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GCmeetsBC – Wasser & Wein – Interview mit der Orga

GCmeetsBC - Wasser & Wein

Seit Jahren geistert immer wieder ein Mega in Stuttgart durch sämtliche Kanäle. Irgendwann flammte das Thema wieder auf, wurde konkreter, wurde zur Kenntnis genommen und wurde wieder verworfen. Ich bin zwar viel auf Megaevents unterwegs, aber das, was ein Mega für mich persönlich immer reizvoll gemacht hat, fällt irgendwie zumindest teilweise weg: Nämlich eine neue Gegend zu erleben, unbekannte Caches zu finden, lokale Speisen zu probieren, befreundete Cacher wiederzutreffen und neue Cacher kennenzulernen.

Aber hey! Das betrifft ja zum Glück nur mich und es ist ja irgendwie auch mal schön, nicht nur Gast, sondern ein Stück weit auch Gastgeber zu sein. Im Großraum Stuttgart gibt es eine Fülle von verschiedensten Caches und auch als „normaler“ Tourist kann man hier einiges sehen und erleben.

GCmeetsBC – Wasser & Wein gibt ja im Namen schon eine Richtung vor. Sowohl Mineralwasser (immerhin haben wir in Bad Cannstatt nach Budapest das größte Mineralwasservorkommen Europas) als auch Wein gibt es hier mehr als genug. Und beides soll auch sehr gut sein, den Wein kann ich als Biertrinker allerdings nicht beurteilen.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Norbert.

Cannstatter Volksfest
Cannstatter Volksfest, CC BY-SA 3.0 von Zavijava2

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein größeres Event in Stuttgart zu veranstalten?

Es gab bisher unseres Wissens noch keines im Kessel und wir finden, es war dringend an der Zeit, die Cacher-Szene auch hier einmal begrüßen zu dürfen – unsere Stadt hat mehr zu bieten, als man glaubt!

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Im Kursaal Bad Cannstatt – das klingt etwas „altbacken“, ist es aber nicht.

Warum gerade dort?

Wir finden, dass die Location klasse ist und die Umgebung sowieso. Bad Cannstatt ist Stuttgarts größter Stadtbezirk und hat viel zu bieten. Rund um die Location gibt es einen tollen Park und man kann allgemein überall viel entdecken und erleben. Auch der Neckar und die Mineralquellen sind „ums Eck“.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Gestartet sind wir mit ca. 2.000, inzwischen gehen wir grob von der Hälfte aus. Dies wiederum wäre in Anbetracht der aktuellen Corona-Lage für uns und die Location gut leistbar.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Ja! Aber erfahrungsgemäß kommen die Cacher nie alle zeitgleich, sodass wir hier keine Bedenken haben bzw. die regulär zulässige Zahl sowieso unrealistisch ist aufgrund der Corona-Auflagen, den Saal mit 60 % zuzulassen.

Was bietet ihr dem Besucher?

Ganz schön viel, wenn man bedenkt, wie wenig Zeit wir schlussendlich hatten und unter welchen Bedingungen wir agieren müssen. Natürlich gibt es Händler, Lab-Caches, Catering (auch kostengünstig!) und andere Megaevent typische Dinge. Wir haben spannende Vorträge und zwei kreative Workshops, wo man ansprechende Caches basteln kann (aus Holz und mit Elektronik).

Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Eine gute Frage um auf https://gcmeetsbc.de/ aufmerksam zu machen. Wir aktualisieren laufend unsere Seite und es kommen mehr und mehr Programmpunkte dazu. Besonders stolz sind wir auf einige Winzer, die den erwachsenen Besuchern klasse Weine zum Kosten für günstiges Geld anbieten, auf unsere Stadttour mit einer echten Cannstatterin und auf ein, zwei weitere Highlights, die erst noch veröffentlicht werden in einigen Tagen.  

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Stuttgart kommen?

Weil Stuttgart und unser Event viel zu bieten haben – erwachsene können sich am köstlichen Wein erfreuen, für die Kinder haben wir ein Kinderprogramm. Was die Stadt alles bietet, das kann ich auf die Schnelle nicht aufzählen, aber dafür werden wir die „StuttgartMarketing“ vor Ort haben, die tolle Tipps geben können, was man auch losgelöst bekannter Highlights wie dem Fernsehturm, alles erleben kann!

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wie viel?

Wir müssen 14 EUR für Erwachsene und 7 EUR für Kinder berechnen (unter 6 Jahren ist der Besuch natürlich kostenlos). Die „übliche“ Grenze von 10 EUR ist uns nicht möglich gewesen, weil wir einfach mit viel weniger Besuchern rechnen müssen, als „normale“ Megas außerhalb der Pandemie. Dafür erhalten Kinder wie Erwachsene aber nebst schon grob angerissenen Programmen und Highlights auch kostenlosen ÖPNV im ganzen Stadtgebiet Stuttgart.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze und gibt es Stellplätze für Wohnmobile?

Wie in vielen großen Städten sind Parkplätze auch in Bad Cannstatt Mangelware. Es gibt einige Parkplätze die mit 8 Euro/Tag auch sehr günstig sind. Mehr als genug Parkplätze gibt es am „P&R Sommerrain“. Wir würden die Autofahrer sehr darum bitten, diesen zu benutzen. Von dort kann man per Bus und Bahn komfortabel zur Location anreisen, zahlt für das Parken nichts und der ÖPNV ist sowieso im Ticketpreis enthalten.

Wohnmobil-Fans sind bei schmelli@gcmeetsbc.de an der richtigen Adresse! Er hilft supergerne weiter bei der Beantragung der Erlaubnis zur Einfahrt in die Stadt („Dieselfahrverbot“) und kann mit dem Campingplatz in Bad Cannstatt weiterhelfen. 

Wie barrierefrei wird euer Event?

Die Location und alle auf unserer Site angebotenen Aktivitäten sind vollständig Rollstuhl tauglich. Menschen mit eingeschränkter Mobilität können problemlos alles erreichen und auch eine spezielle Toilette ist vorhanden. Mobilitätseingeschränkte Besucher erhalten aber auch gerne vorab alle nötigen Informationen. Eine kurze Mail über obige Website genügt und wir erkundigen und uns zu allen spezifischen Fragen, die den Betroffenen wichtig sind!

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Dazu haben wir überraschend viele Anfragen erhalten und müssen hier leider verneinen.

Gab es Einschränkungen aufgrund der Pandemie, die eure Planungen beeinträchtigt haben?

Viele! Die größte Herausforderung war zu entscheiden, ob wir „durchziehen“ oder nicht. Wir sind uns aber sicher, dass die Community echt „Durst“ hat nach Events und unsere Entscheidung ist, wie jeder mitbekommen hat, nun fest. Die Freigabe durch die zuständige Stelle erfolgte dann tatsächlich erst Mitte Juni und dann musste alles super schnell gehen. Inhalt und Shop waren in wenigen Tagen gesetzt. Eine letzte Überraschung hielt Groundspeak für uns bereit und wir durften unser Einlass-Management gänzlich „auf den Kopf“ stellen und neu planen. Egal – jetzt passt es für alle Beteiligten und wir können dem Event mit Freude entgegenfiebern!

Wie viele Personen sind in eurem Orga-Team?

Zehn. Die meisten haben wir hier auf ein Foto bekommen.

Das Orga-Team
Das Orga-Team

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Nein – außer André (meinem Vertreter) und mir, die wir beide versuchen alle Fäden zusammen zu halten, haben die anderen Teamkollegen jeweils unterschiedliche Aufgaben, die alle (und das meine ich absolut ernst) nicht nur großartig, sondern mit teils unvorstellbar großem Elan und Einsatz vorantreiben!

Reicht das auch aus, um ein Mega zu abzudecken?

Für die Koordination im Vorfeld, die Beschaffung notwendiger Dinge und alles organisatorische reicht das aus, denn zu viele Köche verderben den Brei. Natürlich sind wir vor Ort am Tag des Events aber auf viele fleißige Helfer angewiesen, die uns unterstützen.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Wir freuen uns, dass sich schon wirklich viele gemeldet haben – auch an dieser Stelle unseren größten Dank! Und einige wenige Helfer könnten wir durchaus noch brauchen. Der Anreiz? Es gibt ein Helfershirt und ab 4 Stunden Einsatz gibt es eine Helfercoin (die nicht erworben werden kann), wer den ganzen Tag dabei ist, zahlt auch keinen Eintritt.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Das ist das Schöne: Das Team ist super durchmischt! Wir haben „Hardcore-Cacher“ genau so im Team wie Anfänger, die erst seit 1 bis 2 Jahren dabei sind. Für mich, der das Team zusammengestellt und -geführt hat, war das nicht ausschlaggebend! Das wird überbewertet meiner Meinung nach! Viel wichtiger ist, dass die Teamkollegen Spaß bei dem Projekt haben. Wir verbringen unglaublich viel Zeit zusammen bzw. jeder darüber hinaus mit seinen Aufgaben. Da ist Spaß wichtig. Und jemand der wenig Cache-Erfahrung hat, kann trotzdem ein super Organisator sein. 

Was wir sonst im Alltag tun? Wir gehen alle fleißig arbeiten, und zwar in unterschiedlichsten Bereichen – von Leitung großer Veranstaltungen, über soziale Berufe, Lehrer, Eisenbahner – querbeet auch hier vieles vertreten. 

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir haben tausende Visitenkarten in Caches liebevoll verteilt und ansonsten hatten wir als Plattform nur die Groundspeak-Website. Mangels Sponsoren (in der Zeit enorm schwer zu kriegen) war finanziell einfach auch nicht mehr drin. Man muss aber auf der anderen Seite auch bedenken, dass zu viel Werbung gar nicht unser Ansinnen war bisher, denn wir wussten ja nicht, was „Corona“ noch an Überraschungen für uns bereithielt. Zu viel Zulauf wäre auch nichts, denn wir wollen zu lange Wartezeiten gerne vermeiden und alle sollen auch auf dem Gelände ihren Spaß haben und sich absolut sicher fühlen!

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Wie gesagt: „mangels Masse“ können wir mit nichts zum „Anfassen“ dienen. Auf https://gcmeetsbc.de/ bzw. im Listing unter GC8Y812 steht alles Wissenswerte und wichtige. 

Norbert, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im September in Cannstatt!

Pierogi und Svíčková – Geocaching in Polen und Tschechien – Teil 2

Die grobe Route der Tour

Im ersten Teil meines Berichtes geht es um die Anfahrt nach Warschau, das lange Wochenende inklusive Megaevent dort und die Fahrt nach Auschwitz.

Tag 8: Auschwitz/Wieliczka

Flagge PolenOświęcim (deutsch Auschwitz) ist eine am Fluss Soła gelegene polnische Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen im südlichen Teil des Landes, rund 50 Kilometer westlich von Krakau. Unheilvolle Bekanntheit erlangte die Stadt als Standort für das deutsche Konzentrationslager Auschwitz

Da ich direkt gegenüber des Stammlagers Auschwitz I untergebracht bin und seit 2017 weiß, was mich erwartet, habe ich mir vorab ein Ticket gebucht. Damals hatte ich aufgrund der Masse an nervigen Menschen das Stammlager schnell verlassen und auf einen zweiten Besuch verschoben. Morgens um 8 kann ich dank Buchung frei herumlaufen und bin nicht an eine geführte Tour gebunden. Am Eingang geht es wieder durch eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen. Trotz der frühen Uhrzeit ist schon ziemlich viel los. Das hat manchmal den Vorteil, daß ich zuhören kann, was den Gruppen erzählt wird (wenn die Führung nicht gerade auf Russisch stattfindet),

Ursprünglich hatte ich den heutigen Tag komplett für Auschwitz I und II eingeplant. Ich bleibe etwa 1:45 im Stammlager und fahre dann nach Birkenau. Eigentlich wollte ich mir bei diesem Besuch die Reste der Effektenlager Kanada anschauen. Schon nach wenigen Hundert Metern merke ich, daß die Hitze einfach zu heftig ist und laufe zurück zum Auto.

Im Osten von Oświęcim schaue ich mich noch nach Hinterlassenschaften von Auschwitz III (Monowitz) um. Was eher unbekannt ist und man heute auch auf den ersten Blick nicht mehr sieht: Das Lager Monowitz war usprünglich ein Dorf und wurde nach dem Krieg wieder zurück in ein Dorf verwandelt. Aber wenn man genau hinschaut, sieht man noch einen Einmannbunker, Unterstände und auch einen größeren Bunker. Dort erneuere ich meinen Cache, bevor ich spontan weiter nach Osten in Richtung Krakau fahre.

Flagge PolenWieliczka (deutsch Groß Salze) ist eine Stadt im Powiat Wielicki der Woiwodschaft Kleinpolen in Polen; ca. zehn Kilometer südöstlich von Krakau gelegen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 57.500 Einwohnern. Das Salzbergwerk Wieliczka und das Salzgrafenschloss gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Spontan entschließe ich mich, nach Wieliczka zu fahren, was ich eigentlich für morgen eingeplant hatte. Der Besuch des Salzbergwerks wurde mir mehrfach empfohlen. Als netten Nebeneffekt kann ich so auch relativ problemlos den Virtual Światowe dziedzictwo / World Heritage loggen, bei dem man die Innenstadt Krakaus und eine der anderen elf ersten UNESCO-Welterbestätten besuchen muß.

Erst cache ich mich ein wenig durch den Ort, bevor ich zum Bergwerk fahre, mein Ticket kaufe und darauf warte, daß die deutschsprachige Führung beginnt. Die Führung auf der Touristenroute dauert etwa 3 Stunden und ist für Polen mit 94 Złoty (ca. 22 Euro) verhältnismäßig teuer. Allerdings kann ich hinterher sagen, daß sich die Investition durchaus gelohnt hat.

Zuerst geht es über 378 Holzstufen – es werden nicht die einzigen Treppen sein – bis auf 64 Meter Tiefe. Ich kenne ja die Maginotlinie, deren Bunker bis auf grob 30 Meter Tiefe gehen. Aber das hier ist doppelt so tief! Unten angekommen laufen wir nach und nach durch unzählige Gänge, gestützt durch Kiefernstämme, immer unterbrochen von großen bis riesigen Räumen.

Dabei zeigt die etwa 3 Kilometer lange Touristenroute nur einen Bruchteil des Bergwerks, denn die Gesamtlänge der Gänge ist hundert mal größer! Man bekommt einiges aus über 750 Jahren Bergbaugeschichte an diesem Standort mit und sieht immer wieder prächtige Verziehrungen und Skulpturen, die direkt aus dem Salz hergestellt wurden. Wirklich ein Erlebnis!

Bereits seit 1978 steht die Salzmine wie gesagt auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und ist demensprechend gut besucht. Etwa eine Million Menschen tut es jedes Jahr Kopernikus, Humboldt oder (natürlich!) Goethe gleich, die in der Vergangenheit in Wieliczka waren. Überfüllt finde ich es aber nie, scheinbar sind die Führungen gut getaktet.

Das Thema „Exit through the gift shop“ wurde hier quasi perfektioniert. Nach etwa 2 Dritteln der Tour gibt es eine Pause im ersten Souvenirladen. Am Ende der Führung muß man durch mehrere Restaurants und Andenkenläden laufen. Auch wenn es sicher etwas Besonderes ist, auf den 130 Metern unter der Erde, die inzwischen erreicht wurden, zu dinieren, verkneife ich es mir.

Am Schluß geht es mit einem Grubenaufzug wieder ans Tageslicht. Alles in Allem kann ich den Besuch empfehlen, wenn man in Krakau und Umgebung ist, sollte man ruhig einen Abstecher nach Wieliczka machen.

Da ich nach dem Tag und der ganzen Lauferei doch etwas kaputt bin, fahre ich abends wieder ins Chata na Zaborskiej und genieße neben einer leckeren Knoblauchsuppe noch einmal Pierogi.

Tag 9: Krakau

Flagge Polen Krakau (polnisch Kraków), die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen, liegt im Süden von Polen rund 250 km südwestlich von Warschau und ist mit etwa 765.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Die kreisfreie Stadt an der oberen Weichsel war bis 1596 Hauptstadt des Königreichs Polen, ist Sitz der – nach Prag – zweitältesten mitteleuropäischen Universität und entwickelte sich zu einem Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum. Zahlreiche Bauwerke der Gotik, der Renaissance, des Barock und späterer Epochen der Kunstgeschichte prägen das Stadtbild. Noch im 21. Jahrhundert wird Krakau als „heimliche Hauptstadt Polens“ bezeichnet und gilt als das „Jahrhunderte alte Zentrum des polnischen Staatswesens“.

Nach dem Frühstück fahre ich wieder nach Osten, diesmal direkt nach Krakau. Nach einigen Caches am Stadtrand fahre ich in die Innenstadt. Vorab habe ich mir dort eine Spur von Caches zurechtgeplant. Vorab habe ich einen Parkplatz in der ul. Straszewskiego 14 gefunden, der von der Lage super in meine Planungen passt. 6 bis 7 Złoty (ca. 1,40 bis 1,65 Euro) pro Stunde mögen für Polen nicht gerade günstig sein, aber Alles in Allem kann ich hier 3 Stunden zentrumsnah für 5 Euro auf einem bewachten Parkplatz parken.

Wenige Meter vom Parkplatz entfernt steige ich an der Haltestelle „Filharmonia“ in die Straßenbahn, die mich in 5 Minuten zu „Stary Kleparz“ bringt. Das Ticket habe ich über die App von Jakdojade gekauft. Es gilt 20 Minuten, kostet 3,40 Złoty (ca. 80 Cent) und kann bequem über Apple Pay bezahlt werden.

Vom nördlichen Ende der Altstadt cache ich mich jetzt nach und nach durch die Gassen. Hier liegen einige wirklich tolle Dosen, von denen mir der sehr knifflige ♥ Krakow: One of the Oldest Churches [PL/EN], die interessante Letterbox ♥ Krakow: 15 Gates [PL/EN] und das geniale Versteck von MNK – Kamienica Szołayskich [PL/EN] super gefallen haben. Auf dem Hauptmarkt finde ich nicht nur Sehenswürdigkeiten wie den Rathausturm, die Tuchhallen und diversen Kirchen, sondern es können neben dem bereits angesprochenen Virtual Światowe dziedzictwo / World Heritage auch noch zwei weitere Virtuals, zwei Earthcaches und ein paar Tradis geloggt werden.

Vorbei am Papstfenster mit seinem Virtual laufe ich noch bis zur Peter-und-Paul-Kirche, bevor es zurück zum Auto geht. Das Papstfenster ist übrigens ein Fenster mit einem Portrait von Papst Johannes Paul II., der lange Jahre Erzbischof von Krakau war und wohl an diesem Fenster gepredigt hat.

Ich hole noch ein paar Caches außerhalb der Innenstadt und fahre nach Kazimierz, ins jüdischen Viertel von Krakau. Hier wurde bspw. Schindlers Liste gedreht. Neben einem Virtual und einem Tradi gibt es hier eine größere Auswahl an jüdischen Restaurants. Zwar sind die meisten doch ziemlich touristisch, aber ich will nur einen kleinen Snack essen. Ich wähl das Restaurant HAMSA hummus & happiness israeli restobar und genieße eine Portion Hummus mit gerösteten Pinien- und fruchtigen Granatapfelkernen für 16,50 Złoty (ca. 3,90 Euro). Kann sein, daß man hier auf Touristen aus ist und es das Essen zwei Straßen weiter günstiger gibt. Aber es war so lecker, daß mir das vollkommen egal ist 🙂

Ich fahre über die Autobahn (Maut 10 Złoty, ca. 2,40 Euro) zurück nach Oświęcim. Kurz Getränke kaufen und noch etwas im Hotel entspannen. Der Snack hat gerade so ausgereicht, also suche ich mir ein Restaurant fürs Abendessen. Zwar war das Essen im Chata na Zaborskiej wirklich gut, aber zwei mal hintereinander reicht dann auch.

Als immer wieder das Restauracja La Rossa auftaucht, schaue ich mir den Laden einmal näher an. Das Restaurant steht wohl in irgendeinem Gault-Millau-Führer für Polen, aber der Koch ist alles andere als bieder. Mhh, also viel Geld für kleine Portionen? Ich riskiere es und bin begeistert! Wer Hunger hat, scrollt bitte weiter.

Für alle anderen: Carpaccio mariniert in Bärlauch, mit Petersilienschwämmen, Erdnüssen, eingelegten Pfifferlingen, Grana Padano Käse und Paprika-Olivenöl. Ich habe schon oft Carpaccio gegessen, aber das war das mit Abstand beste und kreativste. Da war die Hauptspeise (Gegrilltes Entrecote mit Portersoße, Pommes und Krautsalat) fast schon langweilig, trotzdem aber auf den Punkt gebraten und qualitativ sehr hochwertig. Der Nachtisch (Heißer Apfelkuchen mit Zimt, Ananassorbet mit Basilikumblättern, Pflaumensoße, Popcorn und salzigem Karamellcrunch) ist dann wieder kreativer.

Natürlich sind die Preise hier etwas höher als in anderen Restaurants, aber man muß sich auch mal etwas gönnen. Und für deutsche Verhältnisse sind die gebotenen Gerichte trotzdem noch günstig: Carpaccio 29 Złoty (6,80 Euro), Entrecote 64 Złoty (15 Euro), Apfelkuchen 19 Złoty (4,50 Euro). Zusammen mit einem Bier und einem Wodka habe ich 127 Złoty bezahlt, das sind etwa 30 Euro. Wenn du je in Oświęcim sein solltest, das La Rossa ist meine absolute Empfehlung!

Tag 10: Auschwitz – Brünn

Heute ist wieder ein recht typischer Fahrtag. Ich fahre aber wie üblich nicht auf direktem Weg, sondern habe ein paar Ziele, die ich besuchen will. Erstmal geht es über Bielsko-Biała nach Cieszyn, den Endpunkt unserer 15-Länder-Tour. Dort gibt es neben einem coolen Versteck bei FTF auch ein TB-Hotel.

Der nächste Halt ist einer der Höhepunkte des heutigen Tages: Štramberk beziehungsweise Štramberk Národní Sad, eine Art Nationalpark mit Höhlen, Felsen und – dem allerersten Cache Tschechiens. Ich bezahle 50 CZK (ca. 2 Euro) Parkgebühren und mache mich auf den Weg bergauf. Etwa eine Dreiviertelstunde benötige ich für den Aufstieg, den Earthcache und den Tradi, dann bin ich wieder zurück am Auto.

Flagge TschechienBrünn (tschechisch Brno) ist mit etwa 380.000 Einwohnern nach Prag die zweitgrößte Stadt Tschechiens. Die Stadt, seit dem 17. Jahrhundert das historische Zentrum Mährens, ist heute Verwaltungssitz der Südmährischen Region (Jihomoravský kraj). Brünn besitzt mehrere Universitäten, ist ein wichtiger Forschungsstandort und Sitz des Bistums Brünn der römisch-katholischen Kirche Tschechiens.

Weiter geht es Richtung Westen, das Ziel ist Brünn. Unterwegs sind Kostel sv.Kateriny und Jára Kaštil lohnenswerte Haltepunkte, einige weitere Dosen werden angesteuert. Gegen 18 Uhr checke ich im Hotel Vista ein, in dem wir schon 2017 auf dem Weg nach Kiew übernachet haben.

Irgendwie habe ich aber noch viel Lust auf Caches und fahre mit der Straßenbahn für 19 CZK (ca. 75 Cent) bis zum Moravské náměstí. Ab da laufe ich nacheinander die Virtuals ab: Nach Mobilis in mobili, Mincmistrovsky sklep und Brněnský drak / The Dragon of Brno will ich eigentlich etwas essen gehen. Aber irgendwie will ich noch cachen. Also geht es weiter zu Kasna Parnas, Ulička Václava Havla zum Franzensberg. Von dort nehme ich eine Straßenbahn zum Malinovského náměstí, mache ein Foto bei Ctyri zarovky / Four light bulbs und gehe dann endlich etwas essen.

Google hat mir Lokál U Caipla empfohlen und ich wurde nicht enttäuscht. Na ja, fast. Es gibt kein Gulasch und so muss ich mit dem eher untypischen Schnitzel mit Kartoffelsalat vorliebnehmen. Dafür kann ich endlich mal etwas tun, das ich mich bisher nicht getraut habe. Ein Pilsner Urquell Mliko. Weil ich meistens fahren muß, wollte ich das eine Bier, das ich dann trinke, nicht für ein Experiment vergeuden. Es sieht nach wenig Bier und viel Schaum aus, schmeckt wie erwartet lecker und muß mich nach dem dritten bremsen 😉

Nach dem Essen laufe ich noch kurz zum Freiheitsplatz (Náměstí Svobody). Ja, auch hier warten noch zwei Virtuals auf mich. Danach ist dann aber wirklich genug und ich fahre mit der Straßenbahn zurück zum Hotel.

Tag 11: Brünn – Prag

So langsam neigt sich meine Reise dem Ende zu. Aber ein Wochenende in einer meiner Lieblingsstädte, Prag, rundet das Ganze noch ab. Bevor ich Brünn komplett verlasse, suche ich allerdings erstmal in Brünn noch ein paar Caches, besuche die Sternwarte und fahre dann etwas nach Norden zur Brünner Talsperre. Ja, da liegen noch zwei Virtuals und außerdem ist der kleine Spaziergang am Ufer wirklich nett.

Dann geht es aber endlich auf die Autobahn, von der ich bei Jihlava/Iglau wieder abfahre. Richtig, es gibt dort unter anderem einen Virtual 🙂 Ich cache mich weiter, finde eine interessante Challenge und bin quasi schon in Prag. In der Nähe des Sinobo Stadions von Slavia Prag finde ich noch einen witzigen Cache zur Transsibirischen Eisenbahn.

Angelockt von einem weiteren Virtual besuche ich den Wolschaner Friedhof in Žižkov. Eigentlich bin ich kein Freund von Caches auf Friedhöfen. Aber hier ist der Virtual und auch der Tradi kein Problem. Hätte ich etwas mehr Zeit gehabt, dann hätte ich mich noch weiter umgesehen. Der Friedhof ist richtig schön alt und die Grabmäler sind teilweise riesig. Auch muß ich den Besuch bei Kafkas Grab und den passenden Multi auf meinen nächsten Prag-Besuch verschieben.

Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel, etwas Ausspannen und einer Dusche, gehts schon wieder los. Ich habe mich mit Freunden im Restaurace U Slámů zum Abendessen verabredet. Mit der Straßenbahn fahre ich dort in grob 30 Minuten hin. Die App heißt hier übrigens PID Lítačka und verkauft mir für 24 CZK (ca. 95 Cent) ein 30 Minuten gültiges Ticket. Es gibt auch noch Sejf, diese App habe ich auf früheren Prag-Reisen verwendet. Sie ist aber etwas altbacken, wesentlich unkomfortabler und kennt bspw. kein Apple Pay. Wir verbringen einen netten Abend in dem Restaurant, das Essen (Tatar mit Topinky, sowie den zweiten Teil des Titels: Svíčková na smetaně) ist lecker und das Bier sowieso. Satt und zufrieden geht es zurück ins Hotel.

Tag 12: Prag

Flagge TschechienPrag (tschechisch Praha) ist die Hauptstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt der Tschechischen Republik. Mit über 1,3 Millionen Einwohnern belegt Prag den fünfzehnten Rang der größten Städte der Europäischen Union. Prag ist die historische Hauptstadt Böhmens und war eine bedeutende königliche und kaiserliche Residenzstadt im Heiligen Römischen Reich, besonders unter den Přemysliden, Luxemburgern und Habsburgern. Mit der Karls-Universität wurde in Prag 1348 die erste Universität in Mitteleuropa gegründet. Auch das Konservatorium und die Technische Universität gehören zu den ältesten ihrer Art in Europa. Über Jahrhunderte hinweg war Prag eine Stadt, in der sich tschechische, deutsche und jüdische Kultur begegneten.

Der zweite Megaevent auf dieser Tour findet heute in Prag statt. Wer sich für das Thema Astronomie intereressiert, dem wird einiges geboten, denn das Angebot des Megas verteilt sich auf mehrere Orte in und am Rande der Innenstadt Prags. Ich allerdings will mir die Stadt anschauen. So treffe ich mich gegen 9 Uhr mit einigen Freunden am Planetarium, logge und fahre mit der Straßenbahn (Tagesticket 110 CZK, ca. 4,30 Euro) zur Haltestelle Prašný most. Dort können wir endlich die Dosen zu den Wherigos I ❤️ Prague und Tourist Guide round Prague II suchen, die ich schon bei vorherigen Reisen gelöst hatte. Parken war dort immer ein Problem, aber Straßenbahnen haben auch ihre Vorteile 🙂

Von dort laufen wir zur Prager Burg, erledigen den Virtual an der Veitskathedrale und zwängen uns durch Menschenmassen. Es ist schon richtig, daß man sich die Burg entweder früh am Morgen oder am späten Nachmittag anschauen sollte. Wir laufen den Berg hinunter und finden auf dem Weg mit DUM U OSLA V KOLEBCE einen wirklich coolen Cache, der nicht ohne Grund über 1500 Favoritenpunkte bekommen hat. Eigentlich wollen wir mit der Standseilbahn auf den Petřín fahren, aber die Schlange ist ewig lang und anstehen macht bei der Hitze keinen Spaß. Wir planen spontan etwas um und laufen zum ehemaligen Standort des rosanen Panzers am Kinsky Platz. Von dort geht es per Bus weiter zum Tanzenden Haus. Dort liegt ein Cache mit toller Aussicht auf die Moldau und mehrere Inseln.

Noch interessanter sind in dieser Ecke Prags allerdings die Spuren des Endes von Operation Anthropoid an der St.-Cyrill-und-Method-Kirche. Ursprünglich ging es um das Attentat auf Reinhard Heydrich 1942 durch zwei Soldaten (ein Tscheche, ein Slowake). Nach Heydrichs Tod wurden beide gesucht und letztendlich in der Kirche aufgestöbert. Sie wurden beschossen, Teile der Kirche wurden geflutet und keiner der Attentäter hat überlebt. Heute sieht man noch die Einschusslöcher des deutschen MGs und kann an der Gedenktafel nicht nur einen Virtual loggen, sondern auch einen sehr passend versteckten Tradi und einen Multi.

Da es immer noch einfach viel zu heiß ist, beschließen wir gegen 15 Uhr, daß es besser ist, im Hotel etwas zu entspannen und uns später zum Abendessen zu treffen. Gesagt, getan und ein paar Stunden später sitze ich wieder in der Straßenbahn. Das Restaurant Smíchovské Vidličky a nože befindet sich in Smíchov, südlich der Kleinseite. Neben dem fast schon obligatorischen Tatar mit Topinky (das Hauptgericht weiß ich nicht mehr genau…) gibt es für mich einen abnormal leckeren Nachtisch: Hausgemachte süße Klöße gefüllt mit Erdbeeren und Frischkäse. Da fährt man doch gleich glücklicher ins Hotel zurück.

Tag 13: Prag – Stuttgart

Die Planung für den letzten Tag ist eigentlich wir immer, wenn es heim geht: Etwas cachen, Kaufland an der Bělohorská, ab auf die Autobahn, in Rozvadov tanken und ein paar Stunden später bin ich wieder am Ausgangspunkt dieser Reise.

Deshalb fahre ich heute erstmal ein paar Minuten zur nächsten Bahnhaltestelle Holešovice. Ich muß zugeben, wenn ich nicht einen tschechischen Cacher getroffen hätte, hätte ich den Cache wohl nicht gefunden. Sehr fies versteckt! Weiter geht es zum Landwirtschaftsmuseum, wo ein weiterer fies versteckter aber super passender Cache auf mich wartet. Nach dem Tradi am Pisek-Tor löse ich unter anderem einen witzigen Wherigo. Das absolute Highlight zum Abschluß ist allerdings Historicke hradni vodovody, der nicht ohne Grund über 1800 Favoritenpunkte bekommen hat.

Das wars dann eigentlich. Wie oben geschrieben, gehe ich kurz einkaufen und fahre mit einigen kleineren Pausen nach Rozvadov an die deutsche Grenze. Dort tanke ich noch einmal und kaufe traditionelle tschechische Mitbringsel ein (Kaffee und Zigaretten :)). Unterbrochen von einem kurzen Abstecher, gebe ich Gas und bin am Nachmittag zuhause.

Pierogi? Svíčková?

Wenn du diesen Bericht aufmerksam gelesen hast, wirst du dir diese Fragen eigentlich selbst beantworten können. Aber gut:

Pierogi (deutsch Piroggen) sind gefüllte Teigtaschen ähnlich Ravioli. Sind sind in ganz Osteuropa verbreitet und die Bezeichnungen variieren je nach Größe und Füllung. In Polen kennt man sie als Pierogi, in der Ukraine und Russland als Wareniki oder Pelmeni, in Tschechien und der Slowakei heißen sie Pirohy. Die Füllung kann sowohl aus Fleisch bestehen, als auch vegetarisch sein (Kartoffeln, Kraut, Quark etc.).

Svíčková, in seiner ganzen Perfektheit eigentlich ja Svíčková na smetaně, bedeutet etwa „Lendenbraten mit Sahne“ oder „Lendenbraten auf Rahm“. Es besteht aus Rindfleisch, im besten Fall Filet, und wird mit einer dicken Soße, sowie Sahne, Preiselbeeren und einer Zitronenscheibe serviert. Als Beilage gibt es in Scheiben geschnittene Böhmische Knödel.

Also einfach mal dran denken: Support your local dish! Pizza sollte man außer in Italien (und San Marino) in keinem anderen Urlaubsland essen. Es gibt so gute lokale Gerichte, die es wert sind, probiert zu werden.

Fazit

Wie beim letzten Mal waren es ordentlich viele (grob 2500) Kilometer zu fahren, aber die Etappen waren gut eingeteilt. Eigentlich hat sich nur die Fahrt von Görlitz nach Warschau mit fast 600 Kilometern ziemlich gezogen. Der Abstecher nach Dresden hat sich gelohnt, Prag ist immer eine Reise wert und wird auch beim fünften Besuch nicht langweilig. In Warschau hätte ich noch locker eine Woche länger bleiben können. Gerade, was die Museen angeht, gibt es dort noch einiges zu erleben.

Nach Krakau würde ich auch noch ein drittes Mal reisen, denn es gibt noch mehr zu sehen, bspw. die Fabrik von Oskar Schindler. Bei Auschwitz lautet mein Fazit wie 2017: Ein Besuch ist jedem Geschichtsinteressierten definitiv zu empfehlen. Allerdings nach Möglichkeit abseits der Hauptbesuchszeiten, weil man den Ort auf sich wirken lassen sollte. Am besten früh morgens besuchen.

Fragen? Ab in die Kommentare!

Pierogi und Svíčková – Geocaching in Polen und Tschechien – Teil 1

Wie so oft beginnen die besten Urlaube mit einer kurzen Frage über Whatsapp: „Hast du schon von dem Mega nächstes Jahr in Warschau gehört? Hatten heute fast das ganze Orga Team auf dem Event“. Der angesprochene Event fand im September 2018 statt, also fast ein Jahr vor dem Megaevent.

Warschau? Ich war zwar schon öfter mal in Polen, aber noch nie in der Hauptstadt. Das wäre eigentlich mal ein Plan für einen schönen Wochenendtrip. Dachte ich zumindest am Anfang. Aber wie das halt so ist, aus einem Wochenende wird ein verlängertes Wochenende. Und bevor ich nach Flügen schauen konnte, war für mich klar, daß ich mit dem Auto fahren wollte, um flexibler zu sein.

Hotels und Ferienwohnungen wurden gebucht, aber da war der Stand immer noch „Hin, Warschau, zurück“. Ende 2018 bekam ich dann mit, daß eine Woche nach dem Mega in Warschau eines in Prag stattfinden würde.

Das war dann der Punkt, an dem ich die Reise etwas ausdehnte. Ich könnte doch von Warschau über Prag heimfahren. Das würde mir dort mehr Zeit bringen und ich könnte noch einmal nach Auschwitz und mir Krakau genauer anschauen. Und in Prag war ich in diesem Jahr zwar schon mehrmals, aber Prag geht sowieso immer!

Letztendlich waren die Stationen dann Stuttgart – Zwickau – Görlitz – Warschau – Auschwitz – Krakau – Brünn – Prag und aus dem verlängerten Wochenende wurden fast zwei Wochen.

Route
Die grobe Route der Tour

Der eine oder andere wird jetzt denken „War der nicht schon mal auf genau der Route unterwegs?“ War ich. 2017 ging es allerdings andersrum: Erst durch Tschechien zum Giga im Osten des Landes, dann nach Auschwitz und durch Schlesien und Sachsen wieder heim. Aber ja, beide Touren ähneln sich zumindest teilweise.

Tag 1: Stuttgart – Zwickau

Der erste Tag ist schnell erzählt: Mir ein paar Unterbrechungen fahre ich nach einem relativ frühen Feierabend nach Zwickau. Der eine oder andere Cache (dabei wirklich tolle, wie Die Notfallapotheke für Geocacher) wird gesucht, ein kleiner Snack, dann gehts ins Hotel. Wie so oft ein Ibis Budget.

Tag 2: Zwickau – Dresden – Görlitz

Einen ganzen Tag von Zwickau nach Görlitz? Ich muß zugeben, das ist schon etwas lange für die kurze Strecke, hatte aber mehrere Gründe. Erstens will ich einen Abstecher nach Dresden machen und zweitens will ich unbedingt in einem meiner Lieblingshotels, dem Pałac Łagów, auf der polnischen Seite von Görlitz, übernachten. Ach und ein kleiner Schlenker weiter nach Polen ist auch eingeplant, damit ich am nächsten Tag mehr Zeit habe.

Ich fahre erst einmal einen kleinen Umweg über Mittweida. Dort hat man die Chance, neben einer Webcam und einem tollen Tradi, auch einen etwas anderen Virtual zu starten. Ja richtig, man startet hier nur, weil man zwei Fotos an verschiedenen Postmeilensäulen benötigt. Eines bei der in Mittweida, das andere in einer von grob 30 anderen Städten. Als Ziel habe ich Willsdruff genommen, weil das heute am besten auf meiner Route liegt.

In Dresden angekommen spule ich erstmal etwas typisches Touristen-Programm ab: Ich besuche den Zwinger, das Elbufer und den Goldenen Reiter bei brütend heißen Temperaturen. Eine weitere Webcam, ein paar Challenges und diverse andere Caches komplettieren den Cacheausflug in die Hauptstadt Sachsens. Ich cache mich weiter Richtung Osten, nach Lwówek Śląski (Löwenberg in Schlesien), weil ich dort einen Virtual und einen sehr interessanten Mystery loggen will.

Dann geht es zurück nach Görlitz, in den Teil, der heute Zgorzelec heißt. Im Hotel angekommen checke ich ein und genieße ein wie erwartet sehr leckeres Abendessen. Danach gibts das übliche Programm. Na ja, fast zumindest. Einkaufen, tanken, Zufalls-FTF holen 🙂

Tag 3: Görlitz – Warschau

Heute ist eigentlich ein recht typischer Fahrtag. Die meisten Funde sind Autobahndosen. Weil ich erstens Lust auf Funde habe und zweitens mehr als genug Zeit. Komme ich nämlich vor 18 Uhr in meiner Ferienwohnung in Warschau an, muß ich Parkgebühren bezahlen. Als Schwabe lasse ich mir da lieber Zeit und erhöhe meinen Fundzähler 🙂

Da mir der Owner eines D5 in Legnica auf meine Frage („Kann ich den ohne Polnischkenntnisse lösen?“) direkt die Startkoordinaten gibt, will ich den Cache natürlich nicht unversucht lassen. Leider komme ich vor Ort nicht weit und außer einem Umweg von 45 Minuten bringt mir der Versuch leider nichts.

Also weiter auf der Autobahn nach Breslau. Hier war ich vor 2 Jahren schon in der Innenstadt, einen Virtual etwas am Rand kann ich mir dann aber doch nicht verkneifen. Ich lasse mich weiter von Virtuals leiten und besuche nach einem in der Innenstadt von Łódź noch einen in einem großen Einkaufszentrum, der Manufaktura.

Von Łódź zu meiner Ferienwohnung in Warschau ist es nicht mehr weit. Ein paar Dosen noch auf dem Weg und ich komme spät genug an. Da ich natürlich relativ platt bin, wähle ich ein Restaurant aus, das ich vorab schon entdeckt habe und das direkt um die Ecke liegt: Im Manty gibt es leckeres usbekisches Essen.

Tag 4: Warschau

Flagge PolenWarschau (polnisch Warszawa) ist seit 1596 die Hauptstadt Polens und die flächenmäßig größte sowie mit über 1,75 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Als eines der wichtigsten Verkehrs-, Wirtschafts- und Handelszentren Mittel- und Osteuropas genießt Warschau große politische und kulturelle Bedeutung. In der Stadt befinden sich zahlreiche Institutionen, Universitäten, Theater, Museen und Baudenkmäler.

Heute will ich mit dem Auto los und einige Dosen in Warschau suchen. Daß ich das Auto nehme, hat mehrere Gründe. Erstens liegen die Dosen doch etwas weiter verstreut in der Stadt und zweitens kostet das Parken auf der Straße an meiner Ferienwohnung noch bis 18 Uhr Geld. Erst ab dann ist es bis Montag Morgen 8 Uhr gratis.

Jeder Cacher kennt das: Im Vorfeld einer Reise schaut man sich an, was es für Mysterys gibt, ob diese interessant sind und ob man sie lösen kann. So ging es mir unter anderem mit der Warschauer Ausgabe des Master of Mystery. Ich kam beim Lösen recht gut durch die einzelnen Caches, der allerletzte aber hatte es heftig in sich. Allerdings wollte ich natürlich den MoM lösen. Und da der letzte Cache – CTD3 Digital Fortress – auch in Warschau liegt, war ich doppelt motiviert. Ein wirklich tolles Rätsel!

Diese Dose war die erste heute, bevor ich mir ausgiebig den Łazienki-Park anschaute. Dort liegen einige Caches, Labcaches und auch ein Virtual, aber der Spaziergang durch den Park allein ist einfach schon wirklich nett. So langsam macht sich mein Magen bemerkbar. Gut und äußerst günstig gestärkt laufe ich vom Bäcker zum Regionalen Blutzentrum Warschau, an dem eine schöne große Letterbox gesucht werden kann.

Bis zum Event am späten Nachmittag habe ich noch mehr als genug Zeit. Um diese sinnvoll zu überbrücken und nicht nur cachen zu gehen, habe ich mir das Muzeum Wojska Polskiego, das polnische Armeemuseum, ausgesucht. Die Exponate sind durchaus sehenswert, allerdings trifft nicht alles meine Interessen, die klar beim 20. Jahrhundert liegen. Mir ist die Ausstellung im Inneren etwas zu arg auf Polen (und nicht nur auf die polnische Armee) fixiert, was drumrum passiert ist, wird leider zu oft ausgeblendet. Trotzdem lohnenswert. Wesentlich spannender finde ich aber den Außenbereich, in dem neben Flugzeugen und Artillerie auch diverse Panzer wie ein leider ziemlich demolierter Jagdpanzer 38(t) („Hetzer“), ein T-34, ein IS-2 oder ein Sherman stehen.

Nach dem ausgiebigen Museumsbesuch fahre ich etwas zu früh zum Pub Bolek. Ja, es gibt witzigerweise – natürlich! – auch einen Pub Lolek, der keine 500 Meter weit im selben Park liegt. Zum Glück bin ich zu den Listingkoordinaten gefahren (eine Bekannte wäre fast im falschen Pub gelandet…), um am Startevent des Megas teilzunehmen. Der Abend war dann recht entspannt und gemütlich.

Tag 5: Warschau

Heute findet das erste Mega in Warschau statt. Allerdings habe ich erstmal noch ein paar andere Dinge eingeplant: Ich beginne mit dem Pawiak, einem ehemaligen Gefängnis. Ganz in der Nähe gibt es auch einen Cache. Weiter geht es zum Warschauer Ghetto-Ehrenmal, dem Denkmal zu Aufstand des Warschauer Ghettos. Hier liegt mit dem Virtual Ndebele1 auch der älteste Cache Polens. Nachdem ich das Denkmal am Umschlagplatz besucht habe und den dazugehörigen Cache gefunden habe, fahre ich in den Nordwesten Warschaus in den Bezirk Bielany.

Dort befindet sich die Huta Warszawa und in einem der Verwaltungsgebäude von Arcelor-Mittal das Objekt der Begierde: Ein voll ausgestatterter Bunker/Schutzraum aus dem Kalten Krieg! Über den Megaevent konnte ich dort eine Führung buchen. Diese ist absolut authentisch, denn die Dame, die uns rumführt, ignoriert uns zwei oder drei Ausländer und erklärt alles ausführlich auf Polnisch… Ein paar Worte verstehe ich aber irgendwie trotzdem und die Ausstattung des Bunker spricht ja auch für sich. Ich war ja schon in einigen Bunkern, aber dieser hier ist mal etwas anderes, weil er als ein Zivilschutz-Kommandoposten diente und entgegen bspw. der Maginotlinie nicht militärisch genutzt wurde. Erbaut wurde er Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre, die Einrichtung dürfte aus den 80er Jahren sein. Auf alle Fälle ein interessanter Einblick.

Nach dem Ende der Führung ging es für mich dann aber auf direktem Weg zum Großen Theater, an der ich parke und zum Megaevent laufe. Und dieser war so ganz anders, als man es in Deutschland gewohnt ist. Eventort ist eine Schule, es gibt 2 oder 3 Stände, Kartoffelsuppe und alles ist überschaubar und familiär. Was ich noch nicht kannte, in Polen aber wohl normal ist: Statt Wasser zu verkaufen, steht ein Tankwagen der Stadt vor dem Eingangen, an dem es gratis Wasser gibt.

Wenn ich aus dem Interview mit der Orga zitieren darf, dann soll „der Event eine Ergänzung der Warschau-Reise sein. Ein interessanter Zwischenstopp zwischen den vielen Attraktionen, die diese Stadt bietet.“. Sprich: Komm kurz vorbei, triff Menschen und schau dir ansonsten die Stadt an. Genau das habe ich dann auch getan. Vom Event laufe ich durch den Sächsischen Garten, vorbei am Grab des unbekannten Soldaten über den Pilsudski Platz. Weiter geht es nach Norden durch die Innenstadt, bis ich beim Königsschloss die Altstadt betrete, deren Höhepunkt der Altstadtmarkt mit der Warschauer Seejungfer ist. Unterwegs finde ich natürlich den ein oder anderen Cache. Ursprünglich wollte ich ja Bus und Bahn nutzen, aber irgendwie lohnt sich das aufgrund der kurzen Distanzen heute nicht, also laufe ich zurück zum Event. Dort verabrede ich mich mit befreundeten Cachern zum Abendessen.

Da ich noch Zeit habe und der Event langsam aber sicher beendet ist, nutze ich die Möglichkeit und fahre zum Kopernikus-Denkmal, bevor ich noch etwas auf der östlichen Seite der Weichsel im Stadtteil Praga cache. Im Gegensatz zur westlichen Seite scheint es hier weniger Zerstörungen im Krieg gegeben zu haben. Die Häuser sind deutlich älter. Und dank Cache finde ich sogar einen alten deutschen Bunker!

Den Tipp für ein authentisches Essen habe ich vor einigen Wochen vom Orga-Chef direkt bekommen: „If you really like to feel the old Warsaw you have to go for Pyzy flaki gorace – perfect food“. Genau das wollte ich, Pizza kann man schließlich auch woanders essen. Wir landen also im Pyzy Flaki Gorące, einem winzigen Lokal, das randvoll mit Menschen ist. Glücklicherweise gibt es davor mehr Sitzplätze als im Inneren, so daß wir Glück haben und einen Tisch bekommen.

Gut, daß uns der Name des Restaurants (Etwa „heiße Kutteln mit Knödeln“) nicht vom Besuch abgehalten hat, denn das Essen ist wirklich sehr sehr lecker. Man wählt ein Grundgericht (bspw. Kartoffelklösse gefüllt mit Hackfleisch) und einen „Belag“ (bspw. Fleischeintopf mit Zwiebeln und Kräutern). Wenige Minuten später bekommt man sein Essen in einem Einmachglas gebracht. Das hat den Vorteil, daß man, wenn man satt ist, den Rest einfach mitnehmen kann. Der Besuch hat sich gelohnt, wir haben sehr lecker gegessen. Und das für ganze 12 Złoty (ca. 2,80 Euro) pro Glas. Wer in Warschau ist, sollte den Laden besuchen, es ist definitiv ein Erlebnis!

Tag 6: Warschau

Heute fahre ich erstmal noch einmal zum Warschauer Ghetto-Ehrenmal, das Denkmal für Willy Brandt habe ich irgendwie übersehen. Dann gehts zum Muzeum Geologiczne, dem Geologischen Museum des staatlichen Geologischen Instituts. Hier findet der erste der Abschiedsevents statt. Das Museum ist zwar recht übersichtlich, aber dennoch voller interessanter Exponate. Und mehrere Earthcaches lassen sich hier auch noch lösen.

Der zweite Event findet wenig später am PKiN statt. Der PKiN heißt eigentlich Palac Kultury i Nauki Warszawa oder auf Deutsch einfach „Kulturpalast“ war ein Geschenk Stalins (und deswegen auch nicht bei allen beliebt) und ist das höchste Gebäude Polens. Manche sagen, er sei die achte der Sieben Schwestern von Moskau. So ganz uneigennützig fahre ich natürlich nicht mit einem der Fahrstühle nach oben ins 30. Stockwerk. In 114 Metern Höhe hat man hier nicht nur einen herrlichen Ausblick auf Warschau, sondern kann auch noch einen Virtual loggen. Der Spaß kostet 20 Złoty (Ca.4,70 Euro) und kann vorab online gebucht werden. Deshalb muß ich, im Gegensatz zu anderen Besuchern, quasi nicht anstehen.

Als ich wieder am Boden bin, besuche ich wie gesagt den Verabschiedungsevent. Rund um den PKiN warten noch einige Caches darauf, gefunden zu werden. Der wohl beste und größte ist der Warsaw Cache, eine Mystery-Letterbox, die sich sehr gut bereits daheim lösen läßt. Als ich den PKiN-Parkplatz verlasse, will ich eigentlich das Museum des Warschauer Aufstandes besuchen. Leider ist der Eintritt in das Museum am Sonntag gratis und es hat sich eine ewig lange Schlange gebildet. Zwar habe ich Zeit, aber darauf, mehrere Stunden bei 30° anzustehen, habe ich keine Lust.

Und so lerne ich das kennen, was in Warschau und eigentlich in ganz Polen eine Institution ist: Ich gehe in eine Bar mleczny, eine Milchbar. Wer jetzt an Milchshakes denkt, ist auf dem falschen Weg. Die Umschreibung „Ostblock-Kantine mit 80er Charme und günstigem, deftigem Essen“ trifft es ganz gut. Die Gdanski Bar Mleczny wurde mir empfohlen und wird der Beschreibung absolut gerecht. Hier sieht es wirklich aus, wie einer Kantine. Das macht aber gar nichts, denn das Essen – Kotlet schabowy (paniertes Schnitzel) mit Kartoffelbrei, Kapusta zasmażana (Krautsalat), Gurkensalat und Kompot (eine Art Fruchtsaft) – ist wirklich sehr lecker. Und mit gerade einmal 19,99 Złoty (Ca.4,70 Euro) lächerlich günstig.

Ich cache mich noch etwas durch die Stadt und besuche unter anderem die Gärten der Universität. Angelockt von einem weiteren Virtual spaziere ich quasi auf dem Dach der Universitätsbibliothek der Uni Warschau. Da die befreundeten Cacher, mit denen ich gestern essen war, erst morgen früh fliegen, verabreden wir uns noch einmal. Es gibt, wie am Donnerstag, usbekisch.

Tag 7: Warschau – Auschwitz

Das lange Wochenende in Polens Hauptstadt geht heute zuende. Die Reise geht weiter nach Süden, nach Oświęcim, besser bekannt als Auschwitz. Die Fahrt ist unspektakulär, unterbrochen immer wieder von einigen Caches. Highlight ist neben einigen Earthcaches die Letterbox Travel bug’s LEGO HOTEL 🏨 ***** und ein Virtual in Czerwionka südlich von Gleiwitz.

Bevor ich ins Hotel fahre, mache ich einen kurzen Schlenker nach Birkenau, um ein paar Fotos zu machen. Dann checke ich ein und suche mir ein Restaurant. Die Wahl fällt auf Chata na Zaborskiej, wo ich endlich das esse, dessen Namens die eine Hälfte des Titels dieses Blogbeitrags ist: Pierogi, gefüllte Teigtaschen.

Da dieser Bericht mal wieder etwas umfangreicher wurde, gehts mit Teil 2 und dem Besuch in Auschwitz weiter.

Geocaching meets Beethoven – Interview mit der Orga

Geocaching meets Beethoven


Wir Geocacher sind ja – auch wenn es jetzt wieder einen Aufschrei geben wird – doch irgendwie auch immer Statistiker. In einem Schaltjahr am 29. Februar zu cachen ist eine Chance, die man eben nur alle vier Jahre bekommt. Daher haben sich viele Cacher den Tag schon rot im Kalender angestrichen. Dosensuche schön und gut, aber gab es schon mal einen Megaevent am Schalttag? Soweit ich weiß nicht. Das wird sich 2020 ändern!

„Geocaching meets Beethoven“ soll aber nicht einfach nur ein „Mega am Schalttag“ sein, sondern den Geburtstag Ludwig van Beethovens feiern, eines Künstlers, der sich immer wieder neu erfunden hat und als der meistgespielte klassische Komponist gilt. Das Eventprogramm und diverse Geocaches vor Ort hängen mit seinem Leben und Wirken zusammen.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Jens.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein größeres Event in Bonn zu veranstalten?

Beim Leapday 2016 fühlten wir uns von einer Flut von mehr oder minder unkommunikativen 30-minütigen Events überrollt. Es entstand die Idee, beim nächsten Leapday 2020 (der ein Samstag ist) etwas Größeres und Kommunikativeres anzubieten.

Im Jahr 2020 können wir gleich dreifach feiern:

– den zusätzlichen Tag im Schaltjahr
– 20 Jahre Geocaching
– den Geburtstag des Bonner Bürgers Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven würde 2020 seinen 250. Geburtstag feiern. Eine ganze Stadt feiert ein ganzes Jahr lang und wir sind dabei! Was die Wenigsten wissen: Beethoven war ein absoluter Naturfreund, er holte sich seine Inspiration, genau wie wir Cacher, draußen im Grünen. Wie die Geschichte zeigt, hat er das auch sehr erfolgreich getan.

Beethoven, der große Sohn Bonns, begleitet uns durch die komplette Stadt, es gibt kaum ein Vorbeikommen an ihm. Wir kennen alle seine Musik und es lohnt sich allemal, hinzuhören. Wer kennt sie nicht, unsere Europa-Hymne „Ode an die Freude“, die uns alle vereint und somit auch unser „roter Faden“ ist.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Unser Eventort wird die Stadthalle Bonn-Bad Godesberg sein.

Warum gerade dort?

Sie ist urig und entspricht mit ihren unterschiedlichen Räumlichkeiten unseren Vorstellungen einer Eventhalle. Thematisch hätte vielleicht die Beethovenhalle besser gepasst, jedoch war uns der angesetzte Termin der Fertigstellung ihrer Renovierung zu zeitkritisch.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Momentan stehen wir bei rund 1100 Anmeldungen. Alles weitere lassen wir auf uns zukommen. Gerne darf sich diese Zahl verdoppeln oder verdreifachen. Alles darüber hinaus wäre gigantisch…

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Wie jedes Hallen-Event unterliegt auch unser Event „Geocaching meets Beethoven“ den feuerpolizeilichen Brandschutzbestimmungen. Es gibt jedoch in Bonn und Umgebung ausreichend Möglichkeiten für Geocaching- und Sightseeing-Touren. Außerdem werden wir spezielle Beethovencaches und Lab Adventures anbieten. So gehen wir davon aus, dass sich die hoffentlich große Zahl an Cachern auf dem Stadtgebiet verteilen wird und es in der Stadthalle durch das wechselnde Publikum nie zu voll sein wird.

Bonner Wasserwerk, Sitzungsort des Bundestags 1986-1992
Bonner Wasserwerk, Sitzungsort des Bundestags 1986-1992, CC BY-SA 3.0 von Qualle

Was bietet ihr dem Besucher?

Im Eintrittspreis ist für den Eventtag ein ÖPNV-Ticket des VRS-Verkehrsverbundes enthalten, mit dem man sich im gesamten Streckennetz zwischen Bonn und Köln bewegen kann (sogar der Flughafentransferbus ist darin enthalten). So wird es für jeden möglich sein, Cachingtouren, Sightseeing und Shopping miteinander zu verbinden. Natürlich wird es auch bei uns eine Wood-Coin und ein Einlassbändchen aus Stoff geben, auf die sich viele Jäger und Sammler bereits freuen. Ein umfangreiches Eventheft wird unsere Gäste über das Programm auf der Bühne, die Lab Adventures, die Vorträge und die Händler informieren, sowie Tipps für die Gestaltung dieser drei Tage in Bonn geben.

Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

In der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg planen wir ein buntes Bühnenprogramm mit viel Musik, welches unsere Gäste genießen können. Es gibt die bekannte Händlermeile, die Klön-Schnack-Tausch-Ecke für Coin-, Pin-, Tag-, Woodcoin-, und Token-Sammler. Unser Knowhow stecken wir ebenfalls in spielbare und interessante Lab Adventures vor Ort, es wird Spiele geben, bei denen es Preise zu gewinnen gibt.

Für unsere Kinder – und somit die Nachwuchscacher – organisieren wir eine professionelle Kinderbetreuung. Wir bieten ein buntes Potpourri an Möglichkeiten: Wer mag, kann sich zur Prinzessin, zu Beethoven oder auch zu Batman schminken lassen – oder will doch lieber jeder ein Signal sein? Unsere Geburtstagskinder, die nur alle vier Jahre an diesem besonderen Tag feiern können, und unser Hobby, welches uns seit 20 Jahren begeistert, werden wir gebührend hochleben lassen.

Auch die Musik darf nicht zu kurz kommen. Wir veranstalten einen Songcontest zum Thema „Ode an die Freude“. Hier konnten wir Radio Bonn Rhein-Sieg begeistern, um auf unser Vorhaben aufmerksam zu machen und uns zu unterstützen. Über den Tag verteilt gibt es also auch etwas auf bzw. für die Ohren.

Die Kommunikation zwischen allen Naturfreunden ist für uns von besonderer Bedeutung und wir hoffen, sowohl Verbandsvertreter der Jäger, Förster als auch Wanderer auf unserem Event begrüßen zu können.

Ein themenbezogenes „Logbuch“ wartet bereits auf eure Unterschrift. Wir werden es im Nachhinein für einen guten Zweck verwenden. Darüber hinaus wird es noch viele weitere Möglichkeiten geben, durch Besichtigungen und Führungen die Stadt Bonn sowie einige interessante Locations kennenzulernen.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Bonn kommen?

Bonn ist einfach eine Reise wert. Die Cachedichte ist in dieser Region enorm hoch, so dass für jeden Cacher etwas dabei ist: Viele unterschiedliche Cachetypen (vom Tradi bis zur Webcam und zum Virtual), alte Caches aus der Anfangszeit des Geocachings, Angelrunden, Cacheserien zu bestimmten Themen, Caches mit einer hohen Anzahl an Favoritenpunkten…

Zudem gibt es in der Stadt und im Umland eine Menge zu entdecken: Sei es der Stadtteil Bad Godesberg, Bonns malerische Altstadt und die vielen geschichtsträchtigen Orte und Museen oder aber die vielfältige Landschaft am Rhein und im Siebengebirge.

Außerdem gilt es im Jahr 2020, dem wohl berühmtesten Bonner Bürger zu seinem 250. Geburtstag ein Ständchen zu bringen. Beethoven und sein Lebenswerk wird in vielen unterschiedlichen Facetten eine große Rolle spielen. Soweit wir wissen, hat noch kein deutsches Mega-Event zuvor die Musik in dieser Form mit unserem schönen Hobby verbunden.

Und ein letzter, wichtiger Punkt: Wer hat bereits ein Mega-Event an einem Leapday besucht?

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Der Eintritt für einen Erwachsenen wird unter € 10.- liegen. Kinder zahlen einen reduzierten Eintrittspreis; Kleinkinder und Schwerbehinderte haben freien Eintritt.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze und gibt es Stellplätze für Wohnmobile?

Die Halle selbst verfügt über ca. 500 kostenfreie Parkplätze. In der Nähe befinden sich weitere kostenpflichtige Parkmöglichkeiten (siehe Listing). Als weltoffene Stadt hat Bonn für Besucher unseres Events viele unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten. Im Umland befinden sich einige Campingplätze, mit deren Betreibern wir in Kontakt stehen, um Geocachern, die mit ihren Wohnmobilen anreisen, einen Stellplatz anbieten zu können (ca. 20 Minuten mit Bus und Bahn vom Eventgelände entfernt). Zudem haben wir das „BaseCamp Young Hostel“ komplett für das Wochenende reserviert und bieten über das „Bonnox Boardinghouse & Hotel“ preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten an.

Wie barrierefrei wird euer Event?

Selbstverständlich bietet die Stadthalle Bonn-Bad Godesberg Rollstuhlfahrern einen unkomplizierten, barrierefreien Zugang. Ein Großteil unserer Angebote sowie das Bühnenprogramm wird durch Gebärdendolmetscher für Gehörlose übersetzt.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Hunde sind grundsätzlich kein Problem, jedoch bitten wir jeden Hundebesitzer darüber nachzudenken, ob eine solche Großveranstaltung das Richtige für das Tier ist (einige von uns sind/waren auch Hundebesitzer und kennt den Zwiespalt).

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Unser Orga-Team besteht im Kern aus 10 Mitgliedern, die sich seit zwei Jahren regelmäßig treffen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

In diversen Untergruppen (z.B.: Finanzen, Programm, Internetauftritt, Caches, Merchandising – um nur einige zu nennen) werden Unterpunkte besprochen, vorbereitet und zur Abstimmung und Entscheidung in die Gesamtgruppe eingebracht.

Reicht das auch aus, um ein Mega zu abzudecken?

Wir wissen, dass wir ein solches Mega-Event nicht alleine stemmen können. Bereits bei der Vorbereitung vertrauen wir auf die Unterstützung der Geocacher aus unserer Region. Und so werden wir nach und nach bis zu 300 Helfer für die unterschiedlichen Aufgaben in der Vorbereitung und Durchführung integrieren.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Natürlich benötigen wir Helfer! Auf unserer Homepage https://gcmb2020.de/helfer-formular gibt es ein Formular, über das sich Interessierte gerne bei uns melden können. Als kleines Dankeschön planen wir derzeit ein Helfershirt, eine Helfercoin und freien Eintritt.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Wir betreiben dieses schöne Hobby zwischen 5 und 14 Jahren. Wenn wir keine Dosen suchen, beschäftigen wir uns mehrheitlich seit zwei Jahren mit der Planung unseres Megaevents. Auf unserer Homepage gibt es von jedem von uns ein kleines Portrait.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir rühren die große Werbetrommel seit dem „Project Märchenhaft in Kassel“ im August 2018. Seitdem treten wir bei vielen (Mega-)Events als Beethoven verkleidet oder zumindest mit unseren glitzernden Beethoven-Shirts auf. Dabei kommen wir mit vielen Geocachern ins Gespräch und verteilen fleißig unsere Visitenkarten (oftmals auch in Verbindung mit kleinen Bärchen eines bekannten Süßigkeitenherstellers aus der Region).

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Wir können dir gern ein paar Visitenkarten, zum Verteilen auf den lokalen Stammtischen, zusenden.

Jens, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns am Schalttag 2020 in Bonn!