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Burek, Cevapi und Höhenmeter – Geocaching auf dem westlichen Balkan – Teil 2

Wir waren zwar nur etwa eine Woche unterwegs, aufgrund der der Menge an Eindrücken, habe ich mich aber dazu entschlossen, diesen Bericht auf zwei Beiträge aufzuteilen. Hier gehts zu Teil eins.

Tag 5 Dubrovnik (HR)

Flagge Kroatien

Dubrovnik früher als Republik Ragusa bekannt, ist eine Stadt im südlichen Kroatien an der Adria. Im Jahr 1979 wurde die gesamte Altstadt von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Diese dient für zahlreiche Szenen der Fantasy-Fernsehserie Game of Thrones als Drehort

Ursprünglich war der Plan ja, früh am Morgen auf den Berg zu fahren, um den FTF bei dem Virtual zu versuchen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass zum Glück die Gier nach dem FTF gesiegt hat. Denn heute regnet es leider, sodass wir auch nicht auf dem Balkon frühstücken können. Das ist kein Beinbruch, aber trotzdem sehr schade, denn die Aussicht auf die Stadt ist wirklich schön.

Auch aufgrund des Wetters lassen wir es heute etwas lockerer angehen. Gegen 10 Uhr müssen wir gefühlt das erste Mal auf der Reise eine Jacke anziehen. Gut, es ist Anfang Januar, trotzdem ist es heute kälter als an den letzten Tagen und der Regen tut sein Übriges. Wir laufen bergab durch enge Gassen und über unzählige Treppenstufen, bis wir etwa nach 20 Minuten im Rand der Altstadt von Dubrovnik angekommen sind.

Wir sehen quasi jede Ecke der Altstadt, als wir die wenigen, teilweise aber sehr aufwendigen, Caches suchen. Leider kann sich bei dem Wetter, das inzwischen gar nicht mehr so schlimm ist, kein anderer Cacher zu unserem Event aufraffen. So entspannen wir eine ganze Weile an der Hafenmole, bevor wir zur anderen Seite der Stadt laufen, um einen Virtual zu loggen.

Ursprünglich wollten wir den Weg über die Stadtmauer nehmen, allerdings merkt man hier, wie an vielen Ecken, dass Dubrovnik ein absoluter Hotspot des Massentourismus ist. Die Kleinigkeit von umgerechnet 30 Euro (!) hätten wir pro Person zahlen müssen! Vielen Dank an Game of Thrones und Kreuzfahrtschiffe. Apropos Game of Thrones: Die Serie, von der ich im Übrigen noch keine einzige Folge gesehen habe, ist natürlich sehr präsent, was Mitbringsel und Angebote für Touristen angeht. Wer sowas braucht. Wir dagegen sind ganz froh, dass wir Dubrovnik leer und entspannt erleben dürfen, denn die Altstadt ist wirklich schön.

Gegen 13:30 Uhr fahren mit dem Taxi in die Ferienwohnung zurück. Nach etwas Entspannung fahren wir noch einmal auf den Berg Srd. Es hat aufgeklart, es regnet nicht mehr und so ist die Aussicht jetzt zwar nicht so schön wie gestern Abend bei Sonnenuntergang, trotzdem ist sie super. Außerdem liegt hier oben noch ein Tradi und einer der Labcaches.

Wir fahren noch etwas durchs Umland, suchen ein paar Caches und lassen den Abend dann bei einem tollen Sonnenuntergang mit Cevapi und Pivo in der Ferienwohnung ausklingen.

Impressionen Tag 5

Tag 6 Dubrovnik (HR) – Rupa (HR)

Die Nacht endet früh, weil wir beide früher als geplant wach sind. Das ist auch gut so, denn heute haben wir mit etwa 600 Kilometern Fahrt durch Kroatien den wohl längsten Tag vor uns. Direkt an unserer Ferienwohnung verläuft die Jadranska Magistrala, die sich quasi von Montenegro bis nach Slowenien entlang der Adriaküste zieht. Auf ihr fahren wir ein gutes Stück, bis wir nach etwa 100 Kilometern auf die Autobahn wechseln. Die Magistrale ist zwar meist sehr schön zu fahren, wir wollen aber natürlich vorankommen.

Nach einem kurzen Tradi auf dem Weg verlassen wir nach etwa einer Stunde Fahrt Kroatien und die EU. Der Grenzübertritt in die 5 Kilometer Bosnien und Herzegowina verläuft problemlos. Im Neum-Korridor liegen netterweise noch einmal zwei Tradis und ein Earthcache. Wir scheinen uns die perfekte Jahres- und Uhrzeit ausgesucht zu haben, denn während in den Logs des Earthcaches von Parkproblemen die Rede ist, besteht unser einziges „Problem“ darin, uns einen Parkplatz auszusuchen.

Flagge Bosnien und Herzegowina

Neum ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde mit knapp 5.000 Einwohnern im Süden von Bosnien und Herzegowina. Der Neum-Korridor bildet den einzigen Zugang des Landes zum Meer. Er stellt nach dem EU-Beitritt Kroatiens einen wesentlichen Verkehrsengpass dar. An dieser Stelle wird nicht nur ein Teil des zusammenhängenden kroatischen Territoriums, sondern auch die gemeinsame EU-Außengrenze in einem Abschnitt von weniger als 10 km unterbrochen.

Leider sind aber auch keine Bäckereien geöffnet, sodass das Frühstück erstmal verschoben werden muss. Aber man kann noch einmal günstig tanken. In den Genuss dieses „Bonus“ wird man bald wohl nicht mehr ganz so einfach kommen, denn die Pelješac-Brücke soll noch diesen Sommer eröffnet werden. Dann kann man Neum umfahren und sich die beiden Grenzübertritte schenken, die bei uns aber nur jeweils maximal 10 Minuten dauern.

Wieder in Kroatien halten wir an einem Bäcker an, denn gegen 10 Uhr haben wir dann so langsam doch Hunger. Nach ein paar Tradis fahren wir spontan einen kleinen Umweg, weil eine Bennies Box (Bennies Black Box) in der Nähe liegt.

Kurze Zeit später sind wir auf der Autobahn und fahren fast 2 Stunden durch, bis wir am Rastplatz Krka eine Pause machen. Nicht ganz uneigennützig, denn neben einem sehr schönen Blick auf den Fluss gibt es hier einen Tradi, einen Multi und einen Earthcache zu finden.

Entgegen den ursprünglichen Plänen fahren wir nicht zurück auf die Magistrale. Wir bleiben auf der Autobahn und fahren, nur gelegentlich von einer Rastplatzdose unterbrochen, bis zu unserem Ziel in Rupa kurz vor der Grenze zu Slowenien durch.

Zwischendrin wird unser Klischee von Kroatien – warm, immer Sommer – mal eben vernichtet. Während es auf der südlichen Seite des Sveti Rok-Tunnels noch sonnig ist, spukt uns der Tunnel im Norden in einer Schneewüste wieder aus. Ja, wir haben natürlich immer noch Anfang Januar, es war trotzdem relativ ungewohnt und überraschend. Das Wetter sollte sich heute auch nicht mehr ändern.

Nachdem wir in unserer Unterkunft eingecheckt haben, wird erstmal etwas entspannt. Dann nehmen wir die Empfehlung des Vermieters an und genießen das letzte Abendessen dieser Tour im Carpe Diem auf der anderen Straßenseite. Mehr Auswahl hätte es in diesem Ort auch nicht gegeben, aber das Essen ist lecker und günstig.

Impressionen Tag 6

Tag 7 Heimfahrt

Der Grund wieso wir gerade dort über die Grenze fahren und nicht wie auf der Hinfahrt bei Karlovac ist einfach: Wir sind Geocacher. Einer von uns beiden hat eine klitzekleine Affinität für Webcams. Und dort, in Slowenien, mitten in einer Kurve in der Pampa, steht die letzte Webcam vor Adelaide in Australien. Ja, kein Witz, zwischen Slowenien und Australien gibt es keinen Webcam-Cache mehr.

Lange Rede, kurzer Sinn, der Besuch ist Pflicht. Auf dem Weg finden wir neben einem Bäcker für das schon obligatorische Burek auch ein paar Tradis und machen eine längere Pause auf dem Autobahnrastplatz Logatec. Dort befinden sich neben zwei Letterboxen auch ein Tradi, ein Mystery und ein Wherigo.

Die Webcam ist schnell erledigt, zum Glück macht sie regelmäßig Fotos. Über ein paar Virtuals in Kranj fahren wir durch den Karawankentunnel zurück nach Österreich und am frühen Abend endet diese Reise dann auch für mich.

Impressionen Tag 7

Caches

In Kroatien und Slowenien ist die Cachedichte eher hoch und meistens auch gewartet. Gadgetcaches oder etwas „Hochwertiges“ sollte man aber nicht erwarten, auch wenn es sie gibt. In Bosnien und Montenegro gab es nicht wahnsinnig viele Dosen, meistens waren sie dafür aber in irgendeiner Art interessant (Blick, Gegend, Geschichte etc.). Wartung erfolgt nicht immer, daher kann es also nicht schaden, ein paar Petlinge und Logbücher mit in den Koffer zu packen.

Tipps (Sprache, Geld, Verkehr etc.)

Wir sind eigentlich überall mit Englisch durchgekommen. Allerdings wird an vielen Orten sehr gut Deutsch, oft auch besser als Englisch, verstanden. Ansonsten muss man eben auch mal Hände und Füße verwenden. Wie in jedem Land ist es sinnvoll, sich ein paar Brocken anzugewöhnen, sodass man sich zumindest im Restaurant oder beim Einkauf bedanken kann.

Man sollte natürlich niemandem sagen, dass man „kein Bosnisch“ spricht, wenn sein Gegenüber vielleicht Serbisch oder Kroatisch spricht, auch wenn sich die Sprachen ähneln. Politik versuche ich im Urlaub mit Unbekannten sowieso generell zu vermeiden. Frei nach Fawlty Towers: „Don’t mention the war!“

Die Sprachen sind teilweise sehr ähnlich, wer eine kann, versteht zumindest grob alle anderen. Das Wort für „danke“ („Hvala“) wird überall verstanden, genauso wie „Dobar dan“ („Guten Tag“). Definitiv als Tourist outet man sich übrigens problemlos, wenn man „Cevapcici“ statt richtigerweise „Cevapi“ bestellt 🙂

Wie in Mazedonien und Bulgarien, wird in Bosnien und Montenegro zumindest auch das kyrillische Alphabet verwendet. Im Gegensatz zu diesen Ländern sind aber – mit Ausnahme der Republika Srpska – lateinische Buchstaben eher die Regel. Auf Straßenschildern stehen meist beide Bezeichnungen, je nach Bevölkerung in unterschiedlicher Reihenfolge.

Ich habe seit einigen Jahren eine Mastercard von Revolut, in der ich ein Konto in der Landeswährung anlegen kann. Vor (und zur Not auch während) jeder Reise wechsle ich einen Betrag um und kann im jeweiligen Land wie „daheim“ bezahlen. Ich muss keine Kurse beachten und brauche auch keine Angst haben, in irgendwelchen Wechselstuben abgezockt zu werden. Für kroatische Kuna ging das, für bosnische Konvertible Mark nicht. Das machte aber nichts, da die Karte den Betrag 1:1 zum Interbankenkurs und ohne zusätzliche Gebühren umgewechselt hat.

Tipp: Wenn du gefragt wirst, ob du mit Karte in der lokalen Währung oder in Euro zahlen willst, unbedingt immer die lokale Währung auswählen! Anderenfalls werden gerne mal Wechselkurse zu deinen Ungunsten verwendet.

Autobahnmaut mussten wir in Österreich, Slowenien und Kroatien bezahlen. In Österreich und Slowenien ist das jeweils eine Vignette, in Kroatien gibt es wie bspw. in Frankreich ein streckenabhängiges Mautsystem. Zusätzlich lassen sich die österreichischen (und auf dem Rückweg die slowenischen) Wegelagerer noch den Karawankentunnel und die Tauernautobahn bezahlen. In Bosnien fuhren wir gefühlt 100 Meter Autobahn, welche uns KM 1,20, also etwa 60 Cent kosten. Das summierte sich auf etwa 125 Euro Maut plus 4,50 Euro für die Fähre in Montenegro.

Tanken ist übrigens in Slowenien, Österreich und Montenegro günstiger als in Kroatien, am günstigsten aber ist es in Bosnien. Daher empfiehlt es sich, von Dubrovnik kommend in Neum noch einmal vollzutanken.

Die Straßen sind meist ordentlich bis gut, zumindest die Hauptstraßen. Allerdings gilt, was auch schon für Mazedonien galt und durch den Krieg nicht unbedingt verbessert wurde: Es sind nicht alle Straßen asphaltiert und wenn sie asphaltiert wurden, dann nicht immer in den letzten 5 Jahren. Oder 20 Jahren. Sprich: Auch die beste jugoslawische Straßenqualität lässt irgendwann nach und man muss mit Schlaglöchern rechnen.

Einschränkungen durch Corona

Wie schon im letzten Juli darf man natürlich nicht vergessen, dass wir immer noch während einer Pandemie unterwegs waren. Allerdings waren die Besonderheiten und Einschränkungen selten gravierend. Wie aus Deutschland gewohnt gab es eine Maskenpflicht in Geschäften und in öffentlichen Bereichen der Hotels. Daran wurde sich mal mehr, mal weniger gehalten.

Bei Grenzübertritten haben wir dem Beamten grundsätzlich immer Pass und Impfpass gegeben. Ich hatte allerdings nie den Eindruck, dass die Impfung genauer überprüft wurde. Eventuell wurde da reingeschaut, ich kann mich jetzt aber nicht daran erinnern, dass es irgendwo detaillierter überprüft wurde.

Burek? Cevapi?

Burek war quasi unser Standardfrühstück auf dieser Reise. Es handelt sich um eine Art nichtsüßem Strudel meist mit Hackfleisch, Schafskäse oder Spinat gefüllt. Wen der Name an das türkische Börek erinnert, der kann jetzt richtig schlußfolgern, dass Burek ursprünglich von den Osmanen auf den Balkan gebracht wurde und sich in ganz Jugoslawien verbreitet hat. Man bekommt Burek dann auch, mit kleineren Abweichungen was Größe und Füllung angeht, in Bäckereien von Ljubljana bis Skopje.

Kaum ein Gericht ist in Deutschland so mit dem ehemaligen Jugoslawien verbunden, wie die kleinen Würstchen aus Hackfleisch: Cevapi. Hä? Ja, wir kennen sie meist als Cevapcici (Ćevapčići), was aber nichts anderes ist, als die Verkleinerungsform dessen, was vor Ort Cevapi (Ćevapi) heißt. Hoffentlich sagt den Wirten in Deutschland niemand, dass Cevapcici quasi noch kleinere Würstchen sind, sonst hat man hier bald gar nichts mehr auf dem Teller…

Wie auch immer, wenn mir schon mehrere Kroaten sagen, dass Cevapi in Bosnien am besten schmecken, dann muss ich dem natürlich aus rein wissenschaftlichen Gründen nachgehen. Was soll ich sagen? Nach Tests in Kroatien, Bosnien und Montenegro komme ich zu dem Schluss, dass ich die besten Cevapi in Montenegro gegessen habe. Und zwar nicht typisch deutsch mit Djuvec-Reis und Pommes, sondern im Fladenbrot mit Kajmak.

Fazit

Mein Fazit fällt ähnlich aus wie bei der Reise nach Bulgarien, Mazedonien, Albanien und Griechenland: Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich wirklich froh darüber bin, dass wir umplanen mussten. Italien ist halt Italien, klar, Rom wäre sicher interessant gewesen. Ein neuerlicher Besuch in San Marino auch und einen Länderpunkt im Vatikanstaat hätte es auch gegeben. Aber ich bezweifle, dass eine Großstadt an die Bucht von Kotor oder eine leere Altstadt von Mostar rankommt.

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und wird noch ein paar Jahre stehen. Da kommt man recht problemlos hin, einfach einen Flug buchen und man bekommt eine Wochenendreise, bei der man grob weiß, was einen erwarten wird.

Es gab zwar auch auf dieser Reise viele Unbekannte und viele Klischees. Im Vergleich zu Mazedonien aber irgendwie gar keine Ängste oder Unsicherheiten mehr. Sicher, man hat manche Bilder im Kopf. Zumindest in Bosnien-Herzegowina ist durch Ruinen und Einschusslöcher der Krieg immer noch relativ präsent. Aber wir wurden mit vielen neuen, überwiegend schönen, Eindrücken und gigantischen Ausblicken, gutem und preiswertem Essen und natürlich auch ein paar Caches belohnt.

Ich hoffe, dir hat mein Reisebericht gefallen. Falls du Fragen hast, ab damit in die Kommentare!

Burek, Cevapi und Höhenmeter – Geocaching auf dem westlichen Balkan – Teil 1

Wie schon im letzten Juli hatte ich vor, Anfang Januar wieder zusammen mit Anton vom Team Aying (sehr geile Caches, unbedingt besuchen!) im Ausland auf Dosensuche zu gehen. Es gab ein kleines zeitliches Missverständnis und so kristallisierte sich im Endeffekt die Zeit zwischen 04. und 10. Januar 2022 heraus.

Und wie im letzten Sommer landeten wir – natürlich – wieder nicht dort, wo wir ursprünglich hinwollten. Die erste richtige Planung hieß nämlich San Marino und Rom mit Vatikanstaat. Davor haben wir ganz kurz über Dubai und Oman nachgedacht, das aber schnell verworfen. In San Marino war ich vor einigen Jahren schon einmal, aber südlicher bin ich in Italien bisher nicht gekommen.

Das Ende vom Lied war aber – natürlich – dass Italien teilweise Maßnahmen einführte, die in meinen Augen komplett übertrieben waren. Einen Test zusätzlich zur Impfung hätten wir uns noch gefallen lassen. Aber nach mehreren Stunden durch Deutschland und Österreich hätte sich der Beifahrer auf den Rücksitz (!) setzen müssen und beide Fahrzeuginsassen hätten während der kompletten Fahrt (also quasi vom Brenner bis nach Rom) konstant eine Maske tragen müssen. Das war der Punkt, an dem ein bereits gebuchtes Hotel storniert und die Planung auf null gestellt wurde.

Es gab ein kurzes Brainstorming und als klar war, dass wir nicht fliegen, sondern mit dem Auto anreisen wollten, waren die Ziele relativ begrenzt. Irgendwann stand die Frage im Raum, ob ich denn nicht auch in ein Land fahren würde, in dem ich schon war. Klar, kommt aufs Land an, aber prinzipiell schon. Und so stand Kroatien im Raum. Natürlich würde ich da nochmal hinfahren, immerhin hat es mir in Istrien gut gefallen und als wir im November 2019 in Split cachen waren, war es (vom abgeschleppten Mietwagen abgesehen) auch super. Gut, dann also Cevapi statt Pizza (Spoiler: Die gab es trotzdem)!

Die Route

Gut, die Zeit steht also fest und das Ziel auch. Und da ist es wieder, das berühmte „eigentlich“ unserer Cachetouren. Eigentlich dachte ich an Istrien, Pula, vielleicht noch Rijeka. Spaßeshalber erwähne ich eine „klitzekleine Dose in Bosnien“. Dann kommt Dubrovnik ins Spiel und dass man von dort ja vielleicht einen Tagesausflug nach Mostar machen könne. Und wenn man sowieso schon in der Ecke ist, wäre es absolut unverzeihlich, wenn man nicht vielleicht noch kurz einen gaaanz kleinen Schlenker nach Herceg Novi in Montenegro fahren würde.

Die grobe Planung steht also und die Feinplanung erlaubt netterweise dann doch etwas mehr als nur Tagesausflüge und Schlenker. Start ist bei München und über Vodice, gelegen an der Adriaküste zwischen Zadar und Split, Mostar und Herceg Novi geht es nach Dubrovnik. Von dort bis nach Rupa an der Grenze zu Slowenien und wieder nach Deutschland. Bis zur Abfahrt sind noch etwa 2,5 Wochen Zeit. Unterkünfte werden gesucht und gebucht, Caches angeschaut und GCTour befüllt.

Tag 1 Deutschland – Vodice (HR)

Das erste Problem bei der Planung begegnet uns direkt am Start: Wir wollen kurz nach halb 8 Uhr morgens in der Nähe von München losfahren und natürlich vermeiden, in den Berufsverkehr zu kommen. Letztendlich beschließen wir, auf Tomtom zu vertrauen und kommen problemlos auf die Autobahn in Richtung Salzburg. Ein kurzer Schlenker zu einem Virtual, ein paar Rastplatz-Dosen und etwa drei Stunden später halten wir in Seeboden kurz vor Villach. Das Auto braucht günstige(re)n österreichischen Sprit und wir ein wenig Proviant und pfandfreie Getränke.

Gegen 12:30 Uhr spuckt uns der Karawankentunnel auf der slowenischen Seite wieder aus. Wir suchen ein paar Caches, hangeln uns von einem Virtual zum nächsten und ein paar Stunden später stehen wir an einer alten Burg, an der unser erster Cache in Kroatien liegt.

Flagge Kroatien

Kroatien (amtlich Republik Kroatien, kroatisch Republika Hrvatska) ist ein Staat in der Übergangszone zwischen Mittel- und Südosteuropa. Kroatien ist Mitglied der Europäischen Union. Hauptstadt und größte Stadt ist Zagreb. Das Staatsgebiet grenzt im Nordwesten an Slowenien, im Norden an Ungarn, im Nordosten an Serbien, im Osten an Bosnien und Herzegowina und im Südosten an Montenegro.

Die weitere Fahrt wird immer wieder von Caches an einem der offenen Rastplätze unterbrochen. Wir bemerken, dass gerade die kleineren Parkplätze an der Autobahn oftmals gesperrt sind. Klar, aktuell ist recht wenig Verkehr und die Touristen kommen erst im Sommer. Trotzdem finden wir auf dem Weg sogar zwei Earthcaches, deren Lösung die nahende Dunkelheit nicht gerade vereinfacht.

Wichtiger ist mir aber – und da habe ich als Beifahrer wirklich die perfekte Möglichkeit – endlich den Multi Autocesta A1 – 13 Tunnels to the south zu lösen. Dieser war für die 2020 geplante Reise zum Mega nach Ljubljana eingeplant und dementsprechend hatte ich ihn schon mal etwas vorbereitet. Fieserweise sind die Zahlen auf Fotos und auch Videos, die man online findet, zum Großteil veraltet und inzwischen geändert. Aber gut, Augen auf und Zahlen notiert. Das geht auch bei inzwischen fehlendem Tageslicht recht gut.

Vodice als Etappenziel zu verwenden, hat einen einfachen Grund: Ich will befreundete Cacher überraschen (ja, hat geklappt :)) und endlich einmal deren Letterbox in Kroatien loggen (das auch). Der Ort liegt auf unserer Route und eine passende Unterkunft ist schnell gefunden.

Bevor es in eben jene geht, besorgen wir uns im örtlichen Supermarkt noch ein Abendessen. Um ein Restaurant zu suchen sind wir irgendwie zu geschafft und morgen wird ein anstrengender Tag.

Impressionen Tag 1

Tag 2 Vodice (HR) – Mostar (BiH)

Von Vodice bis zur bosnischen Grenze sind es nur etwa 2 Stunden Autofahrt, die wir mit ein paar wenigen Caches auflockern. Die Einreise in die Föderation Bosnien und Herzegowina, einer Entität innerhalb des Staates Bosnien und Herzegowina, klappt problemlos. Auch wenn wir in Deutschland – fälschlicherweise und umgangssprachlich – von „Bosnien“ reden, führt uns diese Reise nur durch einen Teil der Herzegowina.

Flagge Bosnien und Herzegowina

Bosnien und Herzegowina ist ein südosteuropäischer Bundesstaat. Er besteht geografisch aus der Region Bosnien im Norden, die rund 80 Prozent des Staatsgebiets einnimmt, und der kleineren Region Herzegowina im Süden. Politische Teilgebiete des Bundesstaates sind die Republika Srpska, die Föderation Bosnien und Herzegowina sowie der Distrikt Brčko als Sonderverwaltungsgebiet.

Erste Station ist der kleine Ort Međugorje, der trotz nur etwa 2500 Einwohnern ganze 6 Caches bereithält. Da ich im Vorfeld nur grob auf die einzelnen Caches geschaut habe, plane ich 5 davon ein, der sechste erschien mir für die veranschlagte Zeit etwas zu weit.

Der Ort ist überwiegend gepflegt und es gibt an jeder Ecke Souvenirläden mit Marienbildchen und Pizzerien. Als ich später genauer nachforsche, wird klar, warum: 1981 gab es hier wohl mehrere Marienerscheinungen, was auch die große Anzahl von italienischsprachigen Angeboten erklärt. Die Erscheinungen werden vom Vatikan allerdings nicht anerkannt, er erlaubt aber Wallfahrten, mit dem Hinweis, dass dies nicht als Anerkennung der angeblichen Wundererscheinungen zu verstehen ist. Oder anders gesagt: Man darf dort zwar cachen, es gibt aber nur OC-Dosen und keine Souvenirs.

Wie dem auch sei, von den bis zu einer Million Pilgern pro Jahr lassen sich zum Glück nur wenige blicken, als wir uns vom Parkplatz in der Nähe des ersten Caches Križevac cache auf den Weg machen. Es sind ja nur 200 Meter Luftlinie. Dass es bergauf gehen würde, war klar, dass der Weg aus zerklüfteten, rutschigen Felsen bestehen würde, nicht. So dauert der erste Cache im neuen Land über eine halbe Stunde. Aber egal: Länderpunkt Bosnien und Herzegowina! Der nächste ist dasselbe in Grün, nur auf einem anderen Berg. Cachen in Bosnien ist ganz schön anstrengend!

Wir fahren weiter durch die hügelige Landschaft in Richtung Mostar. Wenige Kilometer vorher kommt wieder eine der wenigen Cachemöglichkeiten an einem Parkplatz, von dem aus man zwar einen netten Ausblick hat, der aber leider auch als Müllkippe missbraucht wird. Eine schmale Straße führt uns noch weiter hoch auf einen Berg namens Hum. Neben dem Cache findet man hier ein über 30 Meter hohes Kreuz, das man auch von jedem Winkel der Stadt sehen kann. Der Ausblick ist gigantisch, auch wenn man bedauerlicherweise genau die alte Brücke nicht einsehen kann. Aufgrund der Lage befanden sich während des Krieges hier oben auch Artilleriestellungen.

Flagge Bosnien und Herzegowina

Mostar Mostar ist die größte Stadt der Herzegowina, des südlichen Teils von Bosnien und Herzegowina, sowie die sechstgrößte Stadt des Landes. Sie ist die Hauptstadt des Kantons Herzegowina-Neretva der Föderation Bosnien und Herzegowina und hat etwa 113.000 Einwohner.
Das Wahrzeichen Mostars ist die „Alte Brücke“ Stari most über die Neretva, die von 1556 bis 1566 vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin erbaut wurde. Sie wurde im Bosnienkrieg am 9. November 1993 durch massiven Beschuss von kroatischer Seite zerstört. Die Rekonstruktionsarbeiten begannen 1996 und wurden 2004 abgeschlossen.

Seit vielen Jahren steht Mostar auf meiner Bucket List. Ursprünglich wäre ich 2020 auf dem Weg zum Mega nach Ljubljana dort gewesen, aber da hatte Corona ja etwas dagegen. Für Sarajevo war die Zeit auf dieser Tour zu knapp, da will ich aber sowieso generell mal mehrere Tage hin. Mostar dagegen liegt super auf unserer Route, ist nicht allzu groß und hat auch etwas mehr zu bieten, als „nur“ den Länderpunkt abzugreifen. Eine kurze Anfahrt später checken wir in unser empfehlenswertes Hotel in der Altstadt ein.

Eine halbe Stunde ruhen wir uns aus, dann erkunden wir die Stadt. Cachetechnisch ist Mostar sehr überschaubar: Es gibt nur 5 in der Stadt, 3 außerhalb und einen in der Nähe des Flughafens. Auch aufgrund der Lage unseres Hotels beginnen wir gegen 15 Uhr natürlich mit der Hauptattraktion und dem Earthcache an der Brücke Stari Most.

Nachdem wir die Neretva über Stari Most überquert haben, setzen wir unsere Tour im Ostteil der Stadt fort. Erst in den engen Gassen von Stari Grad, der Altstadt, die wenig später in etwas breitere Straßen münden. Brücke und Altstadt zusammen sind übrigens UNESCO Weltkulturerbe. Es gibt einen Tradi an der Karađozbeg-Moschee, der Rest müssen wir uns ohne Caches anschauen. Man merkt, dass man im moslemischen Teil der Stadt ist. Neben einigen Moscheen befinden sich auch das türkische Generalkonsulat und die Botschaft von Saudi-Arabien in unmittelbarer Nähe.

Über eine kleine Fußgängerbrücke laufen wir wieder in den Westteil Mostars, biegen falsch ab und haben so die Möglichkeit, mehr zu sehen, als wir ursprünglich wollen. Das macht aber überhaupt nichts, denn wir haben Zeit und nur einige wenige Orte, die wir besuchen wollen.

Wir gehen eine etwas breitere Straße entlang, bei der mir erst im Nachhinein bewusst wird, wie sogar die Benennung von Straßen eine deutliche Aussage machen kann: Diese Straße heißt Bulevar Hrvatskih branitelja („Boulevard der kroatischen Veteranen“), was aber wohl nicht bei allen Einwohnern gut ankam, denn sie hieß einmal Bulevar Narodne Revolucije („Boulevard der Volksrevolution“). Quasi die Pendants im östlichen Teil sind übrigens nach Josip Broz Tito und einer Partisaneneinheit aus dem Zweiten Weltkrieg benannt. Über Politik wollen wir uns aber keine Gedanken machen und schon gar nicht darüber diskutieren, denn das Thema ist gerade in Bosnien kein einfaches.

Schon von Weitem sieht man das markante gelbe Gebäude des Gymnasium Mostar am Spanischen Platz, der je nach Sprache Španjolski trg oder Spanski trg heißt. Unser Ziel ist einige Meter weiter ein mit Graffiti übersäter Rohbau. Was einmal eine Bank hätte werden sollen, erlangte während des Kriegs als „Sniper Tower“ traurige Berühmtheit. Einen Aufstieg zum Dach schenken wir uns, obwohl es mich schon gereizt hätte.

Direkt nebenan befindet sich der Park Zrinjevac, der aktuell neben einem großen Kinderspielplatz aktuell auch eine kleine Eisbahn beherbergt. Wir sind allerdings hier, weil es einen Cache in der Nähe eines kuriosen Denkmals zu finden gibt. Versteckt zwischen weihnachtlich geschmückten Bäumen und großen Christbaumkugeln steht eine lebensgroße Statue von Bruce Lee. Verwirrt? Verständlich! Als es um die Errichtung eines Denkmals ging, wurde Bruce Lee vorgeschlagen, „weil sich alle mit ihm identifizieren können“, egal, ob Bosniaken, Kroaten oder Serben.

Das war dann auch der letzte Cache, bevor es zum Abendessen geht. Unser erster Versuch hat leider geschlossen und so landen wir in der Konoba Taurus direkt an der Kriva Ćuprija („Krumme Brücke“), die angeblich Vorbild für Stari Most war. Diese besuchen wir nach einem ordentlichen Essen noch einmal, denn erstens wollen wir noch ein paar Fotos bei Dunkelheit machen und zweitens fehlt uns noch ein allerletzter Cache.

Kriegsspuren und Ruinen in Mostar

Obwohl der Krieg bald 30 Jahre her ist, wird man zumindest in Bosnien-Herzegowina permanent mit seinen Folgen konfrontiert. Politisch sowieso, aber vor allem im Stadtbild. Mostar war quasi durch den Fluss Neretva zwischen Kroaten (Westteil) und Bosniaken (Ostteil) geteilt. Das sieht man heute noch an den Türmen von Kirchen und Moscheen, auch wenn der Bruch wohl nicht mehr so krass ist wie damals.

Die Stadt wurde während des Bosnienkriegs zweimal (April bis Juni 1992 und Juni 1993 bis April 1994) belagert. Das hat natürlich Spuren hinterlassen, die man außerhalb der Altstadt noch immer deutlich sieht. In Mostar kann man auch heute noch nur schwer durch die Stadt laufen, ohne zumindest Einschusslöcher in einer Häuserwand zu entdecken.

Impressionen Tag 2

Tag 3 Mostar (BiH) – Herceg Novi (MNE)

Wir starten den Tag mit einem guten Frühstück, bevor es auf einen der Berge östlich von Mostar geht. Hier liegt der letzte von uns noch ungefundene Cache. Mit diesem Satz hätte dieser Absatz eigentlich anfangen sollen. Wenn da nicht Corona gewesen wäre. Lange Rede, kurzer Sinn: Montenegro hat in den letzten zwei Tagen die Einreisevoraussetzungen von „Personalausweis reicht“ in „neben deinem Ausweis benötigst du noch eine vollständige Impfung und als Bonus einen negativen Test“ geändert! Uff. In Deutschland kann man sich an jeder Ecke testen lassen, in Mostar ist das augenscheinlich nicht wirklich der Fall.

Wir beraten uns, googlen und beschließen dann, erstmal cachen zu gehen. Unser weiterer Weg führt uns sowieso in die Nähe des Flughafens, wo es ein Testzentrum geben soll. Die Fahrt auf den Berg zum Cache ist lohnenswert, weil wir wieder eine absolut tolle Aussicht auf Mostar und das Umland genießen dürfen.

Am Flughafen angekommen, stehen da wirklich einige Container, in denen man sich testen lassen kann. Entgegen den angegebenen Öffnungszeiten sind sie aber leider geschlossen. Was jetzt? Ich mutmaße, dass es an der Grenze sicher eine Testmöglichkeit geben, aber wir wollen beide nicht den ganzen Tag im Hinterkopf haben, dass das auch nicht der Fall sein kann. Ein Mann gibt uns den Tipp, in die Stadt zu fahren, über die zweite Brücke und dann weiter, links, rechts, irgendwo da würden wir fündig werden.

Natürlich haben wir irgendwann gar nicht mehr durchgeblickt und fahren zu einem Medizinischen Versorgungszentrum, das wir gestern gesehen haben. Dort sind wir richtig, aber das Testzentrum schließt 2 Minuten später. Netterweise würde man uns noch testen, bezahlen müssen wir allerdings in bar und in Mark. Was haben wir nicht mehr? Genau, genügend Bargeld. 10 Minuten würde man noch warten, danach würde man schließen.

Ich spreche einen Passanten auf dem Parkplatz an, ob er mir Euro in Mark tauschen kann (was ja bei dem festen Kurs kein Problem darstellen sollte) und ernte nur ein „Go to a grocery store“. Die Krankenschwester kann auch nicht wechseln, zeigt mir aber auf Google Maps eine Privatklinik. Mark, Euro, alle Arten von Kreditkarten? Kein Problem. Der Test kostet 25 Mark, ist schnell erledigt und lässt uns wesentlich entspannter sein.

Etwa 30 Minuten sollte es dauern, bis wir das Ergebnis per Email bekommen. Also fahren wir wieder in Richtung Flughafen und schauen uns eine Flugzeugkaverne samt zugehörigen Cache an. Kurz bevor wir in die Unterwelt abtauchen bekommen wir die erlösende Email und haben keinerlei Bedenken mehr, Probleme bei der Einreise nach Montenegro bekommen zu können.

An der nächsten Touristenattraktion halten wir nur kurz für ein paar Fotos und einen Earthcache an: Vrelo Bune ist die Quelle der Buna, eines Nebenflusses der Neretva. Neben der Quelle zieht dort vor allem das Derwischkloster Besucher aus aller Welt an. Uns allerdings nicht. Man sieht, dass hier in der Saison ziemlich viel Betrieb sein muss.

Wir setzen den Weg Richtung Südosten fort. Durch den Test haben wir zwar Zeit verloren, sind aber noch relativ gut im Plan und müssen uns nicht beeilen. Einer der Gründe dafür ist, dass wir ab Vrelo Bune nur noch 6 Caches (4 Tradis und 2 Earthcaches) und ohne Umwege etwa 150 Kilometer vor uns haben. Aber jeder Cacher weiß, dass es nicht ohne Umwege ablaufen kann. Erstrecht nicht, wenn es nur so wenige Caches gibt und quasi jeder abseits der Hauptstraße liegt.

Kurz hinter Stolac überqueren wir die Grenze zur Republika Srpska und besuchen damit die zweite Entität innerhalb des Staates Bosnien und Herzegowina. Größter Unterschied für uns als Touristen ist, dass die Bezeichnungen auf den Straßenschildern schlagartig auf kyrillisches Alphabet wechseln. Oft, aber nicht immer, steht der Name des Ziels auch in lateinischen Buchstaben darunter.

Am zweiten Earthcache an der Vjetrenica-Höhle fahren wir die „Straße“ einfach weiter, denn das Tomtom ist der Meinung, dass wir so direkt zum nächsten Cache kommen. Der geschotterte Weg ist die ehemalige Trasse der Dalmatinerbahn, was auch den Cache an einem alten Signal erklärt.

Die Bahn fuhr einst nach Trebinje, die nächste Stadt, bevor sie 1931 verlängert und 1976 aufgegeben wurde. Passenderweise gibt es dort auch eine alte Lok, die vor dem ehemaligen Bahnhof steht und einen Cache beherbergt. Ein kurzer Abstecher auf einen Berg mit dem Kloster Hercegovacka Gracanica mit dem dazugehörigen Cache und das Thema Geocaching in Bosnien-Herzegowina ist erstmal beendet.

Etwa eine halbe Stunde später stehen wir an der Grenze zu Crna Gora, besser bekannt als Montenegro. Entgegen meiner Vermutung stehen hier keine Container mit Testmöglichkeiten. Es war also gut, dass wir uns in Mostar um das Thema gekümmert haben. Auch wenn – wie eigentlich erwartet – sich der Grenzer nicht mal unsere Impfpässe anschaut und wir nach kurzer Prüfung der Ausweise (netterweise mit Stempel!) einreisen dürfen.

Flagge Montenegro

Montenegro (Црна Гора/Crna Gora) ist eine Republik an der südöstlichen Adriaküste in Südosteuropa. Das montenegrinische Staatsgebiet grenzt im Südwesten an Kroatien, im Nordwesten an Bosnien und Herzegowina und im Nordosten an Serbien, im Südosten an den Kosovo und im Süden an Albanien. Seit 2006 ist Montenegro unabhängig, zuvor hatte es seit 1920 zu Jugoslawien gehört. Der Balkanstaat ist mit etwa 622000 Einwohnern und einer Fläche von 13812 Quadratkilometern einer der kleineren Staaten Europas.

Bis zum ersten Cache wird es noch einmal etwa 15 Minuten dauern. Auch wenn die Streetview-Aufnahmen eine andere Sprache sprechen: Es gibt hier einen großen Parkplatz mit Ausblick auf die Adria. Nachdem es ein paar Logs gegeben hatte, die eine Baustelle erwähnten, habe ich vorab den Owner kontaktiert. Alles gut, der Cache ist nicht unten an der Straße, sondern oberhalb auf einem Felsen.

Vor Ort ist es dann gar nicht so einfach, den richtigen Eingang in und den richtigen Weg durch die Vegetation auf den Felsen zu finden. Irgendwann passen dann aber die Spoilerbilder zur Umgebung und ich grenze die Suche ein. Nachdem einige Blätter bewegt worden sind, finde ich den Riesenpetling, der mir ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Länderpunkt Montenegro!

Der Rest des Tages ist schnell erklärt: Wir fahren weiter nach Herceg Novi, checken in unsere Ferienwohnungen direkt an der Strandpromenade ein, kaufen kurz etwas ein und überlegen, wo wir zu Abend essen sollen. Aufgrund einer Inzidenz von 2500 und quasi keinen Maßnahmen entschließen uns, etwas mitzunehmen. Eine schnelle Recherche bringt uns ins Restaurant Pic Nic, nach kurzer Wartezeit verspeisen wir Cevapi im Fladenbrot und Pizza bei angenehmen Temperaturen im Garten vor unseren Wohnungen unter Palmen. Und das im Januar!

Impressionen Tag 3

Tag 4 Herceg Novi (MNE) – Kotor (MNE) – Dubrovnik (HR)

Der Winter verschiebt alles etwas: Weil es früh dunkel wird, starten wir früh, sind früh in der jeweiligen Unterkunft und dementsprechend am nächsten Morgen auch einigermaßen früh fit. Bereits um 7:30 starten deshalb wir nach einem kurzen Blick auf die Adria den heutigen Tag. Zum Frühstück (und Mittagessen) holen wir uns bei einem Bäcker extrem leckere Burek, dann beginnen wir die Tour rund um die Bucht von Kotor.

Flagge Montenegro

Herceg Novi ist eine Stadt im Westen Montenegros, in der gleichnamigen Gemeinde mit etwa 12700 Einwohnern. Der Ort liegt an der Adria am Eingang der Bucht von Kotor und ist vor allem für den Tourismus bedeutend.

Kotor ist eine alte mediterrane Handels- und Hafenstadt und überregionales Kulturzentrum am südöstlichen Ende der Bucht von Kotor. Der Ort ist berühmt für seine von einer eindrucksvollen 4,5 km langen Stadtmauer umgebene mittelalterliche Altstadt.

Die Bucht von Kotor ist eine fast 30 km lange, von hohen und sehr steilen Bergflanken gesäumte, stark gewundene fjordartige Bucht der südöstlichen dalmatinisch-montenegrinischen Adriaküste. Die Bucht besteht aus vier durch Engstrecken miteinander verbundene Einzelbecken. Die inneren Buchten von Risan und Kotor gehören zum UNESCO-Welterbe.

Ursprünglich wollten wir direkt nach Dubrovnik fahren, aber da die Fahrt nur etwa eine Stunde dauert, haben wir schon während der Planung beschlossen, uns die Bucht noch anzuschauen und ein paar Dosen zu suchen. Ich fühle mich hier fast wie Zuhause, lauter Autos mit Heilbronner Kennzeichen (HN) 🙂

Um dem Titel dieses Berichts gerecht zu werden, geht es natürlich wieder einmal nach oben. Den Multi habe ich schon daheim gelöst, das Problem ist hier aber weniger, wo die Dose liegt, sondern, wie man da hinkommt. Natürlich wählen wir den schwereren Weg. Am Final angekommen erlebe ich etwas, was mich direkt an Deutschland erinnert: Ich habe keinen Handyempfang. Blöderweise hat Cachly das Spoilerbild des Caches nicht abgespeichert und Versteckmöglichkeiten gibt es hier oben hunderte. In der Ruine einer ehemaligen k.u.k. Befestigung einen Petling zu finden, ist ein Ding der Unmöglichkeit. So warte ich, verzweifle fast, dann springt mein Handy von Edge auf 3G um, das Foto lädt und ich stehe etwa 30 Zentimeter neben dem Cache…

Der Abstieg zurück zum Auto ist eher ein Spaziergang, denn wenn man den Berg an der richtigen Stelle nach oben geht, findet man Reste einer österreichischen Militärstraße. Egal, die Aussicht hier oben lässt mich die Anstrengungen beim Aufstieg vergessen.

Um wieder auf Meereshöhe zu kommen, gibt es eine einspurige Straße, die in Serpentinen nach Risan führt. Die Alternative würde wesentlich länger dauern, also riskieren wir die Abfahrt. Diese ist wirklich kein Problem und nach etwa 20 Minuten erreichen wir die ersten Häuser. Kurz darauf fahren wir am Wasser entlang in Richtung Kotor.

Einer der Gründe, wieso wir nach Kotor wollen und der Hauptgrund, wieso wir dort Serpentinen bergauf laufen wollen, ist ein bisher ungefundener Virtual. Wir parken im Ort und begeben uns auf eine Wanderung mit einigen Höhenmetern. Nach und nach kommen wir dem Ziel näher. Als wir an den Koordinaten angekommen sind und das obligatorische Foto geschossen haben, entschließen wir uns, noch weiter nach oben zu gehen. Im Endeffekt hat dieser Virtual erreicht, was er erreichen sollte: Wir sind da hoch, wir haben die gigantische Aussicht auf die Bucht genießen können, ach und den FTF haben wir auch noch 🙂 Einen Tradi an einer alten Kapelle finden wir, von oben in die Festung kommen wir leider nicht. Also geht es wieder bergab, wo wir uns noch die Altstadt von Kotor anschauen, bevor wir wieder zurück zum Auto laufen.

Jetzt wird es langsam Zeit für uns, nach Dubrovnik zu fahren. Wir suchen noch eine fast schon obligatorische Bennies-Box und nehmen die Fähre in Lepetane, um wieder auf die richtige Seite der Bucht zu kommen.

Ab und zu liegt ein Tradi auf unserer Route und wir halten an. Die Einreise nach Kroatien verläuft problemlos. In Kupari, kurz vor Dubrovnik, gibt es dann noch einmal etwas mehr als nur eine Leitplankendose. Hier stehen mehrere Hotels, die seit dem Krieg zerstört und verlassen sind. Es würde sich lohnen, sie alle einmal genauer anzuschauen, für heute muss allerdings das älteste und einzige mit einem Cache ausreichen.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt: Eigentlich wollen wir direkt in unsere Ferienwohnung einchecken. Da wir aber noch massig Zeit bis zur vereinbarten Schlüsselübergabe haben, entschließen wir uns, auf Dubrovniks Hausberg Srd zu fahren. Ursprünglich wollten wir den FTF bei dem neuen Virtual erst morgen früh versuchen. Aber es ist hell genug, trocken und die Aussicht auf zwei FTFs an einem Tag, bei Virtuals, in zwei verschiedenen Ländern, macht uns die Entscheidung leicht. Es hat geklappt! Die Aussicht hier oben bei Dämmerung auf die Altstadt Dubrovniks und die Adria ist wirklich sehr schön. Das hätte sich auch ohne Cache gelohnt.

Um den FTF gebührend zu feiern, gehen wir noch kurz in einen Supermarkt, kaufen Cevapi und Bier, checken in die Ferienwohnung ein und entspannen den Rest des Abends.

Impressionen Tag 4


Wir waren zwar nur etwa eine Woche unterwegs, aufgrund der der Menge an Eindrücken, habe ich mich aber dazu entschlossen, diesen Bericht auf zwei Beiträge aufzuteilen. Weiter gehts mit Teil zwei.

Ich hoffe, dir hat mein Reisebericht gefallen. Falls du Fragen hast, ab damit in die Kommentare!

Schopska-Salat und Rakija – Geocaching auf dem südlichen Balkan – Teil 2

Wir waren zwar nur etwas über eine Woche unterwegs, aufgrund der der Menge an Eindrücken, habe ich mich aber dazu entschlossen, diesen Bericht auf zwei Beiträge aufzuteilen. Hier gehts zu Teil eins.

Tag 6 – Ohridsee – Štip – Gevgelija

Auch heute haben wir es morgens nicht eilig und stärken uns erstmal zum Frühstück mit Omelette und Früchten für den Tag. Zwar fahren wir quasi durch das halbe Land, aber wir haben den ganzen Tag Zeit. Auch, weil man die Anzahl der eingeplanten Caches an zwei Händen abzählen kann. Wir fahren bis nach Bitola, wo wir den ersten Cache, einen Multi, angehen.

Heute ist mal wieder so ein „Eigentlich“-Tag, wie ihn die meisten Cacher sicherlich gut kennen dürften. Eigentlich haben wir nur etwa 245 Kilometer vor uns, wenn wir vom Ohridsee über Bitola und Prilep nach Gradsko fahren und von dort weiter die Autobahn nach Gevgelija nehmen. Dann wären wir aber schon mittags dort. Außerdem stoßen wir, wie eingangs schon erwähnt, auf einen sehr guten Grund, einen Umweg zu fahren: Wir haben Funde in allen Regionen Mazedoniens, außer in der Region Osten bzw. Istočen.

Der nächste Cache liegt in Štip, einer Stadt mit etwa 43000 Einwohnern. Dieser ist nur etwa 30 Kilometer entfernt versteckt. Aber eben Luftlinie. Auf der Straße weitet sich das Ganze auf fast 130 Kilometer aus. Nun liegt es uns wie gesagt absolut fern, auf dieser Reise irgendwelche Landkreise oder Regionen einzufärben. Aber wenn sieben Regionen sowieso auf dem Weg liegen, dann kann man auch die achte besuchen. Vor allem, wenn man weiß, dass es am Ziel, in Gevgelija, nur zwei Tradis gibt.

Flagge Mazedonien

Štip ist eine Stadt im Osten Nordmazedoniens und Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde. Die Stadt ist Zentrum der Textilindustrie im Land und wichtiger Stützpunkt der Streitkräfte Nordmazedoniens. Die bekannte Hügelfestung Isar ragt im Westen der Altstadt auf 360 Meter über dem Meer empor und liegt an der Mündung der Otinja in die Bregalnica.

Gevgelija ist eine Stadt mit etwa 15000 Einwohnern in der Region Bojmija im Südosten Nordmazedoniens und Hauptort der gleichnamigen Opština. Sie liegt etwa 2 Kilometer vor der Grenze zu Griechenland, der Grenzübergang heißt Bogorodica/Evzoni.

Also auf nach Štip! Die Stadt ist schnell erreicht, aber wir wollen nach oben. Die Hügelfestung Isar (wie der Fluss, nur wesentlich trockener…) erhebt sich über der Stadt und verspricht drei Caches. Wir haben zwar die Mittagshitze umgangen und sind erst gegen 15 Uhr auf dem Berg, der Besuch ist trotzdem ziemlich schweißtreibend, wird aber mit sehr schönen Ausblicken belohnt.

Unterbrochen von nur einem oder zwei kurzen Abstechern zur Dosensuche fahren wir den Rest der Strecke von Štip bis kurz vor unserem Tagesziel Gevgelija. Dass wir kurz vorher anhalten hat einen Grund, der – natürlich – primär mit Geocaching zu tun hat. Auf einem Hügel (schon wieder…) steht ein Spomenik. Und damit das nicht so alleine in der Hitze – das Thermometer zeigt inzwischen über 38° im Schatten. Nur: Schatten gibts hier oben nicht… – steht, wurde dort ein Multi versteckt.

Weil wir uns Zeit gelassen haben, den klitzekleinen Umweg über Štip gefahren sind und lange in der Gluthitze versucht haben, den Multi zu finden, checken wir erst gegen 18:30 Uhr in unserem Hotel ein. Das Hotel heißt „Paint it black“, ja, wie das Lied, und der Name ist absolut Programm. Bereits der Boden (!) des Parkplatzes ist schwarz gestrichen und die Farbe zieht sich durchs ganze Hotel bis hin zu einem sehr leckeren Hauscocktail. Wir lassen den Abend bei tollem Essen ausklingen. Morgen geht es weiter nach Griechenland und wieder zurück nach Sofia.

Tag 7 – Gevgelija – Griechenland – Sofia

Die Fahrt durch den Norden Griechenlands war eher Mittel zum Zweck. Zum einen fehlte uns beiden cachetechnisch das Land. Zum anderen war die Route von Gevgelija nach Sofia über Griechenland nur etwa 15 Minuten länger als durch Mazedonien. Und die Cachedichte ist minimal höher.

Flagge Griechenland

Griechenland ist ein Staat in Südosteuropa und ein Mittelmeeranrainerstaat. Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien und die Türkei. Griechenland ist eine parlamentarische Republik mit präsidialen Elementen; die Exekutive liegt bei der Regierung, zum kleineren Teil auch beim Staatspräsidenten. Die Hauptstadt des Landes ist Athen.

Nachdem wir die beiden Tradis in Gevgelija abgehakt haben, fahren wir die kurze Strecke zum Grenzübergang. Gut vorbereitet zeigen wir unser PLF (Passenger Locator Form, Einreiseformular), beantworten die Fragen des Beamten und schon dürfen wir weiter. Vorbei an einer Schlange von Menschen, die scheinbar noch einen Covid-Test vorzeigen müssen. Mit etwa 20 Minuten Wartezeit ist damit auch unser längster Grenzübertritt erledigt und wir sind in Griechenland.

Wir fahren eine Weile übers Land und die Straßen kommen uns plötzlich viel besser vor als noch in Mazedonien. Vielleicht bilden wir uns das nur ein, vielleicht ist es wirklich so, wer weiß. Der erste Cache wird angesteuert, ein alter Bahnhof bei Kalindria. Sehr schön ist, dass es ein Lost Place ist, den ich gerne etwas näher anschauen würde. Weniger gut ist, dass drumherum gerade Baumschneidearbeiten stattfinden und wir misstrauisch beäugt werden. Also machen wir erst einmal Pause, bis wir kurze Zeit später den Bahnhof ganz für uns haben.

Nachdem das Gebäude angeschaut wurde, wage ich mich zum Cache. Unverständlich, warum dieser am zweiten Bahnsteig zwischen den Gleisen liegt und nicht am Gebäude. Trotzdem wird er problemlos gefunden und wir können wieder zurück ins klimatisierte Auto. Länderpunkt Griechenland! Somit kann ich Griechenland endlich von der Liste der „Länder, in denen ich schon war, aber noch keine Caches gefunden habe“ streichen.

Da unser ursprünglicher Plan war, über den Grenzübergang Dojran nach Griechenland einzureisen, besuchen wir noch zwei Caches in dessen Nähe. Beide liegen auf einem Hügel. Der erste an einem Denkmal der britischen Armee, die hier im Ersten Weltkrieg an der Salonikifront gegen die Mittelmächte kämpfte. Der zweite Cache liegt an einem Soldatenfriedhof der griechischen Armee zur Schlacht von Doiran 1913 im Zweiten Balkankrieg. Wir setzen unsere Fahrt Richtung Osten fort, halten für eine Handvoll Caches an und sind bald wieder in Bulgarien und auf dem Weg nach Sofia. Dort geht es kurz in einen Supermarkt und dann direkt in unser Hotel am Flughafen.

Im Hotel das übliche Spiel: Einchecken, frisch machen, überlegen, wo man etwas essen gehen kann. Letzteres fällt allerdings flach, zumindest was die Auswahl angeht: Die Drei-Meere-Initiative hält ihr jährliches Gipfeltreffen just ab heute in Sofia ab. Und da müssen natürlich wichtige Persönlichkeiten vom Flughafen abgeholt werden. Damit diese auch wirklich sicher sind, wird an jeder Einfahrt, an jeder Kreuzung und gefühlt an jedem Strauch im Umkreis ein Polizist postiert. Fahren ist nicht erlaubt. Das wäre für uns kein Problem, denn wir könnten zu einem Restaurant laufen. Dürfen wir aber auch nicht. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als im Hotel zu essen, was zwar für Bulgarien doch relativ teuer ist, aber die einzige Alternative ist und auch wirklich schmeckt.

Tag 8 – Sofia

Der letzte komplette Tag der Reise gehört ganz der bulgarischen Hauptstadt. Ursprünglich wollen wir mit den Öffentlichen in die Innenstadt. Die Metrostation am Flughafen ist aber ein ganzes Stück von unserem Hotel entfernt und mit dem Bus dauert die Fahrt fast eine Dreiviertelstunde. So entschließen wir uns, mit dem Auto zu fahren und es im Parkhaus am Wassil-Lewski-Nationalstadion abzustellen.

Von dort aus können wir uns erst einmal im Park Borissowa gradina umschauen, in dem sich neben dem Nationalstadion auch das Balgarska-Armija-Stadion von ZSKA Sofia und das Partisanendenkmal befinden. Wir sind gut vorbereitet und sehen einige Ecken des Parks bei der Suche nach Caches.

Wir laufen weiter nach Norden, über die Adlerbrücke, vorbei am Denkmal der Sowjetischen Armee, als sich eine Besonderheit von Sofia zeigt: Die Straßen rund um die bulgarische Nationalversammlung bestehen aus gelben Pflastersteinen. Warum und woraus die Steine bestehen, darüber klärt ein Earthcache auf.

Die Farbe des Bodens wechselt wieder und wir stehen direkt vor der berühmten Alexander-Newski-Kathedrale, einem der Wahrzeichen Sofias. Wir lösen einen etwas aufwendigeren Virtual, der uns „zwingt“, einmal um die Kathedrale zu laufen.

Der andere Virtual Sofia City Center – VR besteht aus zwei Wegpunkten. Am ersten, dem Nationaltheater, schießen wir schnell ein paar Selfies. Da die Aufgabe am zweiten Wegpunkt, nur zu jeder vollen Stunde möglich ist, beeilen wir uns etwas und stehen wenig später vor dem Präsidentenpalast. Der Wachwechsel beginnt pünktlich, wir können einen Haken an den Virtual machen und beschließen, noch ein paar Caches weiter nördlich zu suchen.

Quasi zum Abschluss unseres Stadtrundgangs besuchen wir noch drei Caches, die eine Seltenheit in Sofia darstellen: Sowohl I ❤️ Sofia, als auch Giocase Hybrid & Hotel und Bulgaria Gold TB Hotel sind größere Dosen und allesamt auch wirklich da! Was sich für einen deutschen Cacher normal anhört, ist in Sofia nicht alltäglich. Die lokale Community hat bereits seit 2016 (!) massive Probleme mit einem „Anti-Cacher“, der scheinbar eine große Ausdauer hat und konstant Caches klaut oder zerstört. Diese drei Caches liegen in Geschäften bzw. Cafes und sind deshalb relativ sicher.

Auf dem Rückweg zum Auto stehen wir an der Ampel gegenüber des Lewski-Stadions und unterhalten uns über Fußball. Die Erinnerungen an bulgarische Spieler sind mal gut (Krassimir Balakow beim VfB Stuttgart oder Hristo Stoichkov) und mal weniger gut (Jordan Letschkow bei der WM 1994). Neben uns steht ein Mann mit seinem kleinen Sohn, der scheinbar ein paar der Namen versteht und schon entsteht ein sehr interessantes Gespräch über Fußball im Allgemeinen und Fußball in Bulgarien im Besonderen. Wir erfahren auf wenigen Metern Wegstrecke einiges über die Mannschaften, die hier ihre Spiele austragen, bevor wir uns verabschieden und zum Hotel zurückfahren.

Nach etwas Ausruhen fahren wir zurück in die Stadt, denn da wir beide geschichtlich sehr interessiert sind, bietet es sich an, ein Museum zu besuchen. Das Bulgarische Nationale Militärgeschichtliche Museum hat ein relativ großes Außengelände, auf dem neben Artillerie, Flugzeugen, Panzern und sonstigen Fahrzeugen des Warschauer Paktes auch Exponate aus Ersten und Zweiten Weltkrieg stehen. Beispielsweise sehen wir einen Panzer IV Ausf. J und ein Sturmgeschütz III Ausf. G, die in Diensten der bulgarischen Armee standen und vom verbündeten Deutschen Reich geliefert wurden.

Die Ausstellung des Museums im Gebäude ist etwas ungewohnt. So bekommen wir jeder ganze vier Eintrittskarten. Wieso das so ist, merken wir schnell. In jedem (!) der vier Stockwerke wird eine andere Karte kontrolliert und uns erst dann Zugang gewährt. Natürlich auch jeweils von einer anderen Kontrolleurin. Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auf Bulgarisch… Die Ausstellung an sich ist sehr interessant und zeigt eine große Bandbreite an Uniformen, Waffen und Orden.

Wir verbringen etwa 1,5 Stunden im Museum, dann wird es so langsam Zeit für das letzte Abendessen der Reise. Allerdings haben wir keine Lew mehr und wollen natürlich lokal essen. Was auf dieser Reise eigentlich nie ein Problem war, nämlich mit Kreditkarte zu zahlen, ist bei kleinen Restaurants nicht so ganz einfach. Zwei Google-Empfehlungen fahren wir an, beide nehmen nur Bargeld.

Die dritte, „Das tapfere Schneiderlein“, entpuppt sich als Gartenlokal mitten in einem Wohngebiet. Die Karte stellt uns dann vor eine etwas größere Herausforderung, denn sie ist natürlich nur in Kyrillisch und Google Translate kommt an seine Grenzen. Wir wissen aber zumindest grob, was wir bestellt haben und das, was wenig später auf unserem Tisch steht, schmeckt.

Tag 9 – Rückflug

Der Tag ist schnell erzählt und unspektakulär. Wir checken aus dem Hotel aus, suchen noch ein paar Dosen, dann fahren wir zum Flughafen und geben den Mietwagen zurück. Bevor wir durch die Sicherheitskontrolle gehen, bietet sich noch ein kleiner Spaziergang durch den Airport Park an.

Schopska-Salat? Rakija?

Schopska-Salat oder Šopska Salat ist ein traditioneller Salat der Balkanküche, der in Bulgarien, Mazedonien und Serbien, sowie teilweise auch in weiteren Ländern des Balkans, verbreitet ist. Er besteht aus Gurken, Tomaten, gelegentlich Paprika, Zwiebeln, Petersilie, Salz, Zitronensaft oder Essig, Öl und „Sirene“-Schafskäse, der über den Salat gerieben wird. Wo er genau erfunden wurde, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, allerdings wurden die Zutaten angeblich ausgewählt, weil sie den drei Farben der bulgarischen Flagge (weiß-grün-rot) ähneln. Wir haben den Salat fast täglich als Vorspeise gegessen.

Rakija oder Rakia, ist ein Obstbrand, der durch Destillation vergorener Früchte hergestellt wird. Er ist ein beliebtes Getränk in den Ländern der Balkanhalbinsel und hat normalerweise einen Alkoholgehalt von 40%. Außer, er ist selbst gebrannt, dann können es auch mal 60 oder 70% sein. In Deutschland kennt man vor allem den Sliwowitz aus Pflaumen, Rakija kann aber aus allen möglichen Früchten hergestellt werden. Mein Urlaubsmitbringsel wurde zum Beispiel aus Trauben destilliert. Rakija gilt als das Nationalgetränk einiger südslawischer Völker.

Caches

Die Cachequalität ist unterirdisch und doch gut. Wie das geht? Nun, viele Caches sind weg oder schlecht bis gar nicht gewartet. Auf der anderen Seite wird einem eigentlich immer etwas Besonderes gezeigt. Einen Cache, der „da liegt, weil da noch Platz war“ haben wir eigentlich sehr selten gefunden.

Cacher, die sämtliche Regeln buchstabengemäß einhalten, müssen jetzt stark sein. Wie in vielen Ländern, in denen Geocaching nicht so verbreitet ist, wie in Deutschland, leben die Caches dort auch von Fremdwartung. Was ich in Deutschland nie (bzw. maximal in Absprache mit dem Owner) tun würde, sorgt in allen vier Ländern dafür, dass es das Thema Geocaching dort überhaupt (noch) gibt. Es kann also nicht schaden, ein paar Petlinge und Logbücher mit in den Koffer zu packen.

Tipps (Sprache, Geld, Verkehr etc.)

Wir sind eigentlich überall mit Englisch, manchmal sogar mit Deutsch durchgekommen. Ansonsten muss man eben auch mal Hände und Füße verwenden.

Zu beachten wäre, dass sowohl in Bulgarien, als auch in Mazedonien das kyrillische Alphabet verwendet wird. Normalerweise stehen bspw. Ortsnamen auch in lateinischen Buchstaben auf Straßenschildern. Das ist allerdings nicht immer so. Mir persönlich fällt das Lesen von kyrillischen Wörtern nicht schwer, solange ich mir das Wort zusammenreimen kann.

Wir haben sowohl in Bulgarien als auch in Mazedonien Geld am Automaten gezogen, allerdings wären wir wohl auch bargeldlos klargekommen, wenn auch an manchen Stellen etwas schwieriger. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert.

Ich habe seit einigen Jahren eine Mastercard von Revolut, in der ich ein Konto in der Landeswährung anlegen kann. Vor (und zur Not auch während) jeder Reise wechsle ich einen Betrag um und kann im jeweiligen Land wie „daheim“ bezahlen. Ich muss keine Kurse beachten und brauche auch keine Angst haben, in irgendwelchen Wechselstuben abgezockt zu werden. Für bulgarischen Lew ging das, für mazedonische Denar nicht. Das machte aber nichts, da die Karte den Betrag 1:1 zum Interbankenkurs und ohne zusätzliche Gebühren umgewechselt hat.

Tipp: Wenn du gefragt wirst, ob du in der lokalen Währung oder in Euro zahlen willst, unbedingt immer die lokale Währung auswählen! Anderenfalls werden gerne mal Wechselkurse zu deinen Ungunsten verwendet.

Die Autobahnmaut in Bulgarien war im Mietwagen schon drin, die Vignette klebte an der Windschutzscheibe. Normalerweise kostet sie zwischen umgerechnet 5 Euro für ein Wochenende und 50 Euro für ein Jahr. In Mazedonien gibt es wie bspw. in Frankreich ein streckenabhängiges Mautsystem und ist relativ günstig. Bezahlt werden kann mit mazedonischem Denar (MKD) oder in Euro, wobei man diesen Komfort bezahlen muss, da großzügig aufgerundet wird. Eine Strecke kostet umgerechnet etwa zwischen 65 Cent und 1,50 Euro. Man kann angeblich auch mit Karte bezahlen, ich erinnere mich aber nicht, dass das auch möglich gewesen wäre. In Griechenland sind wir auf keiner mautpflichtigen Straße gefahren.

Der Verkehr an sich unterscheidet nicht großartig von anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks oder Südeuropas. Es wird gerne mal in Kolonnen überholt, wenn man gerade dabei ist, auch mehrere Autos. Was ich erwartet habe, nämlich wildes Gehupe, kam eigentlich gar nicht vor. Alles in allem nicht anders als in Polen oder Italien. Die Straßen sind allerdings nicht immer asphaltiert und wenn sie asphaltiert wurden, dann nicht immer in den letzten 5 Jahren. Oder 20 Jahren. Sprich: Auch die beste jugoslawische Straßenqualität lässt irgendwann nach und man muss mit Schlaglöchern rechnen.

Einschränkungen durch Corona

Man darf natürlich nicht vergessen, dass wir trotz niedriger Inzidenzen immer noch während einer Pandemie unterwegs waren. Allerdings waren die Besonderheiten und Einschränkungen selten gravierend. Klar, auf dem Flughafen und im Flugzeug musste eine Maske getragen werden. Wie aus Deutschland gewohnt gab es eine Maskenpflicht in Geschäften und in öffentlichen Bereichen der Hotels. In Restaurants saßen wir meist an der frischen Luft, da war eine Maske sowieso kein Thema.

Bei der Abreise aus Deutschland und der Einreise in Bulgarien wurde das Datum der zweiten Impfung gecheckt, das war’s. Bei den Grenzübertritten nach Mazedonien und Albanien wurde die Impfung nicht genauer überprüft, allerdings haben wir dem Zöllner immer Pass und Impfpass zusammen gegeben. Evtl. wurde da reingeschaut, explizit gefragt wurde nicht.

Einzig die Einreise nach Griechenland war etwas aufwendiger. Man musste vorab auf der Website der griechischen Regierung ein Formular („Passenger Locator Form“, PLF) ausfüllen und hat dann um Mitternacht des Einreisetages eine Email mit QR-Code bekommen. Diesen musste man an der Grenze vorzeigen. Gescannt wurde er bei uns zwar nicht, aber gut. Auch waren nur manche Grenzübergänge geöffnet. Trotzdem ging die Einreise innerhalb von 20 Minuten über die Bühne.

Fazit

Was war noch gleich mit Spanien? Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich wirklich froh darüber bin, dass wir umplanen mussten. Die Chance, dass ich sonst irgendwann in nächster Zeit mal nach Mazedonien oder Albanien gekommen wäre, war relativ gering. Zumindest geringer als bei der Iberischen Halbinsel. Spanien und Portugal gehören ja eher zu den Ländern, in die man einfach einen Flug bucht und grob weiß, was einen erwarten wird.

Diese Reise hat sich zu keiner Zeit wie ein Ersatz angefühlt, das war vielleicht das Wichtigste. Es gab zwar viele Unbekannte, viele Klischees und ja, auch ein paar kleinere Ängste. Wobei Ängste vielleicht das falsche Wort ist. Unsicherheiten passt besser. Denn Angst hatten wir nie. Belohnt wurden wir mit vielen neuen, überwiegend schönen, Eindrücken, gutem und preiswertem Essen und natürlich auch ein paar Caches.

Mir haben alle besuchten Länder gefallen, wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich Griechenland schon kannte und wir natürlich nur einen sehr kleinen Teil Albaniens zu Gesicht bekommen haben. Am besten fand ich Mazedonien, vor allem der Ohridsee lohnt sich wirklich.

Ich hoffe, dir hat mein Reisebericht gefallen. Falls du Fragen hast, ab damit in die Kommentare!

Schopska-Salat und Rakija – Geocaching auf dem südlichen Balkan – Teil 1

Durch die Einschränkungen und Besonderheiten während der Pandemie sind wir wohl alle etwas urlaubsreifer als sonst. Daher war klar, dass ich die Chance nutzen würde, wenn sich die Möglichkeit einer Reise bieten würde. Ich hatte verschiedene Ideen im Hinterkopf und aus dem letzten Jahr noch einige fertig geplante, aber verworfene, Touren in der Schublade. Ich reise ganz gerne mal alleine, genauso gerne aber auch zu zweit oder in einer Gruppe. Schnell war klar, dass ich zusammen mit Anton vom Team Aying (sehr geile Caches, unbedingt besuchen!) im Ausland auf Dosensuche gehen würde.

Sofia, Skopje und Gevgelija statt Sevilla, Sagres und Gibraltar!

Wie sagte einst (angeblich) Andreas Möller? „Ob Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!“. So in etwa kamen wir uns bei diesem Urlaub vor. Ursprünglich geplant war, nach Sevilla zu fliegen und von dort die umliegenden Gegenden zu erkunden. Also die Algarve in Portugal, die Costa de la Luz in Spanien, einen Abstecher zum Caminito del Rey und natürlich auch nach Gibraltar. Das wären für mich zwei neue Länderpunkte, ich hätte endlich Portugal von der Liste der „Länder, in denen ich schon war, aber noch keine Caches gefunden habe“ streichen können. Könnte, hätte, würde. Pustekuchen!

Es kam natürlich alles ganz anders. Dass man in Zeiten von Corona spontan sein muss, die Zahlen permanent im Auge behalten muss und ggf. umplanen muss, ist ja nichts Neues für mich. Das hat schon 2020 gut geklappt. Nur waren da eben keine gebuchten Flüge dabei. Das Ende vom Lied war, dass die Zahlen in Spanien und vor allem in Portugal in Regionen stiegen, die einen Urlaub zwar prinzipiell erlaubt hätten, aber von „unbeschwert“ hätte dann keine Rede mehr sein können.

Also beschlossen wir, sechs Tage vor dem geplanten Abflug, dass diese Reise so, wie wir sie geplant hatten, nicht stattfinden würde. Die Unterkünfte zu stornieren war kein Problem. Die Flüge ließen sich umbuchen, allerdings nur telefonisch. Außerdem stellte sich die Frage, wohin es eigentlich gehen sollte. Die Richtung, Südosten, war relativ schnell klar, weil die Inzidenzen niedrig waren und mehrere Flughäfen (Sofia, Skopje, Thessaloniki) infrage kommen würden. Schnell kristallisierte sich Sofia heraus.

Wusstest du, dass die Hotline der Lufthansa Freitag Nacht zwar besetzt ist, manche Mitarbeiter aber irgendwie keine Lust haben und mitten im Gespräch auflegen? Nach mehreren Stunden Warteschleife wollte ich dann auch nicht mehr. Also ab ins Bett und den Wecker stellen. Nach einer extrem kurzen Nacht habe ich dann erneut angerufen und konnte die Flüge erfolgreich umbuchen. Damit war der Zeitrahmen und das Ziel erst einmal fest und ich konnte die nächste Nacht wesentlich entspannter schlafen.

Die Route

Der Rest der Planung war dann wieder voller „eigentlich“. Eigentlich wollen wir nach Sofia, von dort machen wir dann einen Tagesausflug nach Mazedonien und einen nach Griechenland. Griechenland für den Länderpunkt, denn das Land ist uns beiden bereits bekannt, wenn auch andere Gegenden. Mazedonien bleibt die große Unbekannte. Nach und nach ist dann aber klar, dass wir die Tour eher als Rundreise aufbauen würden. Wir starten in Sofia, fahren zum Ohridsee im Südwesten von Mazedonien, nach Griechenland und zurück nach Sofia.

Da wir wie gesagt keine Ahnung haben, was uns in Mazedonien erwarten würde – alles zwischen „direkt an der Grenze ausgeraubt werden“ und „sehr herzlich empfangen werden“ war möglich – gehen wir etwas zögerlich an die genauere Planung.

Irgendwann haben wir dann aber Blut geleckt und schon schwirren Serbien, Kosovo und Albanien durch unsere Köpfe. Obwohl wir einen Cache nur etwa 20 Straßenkilometer von der Grenze zum Kosovo entfernt eingeplant haben, der Mietwagenvertrag hätte einen Grenzübertritt nicht erlaubt. Bei Serbien hingegen sind die Einreisebestimmungen aufgrund der Pandemie so undurchsichtig, dass das Thema schnell vom Tisch ist. Also konzentrieren wir uns auf Bulgarien, Mazedonien und Griechenland.

Eine Übernachtung in der Hauptstadt Skopje gestaltet sich mangels Hotel mit bewachtem Parkplatz oder Garage schwierig, sodass wir die Übernachtung in Tetovo weiter westlich einplanen. Danach soll es einige Tage an den Ohridsee gehen, bevor wir kurz vor der griechischen Grenze in Gevgelija nächtigen würden. Von dort wäre es dann kein Problem, an einem Tag zurück nach Sofia zu fahren.

Wer sich die Karte anschaut, wird sich wundern, wieso der Weg zwischen Ohridsee und Gevgelija erst noch nach Norden geht. Das hat einen praktischen Grund, den wieder einmal nur Cacher finden können: Bei der genaueren Planung bemerken wir, dass wir in allen Regionen Mazedoniens mindestens einen Cache eingeplant hatten. Außer in der Region Osten bzw. Istočen. Nun liegt es uns absolut fern, auf dieser Reise irgendwelche Landkreise oder Regionen einzufärben. Aber wenn sieben Regionen sowieso auf dem Weg liegen, dann kann man auch einen klitzekleinen Umweg fahren, um in der achten zu cachen.

Tag 1 – Sofia

Flagge Bulgarien

Bulgarien (bulgarisch България [bɤɫg’arijɐ]; amtliche Bezeichnung Republik Bulgarien, bulgarisch Република България) ist eine Republik in Südosteuropa mit etwa 7 Millionen Einwohnern.

Sofia (bulgarisch София) ist die Hauptstadt Bulgariens. Die Stadt liegt in der gleichnamigen Ebene im Westen des Landes. Mit ihren 1.238.438 Einwohnern (Stand 2017) ist sie die größte und bevölkerungsreichste Stadt und administratives Zentrum des Bezirks (Oblast) Sofia-Stadt. Damit lebt etwa jeder sechste (17,5 Prozent) Einwohner Bulgariens in Sofia.

Nach einem relativ kurzen Flug von weniger als 2 Stunden landet unser Flieger aus München auf dem Flughafen Sofia. Nachdem wir unseren Mietwagen (einen Honda Civic, genau das richtige Auto für Balkanstraßen…) abgeholt haben, beginnt das Abenteuer. Wir waren beide schon öfter im ehemaligen Ostblock, trotzdem wissen wir nicht, was uns in der Hauptstadt Bulgariens erwarten wird.

Der „Vorteil“ eines Mietwagens ist ja, dass man direkt in ein neues Land geworfen wird und keine Chance hat, sich erst einmal langsam zu akklimatisieren und an den Verkehr zu gewöhnen. Das macht aber überhaupt nichts. Denn die Hauptstadt ist eine der vielen Großstädte in Europa und der Verkehr unterscheidet sich wenig bis gar nicht von Warschau oder Prag. Der einzige Unterschied sind die Schilder in zwei Alphabeten, dem kyrillischen und zum Glück meist auch dem lateinischen.

Dank mitgebrachtem Navi fahren wir vom Flughafen problemlos zu unserem Hotel im westlichen Teil der Innenstadt. Die Stadt selbst kommt mir, trotz der hohen Einwohnerzahl, nicht wahnsinnig groß vor. Dementsprechend dauert es auch nicht lange, bis wir unsere Suiten beziehen. Ja, 70er Jahre Charme, aber wenn bei einer Unterkunft alles passt und eine Suite 29 Euro kostet, dann kann man das mal machen. Wir fühlen uns an die gute alte D-Mark erinnert, denn der bulgarische Lew ist etwa halb so viel wert wie ein Euro.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, starten wir mit der Dosensuche. Wobei wir relativ schnell merken, dass man hier nicht unbedingt von „Dosen“ sprechen kann. Die Caches des City Power Trail CPT, dem wir ein paar Kilometer bis zu seinem Ende nach Nordwesten folgen, sind kleine Briefchen aus Panzertape. Meistens stecken sie hinten dran an Verkehrsschildern. Beim ersten ist das noch etwas komisch, weil wir unsicher sind, ob das der Cache ist oder wir ein Drogenversteck entdeckt haben. Wir sind erleichtert, als ein Stück Papier mit GC-Logo zum Vorschein kommt. Länderpunkt Bulgarien!

Auf dem Rückweg entschließen wir uns, dem Powertrail noch ein Stück in die andere Richtung zu folgen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel wird ein Restaurant fürs Abendessen gesucht. Die Wahl fällt auf das Островчето (Ostrovcheto), das uns als netten Nebeneffekt den Rest des Trails einsammeln lässt, der nur wenige Meter daneben beginnt. Vorher gibt es aber bodenständiges, sehr leckeres bulgarisches Essen und selbstgemachte Limonade. Preislich sehr günstig und lohnenswert.

Tag 2 – Sofia – Skopje – Tetovo

Wir machen uns morgens auf den Weg nach Westen, raus aus Sofia. Unser Ziel ist heute, neben einem weiteren Länderpunkt, Tetovo, eine Stadt nahe der Grenze zu Albanien und dem Kosovo. Vorher müssen wir aber erst einmal Bulgarien verlassen. Die Autobahnen sind ordentlich ausgebaut und so kommen wir trotz einiger weniger Caches auf dem Weg nach etwa 3 Stunden an die Grenze.

Man hört ja immer viele Geschichten und auch das Auswärtige Amt informiert, dass an Grenzübergängen mit längeren Wartezeiten gerechnet werden muss. Also machen wir uns auf das Schlimmste gefasst. Und werden vom Gegenteil überzeugt.

Zunächst müssen wir ja aus Bulgarien, und damit aus der EU, ausreisen. Wichtig ist hier eigentlich nur, dass wir die Erlaubnis haben, mit dem Mietwagen nach Mazedonien zu fahren. Für alle anderen Papiere interessiert man sich wenig.

Zur Einreise nach Mazedonien reicht für deutsche Staatsangehörige ein Personalausweis aus. Da wir Reisepass und Impfpass zusammen in einer Mappe haben, geben wir diese dem Grenzer, der das Thema dann weiter delegiert. „Mehr“ geht ja immer. Die Beamtin scheint neu zu sein und schafft es nicht, meinen Pass einzulesen. Als ich ihr meinen Personalausweis reiche, klappt aber alles und wir werden höflich und auf Deutsch (!) im Land willkommen geheißen. Wichtig ist auch noch die grüne Versicherungskarte. Dann sind wir nach gerade einmal 15 Minuten im Land.

Flagge Mazedonien

Nordmazedonien (amtlich Republik Nordmazedonien, bis 2019: Republik Mazedonien) ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Er grenzt im Norden an Serbien, im Osten an Bulgarien, im Süden an Griechenland und im Westen an Albanien.

Wenige Kilometer später ist das Land dann „richtig“ besucht, denn wir finden an einem schönen Gemälde auf einer Felswand unseren ersten Cache. Länderpunkt Nordmazedonien!

Mangels passend auf dem Weg liegender Caches erreichen wir nach etwa 2 Stunden Fahrt die Hauptstadt Skopje. Da wir von Norden her in die Stadt einfahren, kommen wir durch das Viertel rund um den Alten Basar (Stara Čaršija). Der Straßenverkehr besteht aus einer wilden Mischung von Autos fahrend und parkend in erster, zweiter und dritter Reihe, Bussen, Zweirädern und allem, was sonst noch Menschen von A nach B bringen kann. Ein für uns chaotisches aber sehr geschäftiges Treiben, das aber sicher irgendwie logisch erklärbar ist, Restaurants, Geschäfte, Moscheen, Kirchen, hier scheint alles vertreten zu sein. Belohnt werden wir dann aber in der Nähe der Festung mit einem schönen Ausblick auf die Innenstadt und das Nationalstadion.

Flagge Mazedonien

Skopje ist die Hauptstadt Nordmazedoniens und mit über 540.000 Einwohnern zugleich die größte Stadt des Landes. Etwa ein Viertel der Bevölkerung Nordmazedoniens lebt in der Großstadt. Skopje weist eine mehr als zwei Jahrtausende zurückreichende Besiedlungsgeschichte auf und gehört somit zu den ältesten noch bestehenden Städten des Landes.

Wir fahren in die Innenstadt und stellen das Auto auf einem großen Parkplatz ab. Diese ist relativ überschaubar und bietet neben ein paar Tradis auch einen Virtual. Rund um den „Platz Mazedoniens“ (Macedonia Square/Ploštad Makedonija), auf dem ein riesiges Denkmal von Alexander dem Großen samt Brunnen steht, findet man neben neuen auch alte oder auf alt gemachte Gebäude, haufenweise Statuen, eine Steinbrücke und sogar einen Triumphbogen.

Einen kleinen, sehr günstigen, Snack kaufen wir noch in einer Bäckerei, dann setzen wir unsere Reise fort. Es geht wieder raus aus der Stadt, allerdings erstmal nicht weiter nach Westen, sondern nach Norden. Angelockt werden wir von den beiden Caches Southern Roots und ArhangelMihail, die mehrere Jahre ungefunden in der mazedonischen Pampa liegen. Immer wieder interessant, wie einen Geocaching an Orte bringt, die man sonst nie besucht hätte. Nicht das letzte Mal auf dieser Reise.

Dann geht es aber wieder auf die Autobahn, die wir bei Zelino verlassen und am Berg Erebino vorbeifahren. Wem der Name bekannt vorkommt: Hier war von 2001 bis 2003 ein Feldlager der Bundeswehr. Dieses ist inzwischen wieder an die mazedonische Armee übergeben worden und leider nicht zu besichtigen. Unser Ziel ist aber sowieso der einzige Cache im Umkreis von Tetovo, der Multi Monastery of Leshok.

Wie eingangs erwähnt, konnte ich in Skopje keine Unterkunft mit bewachtem oder zumindest definitiv vorhandenem Parkplatz buchen. Aussagen wie „in der Nähe sind meistens irgendwie vielleicht öffentliche Parkplätze frei“ traue ich schon lange nicht mehr. Zumindest will ich sicher gehen, dass das Auto über Nacht nicht abgeschleppt oder mit einem Strafzettel versehen wird. Damit konnte Skopje von der Liste der möglichen Orte zum Übernachten gestrichen werden. Das macht aber gar nichts, denn wir übernachten im wahrscheinlich besten Hotel im Westen Mazedoniens. Tetovo erscheint uns ähnlich wie das Basar-Viertel in Skopje, alles sehr chaotisch, aber doch irgendwie geordnet. Trotzdem finden wir unser Hotel problemlos. Das Mercure passt eigentlich so gar nicht zum Rest der Stadt, ist aber gut erreichbar, die Zimmer sind top und Parkplätze sind mehr als genug vorhanden.

Flagge Mazedonien

Tetovo ist eine Stadt im Nordwesten Nordmazedoniens nahe der Grenze zum Kosovo. Die Stadt wird als Zentrum der Albaner in Nordmazedonien angesehen, da hier die wichtigste albanische Universität und viele Organisationen ihren Sitz haben.

Da wird spontan nichts Passendes fürs Abendessen finden, entscheiden wir uns für das Restaurant des Hotels. Keine schlechte Wahl, das Essen ist sehr gut, wenn auch für mazedonische Verhältnisse etwas teurer. Wir bestellen eine Vorspeisenplatte „to share“ und lassen uns von umgerechnet 14 Euro etwas täuschen. Spoiler: Ja, es war sehr lecker, aber minimal zu viel für nur 2 Personen.

Tag 3 – Tetovo – Ohridsee

Einer der Vorteile für Cacher in Mazedonien ist, dass es nur wenige Dosen gibt. Der eine oder andere wird diesen Satz jetzt mehrfach gelesen und mit dem Kopf geschüttelt haben. Aber nein, ich meine das durchaus ernst. Während man nämlich in anderen Gegenden erst mühsam die passenden Caches heraussuchen muss, navigiert man hier einfach zum nächsten.

Wenn man also die Wahl zwischen 2 Stunden Autofahrt mit 2 Caches oder etwa 4 Stunden und 8 Funden mehr hat, dann fährt man gerne mal Umwege. In unserem Fall durch den Mavrovo-Nationalpark. Wobei das ja kein wirklicher Umweg ist, denn so sehen wir noch ein paar weitere Ecken des Landes, an denen wir sonst weiträumig vorbeigefahren wären. Wir genießen tolle Ausblicke, sehen einen Wasserfall ohne Wasser, eine alte Steinbrücke und immer mal wieder ein Kloster. Sowieso scheint es in Mazedonien quasi an jeder Ecke ein „Monastery“ zu geben. Meist ist das allerdings kein ausgewachsenes Kloster, sondern eine Kapelle auf irgendeinem Hügel. Sogar eine Republik mit eigenem Geld besuchen wir in Vevčani, leider so voll, dass wir nur kurz einen Cache holen und dann weiterfahren.

Und die beiden Caches der ursprünglich geplanten Fahrt haben wir dann trotzdem noch eingesammelt. Wir sehen ein total zugemülltes Denkmal und eines auf einem Hügel, was die Suche bei der Hitze nicht wirklich angenehmer macht. Beide fallen in die Kategorie der „Spomeniks“, jugoslawische Kriegsdenkmäler in brutalistischer Optik.

Flagge Mazedonien

Der Ohridsee ist der zweitgrößte See der Balkanhalbinsel sowie einer der ältesten der Erde. Er gehört zum größeren Teil zu Nordmazedonien, dessen größtes Gewässer er ist, zum kleineren Teil zu Albanien.


Flagge Albanien

Der Wasserspiegel liegt 695 m ü. A. Der Ohridsee hat eine maximale Tiefe von 288 Metern. Am nordmazedonischen Ufer sind Ohrid und Struga die wichtigsten Städte, am albanischen ist es Pogradec. Insgesamt leben mehr als 200.000 Menschen rund um den See.

Als wir am Ohridsee angekommen sind, fahren wir spontan in der Stadt Ohrid auf die Festung. Eigentlich wollen wir die Caches dort suchen, brechen aber nach einem kurzen Ausflug zum Amphitheater ab und fahren in unsere Unterkunft „Villa Klia“ etwas südlich von Ohrid. Nach dem üblichen einchecken und ausruhen suchen wir nach einem Restaurant fürs Abendessen. Wie geschickt, dass das Restaurant Тераса утарна/Utarna Terrace in der Nähe des Macedonia reverse 🇲🇰 Wherigos liegt, von dem wir nicht nur eine tolle Aussicht, sondern auch einen Vorgeschmack auf die Berge rund um den See bekommen.

Auf dem Weg dort hin steht nach einigen Serpentinen mitten in der Kurve ein Auto, dessen Fahrerin wohl die Kupplung überhitzt hat und jetzt darauf wartet, dass ihr Freund zum Abschleppen kommt. Da sie sich nicht helfen lassen will, warten wir ein paar Minuten, dann ist das Hindernis aus dem Weg, wir können cachen und dann endlich essen.

Die vorherigen Bedenken oder besser die vorherige Unsicherheit, was uns in Mazedonien erwarten würde, war spätestens jetzt wie weggeblasen. War Skopje noch etwas größer und Tetovo ziemlich wuselig, hier am Ohridsee unterscheiden sich die Orte für mich wenig von Kroatien oder Italien. Und die Gegend ist ähnlich schön, sehr bergig aber dafür wird man permanent mit tollen Ausblicken belohnt.

Tag 4 – Ohridsee – Albanien – Galičica-Nationalpark – Prespasee

Irgendwann während der Planung kommt die Idee auf, einen Cache in Albanien zu suchen. Leider sind die nächsten Caches von den Grenzübergängen etwa 12 (im Süden) oder 6 (im Norden) Kilometer entfernt. Allerdings an stark befahrenen Hauptstraßen, an denen man nicht wirklich so weit laufen will. Die Fahrt in einem Taxi wäre sicherlich möglich gewesen, die Lust, mit albanischen Taxifahrern verhandeln zu müssen, geht aber bei uns beiden gegen null.

Während wir alle Optionen prüfen und schon kurz davor sind, einen Tagesausflug mit dem Flixbus nach Tirana zu buchen, bemerken wir, dass es tatsächlich möglich ist, einen Mietwagen zu bekommen, mit dem man nach Albanien fahren darf.

Schnapsideen soll man ja bekanntlich nachgeben, und so fahren wir klassisch morgens um 8 Uhr mit dem Mietwagen am Flughafen Ohrid vor, um unseren Mietwagen abzuholen. Nachdem der Mitarbeiter von Sixt nach mehreren Whatsapp-Nachrichten und Anrufen gegen 9 Uhr eintrudelt, bekommen wir einen Audi A3. Uff, mit einem Audi nach Albanien. Ja, ich habe kurz so ziemlich jedes Klischee im Kopf. Aber gut, wird schon schiefgehen.

Wir fahren vom Flughafen nach Westen, holen noch ein paar Caches und wenig später stehen wir am Grenzübergang Kjafasan. Wie bei jedem Übertritt in ein anderes Land haben wir keine Ahnung, wie lange es dauern wird. Und wie eigentlich bei allen Grenzkontrollen geht es wider Erwarten relativ schnell. Die mazedonischen Beamten wollen die grüne Versicherungskarte und die Erlaubnis, mit dem Mietwagen nach Albanien fahren zu dürfen, sehen. Die Albaner schauen kurz in unsere Pässe (ein Personalausweis hätte auch ausgereicht) und schon befahren wir ein neues Land auf unserer Cacherkarte. Zwar geben wir unsere Impfpässe zusammen mit dem Ausweis ab, reingeschaut wurde aber nicht.

Flagge Albanien

Albanien(albanisch Shqipëria), amtlich Republik Albanien, ist ein Staat in Südosteuropa auf der Balkanhalbinsel. Das Staatsgebiet grenzt im Norden an Montenegro und den Kosovo, im Osten an Nordmazedonien und im Süden an Griechenland. Die natürliche Westgrenze wird durch die Küsten des Adriatischen und des Ionischen Meeres gebildet. Die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt des Landes ist Tirana.

Albanien also. Das Land der Skipetaren, frei nach Karl May. War Mazedonien Neuland für uns, so ist Albanien komplett unbekanntes Terrain. Natürlich sind wir nur ein paar Stunden dort und die Gegend ist sicher nicht repräsentativ für das ganze Land. Trotzdem sind wir absolut positiv überrascht. Die (Haupt-)Straßen sind sehr gut, wie wir später erfahren, wurde die Straße entlang des Ohridsees erst vor drei Jahren neu gebaut. Auch kommt uns der albanische Teil insgesamt sauberer vor.

Viele Caches gibt es hier nicht. Im kompletten Land gerade einmal 96. Fünf davon wollen wir finden. Wie schon auf der anderen Seite des Sees, haben die Bennies auch in Albanien einen Multi gelegt, der inzwischen eigentlich nur noch ein Tradi ist. Der Cache ist fast ein Drive-in und kann problemlos gefunden werden. Länderpunkt Albanien!

Für View to Macedonia müssen wir vom Strand nach oben auf einen Felsen. Laut Listing, einfach einem „marked trail“ folgen. Leider ist das weder ein Trail, noch ist er marked, sondern man steigt nach etwa 10 Metern Weg einfach irgendwie weiter nach oben. Für Botaniker interessant: Hier findet man neben dem Cache auch sämtliche Gewächse Albaniens, die in irgendeiner Weise über Stacheln, Dornen oder Kletten verfügen.

Weiter geht es mit einer Art Cache, die in Deutschland leider selten anzutreffen ist, im Ausland aber immer mal wieder vorkommt. Wir fahren über eine nicht ganz so gut ausgebaute Seitenstraße zu einem Hotel am Rande von Udënisht. Der sehr freundliche Besitzer versorgt uns erstmal mit Getränken und überreicht uns dann den Cache. Während wir etwas Kühles trinken, können wir in aller Ruhe auf der Terrasse im Schatten sitzen und loggen. Wir erfahren einiges über die Gegend und unser Gastgeber freut sich überschwänglich über ein (für ihn) üppiges Trinkgeld. Ein Stop hier ist nicht nur aufgrund des Caches empfehlenswert!

Nachdem wir den Cache No train to Pogradec eine Ortschaft weiter gefunden haben, war es das auch schon wieder mit Geocaching in Albanien. Wir kurven noch etwas durch Pogradec, bevor es weiter geht.

Auf dem Weg zur Grenze sehen wir endlich eine der Besonderheiten Albaniens: Bunker. Kleine Pillboxen, wie es sie in diesem Land zu Hundertausenden gibt. Sie würden fast zu Groundspeak passen, denn gefühlt sieht man hier alle 161 Meter ein Exemplar am Straßenrand stehen. Ein paar Bunker später verlassen wir das Land über den Grenzübergang Tushemisht – Sv. Naum. Auch hier dauert es nur etwa 15 Minuten und wir betreten wieder mazedonischen Boden.

Der Abstecher nach Albanien hat uns beiden gut gefallen. So gut, dass wir bei einer Wiederholung vielleicht sogar auf der albanischen Seite des Sees übernachten würden. Bereut haben wir den (dank zweitem Mietwagen) nicht ganz günstigen Abstecher absolut nicht. Ach ja: Mit dem Audi sind wir übrigens überhaupt nicht aufgefallen. Wären wir aber auch weder mit einem Mercedes, noch mit einem Lada.

Wenn man als Tourist am Ohridsee urlaubt, dann darf ein Abstecher zum Kloster Sv. Naum nicht fehlen, das, wie der Rest der Gegend um den See, auch Teil des UNESCO-Welterbes ist. Der Parkplatz ist netterweise gratis, der Rest sehr touristisch. Der Besuch lohnt sich trotzdem, auch wenn man merkt, dass es die Touristenattraktion rund um den See ist.

Für uns geht es weiter, immer bergauf, durch den Galičica-Nationalpark, bis wir auf der anderen Seite des Gebirges am Prespasee ankommen. Auch dort suchen wir noch ein paar Caches, bevor es zurückgeht. Immerhin müssen wir ja noch das Auto am Flughafen abgeben.

Zum Essen gehen wir ins Restaurant Grosh, das am Rande von Ohrid liegt. Das Essen ist sehr lecker und wirklich extrem günstig. Schopska Salat und Schaschlik haben zwei Personen satt gemacht und inklusive Getränken haben wir etwa 14 Euro bezahlt. Komplett, nicht pro Person!

Witzig wird es, als der Kellner an die Grenzen seiner Englischkenntnisse kommt. Dann holt er nämlich seine Tochter, die zwar gut Englisch kann, aber etwas schüchtern ist (weil sie uns erkennt) und deren Auto eine inzwischen hoffentlich abgekühlte Kupplung hat 🙂 Ja, die Welt ist manchmal wirklich klein.

Wieder zurück in der Unterkunft werden wir vom Seniorchef des Hauses abgefangen. Dieser hat bis Mitte der 80er Jahre in Deutschland gearbeitet, spricht sehr gut deutsch und ist etwas angesäuert, dass wir heute Morgen das Frühstück ausfallen lassen haben. Aber wie das so ist, man trinkt einen Rakjia zusammen, wir geloben Besserung und schon ist alles wieder gut.

Tag 5 – Ohridsee

Heute haben wir es morgens nicht eilig und lassen uns das Frühstück aus Omelette und Früchten aus dem eigenen Garten schmecken. Ja, er hatte wirklich nicht zu viel versprochen.

Ursprünglich haben wir heute vorgehabt, uns die Stadt Ohrid näher anzuschauen und auf dem Berg mit der Festung die restlichen Caches zu suchen. Die Auffahrt ist allerdings gesperrt und nach ein paar Versuchen, auf anderem Weg nach oben zu kommen, geben wir auf. Wir fahren zu einem von zwei Earthcaches in der Gegend und werden schon auf der Hauptstraße von einem Duft begrüßt, der mich sehr an Island erinnert. Auf alle Fälle ist der Earthcache sehr interessant, auch wenn man mehr riechen als sehen konnte.

Auf der Fahrt dort hin entdecke ich in Cachly, dass „ganz in der Nähe“ bei einem Tradi noch der FTF offen ist. Etwa 50 Straßen-Kilometer Anfahrt plus eine kleine Wanderung von etwa 1,5 Kilometern mit einigen unbedeutenden Höhenmetern. Also genau das Richtige für einen warmen Sommertag auf dem Balkan…

Wir finden einen Parkplatz und laufen los. Bis zu einem gewissen Punkt hätte man den Weg noch fahren können. Also nicht mit dem Honda, aber mit einem Quad oder einem Lada Niva vielleicht. Wobei die Einheimischen da sicher heimlich mit einem Yugo hochbrettern und sich wundern, dass das sonst niemand tut.

Oben angekommen merken wir schnell, dass der Cache ziemlich im Off liegt. Das macht aber gar nichts, denn erstens sind die Hints sehr gut, zweitens ist die Dose da und drittens ist das Logbuch leer. FTF in Mazedonien!

Nach etwa einer Stunde sind wir wieder am Auto und haben heute mehr von Land und Leuten gesehen, als das in Ohrid möglich gewesen wäre. Zurück am See fahren wir noch einmal etwas nach Süden und sammeln ein paar Dosen ein. Wobei sich „einsammeln“ einfacher anhört, als es ist. Vor allem Caveman hat es ganz schön in sich.

Wir entspannen noch etwas, dann gehen wir in die Gostilnica Grne, um noch einmal sehr gut und günstig essen zu gehen. Die obligatorische Dose Skopsko-Bier wird noch am Ufer des Sees geleert, dann endet der letzte Tag hier. Morgen geht es weiter nach Gevgelija.


Wir waren zwar nur etwas über eine Woche unterwegs, aufgrund der der Menge an Eindrücken, habe ich mich aber dazu entschlossen, diesen Bericht auf zwei Beiträge aufzuteilen. Weiter gehts mit Teil zwei.

Ich hoffe, dir hat mein Reisebericht gefallen. Falls du Fragen hast, ab damit in die Kommentare!

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