Ein märchenhaftes Wochenende in Kassel

Es war einmal ein Geocacher, der gleichzeitig auch als Blogger von seinen Erlebnissen berichtete. Dieser Geocacher besuchte allerlei Events, von ganz kleinen bis hin zu Megaevents mit vielen Hundert anderen Geocachern. Nur das märchenhafteste Event überhaupt – Märchenhaft in Kassel – hatte er so gar nicht in seine Planung aufgenommen. Zwar wurde er gelegentlich mit einem “Wir sehen uns in Kassel” verabschiedet, aber die Antwort war immer “Da bin ich nicht”.

Das schien die Feen und Elfen der Mega-Orga nicht zu passen, denn sie wollten allen Geocachern zeigen, daß sich eine Reise nach Kassel generell, und zum Mega im Besonderen, lohnen würde. Und so kam es, daß er von der liebreizenden Prinzessin Sajoma nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach eingeladen wurde. Ihre Überzeugungsarbeit trug Früchte: Irgendwann war ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant.

Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Im Dezember 2017 wurden 204.021 Einwohner gezählt.

Um das mal vom Märchen in Normalsprache umzuwandeln: Manchmal muß man mich zu meinem Glück ja wirklich zwingen. Ich war zwar 2018 auf einigen Megaevents, aber “Märchenhaft in Kassel” war nicht wirklich eingeplant. Irgendwann nach unzähligen “Wir sehen uns dann in Kassel”-Verabschiedungen gab es bei mir eine Art Trotzreaktion. Und siehe da, ich hatte dem Mega wirklich Unrecht getan. Das Ganze sah sehr interessant aus. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Ich war gespannt, ob die Orga alle ihre Vorhaben, die ich im Interview erfahren durfte, auch wie geplant umsetzen konnte.

So begab es sich also, daß ich Freitag morgens in Stuttgart losfuhr, allerdings nicht direkt nach Kassel. Ich hatte ja Zeit und wie das halt so ist, will ich nach Möglichkeit ja immer etwas Geschichte erleben. Daher ging es nicht auf direktem Weg zum Mega, sondern ich baute einen Schlenker über Point Alpha ein. Point Alpha war einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der hessischen innerdeutschen Grenze. Es war brütend heiß, so fiel der Besuch etwas kürzer aus, aber es ist interessant, einmal zu sehen, wie nah man sich an der Grenze gegenüber stand und wie die Grenze gesichert war.

Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm)
Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm, dazwischen Grenzzaun)

Nach und nach cachte ich mich dann aber nach Kassel, checkte im Hotel ein und fuhr zum Startevent “Es war einmal – ein Abend bei der „Viehmännin“ 👑”. Wem der Name nichts sagt, der wurde heute Abend definitiv aufgeschlaut, denn nicht nur der Event, sondern auch alle 10 Labcaches drehten sich um Dorothea Viehmann.  Sie war eine der wichtigsten Quellen für die Märchensammlung der Gebrüder Grimm.

Der Event ansich war für mich relativ entspannt, von der Hitze einmal abgesehen. Dafür kann die Orga aber nichts und Regen oder gar Schnee wäre jetzt auch nicht so toll gewesen 🙂

Das Ganze fand im Brauhaus Knallhütte in Baunatal statt, passenderweise ist Dorothea Viehmann dort aufgewachsen. Man hatte hier die Wahl, ob man aus mehreren Essen auswählte, die man vorab über den Shop buchen und dann im Brauhaus essen konnte. Oder wie ich spontan auf der Wiese Platz nahm und sich an diversen Ständen verköstigte. Hier gab es dann typisches “Standessen” wie Ahle Wurst, Bratwürste oder Steaks.

Wie ich später von mehreren Seiten mitgekriegt habe, lief es drinnen leider nicht ganz so gut wie draußen. Ich kann hier nur mutmaßen, aber ich gehe einfach mal davon aus, daß die Orga ihre Hausaufgaben gemacht hat. Immerhin hatte sie über den Shop genaue Zahlen, wieviele Essen bestellt wurden und mußte diese nur weitergeben. Diese Essen wurden wohl auch rechtzeitig fertiggemacht, standen aber ewig rum und wurden nicht verteilt. Ähnlich soll es sich mit den Getränken verhalten haben. Das Personal schien komplett überfordert. Wie gesagt, ich kann nur widergeben, was mir erzählt wurde, aber wenn das stimmt, dann kann einem die Orga hier schon leid tun. Da hängt man sich rein, beschert einem Gastronomen ein garantiert mehr als volles Haus und wird dann hängengelassen. Die Bewertungen bei Google sprechen jedenfalls Bände.

Am Samstag dann der Hauptevent “Märchenhaft in Kassel“. Als Location hatte man sich die Messe Kassel ausgesucht. Vorab gab es ein Announcement, in dem schon vorgewarnt wurde, daß die Halle nicht klimatisiert und wir alle schwitzen werden. Das kann ja heiter werden…

A propos Annoncement: Es gab im Vorfeld einige. Das hatte den Vorteil, daß man als Gast wirklich über alles genauestens informiert war. Informiert wohlgemerkt, nicht zugeschüttet mit Nutzlosem, wie das in der Vergangenheit gerne mal vor Events praktiziert wurde.

Brüder Grimm
Brüder Grimm

Aber zurück in bzw. an die Halle. Die Parksituation war wie erwartet super. Wir kamen ein paar Minuten vor Öffnung um 9 an. Es hatten sich schon einige Cacher versammelt und wir warteten gemeinsam auf den Einlass. Schon hier hat sich gezeigt, daß mitgedacht wurde: Es wurden einfach sämtliche Kassen geöffnet und innerhalb von wenigen Minuten standen wir in der Halle. Ja, das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber es gab schon mehr als ein Mega, an dem man einige Zeit anstehen mußte.

Die Halle ansich war halt eine Messehalle, da hatte ich nichts anderes erwartet. Allerdings kam mir das nie wie eine Messehalle vor, weil die Stände, die Gastronomie, die Tische/Bänke und die Attraktionen gut verteilt waren. Nun bin ich ja jemand, der nicht wegen Hüpfburgen, Workshops oder ähnlichem auf Megaevents geht, sondern um Leute zu treffen. Ich bräuchte das alles nicht, es stört mich aber natürlich auch nicht.

Geboten wurde aber einiges: Neben Bunkerführungen, Führungen durch die Grimmwelt und märchenhaften Stadtrundfahrten mit dem Bus, bei der auf alle Sehenswürdigkeiten Kassels eingegangen wurde, gab es natürlich auch Workshops. Die Themen waren mit Looking4Cache, C:Geo, GSAK, Wherigo. Lockpicking und myGeoDB breit gefächert.

Und was mir besonders aufgefallen ist: Es wurde wirklich sehr viel für kleine und kleinste Cacher geboten. Natürlich gab es die obligatorische Hüpfburg, aber auch sonst zog sich das Thema “Märchen” wirklich super durch die Attraktionen. Es gab Rapunzels Turm, der aus Luftballons gebaut wurde, Schneewittchen lief durch die Halle und natürlich durfte jemand im Signal the Frog-Kostüm schwitzen. Das Logbuch lag direkt an einem Hexenhäuschen und in einem kleinen Kindertheater konnten sich die Microcacher Märchen anschauen. Sogar an passende Reviewer wurde gedacht, auf diesem Weg viele Grüße an Hans und Grete 🙂

Blick in einen Teil der Halle
Blick in einen Teil der Halle

Während die Erwachsenen ihre Kinder an der Hüpfburg oder dem Theater abgeben konnten, konnten die etwas abgedrehten junggebliebenen Cacher ihre Frösche im Froschkindergarten lassen.

Zur Verpflegung: Es gab mehrere Stände, an denen auch recht fix gearbeitet wurde. Allerdings merkte man, daß diese wohl vom “normalen” Caterer der Messe betrieben wurden. Dementsprechend waren die Preise was die Getränke anging mit 3 Euro für ein 0,33 l Cola oder 0,5 l Wasser etwas höher als erwartet. So wie ich das mitbekommen habe, war es aber auch erlaubt, eigene Getränke mitzubringen. Ansonsten war meine (große) Bockwurst mit Kartoffelsalat für 7 Euro preislich okay, wenn man davon absieht, daß der Kartoffelsalat mit Mayo gemacht wurde. Für uns Schwaben eine absolute Todsünde 🙂

Ich verbrachte einen relativ entspannten Tag in der Messehalle, treffe viele viele Freunde und Bekannte. Ach und ganz sooo schlimm wars dann mit der Hitze auch nicht. Wir beschlossen, noch zum Bergpark Wilhelmshöhe zu fahren, um den Earthcache und den Virtual zu loggen. Sehr schön da oben, allerdings grob 10 Grad zu warm. Aber Kassel liegt ja quasi in der Mitte Deutschlands, da kann man nochmal hin, gerade zum Geocaching.

Irgendwann war ich dann doch ziemlich platt und fuhr zurück ins Hotel. So eine Dusche tut einfach gut 🙂 Die (wie ich gehört habe) tolle Lasershow am Abend ließ ich aus, da ich spontan zur Geburtstagsfeier einer bekannten Cacherin eingeladen wurde.

Am Sonntag merkte ich den wenigen Schlaf der letzten Tage, aber auf dem Abschlußevent “Wenn sie nicht gestorben sind – Auf Wiedersehen 👑” wollte ich dann doch noch vorbeischauen. Ich hatte kein Frühstücksbuffet gebucht, da ich im Hotel versorgt wurde, aber das Ganze sah sehr gut aus. Nach einigen Gesprächen habe ich das Kapitel Kassel dann abgeschloßen und die Heimreise angetreten.

Ich habe dem Mega in Kassel im Vorfeld wie gesagt ein wenig Unrecht getan, das habe ich schnell gemerkt. Auch, wenn natürlich nicht alles perfekt lief, man hat an vielen Ecken gemerkt, daß sich die Orga Gedanken gemacht hat. Das fing bei der Lage der Location an (autobahnnah, genügend Parkplätze), ging über die vielen Angebote für Kinder und hörte beim Thema, das sich wie ein roter Faden durchs Wochenende zog, auf.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann cachen sie noch heute.

GeoBretzel Event – Interview mit der Orga

GeoBretzel Event

Seit einigen Jahren will ich endlich mal auf einen Stammtisch im Elsaß. Leider hat das bisher irgendwie nicht geklappt. Dafür war ich schon auf ein paar Events in der Maginotlinie in Lothringen. Die Art und Weise, wie die Franzosen ihre Events machen, fand ich sehr entspannt und lohnenswert. Daher war ich sofort interessiert, als ich von einem (damals noch nicht sicheren) Megaevent im Elsaß hörte. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Schließlich ist das Elsaß ja quasi um die Ecke. Daß der Event im Süden bei Mülhausen stattfindet und das auch von Stuttgart 3 Stunden Fahrt bedeutet – geschenkt! Zeit, sich einmnal näher mit dem GeoBretzel Event zu beschäftigen.

Flagge FrankreichMülhausen (französisch Mulhouse) ist eine Stadt im Elsaß im Département Haut-Rhin im Osten Frankreichs. Mülhausen liegt geographisch am Dreiländereck Frankreich, Deutschland, Schweiz. Mit grob 110000 Einwohnern ist Mülhausen die größte Stadt des Départements. Seit dem 17. Februar 2014 ist die Stadt Mülhausen im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zweisprachig.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Guy, der mir Rede und Antwort stand.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent im Elsaß zu veranstalten?

Ganz einfache erste Frage! Weil es noch keinen gab. Und es ist sicher auch die Herausforderung “unbekanntes Gebiet” zu betreten. Klar hat jeder vom Orga Team Events in verschiedene Größen organisiert. Wir haben auch zahlreiche Megas in den letzten Jahren besucht. Aber wenn es mal um Events mit über 100 Besuchern geht, ist es für jeden Neuland. Mit der ganzen gesammelten Erfahrung haben wir uns gesagt, “warum nicht hier” und “warum nicht wir”.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Geographisch sind wir in der Mitte des ehemaligen Kalireviers. Die Veranstaltung findet in einer Sporthalle neben dem Fußballstadion in der Stadt Bollwiller statt. Der Ort ist etwas abseits vom Zentrum und bietet eine schöne grüne Umgebung.

Warum gerade dort?

Die Sporthalle von Bollwiller war erst mal nicht geplant! Ursprünglich sollte der Event im Festsaal von Staffelfelden stattfinden, einem Nachbardorf von Bollwiller. Als die Anmeldungen in Zehnerschritten reinkamen und wir innerhalb von 3 Monaten über 400 Will Attends hatten, haben wir bemerkt, dass es ein Platzproblem geben könnte.

Dank der Geocacher in unserem Bekanntenkreis konnten wir sehr schnell die Ausweichlösung Bollwiller finden. Als wir die Halle das erste Mal besucht haben, war uns klar, dass das der richtige Platz ist, um alle angemeldeten Geocacher willkommen zu heißen.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Zum letzten Stand sind 570 Geocacher angemeldet, mit begleitenden Personen sind es ca. 800 Besucher. Mit unseren Werbekampagnen wie in deinem Blog erwarten wir, dass wir die 800 Will Attend überschreiten.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Nein. Es dürfen ruhig etwas mehr sein. Jeder der schon an Megas war hat sich mal die Frage gestellt, wo denn die 600 bis 800 Personen sind. Es sind ja nicht immer alle gleichzeitig auf dem Gelände.

Der Storch ist das Symbol für das Elsaß
Der Storch ist das Symbol für das Elsaß, CC BY 3.0 von fotogoocom

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Das Thema unseres Mega-Events sind die Bergwerke. Das Event findet in der Mitte eines ehemaligen Kalireviers statt. Wir bieten Besichtigungen einer der größten Minen, dem Schacht Rodolphe, und des Kaliminen-Museums an. Dort in der alte Garderobe, wo noch die Arbeitskleidung hängt, wird das Meet and Greet Event stattfinden. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, zwei mittelalterliche Bergwerke zu besuchen und es findet ein Workshop für Kinder über Fossilien statt.

In der Halle bieten wir weitere Workshops wie Lockpicking und Wherigo für Anfänger an. Alle Besichtigungen und Workshops können über unseren Event-Shop gebucht werden. Neben bei wird es noch eine Ausstellung von GWC geben. Und für Hungrige und Durstige sorgen Foodtrucks, es gibt Sandwiches und diverse Getränke.

Bezüglich Caches wird es genügend und für alle etwas geben: Von T1 bis auf T5. Eine Matrix, welche neue und bereits existierenden Caches kombiniert, ist in der Planung und soll in einem Umkreis von 10 km liegen. Wir planen sogar eine zweite Matrix, die aus komplett neuen Caches bestehen soll. Nach dem regionalen Abendessen (Im Elsaß natürlich Sauerkraut!) sollen Night Caches veröffentlicht werden.

Am Sonntag wird es für die Natur ein CITO an einer Fahrradstrecke entlang des Flußes Thur geben. Nach dem CITO folgt beim Goodbye-Event die Verabschiedung und eine weitere Möglichkeit sich über Geocaching austauschen .

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade ins Elsaß kommen?

Weil die Location geographisch ausgezeichnet ist. Wir sind im DE-CH-FR Dreiländereck und freuen uns auf Cacher aus dem Ausland. Das Elsaß ist auch bekannt für gutes Essen und die guten Weine. Tja und wie man sagt, “Lebe wie Gott in Frankreich”.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Nein es muss kein Eintritt bezahlt werden.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Die Sporthalle verfügt über einen großen Parkplatz. Wir werden sorgen, dass die Autos dicht geparkt werden, so daß es genug Platz für alle hat.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja, Hunde sind auf dem Außengelände erlaubt, müssen aber immer an der Leine bleiben. Leider haben wir noch keine Informationen darüber, ob innen Hunde erlaubt sein werden.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Wir sind sieben Personen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Wir haben Aufgabenbereiche definiert und tauschen aus über Slack aus. Dort gibt jeder sein Input.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Ja es ist für die Organisation ausreichend.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Na klar brauchen wir Helfer! Ohne sie könnte so eine Veranstaltung nicht stattfinden. Viele haben sich schon freiwillig gemeldet. Bald wird die Kampagne zur Helfersuche starten. Wir freuen uns schon auf jede Anmeldung.

Was Helfer als Dankeschön erhalten werden, steht noch nicht 100%ig fest. Aber sicher wird es ein Helfershirt und eine Mahlzeit geben.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja, wir sind alle langjährige Geocacher. Wir haben von 4 bis 10 Jahre Erfahrung im Spiel.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir besuchen mit dem ganzen Team andere Events in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Auf Megas wie Brugse Beer VIII und Stashes ‘n’ Stones wurde vor Ort Werbung gemacht. Letztens waren wir in der Bourgogne beim Chouette Event #7 Mega, wo wir einen Stand hatten und ein Spiel angeboten haben. Bald geht es nach Dunkerque, Nord-Frankreich, aufs Mega Geonord 2018 – Sunset.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Wir haben Visitenkarten zum ausgeben, aber am besten läuft die Mundpropaganda.

Ich möchte die Gelegenheit dieser letzten Frage nutzen, um uns bei dir zu bedanken für die Zeit die du für uns und unserem Projekt investierst.

Guy, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im Oktober im Elsaß!

Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 3

Dies ist Teil drei unserer Reise rund um Island.

Island
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 1
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 2
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 3

Hringvegur – Die Ringstraße

Die Ringstraße ist die Hauptverkehrsverbindung rund um die Insel. Sie ist meist zweispurig und grob 1300 Kilometer lang. Wir sind entgegen des Uhrzeigersinns gefahren, was letztendlich Geschmackssache ist, für uns aber super gepaßt hat. Die Benutzung ist bis auf den Tunnel Hvalfjarðargöng mautfrei.

Island Ringroad
Die grobe Route

Tag 8 – Mývatn – Dalvik

Nach einem wie am Vortag sehr guten Frühstück heißt es Abschied nehmen vom Mývatn. Wir starten unsere nördlichste Etappe, die uns bis fast an den Polarkreis führen wird. Die Fahrt ist entspannt, denn die Planung sieht nur etwa 200 Kilometer für den heutigen Tag vor.

Der obligatorische Wasserfall heute heißt Goðafoss und ist mal wieder ein etwas größeres Exemplar. Mit seiner Hufeisenform ist er entfernt mit den Niagarafällen verwandt. Wie erwartet gibt es hier ein Earthcache und etwas vom Wasserfall entfernt auch noch ein Tradi.

Goðafoss
Goðafoss

Wir folgen der Ringstraße. Während eines Zwischenstops in Svalbarðseyri, bei dem wir einen Tradi mit erstaunlich passendem Hint finden, können wir in der Ferne schon einmal Akureyri sehen. Es liegt auf der anderen Seite des Eyjafjörður-Fjords. Dort angekommen stehen wir erstmal an einer roten Ampel. Etwa 800 Kilometer sind wir gefahren und plötzlich steht da aus heiterem Himmel diese Ampel!

Wir suchen ein paar Dosen und verlassen Islands mit 18000 Einwohnern zweitgrößte Stadt wieder. Wir nehmen die Straße 82 in Richtung Norden. Spätestens ab jetzt ist jeder Cache ein neuer nördlichster! Wirklich viele gibt es hier allerdings nicht. Es geht vorbei an der Abzweigung zu unserer Unterkunft, durch Dalvík hindurch, immer am Fjord entlang. Sehr schön zu fahren!

Irgendwann kommt der erste Tunnel. 3,4 Kilometer lang und einspurig. Ein-spu-rig! Und es ist absolut kein Problem. Grob alle 50 Meter gibt es Haltebuchten, an denen einer warten kann, bis der andere durch ist. Siehe da, das klappt wie bei den einspurigen Brücken problemlos. Auf den ersten folgt kurz hinter Ólafsfjörður ein zweiter Tunnel, der aus zwei Teilen, sowie dazwischen ein paar hundert Metern unter freiem Himmel, besteht und insgesamt grob 11 Kilometer lang ist. Und zweispurig 🙂 Als uns der Berg wieder ausspuckt, sind wir in Siglufjörður, der nördlichsten Stadt Islands.

Nachdem wir die Suche nach dem ersten Cache wegen zu hohen Schnees abbrechen müssen, finden wir den Tradi am Flughafen problemlos. Was für ein Ausblick vom Cache! Der Fjord, die schneebedeckten Berge und die Stadt, die sie nur “Siglo” nennen. Wir wollen nochmal ein paar Kilometer weiter nördlich, noch ein kleiner Tunnel und wir sind am definitiv nördlichsten Cache unserer Reise. Zurück in Siglo packt uns langsam aber sicher der Hunger. Quasi 2 Minuten vor Feierabend laufen wir in die Fiskbúð Fjallabyggðar ein und erleben mal wieder einen sehr entspannten Isländer. Klar, Fish & Chips, kein Problem, machen wir. Grob 30 Euro wechseln den Besitzer und wir hauen uns die Mägen im Auto voll. Danach geht es wieder zurück durch die Tunnel, ab in die Unterkunft.

Ach ja, wem Siglufjörður bekannt vorkommt: Hier wurde die Serie Trapped – Gefangen in Island gedreht, so eine Art Rosamunde-Pilcher-Film für Erwachsene. Also ohne Schmalz. Und mit Morden. Na ja, eigentlich hat sie von Pilcher-Schnulzen nur die tollen Landschaftsaufnahmen.

Übernachtung: Arnarnes Paradise, schöne Unterkunft, geräumig, gutes Frühstück, sehr nette Vermieterin.

Tag 9 – Dalvik

Der heutige Tag ist eigentlich schnell erzählt: Erst wird entspannt und in aller Ruhe gefrühstückt. Erst gegen Mittag machen wir uns auf nach Dalvik.

Am Hafen besteigen wir um 13 Uhr zusammen mit anderen Touristen ein Schiff von Arctic Sea Tours, das uns eine weitere Touristenattraktion näherbringen soll: Whale Watching. Ähnlich wie bei der Umrundung der Insel – im oder gegen den Uhrzeigersinn – ist auch der “richtige” Ort für die Walbeobachtung eine Wissenschaft für sich und eine Glaubensfrage. Dalvik oder Húsavík? Ich hatte mich bei der Planung für Dalvik entschieden. Preislich schenken sich beide wenig und so war es letztendlich eine Bauchentscheidung. Und mein Bauch hat gut entschieden, auch wenn es erstmal anders aussah 🙂

Gut 3 Stunden kurven wir im Fjord rum, einmal um die Insel Hrísey. Leider sehen wir bis auf ein paar kleine Minkwale aus weiter Entfernung keine Wale. Schade! An Bord gibt es irgendwann noch einen Kakao und Kekse, aber auch das lockt keine Wale mehr an. Dafür werden irgendwann gegen Ende Angeln ausgegeben und man kann sich am Hochseeangeln versuchen. Ich persönlich finde angeln ja stinklangweilig, aber auf einem Schiff, in einem Fjord, das mußte ich dann doch einmal testen. Und siehe da, ich kann tatsächlich einen sooooooo großen Fisch ins Boot ziehen! Andere tun es mir gleich. Die Fische werden direkt noch auf dem Wasser filetiert. Während wir vom Hafen zum Gebäude von Arctic Sea Tours laufen und uns aus unseren Overalls schälen, wird der Fisch nebenan gegrillt. Nur mit Salz, Pfeffer und Butter. Ein absoluter Traum!

Wirklich cachen waren wir mangels Angebot heute nicht. Allerdings fahren wir nach Hjalteyri, das durch den Fischfang bekannt wurde. Zwischen 1937 und 1966 stand hier die größte Heringsfabrik Europas. Heute sieht das Ganze eher nach Lost Place aus, ist aber nicht verlassen. Einen Cache gibts auch, der einzige für heute.

Weil das einzige Restaurant im Ort geschlossen hat, beschließen wir, nach Akureyri zu fahren und uns im Supermarkt einzudecken. Das wars dann auch schon für heute.

Übernachtung: Arnarnes Paradise, schöne Unterkunft, geräumig, gutes Frühstück, sehr nette Vermieterin.

Tag 10 – Dalvik – Borganes

Eigentlich wollten wir heute in aller Ruhe nach Borganes fahren, unterwegs ein paar Dosen sammeln und einen reinen Fahrtag hinter uns bringen. Eigentlich. Aber wie so oft kam es etwas anders. Da wir gestern qusi keine Wale gesehen haben, durften wir heute nochmal zum Whale Watching.

Bevor wir uns zum Anbieter begeben, ersetzen wir die Dose am Hafen von Dalvik. Deutsche Cacher werden hier traditionell aufschreien, aber in Island ist es okay, auch mal eine fremde Dose zu warten. Danach geht es aber wieder aufs Schiff und raus auf den Fjord. Der Kapitän ist irgendwann leicht genervt davon, daß sich einfach keine Wale zeigen wollen. Er lenkt das Boot immer weiter in Richtung offenes Meer. Dort treffen wir auf zwei andere Schiffe und es wird zu dritt gewartet und gesucht. Alles in Allem fuhren wir grob 50 km auf dem Wasser, 20 mehr als gestern. Und siehe da, heute haben wir mehr Glück. Wir sehen mehrere Wale, manchmal schafft man es sogar, sie zu fotografieren, bevor sie wieder untertauchen! Wirklich ein interessantes Erlebnis, das ich empfehlen kann. Im schlimmsten Fall gibts ja immer noch den gegrillten Fisch 🙂 Heute hatte ich allerdings nur die Unterseite des Schiffes am Haken…

Die längere Tour hat den Effekt, daß wir erst gegen 18 Uhr loskommen und noch über 330 Kilometer vor uns haben. Gut, es werden quasi alle geplanten Caches gestrichen, aber aus dem reinen Fahrtag mit ein paar Caches wird so eben ein “Whale Watching und Fahrtag”. Für die Strecke brauchen wir grob 5:30 Stunden, es wird also spät. Eine kurze Rücksprache mit der Unterkunft zeigt mal wieder die Entspanntheit der Isländer. Kein Problem, die Tür ist offen, Zimmerschlüssel und Infos liegen am Eingang.

Übernachtung: Lambalækur Guesthouse, grob 100 Jahre altes Haus, Frühstück Self Service.

Tag 11 – Borganes – Snæfellsnes – Reykjavik

Von Borganes könnten wir jetzt auf direktem Weg nach Reykjavik fahren. Allerdings haben wir einen “kleinen” Schlenker auf die Halbinsel Snæfellsnes eingeplant. Snæfellsnes wird nicht ohne Grund “Mini-Island” genannt. Dort findet man Wasserfälle, Berge, Gletscher, Vulkane. Die ganze Palette eben. Man kann dort sicher Tage zubringen, für uns war der Kurzausflug (erstmal) ausreichend.

Schon bei der Anfahrt halten wir an Gerðuberg, einer mächtigen und sehr imposanten Wand aus Basaltsäulen, an der natürlich auch ein Earthcache ist. Wir besuchen die Búðakirkja, eine einfache schwarze Holzkirche in schöner Umgebung, bevor es von der asphaltierten Straße runter geht. Wir fahren die F570 Schotterpiste den Berg rauf, zur Sönghellir-Höhle. Und weil das noch nicht abendteuerlich genug war, suchen wir dort den passenden Tradi, der seine vier Terrain-Sterne heute wirklich verdient hat. Die Aussicht da oben ist aber super.

Nach einem kurzen Abstecher zum Bárður Snæfellsás-Denkmal parken wir am Parkplatz des Djúpalónssandur-Strandes. Unser Ziel ist das Final von Blueberry Labyrinth, einem Mystery-Multi, bei dem man von Anfang an weiß, wo man hin muß. Auf dem Weg muß man diverse Informationen über Steine und die Reste eines Schiffs sammeln. Am Labyrinth angekommen nimmt man eine kleine Peilung vor und schon hat man die Dose. Der Weg dort hin ist allerdings nicht ganz einfach, aber die Umgebung ist definitiv eine Belohnung für die Mühen.

Wir fahren vorbei am imposanten Snæfellsjökull, jenem Vulkan, in dem sich laut Jules Verne der Einstieg zum Mittelpunkt der Erde befindet, zum nicht weniger imposanten Kirkjufell. Neben einem eher kleinen Wasserfall gibt es natürlich auch einen Earthcache zu diesem Berg. Das wars dann auch schon mit unserer kleinen Rundreise über Snæfellsnes, wo es wirklich schön ist. Zum Abschluss wollen wir eigentlich noch den Cache an der Landbrotalaug, einem natürlichen Hotpot, suchen. Leider finden wir ihn nicht. Aber der Besuch der heißen Quelle war sicher kein Fehler.

Auf dem weiteren Weg in die isländische Hauptstadt passieren wir den Tunnel Hvalfjarðargöng, der (wie der Name schon sagt) unter dem Fjord Hvalfjörður verläuft und die Distanz nach Reykjavik um fast 50 Kilometer verkürzt. Als sich der Tag dem Ende zuneigt, schließt sich der Kreis, um nicht zu sagen, der Hring 🙂 Wir sind einmal um die Insel gefahren.

Übernachtung: Grimur Hotel, gut gelegen, 24/7 Zugang dank Türcode.

Tag 12 – Reykjavik

Die Reise neigt sich dem Ende zu. Am Schluß haben wir zur Sicherheit zwei Puffertage in Reykjavik eingebaut. Im Gegensatz zu Mitteleuropa weiß man in Island nie, ob nicht eine Straße gesperrt ist, ein Sturm oder ein Unwetter eine Weiterreise unmöglich machen. Eine Unterkunft ist immer irgendwie gefunden, zur Not schläft man im Auto. Ein verfallener Flug dagegen geht ordentlich ins Geld. Daher bietet es sich an, am Schluß einer Umrundung noch einmal in Reykjavik oder Keflavik zu bleiben.

Und so stand heute ein Stadtbummel durch Reykjavik auf dem Programm. Wir parkten das Auto auf einem Parkplatz unweit der Harpa und liefen erstmal zu einem Cache, der die meisten Favoritenpunkte aller isländischen Caches hat. Und den Hint schon im Namen trägt: In a crevice among some large rocks … ist ein Tribut-Cache für den allerersten Geocache in Island Go Iceland Go. Dessen Hint weißt darauf hin, daß die Dose in einer Spalte unter einigen großen Felsen am Atlantik in Reykjavik versteckt war, eben “In a crevice among some large rocks by the Atlantic Ocean in Reykjavik”. Genau dort finden wir dann auch die unübersehbare Umverpackung.

Weiter geht es an der Harpa vorbei in Richtung Hafen, als ich plötzlich vor einer Lok stehe. Island und Züge? Eigentlich gibt es in Island tatsächlich keinen Schienenverkehr mehr. Zwischen 1913 bis 1928 transportierten zwei Loks Wagen mit Gütern vom Hafen in Teile Reykjaviks. Die eine Lok steht ganzjährig im Museum, die andere, Minor, – das habe ich bei der Planung der Reise Anfang 2015 gelernt – im Sommer am Hafen. Im Winter wird sie “eingemottet”, gesäubert, gestrichen und im Sommer wieder aufgestellt. Der Cache geht die Reise mit. Ich hatte das Ganze im Kopf, so konnten wir trotz Disable den Cache suchen und finden. Das war wirklich gutes Timing!

Nach dem Hafen laufen wir bergauf zur Landakotskirkja. Den Cache finden wir leider nicht, aber wir wollen sowieso weiter zum Ráðhús, wo ein Virtual wartet. Das Wetter ist super und es wird Zeit, zum Auto zurückzulaufen. Wir haben noch etwas vor, mehr als wir zu diesen Zeitpunkt ahnen konnten…

Die Halbinsel Seltjarnarnes gehört eigentlich nicht mehr zur Stadt Reykjavik, davon merkt man aber nichts. Am Ende der Siedlung befindet sich ein Golfplatz und ein Naherholungsgebiet. Dort finden wir einen Cache zu Nordlichtern, die wir leider auf der gesamten Reise nicht sehen konnten. Am nordwestlichsten Zipfel der Halbinsel liegt Grótta, eine kleine Insel, die bis zu einer Sturmflut 1788 mit dem Festland verbunden war. Sie ist heute über einen Damm bei Ebbe erreichbar, auf ihr stehen einige Häuser und ein Leuchtturm. Auf der Insel gibt es ein ausgeprägtes Vogelleben, weshalb sie zwischen Mai und Juli für Menschen gesperrt ist. Aber wir haben ja immer noch April. Am Parkplatz gibt es ein Infoblatt mit den Zeiten von Ebbe und Flut, entgegen dem, was wir sonst gesehen haben aber nur auf isländisch. Macht nichts, diese Uhrzeit hier sollte das Ende des Besuchs markieren. Beim Weg über den Damm zählen wir Strommasten für den Multi, finden am Rande der Insel beim Leuchtturm eine plausbible Stelle und suchen.

Irgendwann fällt mein Blick auf den Damm. Mh, das Wasser war da vorher aber noch nicht! Scheinbar war die Uhrzeit nicht die Zeit, um die Insel zu verlassen, sondern die Zeit, an der definitiv kein Wegkommen mehr ist. Und so saßen wir auf der lieblichen Insel Grótta fest, um uns der Nordatlantik (Schwimmen fiel also aus) und genoßen die Natur. Die Häuser waren natürlich alle verschlossen, immerhin gab es eine Bank. Ich hätte ja das Spiel des VfB gegen Leverkusen hören können. Handyempfang gab es natürlich. Mein Akku war allerdings schon bei 30%. Für “mal eben auf die Insel und einen Cache suchen” hätte das gereicht. Egal, ein Ticker tuts auch, der VfB gewann 1:0 und wir verbrachten 4 wunderschöne Stunden auf der Insel. So einfach kann Entschleunigung sein 🙂

Als wir wieder auf dem Festland waren, beeilten wir uns. Wir hatten eigentlich – einige Stunden früher – vor gehabt, noch “taditionell isländisch” essen zu gehen. Das Kafi Loki direkt an der Hallgrímskirkja kannten wir schon von 2015. Das Essen ist schon auf Touristen ausgelegt, aber wirklich sehr lecker. Kurz vor Schluß kamen wir an. In Deutschland hätte es wohl nichts mehr gegeben, in Island war das kein Problem. Es gab eine sehr gute Meat Soup und danach Rúgbrauð (süßliches Roggenbrot) mit Plokkfiskur (eine Mischung aus Fisch und Kartoffeln, beides gestampft) und geräuchter Forelle, Flatbrauð (Fladenbrot) mit Hangikjöt (geräuchertes Lammfleisch), Harðfiskur (Trockenfisch) mit Butter und natürlich ein paar Stücke Hákarl (fermentierter Grönlandhai, der mir dieses Mal fast schon gut geschmeckt hat). Als Nachtisch Roggenbroteis. Hört sich komisch an, ist aber der Hammer!

Nachdem wir dem sicheren Hungertod entkommen waren, ging es wieder zurück nach Seltjarnarnes zum entspannen. Genau, kurz einen Cache suchen und dann Schuhe aus, Hosen hoch und die Füße ins herrlich warme Wasser von Kvika, einem Mini-Hotpot. Ein perfekter Tagesabschluß.

Übernachtung: Grimur Hotel, gut gelegen, 24/7 Zugang dank Türcode.

Tag 13 – Reykjavik – Keflavik

Für heute haben wir mehr oder weniger spontan einen Museumsbesuch eingeplant. Vorher geht es noch kurz auf einen Cache und einen letzten Einkauf nach Reykjavik, bevor wir die Hauptstadt verlassen. Das Wetter gibt unserem Vorhaben Recht, es regnet. Aber so ein bißchen Regen hält uns natürlich nicht vom Cachen ab. Wie man das als Cacher kennt, fahren wir nicht direkt zum Museum, sondern nehmen einen klitzekleinen Umweg in Kauf und halten gelegentlich mal an.

Interessant und ziemlich feucht sind die Tröllabörn, die Trollkinder, an denen es einen Earthcache und einen Tradi gibt. Eine dieser Lavaformationen (“Hornitos“) müssen wir vermessen. Bei Regen und Wind wird das Ganze eine eher schnelle Aktion. Weiter fahren wir bis zum Kratersee Kerið, an dem es wie üblich einen Earthcache zu lösen gilt. Man merkt, daß wir wieder relativ nahe am Golden Circle sind, denn die Touri-Dichte hat ziemlich zugenommen.

Nachdem wir gelernt haben, wo Jón Arason, der letzte katholische Bischof Islands, hingerichtet wurde (Ja, Geocaching bildet!), haben wir noch etwas besonderes vor. Unser nächstes Ziel heißt Laugarás, ein kleiner Ort, der eigentlich wenn, dann nur für sein Thermalgebiet und die damit verbundene Gemüsezucht bekannt sein dürfte. Wir sind allerdings dort, weil vier Tage (!) vorher ein neuer Cache veröffentlicht wurde und bisher noch ungefunden ist. Die Spannung steigt und wir haben Glück. Das Logbuch ist noch leer! FTF in Island, cachetechnisch ein perfekter Abschluß!

Dann geht aber über die Ringstraße ins Museum. Das Lava Centre liegt in Hvolsvöllur und wurde erst im Juni 2017 eröffnet. Dementsprechend modern ist die interaktive Ausstellung zur Geologie und den Vulkanen Islands. Man kann hier quasi mit allen Sinnen erleben, wie ein Vulkan ausbricht, sich ein Erdbeben anfühlt oder was so alles unter Island vor sich geht. Im dazugehörigen Kino wird ein zwölfminütiger Film über die Vulkanausbrüche in Island von 2010 bis 2014 gezeigt. “Hauptdarsteller” ist natürlich der Eyjafjallajökull (sprich: Eijafjatlajökütl. Ist doch gar nicht so schwer!), der 2010 den Flugverkehr in halb Europa lahm gelegt hat. Alles in Allem ist das Ganze ein gut gemachtes, interessantes Museum, dessen Besuch sich nicht nur bei Regen lohnt.

Ach ja: Eigentlich kostet der Eintritt 3200 Isländische Kronen (ca. 25 Euro). Wenn man sein Ticket online bucht, kriegt man einen kleinen Rabatt und bezahlt man nur 2880 ISK.

Wie so oft ist Google Maps ein guter Wegweiser, der uns in das unscheinbare Restaurant eines Golfclubs führt. Im Restaurant Strönd gibt es für mich zur Abwechslung mal kein Lamm, sondern erst Kabeljau-Carpaccio und dann ein schönes Sirloin-Steak vom Pferd mit Kartoffeln und einer Cognac-Pfeffersoße. Mjam!

Nach dem Essen fahren wir auf einen kurzen Abstecher zur Blauen Lagune. Es gibt hier einen “neuen” Earthcache, der 2015 noch nicht veröffentlicht war und wir können die Rechnung, die wir seitdem bei einem Tradi offen haben, endlich schließen.

Weil sich der Tag doch ziemlich gezogen hat, verzichten wir auf ein paar Dosen um Keflavik und fahren direkt in unsere Unterkunft. Immerhin müssen wir morgen früh gegen 5 Uhr das Auto abgeben. So reicht ein Tankstop dann auch aus, um den heutigen Tag zu beenden.

Übernachtung: Svitan Guesthouse & Apartments, gut gelegen, quasi um die Ecke des Autovermieters, Frühstück Self Service.

Am nächsten Morgen geben wir viel zu früh das Auto zurück, fahren zum Flughafen, checken ein und holen noch kurz einen letzten Cache. Dann ist das Abenteuer Ringstraße auch schon wieder vorbei.

Kosten

Island ist teuer. Das stimmt soweit. Allerdings war ich überrascht, daß Island gar nicht so teuer sein muß, wenn man kleinere Abstriche macht.

Wenn man kein Problem damit hat, sich das Bad mit anderen Menschen zu teilen, kann man schon einmal viel sparen. Ohne jetzt statt im Nobelhotel in einer Absteige übernachten zu müssen. Man bekommt für 100 Euro ein Doppelzimmer in einer guten, bodenständigen Unterkunft. Kein Schnickschnack, kein Zimmerservice und kein Wellnessangebot. Wer das unbedingt braucht, kriegt es zwar, aber eher selten und wesentlich teurer. Und weniger geht immer. Wer auf Schlafsäle steht und sehr aufs Geld schauen muß/will, der findet auch da was. Ich habe sehr sehr viel bei booking.com verglichen, umgebucht und storniert. Nutzt das ruhig, wenn es geht, bis die definitive Route feststeht. Ach ja: Ich gehe hier natürlich immer von Vorsaison aus. In der Hauptsaison kann das Ganze natürlich (etwas) teurer werden.

Die Lebenshaltungskosten ansich sind höher als in Deutschland. Diesel kostete pro Liter umgerechnet um die 1,60 Euro, ein Snack kommt schnell mal auf 15-20 Euro und ein Hauptgericht im Restaurant zwischen 35 und 40. Ein Einkauf im Supermarkt ist auch teurer als hier. Aber das kalkuliert man vorher ein, dann weiß man etwa, was einen erwartet. Und wie schon geschrieben, muß man ja auch nicht jeden Abend essen gehen.

Alles in Allem hat der Spaß bei 2 Personen und 13 Übernachtungen für jeden grob 1700 Euro gekostet. Komplett. Inklusive Essen, Sprit, Eintrittsgeldern oder Parkgebühren. Klar, kein Ballermann-Urlaub, aber jeden Cent wert.

Fazit

Island ist eines der schönsten und vielfältigsten Länder, die ich bisher besucht habe. Hier gibt es alles, außer vielleicht Hochsommer 🙂 Ich kann eine Reise dorthin nur empfehlen, egal, ob man typischer Sightseeing-Tourist ist, Geocacher oder oder einfach Land und Leute kennenlernen will. Die Arten, hier Urlaub zu machen, sind vielfältig: Vom Stopover (bspw. Flug in die USA mit mehreren Tagen Zwischenstop in Island) mit Kurzbesuch des Golden Circle über organisierte Busreisen bis hin zur geplanten Mietwagenreise oder der Fahrt auf eigene Faust ist alles möglich. Ich sage bei Fragen ja immer, daß ein Zweitagesbesuch des Golden Circle immer noch besser ist, als nie in Island gewesen zu sein.

Je weiter man allerdings nach Osten kommt, desto weniger ist los. Die Sehenswürdigkeiten werden weniger, das Land ist immer noch beeindruckend. Mein Fazit lautet: Wenn man die Möglichkeit zu einer Reise nach Island hat, dann unbedingt machen! Und bei Fragen gerne fragen.

Hat dir der dritte Teil meines Reiseberichts gefallen? Hast du Fragen? Ab damit in die Kommentare!

Project Märchenhaft in Kassel – Interview mit der Orga

Manchmal muß man mich zu meinem Glück ja zwingen. Ich war im Jahr 2018 bisher auf einigen Megaevents. Nur “Märchenhaft in Kassel” hatte ich nie auf dem Schirm. Irgendwie reizte mich das Ganze nicht. Obwohl – und das muß man fairerweise zugeben – das Thema Märchen mal ganz was anderes als bei bisherigen Megas ist. Die Gebrüder Grimm waren schließlich die Märchensammler überhaupt. Kein Kind in Deutschland, das nicht mindestens eines der von ihnen zusammengetragenen Märchen kennt. Irgendwann nach unzähligen “Wir sehen uns dann in Kassel”-Verabschiedungen gab es bei mir eine Art Trotzreaktion. Und siehe da, ich hatte dem Mega wirklich Unrecht getan. Das Ganze sah sehr interessant aus. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Zeit, sich einmnal näher mit Märchenhaft in Kassel zu beschäftigen.

Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Im Dezember 2017 wurden 204.021 Einwohner gezählt.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Sandra alias Sajoma.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Kassel zu veranstalten?

Bei einem unserer nordhessischen Geocacher-Stammtische sprachen wir über vergangene Zeiten, was wir schon alles bei unserem gemeinsamen Hobby erlebt haben und was man noch Tolles unternehmen könnte. Da fiel der Satz „Man könnte ja mal ein Mega-Event in Kassel organisieren“. War es anfangs noch eine Schnapsidee, weitete sich der Gedanke immer mehr aus und irgendwann gab es ein Team, das wirklich Lust darauf hatte, für die Community ein solch großes Event zu organisieren.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Wir sind in den Messehallen Kassel untergekommen, die prädestiniert sind für eine offene Veranstaltung, wie es Mega-Events nun mal sind.

Warum gerade dort?

Hier stimmt einfach alles, was uns bei der Planung wichtig war: Verkehrsanbindung, Parkplätze, Umgebung, Catering und vieles mehr, was uns die Planungen ein wenig vereinfacht, damit wir uns auf das Wesentliche des Tages konzentrieren können: das Programm, um unsere Gäste zu unterhalten.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Wir haben vorsichtig mit 2000 Besuchern kalkuliert, haben aber im Vorfeld nicht mit so einer tollen Resonanz gerechnet und sind nun völlig überwältigt angesichts der bisherigen Will-attend-Zahlen.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Hinsichtlich der maximalen Besucherzahl muss man keine Bedenken haben, unsere Location verkraftet auch ein GIGA-Event. Im äußersten Notfall können wir weitere Hallen hinzubuchen, was aber nicht zu erwarten steht, denn die bisher gemieteten Hallen 1 und 2 sind schon sehr sehr groß.

Herkules Kassel
Wasserkaskaden und Herkules-Monument Kassel, CC BY-SA 3.0 von Craig Howkins

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Unsere Programmpunkte stehen schon lange fest und sind auf unserer Webseite www.gc-grimm.de zu lesen. Besonders hervorheben möchten wir immer noch die geführten Stadtrundfahrten mit unserer lieben Frau Ortolano. Sie wird mit den Teilnehmern die Orte, die Kassel und die Brüder Grimm verbindet, besuchen und in ihrer unvergleichlichen Art, mit Menschen umzugehen, die Tour besonders amüsant und erinnerungsreich gestalten. Da die Tour am Eventgelände beginnt und auch endet, ist es für die Teilnehmer sehr bequem und man ist auch nur etwa 1,5 Stunden lang vom Event weg.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Kassel kommen?

Die meisten Leute kennen doch Kassel nur vom Vorbeifahren auf den Autobahnen oder vom Durchfahren mit dem Zug an der Wilhelmshöhe. Warum nicht mal anhalten und sich genauer umschauen?!

Wir haben hier viel zu bieten: Den größten Bergpark Europas, mit dem auf der höchsten Erhebung thronenden Herkules, die sonntäglichen Wasserspiele am Herkules, viel Natur, tolle Museen und natürlich ein liebevoll und mit viel Herzblut und Sinn für Details organisiertes Event. Außerdem sind wir das diesjährige „Project“, eine Auszeichnung für viel Engagement, eine transparente Kalkulation sowie ein familienfreundliches Konzept. Wenn das nicht genügend Gründe sind, an unserem Event teilzunehmen…

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Ein solches Großevent kann man nicht kostenlos anbieten. Wir haben aber versucht, den Eintritt so gering wie möglich zu halten: 10 Euro Erwachsene/5 Euro Jugendlicher/Kinder frei, das sind die Preise im Vorverkauf. An der Tageskasse gibt es einen Aufschlag von 20%.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Wenn wir eines haben, dann Parkplätze. Es wird für alle genügend Parkraum vorhanden sein, da braucht sich keiner Sorgen zu machen.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Wir sind ein familienfreundliches Event. Da Hunde zur Familie gehören, sind auch sie uns herzlich willkommen. Bitte an der Leine führen!

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Wir sind zu acht: Hari, Helmut, Michael, Norbert, Sandra, Steffi, Thomas und Tina.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Es gibt keine festgelegte Aufgabenverteilung, außer für den Eventtag. Unsere Tätigkeiten haben sich mit der Zeit aus den persönlichen Stärken der Orgamitglieder herauskristallisiert. Strikt voneinander abgrenzen kann man diese aber nicht, da sie an vielen Stellen miteinander verbunden sind und wie Zahnräder ineinandergreifen.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Für die Organisation im Vorfeld reicht es für uns aus. Ich sage bewusst „für uns“, denn wir hätten nicht mehr im Team sein wollen. Es ist so schon schwierig genug, alle Meinungen unter einen Hut zu bekommen, da wären unserer Ansicht nach noch mehr Mitglieder der Hauptorga zu viel. Aber natürlich werden wir von vielen Außenstehenden unterstützt, denn allein kann man ein solches Großevent nicht stemmen.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Unsere Helferplanung ist bereits in den letzten Zügen, wir benötigen keine weiteren Anmeldungen mehr. Und selbstverständlich werden unsere Helfer entsprechend für ihre Tätigkeiten „entlohnt“, nämlich mit einer Helfercoin sowie dem für die Helfer kostenlosen und personalisierten T-Shirt.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja, wir sind alle langjährige und aktive Cacher. Die einzelnen Wege, wie wir zum Cachen gekommen sind, sind mir nicht bekannt. Bei mir war es der Kauf eines GPS-Gerätes durch meinen Mann. Ich bin auf der Suche nach Verwendungszwecken beim Wort Geocaching hängengeblieben und nach der Suche des ersten Caches auch bei dem Hobby.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir wollten gern möglichst persönlich Werbung machen und waren daher auf vielen kleinen und großen Events. Wir haben uns nie hinter einem Stand verschanzt, sondern sind immer offen in die Gespräche mit den Hobbykollegen gegangen, haben die Kontakte gesucht und nicht gewartet, bis jemand auf uns zukam. Außerdem sind unsere Visitenkarten mit dem TB-Code FBA6TB weithin bekannt, wir haben sie in schönen Caches abgelegt, und das auch grenzübergreifend.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Bei Interesse senden wir gern unsere neuen Flyer zu, auf denen einige Programmpunkte zu lesen sind.

Sandra, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im August in Kassel!

12500 Funde

Signal the Frog is a registered trademark of Groundspeak, Inc. Used with permission.Nachdem ich bei 500, 1000, 1500, 2000, 2500, 3000, 3500, 4000, 4500, 5000, 5500, 6000, 6500, 7000, 7500, 8000, 8500, 9000, 9500, 10000, 10500, 11000, 11500 und 12000 Funden gebloggt habe, gibts hier wieder einen kleinen Rückblick über die Geocaches, die mir unter den letzten 500 gut gefallen haben.

Nummer 12500 war übrigens einer der tollsten Caches, die ich bisher in Tschechien gefunden habe: Dacinka Home Videocache.

Diese Aufstellung ist natürlich absolut nicht sortiert oder gar vollständig. Alle diese Caches blieben mir in irgendeiner Art besonders in Erinnerung.

Schabine – Ich bin BaWü-Cacher!

Baden-WürttembergDies ist Teil einer Interview-Serie mit Cachern aus Baden-Württemberg.

  1. Wie ist dein Username?
    Ich bin Schabine.
  2. Wie lange bist du schon Geocacher?
    Angemeldet hab ich mich schon im März 2013. Erstmal um mich überhaupt mit der ganzen Sache vertraut zu machen – was ist das, was muss ich machen, wie mach ich das… Richtig dabei bin ich seit April 2014.
  3. Wie bist du zum Geocaching gekommen?
    Zwei Kollegen von mir haben immer mal wieder davon erzählt und natürlich hab ich auch hier auf /. davon gelesen und es hat mich irgendwie gereizt.
  4. Wie viele Caches hast du bisher gefunden?
    Am 06.05.2018 hab ich meinen 2000. Cache gemacht 🙂
  5. Wo liegt deine Homezone (Landkreis)?
    Ich hab sozusagen zwei. Einmal Konstanz und Umgebung und einmal das Linthgebiet zwischen Zürisee und Walensee.
  6. Welcher Cache gefällt dir am besten und warum?
    Vom Cachetyp her bin ich überhaupt nicht festgelegt. Es gibt toll gemachte Tradis. Zum Beispiel Bully on the Road  – soviel Arbeit und soviel Spaß beim Rausfummeln! Oder auch Danke Prora 2013. Da würde ich ein ganzes Büschel blaue Schleifen ranhängen, wenn ich könnte! Ganz besonders viel Spaß hatte ich auch bei zwei Wherigos: Hin und Her und Der Dreckswettercache. Ein bisschen stolz bin ich auf den T5-Multi Abgemagert bis aufs Gerippe, den ich einzig und allein durch googeln gelöst habe 😀 Earthcaches mag ich auch sehr, weil man immer was lernen kann. Dümmer wird man auf keinen Fall!
  7. Welcher Cache hat dir gar nicht gefallen und warum?
    Ganz böse ausgedrückt: So hingerotzte Dosen, die da nur liegen, damit eine Dose liegt. Kaputte Filmdose, zerrissene Tütchen, siffige Logbücher, irgendwelche Autobahnparkplätze, die bessere Hundeklos sind… Dann lieber keine Dose, als ne schlechte! Was ich auch nicht sonderlich mag sind Multis, deren Final dann nur ein popeliger Petling ist – dafür hab ich mir das Hirn zermartert oder bin einmal quer durch die Botanik gejuckelt?!
  8. Welches war dein verrücktestes Erlebnis beim Geocachen?
    Hm, verrückt war da noch nix, soweit ich mich erinnere…
  9. Was magst du am Geocachen?
    Ecken entdecken, in die man ohne Dosensuche nicht kommen würde 😉 Ecken, wo man schon hundertmal dran vorbeigelaufen oder -gefahren ist und von denen man dann sagt “Och, hier isses aber schön!” Die Bewegung! Müsste ich wandern gehen oder laufen oder radfahren, ich hätte sowas von keinen Bock darauf! Wenn es da aber Dosen zu suchen gibt, dann ist auch “Nur noch 689m bis zur nächsten Dose. Komm, die nehmen wir noch mit!” nicht zu weit… Und man kann es fast weltweit machen – so hat jeder schnöde Strandurlaub plötzlich einen Sinn 😀 Und da wo keine Dose ist, fahr ich doch gar nicht erst hin!
  10. Was magst du nicht am Geocachen?
    Schlecht gepflegte Dosen mit siffigen Logbüchern, wo der Owner auch nach x DNFs und Notes nix macht… So schlechte Koordinaten und allgemeine, unnütze Hinweise, dass die Örtlichkeit schon voll zertrampelt aussieht, weils keiner findet… Regen und Schnee 😀
  11. Was hast du beim Dosensuchen immer dabei?
    Stifte! Keine Tasche und kein Auto ohne Stifte. In mehrfacher Ausführung! Ansonsten immer ein Smartphone und wenn es in den Wald oder auf den Berg geht das GPS!
  12. Interessieren dich Trackables?
    Jepp! Der beschde Kolleg reicht mir immer seine gefundenen TBs und Coins rüber, damit ich die discovern kann. Er selbst transportiert gern und viel, aber nur discovern ist nicht so seins. Der bisher größte Brocken, den ich transportieren durfte: ein Pflasterstein mit Henkel dran. Ansonsten fotografiere ich immer alle Codes von TBs und Coins in Hotels oder Stempel in Logbüchern.
    Ist schon interessant, wo manche so überall rumgekommen sind…
  13. Verwendest du nur Geocaching.com oder nutzt du auch noch andere Geocaching-Sites?
    Eigentlich nur geocaching.com. Alles andere ist mit weiteren Profilen und Apps und Gedöns verbunden – das ist mir zu umständlich. Und sonst halt noch project-gc.com. Zum spezielleren Suchen und für die Statistik 😉
  14. Welches ist dein liebster Cachetyp?
    Der Statistik zufolge der gemeine Tradi 😀 Dann kommt ne ganze Weile nix und dann kommt der Mystery. Was natürlich den Bonus-Dosen bei Tradi-Runden geschuldet ist… Ansonsten Earthcaches, Virtuals und Whereigos. Und so langsam werde ich auch mit Multis warm!
  15. Verwendest du einen GPSr oder ein Smartphone?
    Beides. Je nachdem wo es uns hinverschlägt, reicht das Smartphone. Wenn es aber in den Wald oder in die Berge geht, muss das GPS mit!
  16. Wie wichtig sind dir Meilensteine und weißt Du schon, welchen Cache du an deinem nächsten machen willst?
    Der beschde Kolleg hat mich auf die Meilensteine aufmerksam gemacht. Ich glaub, die ersten 500 hab ich da eher weniger drauf geachtet, da ging es mir um die Praxis. Mittlerweile schaue ich schon drauf! So habe ich aktuell geschaut, was für nen Cachetyp ich machen könnte für meinen 2000. Für den 3000. wird es eine Webcam oder eine Letterbox oder ein Wherigo werden.
  17. Ist dir Statistik wichtig?
    Jain. Ich weiß zum Beispiel, dass ich die 81er Matrix nicht vollkriegen werde – der eine T5 wird vermutlich ein Ausreißer bleiben 😉
    D5 ist sicherlich möglich, aber eher schwer zu realisieren. Vielleicht hab ich ja irgendwann mal die Möglichkeit mich einem Rudel anzuschließen und so von Teamarbeit zu profitieren… Wer weiß?! Ansonsten kann ich mittlerweile drauf achten, die 366er-Matrix zu füllen. Das wird zwar trotzdem sicherlich noch zwei, drei weitere Jahre dauern, aber grundsätzlich hebt mich das nicht an… Ich cache, weil es mir Spaß macht und so soll es auch bleiben, da ist Statistik zweitrangig.
  18. Hast Du eine eigene Website?
    Hab ich, aber da gehts nicht ums cachen. Da gehts um eher gar nix mehr 😀
  19. Gibt es eine Website die du im Zusammenhang mit Geocaching weiterempfehlen willst?
    Hm, nö. Kennt vermutlich eh schon jeder alle… Ich google meistens, wenn ich was brauche oder wissen will und irgendein brauchbarer Eintrag ist da bisher immer dabei gewesen.
  20. Dein Tip für Leute, die mit dem Geocaching anfangen wollen?
    Learning by doing. App runterladen, Account erstellen – beides kostenfrei und dann los. Nicht gleich die schwerste Dose aussuchen für den Anfang, sondern so nen Popeltradi zum Üben. Der Rest kommt durch die Regelmäßigkeit, Praxis, Erfahrung… Und lesen nicht vergessen! Denn wer lesen kann, ist meistens klar im Vorteil 😀 Auch so ein Erfahrungswert, vor allem wenn man das Listing auch wirklich bis zum letzten Satz durchliest… Dann wird auch ne schwere Dose einfach!

Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 2

Dies ist Teil zwei unserer Reise rund um Island.

Island
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 1
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 2
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 3

Hringvegur – Die Ringstraße

Die Ringstraße ist die Hauptverkehrsverbindung rund um die Insel. Sie ist meist zweispurig und grob 1300 Kilometer lang. Wir sind entgegen des Uhrzeigersinns gefahren, was letztendlich Geschmackssache ist, für uns aber super gepaßt hat. Die Benutzung ist bis auf den Tunnel Hvalfjarðargöng mautfrei.

Island Ringroad
Die grobe Route

Tag 4 – Vik – Jökulsárlón – Höfn

Der gestrige Tag hatte es in sich. Heute sind es zwar wesentlich mehr Kilometer, aber nicht ganz so viele Sehenswürdigkeiten. Wir beginnen dort, wo wir eigentlich am Abend des Vortages hätten sein wollen. Wir verbringen einige Zeit am Strand. Okay, zum baden ist der Nordatlantik wirklich zu kalt, aber der schwarze Strand Kirkjufjara mit seinen Basalthöhlen ist ein Erlebnis. Und wenn man sich die Meldungen der Vergangenheit anschaut, kein ungefährliches. Immer wieder trauen sich Touristen zu nahe ans Wasser und werden von den teils heftigen Wellen erfasst. Direkt am Strand gibt es mehrere Höhlen inklusive Earthcache, und der vom Lavasand pechschwarze Strand ist definitiv ein Erlebnis. Auf der anderen Seite des Berges Reynisfjall gibt es (natürlich) auch Strand und auch einen Earthcache, allerdings ist es nicht so voll.  Der EC beschäftigt sich mit den Reynisdrangar, mehreren Felsen, die im Meer stehen und der Legende nach zwei Trolle sind, die beim Versuch ein Boot an Land zu ziehen zu Stein erstarrt sind.

Wir fahren grob 35 Kilometer auf der Ringstraße weiter nach Osten und halten an einer Gruppe von Pseudokratern namens Álftaversgígar an. Dort erwartet uns ein kurzer Multi (Wer eine A-Z Challenge mit Sonderzeichen legen will: Ich habe jetzt einen Fund mit Þ am Anfang 🙂 und ein Earthcache. Unterwegs wechselt die Landschaft quasi ständig: Grau-schwarze Lavafelder wechseln sich mit saftig grünen ab. Es regnet zwar, aber das macht nichts, wir fahren ja. Und der grüne Teil der Landschaft wird dadurch noch grüner, noch leuchtender.

Steinmännchen werden in Island langsam zum Problem und sind beispielsweise im Þingvellir auch verboten. Aber jeder Touri muß halt unbedingt irgendwo ein paar Steine aufeinander stapeln. Dabei gibt es Stellen, an denen es explizit erlaubt ist. Eine davon ist de Lavahügel Laufskálavarða, auf dem jeder Reisende mit ein paar Steinen basteln darf. Dort gibt es neben hunderten Steinmännchen auch einen Cache. Der Hint ist netterweise nicht der Standard in Island (“Unter Steinen”), sondern es gibt mehrere Spoilerfotos, die die Suche einfacher aber nicht einfach machen.

Unterbrochen von einem kurzen Stop an einem der vielen Wasserfälle fahren wir weiter bis zu den Resten einer Brücke, an der es einen Earthcache gibt. Ein Earthcache an einem Haufen verbogenen Stahls? Ja, denn der Stahl wurde 1996 von den Kräften eines Gletscherlaufs “verbogen”, um es mal milde auszudrücken. Abgekürzt hat ein Vulkan einen Gletscher zum schmelzen gebracht und dessen Schmelzwasser hat alles mitgerissen, was sich ihm in den Weg gestellt hat: Eis, Felsen, Geröll, einen Teil der Ringstraße und eben auch mehrere Brücken.

Wir holpern abseits der Ringstraße über eine Schlaglochpiste zur Svinafellsjökull-Gletscherzunge. Hier wurde laut dem Cache “Batman begins” gedreht. Leider ist alles ziemlich nass und glitschig, so daß wir die Dose auslassen. Gletscherzunge und -lagune sind auch beindruckend genug.

Über einen größeren Tradi an einer Kirche fahren wir weiter zur Gletscherlagune Jökulsárlón. Auch hier gibt es einen Earthcache aber hier hält man sowieso an, ob jetzt, weil es halt eine Touristenattraktion ist oder weil man sich das einfach anschauen muß. Der Ort ist sehr beindruckend, auch wenn es teilweise neblig ist. Man kann den Eisbergen beim schwimmen zuschauen, Robben sehen oder einfach nur das tolle Licht genießen. Wie an vielen Stellen in Island wurden auch hier Filme gedreht, unter anderem mehrere James Bond-Folgen.

Bis zur Unterkunft sind es noch etwa 70 Kilometer und so langsam meldet sich der Magen. Schön, daß es am Þórbergssetur, einem Museum in “Form” einer Bücherwand, nicht nur einen Cache gibt, sondern auch ein Restaurant. Laut Google sollte es dort “das beste Lamm meines Lebens” geben. Also genau das Richtige für uns 🙂 Was soll ich sagen? Die ordentliche Portion Lamm mit Kartoffeln, Gemüse und Rhabarbermarmelade (das scheint typisch isländisch zu sein) war der Hammer! Gut, der Preis mit 4800 ISK (etwa 40 Euro) auch, aber egal, das war es definitiv wert. Ich würde mir in Deutschland manchmal ähnlich qualitativ hochwertiges Essen wünschen.

Die restlichen 60 Kilometer bis zu unserer Unterkunft werden nur noch einmal kurz für einen Tradi unterbrochen, dann ist es auch genug für heute.

Übernachtung: Seljavellir Guesthouse, schöne, recht neue Unterkunft mit einem tollen Frühstück, direkt an der Ringstraße.

Tag 5 – Höfn – Öxi Pass – Víðirhóll

Heute ist quasi ein reiner Fahrtag. Auch in Island gibt es Strecken, auf denen man nicht so viel zu sehen bekommt. Nicht. So. Viel. Aber nicht nichts. Natürlich gab es den einen oder anderen Wasserfall auf dem Weg und natürlich veränderte sich die Landschaft und damit die Natur. Aber die großen Highlights waren hier mal anderes als in den letzten Tagen. Da wäre ein roter Stuhl mitten in der Pampa und den wahrscheinlich windigsten Cache, den ich bisher gefunden habe.  Dazu muß man auch sagen, daß Island nicht “windig” im Sinne vom deutschen “windig” ist. Windig in Island entspricht eher “stürmisch”. Dabei kann es dir kurz mal die Autotür wegdrücken. Gibt eine nette Delle und zahlt keine Versicherung. Beim Parken am Hvalnesviti Leuchtturm hatte ich schon kurz etwas Angst, immerhin brauchen wir das Auto inklusive der Türen noch ein paar Tage. Wobei Angst der falsche Ausdruck ist. Eher Respekt. Also die Tür mit der rechten Hand öffnen und vorsichtig aussteigen.

Auf dem weiteren Weg sahen wir neben den berühmten Islandpferden (Pferde, nicht Ponys), die es gefühlt an jeder Ecke zu sehen gibt und die hier mehr als genug Platz haben, auch Rentiere. Rentiere? Leben die nicht eher in Norwegen, Schweden und Finnland? Doch, tun sie. In Island gab es ursprünglich nur Polarfüchse, alle anderen Landsäugetiere (Pferde, Schafe und eben auch Rentiere) wurden durch den Menschen auf die Insel gebracht. So auch die Rentiere, von denen die Isländer 1771 vom norwegischen König 13 Stück geschenkt bekamen. Diese sollten sich vermehren um dann gejagt zu werden. Scheinbar hatten die Isländer nicht wirklich viel Lust auf die Jagd zu gehen, denn heute leben im Osten und Nordosten Islands um die 3000 Rentiere. Ach ja: Schafe, von denen es angeblich eineinhalb mal so viele wie Menschen in Island gibt, haben wir relativ wenig gesehen. Die sind tatsächlich noch in den Ställen und kommen erst im Sommer auf die Weide. Nach den Geschichten darüber, wieviele Schafe im Sommer auf der Ringstraße angefahren werden, war mir das gar nicht so unrecht.

Zurück zu unserer Rundfahrt: Nächster Zwischenstop ist Djúpivogur, eine kleine Gemeinde, die mit ihren grob 450 Einwohnern in Deutschland ein kleines Dorf wäre. Hier gibt es einen Supermarkt und eine Tankstelle, beides ist nötig, weil sowohl wir als auch unser Auto gefüttert werden will. Das malerische Fischerdörfchen läßt sich dann auch von einem Hügel anschauen, auf dem netterweise ein Cache liegt. Auf dem weiteren Weg halten wir zur Abwechslung an einem Wasserfall mit Earthcache an.

Fährt man von dort aus weiter in Richtung Egilsstaðir, so hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man eiert durch die Fjorde oder man fährt über den Öxi-Pass. Zweiteres kürzt die Fahrt um etwa 60 Kilometer oder 45 Minuten ab. Und bringt auch noch einen Hauch Abenteuer. Ich hatte mir vorab einige Videos angeschaut und war mir nicht wirklich sicher, ob die Fahrt über den Pass klappen würde. Aber versuchen wollte ich es auf jeden Fall. Eine gute Entscheidung! Die Passstraße verdiente zwar teilweise den Namen Straße nicht und Leitplanken scheinen in Island Mangelware zu sein. Aber die Fahrt hat wirklich viel Spaß gemacht. Unterwegs wechselte die Farbe der Umgebung immer mehr in Weiß. Neben der Straße türmten sich Schneemaßen, dazu noch etwas Nebel, die ganze Palette.  Alles in Allem eine schöne, wenn auch nicht ganz einfache Fahrt, die leider nicht mit einem Fund gekrönt wurde. Dafür gab es am Cache einen Wasserfall 🙂

Cachetechnisch war heute nicht wahnsinnig viel geboten. Quasi nebenher erledigen wir einen etwas komischen Earthcache in einem Tal und erleben dann etwas, das in Deutschland fast schon unmöglich ist: Ein TTF, 5 Monate nach Publish und fast 2 Monate nach dem ersten Fund. Bei eisigem Wind und Schneeregen haben wir uns diesen Cache aber auch wirklich verdient.

Übernachtung: Grímstunga Guesthouse, wir hatten das ganze Haus für uns, war okay aber nichts Besonderes. Kein Frühstück.

Tag 6 – Víðirhóll – Mývatn

Eigentlich wollten wir heute zum Dettifoss. Und zwar zur östlichen Seite, wo der Virtual Cache liegt. Aber wie das halt so ist in Island, Straßen werden gelegentlich gesperrt. Heute traf es genau die einzige Straße zum Wasserfall. Also wurde kurz umgeplant und auf der westlichen Seite klappe es dann auch problemlos. Die Wanderung zum Earthcache war nicht ganz einfach, aber letztendlich wurde man durch den Blick auf den Wasserfall belohnt.

Wir besuchen das Hochtemperaturgebiet Hverarönd, wo es neben dem obligatorischen Earthcache kochende Schlammtöpfe und Fumarolen zu bestaunen und beriechen gibt. Ja, Island riecht nach Schwefel und hier sieht man eindrucksvoll, wie die Natur nicht nur Wasser, sondern auch Schlamm zum kochen und blubbern bringen kann.

Eine kurze Fahrt zurück auf der Ringstraße und einige hundert Meter weiter östlich biegen wir Richtung Norden ab. Ziel ist der Víti, ein vulkanischer See. Imposant ist er, aber leider eben auch weiß, weil komplett zugefroren und eingeschneit. Den Earthcache können wir trotzdem lösen. Als nettes Detail entdecken wir auf der Rückfahrt zur Ringstraße eine Dusche im Nirgendwo. Sie funktioniert und warmes Wasser sprudelt heraus.

Heute müssen wir keine weiten Strecken zurücklegen, denn wir fahren inklusive einiger Abstecher nur etwa 100 Kilometer. Im Norden ist alles etwas entspannter. Es gibt nicht die Fülle an Sehenswürdigkeiten wie im Süden, was nicht heißt, daß es nichts zu sehen gibt. Ich habe zwei Übernachtungen am Mývatn See eingeplant, damit wir auch etwas runterkommen können. Dort besuchen wir einen Ort der nicht nur unserer Unterkunft, sondern auch einer norwegischen Metal-Band den Namen geben hat: Das imposante Lavafeld Dimmuborgir. Natürlich gibt es im touristisch erschlossenen Teil einen Earthcache, das wirkliche Highlight ist aber ein Tradi, der bereits seit 2002 gut versteckt auf einem Lavafelsen liegt. An der Dose hat man einen tollen Blick über den See und das Lavafeld.

Abendessen gibt es im Vogafjós Cowshed Cafe, einem Restaurant, bei dem einige Tische direkten Blick in den Kuhstall haben. Laut einer Bewertung bei Google essen wir (mal wieder^^) das “beste Lamm, das ich je gegessen habe”. Was prinzipiell stimmt, denn es ist komplett anders als das vor zwei Tagen. So einfach kann mal zwei mal “das beste” essen 🙂

Übernachtung: Dimmuborgir Guesthouse, schöne Anlage, super Frühstück, direkt am See.

Tag 7 – Mývatn

Der Tag beginnt mit dem wohl besten Frühstück der kompletten Reise. Selbst geräucherte Forelle direkt aus dem See, selbst geräuchertes Lamm (nicht aus dem See), Rúgbrauð. Spätestens bei den Waffeln mit selbstgemachtem Blaubeer-Skyr war ich an dem Punkt, an dem ich am liebsten den ganzen Tag nur noch mit frühstücken verbracht hätte.

Aber wir waren ja nicht zum Spaß hier. Ein kurzer Besuch bei Tankstelle und Supermarkt und schon fuhren wir zum Parkplatz des Berges, der vom Zimmer aus unübersehbar in der Landschaft stand: Der Hverfjall, ein riesiger Krater aus Tuff. Angelockt von einem Earthcache und einem Tradi wollten wir “da hoch”. Letztendlich war es gar nicht so schwierig und sah auch schlimmer aus, als es war. Man kann oben auf dem Krater einmal rundrum laufen, der Tradi ist ungefähr nach einem Viertel zu erreichen. Daß der Ausblick von da oben gigantisch ist, versteht sich von selbst.

Auf die isländische Badekultur bin ich ja schon im ersten Teil der Reise eingegangen. Viele Menschen kennen nur die Blaue Lagune, weil dort die ganzen Stop-Over-Touristen und Golden-Circle-Besucher hingekarrt werden. Wir waren 2015 dort und es war definitiv ein Erlebnis. Zwischenzeitlich ist der Preis von 35 auf 57 Euro gestiegen und ich hakte den Besuch für diese Reise ab. Kleine und große Alternativen gibt es schließlich genug. Am Mývatn wären das die Mývatn Nature Baths. Der Eintrittspreis fällt mit etwa 34 Euro moderater aus und das ganze Bad ist wesentlich entspannter als die überfüllte Lagune. Nach einigen Stunden purer Entspannung essen wir in der Cafeteria noch Suppe und Salat vom Buffet, dann wird es schon wieder Zeit für die Fahrt in die Unterkunft. Natürlich nicht, ohne den Earthcache geloggt zu haben 🙂

Übernachtung: Dimmuborgir Guesthouse, schöne Anlage, super Frühstück, direkt am See.

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Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 1

Wer hier gelegentlich mal mitliest, wird gemerkt haben, daß ich ein kleines Faible für eine Insel hoch im Norden habe: Ísland, das Land aus Eis und Feuer, die größte Vulkaninsel der Erde, Heimat von Trollen und Gammelhai. Nach einem Kurztrip Anfang Januar 2015 war klar, daß das nicht der letzte Besuch gewesen ist.

Mein anfänglicher Vorschlag, die USA zu bereisen, um das HQ zu besuchen und uralte Caches zu finden, wurde aufgrund der politischen Lage abgelehnt. Ein “Ersatzvorschlag” ließ nicht lange auf sich warten, wobei Island definitv nicht einfach nur Ersatz war. Schon lange spukte mir das Thema “Einmal rundrum, die Ringstraße entlang” im Kopf herum, jetzt sollte es verwirklicht werden.

Island
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 1
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 2
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 3

Wissenswertes rund um Island

Anreise

Direktflüge gibt es von Deutschland aus mit Icelandair (Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg und Berlin), der Billigairline WOW Air (Düsseldorf, Berlin und Frankfurt) und Lufthansa (Frankfurt, Hamburg, Köln-Bonn, München) nach Keflavík, dem internationalen Flughafen Islands. Teilweise gibt es auch noch andere Airlines, meist aber mit Zwischenstops. Und wie sinnvoll ein Flug von Frankfurt über Riga nach Keflavik ist, muß jeder selbst wissen.

Auch eine Anreise per Fähre ist möglich, dauert aber pro Strecke mehrere Tage. Ankunft ist dann in Seyðisfjörður im Nordosten Islands. Und der nette Nebeneffekt für Geocacher ist der Zwischenstop auf den Färöer Inseln.

Mietwagen

Es gibt gefühlt mehr Autovermieter als Isländer, daher ist die Auswahl wirklich groß. Leider gibt es natürlich auch schwarze Schafe darunter. Wir haben über Check24 ein Auto bei Orange Car Rental gebucht und sowohl Vermieter als auch Auto waren super. Auch wenn es viele Vermieter und damit viel Konkurrenz gibt, sind die Preise relativ hoch. Schnäppchen kann man allerdings machen, wenn man wie wir das Fahrzeug über eine deutsche Website bucht und nicht direkt in Island. Dann hat man nämlich meist die Versicherungen schon mit drin, die beim isländischen Vermieter viel viel Extrageld kosten.

Will man wirklich nur die Ringstraße rumfahren, reicht (zumindest im Sommer) ein hundsgemeines Auto, ein Polo oder ähnliches. Die wenigsten Geocacher werden allerdings das tun, sondern immer mal wieder Abstecher fahren, die nicht selten auch über Schotterpisten gehen. Außerdem kann dann manchmal schon die Anfahrt zu einer Unterkunft zum Abenteuer werden, weil der Nissan Micra von einem Schlagloch verschluckt wird 🙂 Also: Kleinwagen prinzipiell möglich, SUV macht aber wesentlich mehr Sinn und Spaß.

Die maximale Geschwindigkeit sind 90 km/h (außerorts), es wird gerne geblitzt, vor allem im Sommer. Man erkennt gut, ob im Auto nebenan ein Isländer oder ein Tourist sitzt. Der Tourist fährt maximal 90 🙂 Brücken sind meist einspurig. Wer zuerst kommt, fährt zuerst, was in Deutschland sicher Mord und Totschlag auslösen würde. In der Praxis funktioniert das aber gut. Licht muß immer eingeschaltet sein. Ansonsten ist Auto fahren sehr entspannt, vor allem, wenn man an den Tourispots im Süden vorbei ist. Da kann man schonmal 2 Stunden fahren und nur ein Auto sehen. Die Straßenverhältnisse können auf einer Website eingesehen werden.

Ach ja: Tanken ist meist nur direkt an der Zapfsäule mit Kreditkarte und PIN möglich. Diesel kostet aktuell ungefährt 1,60 Euro pro Liter, Benzin ist etwas teurer.

Unterkünfte

Unterkünfte sind im Vergleich zu Deutschland nicht gerade günstig. Ich habe alle über booking.com gebucht und ich kann alle empfehlen. Wenn man mit der Einschränkung “Gemeinschaftsbad” leben kann, bekommt man ein Doppelzimmer, meist mit Frühstück, für um die 100 Euro. Wenn man das nicht kann oder außerhalb von Reykjavik ein “richtiges” Hotel will, wird es wesentlich teurer.

Essen

In Kurzform würde die isländische Küche wahrscheinlich in drei Worte passen: Lamm, Fisch, Hotdogs. Natürlich gibt es noch viel mehr, aber meistens haben die Gerichte irgendwas mit diesen drei zu tun. Island ist nicht gerade günstig, daher kann man nicht jeden Abend essen gehen.

Was aber immer geht – auch wenn sich das für Deutsche nicht so lecker anhört – sind Hotdogs an der Tanke. Vergesst alles, was ihr von deutschen Tankstellen im Zusammenhang mit Würstchen im Kopf habt, in Island schmecken die Dinger wirklich gut und liegen nicht seit einer Woche rum. Die Hotdogs kommen mit einem nicht scharfen Senf, Mayo und zwei Arten Zwiebeln (Röstzwiebeln und frische, klein gehackte) und man kommt so einigermaßen günstig an ein Essen. Sie bestehen im Normalfall aus Rind und – ja, genau – Lamm.

Was uns zum Lamm bringt. In Island leben mehr Schafe als Menschen. Dementsprechend ist das Tier sehr präsent in der isländischen Küche. Vom Hotdog über geräuchertes Lammfleisch und Lammkoteletts bis hin zu so Leckereien wie Svið (halber Schafskopf) und Súrsaðir hrútspungar (sauer eingelegte Widderhoden). Letztere gehören zu den tradionellen Speisen, bei denen eben alles, wirklich alles, was das Tier hergibt, verwertet wurde.

Auch aus dem Meer wird neben “normalen” Fischgerichten wie Saibling oder Fish and Chips einiges geboten: Harðfiskur, getrockneter Fisch, der mit Butter und viel kauen ein schmackhafter Snack ist. Plokkfiskur, eine Mischung aus Fisch und Kartoffeln, beides gestampft. Es wird warm auf Roggenbrot gegessen und schmeckt auf den ersten Löffel etwas nach Kartoffelsalat, bis dann der Fischgeschmack rauskommt.

Und natürlich gibt es auch wieder exotische Gerichte, die inzwischen aber fast nur noch von Touristen gegessen werden. Hákarl der berüchtigte Gammelhai, fermentierter Grönlandhai, der genau so riecht, wie man sich das vorstellt. Nein, eigentlich noch schlimmer. Bei meiner ersten Reise fand ich ihn nicht so lecker, dieses Mal hätte ich auch noch ein paar Stückchen mehr gegessen. Man sollte nur nicht dran riechen. Walfleisch wird inzwischen von immer weniger Isländern gegessen, sondern eher von Besuchern aus anderen Ländern. Frei nach dem Motto “Meet us, don’t eat us!” sollte man lieber eine Whale-Watching-Tour buchen, als ein Walsteak zu essen.

Ansonsten ist Skyr allgegenwärtig, ob als “normaler” Joghurt, als Getränk oder als Kuchen. Bitte nicht mit dem verwechseln, das hierzulande als “Skyr” verkauft wird. In Island ist das Zeug noch viel viel besser. Rúgbrauð ist ein süßliches Roggenbrot, dessen Teig zumindest früher in Milchtüten gefüllt wurde und das dann 12 Stunden in der heißen Erde gebacken wurde. Last but not least darf ich hier Suppen nicht vergessen. Isländische Suppen haben allerdings nichts mit dünnen Brühen zu tun, sondern haben ordentlich Bums und ähneln eher Eintöpfen. Man kann von einer Suppe satt werden.

Wetter

“Wenn dir das Wetter in Island nicht passt, warte 5 Minuten!”. Der Spruch ist so abgedroschen wie wahr. Manchmal ändert sich das Wetter innerhalb von wenigen Kilometern mehrfach. Während es 2015 im Januar pauschal überall Schnee gab (mit Abwandlungen in Schneeregen und Schneesturm), hatten wir im April alles von Sonnenschein über Starkregen, Regen, Wind, Schnee, Sturm bis hin zu Schneesturm. Das ist aber kein Problem, man zieht sich einfach eine gescheite Jacke an, die wasser- und windabweisend ist und achtet darauf, daß der Wind die Autotür nicht abreißt. Jepp, kein Witz, kommt vor.

Hringvegur – Die Ringstraße

Die Ringstraße ist die Hauptverkehrsverbindung rund um die Insel. Sie ist meist zweispurig und grob 1300 Kilometer lang. Wir sind entgegen des Uhrzeigersinns gefahren, was letztendlich Geschmackssache ist, für uns aber super gepaßt hat. Die Benutzung ist bis auf den Tunnel Hvalfjarðargöng mautfrei.

Island Ringroad
Die grobe Route

Tag 1 – Anreise

Wir jedenfalls flogen Mitte April für 14 Tage mit Icelandair von Frankfurt. Der Flug dauerte etwas über 3 Stunden. In Keflavik angekommen holen wir unser Gepäck und warten auf den Shuttlebus. Der kam nicht, also rief ich beim Vermieter an. Nach kurzer Wartezeit holte uns das Shuttle des Autovermieters ab und wenig später saßen wir im Mietwagen. Wir hatten einen Suzuki Vitara gebucht und auch bekommen. Ein Allrad hätte zwar nicht zwingend sein müssen, aber wir wollen ja gelegentlich auch mal von der Ringstraße runter. Im Rückblick würde ich eine komplette Umrundung mit einem “normalen” Auto nicht unbedingt machen wollen, auch wenn die Ringstraße inzwischen fast durchgängig ausphaltiert ist und das möglich wäre. Wir reden hier wohlgemerkt von SUV, ein “richtiges” Allradfahrzeug a la Toyota Land Cruiser oder Land Rover Defender ist eigentlich nur bei Ausflügen ins Hochland nötig und sinnvoll.

Jedenfalls nahmen wir den Vitara entgegen, machten rundrum Fotos vom aktuellen Zustand und freuten uns aufs Losfahren. Schlüssel rein, starten und das halbe Armaturenbrett blinkt… “Change Engine Oil” ist jetzt nicht die beste Voraussetzung für eine Tour über mehrere Tausend Kilometer. Aber die Isländer sind sehr entspannt. Alles ist gut, der “Aufwand”, den Fehler aus dem System zu löschen, war zu hoch… tl;dr: Es ist gutgegangen.

Hier kommt mir das erste Mal “þetta reddast” in den Sinn. “þetta reddast” ist quasi so etwas wie das Motto der Isländer und bedeutet in etwa “alles wird gut”. Dein Auto gibt mitten in der Pampa den Geist auf? þetta reddast. Die Straße ist gesperrt und du sitzt tagelang im überfüllten Hotel fest? þetta reddast. “Change Engine Oil”? þetta reddast.

Eigentlich wollten wir noch etwas cachen, aber für den ersten Tag reicht auch unser Event bei Bæjarins Beztu Pylsur, dem wahrscheinlich berühmtesten Hotdog-Stand der Welt. Hier haben schon Berühmtheiten wie Bill Clinton oder James Hetfield und “Berühmtheiten” wie Kim Kardashian Würstchen verdrückt. Die Hotdogs sind wirklich lecker, gezahlt werden kann – wie fast überall – mit Kreditkarte.

Übernachtung: Grimur Hotel, gut gelegen, 24/7 Zugang dank Türcode.

Tag 2 – Reykjavik – Golden Circle – Selfoss

Nach einem ordentlichen Frühstück starten wir die Tour über die Ringstraße erstmal gar nicht auf der Ringstraße. Dafür mit einem ersten Wasserfall, auf den noch einige weiter folgen werden. Der Álafoss ist ein eher kleineres Exemplar, aber ein schöner Einstieg, auch, was das Cachen angeht. Heute geht es auf den Golden Circle, der “Touristen-Standard-Route”, die wir von 2015 schon in weiß kennen. Nicht falsch verstehen: Ja, dort ist quasi jeder Island-Tourist, auch, weil es definitv ein Muß ist. Leider sind Highlights deswegen ziemlich überlaufen.

Wir beginnen am þingvellir, das sich in einer Grabenbruchzone befindet und wo im Jahre 930 das erste Parlament Islands tagte. Hier kann man das Auseinanderdriften der amerikanischen und eurasischen Platte “beobachten”, welches über die Jahrmillionen imposante Felsspalten geschaffen hat. Da wir das Ganze schon von Norden angeschaut haben, fahren wir zum südlich gelegenen Virtual Þingvallakirkja.

Ein kleiner aber holpriger Abstecher bringt uns zu Laugarvatnshellir, wo vor grob 100 Jahren zwei Familien mehrere Jahre in “Höhlenhäusern” gelebt haben. Inzwischen gibt es dort auch ein Museum. Am Cache oberhalb erwischt mich das erste Mal so richtig das isländische Wetter. Innerhalb von Sekunden wird aus trockendem Wetter Starkregen, Schneeregen, heftiger Wind. Willkommen in Island…

Weiter geht es zum Geysir, dem Namensgeber aller Geysire. Während der eigentliche Namensgeber, der Große Geysir, nur unregelmäßig ausbricht, kann man seinen kleinen Bruder Strokkur alle 10 Minuten beobachten. Wie fast an jedem geologisch interessanten Platz gibt es auch hier einen Earthcache.

Kurz vor dem letzten Teil des Golden Circle, dem Wasserfall Gullfoss, können wir einen Wherigo loggen, der sich mit den Hauptattraktionen beschäftigt. Erst wundern wir uns über die doch sehr abgelegene Stelle. Als wir loggen, sind wir aber begeistert vom Ausblick. Am Gullfoss ansich waren wir schon, aber ein erneuter Besuch ist trotzdem Pflicht. Hier gibt es neben dem obligatorischen Earthcache auch noch einen Multi.

Nach einem kurzen Abstecher an die Brúarhlöð-Schlucht, die wirklich sehr schön ist und neben einem Earthcache auch einen Tradi bietet, fahren wir zur Unterkuft. Zum Abendessen geht es ins nahe Selfoss, das Kaffi Krús wurde uns empfohlen. Hier “gewöhnen” wir uns gleich mal an die isländischen Preise.

Übernachtung: Julia’s Guesthouse, sehr familiäre Unterkunft, drei Minuten von der Ringstraße weg, absolut empfehlenswert.

Tag 3 – Selfoss – Vik

Ab heute fahren wir dann überwiegend wirklich auf der Ringstraße. Cachetechnisch macht mal wieder ein Wasserfall den Anfang. Ich hatte aus unerfindlichen Gründen den Urriðafoss nicht auf der Liste und mußte mich erst “überreden” lassen. Was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt und einen Cache haben wir auch noch gefunden.

Wie an fast jedem Tag gibt es mal wieder einen Wasserfall zu sehen, einen wirklich tollen noch dazu: Der Seljalandsfoss war 2015 schon beeindruckend, aber leider drumrum alles zugefroren. Der Earthcache war damals machbar, den Virtual gibt es erst seit Kurzem. Beim aktuellen Besuch konnten wir endlich hinter den Wasserfall laufen. Ein tolles Erlebnis, wenn auch nicht ganz ungefährlich.  Wenige Hundert Meter weg gibt es noch die Schlucht Gljúfrabúi mit einem tollen Wasserfall nebst Earthcache. Nur wenige Besucher des Seljalandsfoss verirrten sich hier her.

Es geht etwa 20 Kilometer weiter nach Osten, bevor ich abbiege und den Vitara in Richtung Norden lenke. Was erst eine asphaltierte Nebenstraße ist, wandelt sich immer mehr zu einer Schotterpiste mit unzähligen Schlaglöchern. Wir parken und schnappen unsere Badesachen. Ja, richtig, wir gehen baden! Idyllisch in einem Tal am Fuße des Eyjafjallajökul liegt Seljavallalaug, ein 25 Meter langes Schwimmbecken aus dem Jahr 1923. Erstmal müssen wir aber 800 Meter durch ein Flussbett laufen, was nicht immer trockenen Fußes abläuft. Seljavallalaug wird gerne mal als “das geheime Schwimmbad” oder “der verlassene Pool” bezeichnet. Geheim ist es schon lange nicht mehr und verlassen sowieso nicht. Ich habe lange überlegt, ob es zeitmäßig reinpasst und habe es zum Glück eingeplant. Die einen Quellen sprechen von “Muß man hin”, andere von “super eklig und verdreckt”, bei uns traf definitiv ersteres zu. Der Virtual hat den letzten Ausschlag gegeben und wir hatten eine ganze Weile Spaß im warmen Wasser, das direkt aus dem Berg ins Becken fließt. Es gibt natürlich Algen an Boden und Seiten, die Umkleideräume waren bei uns aber okay und das Ganze war definitiv ein Erlebnis. Wann hat man schonmal die Möglichkeit, bei so einem Ausblick im Freibad zu entspannen?

Der Autor beim Baden in der Seljavallalaug :)
Der Autor beim Baden in der Seljavallalaug 🙂

Hint: Rein gehts einfacher als raus 🙂 8°C Außentemperatur sind jetzt nicht unbedingt das, was man sich wünscht, wenn man aus schön warmen Wasser steigt.

Nach dem Baden machen wir einen kleinen Abstecher zum Skógafoss um Fotos zu schießen. Den Earthcache und auch den Tradi haben wir nach einem ordentlichen Aufstieg (der sich wirklich lohnt) schon vor 3 Jahren gefunden. Wir fahren wieder auf die Ringstraße und sind wenig später am nächsten Ziel: Die Gletscherzunge Sólheimajökull. Das erste Mal sehen wir eine Gletscherlagune, in die der Gletscher kalbt. Dank des Earthcaches errechnen wir, wie weit der Gletscher hier schon zurückgegangen ist.

Das letzte Highlight für heute ist Dyrhólaey, ein 115 Meter hoher Felsen dessen Aussicht so toll ist wie die Anfahrt abenteuerlich. Manch deutscher Cacher mag Leitplanken verfluchen, hier wären sie nicht so schlecht gewesen. Die Piste ist teilweise doch ganz schön steil, aber es macht auch Spaß, hier hochzufahren. Neben der Aussicht sind der Tradi und der Earthcache definitiv Gründe für einen Besuch. Und dann kommt es auch noch zu einer Begegnung, mit der wir im April noch nicht gerechnet hätten: Papageientaucher! Und zwar einer mit einer kompletten “Mir doch egal”-Einstellung, der sich in aller Ruhe hat fotografieren lassen.

Übernachtung: Farmhouse Lodge, schöne große Zimmer, gutes Frühstück, ein Bad (Klo und Dusche in einem Raum, klappt aber wider Erwarten problemlos).

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DasGustl – Ich bin BaWü-Cacher!

Dies ist Teil einer Interview-Serie mit Cachern aus Baden-Württemberg. Baden-Württemberg

    1. Wie ist dein Username?
      Ich bin DasGustl.
    2. Wie lange bist du schon Geocacher?
      Seit 2007 angemeldet und seit 2015 vollaktiv.
    3. Wie bist du zum Geocaching gekommen?
      Über einen Kollegen zufällig davon erfahren und dann mal angemeldet. Bin aber Aufgrund von fehlendem Smartphone nicht wirklich dazu gekommen. 2015 ist meiner Tochter ein Unglück geschehen und hat sich deswegen nicht rausgetraut. Mit der Suche nach einem Schatz konnte ich sie dazu überreden, über ihren Schatten zu springen und sind seitdem oft gemeinsam auf Schatzsuche.
    4. Wie viele Caches hast du bisher gefunden?
      Ich habe kürzlich die 1500er-Marke überschritten.
    5. Wo liegt deine Homezone (Landkreis)?
      Homezone ist das Remstal (Rems-Murr-Kreis).
    6. Welcher Cache gefällt dir am besten und warum?
      Mir gefallen besonders schön gebastelte Cachedosen, tolle Geschichten zur Dose, schöne Gegenden, alles was man erklettern kann und wo man auch noch neues lernen kann. Als spezielle Dose benannt sind das Caches wie die Nesenbachrunde ins Stuttgart oder der RumS, (K)Letterbox Galopprennbahn, Die Goonies, Die Kraft des Stahls, 5* TB Hotel “Southern Star” (A5) um nur eine kleine Auswahl zu bringen ohne den Rahmen zu sprengen.
    7. Welcher Cache hat dir gar nicht gefallen und warum?
      Die merke ich mir nicht, es sind aber die Dosen, die ohne Grund und Hintergrund oder Geschichte lieblos irgendwohin geschmissen werden, wo evtl. die Location von anderen als Wildtoilette benutzt wird.
    8. Welches war dein verrücktestes Erlebnis beim Geocachen?
      Bei I am sailing (to Treasure Island) habe ich meine neu erworbene Wathose gleich mal ausprobieren wollen und bin mit dem Auto bis hingefahren. Nun, als ich die Dose geborgen und wieder auf dem Rückweg war, kam ein Auto vorbei und hielt an. Was nu? Nichts anmerken lassen und zurück zum Auto. Da kam mir schon der gute Mann entgegen und hat mich böse gefragt, was ich da mache. “Nichts, nur gucken” war meine Antwort. Er schaut mich von oben bis unten an und meinte nur “In der Wathose!?” – doomed! Nach Klärung bzgl. Caching war er beruhigt.Bei Eeeeeeeejjs, zweeeeeejjj, drüüüüüüüüüü!!!!!!!!! in Österreich kann man die Startübungsstelle der Bob- und Skeletonfahrer besuchen. Ich war dort mit meinem Bruder und wir haben den Übungsbob auf die Schienen gestellt und ausprobiert. Leicht angeschubst und reingesessen – hm, bergab wurden wir schneller und schneller und das Ende der Schienen kam immer Näher! Kurz bevor die Schienen zu Ende waren (Enden im Nichts) fing uns ein Fangseil ein, welches vorher nicht wirklich zu sehen war und hat uns abgebremst. Weil es so spaßig war, haben wir das gleich nochmal probiert.
    9. Was magst du am Geocachen?
      Neue Orte kennenlernen, Geschichtliches lernen, Natur erleben, Wandern, neue Leute kennenlernen und einfach nur Spaß haben.
    10. Was magst du nicht am Geocachen?
      Hilfssheriffs, archivierte Klettercaches und Jäger die Dosen vom Baum schießen.
    11. Was hast du beim Dosensuchen immer dabei?
      Stift und Smartphone immer. Dann je nach aus dem Listing ersichtlichem Hilfsmittel (Kletterausrüstung, Taschenlampe, Wathose, Wanderstiefel, Lockpickingbesteck, …).
    12. Interessieren dich Trackables?
      Manchmal. Interessante nehme ich mit und schau dann in das Listing nach der Aufgabe. Habe aber immer welche, die mit mir ein Stück auf der Reise sind.
    13. Verwendest du nur Geocaching.com oder nutzt du auch noch andere Geocaching-Sites?
      Bisher nur Geocaching.com.
    14. Welches ist dein liebster Cachetyp?
      Das ist tagesstimmungsabhängig.
    15. Verwendest du einen GPSr oder ein Smartphone?
      Smartphone.
    16. Wie wichtig sind dir Meilensteine und weißt Du schon, welchen Cache du an deinem nächsten machen willst?
      Eigentlich nicht wichtig. Lediglich der 1.000ste wollte ich unbedingt an Pekuls 10.000er-Event machen, weil es so ne lustige Zahlkombi war.
    17. Ist dir Statistik wichtig?
      Ich schau gern mal drüber aber wichtig ist sie mir nicht wirklich. Lediglich für solche Challenges wie 111 Tage am Stück, 222 Tage am Stück… da muss sie wohl sein.
    18. Hast Du eine eigene Website?
      Nein.
    19. Gibt es eine Website die du im Zusammenhang mit Geocaching weiterempfehlen willst?
      geoclimbing.de wenn man mit T5ern anfangen möchte.
    20. Dein Tip für Leute, die mit dem Geocaching anfangen wollen?
      Sucht euch einen erfahrenen Geocacher, der euch ein paar Tipps geben kann, an sonsten einfach den nächstbesten Cache heraussuchen und hingehen. Events sind auch gut um am Anfang schnell Anschluss zu finden.

Geocaching in 15 Ländern in 24 Stunden

Geocaching quer durch Europa. Durch 15 Länder. Und das Ganze in 24 Stunden. Oder: Hast du am Samstag schon was vor?

Ich bin eigentlich so gar kein Freund von diesen “in 24 Stunden”-Geschichten. Daher war mein erster Gedanke, als ich von dieser Tour hörte auch “So ein Quatsch, das kann man auch an einem Wochenende entspannt(er) machen”.

Trotzdem kam irgendwann eins zum anderen und ich schaute mir diverse Routen an, denn es gab schon einige “Vorgänger”. Die einen haben sich sogar sponsorn lassen, um durch “nur” 12 Länder zu kommen. Den “Weltrekord” hat sich 2011 ein Team aus den Niederlanden geholt. Zumindest beanspruchen sie diesen für sich.  2017 haben sie diesen dann an vier Cacher aus Finnland wieder verloren.

15 Länder?

Gestartet wird im Süden der Niederlande. Von dort geht es durch Belgien und Luxemburg nach Frankreich. Ein kurzer Schlenker über den Rhein nach Deutschland, weiter durch die Schweiz und Liechtenstein nach Österreich. Über den Brenner nach Italien, zurück nach Österreich, nach Slowenien, einen Kurzbesuch in Kroatien, durch Ungarn, die Slowakei und die Tschechische Republik nach Polen. Soweit waren sich quasi alle Teams einig.

Es gab auch eines, das die Tour in einem Jahr gleich zweimal absolviert hat. Einmal die 15 Länder auf einer ähnlichen Route wie wir. Und einmal von Kroatien statt durch Ungarn, die Slowakei und Tschechische Republik nach Polen über Bosnien-Herzegowina, Serbien und erst dann durch Ungarn und die Slowakei. Deren Endstation war dann die Tschechische Republik als Land Nummer 16. Das erschien uns dann doch etwas zu viel, mal davon abgesehen, daß Serbien und Bosnien-Herzegowina nicht zu EU und/oder Schengen gehören und man dort schon mal eine Weile an der Grenze warten muß.

Die Planung

Die richtige Route herauszubekommen, war gar nicht so einfach. Zuerst wollte ich einfach die Planung der Finnen übernehmen und ggf. etwas optmieren. Dann wurde etwas mehr optimiert, gedreht, umgeplant, verworfen und am Ende dank passenderem Hotel teilweise komplett anders geplant. Ja, letztendlich hieß unser Endziel in Polen dann Cieszyn und nicht Chałupki wie bei den anderen Gruppen. Das lag wie gesagt daran, daß es dort ein bezahlbares Hotel gibt und die Routen sich zeitmäßig relativ wenig schenken.

Nachdem das mit dem Hotel klar war, habe ich einige Stunden vor Google Maps und Tomtom Mydrive verbracht, Zeiten verglichen, gerechnet und ausprobiert. Letztendlich ging unsere Route statt über Brünn nach Chałupki eben länger durch die Slowakei nach Cieszyn. Ansonsten war sie den anderen relativ ähnlich.

Ich habe die Route einmal auf einer Google Karte dargestellt.

15 Länder in 24 Stunden - Die Route

Nachdem die Route klar war, ging es an die genauere Planung der Caches. Natürlich kann man da – leider – nicht danach schauen, die tollsten Caches auf die Liste zu schreiben. Optimal auf der Route müssen sie liegen. Noch dazu sollten es natürlich einfache Dosen sein. Sicher, das Ganze mit T5ern zu machen hätte für manchen Cacher sicher seinen Reiz, aber ob das zeitlich hinhaut?

Ich habe eine Exceltabelle erstellt, in die ich die vom Routenplaner ausgegebene Ankunftszeit jeder Station (Cache/Tankstop) eingetragen habe, dazu die Ankuftszeit inklusive der Suchzeiten. An jeder Station habe ich eingetragen, wann wir geloggt haben und so automatisch anzeigen lassen, wieviel Plus oder Minus wir aktuell haben. Das ließ uns doch die Sache entspannt angehen, weil ich scheinbar sehr pessimistisch geplant hatte. Für Tankstops 10 Minuten (ohne Cache) bzw. 15 Minuten, wenn an dem Rastplatz gleichzeitig noch ein Cache lag. Dazu 5 Minuten reine Suchzeit pro Cache. Aber man weiß ja nie, wie lange man letztendlich wirklich sucht.

Tipps für die Planung

  • Plane in jedem Land mindestens zwei Caches ein. Mindestens. Wenn eine Dose weg ist, kannst du zur nächsten fahren und verlierst keine Zeit bei der Suche nach einem geeigneten Cache. Optimalerweise checkt der Beifahrer unterwegs den Stand der Dinge (DNF Logs etc.).
  • Plane rechtzeitig und plane permanent, immer wieder. Nichts ist so unbeständig wie Geocaches. Vielleicht wird statt dem T3, bei dem du dir nicht sicher bist, ob du ihn schaffst, ein einfacher 1/1er direkt auf dem Weg veröffentlicht. Sobald die Route steht, mußt du sie regelmäßig auf Veränderungen prüfen.
  • Behalte die Caches im Blick. Jeder weiß, wie schnell eine Dose gemuggelt oder archiviert ist.
  • Oder um die letzten drei Punkte zu verkürzen: Du mußt neben einem Plan A und B auch noch einen Plan C und D haben.
  • Eigentlich sollte das klar sein: Binde mehr als einen oder zwei Fahrer ein. Jeder muß mal schlafen. Wir waren vier Fahrer, das klappte gut.
  • Plane genügend Tankstops ein, mit ausreichender aber nicht übertrieben langer Strecke dazwischen. Nichts kostet mehr Zeit, als mit fast leerem Tank krampfhaft nach einer Tankstelle zu suchen. Wir hatten einen Tankstop im Süden von Luxemburg, einen in Österreich und einen in Slowenien eingeplant. Der Stop in Luxemburg muß rein von der Reichweite eigentlich noch nicht sein. Aber dadurch kann man Länder mit teurem Benzin (Deutschland, Schweiz, Liechtenstein) umgehen und muß auch nicht bis zum letzten Tropfen Benzin fahren. Optimalerweise tankt man dann an einer Stelle, an der es auch gleich einen Cache gibt. Zwischen den Tankstops hatten wir jeweils grob 600 Kilometer Strecke.

Ausrüstung

Ein Auto ist natürlich ein Muß. Klar, man kann das vielleicht auch mit einem Motorrad fahren, aber ob das allein so viel Spaß macht und überhaupt machbar ist? Ich würde das bezweifeln. Je nach Anzahl der Mitcacher macht es Sinn, ein Fahrzeug zu mieten.

Wir waren zu siebt, hatten erst einen Sharan im Auge, haben aber zum Glück noch umdisponiert. Letztendlich wurde es ein quasi neuer Citroën Jumpy der dritten Generation mit 9 Sitzplätzen. Avis scheint die einzige “große” Autovermietung zu sein, die Fahrten in jedes EU-Ausland (plus Schweiz und Liechtenstein) problemlos duldet und gleichzeitig keine Kilometer begrenzt.

Ohne ein Navigationsgerät gehts auch nicht, obwohl ich die Tour am Schluß der Planung wahrscheinlich auch ohne hätte fahren können. Mein Tomtom Go 5000 hat uns sehr gut geleitet, die wenigen Staus oder Verkehrsprobleme, die wir hatten, wurden rechtzeitig angezeigt. Zur Sicherheit hatten wir noch ein Navi von Garmin dabei, wenn alle Stricke gerissen wären, wäre auf jedem Handy Google Maps verfügbar gewesen.

Die Tour

Am Karfreitag treffen wir uns um 12 Uhr am Flughafen Stuttgart, um unseren Mietwagen entgegenzunehmen. Wir machen uns auf den Weg nach Eijsden in Holland, wo wir um Mitternacht starten wollen. Ein paar Dosen noch auf dem Weg und gegen 21:40 treffen wir in der Brasserie La Meuse ein, um noch einmal etwas Warmes zu essen. Danach gehts zum ersten Cache, den wir Punkt 0 Uhr loggen.

00:00 Uhr – Land 1 – Niederlande – GC4Y2FE bluspunt
Der Cache am Krematorium wird problemlos gefunden, allerdings nehmen wir zuerst die falsche Einfahrt. Gut, daß wir genug Zeit eingeplant haben.

01:35 Uhr – Land 2 – Belgien – GC1K0XM Pitstop “Hondelange 1”
Die Fahrt durch Belgien wird tatsächlich von einer roten Ampel in Lüttich unterbrochen… Das Navi zeigt dann schonmal ganze 3 Minuten mehr an, als geplant war. Das geht ja gut los. Wo der Cache sein muß, ist mit einem kurzen Blick auf Streetview sofort klar. Genau da war er auch. Nur dauerte es, bis wir ihn endlich befreien konnten.

01:44 Uhr – Land 3 – Luxemburg – GC1E268 Have a break – A6 exit Steinfort
In Luxemburg müssen wir kurz von der Autobahn runter, weil es keinen Cache gibt, der geschickt auf einem Rastplatz liegt. Der Umweg ist nur kurz und nach wenigen Minuten sind wir wieder auf der Autobahn, nur um kurz danach unseren ersten Tankstop einzulegen.

03:14 Uhr – Land 4 – Frankreich – GC7G2WC Le grand Far
Der ursprünglich geplante Cache zeigte sich nach einigen Minuten Suche nicht, also mußte Plan B her. Auch hier ging die Fahrt kurz von der Autobahn runter.

04:30 Uhr – Land 5 – Deutschland – GC6NDYG Haus am See
Zwischen Straßburg und Offenburg fahren wir Bundesstraße. Etwas abseits haben wir einen schönen Cache gefunden.

05:43 Uhr – Land 6 – Schweiz – GC76RFM Welcome to Switzerland
Autobahn, Rastplatz und tolle Dose, das hat hier funktioniert. Inzwischen haben wir 20 Minuten gegenüber der Planung gut gemacht.

07:34 Uhr – Land 7 – Liechtenstein – GC5K3XE … Schaantastische Radrunde # 1
Der Cache liegt mitten im Land und mitten im Ort. Wir finden ihn schnell. Und hell ist es inzwischen auch.

08:25 Uhr – Land 8 – Österreich – GC1YRRH S16 – Kilometer 44.5 Süd, Klösterle
Der nächste Tankstop mit Pinkelpause und Dosensuche. Ich habe hier 15 Minuten eingeplant, letztendlich haben wir aber bisher soviel Plus, daß wir uns Zeit lassen können.

10:34 Uhr – Land 9 – Italien – GC6E460 [A22] Bressanone – Val Pusteria
Kurz vor dieser Dose merkt einer der Mitfahrer, daß er sie schon gefunden hat… Wir suchen sie trotzdem und fahren danach eben zu einer zweiten in Italien.

10:48 Uhr – Land 9 – Italien – GC1N1WA loden
Der zweite Cache in Italien. Jetzt sind wieder alle Reisenden auf dem selben Stand. Anschließend zieht es sich ordentlich durch Italien und Österreich.

15:58 Uhr – Land 10 – Slowenien – GC7FR7B Dobrenje A01 car trail
Das längste Stück der Fahrt ohne Cache liegt hinter uns. Wir tanken noch einmal und machen eine Pause.

16:09 Uhr – Land 10 – Slowenien – GC7FR93 Dobrenje A22 car trail
Netterweise hat der Owner des letzten Caches auf den selben Rastplatz noch einen zweiten gelegt. So haben wir alle etwas Bewegung und ein Ziel 🙂

17:03 Uhr – Land 11 – Kroatien – GC6GAG3 Crkva Marije Kraljice i Svetog Ladislava
Ich dachte eigentlich, daß ich mich in Sachen EU und Grenzen auskennen würde. Woran ich nicht gedacht habe: Kroatien ist noch nicht dem Schengener Abkommen beigetreten. So steht vor diesem Cache erstmal eine Grenzkontrolle an. Den Cache finden wir in strömendem Regen, bevor es wieder zurück nach Slowenien geht.

17:47 Uhr – Land 12 – Ungarn – GC8645 Millfarm
Ein Virtual von 2002, der fast auf der Strecke liegt. Bei der Planung beschließe ich, daß wir diesen Umweg nehmen können, wenn es die Zeit zuläßt. Da wir trotz Grenzkontrolle immer noch fast 20 Minuten gutgemacht haben, schauen wir uns das Gebäude und die kuriosen Statuen an.

19:24 Uhr – Land 12 – Ungarn – GC6KGJ7 Take me to curch
Der erste “richtige” Cache in Ungarn, da der Virtual nicht zählt. Entgegen der Vermutung was Titel und Rechtschreibung angeht, ist der Cache einfach versteckt und findbar.

20:36 Uhr – Land 13 – Slowakei – GC2J176 D1.1 Cervenik 68,5 km BA-ZA
Die ganze Fahrt durch Ungarn regnet es ununterbrochen. Um Bratislava rum bessert sich das Wetter und es wird zumindest trockener. Diese Dose müssen wir etwas suchen, finden sie aber schlußendlich doch und müssen keinen Ersatzcache anfahren.

22:51 Uhr – Land 14 – Tschechische Republik – GC49H4M 1.Kostel Slezske cirkve evangelicke
Bei Žilina endet die slowakische Autobahn und wir fahren fast 60 Kilometer Bundesstraße, bevor die tschechische Autobahn startet. Das zieht sich, aber wir sind noch vor 23 Uhr am Cache, den wir sofort finden.

23:00 Uhr – Land 15 – Polen – GC74PWV Harcerski Kesz (1) Dom Harcerza w Cieszynie
Da die Stadt zweigeteilt ist, fahren wir von Český Těšín in Tschechien nach Cieszyn in Polen und brauchen dafür nur wenige Minuten. Wir halten am letzten Cache. Eilig haben wir es schon lange nicht mehr, wir haben noch über eine Stunde Zeit bis die 24 Stunden rum sind. Der letzte Cache ist gefunden, geloggt und wieder versteckt. Wir fahren ins Hotel.

Schwanzvergleiche und Rekorde

Interessieren uns nicht. Andere scheinbar schon. Wenn jemand die Tour in 22 Stunden schafft oder 16 Länder, Respekt. Wie üblich beim Geocaching macht ihn das aber weder besser noch irgendjemand, der länger braucht, schlechter. Aber eigentlich sollte das klar sein.

Mußte das sein?

Ja.

Und die Umwelt?

Ach ja: Wenns rein um den ökologischen Aspekt geht, dann kann man sich über eine solche Tour natürlich trefflich streiten. Man kann es schönrechnen – in beide Richtungen. Keiner von uns würde das Wochenende über daheim bleiben, ob jetzt sieben Autos je X Kilometer fahren oder ein Auto x*7 dürfte eigentlich keinen Unterschied machen. Letztendlich kommt auch einiges zusammen, wenn man immer mal wieder wegen einer Dose irgendwo hinfährt. Das ist ja das Schöne am Geocaching, jeder kann es machen, wie er es will. Solche Touren muß auch niemand toll finden, aber man sollte respektieren, daß es Cacher gibt, die das tun. Genauso, wie es Menschen gibt, die stundenlang in der Gegend rum rennen, nur weil in Griechenland ein Bote das Selbe gemacht haben soll. Oder ihre Kinder im SUV in die Kita bringen. Oder stundenlang im Kreis fahren. Oder mal eben nach Malle fliegen. Und zu guter Letzt: Man macht das ja auch nicht jede Woche.

Zahlen

Ab Stuttgart 3528 km gesamt, davon grob 2000 für die 15 Länder. 410,97 Euro für den Mietwagen. Diesel für 372,94 Euro. 134,87 Euro für Maut/Vignetten. 125 Euro für 6 Hotelzimmer. Pro Person kamen bei uns sieben je 149,11 Euro raus, plus Verpflegung. Die Maut wäre mit einem kleineren Fahrzeug günstiger gewesen (nur falls das jemand nachfahren will).

Fazit

Die Planung war nicht ganz ohne, hat aber Spaß gemacht. Es war fast ein Ritual, jeden Morgen vor der Arbeit nachzuschauen, ob es auf der Route neue Caches gab oder ob welche archiviert wurden. Zur Fahrt ansich: Ich hatte mir die ganze Unternehmung viel hektischer vorgestellt. Letztendlich hat jeder mal geschlafen, wir haben uns gut mit dem fahren abgewechselt. Und wenn es nicht geklappt hätte: Scheiß drauf! Kein Cache ist es wert, im Halbschlaf zu fahren!

Und nochmal so eine Tour? Ich weiß es nicht. Einerseits war es nicht so hektisch wie befürchtet, andererseits ist es schon anstrengend. Es war aber eine Erfahrung wert.

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