Accept – „Balls To The Wall“ – Freitagsvideo 08.11.2019

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Motörhead – „We Are The Road Crew“ – Freitagsvideo 01.11.2019

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Pierogi und Svíčková – Geocaching in Polen und Tschechien – Teil 2

Die grobe Route der Tour

Im ersten Teil meines Berichtes geht es um die Anfahrt nach Warschau, das lange Wochenende inklusive Megaevent dort und die Fahrt nach Auschwitz.

Tag 8: Auschwitz/Wieliczka

Flagge PolenOświęcim (deutsch Auschwitz) ist eine am Fluss Soła gelegene polnische Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen im südlichen Teil des Landes, rund 50 Kilometer westlich von Krakau. Unheilvolle Bekanntheit erlangte die Stadt als Standort für das deutsche Konzentrationslager Auschwitz

Da ich direkt gegenüber des Stammlagers Auschwitz I untergebracht bin und seit 2017 weiß, was mich erwartet, habe ich mir vorab ein Ticket gebucht. Damals hatte ich aufgrund der Masse an nervigen Menschen das Stammlager schnell verlassen und auf einen zweiten Besuch verschoben. Morgens um 8 kann ich dank Buchung frei herumlaufen und bin nicht an eine geführte Tour gebunden. Am Eingang geht es wieder durch eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen. Trotz der frühen Uhrzeit ist schon ziemlich viel los. Das hat manchmal den Vorteil, daß ich zuhören kann, was den Gruppen erzählt wird (wenn die Führung nicht gerade auf Russisch stattfindet),

Ursprünglich hatte ich den heutigen Tag komplett für Auschwitz I und II eingeplant. Ich bleibe etwa 1:45 im Stammlager und fahre dann nach Birkenau. Eigentlich wollte ich mir bei diesem Besuch die Reste der Effektenlager Kanada anschauen. Schon nach wenigen Hundert Metern merke ich, daß die Hitze einfach zu heftig ist und laufe zurück zum Auto.

Im Osten von Oświęcim schaue ich mich noch nach Hinterlassenschaften von Auschwitz III (Monowitz) um. Was eher unbekannt ist und man heute auch auf den ersten Blick nicht mehr sieht: Das Lager Monowitz war usprünglich ein Dorf und wurde nach dem Krieg wieder zurück in ein Dorf verwandelt. Aber wenn man genau hinschaut, sieht man noch einen Einmannbunker, Unterstände und auch einen größeren Bunker. Dort erneuere ich meinen Cache, bevor ich spontan weiter nach Osten in Richtung Krakau fahre.

Flagge PolenWieliczka (deutsch Groß Salze) ist eine Stadt im Powiat Wielicki der Woiwodschaft Kleinpolen in Polen; ca. zehn Kilometer südöstlich von Krakau gelegen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 57.500 Einwohnern. Das Salzbergwerk Wieliczka und das Salzgrafenschloss gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Spontan entschließe ich mich, nach Wieliczka zu fahren, was ich eigentlich für morgen eingeplant hatte. Der Besuch des Salzbergwerks wurde mir mehrfach empfohlen. Als netten Nebeneffekt kann ich so auch relativ problemlos den Virtual Światowe dziedzictwo / World Heritage loggen, bei dem man die Innenstadt Krakaus und eine der anderen elf ersten UNESCO-Welterbestätten besuchen muß.

Erst cache ich mich ein wenig durch den Ort, bevor ich zum Bergwerk fahre, mein Ticket kaufe und darauf warte, daß die deutschsprachige Führung beginnt. Die Führung auf der Touristenroute dauert etwa 3 Stunden und ist für Polen mit 94 Złoty (ca. 22 Euro) verhältnismäßig teuer. Allerdings kann ich hinterher sagen, daß sich die Investition durchaus gelohnt hat.

Zuerst geht es über 378 Holzstufen – es werden nicht die einzigen Treppen sein – bis auf 64 Meter Tiefe. Ich kenne ja die Maginotlinie, deren Bunker bis auf grob 30 Meter Tiefe gehen. Aber das hier ist doppelt so tief! Unten angekommen laufen wir nach und nach durch unzählige Gänge, gestützt durch Kiefernstämme, immer unterbrochen von großen bis riesigen Räumen.

Dabei zeigt die etwa 3 Kilometer lange Touristenroute nur einen Bruchteil des Bergwerks, denn die Gesamtlänge der Gänge ist hundert mal größer! Man bekommt einiges aus über 750 Jahren Bergbaugeschichte an diesem Standort mit und sieht immer wieder prächtige Verziehrungen und Skulpturen, die direkt aus dem Salz hergestellt wurden. Wirklich ein Erlebnis!

Bereits seit 1978 steht die Salzmine wie gesagt auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und ist demensprechend gut besucht. Etwa eine Million Menschen tut es jedes Jahr Kopernikus, Humboldt oder (natürlich!) Goethe gleich, die in der Vergangenheit in Wieliczka waren. Überfüllt finde ich es aber nie, scheinbar sind die Führungen gut getaktet.

Das Thema „Exit through the gift shop“ wurde hier quasi perfektioniert. Nach etwa 2 Dritteln der Tour gibt es eine Pause im ersten Souvenirladen. Am Ende der Führung muß man durch mehrere Restaurants und Andenkenläden laufen. Auch wenn es sicher etwas Besonderes ist, auf den 130 Metern unter der Erde, die inzwischen erreicht wurden, zu dinieren, verkneife ich es mir.

Am Schluß geht es mit einem Grubenaufzug wieder ans Tageslicht. Alles in Allem kann ich den Besuch empfehlen, wenn man in Krakau und Umgebung ist, sollte man ruhig einen Abstecher nach Wieliczka machen.

Da ich nach dem Tag und der ganzen Lauferei doch etwas kaputt bin, fahre ich abends wieder ins Chata na Zaborskiej und genieße neben einer leckeren Knoblauchsuppe noch einmal Pierogi.

Tag 9: Krakau

Flagge Polen Krakau (polnisch Kraków), die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen, liegt im Süden von Polen rund 250 km südwestlich von Warschau und ist mit etwa 765.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Die kreisfreie Stadt an der oberen Weichsel war bis 1596 Hauptstadt des Königreichs Polen, ist Sitz der – nach Prag – zweitältesten mitteleuropäischen Universität und entwickelte sich zu einem Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum. Zahlreiche Bauwerke der Gotik, der Renaissance, des Barock und späterer Epochen der Kunstgeschichte prägen das Stadtbild. Noch im 21. Jahrhundert wird Krakau als „heimliche Hauptstadt Polens“ bezeichnet und gilt als das „Jahrhunderte alte Zentrum des polnischen Staatswesens“.

Nach dem Frühstück fahre ich wieder nach Osten, diesmal direkt nach Krakau. Nach einigen Caches am Stadtrand fahre ich in die Innenstadt. Vorab habe ich mir dort eine Spur von Caches zurechtgeplant. Vorab habe ich einen Parkplatz in der ul. Straszewskiego 14 gefunden, der von der Lage super in meine Planungen passt. 6 bis 7 Złoty (ca. 1,40 bis 1,65 Euro) pro Stunde mögen für Polen nicht gerade günstig sein, aber Alles in Allem kann ich hier 3 Stunden zentrumsnah für 5 Euro auf einem bewachten Parkplatz parken.

Wenige Meter vom Parkplatz entfernt steige ich an der Haltestelle „Filharmonia“ in die Straßenbahn, die mich in 5 Minuten zu „Stary Kleparz“ bringt. Das Ticket habe ich über die App von Jakdojade gekauft. Es gilt 20 Minuten, kostet 3,40 Złoty (ca. 80 Cent) und kann bequem über Apple Pay bezahlt werden.

Vom nördlichen Ende der Altstadt cache ich mich jetzt nach und nach durch die Gassen. Hier liegen einige wirklich tolle Dosen, von denen mir der sehr knifflige ♥ Krakow: One of the Oldest Churches [PL/EN], die interessante Letterbox ♥ Krakow: 15 Gates [PL/EN] und das geniale Versteck von MNK – Kamienica Szołayskich [PL/EN] super gefallen haben. Auf dem Hauptmarkt finde ich nicht nur Sehenswürdigkeiten wie den Rathausturm, die Tuchhallen und diversen Kirchen, sondern es können neben dem bereits angesprochenen Virtual Światowe dziedzictwo / World Heritage auch noch zwei weitere Virtuals, zwei Earthcaches und ein paar Tradis geloggt werden.

Vorbei am Papstfenster mit seinem Virtual laufe ich noch bis zur Peter-und-Paul-Kirche, bevor es zurück zum Auto geht. Das Papstfenster ist übrigens ein Fenster mit einem Portrait von Papst Johannes Paul II., der lange Jahre Erzbischof von Krakau war und wohl an diesem Fenster gepredigt hat.

Ich hole noch ein paar Caches außerhalb der Innenstadt und fahre nach Kazimierz, ins jüdischen Viertel von Krakau. Hier wurde bspw. Schindlers Liste gedreht. Neben einem Virtual und einem Tradi gibt es hier eine größere Auswahl an jüdischen Restaurants. Zwar sind die meisten doch ziemlich touristisch, aber ich will nur einen kleinen Snack essen. Ich wähl das Restaurant HAMSA hummus & happiness israeli restobar und genieße eine Portion Hummus mit gerösteten Pinien- und fruchtigen Granatapfelkernen für 16,50 Złoty (ca. 3,90 Euro). Kann sein, daß man hier auf Touristen aus ist und es das Essen zwei Straßen weiter günstiger gibt. Aber es war so lecker, daß mir das vollkommen egal ist 🙂

Ich fahre über die Autobahn (Maut 10 Złoty, ca. 2,40 Euro) zurück nach Oświęcim. Kurz Getränke kaufen und noch etwas im Hotel entspannen. Der Snack hat gerade so ausgereicht, also suche ich mir ein Restaurant fürs Abendessen. Zwar war das Essen im Chata na Zaborskiej wirklich gut, aber zwei mal hintereinander reicht dann auch.

Als immer wieder das Restauracja La Rossa auftaucht, schaue ich mir den Laden einmal näher an. Das Restaurant steht wohl in irgendeinem Gault-Millau-Führer für Polen, aber der Koch ist alles andere als bieder. Mhh, also viel Geld für kleine Portionen? Ich riskiere es und bin begeistert! Wer Hunger hat, scrollt bitte weiter.

Für alle anderen: Carpaccio mariniert in Bärlauch, mit Petersilienschwämmen, Erdnüssen, eingelegten Pfifferlingen, Grana Padano Käse und Paprika-Olivenöl. Ich habe schon oft Carpaccio gegessen, aber das war das mit Abstand beste und kreativste. Da war die Hauptspeise (Gegrilltes Entrecote mit Portersoße, Pommes und Krautsalat) fast schon langweilig, trotzdem aber auf den Punkt gebraten und qualitativ sehr hochwertig. Der Nachtisch (Heißer Apfelkuchen mit Zimt, Ananassorbet mit Basilikumblättern, Pflaumensoße, Popcorn und salzigem Karamellcrunch) ist dann wieder kreativer.

Natürlich sind die Preise hier etwas höher als in anderen Restaurants, aber man muß sich auch mal etwas gönnen. Und für deutsche Verhältnisse sind die gebotenen Gerichte trotzdem noch günstig: Carpaccio 29 Złoty (6,80 Euro), Entrecote 64 Złoty (15 Euro), Apfelkuchen 19 Złoty (4,50 Euro). Zusammen mit einem Bier und einem Wodka habe ich 127 Złoty bezahlt, das sind etwa 30 Euro. Wenn du je in Oświęcim sein solltest, das La Rossa ist meine absolute Empfehlung!

Tag 10: Auschwitz – Brünn

Heute ist wieder ein recht typischer Fahrtag. Ich fahre aber wie üblich nicht auf direktem Weg, sondern habe ein paar Ziele, die ich besuchen will. Erstmal geht es über Bielsko-Biała nach Cieszyn, den Endpunkt unserer 15-Länder-Tour. Dort gibt es neben einem coolen Versteck bei FTF auch ein TB-Hotel.

Der nächste Halt ist einer der Höhepunkte des heutigen Tages: Štramberk beziehungsweise Štramberk Národní Sad, eine Art Nationalpark mit Höhlen, Felsen und – dem allerersten Cache Tschechiens. Ich bezahle 50 CZK (ca. 2 Euro) Parkgebühren und mache mich auf den Weg bergauf. Etwa eine Dreiviertelstunde benötige ich für den Aufstieg, den Earthcache und den Tradi, dann bin ich wieder zurück am Auto.

Flagge TschechienBrünn (tschechisch Brno) ist mit etwa 380.000 Einwohnern nach Prag die zweitgrößte Stadt Tschechiens. Die Stadt, seit dem 17. Jahrhundert das historische Zentrum Mährens, ist heute Verwaltungssitz der Südmährischen Region (Jihomoravský kraj). Brünn besitzt mehrere Universitäten, ist ein wichtiger Forschungsstandort und Sitz des Bistums Brünn der römisch-katholischen Kirche Tschechiens.

Weiter geht es Richtung Westen, das Ziel ist Brünn. Unterwegs sind Kostel sv.Kateriny und Jára Kaštil lohnenswerte Haltepunkte, einige weitere Dosen werden angesteuert. Gegen 18 Uhr checke ich im Hotel Vista ein, in dem wir schon 2017 auf dem Weg nach Kiew übernachet haben.

Irgendwie habe ich aber noch viel Lust auf Caches und fahre mit der Straßenbahn für 19 CZK (ca. 75 Cent) bis zum Moravské náměstí. Ab da laufe ich nacheinander die Virtuals ab: Nach Mobilis in mobili, Mincmistrovsky sklep und Brněnský drak / The Dragon of Brno will ich eigentlich etwas essen gehen. Aber irgendwie will ich noch cachen. Also geht es weiter zu Kasna Parnas, Ulička Václava Havla zum Franzensberg. Von dort nehme ich eine Straßenbahn zum Malinovského náměstí, mache ein Foto bei Ctyri zarovky / Four light bulbs und gehe dann endlich etwas essen.

Google hat mir Lokál U Caipla empfohlen und ich wurde nicht enttäuscht. Na ja, fast. Es gibt kein Gulasch und so muss ich mit dem eher untypischen Schnitzel mit Kartoffelsalat vorliebnehmen. Dafür kann ich endlich mal etwas tun, das ich mich bisher nicht getraut habe. Ein Pilsner Urquell Mliko. Weil ich meistens fahren muß, wollte ich das eine Bier, das ich dann trinke, nicht für ein Experiment vergeuden. Es sieht nach wenig Bier und viel Schaum aus, schmeckt wie erwartet lecker und muß mich nach dem dritten bremsen 😉

Nach dem Essen laufe ich noch kurz zum Freiheitsplatz (Náměstí Svobody). Ja, auch hier warten noch zwei Virtuals auf mich. Danach ist dann aber wirklich genug und ich fahre mit der Straßenbahn zurück zum Hotel.

Tag 11: Brünn – Prag

So langsam neigt sich meine Reise dem Ende zu. Aber ein Wochenende in einer meiner Lieblingsstädte, Prag, rundet das Ganze noch ab. Bevor ich Brünn komplett verlasse, suche ich allerdings erstmal in Brünn noch ein paar Caches, besuche die Sternwarte und fahre dann etwas nach Norden zur Brünner Talsperre. Ja, da liegen noch zwei Virtuals und außerdem ist der kleine Spaziergang am Ufer wirklich nett.

Dann geht es aber endlich auf die Autobahn, von der ich bei Jihlava/Iglau wieder abfahre. Richtig, es gibt dort unter anderem einen Virtual 🙂 Ich cache mich weiter, finde eine interessante Challenge und bin quasi schon in Prag. In der Nähe des Sinobo Stadions von Slavia Prag finde ich noch einen witzigen Cache zur Transsibirischen Eisenbahn.

Angelockt von einem weiteren Virtual besuche ich den Wolschaner Friedhof in Žižkov. Eigentlich bin ich kein Freund von Caches auf Friedhöfen. Aber hier ist der Virtual und auch der Tradi kein Problem. Hätte ich etwas mehr Zeit gehabt, dann hätte ich mich noch weiter umgesehen. Der Friedhof ist richtig schön alt und die Grabmäler sind teilweise riesig. Auch muß ich den Besuch bei Kafkas Grab und den passenden Multi auf meinen nächsten Prag-Besuch verschieben.

Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel, etwas Ausspannen und einer Dusche, gehts schon wieder los. Ich habe mich mit Freunden im Restaurace U Slámů zum Abendessen verabredet. Mit der Straßenbahn fahre ich dort in grob 30 Minuten hin. Die App heißt hier übrigens PID Lítačka und verkauft mir für 24 CZK (ca. 95 Cent) ein 30 Minuten gültiges Ticket. Es gibt auch noch Sejf, diese App habe ich auf früheren Prag-Reisen verwendet. Sie ist aber etwas altbacken, wesentlich unkomfortabler und kennt bspw. kein Apple Pay. Wir verbringen einen netten Abend in dem Restaurant, das Essen (Tatar mit Topinky, sowie den zweiten Teil des Titels: Svíčková na smetaně) ist lecker und das Bier sowieso. Satt und zufrieden geht es zurück ins Hotel.

Tag 12: Prag

Flagge TschechienPrag (tschechisch Praha) ist die Hauptstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt der Tschechischen Republik. Mit über 1,3 Millionen Einwohnern belegt Prag den fünfzehnten Rang der größten Städte der Europäischen Union. Prag ist die historische Hauptstadt Böhmens und war eine bedeutende königliche und kaiserliche Residenzstadt im Heiligen Römischen Reich, besonders unter den Přemysliden, Luxemburgern und Habsburgern. Mit der Karls-Universität wurde in Prag 1348 die erste Universität in Mitteleuropa gegründet. Auch das Konservatorium und die Technische Universität gehören zu den ältesten ihrer Art in Europa. Über Jahrhunderte hinweg war Prag eine Stadt, in der sich tschechische, deutsche und jüdische Kultur begegneten.

Der zweite Megaevent auf dieser Tour findet heute in Prag statt. Wer sich für das Thema Astronomie intereressiert, dem wird einiges geboten, denn das Angebot des Megas verteilt sich auf mehrere Orte in und am Rande der Innenstadt Prags. Ich allerdings will mir die Stadt anschauen. So treffe ich mich gegen 9 Uhr mit einigen Freunden am Planetarium, logge und fahre mit der Straßenbahn (Tagesticket 110 CZK, ca. 4,30 Euro) zur Haltestelle Prašný most. Dort können wir endlich die Dosen zu den Wherigos I ❤️ Prague und Tourist Guide round Prague II suchen, die ich schon bei vorherigen Reisen gelöst hatte. Parken war dort immer ein Problem, aber Straßenbahnen haben auch ihre Vorteile 🙂

Von dort laufen wir zur Prager Burg, erledigen den Virtual an der Veitskathedrale und zwängen uns durch Menschenmassen. Es ist schon richtig, daß man sich die Burg entweder früh am Morgen oder am späten Nachmittag anschauen sollte. Wir laufen den Berg hinunter und finden auf dem Weg mit DUM U OSLA V KOLEBCE einen wirklich coolen Cache, der nicht ohne Grund über 1500 Favoritenpunkte bekommen hat. Eigentlich wollen wir mit der Standseilbahn auf den Petřín fahren, aber die Schlange ist ewig lang und anstehen macht bei der Hitze keinen Spaß. Wir planen spontan etwas um und laufen zum ehemaligen Standort des rosanen Panzers am Kinsky Platz. Von dort geht es per Bus weiter zum Tanzenden Haus. Dort liegt ein Cache mit toller Aussicht auf die Moldau und mehrere Inseln.

Noch interessanter sind in dieser Ecke Prags allerdings die Spuren des Endes von Operation Anthropoid an der St.-Cyrill-und-Method-Kirche. Ursprünglich ging es um das Attentat auf Reinhard Heydrich 1942 durch zwei Soldaten (ein Tscheche, ein Slowake). Nach Heydrichs Tod wurden beide gesucht und letztendlich in der Kirche aufgestöbert. Sie wurden beschossen, Teile der Kirche wurden geflutet und keiner der Attentäter hat überlebt. Heute sieht man noch die Einschusslöcher des deutschen MGs und kann an der Gedenktafel nicht nur einen Virtual loggen, sondern auch einen sehr passend versteckten Tradi und einen Multi.

Da es immer noch einfach viel zu heiß ist, beschließen wir gegen 15 Uhr, daß es besser ist, im Hotel etwas zu entspannen und uns später zum Abendessen zu treffen. Gesagt, getan und ein paar Stunden später sitze ich wieder in der Straßenbahn. Das Restaurant Smíchovské Vidličky a nože befindet sich in Smíchov, südlich der Kleinseite. Neben dem fast schon obligatorischen Tatar mit Topinky (das Hauptgericht weiß ich nicht mehr genau…) gibt es für mich einen abnormal leckeren Nachtisch: Hausgemachte süße Klöße gefüllt mit Erdbeeren und Frischkäse. Da fährt man doch gleich glücklicher ins Hotel zurück.

Tag 13: Prag – Stuttgart

Die Planung für den letzten Tag ist eigentlich wir immer, wenn es heim geht: Etwas cachen, Kaufland an der Bělohorská, ab auf die Autobahn, in Rozvadov tanken und ein paar Stunden später bin ich wieder am Ausgangspunkt dieser Reise.

Deshalb fahre ich heute erstmal ein paar Minuten zur nächsten Bahnhaltestelle Holešovice. Ich muß zugeben, wenn ich nicht einen tschechischen Cacher getroffen hätte, hätte ich den Cache wohl nicht gefunden. Sehr fies versteckt! Weiter geht es zum Landwirtschaftsmuseum, wo ein weiterer fies versteckter aber super passender Cache auf mich wartet. Nach dem Tradi am Pisek-Tor löse ich unter anderem einen witzigen Wherigo. Das absolute Highlight zum Abschluß ist allerdings Historicke hradni vodovody, der nicht ohne Grund über 1800 Favoritenpunkte bekommen hat.

Das wars dann eigentlich. Wie oben geschrieben, gehe ich kurz einkaufen und fahre mit einigen kleineren Pausen nach Rozvadov an die deutsche Grenze. Dort tanke ich noch einmal und kaufe traditionelle tschechische Mitbringsel ein (Kaffee und Zigaretten :)). Unterbrochen von einem kurzen Abstecher, gebe ich Gas und bin am Nachmittag zuhause.

Pierogi? Svíčková?

Wenn du diesen Bericht aufmerksam gelesen hast, wirst du dir diese Fragen eigentlich selbst beantworten können. Aber gut:

Pierogi (deutsch Piroggen) sind gefüllte Teigtaschen ähnlich Ravioli. Sind sind in ganz Osteuropa verbreitet und die Bezeichnungen variieren je nach Größe und Füllung. In Polen kennt man sie als Pierogi, in der Ukraine und Russland als Wareniki oder Pelmeni, in Tschechien und der Slowakei heißen sie Pirohy. Die Füllung kann sowohl aus Fleisch bestehen, als auch vegetarisch sein (Kartoffeln, Kraut, Quark etc.).

Svíčková, in seiner ganzen Perfektheit eigentlich ja Svíčková na smetaně, bedeutet etwa „Lendenbraten mit Sahne“ oder „Lendenbraten auf Rahm“. Es besteht aus Rindfleisch, im besten Fall Filet, und wird mit einer dicken Soße, sowie Sahne, Preiselbeeren und einer Zitronenscheibe serviert. Als Beilage gibt es in Scheiben geschnittene Böhmische Knödel.

Also einfach mal dran denken: Support your local dish! Pizza sollte man außer in Italien (und San Marino) in keinem anderen Urlaubsland essen. Es gibt so gute lokale Gerichte, die es wert sind, probiert zu werden.

Fazit

Wie beim letzten Mal waren es ordentlich viele (grob 2500) Kilometer zu fahren, aber die Etappen waren gut eingeteilt. Eigentlich hat sich nur die Fahrt von Görlitz nach Warschau mit fast 600 Kilometern ziemlich gezogen. Der Abstecher nach Dresden hat sich gelohnt, Prag ist immer eine Reise wert und wird auch beim fünften Besuch nicht langweilig. In Warschau hätte ich noch locker eine Woche länger bleiben können. Gerade, was die Museen angeht, gibt es dort noch einiges zu erleben.

Nach Krakau würde ich auch noch ein drittes Mal reisen, denn es gibt noch mehr zu sehen, bspw. die Fabrik von Oskar Schindler. Bei Auschwitz lautet mein Fazit wie 2017: Ein Besuch ist jedem Geschichtsinteressierten definitiv zu empfehlen. Allerdings nach Möglichkeit abseits der Hauptbesuchszeiten, weil man den Ort auf sich wirken lassen sollte. Am besten früh morgens besuchen.

Fragen? Ab in die Kommentare!

Shiey – „Polar Night“ – Freitagsvideo 25.10.2019

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Pierogi und Svíčková – Geocaching in Polen und Tschechien – Teil 1

Wie so oft beginnen die besten Urlaube mit einer kurzen Frage über Whatsapp: „Hast du schon von dem Mega nächstes Jahr in Warschau gehört? Hatten heute fast das ganze Orga Team auf dem Event“. Der angesprochene Event fand im September 2018 statt, also fast ein Jahr vor dem Megaevent.

Warschau? Ich war zwar schon öfter mal in Polen, aber noch nie in der Hauptstadt. Das wäre eigentlich mal ein Plan für einen schönen Wochenendtrip. Dachte ich zumindest am Anfang. Aber wie das halt so ist, aus einem Wochenende wird ein verlängertes Wochenende. Und bevor ich nach Flügen schauen konnte, war für mich klar, daß ich mit dem Auto fahren wollte, um flexibler zu sein.

Hotels und Ferienwohnungen wurden gebucht, aber da war der Stand immer noch „Hin, Warschau, zurück“. Ende 2018 bekam ich dann mit, daß eine Woche nach dem Mega in Warschau eines in Prag stattfinden würde.

Das war dann der Punkt, an dem ich die Reise etwas ausdehnte. Ich könnte doch von Warschau über Prag heimfahren. Das würde mir dort mehr Zeit bringen und ich könnte noch einmal nach Auschwitz und mir Krakau genauer anschauen. Und in Prag war ich in diesem Jahr zwar schon mehrmals, aber Prag geht sowieso immer!

Letztendlich waren die Stationen dann Stuttgart – Zwickau – Görlitz – Warschau – Auschwitz – Krakau – Brünn – Prag und aus dem verlängerten Wochenende wurden fast zwei Wochen.

Die grobe Route der Tour

Der eine oder andere wird jetzt denken „War der nicht schon mal auf genau der Route unterwegs?“ War ich. 2017 ging es allerdings andersrum: Erst durch Tschechien zum Giga im Osten des Landes, dann nach Auschwitz und durch Schlesien und Sachsen wieder heim. Aber ja, beide Touren ähneln sich zumindest teilweise.

Tag 1: Stuttgart – Zwickau

Der erste Tag ist schnell erzählt: Mir ein paar Unterbrechungen fahre ich nach einem relativ frühen Feierabend nach Zwickau. Der eine oder andere Cache (dabei wirklich tolle, wie Die Notfallapotheke für Geocacher) wird gesucht, ein kleiner Snack, dann gehts ins Hotel. Wie so oft ein Ibis Budget.

Tag 2: Zwickau – Dresden – Görlitz

Einen ganzen Tag von Zwickau nach Görlitz? Ich muß zugeben, das ist schon etwas lange für die kurze Strecke, hatte aber mehrere Gründe. Erstens will ich einen Abstecher nach Dresden machen und zweitens will ich unbedingt in einem meiner Lieblingshotels, dem Pałac Łagów, auf der polnischen Seite von Görlitz, übernachten. Ach und ein kleiner Schlenker weiter nach Polen ist auch eingeplant, damit ich am nächsten Tag mehr Zeit habe.

Ich fahre erst einmal einen kleinen Umweg über Mittweida. Dort hat man die Chance, neben einer Webcam und einem tollen Tradi, auch einen etwas anderen Virtual zu starten. Ja richtig, man startet hier nur, weil man zwei Fotos an verschiedenen Postmeilensäulen benötigt. Eines bei der in Mittweida, das andere in einer von grob 30 anderen Städten. Als Ziel habe ich Willsdruff genommen, weil das heute am besten auf meiner Route liegt.

In Dresden angekommen spule ich erstmal etwas typisches Touristen-Programm ab: Ich besuche den Zwinger, das Elbufer und den Goldenen Reiter bei brütend heißen Temperaturen. Eine weitere Webcam, ein paar Challenges und diverse andere Caches komplettieren den Cacheausflug in die Hauptstadt Sachsens. Ich cache mich weiter Richtung Osten, nach Lwówek Śląski (Löwenberg in Schlesien), weil ich dort einen Virtual und einen sehr interessanten Mystery loggen will.

Dann geht es zurück nach Görlitz, in den Teil, der heute Zgorzelec heißt. Im Hotel angekommen checke ich ein und genieße ein wie erwartet sehr leckeres Abendessen. Danach gibts das übliche Programm. Na ja, fast zumindest. Einkaufen, tanken, Zufalls-FTF holen 🙂

Tag 3: Görlitz – Warschau

Heute ist eigentlich ein recht typischer Fahrtag. Die meisten Funde sind Autobahndosen. Weil ich erstens Lust auf Funde habe und zweitens mehr als genug Zeit. Komme ich nämlich vor 18 Uhr in meiner Ferienwohnung in Warschau an, muß ich Parkgebühren bezahlen. Als Schwabe lasse ich mir da lieber Zeit und erhöhe meinen Fundzähler 🙂

Da mir der Owner eines D5 in Legnica auf meine Frage („Kann ich den ohne Polnischkenntnisse lösen?“) direkt die Startkoordinaten gibt, will ich den Cache natürlich nicht unversucht lassen. Leider komme ich vor Ort nicht weit und außer einem Umweg von 45 Minuten bringt mir der Versuch leider nichts.

Also weiter auf der Autobahn nach Breslau. Hier war ich vor 2 Jahren schon in der Innenstadt, einen Virtual etwas am Rand kann ich mir dann aber doch nicht verkneifen. Ich lasse mich weiter von Virtuals leiten und besuche nach einem in der Innenstadt von Łódź noch einen in einem großen Einkaufszentrum, der Manufaktura.

Von Łódź zu meiner Ferienwohnung in Warschau ist es nicht mehr weit. Ein paar Dosen noch auf dem Weg und ich komme spät genug an. Da ich natürlich relativ platt bin, wähle ich ein Restaurant aus, das ich vorab schon entdeckt habe und das direkt um die Ecke liegt: Im Manty gibt es leckeres usbekisches Essen.

Tag 4: Warschau

Flagge PolenWarschau (polnisch Warszawa) ist seit 1596 die Hauptstadt Polens und die flächenmäßig größte sowie mit über 1,75 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Als eines der wichtigsten Verkehrs-, Wirtschafts- und Handelszentren Mittel- und Osteuropas genießt Warschau große politische und kulturelle Bedeutung. In der Stadt befinden sich zahlreiche Institutionen, Universitäten, Theater, Museen und Baudenkmäler.

Heute will ich mit dem Auto los und einige Dosen in Warschau suchen. Daß ich das Auto nehme, hat mehrere Gründe. Erstens liegen die Dosen doch etwas weiter verstreut in der Stadt und zweitens kostet das Parken auf der Straße an meiner Ferienwohnung noch bis 18 Uhr Geld. Erst ab dann ist es bis Montag Morgen 8 Uhr gratis.

Jeder Cacher kennt das: Im Vorfeld einer Reise schaut man sich an, was es für Mysterys gibt, ob diese interessant sind und ob man sie lösen kann. So ging es mir unter anderem mit der Warschauer Ausgabe des Master of Mystery. Ich kam beim Lösen recht gut durch die einzelnen Caches, der allerletzte aber hatte es heftig in sich. Allerdings wollte ich natürlich den MoM lösen. Und da der letzte Cache – CTD3 Digital Fortress – auch in Warschau liegt, war ich doppelt motiviert. Ein wirklich tolles Rätsel!

Diese Dose war die erste heute, bevor ich mir ausgiebig den Łazienki-Park anschaute. Dort liegen einige Caches, Labcaches und auch ein Virtual, aber der Spaziergang durch den Park allein ist einfach schon wirklich nett. So langsam macht sich mein Magen bemerkbar. Gut und äußerst günstig gestärkt laufe ich vom Bäcker zum Regionalen Blutzentrum Warschau, an dem eine schöne große Letterbox gesucht werden kann.

Bis zum Event am späten Nachmittag habe ich noch mehr als genug Zeit. Um diese sinnvoll zu überbrücken und nicht nur cachen zu gehen, habe ich mir das Muzeum Wojska Polskiego, das polnische Armeemuseum, ausgesucht. Die Exponate sind durchaus sehenswert, allerdings trifft nicht alles meine Interessen, die klar beim 20. Jahrhundert liegen. Mir ist die Ausstellung im Inneren etwas zu arg auf Polen (und nicht nur auf die polnische Armee) fixiert, was drumrum passiert ist, wird leider zu oft ausgeblendet. Trotzdem lohnenswert. Wesentlich spannender finde ich aber den Außenbereich, in dem neben Flugzeugen und Artillerie auch diverse Panzer wie ein leider ziemlich demolierter Jagdpanzer 38(t) („Hetzer“), ein T-34, ein IS-2 oder ein Sherman stehen.

Nach dem ausgiebigen Museumsbesuch fahre ich etwas zu früh zum Pub Bolek. Ja, es gibt witzigerweise – natürlich! – auch einen Pub Lolek, der keine 500 Meter weit im selben Park liegt. Zum Glück bin ich zu den Listingkoordinaten gefahren (eine Bekannte wäre fast im falschen Pub gelandet…), um am Startevent des Megas teilzunehmen. Der Abend war dann recht entspannt und gemütlich.

Tag 5: Warschau

Heute findet das erste Mega in Warschau statt. Allerdings habe ich erstmal noch ein paar andere Dinge eingeplant: Ich beginne mit dem Pawiak, einem ehemaligen Gefängnis. Ganz in der Nähe gibt es auch einen Cache. Weiter geht es zum Warschauer Ghetto-Ehrenmal, dem Denkmal zu Aufstand des Warschauer Ghettos. Hier liegt mit dem Virtual Ndebele1 auch der älteste Cache Polens. Nachdem ich das Denkmal am Umschlagplatz besucht habe und den dazugehörigen Cache gefunden habe, fahre ich in den Nordwesten Warschaus in den Bezirk Bielany.

Dort befindet sich die Huta Warszawa und in einem der Verwaltungsgebäude von Arcelor-Mittal das Objekt der Begierde: Ein voll ausgestatterter Bunker/Schutzraum aus dem Kalten Krieg! Über den Megaevent konnte ich dort eine Führung buchen. Diese ist absolut authentisch, denn die Dame, die uns rumführt, ignoriert uns zwei oder drei Ausländer und erklärt alles ausführlich auf Polnisch… Ein paar Worte verstehe ich aber irgendwie trotzdem und die Ausstattung des Bunker spricht ja auch für sich. Ich war ja schon in einigen Bunkern, aber dieser hier ist mal etwas anderes, weil er als ein Zivilschutz-Kommandoposten diente und entgegen bspw. der Maginotlinie nicht militärisch genutzt wurde. Erbaut wurde er Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre, die Einrichtung dürfte aus den 80er Jahren sein. Auf alle Fälle ein interessanter Einblick.

Nach dem Ende der Führung ging es für mich dann aber auf direktem Weg zum Großen Theater, an der ich parke und zum Megaevent laufe. Und dieser war so ganz anders, als man es in Deutschland gewohnt ist. Eventort ist eine Schule, es gibt 2 oder 3 Stände, Kartoffelsuppe und alles ist überschaubar und familiär. Was ich noch nicht kannte, in Polen aber wohl normal ist: Statt Wasser zu verkaufen, steht ein Tankwagen der Stadt vor dem Eingangen, an dem es gratis Wasser gibt.

Wenn ich aus dem Interview mit der Orga zitieren darf, dann soll „der Event eine Ergänzung der Warschau-Reise sein. Ein interessanter Zwischenstopp zwischen den vielen Attraktionen, die diese Stadt bietet.“. Sprich: Komm kurz vorbei, triff Menschen und schau dir ansonsten die Stadt an. Genau das habe ich dann auch getan. Vom Event laufe ich durch den Sächsischen Garten, vorbei am Grab des unbekannten Soldaten über den Pilsudski Platz. Weiter geht es nach Norden durch die Innenstadt, bis ich beim Königsschloss die Altstadt betrete, deren Höhepunkt der Altstadtmarkt mit der Warschauer Seejungfer ist. Unterwegs finde ich natürlich den ein oder anderen Cache. Ursprünglich wollte ich ja Bus und Bahn nutzen, aber irgendwie lohnt sich das aufgrund der kurzen Distanzen heute nicht, also laufe ich zurück zum Event. Dort verabrede ich mich mit befreundeten Cachern zum Abendessen.

Da ich noch Zeit habe und der Event langsam aber sicher beendet ist, nutze ich die Möglichkeit und fahre zum Kopernikus-Denkmal, bevor ich noch etwas auf der östlichen Seite der Weichsel im Stadtteil Praga cache. Im Gegensatz zur westlichen Seite scheint es hier weniger Zerstörungen im Krieg gegeben zu haben. Die Häuser sind deutlich älter. Und dank Cache finde ich sogar einen alten deutschen Bunker!

Den Tipp für ein authentisches Essen habe ich vor einigen Wochen vom Orga-Chef direkt bekommen: „If you really like to feel the old Warsaw you have to go for Pyzy flaki gorace – perfect food“. Genau das wollte ich, Pizza kann man schließlich auch woanders essen. Wir landen also im Pyzy Flaki Gorące, einem winzigen Lokal, das randvoll mit Menschen ist. Glücklicherweise gibt es davor mehr Sitzplätze als im Inneren, so daß wir Glück haben und einen Tisch bekommen.

Gut, daß uns der Name des Restaurants (Etwa „heiße Kutteln mit Knödeln“) nicht vom Besuch abgehalten hat, denn das Essen ist wirklich sehr sehr lecker. Man wählt ein Grundgericht (bspw. Kartoffelklösse gefüllt mit Hackfleisch) und einen „Belag“ (bspw. Fleischeintopf mit Zwiebeln und Kräutern). Wenige Minuten später bekommt man sein Essen in einem Einmachglas gebracht. Das hat den Vorteil, daß man, wenn man satt ist, den Rest einfach mitnehmen kann. Der Besuch hat sich gelohnt, wir haben sehr lecker gegessen. Und das für ganze 12 Złoty (ca. 2,80 Euro) pro Glas. Wer in Warschau ist, sollte den Laden besuchen, es ist definitiv ein Erlebnis!

Tag 6: Warschau

Heute fahre ich erstmal noch einmal zum Warschauer Ghetto-Ehrenmal, das Denkmal für Willy Brandt habe ich irgendwie übersehen. Dann gehts zum Muzeum Geologiczne, dem Geologischen Museum des staatlichen Geologischen Instituts. Hier findet der erste der Abschiedsevents statt. Das Museum ist zwar recht übersichtlich, aber dennoch voller interessanter Exponate. Und mehrere Earthcaches lassen sich hier auch noch lösen.

Der zweite Event findet wenig später am PKiN statt. Der PKiN heißt eigentlich Palac Kultury i Nauki Warszawa oder auf Deutsch einfach „Kulturpalast“ war ein Geschenk Stalins (und deswegen auch nicht bei allen beliebt) und ist das höchste Gebäude Polens. Manche sagen, er sei die achte der Sieben Schwestern von Moskau. So ganz uneigennützig fahre ich natürlich nicht mit einem der Fahrstühle nach oben ins 30. Stockwerk. In 114 Metern Höhe hat man hier nicht nur einen herrlichen Ausblick auf Warschau, sondern kann auch noch einen Virtual loggen. Der Spaß kostet 20 Złoty (Ca.4,70 Euro) und kann vorab online gebucht werden. Deshalb muß ich, im Gegensatz zu anderen Besuchern, quasi nicht anstehen.

Als ich wieder am Boden bin, besuche ich wie gesagt den Verabschiedungsevent. Rund um den PKiN warten noch einige Caches darauf, gefunden zu werden. Der wohl beste und größte ist der Warsaw Cache, eine Mystery-Letterbox, die sich sehr gut bereits daheim lösen läßt. Als ich den PKiN-Parkplatz verlasse, will ich eigentlich das Museum des Warschauer Aufstandes besuchen. Leider ist der Eintritt in das Museum am Sonntag gratis und es hat sich eine ewig lange Schlange gebildet. Zwar habe ich Zeit, aber darauf, mehrere Stunden bei 30° anzustehen, habe ich keine Lust.

Und so lerne ich das kennen, was in Warschau und eigentlich in ganz Polen eine Institution ist: Ich gehe in eine Bar mleczny, eine Milchbar. Wer jetzt an Milchshakes denkt, ist auf dem falschen Weg. Die Umschreibung „Ostblock-Kantine mit 80er Charme und günstigem, deftigem Essen“ trifft es ganz gut. Die Gdanski Bar Mleczny wurde mir empfohlen und wird der Beschreibung absolut gerecht. Hier sieht es wirklich aus, wie einer Kantine. Das macht aber gar nichts, denn das Essen – Kotlet schabowy (paniertes Schnitzel) mit Kartoffelbrei, Kapusta zasmażana (Krautsalat), Gurkensalat und Kompot (eine Art Fruchtsaft) – ist wirklich sehr lecker. Und mit gerade einmal 19,99 Złoty (Ca.4,70 Euro) lächerlich günstig.

Ich cache mich noch etwas durch die Stadt und besuche unter anderem die Gärten der Universität. Angelockt von einem weiteren Virtual spaziere ich quasi auf dem Dach der Universitätsbibliothek der Uni Warschau. Da die befreundeten Cacher, mit denen ich gestern essen war, erst morgen früh fliegen, verabreden wir uns noch einmal. Es gibt, wie am Donnerstag, usbekisch.

Tag 7: Warschau – Auschwitz

Das lange Wochenende in Polens Hauptstadt geht heute zuende. Die Reise geht weiter nach Süden, nach Oświęcim, besser bekannt als Auschwitz. Die Fahrt ist unspektakulär, unterbrochen immer wieder von einigen Caches. Highlight ist neben einigen Earthcaches die Letterbox Travel bug’s LEGO HOTEL 🏨 ***** und ein Virtual in Czerwionka südlich von Gleiwitz.

Bevor ich ins Hotel fahre, mache ich einen kurzen Schlenker nach Birkenau, um ein paar Fotos zu machen. Dann checke ich ein und suche mir ein Restaurant. Die Wahl fällt auf Chata na Zaborskiej, wo ich endlich das esse, dessen Namens die eine Hälfte des Titels dieses Blogbeitrags ist: Pierogi, gefüllte Teigtaschen.

Da dieser Bericht mal wieder etwas umfangreicher wurde, gehts mit Teil 2 und dem Besuch in Auschwitz weiter.

Leningrad – „Huyamba“ – Freitagsvideo 18.10.2019

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Megadeth – „À Tout le Monde“ – Freitagsvideo 11.10.2019

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Karel Gott – „Die Biene Maja“ – Freitagsvideo 04.10.2019

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Atrocity – „The Great Commandment“ – Freitagsvideo 27.09.2019

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Foo Fighters & Joan Jett – „Bad Reputation/I love Rock ’n’ Roll“

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