grimm

Aber zurück in bzw. an die Halle. Die Parksituation war wie erwartet super. Wir kamen ein paar Minuten vor Öffnung um 9 an. Es hatten sich schon einige Cacher versammelt und wir warteten gemeinsam auf den Einlass. Schon hier hat sich gezeigt, daß mitgedacht wurde: Es wurden einfach sämtliche Kassen geöffnet und innerhalb von wenigen Minuten standen wir in der Halle. Ja, das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber es gab schon mehr als ein Mega, an dem man einige Zeit anstehen mußte.

Die Halle ansich war halt eine Messehalle, da hatte ich nichts anderes erwartet. Allerdings kam mir das nie wie eine Messehalle vor, weil die Stände, die Gastronomie, die Tische/Bänke und die Attraktionen gut verteilt waren. Nun bin ich ja jemand, der nicht wegen Hüpfburgen, Workshops oder ähnlichem auf Megaevents geht, sondern um Leute zu treffen. Ich bräuchte das alles nicht, es stört mich aber natürlich auch nicht.

Geboten wurde aber einiges: Neben Bunkerführungen, Führungen durch die Grimmwelt und märchenhaften Stadtrundfahrten mit dem Bus, bei der auf alle Sehenswürdigkeiten Kassels eingegangen wurde, gab es natürlich auch Workshops. Die Themen waren mit Looking4Cache, C:Geo, GSAK, Wherigo. Lockpicking und myGeoDB breit gefächert.

Und was mir besonders aufgefallen ist: Es wurde wirklich sehr viel für kleine und kleinste Cacher geboten. Natürlich gab es die obligatorische Hüpfburg, aber auch sonst zog sich das Thema “Märchen” wirklich super durch die Attraktionen. Es gab Rapunzels Turm, der aus Luftballons gebaut wurde, Schneewittchen lief durch die Halle und natürlich durfte jemand im Signal the Frog-Kostüm schwitzen. Das Logbuch lag direkt an einem Hexenhäuschen und in einem kleinen Kindertheater konnten sich die Microcacher Märchen anschauen. Sogar an passende Reviewer wurde gedacht, auf diesem Weg viele Grüße an Hans und Grete 🙂

Blick in einen Teil der Halle
Blick in einen Teil der Halle

Während die Erwachsenen ihre Kinder an der Hüpfburg oder dem Theater abgeben konnten, konnten die etwas abgedrehten junggebliebenen Cacher ihre Frösche im Froschkindergarten lassen.

Zur Verpflegung: Es gab mehrere Stände, an denen auch recht fix gearbeitet wurde. Allerdings merkte man, daß diese wohl vom “normalen” Caterer der Messe betrieben wurden. Dementsprechend waren die Preise was die Getränke anging mit 3 Euro für ein 0,33 l Cola oder 0,5 l Wasser etwas höher als erwartet. So wie ich das mitbekommen habe, war es aber auch erlaubt, eigene Getränke mitzubringen. Ansonsten war meine (große) Bockwurst mit Kartoffelsalat für 7 Euro preislich okay, wenn man davon absieht, daß der Kartoffelsalat mit Mayo gemacht wurde. Für uns Schwaben eine absolute Todsünde 🙂

Ich verbrachte einen relativ entspannten Tag in der Messehalle, treffe viele viele Freunde und Bekannte. Ach und ganz sooo schlimm wars dann mit der Hitze auch nicht. Wir beschlossen, noch zum Bergpark Wilhelmshöhe zu fahren, um den Earthcache und den Virtual zu loggen. Sehr schön da oben, allerdings grob 10 Grad zu warm. Aber Kassel liegt ja quasi in der Mitte Deutschlands, da kann man nochmal hin, gerade zum Geocaching.

Irgendwann war ich dann doch ziemlich platt und fuhr zurück ins Hotel. So eine Dusche tut einfach gut 🙂 Die (wie ich gehört habe) tolle Lasershow am Abend ließ ich aus, da ich spontan zur Geburtstagsfeier einer bekannten Cacherin eingeladen wurde.

Am Sonntag merkte ich den wenigen Schlaf der letzten Tage, aber auf dem Abschlußevent “Wenn sie nicht gestorben sind – Auf Wiedersehen 👑” wollte ich dann doch noch vorbeischauen. Ich hatte kein Frühstücksbuffet gebucht, da ich im Hotel versorgt wurde, aber das Ganze sah sehr gut aus. Nach einigen Gesprächen habe ich das Kapitel Kassel dann abgeschloßen und die Heimreise angetreten.

Ich habe dem Mega in Kassel im Vorfeld wie gesagt ein wenig Unrecht getan, das habe ich schnell gemerkt. Auch, wenn natürlich nicht alles perfekt lief, man hat an vielen Ecken gemerkt, daß sich die Orga Gedanken gemacht hat. Das fing bei der Lage der Location an (autobahnnah, genügend Parkplätze), ging über die vielen Angebote für Kinder und hörte beim Thema, das sich wie ein roter Faden durchs Wochenende zog, auf.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann cachen sie noch heute.

GeoBretzel Event – Interview mit der Orga

GeoBretzel Event

Seit einigen Jahren will ich endlich mal auf einen Stammtisch im Elsaß. Leider hat das bisher irgendwie nicht geklappt. Dafür war ich schon auf ein paar Events in der Maginotlinie in Lothringen. Die Art und Weise, wie die Franzosen ihre Events machen, fand ich sehr entspannt und lohnenswert. Daher war ich sofort interessiert, als ich von einem (damals noch nicht sicheren) Megaevent im Elsaß hörte. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Schließlich ist das Elsaß ja quasi um die Ecke. Daß der Event im Süden bei Mülhausen stattfindet und das auch von Stuttgart 3 Stunden Fahrt bedeutet – geschenkt! Zeit, sich einmnal näher mit dem GeoBretzel Event zu beschäftigen.

Flagge FrankreichMülhausen (französisch Mulhouse) ist eine Stadt im Elsaß im Département Haut-Rhin im Osten Frankreichs. Mülhausen liegt geographisch am Dreiländereck Frankreich, Deutschland, Schweiz. Mit grob 110000 Einwohnern ist Mülhausen die größte Stadt des Départements. Seit dem 17. Februar 2014 ist die Stadt Mülhausen im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zweisprachig.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Guy, der mir Rede und Antwort stand.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent im Elsaß zu veranstalten?

Ganz einfache erste Frage! Weil es noch keinen gab. Und es ist sicher auch die Herausforderung “unbekanntes Gebiet” zu betreten. Klar hat jeder vom Orga Team Events in verschiedene Größen organisiert. Wir haben auch zahlreiche Megas in den letzten Jahren besucht. Aber wenn es mal um Events mit über 100 Besuchern geht, ist es für jeden Neuland. Mit der ganzen gesammelten Erfahrung haben wir uns gesagt, “warum nicht hier” und “warum nicht wir”.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Geographisch sind wir in der Mitte des ehemaligen Kalireviers. Die Veranstaltung findet in einer Sporthalle neben dem Fußballstadion in der Stadt Bollwiller statt. Der Ort ist etwas abseits vom Zentrum und bietet eine schöne grüne Umgebung.

Warum gerade dort?

Die Sporthalle von Bollwiller war erst mal nicht geplant! Ursprünglich sollte der Event im Festsaal von Staffelfelden stattfinden, einem Nachbardorf von Bollwiller. Als die Anmeldungen in Zehnerschritten reinkamen und wir innerhalb von 3 Monaten über 400 Will Attends hatten, haben wir bemerkt, dass es ein Platzproblem geben könnte.

Dank der Geocacher in unserem Bekanntenkreis konnten wir sehr schnell die Ausweichlösung Bollwiller finden. Als wir die Halle das erste Mal besucht haben, war uns klar, dass das der richtige Platz ist, um alle angemeldeten Geocacher willkommen zu heißen.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Zum letzten Stand sind 570 Geocacher angemeldet, mit begleitenden Personen sind es ca. 800 Besucher. Mit unseren Werbekampagnen wie in deinem Blog erwarten wir, dass wir die 800 Will Attend überschreiten.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Nein. Es dürfen ruhig etwas mehr sein. Jeder der schon an Megas war hat sich mal die Frage gestellt, wo denn die 600 bis 800 Personen sind. Es sind ja nicht immer alle gleichzeitig auf dem Gelände.

Der Storch ist das Symbol für das Elsaß
Der Storch ist das Symbol für das Elsaß, CC BY 3.0 von fotogoocom

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Das Thema unseres Mega-Events sind die Bergwerke. Das Event findet in der Mitte eines ehemaligen Kalireviers statt. Wir bieten Besichtigungen einer der größten Minen, dem Schacht Rodolphe, und des Kaliminen-Museums an. Dort in der alte Garderobe, wo noch die Arbeitskleidung hängt, wird das Meet and Greet Event stattfinden. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, zwei mittelalterliche Bergwerke zu besuchen und es findet ein Workshop für Kinder über Fossilien statt.

In der Halle bieten wir weitere Workshops wie Lockpicking und Wherigo für Anfänger an. Alle Besichtigungen und Workshops können über unseren Event-Shop gebucht werden. Neben bei wird es noch eine Ausstellung von GWC geben. Und für Hungrige und Durstige sorgen Foodtrucks, es gibt Sandwiches und diverse Getränke.

Bezüglich Caches wird es genügend und für alle etwas geben: Von T1 bis auf T5. Eine Matrix, welche neue und bereits existierenden Caches kombiniert, ist in der Planung und soll in einem Umkreis von 10 km liegen. Wir planen sogar eine zweite Matrix, die aus komplett neuen Caches bestehen soll. Nach dem regionalen Abendessen (Im Elsaß natürlich Sauerkraut!) sollen Night Caches veröffentlicht werden.

Am Sonntag wird es für die Natur ein CITO an einer Fahrradstrecke entlang des Flußes Thur geben. Nach dem CITO folgt beim Goodbye-Event die Verabschiedung und eine weitere Möglichkeit sich über Geocaching austauschen .

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade ins Elsaß kommen?

Weil die Location geographisch ausgezeichnet ist. Wir sind im DE-CH-FR Dreiländereck und freuen uns auf Cacher aus dem Ausland. Das Elsaß ist auch bekannt für gutes Essen und die guten Weine. Tja und wie man sagt, “Lebe wie Gott in Frankreich”.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Nein es muss kein Eintritt bezahlt werden.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Die Sporthalle verfügt über einen großen Parkplatz. Wir werden sorgen, dass die Autos dicht geparkt werden, so daß es genug Platz für alle hat.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja, Hunde sind auf dem Außengelände erlaubt, müssen aber immer an der Leine bleiben. Leider haben wir noch keine Informationen darüber, ob innen Hunde erlaubt sein werden.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Wir sind sieben Personen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Wir haben Aufgabenbereiche definiert und tauschen aus über Slack aus. Dort gibt jeder sein Input.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Ja es ist für die Organisation ausreichend.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Na klar brauchen wir Helfer! Ohne sie könnte so eine Veranstaltung nicht stattfinden. Viele haben sich schon freiwillig gemeldet. Bald wird die Kampagne zur Helfersuche starten. Wir freuen uns schon auf jede Anmeldung.

Was Helfer als Dankeschön erhalten werden, steht noch nicht 100%ig fest. Aber sicher wird es ein Helfershirt und eine Mahlzeit geben.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja, wir sind alle langjährige Geocacher. Wir haben von 4 bis 10 Jahre Erfahrung im Spiel.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir besuchen mit dem ganzen Team andere Events in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Auf Megas wie Brugse Beer VIII und Stashes ‘n’ Stones wurde vor Ort Werbung gemacht. Letztens waren wir in der Bourgogne beim Chouette Event #7 Mega, wo wir einen Stand hatten und ein Spiel angeboten haben. Bald geht es nach Dunkerque, Nord-Frankreich, aufs Mega Geonord 2018 – Sunset.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Wir haben Visitenkarten zum ausgeben, aber am besten läuft die Mundpropaganda.

Ich möchte die Gelegenheit dieser letzten Frage nutzen, um uns bei dir zu bedanken für die Zeit die du für uns und unserem Projekt investierst.

Guy, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im Oktober im Elsaß!

Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 3

Dies ist Teil drei unserer Reise rund um Island.

Island
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 1
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 2
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 3

Hringvegur – Die Ringstraße

Die Ringstraße ist die Hauptverkehrsverbindung rund um die Insel. Sie ist meist zweispurig und grob 1300 Kilometer lang. Wir sind entgegen des Uhrzeigersinns gefahren, was letztendlich Geschmackssache ist, für uns aber super gepaßt hat. Die Benutzung ist bis auf den Tunnel Hvalfjarðargöng mautfrei.

Island Ringroad
Die grobe Route

Tag 8 – Mývatn – Dalvik

Nach einem wie am Vortag sehr guten Frühstück heißt es Abschied nehmen vom Mývatn. Wir starten unsere nördlichste Etappe, die uns bis fast an den Polarkreis führen wird. Die Fahrt ist entspannt, denn die Planung sieht nur etwa 200 Kilometer für den heutigen Tag vor.

Der obligatorische Wasserfall heute heißt Goðafoss und ist mal wieder ein etwas größeres Exemplar. Mit seiner Hufeisenform ist er entfernt mit den Niagarafällen verwandt. Wie erwartet gibt es hier ein Earthcache und etwas vom Wasserfall entfernt auch noch ein Tradi.

Goðafoss
Goðafoss

Wir folgen der Ringstraße. Während eines Zwischenstops in Svalbarðseyri, bei dem wir einen Tradi mit erstaunlich passendem Hint finden, können wir in der Ferne schon einmal Akureyri sehen. Es liegt auf der anderen Seite des Eyjafjörður-Fjords. Dort angekommen stehen wir erstmal an einer roten Ampel. Etwa 800 Kilometer sind wir gefahren und plötzlich steht da aus heiterem Himmel diese Ampel!

Wir suchen ein paar Dosen und verlassen Islands mit 18000 Einwohnern zweitgrößte Stadt wieder. Wir nehmen die Straße 82 in Richtung Norden. Spätestens ab jetzt ist jeder Cache ein neuer nördlichster! Wirklich viele gibt es hier allerdings nicht. Es geht vorbei an der Abzweigung zu unserer Unterkunft, durch Dalvík hindurch, immer am Fjord entlang. Sehr schön zu fahren!

Irgendwann kommt der erste Tunnel. 3,4 Kilometer lang und einspurig. Ein-spu-rig! Und es ist absolut kein Problem. Grob alle 50 Meter gibt es Haltebuchten, an denen einer warten kann, bis der andere durch ist. Siehe da, das klappt wie bei den einspurigen Brücken problemlos. Auf den ersten folgt kurz hinter Ólafsfjörður ein zweiter Tunnel, der aus zwei Teilen, sowie dazwischen ein paar hundert Metern unter freiem Himmel, besteht und insgesamt grob 11 Kilometer lang ist. Und zweispurig 🙂 Als uns der Berg wieder ausspuckt, sind wir in Siglufjörður, der nördlichsten Stadt Islands.

Nachdem wir die Suche nach dem ersten Cache wegen zu hohen Schnees abbrechen müssen, finden wir den Tradi am Flughafen problemlos. Was für ein Ausblick vom Cache! Der Fjord, die schneebedeckten Berge und die Stadt, die sie nur “Siglo” nennen. Wir wollen nochmal ein paar Kilometer weiter nördlich, noch ein kleiner Tunnel und wir sind am definitiv nördlichsten Cache unserer Reise. Zurück in Siglo packt uns langsam aber sicher der Hunger. Quasi 2 Minuten vor Feierabend laufen wir in die Fiskbúð Fjallabyggðar ein und erleben mal wieder einen sehr entspannten Isländer. Klar, Fish & Chips, kein Problem, machen wir. Grob 30 Euro wechseln den Besitzer und wir hauen uns die Mägen im Auto voll. Danach geht es wieder zurück durch die Tunnel, ab in die Unterkunft.

Ach ja, wem Siglufjörður bekannt vorkommt: Hier wurde die Serie Trapped – Gefangen in Island gedreht, so eine Art Rosamunde-Pilcher-Film für Erwachsene. Also ohne Schmalz. Und mit Morden. Na ja, eigentlich hat sie von Pilcher-Schnulzen nur die tollen Landschaftsaufnahmen.

Übernachtung: Arnarnes Paradise, schöne Unterkunft, geräumig, gutes Frühstück, sehr nette Vermieterin.

Tag 9 – Dalvik

Der heutige Tag ist eigentlich schnell erzählt: Erst wird entspannt und in aller Ruhe gefrühstückt. Erst gegen Mittag machen wir uns auf nach Dalvik.

Am Hafen besteigen wir um 13 Uhr zusammen mit anderen Touristen ein Schiff von Arctic Sea Tours, das uns eine weitere Touristenattraktion näherbringen soll: Whale Watching. Ähnlich wie bei der Umrundung der Insel – im oder gegen den Uhrzeigersinn – ist auch der “richtige” Ort für die Walbeobachtung eine Wissenschaft für sich und eine Glaubensfrage. Dalvik oder Húsavík? Ich hatte mich bei der Planung für Dalvik entschieden. Preislich schenken sich beide wenig und so war es letztendlich eine Bauchentscheidung. Und mein Bauch hat gut entschieden, auch wenn es erstmal anders aussah 🙂

Gut 3 Stunden kurven wir im Fjord rum, einmal um die Insel Hrísey. Leider sehen wir bis auf ein paar kleine Minkwale aus weiter Entfernung keine Wale. Schade! An Bord gibt es irgendwann noch einen Kakao und Kekse, aber auch das lockt keine Wale mehr an. Dafür werden irgendwann gegen Ende Angeln ausgegeben und man kann sich am Hochseeangeln versuchen. Ich persönlich finde angeln ja stinklangweilig, aber auf einem Schiff, in einem Fjord, das mußte ich dann doch einmal testen. Und siehe da, ich kann tatsächlich einen sooooooo großen Fisch ins Boot ziehen! Andere tun es mir gleich. Die Fische werden direkt noch auf dem Wasser filetiert. Während wir vom Hafen zum Gebäude von Arctic Sea Tours laufen und uns aus unseren Overalls schälen, wird der Fisch nebenan gegrillt. Nur mit Salz, Pfeffer und Butter. Ein absoluter Traum!

Wirklich cachen waren wir mangels Angebot heute nicht. Allerdings fahren wir nach Hjalteyri, das durch den Fischfang bekannt wurde. Zwischen 1937 und 1966 stand hier die größte Heringsfabrik Europas. Heute sieht das Ganze eher nach Lost Place aus, ist aber nicht verlassen. Einen Cache gibts auch, der einzige für heute.

Weil das einzige Restaurant im Ort geschlossen hat, beschließen wir, nach Akureyri zu fahren und uns im Supermarkt einzudecken. Das wars dann auch schon für heute.

Übernachtung: Arnarnes Paradise, schöne Unterkunft, geräumig, gutes Frühstück, sehr nette Vermieterin.

Tag 10 – Dalvik – Borganes

Eigentlich wollten wir heute in aller Ruhe nach Borganes fahren, unterwegs ein paar Dosen sammeln und einen reinen Fahrtag hinter uns bringen. Eigentlich. Aber wie so oft kam es etwas anders. Da wir gestern qusi keine Wale gesehen haben, durften wir heute nochmal zum Whale Watching.

Bevor wir uns zum Anbieter begeben, ersetzen wir die Dose am Hafen von Dalvik. Deutsche Cacher werden hier traditionell aufschreien, aber in Island ist es okay, auch mal eine fremde Dose zu warten. Danach geht es aber wieder aufs Schiff und raus auf den Fjord. Der Kapitän ist irgendwann leicht genervt davon, daß sich einfach keine Wale zeigen wollen. Er lenkt das Boot immer weiter in Richtung offenes Meer. Dort treffen wir auf zwei andere Schiffe und es wird zu dritt gewartet und gesucht. Alles in Allem fuhren wir grob 50 km auf dem Wasser, 20 mehr als gestern. Und siehe da, heute haben wir mehr Glück. Wir sehen mehrere Wale, manchmal schafft man es sogar, sie zu fotografieren, bevor sie wieder untertauchen! Wirklich ein interessantes Erlebnis, das ich empfehlen kann. Im schlimmsten Fall gibts ja immer noch den gegrillten Fisch 🙂 Heute hatte ich allerdings nur die Unterseite des Schiffes am Haken…

Die längere Tour hat den Effekt, daß wir erst gegen 18 Uhr loskommen und noch über 330 Kilometer vor uns haben. Gut, es werden quasi alle geplanten Caches gestrichen, aber aus dem reinen Fahrtag mit ein paar Caches wird so eben ein “Whale Watching und Fahrtag”. Für die Strecke brauchen wir grob 5:30 Stunden, es wird also spät. Eine kurze Rücksprache mit der Unterkunft zeigt mal wieder die Entspanntheit der Isländer. Kein Problem, die Tür ist offen, Zimmerschlüssel und Infos liegen am Eingang.

Übernachtung: Lambalækur Guesthouse, grob 100 Jahre altes Haus, Frühstück Self Service.

Tag 11 – Borganes – Snæfellsnes – Reykjavik

Von Borganes könnten wir jetzt auf direktem Weg nach Reykjavik fahren. Allerdings haben wir einen “kleinen” Schlenker auf die Halbinsel Snæfellsnes eingeplant. Snæfellsnes wird nicht ohne Grund “Mini-Island” genannt. Dort findet man Wasserfälle, Berge, Gletscher, Vulkane. Die ganze Palette eben. Man kann dort sicher Tage zubringen, für uns war der Kurzausflug (erstmal) ausreichend.

Schon bei der Anfahrt halten wir an Gerðuberg, einer mächtigen und sehr imposanten Wand aus Basaltsäulen, an der natürlich auch ein Earthcache ist. Wir besuchen die Búðakirkja, eine einfache schwarze Holzkirche in schöner Umgebung, bevor es von der asphaltierten Straße runter geht. Wir fahren die F570 Schotterpiste den Berg rauf, zur Sönghellir-Höhle. Und weil das noch nicht abendteuerlich genug war, suchen wir dort den passenden Tradi, der seine vier Terrain-Sterne heute wirklich verdient hat. Die Aussicht da oben ist aber super.

Nach einem kurzen Abstecher zum Bárður Snæfellsás-Denkmal parken wir am Parkplatz des Djúpalónssandur-Strandes. Unser Ziel ist das Final von Blueberry Labyrinth, einem Mystery-Multi, bei dem man von Anfang an weiß, wo man hin muß. Auf dem Weg muß man diverse Informationen über Steine und die Reste eines Schiffs sammeln. Am Labyrinth angekommen nimmt man eine kleine Peilung vor und schon hat man die Dose. Der Weg dort hin ist allerdings nicht ganz einfach, aber die Umgebung ist definitiv eine Belohnung für die Mühen.

Wir fahren vorbei am imposanten Snæfellsjökull, jenem Vulkan, in dem sich laut Jules Verne der Einstieg zum Mittelpunkt der Erde befindet, zum nicht weniger imposanten Kirkjufell. Neben einem eher kleinen Wasserfall gibt es natürlich auch einen Earthcache zu diesem Berg. Das wars dann auch schon mit unserer kleinen Rundreise über Snæfellsnes, wo es wirklich schön ist. Zum Abschluss wollen wir eigentlich noch den Cache an der Landbrotalaug, einem natürlichen Hotpot, suchen. Leider finden wir ihn nicht. Aber der Besuch der heißen Quelle war sicher kein Fehler.

Auf dem weiteren Weg in die isländische Hauptstadt passieren wir den Tunnel Hvalfjarðargöng, der (wie der Name schon sagt) unter dem Fjord Hvalfjörður verläuft und die Distanz nach Reykjavik um fast 50 Kilometer verkürzt. Als sich der Tag dem Ende zuneigt, schließt sich der Kreis, um nicht zu sagen, der Hring 🙂 Wir sind einmal um die Insel gefahren.

Übernachtung: Grimur Hotel, gut gelegen, 24/7 Zugang dank Türcode.

Tag 12 – Reykjavik

Die Reise neigt sich dem Ende zu. Am Schluß haben wir zur Sicherheit zwei Puffertage in Reykjavik eingebaut. Im Gegensatz zu Mitteleuropa weiß man in Island nie, ob nicht eine Straße gesperrt ist, ein Sturm oder ein Unwetter eine Weiterreise unmöglich machen. Eine Unterkunft ist immer irgendwie gefunden, zur Not schläft man im Auto. Ein verfallener Flug dagegen geht ordentlich ins Geld. Daher bietet es sich an, am Schluß einer Umrundung noch einmal in Reykjavik oder Keflavik zu bleiben.

Und so stand heute ein Stadtbummel durch Reykjavik auf dem Programm. Wir parkten das Auto auf einem Parkplatz unweit der Harpa und liefen erstmal zu einem Cache, der die meisten Favoritenpunkte aller isländischen Caches hat. Und den Hint schon im Namen trägt: In a crevice among some large rocks … ist ein Tribut-Cache für den allerersten Geocache in Island Go Iceland Go. Dessen Hint weißt darauf hin, daß die Dose in einer Spalte unter einigen großen Felsen am Atlantik in Reykjavik versteckt war, eben “In a crevice among some large rocks by the Atlantic Ocean in Reykjavik”. Genau dort finden wir dann auch die unübersehbare Umverpackung.

Weiter geht es an der Harpa vorbei in Richtung Hafen, als ich plötzlich vor einer Lok stehe. Island und Züge? Eigentlich gibt es in Island tatsächlich keinen Schienenverkehr mehr. Zwischen 1913 bis 1928 transportierten zwei Loks Wagen mit Gütern vom Hafen in Teile Reykjaviks. Die eine Lok steht ganzjährig im Museum, die andere, Minor, – das habe ich bei der Planung der Reise Anfang 2015 gelernt – im Sommer am Hafen. Im Winter wird sie “eingemottet”, gesäubert, gestrichen und im Sommer wieder aufgestellt. Der Cache geht die Reise mit. Ich hatte das Ganze im Kopf, so konnten wir trotz Disable den Cache suchen und finden. Das war wirklich gutes Timing!

Nach dem Hafen laufen wir bergauf zur Landakotskirkja. Den Cache finden wir leider nicht, aber wir wollen sowieso weiter zum Ráðhús, wo ein Virtual wartet. Das Wetter ist super und es wird Zeit, zum Auto zurückzulaufen. Wir haben noch etwas vor, mehr als wir zu diesen Zeitpunkt ahnen konnten…

Die Halbinsel Seltjarnarnes gehört eigentlich nicht mehr zur Stadt Reykjavik, davon merkt man aber nichts. Am Ende der Siedlung befindet sich ein Golfplatz und ein Naherholungsgebiet. Dort finden wir einen Cache zu Nordlichtern, die wir leider auf der gesamten Reise nicht sehen konnten. Am nordwestlichsten Zipfel der Halbinsel liegt Grótta, eine kleine Insel, die bis zu einer Sturmflut 1788 mit dem Festland verbunden war. Sie ist heute über einen Damm bei Ebbe erreichbar, auf ihr stehen einige Häuser und ein Leuchtturm. Auf der Insel gibt es ein ausgeprägtes Vogelleben, weshalb sie zwischen Mai und Juli für Menschen gesperrt ist. Aber wir haben ja immer noch April. Am Parkplatz gibt es ein Infoblatt mit den Zeiten von Ebbe und Flut, entgegen dem, was wir sonst gesehen haben aber nur auf isländisch. Macht nichts, diese Uhrzeit hier sollte das Ende des Besuchs markieren. Beim Weg über den Damm zählen wir Strommasten für den Multi, finden am Rande der Insel beim Leuchtturm eine plausbible Stelle und suchen.

Irgendwann fällt mein Blick auf den Damm. Mh, das Wasser war da vorher aber noch nicht! Scheinbar war die Uhrzeit nicht die Zeit, um die Insel zu verlassen, sondern die Zeit, an der definitiv kein Wegkommen mehr ist. Und so saßen wir auf der lieblichen Insel Grótta fest, um uns der Nordatlantik (Schwimmen fiel also aus) und genoßen die Natur. Die Häuser waren natürlich alle verschlossen, immerhin gab es eine Bank. Ich hätte ja das Spiel des VfB gegen Leverkusen hören können. Handyempfang gab es natürlich. Mein Akku war allerdings schon bei 30%. Für “mal eben auf die Insel und einen Cache suchen” hätte das gereicht. Egal, ein Ticker tuts auch, der VfB gewann 1:0 und wir verbrachten 4 wunderschöne Stunden auf der Insel. So einfach kann Entschleunigung sein 🙂

Als wir wieder auf dem Festland waren, beeilten wir uns. Wir hatten eigentlich – einige Stunden früher – vor gehabt, noch “taditionell isländisch” essen zu gehen. Das Kafi Loki direkt an der Hallgrímskirkja kannten wir schon von 2015. Das Essen ist schon auf Touristen ausgelegt, aber wirklich sehr lecker. Kurz vor Schluß kamen wir an. In Deutschland hätte es wohl nichts mehr gegeben, in Island war das kein Problem. Es gab eine sehr gute Meat Soup und danach Rúgbrauð (süßliches Roggenbrot) mit Plokkfiskur (eine Mischung aus Fisch und Kartoffeln, beides gestampft) und geräuchter Forelle, Flatbrauð (Fladenbrot) mit Hangikjöt (geräuchertes Lammfleisch), Harðfiskur (Trockenfisch) mit Butter und natürlich ein paar Stücke Hákarl (fermentierter Grönlandhai, der mir dieses Mal fast schon gut geschmeckt hat). Als Nachtisch Roggenbroteis. Hört sich komisch an, ist aber der Hammer!

Nachdem wir dem sicheren Hungertod entkommen waren, ging es wieder zurück nach Seltjarnarnes zum entspannen. Genau, kurz einen Cache suchen und dann Schuhe aus, Hosen hoch und die Füße ins herrlich warme Wasser von Kvika, einem Mini-Hotpot. Ein perfekter Tagesabschluß.

Übernachtung: Grimur Hotel, gut gelegen, 24/7 Zugang dank Türcode.

Tag 13 – Reykjavik – Keflavik

Für heute haben wir mehr oder weniger spontan einen Museumsbesuch eingeplant. Vorher geht es noch kurz auf einen Cache und einen letzten Einkauf nach Reykjavik, bevor wir die Hauptstadt verlassen. Das Wetter gibt unserem Vorhaben Recht, es regnet. Aber so ein bißchen Regen hält uns natürlich nicht vom Cachen ab. Wie man das als Cacher kennt, fahren wir nicht direkt zum Museum, sondern nehmen einen klitzekleinen Umweg in Kauf und halten gelegentlich mal an.

Interessant und ziemlich feucht sind die Tröllabörn, die Trollkinder, an denen es einen Earthcache und einen Tradi gibt. Eine dieser Lavaformationen (“Hornitos“) müssen wir vermessen. Bei Regen und Wind wird das Ganze eine eher schnelle Aktion. Weiter fahren wir bis zum Kratersee Kerið, an dem es wie üblich einen Earthcache zu lösen gilt. Man merkt, daß wir wieder relativ nahe am Golden Circle sind, denn die Touri-Dichte hat ziemlich zugenommen.

Nachdem wir gelernt haben, wo Jón Arason, der letzte katholische Bischof Islands, hingerichtet wurde (Ja, Geocaching bildet!), haben wir noch etwas besonderes vor. Unser nächstes Ziel heißt Laugarás, ein kleiner Ort, der eigentlich wenn, dann nur für sein Thermalgebiet und die damit verbundene Gemüsezucht bekannt sein dürfte. Wir sind allerdings dort, weil vier Tage (!) vorher ein neuer Cache veröffentlicht wurde und bisher noch ungefunden ist. Die Spannung steigt und wir haben Glück. Das Logbuch ist noch leer! FTF in Island, cachetechnisch ein perfekter Abschluß!

Dann geht aber über die Ringstraße ins Museum. Das Lava Centre liegt in Hvolsvöllur und wurde erst im Juni 2017 eröffnet. Dementsprechend modern ist die interaktive Ausstellung zur Geologie und den Vulkanen Islands. Man kann hier quasi mit allen Sinnen erleben, wie ein Vulkan ausbricht, sich ein Erdbeben anfühlt oder was so alles unter Island vor sich geht. Im dazugehörigen Kino wird ein zwölfminütiger Film über die Vulkanausbrüche in Island von 2010 bis 2014 gezeigt. “Hauptdarsteller” ist natürlich der Eyjafjallajökull (sprich: Eijafjatlajökütl. Ist doch gar nicht so schwer!), der 2010 den Flugverkehr in halb Europa lahm gelegt hat. Alles in Allem ist das Ganze ein gut gemachtes, interessantes Museum, dessen Besuch sich nicht nur bei Regen lohnt.

Ach ja: Eigentlich kostet der Eintritt 3200 Isländische Kronen (ca. 25 Euro). Wenn man sein Ticket online bucht, kriegt man einen kleinen Rabatt und bezahlt man nur 2880 ISK.

Wie so oft ist Google Maps ein guter Wegweiser, der uns in das unscheinbare Restaurant eines Golfclubs führt. Im Restaurant Strönd gibt es für mich zur Abwechslung mal kein Lamm, sondern erst Kabeljau-Carpaccio und dann ein schönes Sirloin-Steak vom Pferd mit Kartoffeln und einer Cognac-Pfeffersoße. Mjam!

Nach dem Essen fahren wir auf einen kurzen Abstecher zur Blauen Lagune. Es gibt hier einen “neuen” Earthcache, der 2015 noch nicht veröffentlicht war und wir können die Rechnung, die wir seitdem bei einem Tradi offen haben, endlich schließen.

Weil sich der Tag doch ziemlich gezogen hat, verzichten wir auf ein paar Dosen um Keflavik und fahren direkt in unsere Unterkunft. Immerhin müssen wir morgen früh gegen 5 Uhr das Auto abgeben. So reicht ein Tankstop dann auch aus, um den heutigen Tag zu beenden.

Übernachtung: Svitan Guesthouse & Apartments, gut gelegen, quasi um die Ecke des Autovermieters, Frühstück Self Service.

Am nächsten Morgen geben wir viel zu früh das Auto zurück, fahren zum Flughafen, checken ein und holen noch kurz einen letzten Cache. Dann ist das Abenteuer Ringstraße auch schon wieder vorbei.

Kosten

Island ist teuer. Das stimmt soweit. Allerdings war ich überrascht, daß Island gar nicht so teuer sein muß, wenn man kleinere Abstriche macht.

Wenn man kein Problem damit hat, sich das Bad mit anderen Menschen zu teilen, kann man schon einmal viel sparen. Ohne jetzt statt im Nobelhotel in einer Absteige übernachten zu müssen. Man bekommt für 100 Euro ein Doppelzimmer in einer guten, bodenständigen Unterkunft. Kein Schnickschnack, kein Zimmerservice und kein Wellnessangebot. Wer das unbedingt braucht, kriegt es zwar, aber eher selten und wesentlich teurer. Und weniger geht immer. Wer auf Schlafsäle steht und sehr aufs Geld schauen muß/will, der findet auch da was. Ich habe sehr sehr viel bei booking.com verglichen, umgebucht und storniert. Nutzt das ruhig, wenn es geht, bis die definitive Route feststeht. Ach ja: Ich gehe hier natürlich immer von Vorsaison aus. In der Hauptsaison kann das Ganze natürlich (etwas) teurer werden.

Die Lebenshaltungskosten ansich sind höher als in Deutschland. Diesel kostete pro Liter umgerechnet um die 1,60 Euro, ein Snack kommt schnell mal auf 15-20 Euro und ein Hauptgericht im Restaurant zwischen 35 und 40. Ein Einkauf im Supermarkt ist auch teurer als hier. Aber das kalkuliert man vorher ein, dann weiß man etwa, was einen erwartet. Und wie schon geschrieben, muß man ja auch nicht jeden Abend essen gehen.

Alles in Allem hat der Spaß bei 2 Personen und 13 Übernachtungen für jeden grob 1700 Euro gekostet. Komplett. Inklusive Essen, Sprit, Eintrittsgeldern oder Parkgebühren. Klar, kein Ballermann-Urlaub, aber jeden Cent wert.

Fazit

Island ist eines der schönsten und vielfältigsten Länder, die ich bisher besucht habe. Hier gibt es alles, außer vielleicht Hochsommer 🙂 Ich kann eine Reise dorthin nur empfehlen, egal, ob man typischer Sightseeing-Tourist ist, Geocacher oder oder einfach Land und Leute kennenlernen will. Die Arten, hier Urlaub zu machen, sind vielfältig: Vom Stopover (bspw. Flug in die USA mit mehreren Tagen Zwischenstop in Island) mit Kurzbesuch des Golden Circle über organisierte Busreisen bis hin zur geplanten Mietwagenreise oder der Fahrt auf eigene Faust ist alles möglich. Ich sage bei Fragen ja immer, daß ein Zweitagesbesuch des Golden Circle immer noch besser ist, als nie in Island gewesen zu sein.

Je weiter man allerdings nach Osten kommt, desto weniger ist los. Die Sehenswürdigkeiten werden weniger, das Land ist immer noch beeindruckend. Mein Fazit lautet: Wenn man die Möglichkeit zu einer Reise nach Island hat, dann unbedingt machen! Und bei Fragen gerne fragen.

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Project Märchenhaft in Kassel – Interview mit der Orga

Manchmal muß man mich zu meinem Glück ja zwingen. Ich war im Jahr 2018 bisher auf einigen Megaevents. Nur “Märchenhaft in Kassel” hatte ich nie auf dem Schirm. Irgendwie reizte mich das Ganze nicht. Obwohl – und das muß man fairerweise zugeben – das Thema Märchen mal ganz was anderes als bei bisherigen Megas ist. Die Gebrüder Grimm waren schließlich die Märchensammler überhaupt. Kein Kind in Deutschland, das nicht mindestens eines der von ihnen zusammengetragenen Märchen kennt. Irgendwann nach unzähligen “Wir sehen uns dann in Kassel”-Verabschiedungen gab es bei mir eine Art Trotzreaktion. Und siehe da, ich hatte dem Mega wirklich Unrecht getan. Das Ganze sah sehr interessant aus. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Zeit, sich einmnal näher mit Märchenhaft in Kassel zu beschäftigen.

Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Im Dezember 2017 wurden 204.021 Einwohner gezählt.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Sandra alias Sajoma.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Kassel zu veranstalten?

Bei einem unserer nordhessischen Geocacher-Stammtische sprachen wir über vergangene Zeiten, was wir schon alles bei unserem gemeinsamen Hobby erlebt haben und was man noch Tolles unternehmen könnte. Da fiel der Satz „Man könnte ja mal ein Mega-Event in Kassel organisieren“. War es anfangs noch eine Schnapsidee, weitete sich der Gedanke immer mehr aus und irgendwann gab es ein Team, das wirklich Lust darauf hatte, für die Community ein solch großes Event zu organisieren.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Wir sind in den Messehallen Kassel untergekommen, die prädestiniert sind für eine offene Veranstaltung, wie es Mega-Events nun mal sind.

Warum gerade dort?

Hier stimmt einfach alles, was uns bei der Planung wichtig war: Verkehrsanbindung, Parkplätze, Umgebung, Catering und vieles mehr, was uns die Planungen ein wenig vereinfacht, damit wir uns auf das Wesentliche des Tages konzentrieren können: das Programm, um unsere Gäste zu unterhalten.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Wir haben vorsichtig mit 2000 Besuchern kalkuliert, haben aber im Vorfeld nicht mit so einer tollen Resonanz gerechnet und sind nun völlig überwältigt angesichts der bisherigen Will-attend-Zahlen.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Hinsichtlich der maximalen Besucherzahl muss man keine Bedenken haben, unsere Location verkraftet auch ein GIGA-Event. Im äußersten Notfall können wir weitere Hallen hinzubuchen, was aber nicht zu erwarten steht, denn die bisher gemieteten Hallen 1 und 2 sind schon sehr sehr groß.

Herkules Kassel
Wasserkaskaden und Herkules-Monument Kassel, CC BY-SA 3.0 von Craig Howkins

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Unsere Programmpunkte stehen schon lange fest und sind auf unserer Webseite www.gc-grimm.de zu lesen. Besonders hervorheben möchten wir immer noch die geführten Stadtrundfahrten mit unserer lieben Frau Ortolano. Sie wird mit den Teilnehmern die Orte, die Kassel und die Brüder Grimm verbindet, besuchen und in ihrer unvergleichlichen Art, mit Menschen umzugehen, die Tour besonders amüsant und erinnerungsreich gestalten. Da die Tour am Eventgelände beginnt und auch endet, ist es für die Teilnehmer sehr bequem und man ist auch nur etwa 1,5 Stunden lang vom Event weg.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Kassel kommen?

Die meisten Leute kennen doch Kassel nur vom Vorbeifahren auf den Autobahnen oder vom Durchfahren mit dem Zug an der Wilhelmshöhe. Warum nicht mal anhalten und sich genauer umschauen?!

Wir haben hier viel zu bieten: Den größten Bergpark Europas, mit dem auf der höchsten Erhebung thronenden Herkules, die sonntäglichen Wasserspiele am Herkules, viel Natur, tolle Museen und natürlich ein liebevoll und mit viel Herzblut und Sinn für Details organisiertes Event. Außerdem sind wir das diesjährige „Project“, eine Auszeichnung für viel Engagement, eine transparente Kalkulation sowie ein familienfreundliches Konzept. Wenn das nicht genügend Gründe sind, an unserem Event teilzunehmen…

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Ein solches Großevent kann man nicht kostenlos anbieten. Wir haben aber versucht, den Eintritt so gering wie möglich zu halten: 10 Euro Erwachsene/5 Euro Jugendlicher/Kinder frei, das sind die Preise im Vorverkauf. An der Tageskasse gibt es einen Aufschlag von 20%.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Wenn wir eines haben, dann Parkplätze. Es wird für alle genügend Parkraum vorhanden sein, da braucht sich keiner Sorgen zu machen.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Wir sind ein familienfreundliches Event. Da Hunde zur Familie gehören, sind auch sie uns herzlich willkommen. Bitte an der Leine führen!

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Wir sind zu acht: Hari, Helmut, Michael, Norbert, Sandra, Steffi, Thomas und Tina.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Es gibt keine festgelegte Aufgabenverteilung, außer für den Eventtag. Unsere Tätigkeiten haben sich mit der Zeit aus den persönlichen Stärken der Orgamitglieder herauskristallisiert. Strikt voneinander abgrenzen kann man diese aber nicht, da sie an vielen Stellen miteinander verbunden sind und wie Zahnräder ineinandergreifen.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Für die Organisation im Vorfeld reicht es für uns aus. Ich sage bewusst „für uns“, denn wir hätten nicht mehr im Team sein wollen. Es ist so schon schwierig genug, alle Meinungen unter einen Hut zu bekommen, da wären unserer Ansicht nach noch mehr Mitglieder der Hauptorga zu viel. Aber natürlich werden wir von vielen Außenstehenden unterstützt, denn allein kann man ein solches Großevent nicht stemmen.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Unsere Helferplanung ist bereits in den letzten Zügen, wir benötigen keine weiteren Anmeldungen mehr. Und selbstverständlich werden unsere Helfer entsprechend für ihre Tätigkeiten „entlohnt“, nämlich mit einer Helfercoin sowie dem für die Helfer kostenlosen und personalisierten T-Shirt.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja, wir sind alle langjährige und aktive Cacher. Die einzelnen Wege, wie wir zum Cachen gekommen sind, sind mir nicht bekannt. Bei mir war es der Kauf eines GPS-Gerätes durch meinen Mann. Ich bin auf der Suche nach Verwendungszwecken beim Wort Geocaching hängengeblieben und nach der Suche des ersten Caches auch bei dem Hobby.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir wollten gern möglichst persönlich Werbung machen und waren daher auf vielen kleinen und großen Events. Wir haben uns nie hinter einem Stand verschanzt, sondern sind immer offen in die Gespräche mit den Hobbykollegen gegangen, haben die Kontakte gesucht und nicht gewartet, bis jemand auf uns zukam. Außerdem sind unsere Visitenkarten mit dem TB-Code FBA6TB weithin bekannt, wir haben sie in schönen Caches abgelegt, und das auch grenzübergreifend.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Bei Interesse senden wir gern unsere neuen Flyer zu, auf denen einige Programmpunkte zu lesen sind.

Sandra, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im August in Kassel!

12500 Funde

Signal the Frog is a registered trademark of Groundspeak, Inc. Used with permission.Nachdem ich bei 500, 1000, 1500, 2000, 2500, 3000, 3500, 4000, 4500, 5000, 5500, 6000, 6500, 7000, 7500, 8000, 8500, 9000, 9500, 10000, 10500, 11000, 11500 und 12000 Funden gebloggt habe, gibts hier wieder einen kleinen Rückblick über die Geocaches, die mir unter den letzten 500 gut gefallen haben.

Nummer 12500 war übrigens einer der tollsten Caches, die ich bisher in Tschechien gefunden habe: Dacinka Home Videocache.

Diese Aufstellung ist natürlich absolut nicht sortiert oder gar vollständig. Alle diese Caches blieben mir in irgendeiner Art besonders in Erinnerung.

Schabine – Ich bin BaWü-Cacher!

Baden-WürttembergDies ist Teil einer Interview-Serie mit Cachern aus Baden-Württemberg.

  1. Wie ist dein Username?
    Ich bin Schabine.
  2. Wie lange bist du schon Geocacher?
    Angemeldet hab ich mich schon im März 2013. Erstmal um mich überhaupt mit der ganzen Sache vertraut zu machen – was ist das, was muss ich machen, wie mach ich das… Richtig dabei bin ich seit April 2014.
  3. Wie bist du zum Geocaching gekommen?
    Zwei Kollegen von mir haben immer mal wieder davon erzählt und natürlich hab ich auch hier auf /. davon gelesen und es hat mich irgendwie gereizt.
  4. Wie viele Caches hast du bisher gefunden?
    Am 06.05.2018 hab ich meinen 2000. Cache gemacht 🙂
  5. Wo liegt deine Homezone (Landkreis)?
    Ich hab sozusagen zwei. Einmal Konstanz und Umgebung und einmal das Linthgebiet zwischen Zürisee und Walensee.
  6. Welcher Cache gefällt dir am besten und warum?
    Vom Cachetyp her bin ich überhaupt nicht festgelegt. Es gibt toll gemachte Tradis. Zum Beispiel Bully on the Road  – soviel Arbeit und soviel Spaß beim Rausfummeln! Oder auch Danke Prora 2013. Da würde ich ein ganzes Büschel blaue Schleifen ranhängen, wenn ich könnte! Ganz besonders viel Spaß hatte ich auch bei zwei Wherigos: Hin und Her und Der Dreckswettercache. Ein bisschen stolz bin ich auf den T5-Multi Abgemagert bis aufs Gerippe, den ich einzig und allein durch googeln gelöst habe 😀 Earthcaches mag ich auch sehr, weil man immer was lernen kann. Dümmer wird man auf keinen Fall!
  7. Welcher Cache hat dir gar nicht gefallen und warum?
    Ganz böse ausgedrückt: So hingerotzte Dosen, die da nur liegen, damit eine Dose liegt. Kaputte Filmdose, zerrissene Tütchen, siffige Logbücher, irgendwelche Autobahnparkplätze, die bessere Hundeklos sind… Dann lieber keine Dose, als ne schlechte! Was ich auch nicht sonderlich mag sind Multis, deren Final dann nur ein popeliger Petling ist – dafür hab ich mir das Hirn zermartert oder bin einmal quer durch die Botanik gejuckelt?!
  8. Welches war dein verrücktestes Erlebnis beim Geocachen?
    Hm, verrückt war da noch nix, soweit ich mich erinnere…
  9. Was magst du am Geocachen?
    Ecken entdecken, in die man ohne Dosensuche nicht kommen würde 😉 Ecken, wo man schon hundertmal dran vorbeigelaufen oder -gefahren ist und von denen man dann sagt “Och, hier isses aber schön!” Die Bewegung! Müsste ich wandern gehen oder laufen oder radfahren, ich hätte sowas von keinen Bock darauf! Wenn es da aber Dosen zu suchen gibt, dann ist auch “Nur noch 689m bis zur nächsten Dose. Komm, die nehmen wir noch mit!” nicht zu weit… Und man kann es fast weltweit machen – so hat jeder schnöde Strandurlaub plötzlich einen Sinn 😀 Und da wo keine Dose ist, fahr ich doch gar nicht erst hin!
  10. Was magst du nicht am Geocachen?
    Schlecht gepflegte Dosen mit siffigen Logbüchern, wo der Owner auch nach x DNFs und Notes nix macht… So schlechte Koordinaten und allgemeine, unnütze Hinweise, dass die Örtlichkeit schon voll zertrampelt aussieht, weils keiner findet… Regen und Schnee 😀
  11. Was hast du beim Dosensuchen immer dabei?
    Stifte! Keine Tasche und kein Auto ohne Stifte. In mehrfacher Ausführung! Ansonsten immer ein Smartphone und wenn es in den Wald oder auf den Berg geht das GPS!
  12. Interessieren dich Trackables?
    Jepp! Der beschde Kolleg reicht mir immer seine gefundenen TBs und Coins rüber, damit ich die discovern kann. Er selbst transportiert gern und viel, aber nur discovern ist nicht so seins. Der bisher größte Brocken, den ich transportieren durfte: ein Pflasterstein mit Henkel dran. Ansonsten fotografiere ich immer alle Codes von TBs und Coins in Hotels oder Stempel in Logbüchern.
    Ist schon interessant, wo manche so überall rumgekommen sind…
  13. Verwendest du nur Geocaching.com oder nutzt du auch noch andere Geocaching-Sites?
    Eigentlich nur geocaching.com. Alles andere ist mit weiteren Profilen und Apps und Gedöns verbunden – das ist mir zu umständlich. Und sonst halt noch project-gc.com. Zum spezielleren Suchen und für die Statistik 😉
  14. Welches ist dein liebster Cachetyp?
    Der Statistik zufolge der gemeine Tradi 😀 Dann kommt ne ganze Weile nix und dann kommt der Mystery. Was natürlich den Bonus-Dosen bei Tradi-Runden geschuldet ist… Ansonsten Earthcaches, Virtuals und Whereigos. Und so langsam werde ich auch mit Multis warm!
  15. Verwendest du einen GPSr oder ein Smartphone?
    Beides. Je nachdem wo es uns hinverschlägt, reicht das Smartphone. Wenn es aber in den Wald oder in die Berge geht, muss das GPS mit!
  16. Wie wichtig sind dir Meilensteine und weißt Du schon, welchen Cache du an deinem nächsten machen willst?
    Der beschde Kolleg hat mich auf die Meilensteine aufmerksam gemacht. Ich glaub, die ersten 500 hab ich da eher weniger drauf geachtet, da ging es mir um die Praxis. Mittlerweile schaue ich schon drauf! So habe ich aktuell geschaut, was für nen Cachetyp ich machen könnte für meinen 2000. Für den 3000. wird es eine Webcam oder eine Letterbox oder ein Wherigo werden.
  17. Ist dir Statistik wichtig?
    Jain. Ich weiß zum Beispiel, dass ich die 81er Matrix nicht vollkriegen werde – der eine T5 wird vermutlich ein Ausreißer bleiben 😉
    D5 ist sicherlich möglich, aber eher schwer zu realisieren. Vielleicht hab ich ja irgendwann mal die Möglichkeit mich einem Rudel anzuschließen und so von Teamarbeit zu profitieren… Wer weiß?! Ansonsten kann ich mittlerweile drauf achten, die 366er-Matrix zu füllen. Das wird zwar trotzdem sicherlich noch zwei, drei weitere Jahre dauern, aber grundsätzlich hebt mich das nicht an… Ich cache, weil es mir Spaß macht und so soll es auch bleiben, da ist Statistik zweitrangig.
  18. Hast Du eine eigene Website?
    Hab ich, aber da gehts nicht ums cachen. Da gehts um eher gar nix mehr 😀
  19. Gibt es eine Website die du im Zusammenhang mit Geocaching weiterempfehlen willst?
    Hm, nö. Kennt vermutlich eh schon jeder alle… Ich google meistens, wenn ich was brauche oder wissen will und irgendein brauchbarer Eintrag ist da bisher immer dabei gewesen.
  20. Dein Tip für Leute, die mit dem Geocaching anfangen wollen?
    Learning by doing. App runterladen, Account erstellen – beides kostenfrei und dann los. Nicht gleich die schwerste Dose aussuchen für den Anfang, sondern so nen Popeltradi zum Üben. Der Rest kommt durch die Regelmäßigkeit, Praxis, Erfahrung… Und lesen nicht vergessen! Denn wer lesen kann, ist meistens klar im Vorteil 😀 Auch so ein Erfahrungswert, vor allem wenn man das Listing auch wirklich bis zum letzten Satz durchliest… Dann wird auch ne schwere Dose einfach!