Ein Wochenende auf dem Stilfser Joch

“Ich will auf jeden Fall nochmal aufs Stilfser Joch”.
“Ich auch, können wir zusammen machen”.

So oder so ähnlich fangen viele gute Touren an. Das Ziel – Stilfser Joch – stand also fest. Ziemlich schnell war auch klar, daß wir weiter hoch gehen würden, weil der Cache an der Dreisprachenspitze auf der Liste war. Irgendwann kamen wir dann wirklich nicht mehr drumrum, weil wir dem Owner angeboten haben, eine neue Dose auszulegen.

Geschickt in der Mitte zwischen Stuttgart und München liegt Füssen, also trafen wir uns am Freitag gegen 13:30 Uhr auf einem Parkplatz in der Nähe, um dann mit einem Auto weiterzufahren. Da ich diese Strecke mindestens einmal im Jahr fahre, habe ich viele Caches auf dem Weg schon gefunden. Angehalten habe ich natürlich trotzdem, wer fährt schon an Dosen vorbei, die dem Beifahrer noch fehlen!

Über den Fernpass geht es Richtung Süden, bevor wir nach Südtirol fahren, will das Auto noch gefüttert werden. Und das schmeckt mir bei €1,05/l in Samnaun wesentlich besser als bei €1,60 in Italien. Nach dem kleinen Tankschlenker geht es weiter, der obligatorische Halt am Reschensee mit seinem Kirchturm wird natürlich nicht vergessen.

Da ich auf dem Rückweg die Straße vom Stilser Joch in einem Zug bis unten fahren (und filmen) will, suchen wir alle eingeplanten Caches schon bei der Anfahrt. Demensprechend kommen wir erst gegen 19 Uhr im Hotel Genziana an. Wer auf dem Pass übernachten will und ein Hotel sucht: Es ist okay, die Zimmer sind in Ordnung, aber es ist halt seeeeehr nostalgisch im Stile der 70er Jahre eingerichtet. Die 80 cm Betten rollen (!) weg, der schätzungsweise 20″ Fernseher kennt ein einziges Programm (natürlich italienisch und weit entfernt von HD^^). Aber was solls, es ist direkt auf dem Pass.

Nachdem wir zwei der vier Caches hier oben gefunden haben, testen wir das Abendessen in der Tibethütte. Empfehlenswert, nicht nur, weil die Aussicht wirklich toll ist. Die wird beim Verdauungscache dann noch besser. Super, wie man die berühmte Passstraße von hier oben sehen kann.

Serpentinen von der Tibethütte aus gesehen
Serpentinen von der Tibethütte aus gesehen

Nach einer durchwachsenen Nacht und einem ganz ordentlichen Frühstück starten wir. Direkt am Hotel geht es die ersten 80 Höhenmeter zur Dreisprachenspitze hoch, die sich nach wesentlich mehr anfühlen. Aber wir haben ja Zeit. Irgendwann sind wir dann oben und laufen vom ehemaligen Hotel Dreisprachenspitze (das auf schweizer (!) Gebiet lag) den Goldseeweg entlang. Auf dem Weg sieht man schon Reste der österreichischen Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg. Immer wieder zeigen Informationstafeln, wo die Kämpfe der Ortlerfront stattfanden, wo welche Armee lag. Der Ausblick auf die Serpentinen der Paßstraße und auf den Ortler mit seinem Gletscher ist gigantisch.

Nach grob 2,5 Kilometern erreichen wir die Reste des Lempruchlagers, in dem hunderte Soldaten der k.u.k. Armee untergebracht waren. Im toten Winkel der italienischen Artillerie wurde hier ein Barrackenlager mit Badenhaus, Kino und Lazarett erstellt. Wie geschickt der Platz gewählt wurde, merken wir heute noch: Im Lager ist es fast windstill.

Lempruchlager
Lempruchlager

Vom Lempruchlager aus geht es nochmals höher bis auf 2865 Meter. Dort suchen wir die Reste des Caches, den wir in Absprache mit dem Owner erneuern. Ein schönes Gefühl, wir haben es geschafft! Trotz dünner Luft, Höhenmetern und innerem Schweinehund.

Der Rückweg verläuft relativ entspannt auf fast flachem Gelände bis zum Rifugio Garibaldi an der Dreisprachenspitze. Dort wartet nach grob drei Stunden dann endlich die Belohnung in Form von kalten Getränken und einem grandiosen Ausblick auf die Hotels und die Seilbahn am Stilfser Joch.

Ausblick am Cache zum Umbrailpass
Ausblick am Cache zum Umbrailpass

Da wir massig Zeit haben, beschließen wir, auf die andere Seite zu fahren. Erst kurz in die Schweiz zum Umbrailpass, dann weiter bis nach Bormio. Dank kleinerer Unachtsamkeiten landen wir in einem Tunnel, der sich ewig zieht. Gefühlt kurz vor Mailand spuckt uns der Berg wieder aus und wir drehen um. Nur um später noch einmal in diesem Tunnel zu landen… Nach einem kleinen Snack zu Mittag und einer langen Serpentinenfahrt nehmen wir zumindest noch einen Cache mit und machen uns auf den Rückweg.

Auf der Fahrt zurück zum Pass schauen wir uns, nicht ganz uneigennützig, die Case Cantoniere (Häuser der Straßenmeisterei) an, die eine wichtige Rolle beim Bau der italienischen Seite der Passstraße spielten. Abendessen gibt es dann im Hotel, es ist wesentlich besser als das Frühstück.

Am Sonntag wartet nach unserem kurzen Event eines der Highlights des Wochenendes auf uns: Die Abfahrt über die “Königin der Alpenstraßen”, die 48 Kehren runter ins Vinschgau. Weil die Straße wirklich legendär ist und ich wie gesagt alles an einem Stück fahren will, haben wir die Caches schon auf dem Hinweg gefunden. Die GoPro zeichnet alles auf und am Ende habe ich ein kleines Video gebastelt.

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Die Rückfahrt durchs schöne Vinschgau und durch Tirol wird durch ein paar Dosen unterbrochen. So halten wir an der Straßensperre Nauders und am Hotel Hochfinstermünz. An beiden fährt man normalerweise nur vorbei, dabei lohnt sich der Stop. Danke Geocaching! Den weiteren Weg nach Füssen unterbricht ein Stau am Fernpass. Um ihn zu umfahren gehen wir angeln 🙂

Impressionen

Aretha Franklin – “Think” – Freitagsvideo 17.08.2018

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Amon Amarth – “Raise Your Horns” – Freitagsvideo 10.08.2018

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Ein märchenhaftes Wochenende in Kassel

Es war einmal ein Geocacher, der gleichzeitig auch als Blogger von seinen Erlebnissen berichtete. Dieser Geocacher besuchte allerlei Events, von ganz kleinen bis hin zu Megaevents mit vielen Hundert anderen Geocachern. Nur das märchenhafteste Event überhaupt – Märchenhaft in Kassel – hatte er so gar nicht in seine Planung aufgenommen. Zwar wurde er gelegentlich mit einem “Wir sehen uns in Kassel” verabschiedet, aber die Antwort war immer “Da bin ich nicht”.

Das schien die Feen und Elfen der Mega-Orga nicht zu passen, denn sie wollten allen Geocachern zeigen, daß sich eine Reise nach Kassel generell, und zum Mega im Besonderen, lohnen würde. Und so kam es, daß er von der liebreizenden Prinzessin Sajoma nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach eingeladen wurde. Ihre Überzeugungsarbeit trug Früchte: Irgendwann war ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant.

Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Im Dezember 2017 wurden 204.021 Einwohner gezählt.

Um das mal vom Märchen in Normalsprache umzuwandeln: Manchmal muß man mich zu meinem Glück ja wirklich zwingen. Ich war zwar 2018 auf einigen Megaevents, aber “Märchenhaft in Kassel” war nicht wirklich eingeplant. Irgendwann nach unzähligen “Wir sehen uns dann in Kassel”-Verabschiedungen gab es bei mir eine Art Trotzreaktion. Und siehe da, ich hatte dem Mega wirklich Unrecht getan. Das Ganze sah sehr interessant aus. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Ich war gespannt, ob die Orga alle ihre Vorhaben, die ich im Interview erfahren durfte, auch wie geplant umsetzen konnte.

So begab es sich also, daß ich Freitag morgens in Stuttgart losfuhr, allerdings nicht direkt nach Kassel. Ich hatte ja Zeit und wie das halt so ist, will ich nach Möglichkeit ja immer etwas Geschichte erleben. Daher ging es nicht auf direktem Weg zum Mega, sondern ich baute einen Schlenker über Point Alpha ein. Point Alpha war einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der hessischen innerdeutschen Grenze. Es war brütend heiß, so fiel der Besuch etwas kürzer aus, aber es ist interessant, einmal zu sehen, wie nah man sich an der Grenze gegenüber stand und wie die Grenze gesichert war.

Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm)
Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm, dazwischen Grenzzaun)

Nach und nach cachte ich mich dann aber nach Kassel, checkte im Hotel ein und fuhr zum Startevent “Es war einmal – ein Abend bei der „Viehmännin“ 👑”. Wem der Name nichts sagt, der wurde heute Abend definitiv aufgeschlaut, denn nicht nur der Event, sondern auch alle 10 Labcaches drehten sich um Dorothea Viehmann.  Sie war eine der wichtigsten Quellen für die Märchensammlung der Gebrüder Grimm.

Der Event ansich war für mich relativ entspannt, von der Hitze einmal abgesehen. Dafür kann die Orga aber nichts und Regen oder gar Schnee wäre jetzt auch nicht so toll gewesen 🙂

Das Ganze fand im Brauhaus Knallhütte in Baunatal statt, passenderweise ist Dorothea Viehmann dort aufgewachsen. Man hatte hier die Wahl, ob man aus mehreren Essen auswählte, die man vorab über den Shop buchen und dann im Brauhaus essen konnte. Oder wie ich spontan auf der Wiese Platz nahm und sich an diversen Ständen verköstigte. Hier gab es dann typisches “Standessen” wie Ahle Wurst, Bratwürste oder Steaks.

Wie ich später von mehreren Seiten mitgekriegt habe, lief es drinnen leider nicht ganz so gut wie draußen. Ich kann hier nur mutmaßen, aber ich gehe einfach mal davon aus, daß die Orga ihre Hausaufgaben gemacht hat. Immerhin hatte sie über den Shop genaue Zahlen, wieviele Essen bestellt wurden und mußte diese nur weitergeben. Diese Essen wurden wohl auch rechtzeitig fertiggemacht, standen aber ewig rum und wurden nicht verteilt. Ähnlich soll es sich mit den Getränken verhalten haben. Das Personal schien komplett überfordert. Wie gesagt, ich kann nur widergeben, was mir erzählt wurde, aber wenn das stimmt, dann kann einem die Orga hier schon leid tun. Da hängt man sich rein, beschert einem Gastronomen ein garantiert mehr als volles Haus und wird dann hängengelassen. Die Bewertungen bei Google sprechen jedenfalls Bände.

Am Samstag dann der Hauptevent “Märchenhaft in Kassel“. Als Location hatte man sich die Messe Kassel ausgesucht. Vorab gab es ein Announcement, in dem schon vorgewarnt wurde, daß die Halle nicht klimatisiert und wir alle schwitzen werden. Das kann ja heiter werden…

A propos Annoncement: Es gab im Vorfeld einige. Das hatte den Vorteil, daß man als Gast wirklich über alles genauestens informiert war. Informiert wohlgemerkt, nicht zugeschüttet mit Nutzlosem, wie das in der Vergangenheit gerne mal vor Events praktiziert wurde.

Brüder Grimm
Brüder Grimm

Aber zurück in bzw. an die Halle. Die Parksituation war wie erwartet super. Wir kamen ein paar Minuten vor Öffnung um 9 an. Es hatten sich schon einige Cacher versammelt und wir warteten gemeinsam auf den Einlass. Schon hier hat sich gezeigt, daß mitgedacht wurde: Es wurden einfach sämtliche Kassen geöffnet und innerhalb von wenigen Minuten standen wir in der Halle. Ja, das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber es gab schon mehr als ein Mega, an dem man einige Zeit anstehen mußte.

Die Halle ansich war halt eine Messehalle, da hatte ich nichts anderes erwartet. Allerdings kam mir das nie wie eine Messehalle vor, weil die Stände, die Gastronomie, die Tische/Bänke und die Attraktionen gut verteilt waren. Nun bin ich ja jemand, der nicht wegen Hüpfburgen, Workshops oder ähnlichem auf Megaevents geht, sondern um Leute zu treffen. Ich bräuchte das alles nicht, es stört mich aber natürlich auch nicht.

Geboten wurde aber einiges: Neben Bunkerführungen, Führungen durch die Grimmwelt und märchenhaften Stadtrundfahrten mit dem Bus, bei der auf alle Sehenswürdigkeiten Kassels eingegangen wurde, gab es natürlich auch Workshops. Die Themen waren mit Looking4Cache, C:Geo, GSAK, Wherigo. Lockpicking und myGeoDB breit gefächert.

Und was mir besonders aufgefallen ist: Es wurde wirklich sehr viel für kleine und kleinste Cacher geboten. Natürlich gab es die obligatorische Hüpfburg, aber auch sonst zog sich das Thema “Märchen” wirklich super durch die Attraktionen. Es gab Rapunzels Turm, der aus Luftballons gebaut wurde, Schneewittchen lief durch die Halle und natürlich durfte jemand im Signal the Frog-Kostüm schwitzen. Das Logbuch lag direkt an einem Hexenhäuschen und in einem kleinen Kindertheater konnten sich die Microcacher Märchen anschauen. Sogar an passende Reviewer wurde gedacht, auf diesem Weg viele Grüße an Hans und Grete 🙂

Blick in einen Teil der Halle
Blick in einen Teil der Halle

Während die Erwachsenen ihre Kinder an der Hüpfburg oder dem Theater abgeben konnten, konnten die etwas abgedrehten junggebliebenen Cacher ihre Frösche im Froschkindergarten lassen.

Zur Verpflegung: Es gab mehrere Stände, an denen auch recht fix gearbeitet wurde. Allerdings merkte man, daß diese wohl vom “normalen” Caterer der Messe betrieben wurden. Dementsprechend waren die Preise was die Getränke anging mit 3 Euro für ein 0,33 l Cola oder 0,5 l Wasser etwas höher als erwartet. So wie ich das mitbekommen habe, war es aber auch erlaubt, eigene Getränke mitzubringen. Ansonsten war meine (große) Bockwurst mit Kartoffelsalat für 7 Euro preislich okay, wenn man davon absieht, daß der Kartoffelsalat mit Mayo gemacht wurde. Für uns Schwaben eine absolute Todsünde 🙂

Ich verbrachte einen relativ entspannten Tag in der Messehalle, treffe viele viele Freunde und Bekannte. Ach und ganz sooo schlimm wars dann mit der Hitze auch nicht. Wir beschlossen, noch zum Bergpark Wilhelmshöhe zu fahren, um den Earthcache und den Virtual zu loggen. Sehr schön da oben, allerdings grob 10 Grad zu warm. Aber Kassel liegt ja quasi in der Mitte Deutschlands, da kann man nochmal hin, gerade zum Geocaching.

Irgendwann war ich dann doch ziemlich platt und fuhr zurück ins Hotel. So eine Dusche tut einfach gut 🙂 Die (wie ich gehört habe) tolle Lasershow am Abend ließ ich aus, da ich spontan zur Geburtstagsfeier einer bekannten Cacherin eingeladen wurde.

Am Sonntag merkte ich den wenigen Schlaf der letzten Tage, aber auf dem Abschlußevent “Wenn sie nicht gestorben sind – Auf Wiedersehen 👑” wollte ich dann doch noch vorbeischauen. Ich hatte kein Frühstücksbuffet gebucht, da ich im Hotel versorgt wurde, aber das Ganze sah sehr gut aus. Nach einigen Gesprächen habe ich das Kapitel Kassel dann abgeschloßen und die Heimreise angetreten.

Ich habe dem Mega in Kassel im Vorfeld wie gesagt ein wenig Unrecht getan, das habe ich schnell gemerkt. Auch, wenn natürlich nicht alles perfekt lief, man hat an vielen Ecken gemerkt, daß sich die Orga Gedanken gemacht hat. Das fing bei der Lage der Location an (autobahnnah, genügend Parkplätze), ging über die vielen Angebote für Kinder und hörte beim Thema, das sich wie ein roter Faden durchs Wochenende zog, auf.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann cachen sie noch heute.

MC Hammer – “U can’t touch this” – Freitagsvideo 03.08.2018

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Bürger Lars Dietrich – “Sexy Eis” – Freitagsvideo 27.07.2018

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GeoBretzel Event – Interview mit der Orga

GeoBretzel Event

Seit einigen Jahren will ich endlich mal auf einen Stammtisch im Elsaß. Leider hat das bisher irgendwie nicht geklappt. Dafür war ich schon auf ein paar Events in der Maginotlinie in Lothringen. Die Art und Weise, wie die Franzosen ihre Events machen, fand ich sehr entspannt und lohnenswert. Daher war ich sofort interessiert, als ich von einem (damals noch nicht sicheren) Megaevent im Elsaß hörte. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Schließlich ist das Elsaß ja quasi um die Ecke. Daß der Event im Süden bei Mülhausen stattfindet und das auch von Stuttgart 3 Stunden Fahrt bedeutet – geschenkt! Zeit, sich einmnal näher mit dem GeoBretzel Event zu beschäftigen.

Flagge FrankreichMülhausen (französisch Mulhouse) ist eine Stadt im Elsaß im Département Haut-Rhin im Osten Frankreichs. Mülhausen liegt geographisch am Dreiländereck Frankreich, Deutschland, Schweiz. Mit grob 110000 Einwohnern ist Mülhausen die größte Stadt des Départements. Seit dem 17. Februar 2014 ist die Stadt Mülhausen im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zweisprachig.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Guy, der mir Rede und Antwort stand.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent im Elsaß zu veranstalten?

Ganz einfache erste Frage! Weil es noch keinen gab. Und es ist sicher auch die Herausforderung “unbekanntes Gebiet” zu betreten. Klar hat jeder vom Orga Team Events in verschiedene Größen organisiert. Wir haben auch zahlreiche Megas in den letzten Jahren besucht. Aber wenn es mal um Events mit über 100 Besuchern geht, ist es für jeden Neuland. Mit der ganzen gesammelten Erfahrung haben wir uns gesagt, “warum nicht hier” und “warum nicht wir”.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Geographisch sind wir in der Mitte des ehemaligen Kalireviers. Die Veranstaltung findet in einer Sporthalle neben dem Fußballstadion in der Stadt Bollwiller statt. Der Ort ist etwas abseits vom Zentrum und bietet eine schöne grüne Umgebung.

Warum gerade dort?

Die Sporthalle von Bollwiller war erst mal nicht geplant! Ursprünglich sollte der Event im Festsaal von Staffelfelden stattfinden, einem Nachbardorf von Bollwiller. Als die Anmeldungen in Zehnerschritten reinkamen und wir innerhalb von 3 Monaten über 400 Will Attends hatten, haben wir bemerkt, dass es ein Platzproblem geben könnte.

Dank der Geocacher in unserem Bekanntenkreis konnten wir sehr schnell die Ausweichlösung Bollwiller finden. Als wir die Halle das erste Mal besucht haben, war uns klar, dass das der richtige Platz ist, um alle angemeldeten Geocacher willkommen zu heißen.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Zum letzten Stand sind 570 Geocacher angemeldet, mit begleitenden Personen sind es ca. 800 Besucher. Mit unseren Werbekampagnen wie in deinem Blog erwarten wir, dass wir die 800 Will Attend überschreiten.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Nein. Es dürfen ruhig etwas mehr sein. Jeder der schon an Megas war hat sich mal die Frage gestellt, wo denn die 600 bis 800 Personen sind. Es sind ja nicht immer alle gleichzeitig auf dem Gelände.

Der Storch ist das Symbol für das Elsaß
Der Storch ist das Symbol für das Elsaß, CC BY 3.0 von fotogoocom

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Das Thema unseres Mega-Events sind die Bergwerke. Das Event findet in der Mitte eines ehemaligen Kalireviers statt. Wir bieten Besichtigungen einer der größten Minen, dem Schacht Rodolphe, und des Kaliminen-Museums an. Dort in der alte Garderobe, wo noch die Arbeitskleidung hängt, wird das Meet and Greet Event stattfinden. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, zwei mittelalterliche Bergwerke zu besuchen und es findet ein Workshop für Kinder über Fossilien statt.

In der Halle bieten wir weitere Workshops wie Lockpicking und Wherigo für Anfänger an. Alle Besichtigungen und Workshops können über unseren Event-Shop gebucht werden. Neben bei wird es noch eine Ausstellung von GWC geben. Und für Hungrige und Durstige sorgen Foodtrucks, es gibt Sandwiches und diverse Getränke.

Bezüglich Caches wird es genügend und für alle etwas geben: Von T1 bis auf T5. Eine Matrix, welche neue und bereits existierenden Caches kombiniert, ist in der Planung und soll in einem Umkreis von 10 km liegen. Wir planen sogar eine zweite Matrix, die aus komplett neuen Caches bestehen soll. Nach dem regionalen Abendessen (Im Elsaß natürlich Sauerkraut!) sollen Night Caches veröffentlicht werden.

Am Sonntag wird es für die Natur ein CITO an einer Fahrradstrecke entlang des Flußes Thur geben. Nach dem CITO folgt beim Goodbye-Event die Verabschiedung und eine weitere Möglichkeit sich über Geocaching austauschen .

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade ins Elsaß kommen?

Weil die Location geographisch ausgezeichnet ist. Wir sind im DE-CH-FR Dreiländereck und freuen uns auf Cacher aus dem Ausland. Das Elsaß ist auch bekannt für gutes Essen und die guten Weine. Tja und wie man sagt, “Lebe wie Gott in Frankreich”.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Nein es muss kein Eintritt bezahlt werden.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Die Sporthalle verfügt über einen großen Parkplatz. Wir werden sorgen, dass die Autos dicht geparkt werden, so daß es genug Platz für alle hat.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja, Hunde sind auf dem Außengelände erlaubt, müssen aber immer an der Leine bleiben. Leider haben wir noch keine Informationen darüber, ob innen Hunde erlaubt sein werden.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Wir sind sieben Personen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Wir haben Aufgabenbereiche definiert und tauschen aus über Slack aus. Dort gibt jeder sein Input.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Ja es ist für die Organisation ausreichend.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Na klar brauchen wir Helfer! Ohne sie könnte so eine Veranstaltung nicht stattfinden. Viele haben sich schon freiwillig gemeldet. Bald wird die Kampagne zur Helfersuche starten. Wir freuen uns schon auf jede Anmeldung.

Was Helfer als Dankeschön erhalten werden, steht noch nicht 100%ig fest. Aber sicher wird es ein Helfershirt und eine Mahlzeit geben.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja, wir sind alle langjährige Geocacher. Wir haben von 4 bis 10 Jahre Erfahrung im Spiel.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir besuchen mit dem ganzen Team andere Events in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Auf Megas wie Brugse Beer VIII und Stashes ‘n’ Stones wurde vor Ort Werbung gemacht. Letztens waren wir in der Bourgogne beim Chouette Event #7 Mega, wo wir einen Stand hatten und ein Spiel angeboten haben. Bald geht es nach Dunkerque, Nord-Frankreich, aufs Mega Geonord 2018 – Sunset.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Wir haben Visitenkarten zum ausgeben, aber am besten läuft die Mundpropaganda.

Ich möchte die Gelegenheit dieser letzten Frage nutzen, um uns bei dir zu bedanken für die Zeit die du für uns und unserem Projekt investierst.

Guy, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im Oktober im Elsaß!

Sólstafir – “Silfur-Refur” – Freitagsvideo 20.07.2018

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Hank Williams III – “Cocaine Blues” – Freitagsvideo 13.07.2018

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Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 3

Dies ist Teil drei unserer Reise rund um Island.

Island
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 1
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 2
Entlang der Ringstraße – Geocaching in Island – Teil 3

Hringvegur – Die Ringstraße

Die Ringstraße ist die Hauptverkehrsverbindung rund um die Insel. Sie ist meist zweispurig und grob 1300 Kilometer lang. Wir sind entgegen des Uhrzeigersinns gefahren, was letztendlich Geschmackssache ist, für uns aber super gepaßt hat. Die Benutzung ist bis auf den Tunnel Hvalfjarðargöng mautfrei.

Island Ringroad
Die grobe Route

Tag 8 – Mývatn – Dalvik

Nach einem wie am Vortag sehr guten Frühstück heißt es Abschied nehmen vom Mývatn. Wir starten unsere nördlichste Etappe, die uns bis fast an den Polarkreis führen wird. Die Fahrt ist entspannt, denn die Planung sieht nur etwa 200 Kilometer für den heutigen Tag vor.

Der obligatorische Wasserfall heute heißt Goðafoss und ist mal wieder ein etwas größeres Exemplar. Mit seiner Hufeisenform ist er entfernt mit den Niagarafällen verwandt. Wie erwartet gibt es hier ein Earthcache und etwas vom Wasserfall entfernt auch noch ein Tradi.

Goðafoss
Goðafoss

Wir folgen der Ringstraße. Während eines Zwischenstops in Svalbarðseyri, bei dem wir einen Tradi mit erstaunlich passendem Hint finden, können wir in der Ferne schon einmal Akureyri sehen. Es liegt auf der anderen Seite des Eyjafjörður-Fjords. Dort angekommen stehen wir erstmal an einer roten Ampel. Etwa 800 Kilometer sind wir gefahren und plötzlich steht da aus heiterem Himmel diese Ampel!

Wir suchen ein paar Dosen und verlassen Islands mit 18000 Einwohnern zweitgrößte Stadt wieder. Wir nehmen die Straße 82 in Richtung Norden. Spätestens ab jetzt ist jeder Cache ein neuer nördlichster! Wirklich viele gibt es hier allerdings nicht. Es geht vorbei an der Abzweigung zu unserer Unterkunft, durch Dalvík hindurch, immer am Fjord entlang. Sehr schön zu fahren!

Irgendwann kommt der erste Tunnel. 3,4 Kilometer lang und einspurig. Ein-spu-rig! Und es ist absolut kein Problem. Grob alle 50 Meter gibt es Haltebuchten, an denen einer warten kann, bis der andere durch ist. Siehe da, das klappt wie bei den einspurigen Brücken problemlos. Auf den ersten folgt kurz hinter Ólafsfjörður ein zweiter Tunnel, der aus zwei Teilen, sowie dazwischen ein paar hundert Metern unter freiem Himmel, besteht und insgesamt grob 11 Kilometer lang ist. Und zweispurig 🙂 Als uns der Berg wieder ausspuckt, sind wir in Siglufjörður, der nördlichsten Stadt Islands.

Nachdem wir die Suche nach dem ersten Cache wegen zu hohen Schnees abbrechen müssen, finden wir den Tradi am Flughafen problemlos. Was für ein Ausblick vom Cache! Der Fjord, die schneebedeckten Berge und die Stadt, die sie nur “Siglo” nennen. Wir wollen nochmal ein paar Kilometer weiter nördlich, noch ein kleiner Tunnel und wir sind am definitiv nördlichsten Cache unserer Reise. Zurück in Siglo packt uns langsam aber sicher der Hunger. Quasi 2 Minuten vor Feierabend laufen wir in die Fiskbúð Fjallabyggðar ein und erleben mal wieder einen sehr entspannten Isländer. Klar, Fish & Chips, kein Problem, machen wir. Grob 30 Euro wechseln den Besitzer und wir hauen uns die Mägen im Auto voll. Danach geht es wieder zurück durch die Tunnel, ab in die Unterkunft.

Ach ja, wem Siglufjörður bekannt vorkommt: Hier wurde die Serie Trapped – Gefangen in Island gedreht, so eine Art Rosamunde-Pilcher-Film für Erwachsene. Also ohne Schmalz. Und mit Morden. Na ja, eigentlich hat sie von Pilcher-Schnulzen nur die tollen Landschaftsaufnahmen.

Übernachtung: Arnarnes Paradise, schöne Unterkunft, geräumig, gutes Frühstück, sehr nette Vermieterin.

Tag 9 – Dalvik

Der heutige Tag ist eigentlich schnell erzählt: Erst wird entspannt und in aller Ruhe gefrühstückt. Erst gegen Mittag machen wir uns auf nach Dalvik.

Am Hafen besteigen wir um 13 Uhr zusammen mit anderen Touristen ein Schiff von Arctic Sea Tours, das uns eine weitere Touristenattraktion näherbringen soll: Whale Watching. Ähnlich wie bei der Umrundung der Insel – im oder gegen den Uhrzeigersinn – ist auch der “richtige” Ort für die Walbeobachtung eine Wissenschaft für sich und eine Glaubensfrage. Dalvik oder Húsavík? Ich hatte mich bei der Planung für Dalvik entschieden. Preislich schenken sich beide wenig und so war es letztendlich eine Bauchentscheidung. Und mein Bauch hat gut entschieden, auch wenn es erstmal anders aussah 🙂

Gut 3 Stunden kurven wir im Fjord rum, einmal um die Insel Hrísey. Leider sehen wir bis auf ein paar kleine Minkwale aus weiter Entfernung keine Wale. Schade! An Bord gibt es irgendwann noch einen Kakao und Kekse, aber auch das lockt keine Wale mehr an. Dafür werden irgendwann gegen Ende Angeln ausgegeben und man kann sich am Hochseeangeln versuchen. Ich persönlich finde angeln ja stinklangweilig, aber auf einem Schiff, in einem Fjord, das mußte ich dann doch einmal testen. Und siehe da, ich kann tatsächlich einen sooooooo großen Fisch ins Boot ziehen! Andere tun es mir gleich. Die Fische werden direkt noch auf dem Wasser filetiert. Während wir vom Hafen zum Gebäude von Arctic Sea Tours laufen und uns aus unseren Overalls schälen, wird der Fisch nebenan gegrillt. Nur mit Salz, Pfeffer und Butter. Ein absoluter Traum!

Wirklich cachen waren wir mangels Angebot heute nicht. Allerdings fahren wir nach Hjalteyri, das durch den Fischfang bekannt wurde. Zwischen 1937 und 1966 stand hier die größte Heringsfabrik Europas. Heute sieht das Ganze eher nach Lost Place aus, ist aber nicht verlassen. Einen Cache gibts auch, der einzige für heute.

Weil das einzige Restaurant im Ort geschlossen hat, beschließen wir, nach Akureyri zu fahren und uns im Supermarkt einzudecken. Das wars dann auch schon für heute.

Übernachtung: Arnarnes Paradise, schöne Unterkunft, geräumig, gutes Frühstück, sehr nette Vermieterin.

Tag 10 – Dalvik – Borganes

Eigentlich wollten wir heute in aller Ruhe nach Borganes fahren, unterwegs ein paar Dosen sammeln und einen reinen Fahrtag hinter uns bringen. Eigentlich. Aber wie so oft kam es etwas anders. Da wir gestern qusi keine Wale gesehen haben, durften wir heute nochmal zum Whale Watching.

Bevor wir uns zum Anbieter begeben, ersetzen wir die Dose am Hafen von Dalvik. Deutsche Cacher werden hier traditionell aufschreien, aber in Island ist es okay, auch mal eine fremde Dose zu warten. Danach geht es aber wieder aufs Schiff und raus auf den Fjord. Der Kapitän ist irgendwann leicht genervt davon, daß sich einfach keine Wale zeigen wollen. Er lenkt das Boot immer weiter in Richtung offenes Meer. Dort treffen wir auf zwei andere Schiffe und es wird zu dritt gewartet und gesucht. Alles in Allem fuhren wir grob 50 km auf dem Wasser, 20 mehr als gestern. Und siehe da, heute haben wir mehr Glück. Wir sehen mehrere Wale, manchmal schafft man es sogar, sie zu fotografieren, bevor sie wieder untertauchen! Wirklich ein interessantes Erlebnis, das ich empfehlen kann. Im schlimmsten Fall gibts ja immer noch den gegrillten Fisch 🙂 Heute hatte ich allerdings nur die Unterseite des Schiffes am Haken…

Die längere Tour hat den Effekt, daß wir erst gegen 18 Uhr loskommen und noch über 330 Kilometer vor uns haben. Gut, es werden quasi alle geplanten Caches gestrichen, aber aus dem reinen Fahrtag mit ein paar Caches wird so eben ein “Whale Watching und Fahrtag”. Für die Strecke brauchen wir grob 5:30 Stunden, es wird also spät. Eine kurze Rücksprache mit der Unterkunft zeigt mal wieder die Entspanntheit der Isländer. Kein Problem, die Tür ist offen, Zimmerschlüssel und Infos liegen am Eingang.

Übernachtung: Lambalækur Guesthouse, grob 100 Jahre altes Haus, Frühstück Self Service.

Tag 11 – Borganes – Snæfellsnes – Reykjavik

Von Borganes könnten wir jetzt auf direktem Weg nach Reykjavik fahren. Allerdings haben wir einen “kleinen” Schlenker auf die Halbinsel Snæfellsnes eingeplant. Snæfellsnes wird nicht ohne Grund “Mini-Island” genannt. Dort findet man Wasserfälle, Berge, Gletscher, Vulkane. Die ganze Palette eben. Man kann dort sicher Tage zubringen, für uns war der Kurzausflug (erstmal) ausreichend.

Schon bei der Anfahrt halten wir an Gerðuberg, einer mächtigen und sehr imposanten Wand aus Basaltsäulen, an der natürlich auch ein Earthcache ist. Wir besuchen die Búðakirkja, eine einfache schwarze Holzkirche in schöner Umgebung, bevor es von der asphaltierten Straße runter geht. Wir fahren die F570 Schotterpiste den Berg rauf, zur Sönghellir-Höhle. Und weil das noch nicht abendteuerlich genug war, suchen wir dort den passenden Tradi, der seine vier Terrain-Sterne heute wirklich verdient hat. Die Aussicht da oben ist aber super.

Nach einem kurzen Abstecher zum Bárður Snæfellsás-Denkmal parken wir am Parkplatz des Djúpalónssandur-Strandes. Unser Ziel ist das Final von Blueberry Labyrinth, einem Mystery-Multi, bei dem man von Anfang an weiß, wo man hin muß. Auf dem Weg muß man diverse Informationen über Steine und die Reste eines Schiffs sammeln. Am Labyrinth angekommen nimmt man eine kleine Peilung vor und schon hat man die Dose. Der Weg dort hin ist allerdings nicht ganz einfach, aber die Umgebung ist definitiv eine Belohnung für die Mühen.

Wir fahren vorbei am imposanten Snæfellsjökull, jenem Vulkan, in dem sich laut Jules Verne der Einstieg zum Mittelpunkt der Erde befindet, zum nicht weniger imposanten Kirkjufell. Neben einem eher kleinen Wasserfall gibt es natürlich auch einen Earthcache zu diesem Berg. Das wars dann auch schon mit unserer kleinen Rundreise über Snæfellsnes, wo es wirklich schön ist. Zum Abschluss wollen wir eigentlich noch den Cache an der Landbrotalaug, einem natürlichen Hotpot, suchen. Leider finden wir ihn nicht. Aber der Besuch der heißen Quelle war sicher kein Fehler.

Auf dem weiteren Weg in die isländische Hauptstadt passieren wir den Tunnel Hvalfjarðargöng, der (wie der Name schon sagt) unter dem Fjord Hvalfjörður verläuft und die Distanz nach Reykjavik um fast 50 Kilometer verkürzt. Als sich der Tag dem Ende zuneigt, schließt sich der Kreis, um nicht zu sagen, der Hring 🙂 Wir sind einmal um die Insel gefahren.

Übernachtung: Grimur Hotel, gut gelegen, 24/7 Zugang dank Türcode.

Tag 12 – Reykjavik

Die Reise neigt sich dem Ende zu. Am Schluß haben wir zur Sicherheit zwei Puffertage in Reykjavik eingebaut. Im Gegensatz zu Mitteleuropa weiß man in Island nie, ob nicht eine Straße gesperrt ist, ein Sturm oder ein Unwetter eine Weiterreise unmöglich machen. Eine Unterkunft ist immer irgendwie gefunden, zur Not schläft man im Auto. Ein verfallener Flug dagegen geht ordentlich ins Geld. Daher bietet es sich an, am Schluß einer Umrundung noch einmal in Reykjavik oder Keflavik zu bleiben.

Und so stand heute ein Stadtbummel durch Reykjavik auf dem Programm. Wir parkten das Auto auf einem Parkplatz unweit der Harpa und liefen erstmal zu einem Cache, der die meisten Favoritenpunkte aller isländischen Caches hat. Und den Hint schon im Namen trägt: In a crevice among some large rocks … ist ein Tribut-Cache für den allerersten Geocache in Island Go Iceland Go. Dessen Hint weißt darauf hin, daß die Dose in einer Spalte unter einigen großen Felsen am Atlantik in Reykjavik versteckt war, eben “In a crevice among some large rocks by the Atlantic Ocean in Reykjavik”. Genau dort finden wir dann auch die unübersehbare Umverpackung.

Weiter geht es an der Harpa vorbei in Richtung Hafen, als ich plötzlich vor einer Lok stehe. Island und Züge? Eigentlich gibt es in Island tatsächlich keinen Schienenverkehr mehr. Zwischen 1913 bis 1928 transportierten zwei Loks Wagen mit Gütern vom Hafen in Teile Reykjaviks. Die eine Lok steht ganzjährig im Museum, die andere, Minor, – das habe ich bei der Planung der Reise Anfang 2015 gelernt – im Sommer am Hafen. Im Winter wird sie “eingemottet”, gesäubert, gestrichen und im Sommer wieder aufgestellt. Der Cache geht die Reise mit. Ich hatte das Ganze im Kopf, so konnten wir trotz Disable den Cache suchen und finden. Das war wirklich gutes Timing!

Nach dem Hafen laufen wir bergauf zur Landakotskirkja. Den Cache finden wir leider nicht, aber wir wollen sowieso weiter zum Ráðhús, wo ein Virtual wartet. Das Wetter ist super und es wird Zeit, zum Auto zurückzulaufen. Wir haben noch etwas vor, mehr als wir zu diesen Zeitpunkt ahnen konnten…

Die Halbinsel Seltjarnarnes gehört eigentlich nicht mehr zur Stadt Reykjavik, davon merkt man aber nichts. Am Ende der Siedlung befindet sich ein Golfplatz und ein Naherholungsgebiet. Dort finden wir einen Cache zu Nordlichtern, die wir leider auf der gesamten Reise nicht sehen konnten. Am nordwestlichsten Zipfel der Halbinsel liegt Grótta, eine kleine Insel, die bis zu einer Sturmflut 1788 mit dem Festland verbunden war. Sie ist heute über einen Damm bei Ebbe erreichbar, auf ihr stehen einige Häuser und ein Leuchtturm. Auf der Insel gibt es ein ausgeprägtes Vogelleben, weshalb sie zwischen Mai und Juli für Menschen gesperrt ist. Aber wir haben ja immer noch April. Am Parkplatz gibt es ein Infoblatt mit den Zeiten von Ebbe und Flut, entgegen dem, was wir sonst gesehen haben aber nur auf isländisch. Macht nichts, diese Uhrzeit hier sollte das Ende des Besuchs markieren. Beim Weg über den Damm zählen wir Strommasten für den Multi, finden am Rande der Insel beim Leuchtturm eine plausbible Stelle und suchen.

Irgendwann fällt mein Blick auf den Damm. Mh, das Wasser war da vorher aber noch nicht! Scheinbar war die Uhrzeit nicht die Zeit, um die Insel zu verlassen, sondern die Zeit, an der definitiv kein Wegkommen mehr ist. Und so saßen wir auf der lieblichen Insel Grótta fest, um uns der Nordatlantik (Schwimmen fiel also aus) und genoßen die Natur. Die Häuser waren natürlich alle verschlossen, immerhin gab es eine Bank. Ich hätte ja das Spiel des VfB gegen Leverkusen hören können. Handyempfang gab es natürlich. Mein Akku war allerdings schon bei 30%. Für “mal eben auf die Insel und einen Cache suchen” hätte das gereicht. Egal, ein Ticker tuts auch, der VfB gewann 1:0 und wir verbrachten 4 wunderschöne Stunden auf der Insel. So einfach kann Entschleunigung sein 🙂

Als wir wieder auf dem Festland waren, beeilten wir uns. Wir hatten eigentlich – einige Stunden früher – vor gehabt, noch “taditionell isländisch” essen zu gehen. Das Kafi Loki direkt an der Hallgrímskirkja kannten wir schon von 2015. Das Essen ist schon auf Touristen ausgelegt, aber wirklich sehr lecker. Kurz vor Schluß kamen wir an. In Deutschland hätte es wohl nichts mehr gegeben, in Island war das kein Problem. Es gab eine sehr gute Meat Soup und danach Rúgbrauð (süßliches Roggenbrot) mit Plokkfiskur (eine Mischung aus Fisch und Kartoffeln, beides gestampft) und geräuchter Forelle, Flatbrauð (Fladenbrot) mit Hangikjöt (geräuchertes Lammfleisch), Harðfiskur (Trockenfisch) mit Butter und natürlich ein paar Stücke Hákarl (fermentierter Grönlandhai, der mir dieses Mal fast schon gut geschmeckt hat). Als Nachtisch Roggenbroteis. Hört sich komisch an, ist aber der Hammer!

Nachdem wir dem sicheren Hungertod entkommen waren, ging es wieder zurück nach Seltjarnarnes zum entspannen. Genau, kurz einen Cache suchen und dann Schuhe aus, Hosen hoch und die Füße ins herrlich warme Wasser von Kvika, einem Mini-Hotpot. Ein perfekter Tagesabschluß.

Übernachtung: Grimur Hotel, gut gelegen, 24/7 Zugang dank Türcode.

Tag 13 – Reykjavik – Keflavik

Für heute haben wir mehr oder weniger spontan einen Museumsbesuch eingeplant. Vorher geht es noch kurz auf einen Cache und einen letzten Einkauf nach Reykjavik, bevor wir die Hauptstadt verlassen. Das Wetter gibt unserem Vorhaben Recht, es regnet. Aber so ein bißchen Regen hält uns natürlich nicht vom Cachen ab. Wie man das als Cacher kennt, fahren wir nicht direkt zum Museum, sondern nehmen einen klitzekleinen Umweg in Kauf und halten gelegentlich mal an.

Interessant und ziemlich feucht sind die Tröllabörn, die Trollkinder, an denen es einen Earthcache und einen Tradi gibt. Eine dieser Lavaformationen (“Hornitos“) müssen wir vermessen. Bei Regen und Wind wird das Ganze eine eher schnelle Aktion. Weiter fahren wir bis zum Kratersee Kerið, an dem es wie üblich einen Earthcache zu lösen gilt. Man merkt, daß wir wieder relativ nahe am Golden Circle sind, denn die Touri-Dichte hat ziemlich zugenommen.

Nachdem wir gelernt haben, wo Jón Arason, der letzte katholische Bischof Islands, hingerichtet wurde (Ja, Geocaching bildet!), haben wir noch etwas besonderes vor. Unser nächstes Ziel heißt Laugarás, ein kleiner Ort, der eigentlich wenn, dann nur für sein Thermalgebiet und die damit verbundene Gemüsezucht bekannt sein dürfte. Wir sind allerdings dort, weil vier Tage (!) vorher ein neuer Cache veröffentlicht wurde und bisher noch ungefunden ist. Die Spannung steigt und wir haben Glück. Das Logbuch ist noch leer! FTF in Island, cachetechnisch ein perfekter Abschluß!

Dann geht aber über die Ringstraße ins Museum. Das Lava Centre liegt in Hvolsvöllur und wurde erst im Juni 2017 eröffnet. Dementsprechend modern ist die interaktive Ausstellung zur Geologie und den Vulkanen Islands. Man kann hier quasi mit allen Sinnen erleben, wie ein Vulkan ausbricht, sich ein Erdbeben anfühlt oder was so alles unter Island vor sich geht. Im dazugehörigen Kino wird ein zwölfminütiger Film über die Vulkanausbrüche in Island von 2010 bis 2014 gezeigt. “Hauptdarsteller” ist natürlich der Eyjafjallajökull (sprich: Eijafjatlajökütl. Ist doch gar nicht so schwer!), der 2010 den Flugverkehr in halb Europa lahm gelegt hat. Alles in Allem ist das Ganze ein gut gemachtes, interessantes Museum, dessen Besuch sich nicht nur bei Regen lohnt.

Ach ja: Eigentlich kostet der Eintritt 3200 Isländische Kronen (ca. 25 Euro). Wenn man sein Ticket online bucht, kriegt man einen kleinen Rabatt und bezahlt man nur 2880 ISK.

Wie so oft ist Google Maps ein guter Wegweiser, der uns in das unscheinbare Restaurant eines Golfclubs führt. Im Restaurant Strönd gibt es für mich zur Abwechslung mal kein Lamm, sondern erst Kabeljau-Carpaccio und dann ein schönes Sirloin-Steak vom Pferd mit Kartoffeln und einer Cognac-Pfeffersoße. Mjam!

Nach dem Essen fahren wir auf einen kurzen Abstecher zur Blauen Lagune. Es gibt hier einen “neuen” Earthcache, der 2015 noch nicht veröffentlicht war und wir können die Rechnung, die wir seitdem bei einem Tradi offen haben, endlich schließen.

Weil sich der Tag doch ziemlich gezogen hat, verzichten wir auf ein paar Dosen um Keflavik und fahren direkt in unsere Unterkunft. Immerhin müssen wir morgen früh gegen 5 Uhr das Auto abgeben. So reicht ein Tankstop dann auch aus, um den heutigen Tag zu beenden.

Übernachtung: Svitan Guesthouse & Apartments, gut gelegen, quasi um die Ecke des Autovermieters, Frühstück Self Service.

Am nächsten Morgen geben wir viel zu früh das Auto zurück, fahren zum Flughafen, checken ein und holen noch kurz einen letzten Cache. Dann ist das Abenteuer Ringstraße auch schon wieder vorbei.

Kosten

Island ist teuer. Das stimmt soweit. Allerdings war ich überrascht, daß Island gar nicht so teuer sein muß, wenn man kleinere Abstriche macht.

Wenn man kein Problem damit hat, sich das Bad mit anderen Menschen zu teilen, kann man schon einmal viel sparen. Ohne jetzt statt im Nobelhotel in einer Absteige übernachten zu müssen. Man bekommt für 100 Euro ein Doppelzimmer in einer guten, bodenständigen Unterkunft. Kein Schnickschnack, kein Zimmerservice und kein Wellnessangebot. Wer das unbedingt braucht, kriegt es zwar, aber eher selten und wesentlich teurer. Und weniger geht immer. Wer auf Schlafsäle steht und sehr aufs Geld schauen muß/will, der findet auch da was. Ich habe sehr sehr viel bei booking.com verglichen, umgebucht und storniert. Nutzt das ruhig, wenn es geht, bis die definitive Route feststeht. Ach ja: Ich gehe hier natürlich immer von Vorsaison aus. In der Hauptsaison kann das Ganze natürlich (etwas) teurer werden.

Die Lebenshaltungskosten ansich sind höher als in Deutschland. Diesel kostete pro Liter umgerechnet um die 1,60 Euro, ein Snack kommt schnell mal auf 15-20 Euro und ein Hauptgericht im Restaurant zwischen 35 und 40. Ein Einkauf im Supermarkt ist auch teurer als hier. Aber das kalkuliert man vorher ein, dann weiß man etwa, was einen erwartet. Und wie schon geschrieben, muß man ja auch nicht jeden Abend essen gehen.

Alles in Allem hat der Spaß bei 2 Personen und 13 Übernachtungen für jeden grob 1700 Euro gekostet. Komplett. Inklusive Essen, Sprit, Eintrittsgeldern oder Parkgebühren. Klar, kein Ballermann-Urlaub, aber jeden Cent wert.

Fazit

Island ist eines der schönsten und vielfältigsten Länder, die ich bisher besucht habe. Hier gibt es alles, außer vielleicht Hochsommer 🙂 Ich kann eine Reise dorthin nur empfehlen, egal, ob man typischer Sightseeing-Tourist ist, Geocacher oder oder einfach Land und Leute kennenlernen will. Die Arten, hier Urlaub zu machen, sind vielfältig: Vom Stopover (bspw. Flug in die USA mit mehreren Tagen Zwischenstop in Island) mit Kurzbesuch des Golden Circle über organisierte Busreisen bis hin zur geplanten Mietwagenreise oder der Fahrt auf eigene Faust ist alles möglich. Ich sage bei Fragen ja immer, daß ein Zweitagesbesuch des Golden Circle immer noch besser ist, als nie in Island gewesen zu sein.

Je weiter man allerdings nach Osten kommt, desto weniger ist los. Die Sehenswürdigkeiten werden weniger, das Land ist immer noch beeindruckend. Mein Fazit lautet: Wenn man die Möglichkeit zu einer Reise nach Island hat, dann unbedingt machen! Und bei Fragen gerne fragen.

Hat dir der dritte Teil meines Reiseberichts gefallen? Hast du Fragen? Ab damit in die Kommentare!

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