Pierogi und Svíčková – Geocaching in Polen und Tschechien – Teil 2

Die grobe Route der Tour

Im ersten Teil meines Berichtes geht es um die Anfahrt nach Warschau, das lange Wochenende inklusive Megaevent dort und die Fahrt nach Auschwitz.

Tag 8: Auschwitz/Wieliczka

Flagge PolenOświęcim (deutsch Auschwitz) ist eine am Fluss Soła gelegene polnische Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen im südlichen Teil des Landes, rund 50 Kilometer westlich von Krakau. Unheilvolle Bekanntheit erlangte die Stadt als Standort für das deutsche Konzentrationslager Auschwitz

Da ich direkt gegenüber des Stammlagers Auschwitz I untergebracht bin und seit 2017 weiß, was mich erwartet, habe ich mir vorab ein Ticket gebucht. Damals hatte ich aufgrund der Masse an nervigen Menschen das Stammlager schnell verlassen und auf einen zweiten Besuch verschoben. Morgens um 8 kann ich dank Buchung frei herumlaufen und bin nicht an eine geführte Tour gebunden. Am Eingang geht es wieder durch eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen. Trotz der frühen Uhrzeit ist schon ziemlich viel los. Das hat manchmal den Vorteil, daß ich zuhören kann, was den Gruppen erzählt wird (wenn die Führung nicht gerade auf Russisch stattfindet),

Ursprünglich hatte ich den heutigen Tag komplett für Auschwitz I und II eingeplant. Ich bleibe etwa 1:45 im Stammlager und fahre dann nach Birkenau. Eigentlich wollte ich mir bei diesem Besuch die Reste der Effektenlager Kanada anschauen. Schon nach wenigen Hundert Metern merke ich, daß die Hitze einfach zu heftig ist und laufe zurück zum Auto.

Im Osten von Oświęcim schaue ich mich noch nach Hinterlassenschaften von Auschwitz III (Monowitz) um. Was eher unbekannt ist und man heute auch auf den ersten Blick nicht mehr sieht: Das Lager Monowitz war usprünglich ein Dorf und wurde nach dem Krieg wieder zurück in ein Dorf verwandelt. Aber wenn man genau hinschaut, sieht man noch einen Einmannbunker, Unterstände und auch einen größeren Bunker. Dort erneuere ich meinen Cache, bevor ich spontan weiter nach Osten in Richtung Krakau fahre.

Flagge PolenWieliczka (deutsch Groß Salze) ist eine Stadt im Powiat Wielicki der Woiwodschaft Kleinpolen in Polen; ca. zehn Kilometer südöstlich von Krakau gelegen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 57.500 Einwohnern. Das Salzbergwerk Wieliczka und das Salzgrafenschloss gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Spontan entschließe ich mich, nach Wieliczka zu fahren, was ich eigentlich für morgen eingeplant hatte. Der Besuch des Salzbergwerks wurde mir mehrfach empfohlen. Als netten Nebeneffekt kann ich so auch relativ problemlos den Virtual Światowe dziedzictwo / World Heritage loggen, bei dem man die Innenstadt Krakaus und eine der anderen elf ersten UNESCO-Welterbestätten besuchen muß.

Erst cache ich mich ein wenig durch den Ort, bevor ich zum Bergwerk fahre, mein Ticket kaufe und darauf warte, daß die deutschsprachige Führung beginnt. Die Führung auf der Touristenroute dauert etwa 3 Stunden und ist für Polen mit 94 Złoty (ca. 22 Euro) verhältnismäßig teuer. Allerdings kann ich hinterher sagen, daß sich die Investition durchaus gelohnt hat.

Zuerst geht es über 378 Holzstufen – es werden nicht die einzigen Treppen sein – bis auf 64 Meter Tiefe. Ich kenne ja die Maginotlinie, deren Bunker bis auf grob 30 Meter Tiefe gehen. Aber das hier ist doppelt so tief! Unten angekommen laufen wir nach und nach durch unzählige Gänge, gestützt durch Kiefernstämme, immer unterbrochen von großen bis riesigen Räumen.

Dabei zeigt die etwa 3 Kilometer lange Touristenroute nur einen Bruchteil des Bergwerks, denn die Gesamtlänge der Gänge ist hundert mal größer! Man bekommt einiges aus über 750 Jahren Bergbaugeschichte an diesem Standort mit und sieht immer wieder prächtige Verziehrungen und Skulpturen, die direkt aus dem Salz hergestellt wurden. Wirklich ein Erlebnis!

Bereits seit 1978 steht die Salzmine wie gesagt auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und ist demensprechend gut besucht. Etwa eine Million Menschen tut es jedes Jahr Kopernikus, Humboldt oder (natürlich!) Goethe gleich, die in der Vergangenheit in Wieliczka waren. Überfüllt finde ich es aber nie, scheinbar sind die Führungen gut getaktet.

Das Thema „Exit through the gift shop“ wurde hier quasi perfektioniert. Nach etwa 2 Dritteln der Tour gibt es eine Pause im ersten Souvenirladen. Am Ende der Führung muß man durch mehrere Restaurants und Andenkenläden laufen. Auch wenn es sicher etwas Besonderes ist, auf den 130 Metern unter der Erde, die inzwischen erreicht wurden, zu dinieren, verkneife ich es mir.

Am Schluß geht es mit einem Grubenaufzug wieder ans Tageslicht. Alles in Allem kann ich den Besuch empfehlen, wenn man in Krakau und Umgebung ist, sollte man ruhig einen Abstecher nach Wieliczka machen.

Da ich nach dem Tag und der ganzen Lauferei doch etwas kaputt bin, fahre ich abends wieder ins Chata na Zaborskiej und genieße neben einer leckeren Knoblauchsuppe noch einmal Pierogi.

Tag 9: Krakau

Flagge Polen Krakau (polnisch Kraków), die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen, liegt im Süden von Polen rund 250 km südwestlich von Warschau und ist mit etwa 765.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Die kreisfreie Stadt an der oberen Weichsel war bis 1596 Hauptstadt des Königreichs Polen, ist Sitz der – nach Prag – zweitältesten mitteleuropäischen Universität und entwickelte sich zu einem Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum. Zahlreiche Bauwerke der Gotik, der Renaissance, des Barock und späterer Epochen der Kunstgeschichte prägen das Stadtbild. Noch im 21. Jahrhundert wird Krakau als „heimliche Hauptstadt Polens“ bezeichnet und gilt als das „Jahrhunderte alte Zentrum des polnischen Staatswesens“.

Nach dem Frühstück fahre ich wieder nach Osten, diesmal direkt nach Krakau. Nach einigen Caches am Stadtrand fahre ich in die Innenstadt. Vorab habe ich mir dort eine Spur von Caches zurechtgeplant. Vorab habe ich einen Parkplatz in der ul. Straszewskiego 14 gefunden, der von der Lage super in meine Planungen passt. 6 bis 7 Złoty (ca. 1,40 bis 1,65 Euro) pro Stunde mögen für Polen nicht gerade günstig sein, aber Alles in Allem kann ich hier 3 Stunden zentrumsnah für 5 Euro auf einem bewachten Parkplatz parken.

Wenige Meter vom Parkplatz entfernt steige ich an der Haltestelle „Filharmonia“ in die Straßenbahn, die mich in 5 Minuten zu „Stary Kleparz“ bringt. Das Ticket habe ich über die App von Jakdojade gekauft. Es gilt 20 Minuten, kostet 3,40 Złoty (ca. 80 Cent) und kann bequem über Apple Pay bezahlt werden.

Vom nördlichen Ende der Altstadt cache ich mich jetzt nach und nach durch die Gassen. Hier liegen einige wirklich tolle Dosen, von denen mir der sehr knifflige ♥ Krakow: One of the Oldest Churches [PL/EN], die interessante Letterbox ♥ Krakow: 15 Gates [PL/EN] und das geniale Versteck von MNK – Kamienica Szołayskich [PL/EN] super gefallen haben. Auf dem Hauptmarkt finde ich nicht nur Sehenswürdigkeiten wie den Rathausturm, die Tuchhallen und diversen Kirchen, sondern es können neben dem bereits angesprochenen Virtual Światowe dziedzictwo / World Heritage auch noch zwei weitere Virtuals, zwei Earthcaches und ein paar Tradis geloggt werden.

Vorbei am Papstfenster mit seinem Virtual laufe ich noch bis zur Peter-und-Paul-Kirche, bevor es zurück zum Auto geht. Das Papstfenster ist übrigens ein Fenster mit einem Portrait von Papst Johannes Paul II., der lange Jahre Erzbischof von Krakau war und wohl an diesem Fenster gepredigt hat.

Ich hole noch ein paar Caches außerhalb der Innenstadt und fahre nach Kazimierz, ins jüdischen Viertel von Krakau. Hier wurde bspw. Schindlers Liste gedreht. Neben einem Virtual und einem Tradi gibt es hier eine größere Auswahl an jüdischen Restaurants. Zwar sind die meisten doch ziemlich touristisch, aber ich will nur einen kleinen Snack essen. Ich wähl das Restaurant HAMSA hummus & happiness israeli restobar und genieße eine Portion Hummus mit gerösteten Pinien- und fruchtigen Granatapfelkernen für 16,50 Złoty (ca. 3,90 Euro). Kann sein, daß man hier auf Touristen aus ist und es das Essen zwei Straßen weiter günstiger gibt. Aber es war so lecker, daß mir das vollkommen egal ist 🙂

Ich fahre über die Autobahn (Maut 10 Złoty, ca. 2,40 Euro) zurück nach Oświęcim. Kurz Getränke kaufen und noch etwas im Hotel entspannen. Der Snack hat gerade so ausgereicht, also suche ich mir ein Restaurant fürs Abendessen. Zwar war das Essen im Chata na Zaborskiej wirklich gut, aber zwei mal hintereinander reicht dann auch.

Als immer wieder das Restauracja La Rossa auftaucht, schaue ich mir den Laden einmal näher an. Das Restaurant steht wohl in irgendeinem Gault-Millau-Führer für Polen, aber der Koch ist alles andere als bieder. Mhh, also viel Geld für kleine Portionen? Ich riskiere es und bin begeistert! Wer Hunger hat, scrollt bitte weiter.

Für alle anderen: Carpaccio mariniert in Bärlauch, mit Petersilienschwämmen, Erdnüssen, eingelegten Pfifferlingen, Grana Padano Käse und Paprika-Olivenöl. Ich habe schon oft Carpaccio gegessen, aber das war das mit Abstand beste und kreativste. Da war die Hauptspeise (Gegrilltes Entrecote mit Portersoße, Pommes und Krautsalat) fast schon langweilig, trotzdem aber auf den Punkt gebraten und qualitativ sehr hochwertig. Der Nachtisch (Heißer Apfelkuchen mit Zimt, Ananassorbet mit Basilikumblättern, Pflaumensoße, Popcorn und salzigem Karamellcrunch) ist dann wieder kreativer.

Natürlich sind die Preise hier etwas höher als in anderen Restaurants, aber man muß sich auch mal etwas gönnen. Und für deutsche Verhältnisse sind die gebotenen Gerichte trotzdem noch günstig: Carpaccio 29 Złoty (6,80 Euro), Entrecote 64 Złoty (15 Euro), Apfelkuchen 19 Złoty (4,50 Euro). Zusammen mit einem Bier und einem Wodka habe ich 127 Złoty bezahlt, das sind etwa 30 Euro. Wenn du je in Oświęcim sein solltest, das La Rossa ist meine absolute Empfehlung!

Tag 10: Auschwitz – Brünn

Heute ist wieder ein recht typischer Fahrtag. Ich fahre aber wie üblich nicht auf direktem Weg, sondern habe ein paar Ziele, die ich besuchen will. Erstmal geht es über Bielsko-Biała nach Cieszyn, den Endpunkt unserer 15-Länder-Tour. Dort gibt es neben einem coolen Versteck bei FTF auch ein TB-Hotel.

Der nächste Halt ist einer der Höhepunkte des heutigen Tages: Štramberk beziehungsweise Štramberk Národní Sad, eine Art Nationalpark mit Höhlen, Felsen und – dem allerersten Cache Tschechiens. Ich bezahle 50 CZK (ca. 2 Euro) Parkgebühren und mache mich auf den Weg bergauf. Etwa eine Dreiviertelstunde benötige ich für den Aufstieg, den Earthcache und den Tradi, dann bin ich wieder zurück am Auto.

Flagge TschechienBrünn (tschechisch Brno) ist mit etwa 380.000 Einwohnern nach Prag die zweitgrößte Stadt Tschechiens. Die Stadt, seit dem 17. Jahrhundert das historische Zentrum Mährens, ist heute Verwaltungssitz der Südmährischen Region (Jihomoravský kraj). Brünn besitzt mehrere Universitäten, ist ein wichtiger Forschungsstandort und Sitz des Bistums Brünn der römisch-katholischen Kirche Tschechiens.

Weiter geht es Richtung Westen, das Ziel ist Brünn. Unterwegs sind Kostel sv.Kateriny und Jára Kaštil lohnenswerte Haltepunkte, einige weitere Dosen werden angesteuert. Gegen 18 Uhr checke ich im Hotel Vista ein, in dem wir schon 2017 auf dem Weg nach Kiew übernachet haben.

Irgendwie habe ich aber noch viel Lust auf Caches und fahre mit der Straßenbahn für 19 CZK (ca. 75 Cent) bis zum Moravské náměstí. Ab da laufe ich nacheinander die Virtuals ab: Nach Mobilis in mobili, Mincmistrovsky sklep und Brněnský drak / The Dragon of Brno will ich eigentlich etwas essen gehen. Aber irgendwie will ich noch cachen. Also geht es weiter zu Kasna Parnas, Ulička Václava Havla zum Franzensberg. Von dort nehme ich eine Straßenbahn zum Malinovského náměstí, mache ein Foto bei Ctyri zarovky / Four light bulbs und gehe dann endlich etwas essen.

Google hat mir Lokál U Caipla empfohlen und ich wurde nicht enttäuscht. Na ja, fast. Es gibt kein Gulasch und so muss ich mit dem eher untypischen Schnitzel mit Kartoffelsalat vorliebnehmen. Dafür kann ich endlich mal etwas tun, das ich mich bisher nicht getraut habe. Ein Pilsner Urquell Mliko. Weil ich meistens fahren muß, wollte ich das eine Bier, das ich dann trinke, nicht für ein Experiment vergeuden. Es sieht nach wenig Bier und viel Schaum aus, schmeckt wie erwartet lecker und muß mich nach dem dritten bremsen 😉

Nach dem Essen laufe ich noch kurz zum Freiheitsplatz (Náměstí Svobody). Ja, auch hier warten noch zwei Virtuals auf mich. Danach ist dann aber wirklich genug und ich fahre mit der Straßenbahn zurück zum Hotel.

Tag 11: Brünn – Prag

So langsam neigt sich meine Reise dem Ende zu. Aber ein Wochenende in einer meiner Lieblingsstädte, Prag, rundet das Ganze noch ab. Bevor ich Brünn komplett verlasse, suche ich allerdings erstmal in Brünn noch ein paar Caches, besuche die Sternwarte und fahre dann etwas nach Norden zur Brünner Talsperre. Ja, da liegen noch zwei Virtuals und außerdem ist der kleine Spaziergang am Ufer wirklich nett.

Dann geht es aber endlich auf die Autobahn, von der ich bei Jihlava/Iglau wieder abfahre. Richtig, es gibt dort unter anderem einen Virtual 🙂 Ich cache mich weiter, finde eine interessante Challenge und bin quasi schon in Prag. In der Nähe des Sinobo Stadions von Slavia Prag finde ich noch einen witzigen Cache zur Transsibirischen Eisenbahn.

Angelockt von einem weiteren Virtual besuche ich den Wolschaner Friedhof in Žižkov. Eigentlich bin ich kein Freund von Caches auf Friedhöfen. Aber hier ist der Virtual und auch der Tradi kein Problem. Hätte ich etwas mehr Zeit gehabt, dann hätte ich mich noch weiter umgesehen. Der Friedhof ist richtig schön alt und die Grabmäler sind teilweise riesig. Auch muß ich den Besuch bei Kafkas Grab und den passenden Multi auf meinen nächsten Prag-Besuch verschieben.

Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel, etwas Ausspannen und einer Dusche, gehts schon wieder los. Ich habe mich mit Freunden im Restaurace U Slámů zum Abendessen verabredet. Mit der Straßenbahn fahre ich dort in grob 30 Minuten hin. Die App heißt hier übrigens PID Lítačka und verkauft mir für 24 CZK (ca. 95 Cent) ein 30 Minuten gültiges Ticket. Es gibt auch noch Sejf, diese App habe ich auf früheren Prag-Reisen verwendet. Sie ist aber etwas altbacken, wesentlich unkomfortabler und kennt bspw. kein Apple Pay. Wir verbringen einen netten Abend in dem Restaurant, das Essen (Tatar mit Topinky, sowie den zweiten Teil des Titels: Svíčková na smetaně) ist lecker und das Bier sowieso. Satt und zufrieden geht es zurück ins Hotel.

Tag 12: Prag

Flagge TschechienPrag (tschechisch Praha) ist die Hauptstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt der Tschechischen Republik. Mit über 1,3 Millionen Einwohnern belegt Prag den fünfzehnten Rang der größten Städte der Europäischen Union. Prag ist die historische Hauptstadt Böhmens und war eine bedeutende königliche und kaiserliche Residenzstadt im Heiligen Römischen Reich, besonders unter den Přemysliden, Luxemburgern und Habsburgern. Mit der Karls-Universität wurde in Prag 1348 die erste Universität in Mitteleuropa gegründet. Auch das Konservatorium und die Technische Universität gehören zu den ältesten ihrer Art in Europa. Über Jahrhunderte hinweg war Prag eine Stadt, in der sich tschechische, deutsche und jüdische Kultur begegneten.

Der zweite Megaevent auf dieser Tour findet heute in Prag statt. Wer sich für das Thema Astronomie intereressiert, dem wird einiges geboten, denn das Angebot des Megas verteilt sich auf mehrere Orte in und am Rande der Innenstadt Prags. Ich allerdings will mir die Stadt anschauen. So treffe ich mich gegen 9 Uhr mit einigen Freunden am Planetarium, logge und fahre mit der Straßenbahn (Tagesticket 110 CZK, ca. 4,30 Euro) zur Haltestelle Prašný most. Dort können wir endlich die Dosen zu den Wherigos I ❤️ Prague und Tourist Guide round Prague II suchen, die ich schon bei vorherigen Reisen gelöst hatte. Parken war dort immer ein Problem, aber Straßenbahnen haben auch ihre Vorteile 🙂

Von dort laufen wir zur Prager Burg, erledigen den Virtual an der Veitskathedrale und zwängen uns durch Menschenmassen. Es ist schon richtig, daß man sich die Burg entweder früh am Morgen oder am späten Nachmittag anschauen sollte. Wir laufen den Berg hinunter und finden auf dem Weg mit DUM U OSLA V KOLEBCE einen wirklich coolen Cache, der nicht ohne Grund über 1500 Favoritenpunkte bekommen hat. Eigentlich wollen wir mit der Standseilbahn auf den Petřín fahren, aber die Schlange ist ewig lang und anstehen macht bei der Hitze keinen Spaß. Wir planen spontan etwas um und laufen zum ehemaligen Standort des rosanen Panzers am Kinsky Platz. Von dort geht es per Bus weiter zum Tanzenden Haus. Dort liegt ein Cache mit toller Aussicht auf die Moldau und mehrere Inseln.

Noch interessanter sind in dieser Ecke Prags allerdings die Spuren des Endes von Operation Anthropoid an der St.-Cyrill-und-Method-Kirche. Ursprünglich ging es um das Attentat auf Reinhard Heydrich 1942 durch zwei Soldaten (ein Tscheche, ein Slowake). Nach Heydrichs Tod wurden beide gesucht und letztendlich in der Kirche aufgestöbert. Sie wurden beschossen, Teile der Kirche wurden geflutet und keiner der Attentäter hat überlebt. Heute sieht man noch die Einschusslöcher des deutschen MGs und kann an der Gedenktafel nicht nur einen Virtual loggen, sondern auch einen sehr passend versteckten Tradi und einen Multi.

Da es immer noch einfach viel zu heiß ist, beschließen wir gegen 15 Uhr, daß es besser ist, im Hotel etwas zu entspannen und uns später zum Abendessen zu treffen. Gesagt, getan und ein paar Stunden später sitze ich wieder in der Straßenbahn. Das Restaurant Smíchovské Vidličky a nože befindet sich in Smíchov, südlich der Kleinseite. Neben dem fast schon obligatorischen Tatar mit Topinky (das Hauptgericht weiß ich nicht mehr genau…) gibt es für mich einen abnormal leckeren Nachtisch: Hausgemachte süße Klöße gefüllt mit Erdbeeren und Frischkäse. Da fährt man doch gleich glücklicher ins Hotel zurück.

Tag 13: Prag – Stuttgart

Die Planung für den letzten Tag ist eigentlich wir immer, wenn es heim geht: Etwas cachen, Kaufland an der Bělohorská, ab auf die Autobahn, in Rozvadov tanken und ein paar Stunden später bin ich wieder am Ausgangspunkt dieser Reise.

Deshalb fahre ich heute erstmal ein paar Minuten zur nächsten Bahnhaltestelle Holešovice. Ich muß zugeben, wenn ich nicht einen tschechischen Cacher getroffen hätte, hätte ich den Cache wohl nicht gefunden. Sehr fies versteckt! Weiter geht es zum Landwirtschaftsmuseum, wo ein weiterer fies versteckter aber super passender Cache auf mich wartet. Nach dem Tradi am Pisek-Tor löse ich unter anderem einen witzigen Wherigo. Das absolute Highlight zum Abschluß ist allerdings Historicke hradni vodovody, der nicht ohne Grund über 1800 Favoritenpunkte bekommen hat.

Das wars dann eigentlich. Wie oben geschrieben, gehe ich kurz einkaufen und fahre mit einigen kleineren Pausen nach Rozvadov an die deutsche Grenze. Dort tanke ich noch einmal und kaufe traditionelle tschechische Mitbringsel ein (Kaffee und Zigaretten :)). Unterbrochen von einem kurzen Abstecher, gebe ich Gas und bin am Nachmittag zuhause.

Pierogi? Svíčková?

Wenn du diesen Bericht aufmerksam gelesen hast, wirst du dir diese Fragen eigentlich selbst beantworten können. Aber gut:

Pierogi (deutsch Piroggen) sind gefüllte Teigtaschen ähnlich Ravioli. Sind sind in ganz Osteuropa verbreitet und die Bezeichnungen variieren je nach Größe und Füllung. In Polen kennt man sie als Pierogi, in der Ukraine und Russland als Wareniki oder Pelmeni, in Tschechien und der Slowakei heißen sie Pirohy. Die Füllung kann sowohl aus Fleisch bestehen, als auch vegetarisch sein (Kartoffeln, Kraut, Quark etc.).

Svíčková, in seiner ganzen Perfektheit eigentlich ja Svíčková na smetaně, bedeutet etwa „Lendenbraten mit Sahne“ oder „Lendenbraten auf Rahm“. Es besteht aus Rindfleisch, im besten Fall Filet, und wird mit einer dicken Soße, sowie Sahne, Preiselbeeren und einer Zitronenscheibe serviert. Als Beilage gibt es in Scheiben geschnittene Böhmische Knödel.

Also einfach mal dran denken: Support your local dish! Pizza sollte man außer in Italien (und San Marino) in keinem anderen Urlaubsland essen. Es gibt so gute lokale Gerichte, die es wert sind, probiert zu werden.

Fazit

Wie beim letzten Mal waren es ordentlich viele (grob 2500) Kilometer zu fahren, aber die Etappen waren gut eingeteilt. Eigentlich hat sich nur die Fahrt von Görlitz nach Warschau mit fast 600 Kilometern ziemlich gezogen. Der Abstecher nach Dresden hat sich gelohnt, Prag ist immer eine Reise wert und wird auch beim fünften Besuch nicht langweilig. In Warschau hätte ich noch locker eine Woche länger bleiben können. Gerade, was die Museen angeht, gibt es dort noch einiges zu erleben.

Nach Krakau würde ich auch noch ein drittes Mal reisen, denn es gibt noch mehr zu sehen, bspw. die Fabrik von Oskar Schindler. Bei Auschwitz lautet mein Fazit wie 2017: Ein Besuch ist jedem Geschichtsinteressierten definitiv zu empfehlen. Allerdings nach Möglichkeit abseits der Hauptbesuchszeiten, weil man den Ort auf sich wirken lassen sollte. Am besten früh morgens besuchen.

Fragen? Ab in die Kommentare!

Pierogi und Svíčková – Geocaching in Polen und Tschechien – Teil 1

Wie so oft beginnen die besten Urlaube mit einer kurzen Frage über Whatsapp: „Hast du schon von dem Mega nächstes Jahr in Warschau gehört? Hatten heute fast das ganze Orga Team auf dem Event“. Der angesprochene Event fand im September 2018 statt, also fast ein Jahr vor dem Megaevent.

Warschau? Ich war zwar schon öfter mal in Polen, aber noch nie in der Hauptstadt. Das wäre eigentlich mal ein Plan für einen schönen Wochenendtrip. Dachte ich zumindest am Anfang. Aber wie das halt so ist, aus einem Wochenende wird ein verlängertes Wochenende. Und bevor ich nach Flügen schauen konnte, war für mich klar, daß ich mit dem Auto fahren wollte, um flexibler zu sein.

Hotels und Ferienwohnungen wurden gebucht, aber da war der Stand immer noch „Hin, Warschau, zurück“. Ende 2018 bekam ich dann mit, daß eine Woche nach dem Mega in Warschau eines in Prag stattfinden würde.

Das war dann der Punkt, an dem ich die Reise etwas ausdehnte. Ich könnte doch von Warschau über Prag heimfahren. Das würde mir dort mehr Zeit bringen und ich könnte noch einmal nach Auschwitz und mir Krakau genauer anschauen. Und in Prag war ich in diesem Jahr zwar schon mehrmals, aber Prag geht sowieso immer!

Letztendlich waren die Stationen dann Stuttgart – Zwickau – Görlitz – Warschau – Auschwitz – Krakau – Brünn – Prag und aus dem verlängerten Wochenende wurden fast zwei Wochen.

Die grobe Route der Tour

Der eine oder andere wird jetzt denken „War der nicht schon mal auf genau der Route unterwegs?“ War ich. 2017 ging es allerdings andersrum: Erst durch Tschechien zum Giga im Osten des Landes, dann nach Auschwitz und durch Schlesien und Sachsen wieder heim. Aber ja, beide Touren ähneln sich zumindest teilweise.

Tag 1: Stuttgart – Zwickau

Der erste Tag ist schnell erzählt: Mir ein paar Unterbrechungen fahre ich nach einem relativ frühen Feierabend nach Zwickau. Der eine oder andere Cache (dabei wirklich tolle, wie Die Notfallapotheke für Geocacher) wird gesucht, ein kleiner Snack, dann gehts ins Hotel. Wie so oft ein Ibis Budget.

Tag 2: Zwickau – Dresden – Görlitz

Einen ganzen Tag von Zwickau nach Görlitz? Ich muß zugeben, das ist schon etwas lange für die kurze Strecke, hatte aber mehrere Gründe. Erstens will ich einen Abstecher nach Dresden machen und zweitens will ich unbedingt in einem meiner Lieblingshotels, dem Pałac Łagów, auf der polnischen Seite von Görlitz, übernachten. Ach und ein kleiner Schlenker weiter nach Polen ist auch eingeplant, damit ich am nächsten Tag mehr Zeit habe.

Ich fahre erst einmal einen kleinen Umweg über Mittweida. Dort hat man die Chance, neben einer Webcam und einem tollen Tradi, auch einen etwas anderen Virtual zu starten. Ja richtig, man startet hier nur, weil man zwei Fotos an verschiedenen Postmeilensäulen benötigt. Eines bei der in Mittweida, das andere in einer von grob 30 anderen Städten. Als Ziel habe ich Willsdruff genommen, weil das heute am besten auf meiner Route liegt.

In Dresden angekommen spule ich erstmal etwas typisches Touristen-Programm ab: Ich besuche den Zwinger, das Elbufer und den Goldenen Reiter bei brütend heißen Temperaturen. Eine weitere Webcam, ein paar Challenges und diverse andere Caches komplettieren den Cacheausflug in die Hauptstadt Sachsens. Ich cache mich weiter Richtung Osten, nach Lwówek Śląski (Löwenberg in Schlesien), weil ich dort einen Virtual und einen sehr interessanten Mystery loggen will.

Dann geht es zurück nach Görlitz, in den Teil, der heute Zgorzelec heißt. Im Hotel angekommen checke ich ein und genieße ein wie erwartet sehr leckeres Abendessen. Danach gibts das übliche Programm. Na ja, fast zumindest. Einkaufen, tanken, Zufalls-FTF holen 🙂

Tag 3: Görlitz – Warschau

Heute ist eigentlich ein recht typischer Fahrtag. Die meisten Funde sind Autobahndosen. Weil ich erstens Lust auf Funde habe und zweitens mehr als genug Zeit. Komme ich nämlich vor 18 Uhr in meiner Ferienwohnung in Warschau an, muß ich Parkgebühren bezahlen. Als Schwabe lasse ich mir da lieber Zeit und erhöhe meinen Fundzähler 🙂

Da mir der Owner eines D5 in Legnica auf meine Frage („Kann ich den ohne Polnischkenntnisse lösen?“) direkt die Startkoordinaten gibt, will ich den Cache natürlich nicht unversucht lassen. Leider komme ich vor Ort nicht weit und außer einem Umweg von 45 Minuten bringt mir der Versuch leider nichts.

Also weiter auf der Autobahn nach Breslau. Hier war ich vor 2 Jahren schon in der Innenstadt, einen Virtual etwas am Rand kann ich mir dann aber doch nicht verkneifen. Ich lasse mich weiter von Virtuals leiten und besuche nach einem in der Innenstadt von Łódź noch einen in einem großen Einkaufszentrum, der Manufaktura.

Von Łódź zu meiner Ferienwohnung in Warschau ist es nicht mehr weit. Ein paar Dosen noch auf dem Weg und ich komme spät genug an. Da ich natürlich relativ platt bin, wähle ich ein Restaurant aus, das ich vorab schon entdeckt habe und das direkt um die Ecke liegt: Im Manty gibt es leckeres usbekisches Essen.

Tag 4: Warschau

Flagge PolenWarschau (polnisch Warszawa) ist seit 1596 die Hauptstadt Polens und die flächenmäßig größte sowie mit über 1,75 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Als eines der wichtigsten Verkehrs-, Wirtschafts- und Handelszentren Mittel- und Osteuropas genießt Warschau große politische und kulturelle Bedeutung. In der Stadt befinden sich zahlreiche Institutionen, Universitäten, Theater, Museen und Baudenkmäler.

Heute will ich mit dem Auto los und einige Dosen in Warschau suchen. Daß ich das Auto nehme, hat mehrere Gründe. Erstens liegen die Dosen doch etwas weiter verstreut in der Stadt und zweitens kostet das Parken auf der Straße an meiner Ferienwohnung noch bis 18 Uhr Geld. Erst ab dann ist es bis Montag Morgen 8 Uhr gratis.

Jeder Cacher kennt das: Im Vorfeld einer Reise schaut man sich an, was es für Mysterys gibt, ob diese interessant sind und ob man sie lösen kann. So ging es mir unter anderem mit der Warschauer Ausgabe des Master of Mystery. Ich kam beim Lösen recht gut durch die einzelnen Caches, der allerletzte aber hatte es heftig in sich. Allerdings wollte ich natürlich den MoM lösen. Und da der letzte Cache – CTD3 Digital Fortress – auch in Warschau liegt, war ich doppelt motiviert. Ein wirklich tolles Rätsel!

Diese Dose war die erste heute, bevor ich mir ausgiebig den Łazienki-Park anschaute. Dort liegen einige Caches, Labcaches und auch ein Virtual, aber der Spaziergang durch den Park allein ist einfach schon wirklich nett. So langsam macht sich mein Magen bemerkbar. Gut und äußerst günstig gestärkt laufe ich vom Bäcker zum Regionalen Blutzentrum Warschau, an dem eine schöne große Letterbox gesucht werden kann.

Bis zum Event am späten Nachmittag habe ich noch mehr als genug Zeit. Um diese sinnvoll zu überbrücken und nicht nur cachen zu gehen, habe ich mir das Muzeum Wojska Polskiego, das polnische Armeemuseum, ausgesucht. Die Exponate sind durchaus sehenswert, allerdings trifft nicht alles meine Interessen, die klar beim 20. Jahrhundert liegen. Mir ist die Ausstellung im Inneren etwas zu arg auf Polen (und nicht nur auf die polnische Armee) fixiert, was drumrum passiert ist, wird leider zu oft ausgeblendet. Trotzdem lohnenswert. Wesentlich spannender finde ich aber den Außenbereich, in dem neben Flugzeugen und Artillerie auch diverse Panzer wie ein leider ziemlich demolierter Jagdpanzer 38(t) („Hetzer“), ein T-34, ein IS-2 oder ein Sherman stehen.

Nach dem ausgiebigen Museumsbesuch fahre ich etwas zu früh zum Pub Bolek. Ja, es gibt witzigerweise – natürlich! – auch einen Pub Lolek, der keine 500 Meter weit im selben Park liegt. Zum Glück bin ich zu den Listingkoordinaten gefahren (eine Bekannte wäre fast im falschen Pub gelandet…), um am Startevent des Megas teilzunehmen. Der Abend war dann recht entspannt und gemütlich.

Tag 5: Warschau

Heute findet das erste Mega in Warschau statt. Allerdings habe ich erstmal noch ein paar andere Dinge eingeplant: Ich beginne mit dem Pawiak, einem ehemaligen Gefängnis. Ganz in der Nähe gibt es auch einen Cache. Weiter geht es zum Warschauer Ghetto-Ehrenmal, dem Denkmal zu Aufstand des Warschauer Ghettos. Hier liegt mit dem Virtual Ndebele1 auch der älteste Cache Polens. Nachdem ich das Denkmal am Umschlagplatz besucht habe und den dazugehörigen Cache gefunden habe, fahre ich in den Nordwesten Warschaus in den Bezirk Bielany.

Dort befindet sich die Huta Warszawa und in einem der Verwaltungsgebäude von Arcelor-Mittal das Objekt der Begierde: Ein voll ausgestatterter Bunker/Schutzraum aus dem Kalten Krieg! Über den Megaevent konnte ich dort eine Führung buchen. Diese ist absolut authentisch, denn die Dame, die uns rumführt, ignoriert uns zwei oder drei Ausländer und erklärt alles ausführlich auf Polnisch… Ein paar Worte verstehe ich aber irgendwie trotzdem und die Ausstattung des Bunker spricht ja auch für sich. Ich war ja schon in einigen Bunkern, aber dieser hier ist mal etwas anderes, weil er als ein Zivilschutz-Kommandoposten diente und entgegen bspw. der Maginotlinie nicht militärisch genutzt wurde. Erbaut wurde er Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre, die Einrichtung dürfte aus den 80er Jahren sein. Auf alle Fälle ein interessanter Einblick.

Nach dem Ende der Führung ging es für mich dann aber auf direktem Weg zum Großen Theater, an der ich parke und zum Megaevent laufe. Und dieser war so ganz anders, als man es in Deutschland gewohnt ist. Eventort ist eine Schule, es gibt 2 oder 3 Stände, Kartoffelsuppe und alles ist überschaubar und familiär. Was ich noch nicht kannte, in Polen aber wohl normal ist: Statt Wasser zu verkaufen, steht ein Tankwagen der Stadt vor dem Eingangen, an dem es gratis Wasser gibt.

Wenn ich aus dem Interview mit der Orga zitieren darf, dann soll „der Event eine Ergänzung der Warschau-Reise sein. Ein interessanter Zwischenstopp zwischen den vielen Attraktionen, die diese Stadt bietet.“. Sprich: Komm kurz vorbei, triff Menschen und schau dir ansonsten die Stadt an. Genau das habe ich dann auch getan. Vom Event laufe ich durch den Sächsischen Garten, vorbei am Grab des unbekannten Soldaten über den Pilsudski Platz. Weiter geht es nach Norden durch die Innenstadt, bis ich beim Königsschloss die Altstadt betrete, deren Höhepunkt der Altstadtmarkt mit der Warschauer Seejungfer ist. Unterwegs finde ich natürlich den ein oder anderen Cache. Ursprünglich wollte ich ja Bus und Bahn nutzen, aber irgendwie lohnt sich das aufgrund der kurzen Distanzen heute nicht, also laufe ich zurück zum Event. Dort verabrede ich mich mit befreundeten Cachern zum Abendessen.

Da ich noch Zeit habe und der Event langsam aber sicher beendet ist, nutze ich die Möglichkeit und fahre zum Kopernikus-Denkmal, bevor ich noch etwas auf der östlichen Seite der Weichsel im Stadtteil Praga cache. Im Gegensatz zur westlichen Seite scheint es hier weniger Zerstörungen im Krieg gegeben zu haben. Die Häuser sind deutlich älter. Und dank Cache finde ich sogar einen alten deutschen Bunker!

Den Tipp für ein authentisches Essen habe ich vor einigen Wochen vom Orga-Chef direkt bekommen: „If you really like to feel the old Warsaw you have to go for Pyzy flaki gorace – perfect food“. Genau das wollte ich, Pizza kann man schließlich auch woanders essen. Wir landen also im Pyzy Flaki Gorące, einem winzigen Lokal, das randvoll mit Menschen ist. Glücklicherweise gibt es davor mehr Sitzplätze als im Inneren, so daß wir Glück haben und einen Tisch bekommen.

Gut, daß uns der Name des Restaurants (Etwa „heiße Kutteln mit Knödeln“) nicht vom Besuch abgehalten hat, denn das Essen ist wirklich sehr sehr lecker. Man wählt ein Grundgericht (bspw. Kartoffelklösse gefüllt mit Hackfleisch) und einen „Belag“ (bspw. Fleischeintopf mit Zwiebeln und Kräutern). Wenige Minuten später bekommt man sein Essen in einem Einmachglas gebracht. Das hat den Vorteil, daß man, wenn man satt ist, den Rest einfach mitnehmen kann. Der Besuch hat sich gelohnt, wir haben sehr lecker gegessen. Und das für ganze 12 Złoty (ca. 2,80 Euro) pro Glas. Wer in Warschau ist, sollte den Laden besuchen, es ist definitiv ein Erlebnis!

Tag 6: Warschau

Heute fahre ich erstmal noch einmal zum Warschauer Ghetto-Ehrenmal, das Denkmal für Willy Brandt habe ich irgendwie übersehen. Dann gehts zum Muzeum Geologiczne, dem Geologischen Museum des staatlichen Geologischen Instituts. Hier findet der erste der Abschiedsevents statt. Das Museum ist zwar recht übersichtlich, aber dennoch voller interessanter Exponate. Und mehrere Earthcaches lassen sich hier auch noch lösen.

Der zweite Event findet wenig später am PKiN statt. Der PKiN heißt eigentlich Palac Kultury i Nauki Warszawa oder auf Deutsch einfach „Kulturpalast“ war ein Geschenk Stalins (und deswegen auch nicht bei allen beliebt) und ist das höchste Gebäude Polens. Manche sagen, er sei die achte der Sieben Schwestern von Moskau. So ganz uneigennützig fahre ich natürlich nicht mit einem der Fahrstühle nach oben ins 30. Stockwerk. In 114 Metern Höhe hat man hier nicht nur einen herrlichen Ausblick auf Warschau, sondern kann auch noch einen Virtual loggen. Der Spaß kostet 20 Złoty (Ca.4,70 Euro) und kann vorab online gebucht werden. Deshalb muß ich, im Gegensatz zu anderen Besuchern, quasi nicht anstehen.

Als ich wieder am Boden bin, besuche ich wie gesagt den Verabschiedungsevent. Rund um den PKiN warten noch einige Caches darauf, gefunden zu werden. Der wohl beste und größte ist der Warsaw Cache, eine Mystery-Letterbox, die sich sehr gut bereits daheim lösen läßt. Als ich den PKiN-Parkplatz verlasse, will ich eigentlich das Museum des Warschauer Aufstandes besuchen. Leider ist der Eintritt in das Museum am Sonntag gratis und es hat sich eine ewig lange Schlange gebildet. Zwar habe ich Zeit, aber darauf, mehrere Stunden bei 30° anzustehen, habe ich keine Lust.

Und so lerne ich das kennen, was in Warschau und eigentlich in ganz Polen eine Institution ist: Ich gehe in eine Bar mleczny, eine Milchbar. Wer jetzt an Milchshakes denkt, ist auf dem falschen Weg. Die Umschreibung „Ostblock-Kantine mit 80er Charme und günstigem, deftigem Essen“ trifft es ganz gut. Die Gdanski Bar Mleczny wurde mir empfohlen und wird der Beschreibung absolut gerecht. Hier sieht es wirklich aus, wie einer Kantine. Das macht aber gar nichts, denn das Essen – Kotlet schabowy (paniertes Schnitzel) mit Kartoffelbrei, Kapusta zasmażana (Krautsalat), Gurkensalat und Kompot (eine Art Fruchtsaft) – ist wirklich sehr lecker. Und mit gerade einmal 19,99 Złoty (Ca.4,70 Euro) lächerlich günstig.

Ich cache mich noch etwas durch die Stadt und besuche unter anderem die Gärten der Universität. Angelockt von einem weiteren Virtual spaziere ich quasi auf dem Dach der Universitätsbibliothek der Uni Warschau. Da die befreundeten Cacher, mit denen ich gestern essen war, erst morgen früh fliegen, verabreden wir uns noch einmal. Es gibt, wie am Donnerstag, usbekisch.

Tag 7: Warschau – Auschwitz

Das lange Wochenende in Polens Hauptstadt geht heute zuende. Die Reise geht weiter nach Süden, nach Oświęcim, besser bekannt als Auschwitz. Die Fahrt ist unspektakulär, unterbrochen immer wieder von einigen Caches. Highlight ist neben einigen Earthcaches die Letterbox Travel bug’s LEGO HOTEL 🏨 ***** und ein Virtual in Czerwionka südlich von Gleiwitz.

Bevor ich ins Hotel fahre, mache ich einen kurzen Schlenker nach Birkenau, um ein paar Fotos zu machen. Dann checke ich ein und suche mir ein Restaurant. Die Wahl fällt auf Chata na Zaborskiej, wo ich endlich das esse, dessen Namens die eine Hälfte des Titels dieses Blogbeitrags ist: Pierogi, gefüllte Teigtaschen.

Da dieser Bericht mal wieder etwas umfangreicher wurde, gehts mit Teil 2 und dem Besuch in Auschwitz weiter.

Geocaching meets Beethoven – Interview mit der Orga

Geocaching meets Beethoven
Wir Geocacher sind ja – auch wenn es jetzt wieder einen Aufschrei geben wird – doch irgendwie auch immer Statistiker. In einem Schaltjahr am 29. Februar zu cachen ist eine Chance, die man eben nur alle vier Jahre bekommt. Daher haben sich viele Cacher den Tag schon rot im Kalender angestrichen. Dosensuche schön und gut, aber gab es schon mal einen Megaevent am Schalttag? Soweit ich weiß nicht. Das wird sich 2020 ändern!

„Geocaching meets Beethoven“ soll aber nicht einfach nur ein „Mega am Schalttag“ sein, sondern den Geburtstag Ludwig van Beethovens feiern, eines Künstlers, der sich immer wieder neu erfunden hat und als der meistgespielte klassische Komponist gilt. Das Eventprogramm und diverse Geocaches vor Ort hängen mit seinem Leben und Wirken zusammen.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Jens.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein größeres Event in Bonn zu veranstalten?

Beim Leapday 2016 fühlten wir uns von einer Flut von mehr oder minder unkommunikativen 30-minütigen Events überrollt. Es entstand die Idee, beim nächsten Leapday 2020 (der ein Samstag ist) etwas Größeres und Kommunikativeres anzubieten.

Im Jahr 2020 können wir gleich dreifach feiern:

– den zusätzlichen Tag im Schaltjahr
– 20 Jahre Geocaching
– den Geburtstag des Bonner Bürgers Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven würde 2020 seinen 250. Geburtstag feiern. Eine ganze Stadt feiert ein ganzes Jahr lang und wir sind dabei! Was die Wenigsten wissen: Beethoven war ein absoluter Naturfreund, er holte sich seine Inspiration, genau wie wir Cacher, draußen im Grünen. Wie die Geschichte zeigt, hat er das auch sehr erfolgreich getan.

Beethoven, der große Sohn Bonns, begleitet uns durch die komplette Stadt, es gibt kaum ein Vorbeikommen an ihm. Wir kennen alle seine Musik und es lohnt sich allemal, hinzuhören. Wer kennt sie nicht, unsere Europa-Hymne „Ode an die Freude“, die uns alle vereint und somit auch unser „roter Faden“ ist.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Unser Eventort wird die Stadthalle Bonn-Bad Godesberg sein.

Warum gerade dort?

Sie ist urig und entspricht mit ihren unterschiedlichen Räumlichkeiten unseren Vorstellungen einer Eventhalle. Thematisch hätte vielleicht die Beethovenhalle besser gepasst, jedoch war uns der angesetzte Termin der Fertigstellung ihrer Renovierung zu zeitkritisch.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Momentan stehen wir bei rund 1100 Anmeldungen. Alles weitere lassen wir auf uns zukommen. Gerne darf sich diese Zahl verdoppeln oder verdreifachen. Alles darüber hinaus wäre gigantisch…

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Wie jedes Hallen-Event unterliegt auch unser Event „Geocaching meets Beethoven“ den feuerpolizeilichen Brandschutzbestimmungen. Es gibt jedoch in Bonn und Umgebung ausreichend Möglichkeiten für Geocaching- und Sightseeing-Touren. Außerdem werden wir spezielle Beethovencaches und Lab Adventures anbieten. So gehen wir davon aus, dass sich die hoffentlich große Zahl an Cachern auf dem Stadtgebiet verteilen wird und es in der Stadthalle durch das wechselnde Publikum nie zu voll sein wird.

Bonner Wasserwerk, Sitzungsort des Bundestags 1986-1992
Bonner Wasserwerk, Sitzungsort des Bundestags 1986-1992, CC BY-SA 3.0 von Qualle

Was bietet ihr dem Besucher?

Im Eintrittspreis ist für den Eventtag ein ÖPNV-Ticket des VRS-Verkehrsverbundes enthalten, mit dem man sich im gesamten Streckennetz zwischen Bonn und Köln bewegen kann (sogar der Flughafentransferbus ist darin enthalten). So wird es für jeden möglich sein, Cachingtouren, Sightseeing und Shopping miteinander zu verbinden. Natürlich wird es auch bei uns eine Wood-Coin und ein Einlassbändchen aus Stoff geben, auf die sich viele Jäger und Sammler bereits freuen. Ein umfangreiches Eventheft wird unsere Gäste über das Programm auf der Bühne, die Lab Adventures, die Vorträge und die Händler informieren, sowie Tipps für die Gestaltung dieser drei Tage in Bonn geben.

Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

In der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg planen wir ein buntes Bühnenprogramm mit viel Musik, welches unsere Gäste genießen können. Es gibt die bekannte Händlermeile, die Klön-Schnack-Tausch-Ecke für Coin-, Pin-, Tag-, Woodcoin-, und Token-Sammler. Unser Knowhow stecken wir ebenfalls in spielbare und interessante Lab Adventures vor Ort, es wird Spiele geben, bei denen es Preise zu gewinnen gibt.

Für unsere Kinder – und somit die Nachwuchscacher – organisieren wir eine professionelle Kinderbetreuung. Wir bieten ein buntes Potpourri an Möglichkeiten: Wer mag, kann sich zur Prinzessin, zu Beethoven oder auch zu Batman schminken lassen – oder will doch lieber jeder ein Signal sein? Unsere Geburtstagskinder, die nur alle vier Jahre an diesem besonderen Tag feiern können, und unser Hobby, welches uns seit 20 Jahren begeistert, werden wir gebührend hochleben lassen.

Auch die Musik darf nicht zu kurz kommen. Wir veranstalten einen Songcontest zum Thema „Ode an die Freude“. Hier konnten wir Radio Bonn Rhein-Sieg begeistern, um auf unser Vorhaben aufmerksam zu machen und uns zu unterstützen. Über den Tag verteilt gibt es also auch etwas auf bzw. für die Ohren.

Die Kommunikation zwischen allen Naturfreunden ist für uns von besonderer Bedeutung und wir hoffen, sowohl Verbandsvertreter der Jäger, Förster als auch Wanderer auf unserem Event begrüßen zu können.

Ein themenbezogenes „Logbuch“ wartet bereits auf eure Unterschrift. Wir werden es im Nachhinein für einen guten Zweck verwenden. Darüber hinaus wird es noch viele weitere Möglichkeiten geben, durch Besichtigungen und Führungen die Stadt Bonn sowie einige interessante Locations kennenzulernen.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Bonn kommen?

Bonn ist einfach eine Reise wert. Die Cachedichte ist in dieser Region enorm hoch, so dass für jeden Cacher etwas dabei ist: Viele unterschiedliche Cachetypen (vom Tradi bis zur Webcam und zum Virtual), alte Caches aus der Anfangszeit des Geocachings, Angelrunden, Cacheserien zu bestimmten Themen, Caches mit einer hohen Anzahl an Favoritenpunkten…

Zudem gibt es in der Stadt und im Umland eine Menge zu entdecken: Sei es der Stadtteil Bad Godesberg, Bonns malerische Altstadt und die vielen geschichtsträchtigen Orte und Museen oder aber die vielfältige Landschaft am Rhein und im Siebengebirge.

Außerdem gilt es im Jahr 2020, dem wohl berühmtesten Bonner Bürger zu seinem 250. Geburtstag ein Ständchen zu bringen. Beethoven und sein Lebenswerk wird in vielen unterschiedlichen Facetten eine große Rolle spielen. Soweit wir wissen, hat noch kein deutsches Mega-Event zuvor die Musik in dieser Form mit unserem schönen Hobby verbunden.

Und ein letzter, wichtiger Punkt: Wer hat bereits ein Mega-Event an einem Leapday besucht?

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Der Eintritt für einen Erwachsenen wird unter € 10.- liegen. Kinder zahlen einen reduzierten Eintrittspreis; Kleinkinder und Schwerbehinderte haben freien Eintritt.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze und gibt es Stellplätze für Wohnmobile?

Die Halle selbst verfügt über ca. 500 kostenfreie Parkplätze. In der Nähe befinden sich weitere kostenpflichtige Parkmöglichkeiten (siehe Listing). Als weltoffene Stadt hat Bonn für Besucher unseres Events viele unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten. Im Umland befinden sich einige Campingplätze, mit deren Betreibern wir in Kontakt stehen, um Geocachern, die mit ihren Wohnmobilen anreisen, einen Stellplatz anbieten zu können (ca. 20 Minuten mit Bus und Bahn vom Eventgelände entfernt). Zudem haben wir das „BaseCamp Young Hostel“ komplett für das Wochenende reserviert und bieten über das „Bonnox Boardinghouse & Hotel“ preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten an.

Wie barrierefrei wird euer Event?

Selbstverständlich bietet die Stadthalle Bonn-Bad Godesberg Rollstuhlfahrern einen unkomplizierten, barrierefreien Zugang. Ein Großteil unserer Angebote sowie das Bühnenprogramm wird durch Gebärdendolmetscher für Gehörlose übersetzt.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Hunde sind grundsätzlich kein Problem, jedoch bitten wir jeden Hundebesitzer darüber nachzudenken, ob eine solche Großveranstaltung das Richtige für das Tier ist (einige von uns sind/waren auch Hundebesitzer und kennt den Zwiespalt).

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Unser Orga-Team besteht im Kern aus 10 Mitgliedern, die sich seit zwei Jahren regelmäßig treffen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

In diversen Untergruppen (z.B.: Finanzen, Programm, Internetauftritt, Caches, Merchandising – um nur einige zu nennen) werden Unterpunkte besprochen, vorbereitet und zur Abstimmung und Entscheidung in die Gesamtgruppe eingebracht.

Reicht das auch aus, um ein Mega zu abzudecken?

Wir wissen, dass wir ein solches Mega-Event nicht alleine stemmen können. Bereits bei der Vorbereitung vertrauen wir auf die Unterstützung der Geocacher aus unserer Region. Und so werden wir nach und nach bis zu 300 Helfer für die unterschiedlichen Aufgaben in der Vorbereitung und Durchführung integrieren.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Natürlich benötigen wir Helfer! Auf unserer Homepage https://gcmb2020.de/helfer-formular gibt es ein Formular, über das sich Interessierte gerne bei uns melden können. Als kleines Dankeschön planen wir derzeit ein Helfershirt, eine Helfercoin und freien Eintritt.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Wir betreiben dieses schöne Hobby zwischen 5 und 14 Jahren. Wenn wir keine Dosen suchen, beschäftigen wir uns mehrheitlich seit zwei Jahren mit der Planung unseres Megaevents. Auf unserer Homepage gibt es von jedem von uns ein kleines Portrait.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir rühren die große Werbetrommel seit dem „Project Märchenhaft in Kassel“ im August 2018. Seitdem treten wir bei vielen (Mega-)Events als Beethoven verkleidet oder zumindest mit unseren glitzernden Beethoven-Shirts auf. Dabei kommen wir mit vielen Geocachern ins Gespräch und verteilen fleißig unsere Visitenkarten (oftmals auch in Verbindung mit kleinen Bärchen eines bekannten Süßigkeitenherstellers aus der Region).

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Wir können dir gern ein paar Visitenkarten, zum Verteilen auf den lokalen Stammtischen, zusenden.

Jens, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns am Schalttag 2020 in Bonn!

20 Years of Geocaching Prague – Interview mit der Orga

Prag 2020 Giga
Prag geht immer. Nachdem ich 2019 beim Mega „Praga Astronimica“ zum dritten Mal in diesem Jahr in der tschechischen Hauptstadt sein werde, war nur eine kurze Überlegung nötig: Das (damals noch) Megaevent zum 20. Geocaching-Geburtstag wollte ich mir nicht entgehen lassen. Schon direkt nach Veröffentlichung des Listings zu „20 Years of Geocaching Prague 2020“ loggte ich mein Will Attend und buchte eine Unterkunft. Das „Mega“-Icon war für mich eigentlich logisch, nach nur grob 2 Stunden waren die erforderlichen 500 Will Attend Logs errreicht, über 900 (!) kamen am ersten Tag zusammen. Keine 5 Wochen nach Publish waren die für ein Gigaevent nötigen 3000 WAs geloggt. Quasi als „Bonus“ gibt es zeitgleich noch ein GPS Maze am selben Ort.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Slávek.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein größeres Event in Prag zu veranstalten?

20 Jahre Geocaching sind eine großartige Gelegenheit für einen großen Event. Wir haben mit den Planungen im Sommer 2018 angefangen, beim Publish des Events haben wir also schon fast ein Jahr daran gearbeitet.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Die Location heißt Žluté lázně („Gelbes Spa“) und war ursprünglich ein Flussbad. Es ist das älteste und momentan einzige Freibad direkt an der Moldau. Eine historische Stätte, eröffnet bereits 1910. Früher gab es hier eine Vielzahl von Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen: Einen Strand für alle Besucher, einen nur für Frauen, Bars, einen Frisör und vieles mehr. Alles war in einem sehr eleganten Stil der Jahrhundertwende erbaut und die Gebäude waren – daher der Name des Bads – gelb gestrichen. Heutzutage sind die Gebäude nicht mehr gelb, aber die Anlage ist sehr populär und wird im Sommer rege von allen genutzt, die Sport mögen und vielleicht später noch ein Bierchen trinken wollen.

Warum gerade dort?

Weil der Platz perfekt dafür ist, um ein Gigaevent zu veranstalten! Er ist sehr nahe an der Innenstadt und gut mir öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Location verbindet ein herrliches Freiluftgebiet entlang der Moldau mit mehreren Räumlichkeiten wie Bars, einem Bierhaus, einem Sportzentrum oder einem Bistro. Die nötige Infrastruktur, die für tausende Besucher nötig ist, steht zur Verfügung. Und – wirklich wichtig! – einer unserer Hauptorganisatoren wohnt um die Ecke 🙂

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Der Plan war, eine große Geburtstagsfeier für einen großen Geburtstag zu veranstalten. Wir rechnen mit ungefähr 10000 Besuchern.

Wann war der Punkt, als feststand, daß dies das zweite Giga-Event in der Tschechischen Republik werden könnte? Beispielsweise, als Will Attend Nummer 3000 geloggt wurde.

Der Event hat 928 Will Attend Logs bereits in den ersten 8 Stunden erreicht. Das war wirklich in Rekordgeschwindigkeit! Schon nach 34 Tagen hatten wir den Giga-Status. Das ging alles dermaßen schnell, die Unterstützung der Community ist der Hammer!

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Die täglichen Besucherzahlen des Veranstaltungsortes betragen zwischen 8000 und 10000. Es sollte also kein Problem sein, die erwartete Anzahl von Gigaevent-Teilnehmern unterzubringen.

Karlsbrücke
Karlsbrücke, CC BY-SA 3.0 von Hareco

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Ich habe die Antworten auf beide Fragen mal in einen Absatz gepackt. Wir bereiten eine breite Auswahl an Aktivitäten vor, bei denen die Cacher Kontakte knüpfen können (zum Beispiel ein Meet & Greet Event), lernen können (GPS Maze, Workshops zu Klettern, Erste Hilfe, kreative Caches), an Wettkämpfen teilnehmen können (Schatzsuche mit Metalldetektoren, Teamwettbewerb), Spaß haben könen – und als wichtigsten Punkt natürlich cachen gehen können. Prag ist voller toller Caches, inklusive dem mit den weltweit meisten Logs, es wird einige Labcaches rund um die Location geben, man kann an Challenges wie „X Icons an einem Tag“ arbeiten usw. Das Programm wird einfach sehr abwechslungsreich sein und jeder wird in der Lage sein, das zu genießen, was ihm am besten gefällt.

Schaut euch einfach das Listing des Gigas und unsere Website an, um aktuelle Details zum Programm zu erhalten.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher aus Deutschland und Westeuropa gerade ein großes Event in Prag besuchen (abgesehen davon, daß das Event ein Giga-Event wurde und damit automatisch Cacher anzieht)?

Es gibt viele Gründe: Prag ist zu jeder Jahreszeit eine schöne Stadt – und im Mai noch schöner als sonst! Man kommt aus den meisten Teilen Deutschlands relativ gut hin. Das GPS Maze ist ein weiterer Grund für einen Besuch – einzigartig und eine interaktive Ausstellung, die einem Geocaching an sich und neue Entwicklungen näherbringt. Und natürlich ist jeder Event die Möglichkeit, Menschen zu treffen, Dinge zu sehen und etwas zu lernen. Geocaching ist hier die Brücke, diese Möglichkeiten einfacher zu verbinden.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Der Eintritt zum Event am Freitag wird frei sein. Beim Hauptevent am Samstag beträgt der Eintrittspreis 100 CZK oder 4 EUR. Dafür bekommt man ein Armband, das zum Ein- und Auslass am ganzen Wochenende berechtigt. Der Eintritt für Kinder unter 100 cm ist frei.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze und gibt es Stellplätze für Wohnmobile?

Wenn du mit dem Auto anreist, dann suche dir einen sicheren Parkplatz und laß dein Auto das Wochenende über dort stehen. Wir empfehlen dir dringend, den ausgezeichneten ÖPNV zu nutzen, um dich in Prag fortzubewegen, insbesondere in der Innenstadt. Ganz in der Nähe des Veranstaltungsortes befinden sich einige Campingplätze für Wohnwagen und Wohnmobile. Weitere Informationen findet man auf unserer Website.

Wie barrierefrei wird euer Event?

Die komplette Eventlocation ist 100 % Terrain 1. Falls jemand einen Behindertenparkplatz benötigt: Bitte melde dich unter info@geocachingprague2020.cz

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Hunde sind prinzipiell erlaubt, müssen aber angeleint sein, hören und natürlich müssen ihre Hinterlassenschaften entfernt werden.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Das Kernteam besteht aus 10 Personen, das komplette Orga-Team während des Events wird ungefähr 200 Personen umfassen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Wir haben ein kleineres Team, das den Überblick über die Vorbereitung behält. Davon abgesehen haben wir Leute, die für individuelle Programminhalte verantwortlich sind und die von vielen anderen unterstützt werden.

Reicht das auch aus, um ein Giga zu abzudecken?

Ja, wir denken das. Wir sind keine Anfänger was die Organisation von Events angeht. Wir trauen uns deshalb zu, zu wissen, was es braucht, um ein erfolgreiches Gigaevent zu veranstalten.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Wir werden unsere Teammitglieder in den nächste Monaten auswählen. Der Hauptanreiz für uns alle wird das gute Gefühl sein, etwas Sinnvolles zu tun, das die gesamte Gemeinschaft genießen wird.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja, wir sind alle Geocacher. Vielleicht repräsentieren wir alle Aspekte dieses wundervollen Spiels: Wir haben Touricacher, T5-Jäger, Statistik-Geeks, Event-Süchtige und Geocoin-Sammler. Es ist nicht wirklich möglich, eine Antwort für alle zu geben. Deshalb kommt vorbei und sprecht mit uns!

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir haben nicht wirklich Werbung für den Event gemacht. Wir haben natürlich die Informationen in der Community verbreitet, die uns wirklich sehr unterstützt. Nicht nur in Tschechien, sondern weltweit!

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Zuallererst: Erzählt es euren Freunden! Man kann den Event unterstützen, indem man eines der Banner oder Videos auf einer Website oder dem Geocaching-, Facebook- oder Instagram-Profil einbindet. Banner und Videos dafür gibts auf unserer Website. Und man kann uns natürlich mit dem Kauf von Geocoins und anderen Souvenirs unterstützen, die wir in unserem Shop anbieten.

Slávek, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns Anfang Mai 2020 in Prag!

Geocaching Party 2019 – Warszawskie Legendy – Interview mit der Orga

Warszawskie Legendy
Irgendwann im September 2018, als die ersten Megaevents für 2019 gepublisht wurden, fing ich an, meinen „Sommerurlaub“ zu planen. Ich hatte ein paar Sachen im Kopf, ein paar Ziele. Relativ schnell stieß ich auf das Mega „Warszawskie Legendy“ („Warschauer Legenden“) in der polnischen Hauptstadt. Das paßte super in meine Urlaubszeit, dort war ich bisher noch nicht und (wie sich etwas später herausstellen sollte) ich konnte mir mit Auschwitz und dem Mega in Prag eine sehr interessante Reise zusammenstellen.

Flagge PolenWarschau (polnisch Warszawa) ist seit 1596 die Hauptstadt Polens und die flächenmäßig größte sowie mit über 1,75 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Als eines der wichtigsten Verkehrs-, Wirtschafts- und Handelszentren Mittel- und Osteuropas genießt Warschau große politische und kulturelle Bedeutung. In der Stadt befinden sich zahlreiche Institutionen, Universitäten, Theater, Museen und Baudenkmäler.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Marcin alias Lekkoduch.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein größeres Event in Warschau zu veranstalten?

Na ja, die Idee einer Geocaching Party ist nichts Neues. Es gab in der Vergangenheit drei Events in Krakau, zwei davon waren Megas. Die Organisatoren haben zusammen mit Cachern aus anderen Regionen beschloßen, daß der Event in andere Städte „reisen“ sollte. Hintergrund war, das Thema „Megaevent“ in Polen bekannter zu machen und Cacher zu animieren, aktiver zu sein und sich zu treffen. Die wachsende Anzahl Geocacher machte Events einfach nötig.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Wir haben uns dazu entschlossen, mitten in die Stadt zu gehen, direkt ins Zentrum. So können alle Besucher Stadt und Geocaching Event gleichzeitig genießen. Ogród Saski („Sächsischer Garten“) ist ein Park und einer der beliebtesten Orte für Spaziergänge und Freizeitbeschäftigungen in Warschau. Der Event an sich wird den Räumen der Grundschule direkt neben dem Park stattfinden.

Warum gerade dort?

Es ist sehr zentral gelegen und da wir nicht möchten, daß die Teilnehmer einen ganzen Tag drinnen bleiben, versuchen wir, daß wir alle in der Stadt verteilen. Zwar werden wir alle an einem Punkt begrüßen, Teilnehmer zu den Ausstellungen, Vorträgen und Besprechungen einladen, aber wir wollen auch alle ermutigen, sich die Stadt anzuschauen. Besucher sollten die Gelegenheit zu nutzen, so viel wie möglich zu sehen und die interessantesten Orte Warschaus zu besuchen. Irgendwann können sie dann wieder zum Veranstaltungsort zurückzukommen, um andere Cacher zu treffen und sich auszutauschen. Vom Eventort aus sind fast alle interessanten Orte gut zu erreichen.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Zwei Monate vor dem Event hatten wir über 600 Will Attends – das verspricht eine ordentliche Besucherzahl. Wir hoffen auf ungefähr 500 Geocacher mit Freunden und Familie. Weil es der erste Event dieser Art in Warschau ist, erwarten wir, daß viele Leute die Stadt zum ersten Mal besuchen wollen, auch, weil sie viel bietet.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Es gibt keine Grenze, na ja, zumindest fast nicht. Die Räumlichkeiten ermöglichen einen problemlosen Zustrom der Teilnehmer und die umliegenden Gärten und Parks bieten viel Freiraum.

PKiN (Pałac Kultury i Nauki)
Pałac Kultury i Nauki (Kulturpalast), CC BY-SA 3.0 PL von Carlos Delgado

Was bietet ihr dem Besucher?

Ein Event muß ja einen zentralen Punkt haben. Die Empfangs- und Versammlungshalle wird diesem Part übernehmen. Um andere Geocacher zu treffen, Gespräche zu führen, Erfahrungen auszutauschen und weitere Ideen für Reisen mit Geocaching zu finden.

An den Infoständen der polnischen Regionen kann man sich über die verschiedenen Regionen unseres Landes und ihre Attraktionen für Tourismus und Geocaching informieren. Es wird Tauschmöglichkeiten für TBs und xWGs, Workshops und natürlich eine Händlermeile geben. Wir planen neben diversen Vortragen auch einen Vortrag über die Earthcaches in Warschau, sowie Diskussionen über Geocaching in Nationalparks mit Vertretern aus Nationalparks aus allen Teilen Polens und der nationalen Forstbehörden. Ach und es besteht die Möglichkeit, 10 verschiedene Cache-Typen in Warschau zu finden.

Wir hoffen, daß der Megaevent für alle Geocacher während ihres Wochenendes eine Art Boxenstopp wird. Der Event soll eine Ergänzung der Warschau-Reise sein. Ein interessanter Zwischenstopp zwischen den vielen Attraktionen, die diese Stadt bietet. Und natürlich wird es Adventure Labs geben. Laßt euch überraschen!

Neben dem Haupt-Event wird es auch Side-Events geben, die alle schon veröffentlicht wurden: Meet and Party, Midnight Express, CITO, ein Geologie-Event für Earthcache-Liebhaber und der Verabschiedungsevent. Langweilig wird da niemandem werden!

Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Manches wurde im Voraus geplant, manches wird spontan stattfinden. Das feste Programm findet man auf unserer Website, im Listing des Megaevents oder bei Updates über Announcements. Das endgültige Programm wird im Detail über ein Announcement einige Tage vor dem Event bekanntgegeben.

Am wichtigsten für uns sind die Präsentation und Diskussion über Geocaching in Nationalparks, der Workshop Cachly, die Informationen zu neuen Cacheideen und Gadgets, das Treffen mit Lackeys und Reviewern Meeting und natürlich die Adventure Labs!

Wir starten gesagt am Freitag Nachmittag mit dem Meet and Party Startevent. Am Samstag findet der Hauptevent statt und am Sonntag beenden wir das Wochenende mit dem Verabschiedungsevent. Alle Events findet man auch direkt im Listing des Megaevents.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade zu euch nach Warschau kommen?

Unsere Veranstaltung ist einzigartig! Wir ermutigen Cacher, nicht nur den ganzen Tag am Veranstaltungsort zu sitzen, sondern die Stadt zu genießen, andere Geocacher zu treffen und auf jeden Fall Caches in der Stadt zu finden. Wir helfen euch, etwas über die Traditionen der Stadt, die Subkulturen und die lokale Küche zu lernen.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Nein, der Eintritt ist frei. Auch die meisten anderen Aktivitäten sind gratis. Einige wenige Programmpunkte kosten einen geringen symbolischen Betrag, weil die Anzahl der Teilnehmer begrenzt ist.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze und gibt es Stellplätze für Wohnmobile?

Hoffentlich 🙂 Der Event ist im Stadtzentrum, was natürlich die üblichen Parkplatzprobleme aufwirft. Glücklicherweise gibt es in der Nähe direkt vor dem Großen Theater einen größeren Parkplatz, der für einige Hundert Autos ausreichen sollte. Außerdem ist parken im Stadtzentrum am Wochenende gratis.

Cacher die mit Wohnmobil oder Wohnwagen anreisen, suchen sich am besten einen sicheren Platz außerhalb des Stadtzentrums und fahren mit dem ÖPNV zum Event. Es gibt Stellplätze an der Weichsel in der Nähe der Altstadt und des Königschloßes. Bei Fragen kann gerne die Orga kontaktiert werden.

Wie barrierefrei wird euer Event?

Der Veranstaltungsort bietet uneingeschränkten Zugang für alle. Er ist komplett barrierefrei zugänglich. Zusätzlich bieten wir jedem Teilnehmer Hilfe an, sollte er sie benötigen. Freiwillige werden bei allen Fragen bezüglich des Events behilflich sein.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja und sie sind sehr willkommen. Besonders diese, die Trackingnummern am Halsband tragen 🙂

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Fast alle aktiven Geocacher aus Warschau und Umgebung (grob 40 – 50 Personen) helfen in irgendeiner Weise bei der Organisation des Events. Jeder noch so kleine Beitrag zählt und wird geschätzt. Jeder möchte Teil des Megas sein. Eine kleine Gruppe von vier erfahrenen Geocachern koordiniert die ganzen Vorbereitungen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Da wird so viele Helfer haben, wurden die Aufgaben auf alle verteilt, so daß jeder im Rahmen seiner Fähigkeiten und Interessen teilnehmen und Beiträge leisten kann. Einige arbeiten seit mehreren Monaten, andere werden nur für die Veranstaltung zum Einsatz kommen.

Reicht das auch aus, um ein Mega zu abzudecken?

Sicherlich! Mit diesem Team wären wir sogar bereit gewesen, einen Gigaevent zu organisieren! Wir tun wirklich alles, um diese Veranstaltung für alle Teilnehmer zu einem angenehmen Erlebnis zu machen.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Nun ja, natürlich ist jeder absolut willkommen, der Teil dieses Events sein will! Jeder, der interagieren, moderieren, Verantwortung übernehmen oder einfach nur mittendrin sein will. Für das Wochenende selbst haben wir alle Stationen bereits mit lokalen Freiwilligen abgedeckt. Aber die beste Hilfe, die Geocacher aus anderen Städten und Ländern geben können, ist, einfach teilzunehmen. Jeder kann dazu beitragen, eine positive Atmosphäre zu schaffen und das Treffen zu einem unterhaltsamen Erlebnis zu machen. Ihr seid alle herzlich eingeladen, Geocaching in Warschau zu erleben! Die meisten Aktivitäten werden auf Polnisch abgehalten, was ja irgendwie logisch ist. Einige auf Polnisch und Englisch. Alle Veranstaltungsunterlagen werden zweisprachig sein. Die Sprachbarriere sollte aber kein Problem sein, da die meisten von uns Englisch sprechen. Über einen englisch/deutsch-sprachigen Helfer wären wir sehr dankbar, um auch den deutschsprachigen Teilnehmern zu helfen, die Veranstaltung zu genießen.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Fast alle von uns im Organisationsteam sind erfahrene (und süchtige^^) Geocacher. Es ist jedoch die erste Veranstaltung dieser Größe, die wir organisieren. Unterstützt werden wir von unseren Familienmitgliedern und einer Gruppe guter Freunde, die unsere Leidenschaft teilen und schätzen. Wir decken quasi alles ab: Studenten, Rentner, Vorsitzende, Direktoren und Arbeitslose, alle Arten von Berufen und Charakteren. Und wir alle teilen die Leidenschaft für das Suchen und Finden.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Nun, wir haben Informationen zusammen mit der Einladung an etliche Geocaching-Gruppen und Diskussionsforen auf Facebook gesendet. Außer Facebook konnten wir noch einige Cacher per Email erreichen.

Am effektivsten waren jedoch mit Sicherheit das Streuen von Gerüchten und Informationshäppchen. Viele polnische Geocacher sind durch Europa gereist und haben an zahlreichen Veranstaltungen (Gigaevents, Megaevents und lokalen Veranstaltungen) teilgenommen, um über unser Mega zu informieren. Hunderte Flyer wurden in Caches abgelegt, ich selbst war in Deutschland, Holland, Dänemark und Tschechien.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Zuallererst kann man natürlich auf das Listing verweisen. Dort findet man Infos und Links zu den anderen Events und bekommt einen allgemeinen Überblick. Nach dem Will Attend-Log wird man über Announcements auf dem Laufenden gehalten. Dann gibt es eine Webseite geocachingpartywarszawa.pl mit vielen zusätzlichen Informationen. Es wäre schön, wenn ihr diese Links an Freunde und andere Geocacher weitergebt! Bei konkreten Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Das Orgateam und ich hoffen, euch alle für ein langes Wochenende voller Spaß beim Geocachen in Warschau zu sehen! Let’s go Geocaching Party!

Marcin, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns Ende August in Warschau!

Praga Astronomica – Interview mit der Orga

Praga Astronomica
Irgendwann, als die ersten Megaevents für 2019 gepublisht wurden, fing ich an, meinen „Sommerurlaub“ zu planen. Nach Warschau aufs Mega sollte es gehen. Und eigentlich wollte ich Mittwochs wieder Zuhause sein und zwar über Dresden auf direktem Weg. Dann entdeckte ich das Mega „Praga Astronimica“ in Prag und plante meine dann verlängerte Tour etwas um.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Petr.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein größeres Event in Prag zu veranstalten?

Wir leben in Prag und Astronomie ist eins unserer Hobbys. 2017 organisierten wir den Event „Cache in Space“, der sehr gut besucht wurde. Damals feierten wir den hundertsten Geburtstag der Tschechischen Astronomie Gesellschaft, dieses Jahr 100 Jahre Internationale Astronomische Union. Das ist doch Grund genug 🙂

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Der Event findet hauptsachlich im Planetarium und in der Štefánik Sternwarte statt. Dazwischen befindet sich das gesamte historische Zentrum Prags, dessen astronomische Besonderheiten, wie bspw. die Astronomische Uhr am Altstädter Ring, mit in das Programm einbezogen werden.

Warum gerade dort?

Diese Orte sind eine perfekte Verbindung von Astronomie, Geschichte und einer schönen Umgebung.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Wir planen für mehrere Tausend Cacher, die von mehreren Dutzend Organisatoren betreut werden.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Nein, nur die Anzahl der Teilnehmer an den Führungen etc. ist begrenzt. Beim Rest können nahezu unbegrenzt Besucher dabei sein. Okay, vielleicht wird es bei mehreren Zehntausend zu voll.

Karlsbrücke
Karlsbrücke, CC BY-SA 3.0 von Hareco

Was bietet ihr dem Besucher?

Cacher haben die Möglichkeit, Labcaches zu spielen, Ausstellungen und Lesungen zu besuchen, den Astronomischen Turm im Klementinum oder das Technische Nationalmuseum besichtigen. Ach und natürlich kann man Signal den Frosch treffen. Vorab können Coins und diverse andere Dinge wie Event Bier 😀 im Online Shop bestellt werden.

Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Das ausführliche Programm findet man unter https://www.cas100geo.cz/de/programm/  Zusätzlich zu klassischen Geocaching-Themen finden wie gesagt Lesungen und Besichtigungen statt. Diese sind teilweise nur für Eventteilnehmer und unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Ach, und warum nicht einfach mal Prag erkunden und zum Beispiel den Cache mit den weltweit meisten Funden an der Karlsbrücke suchen?

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade zu euch nach Prag kommen?

Warum Prag? Weil Prag eine schöne alte Stadt mit viel Geschichte ist! Wir werden uns um euch in Prag kümmern. Es gibt eine groß Anzahl toller Caches. Der Öffentliche Nahverkehr funktioniert problemlos. Prag ist einfach ein schöner Ort zum leben, auch außerhalb von Geocaching. Davon abgesehen wird das einfach ein toller Event!

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Es ist nicht nötig, Eintritt zu bezahlen. Das ist freiwillig, unterstützt allerdings die Organisation des Events und man bekommt ja auch etwas dafür.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze und gibt es Stellplätze für Wohnmobile?

Leider ist es nicht möglich, direkt beim Event zu parken. Aber: Prag hat genug Parkplätze für Besucher und einen exzellenten Öffentlichen Nahverkehr. Alle wichtigen Informationen findet man unter https://www.cas100geo.cz/de/organisatorische/

Wie barrierefrei wird euer Event?

Die meisten Gebäude, in denen der Event stattfindet, sind barrierefrei. Der Besuch des Astronomischen Turmes geht allerdings nur über eine Treppe.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Der Zutritt von Hunden zu Gebäuden ist teilweise eingeschränkt (je nachdem, welche Regeln die jeweilige Einrichtung aufgestellt hat). Der Außenbereich ist uneingeschränkt zugänglich. Ausnahmen sind möglich, wie zum Beispiel ein Maulkorb oder andere Maßnahmen, die im Öffentlichen Nahverkehr oder in einem Teil eines Parks erforderlich sind.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Das Orga-Team an sich besteht aus 12 Personen, was schon eine gute Anzahl ist. Während des Events werden wird das Team durch  weitere 40 bis 60 Helfer unterstützt.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Das würde auf keinen Fall funktionieren! Drei Personen koordinieren, weitere drei kümmern sich um den Shop. Beim Planetarium arbeiten wir beispielsweise mit dem Direktor zusammen, bei der Sternwarte mit dem Manager. Und wir haben in fast jeder Organisation auch Geocacher gefunden, die uns unterstützen und helfen.

Reicht das auch aus, um ein Mega zu abzudecken?

Im Team sind Menschen, die seit vielen Jahren Megaevents organisieren. Bis jetzt gab es keine Situation, die sie nicht gemeistert hätten.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Abgesehen von unserem großen Team gibt es nie genügend Helfer. Meldet euch gerne über  https://www.cas100geo.cz/en/kontakt/

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Das ist eine sehr interessante Frage 🙂 Ich merke erst jetzt, dass es tatsächlich zwei Mitglieder im Team gibt, die keine Geocacher sind. Alle anderen betreiben natürlich das Hobby Geocaching. Unter den Organisatoren findet man Programmierer, Dachdecker, Direktoren, Kranfahrer, Astronomen, Studenten und noch einige Berufe mehr. Ich selbst gehe seit mehr als 10 Jahren auf Dosensuche.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Der Megaevent wird über die Website, Soziale Netzwerke, Events, Geocaching-Webseiten und Foren beworben.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Die Website https://www.cas100geo.cz/en bzw. https://www.cas100geo.cz/de kann gerne beworben werden, auch ist es möglich, unter https://www.cas100geo.cz/ke-stazeni2/ Grafiken oder Banner für dein Profil herunterzuladen. Ach und natürlich wäre ein Will Attend super!
Petr, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns Ende August in Prag!

Anmerkung: Die Website des Events ist nicht in allen Sprachen gleich ergiebig. Daher gehen manche Links auf das deutsche und manche auf das englische Angebot.

Berlin – Hauptstadt der Spione – Interview mit der Orga

Berlin - Hauptstadt der Spione

Das Jahr 2019 ist noch jung, aber ich weiß schon seit über 6 Monaten, was ich im Mai machen werde. Nachdem 2018 etwas viel war, habe ich mich recht schnell gegen Hamburg und für Berlin entschieden. Das Thema des Events – Spionage und alles, was dazugehört – paßt perfekt zur Hauptstadt Deutschlands, die nicht nur während des Kalten Krieges auch die Hauptstadt von Spionage und Geheimdiensten war. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant (und verlängert :). Zeit, sich einmal näher mit Berlin – Hauptstadt der Spione zu beschäftigen.

Berlin ist die Bundeshauptstadt der Bundesrepublik Deutschland und zugleich eines ihrer Länder. Die Stadt Berlin ist mit rund 3,6 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und mit 892 Quadratkilometern die flächengrößte Gemeinde Deutschlands. Sie bildet das Zentrum der Metropolregion Berlin/Brandenburg (rund 6 Millionen Einwohner) und der Agglomeration Berlin (rund 4,5 Millionen Einwohner). Der Stadtstaat besteht aus zwölf Bezirken. 

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Torsten alias geofux.bln.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Berlin zu veranstalten?

Nach dem Mega im Spreepark 2013 und dem MegAdvent im Motorenwerk (2014) war es lange Zeit still in Berlin und die Fragen nach einem weiteren Mega häuften sich. Einige Ideen und Ansätze waren bereits vorhanden und so fanden sich letztendlich ein paar Leutchen zusammen, die Lust und Laune hatten, das mal anzugehen.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Das Hauptevent wird am 18.Mai 2019 in der Shedhalle im Funkhaus Berlin in der Nalepastraße stattfinden. Das war die Wagen- und Werkstatthalle der Übertragungswagen vom ehemaligen Funkhaus/Rundfunkhaus der DDR. Es wird auch ein Vor-Event geben, welches am Freitag im Fort Hahneberg stattfinden wird. Das Fort Hahneberg liegt an der westlichen Stadtgrenze in Berlin-Spandau und ist eine alte Festungsanlage, welche bereits im 19. Jahrhundert direkt in einen Berg gebaut wurde.

Warum gerade dort?

Wir wollten gern eine Verbindung zu den letzten beiden Mega-Events schaffen und somit auch erneut eine Verbindung zur Thematik Lost Place in Berlin. Mit der Shedhalle und den Fort Hahneberg ist uns das auch bestimmt ganz gut gelungen. Zumindest sind wir von beiden Orten sehr angetan und haben bis heute auch einige positive Rückmeldungen dazu erhalten. Beides sind Locations, die erstaunlicher Weise nicht großartig bekannt sind – mussten wir erfahren.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Da die Shedhalle eine Gesamtzulassung für 9.000 Personen hat, können wir da sehr frei und großräumig planen. Zusätzlich gibt es noch Platz vor der Halle und genug Aktivitäten, die man in unserem Shop buchen kann. Somit können wir davon ausgehen, hier sehr viele Geocacher empfangen und begrüßen zu dürfen. Alle sind recht herzlich eingeladen!

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Wie gesagt, die Halle hat eine Zulassung für 9.000 Personen!

Brandenburger Tor
Das Brandenburger Tor in Berlin bei Nacht vom Pariser Platz in Richtung Siegessäule, CC BY-SA 3.0 von Pedelecs

Wenn wir bei der Anzahl der Besucher sind: Könntet ihr ein Gigaevent stemmen und arbeitet ihr darauf hin?

Ursprünglich wollten wir „nur“ ein weiteres Groß-Event für die Geocacher-Community planen und veranstalten. Natürlich sollte es dann schon das dritte Mega in Berlin werden! Den aktuellen Will Attend-Zahlen zufolge könnten wir – nach Hamburg – auch den Giga-Status erreichen. Das würde uns natürlich unwahrscheinlich freuen und stolz machen! Wir haben es also kurzfristig mit in den Planungsgedanken aufgenommen.

Was bietet ihr dem Besucher?

Als erstes eine wirklich interessante Location mit Geschichte, direkt an der Spree. Des Weiteren haben wir Workshops im Angebot – so zum Beispiel zum Thema Wherigo oder Lockpicking und diverse interessante Führungen können auf der Shopseite gebucht werden. Aktuell werden noch einige Geocaches geplant und gebaut und und und…

Wir haben in der Shedhalle auch eine eigene Etage für Kinder, heißt also auch – es gibt einen extra Programmpunkt für die Kinder und jede Menge Spiel und Spass.

Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Oh ja, natürlich haben wir ein Programm! Als besonderen Punkt möchten wir da gern Lisbeth & Stotco (ehemals Gitarrist der Dosenfischer) benennen und natürlich der Auftritt von „Hops und Hopsi“, das Zauber-Clown-Duo, welches aus dem Kinder-Kultprogramm des Spreeparks bekannt ist. Alle weiteren Programmpunkte befinden sich gerade in der Endplanung werden in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Berlin kommen?

Na das ist ja eine Frage!? Berlin ist immer eine Reise wert! Außerdem hat doch fast jeder Geocacher noch einen Koffer in Berlin!

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Ja, es muss Eintritt bezahlt werden. Dieser liegt bei Kindern ab 7 bis 17 Jahren bei 7,50 Euro und Erwachsene zahlen 12,50 Euro Eintritt.

Wie barrierefrei wird euer Event?

Die Halle ist barrierefrei. Wir haben im Orga-Team ein Mitglied, dass sich ausschließlich an dem Tag darum kümmern wird, dass alles barrierefrei ist – egal ob man gehörlos ist, im Rollstuhl sitzt oder andere Barrieren zu überwinden hat.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Leider ist die Parkplatzsituation wie überall in Berlin: Zum Abgewöhnen. Wir empfehlen das Auto am Hotel/der Unterkunft stehen zu lassen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja, auch die geliebten Vierbeiner dürfen mit auf das Gelände. Allerdings ist das immer so ein Thema für sich. Wir möchten die Tierliebhaber daher wirklich aufrufen, sich das genau zu überlegen. So ein Groß-Event ist hin und wieder laut und sehr voll. Nicht jeder Hund und Hundehalter kann damit ganz cool umgehen.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Das Kern-Orgateam besteht aus 8 aktiven Geocachern. Das Gesamt-Orga-Team mittlerweile aus 30 Leuten und zusätzlichen Helfern aus der Berliner Cacher-Community.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team?

Wir haben die Aufgaben zur Planung des Mega in mehrere Bereiche eingeteilt. Jedes der acht Kern-Orgamitglieder hat einen oder mehrere Aufgabenbereiche, für die er allein verantwortlich ist, so dass immer einer den Überblick behält.

Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Nein, das würde zu keinem Ergebnis führen. Allerdings werden hin und wieder gemeinsam Ideen und Vorschläge besprochen und so Absprachen zur Planung getroffen. Die Ausführung übernimmt dann das jeweilige Orga-Mitglied wieder allein.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Natürlich nicht nur!  Hier sind wir, wie jede Orga, natürlich auch auf die Helfer am Eventtag angewiesen.

Benötigt ihr Helfer?

Selbstverständlich benötigen auch wir Helfer, um dieses Event bestmöglich zu gestalten. Hier gibt es schon einige Bewerbungen mit Angabe was man gern machen würde und könnte. Das ist immer sehr von Vorteil und lässt die Einsatzplanung einfacher werden.

Es darf und soll sich auch gern weiterhin jeder melden der da helfen möchte, im Moment sammeln wir die Anfragen und demnächst wird sich dann die Helfer-Orga mit allen in Verbindung setzen um Nägel mit Köpfen zu machen.

Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Na klar, wer kann schon von sich behaupten, ein Helfer-Agent vom Geheimnistraeger gewesen zu sein? Ansonsten gibt es für jeden Helfer eine tolle Erinnerung in Form eines TrueMetalTag, eines Agentenhutes, des Helfer-Shirts. Mal sehen, was wir noch so aus der Asservatenkammer schmuggeln können.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? 

Na zumindest in der Haupt-Orga sind alle langjährige Geocacher. Natürlich gibt es auch „Neulinge“ in den einzelnen Bereichen, die aber genau wegen ihrer Unvoreingenommenheit wertvolle Tipps und oder handwerkliches KnowHow geben können.

Wie seid ihr zum Geocaching gekommen?

Oh, ob das hier alle so noch mitteilen können!? Der geofux.bln ist lange Zeit mit anderen cachen gewesen und hat sich dann endlich mal selber angemeldet – aber das wäre ein längere Geschichte für sich (Anmerkung des Bloggers: Können wir in Berlin näher erörtern^^).

Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Zunächst haben wir alle Familie und gehen auch alle einem relativ normalen Job nach. Wir sind also Menschen wie Du und Ich und machen mit wenig Zeit, aber viel Lust und Spass diese Orga-Arbeit so nebenher um anderen Geocachern mal einen schönen Tag in Berlin zu ermöglichen.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Na unsere Werbung sollte zumindest in den sozialen Medien nicht untergegangen sein 😉 Ansonsten gab es bereits diverse kleine Werbe-Events, einige Blogbeiträge bundesweit und natürlich gibt es zu unserem Mega auch eine Homepage www.gc-agenten.de und eine Facebookseite nebst Twitteraccount.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Unseren Will Attend-Banner gibt es im Listing, Visitenkarten kann man gern bei uns anfordern und natürlich dürfen Facebook, Twitter und Website gern verlinkt werden.

Wir freuen uns auf den 18.Mai 2019 und auf viele Besucher der Geocaching-Community von Nah und Fern! Alle sind herzlichst eingeladen zu GC7QQQQ!

Torsten, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im Mai in Berlin!

GIFF 2018 – Janz jroß Kinema – Interview mit der Orga

„Log mal Will Attend, wäre super, wenn die Mega werden“. Das war quasi der Satz, der mich auf ein etwas kurioses Mega hingewiesen hat: GIFF 2018 – Janz jroß Kinema am 10.11.2018 in Köln. Wie man schon am Namen erkennen kann, geht es um ein Event zum Geocaching International Film Festival.

Köln (kölsch Kölle) ist mit mehr als einer Million Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die viertgrößte Stadt Deutschlands. Die kreisfreie Stadt gehört zum Regierungsbezirk Köln und ist das Zentrum des Ballungsraumes zwischen Kölner Bucht und Oberbergischem Land mit gut vier Millionen Einwohnern.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Gunther alias geoteddybaer.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Köln zu veranstalten?

Bereits seit mehreren Jahren veranstalte ich GIFF Events und wir haben in Köln diese auch in kleineren Kinos durchgeführt. Dies ist quasi die „natürliche“ Vergrößerung.

Sollte es von Anfang an Mega werden?

Nein, aber bereits vor Veröffentlichung war das Interesse so groß, dass wir in der Planung umgeschwenkt sind.

Warum gerade zum GIFF?

Weil Autokino und Filmvorführung eine natürliche Kombination ist. Da lag es einfach nahe.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Im zweitältesten Autokino Deutschlands in Köln-Porz. Allerdings nicht nur im Kino, sondern auch drumrum. Es wird am Freitag und am Sonntag einen Start- und Endevent sowie ein CITO geben. Am Samstag beginnt um ca. 16:30 Uhr der Hauptevent im Kino.

Warum gerade dort?

Das ist schnell erklärt: Eine 540 qm Leinwand und Platz für über 1000 Autos.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Für 1000 bis 2000 Personen. Die aktuelle Erwartung geht in Richtung 2000, Will-Attend-Logs haben wir um die 870.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Es wäre Platz für 1300 Autos, allerdings wollen wir Platz für Aktionsflächen lassen. Daher wird nach 1000 Autos Schluß sein. Die größte Veranstaltung auf dem Gelände war für über 4000 Personen, es wird also genug Luft sein.

Köln
Köln, von Thomas Wolf, www.foto-tw.de, Stadtbild Köln (50MP), CC BY-SA 3.0 DE

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Wir bieten die drei K: Kölsch, Kino, Karneval.  Kölsch als Getränk mit Brauereiunterstützung für unseren Vorevent am Freitag und natürlich als Sprache für einige Caches. Kino/GIFF führt uns zu Veranstaltungen der Medienwelt am Samstag (WDR, RTL sowie in Filmstudios). Als Highlight werden einige Cacher mit Medienprofis eine eigene Talkshow produzieren. Karneval ist an diesem Wochenende in Köln zur Saisoneröffnung omnipräsent und wird sich auch in den Labcaches und Coins widerspiegeln.

Wir sind keine Anhänger von so genannten Shoppingmeilen. Viele Megas sind eigentlich nur noch Verkaufsmessen. Dies ist bei uns eigentlich nicht gewünscht. Allerdings erwarten viele Cacher ein gewisses Angebot, weshalb bei uns der größte deutsche Anbieter Cache Corner exklusiv am Freitagabend und Samstagabend vor Ort sein. Allerdings wird es auch einige andere Infostände geben und es wird spezielles T5 Programm angeboten. Ach und es ist geplant, 111 neue Caches in und um die Domstadt auszulegen.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Köln kommen?

Wir bieten die Millionenstadt Köln, alleine das sollte schon Grund genug sein. Es gibt aber natürlich auch ein Rahmenprogramm, siehe letzte Frage.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Ein solches Großevent kann man leider nicht vollkommen kostenlos anbieten. Wir haben aber versucht, den Eintritt so gering wie möglich zu halten. Daher wird es nur eine „Einfahrgebühr“ für Autos in Höhe von 11 Euro (pro Auto) geben. Wer ohne Auto kommt, zahlt nichts.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Wenn wir eines haben, dann Parkplätze. Es gibt wie gesagt 1000 auf dem Gelände und mehrere Tausend in unmittelbarer Nähe.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja, aber im Interesse der meisten nur angeleint und bitte keine Tretminen!

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Aktuell sind wir 24.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Hauptorganisator bin ich (geoteddybear). Zusätzlich helfen mir einige sehr erfahrene Cacher aus dem Raum Köln, von denen einige auch schon das Geocoinfest 2011 in Köln mitorganisiert haben. Für die 111 Caches haben wir beispielweise ein eigenes Team.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Aktuell ja.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Ende August werden wir an die Community herantreten, da wir circa 60 bis 80 Helfer für den Tag brauchen. Wenn die lokalen Cacher nicht ausreichen sollten, werden wir die Helfersuche ausweiten.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ich selber bin seit 10 Jahren aktiv mit inzwischen mehr als 60000 gefundenen Caches. Manche nennen mich verrückt, aber für mich steht inzwischen nicht mehr der Cache sondern das Miteinander mit Kollegen im Vordergrund. Auch die meisten im Team sind sehr erfahrene langjährige Cacher, die wie gesagt teils auch schon das Geocoinfest in Köln mitorganisiert haben.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Im Wesentlichen nur Mundpropaganda. Ein paar wenige Platzierungen in Facebook Gruppen.

Gunther, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im November in Köln!

Ein märchenhaftes Wochenende in Kassel

Es war einmal ein Geocacher, der gleichzeitig auch als Blogger von seinen Erlebnissen berichtete. Dieser Geocacher besuchte allerlei Events, von ganz kleinen bis hin zu Megaevents mit vielen Hundert anderen Geocachern. Nur das märchenhafteste Event überhaupt – Märchenhaft in Kassel – hatte er so gar nicht in seine Planung aufgenommen. Zwar wurde er gelegentlich mit einem „Wir sehen uns in Kassel“ verabschiedet, aber die Antwort war immer „Da bin ich nicht“.

Das schien die Feen und Elfen der Mega-Orga nicht zu passen, denn sie wollten allen Geocachern zeigen, daß sich eine Reise nach Kassel generell, und zum Mega im Besonderen, lohnen würde. Und so kam es, daß er von der liebreizenden Prinzessin Sajoma nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach eingeladen wurde. Ihre Überzeugungsarbeit trug Früchte: Irgendwann war ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant.

Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Im Dezember 2017 wurden 204.021 Einwohner gezählt.

Um das mal vom Märchen in Normalsprache umzuwandeln: Manchmal muß man mich zu meinem Glück ja wirklich zwingen. Ich war zwar 2018 auf einigen Megaevents, aber „Märchenhaft in Kassel“ war nicht wirklich eingeplant. Irgendwann nach unzähligen „Wir sehen uns dann in Kassel“-Verabschiedungen gab es bei mir eine Art Trotzreaktion. Und siehe da, ich hatte dem Mega wirklich Unrecht getan. Das Ganze sah sehr interessant aus. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Ich war gespannt, ob die Orga alle ihre Vorhaben, die ich im Interview erfahren durfte, auch wie geplant umsetzen konnte.

So begab es sich also, daß ich Freitag morgens in Stuttgart losfuhr, allerdings nicht direkt nach Kassel. Ich hatte ja Zeit und wie das halt so ist, will ich nach Möglichkeit ja immer etwas Geschichte erleben. Daher ging es nicht auf direktem Weg zum Mega, sondern ich baute einen Schlenker über Point Alpha ein. Point Alpha war einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der hessischen innerdeutschen Grenze. Es war brütend heiß, so fiel der Besuch etwas kürzer aus, aber es ist interessant, einmal zu sehen, wie nah man sich an der Grenze gegenüber stand und wie die Grenze gesichert war.

Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm)
Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm, dazwischen Grenzzaun)

Nach und nach cachte ich mich dann aber nach Kassel, checkte im Hotel ein und fuhr zum Startevent „Es war einmal – ein Abend bei der „Viehmännin“ ?“. Wem der Name nichts sagt, der wurde heute Abend definitiv aufgeschlaut, denn nicht nur der Event, sondern auch alle 10 Labcaches drehten sich um Dorothea Viehmann.  Sie war eine der wichtigsten Quellen für die Märchensammlung der Gebrüder Grimm.

Der Event ansich war für mich relativ entspannt, von der Hitze einmal abgesehen. Dafür kann die Orga aber nichts und Regen oder gar Schnee wäre jetzt auch nicht so toll gewesen 🙂

Das Ganze fand im Brauhaus Knallhütte in Baunatal statt, passenderweise ist Dorothea Viehmann dort aufgewachsen. Man hatte hier die Wahl, ob man aus mehreren Essen auswählte, die man vorab über den Shop buchen und dann im Brauhaus essen konnte. Oder wie ich spontan auf der Wiese Platz nahm und sich an diversen Ständen verköstigte. Hier gab es dann typisches „Standessen“ wie Ahle Wurst, Bratwürste oder Steaks.

Wie ich später von mehreren Seiten mitgekriegt habe, lief es drinnen leider nicht ganz so gut wie draußen. Ich kann hier nur mutmaßen, aber ich gehe einfach mal davon aus, daß die Orga ihre Hausaufgaben gemacht hat. Immerhin hatte sie über den Shop genaue Zahlen, wieviele Essen bestellt wurden und mußte diese nur weitergeben. Diese Essen wurden wohl auch rechtzeitig fertiggemacht, standen aber ewig rum und wurden nicht verteilt. Ähnlich soll es sich mit den Getränken verhalten haben. Das Personal schien komplett überfordert. Wie gesagt, ich kann nur widergeben, was mir erzählt wurde, aber wenn das stimmt, dann kann einem die Orga hier schon leid tun. Da hängt man sich rein, beschert einem Gastronomen ein garantiert mehr als volles Haus und wird dann hängengelassen. Die Bewertungen bei Google sprechen jedenfalls Bände.

Am Samstag dann der Hauptevent „Märchenhaft in Kassel„. Als Location hatte man sich die Messe Kassel ausgesucht. Vorab gab es ein Announcement, in dem schon vorgewarnt wurde, daß die Halle nicht klimatisiert und wir alle schwitzen werden. Das kann ja heiter werden…

A propos Annoncement: Es gab im Vorfeld einige. Das hatte den Vorteil, daß man als Gast wirklich über alles genauestens informiert war. Informiert wohlgemerkt, nicht zugeschüttet mit Nutzlosem, wie das in der Vergangenheit gerne mal vor Events praktiziert wurde.

Brüder Grimm
Brüder Grimm

Aber zurück in bzw. an die Halle. Die Parksituation war wie erwartet super. Wir kamen ein paar Minuten vor Öffnung um 9 an. Es hatten sich schon einige Cacher versammelt und wir warteten gemeinsam auf den Einlass. Schon hier hat sich gezeigt, daß mitgedacht wurde: Es wurden einfach sämtliche Kassen geöffnet und innerhalb von wenigen Minuten standen wir in der Halle. Ja, das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber es gab schon mehr als ein Mega, an dem man einige Zeit anstehen mußte.

Die Halle ansich war halt eine Messehalle, da hatte ich nichts anderes erwartet. Allerdings kam mir das nie wie eine Messehalle vor, weil die Stände, die Gastronomie, die Tische/Bänke und die Attraktionen gut verteilt waren. Nun bin ich ja jemand, der nicht wegen Hüpfburgen, Workshops oder ähnlichem auf Megaevents geht, sondern um Leute zu treffen. Ich bräuchte das alles nicht, es stört mich aber natürlich auch nicht.

Geboten wurde aber einiges: Neben Bunkerführungen, Führungen durch die Grimmwelt und märchenhaften Stadtrundfahrten mit dem Bus, bei der auf alle Sehenswürdigkeiten Kassels eingegangen wurde, gab es natürlich auch Workshops. Die Themen waren mit Looking4Cache, C:Geo, GSAK, Wherigo. Lockpicking und myGeoDB breit gefächert.

Und was mir besonders aufgefallen ist: Es wurde wirklich sehr viel für kleine und kleinste Cacher geboten. Natürlich gab es die obligatorische Hüpfburg, aber auch sonst zog sich das Thema „Märchen“ wirklich super durch die Attraktionen. Es gab Rapunzels Turm, der aus Luftballons gebaut wurde, Schneewittchen lief durch die Halle und natürlich durfte jemand im Signal the Frog-Kostüm schwitzen. Das Logbuch lag direkt an einem Hexenhäuschen und in einem kleinen Kindertheater konnten sich die Microcacher Märchen anschauen. Sogar an passende Reviewer wurde gedacht, auf diesem Weg viele Grüße an Hans und Grete 🙂

Blick in einen Teil der Halle
Blick in einen Teil der Halle

Während die Erwachsenen ihre Kinder an der Hüpfburg oder dem Theater abgeben konnten, konnten die etwas abgedrehten junggebliebenen Cacher ihre Frösche im Froschkindergarten lassen.

Zur Verpflegung: Es gab mehrere Stände, an denen auch recht fix gearbeitet wurde. Allerdings merkte man, daß diese wohl vom „normalen“ Caterer der Messe betrieben wurden. Dementsprechend waren die Preise was die Getränke anging mit 3 Euro für ein 0,33 l Cola oder 0,5 l Wasser etwas höher als erwartet. So wie ich das mitbekommen habe, war es aber auch erlaubt, eigene Getränke mitzubringen. Ansonsten war meine (große) Bockwurst mit Kartoffelsalat für 7 Euro preislich okay, wenn man davon absieht, daß der Kartoffelsalat mit Mayo gemacht wurde. Für uns Schwaben eine absolute Todsünde 🙂

Ich verbrachte einen relativ entspannten Tag in der Messehalle, treffe viele viele Freunde und Bekannte. Ach und ganz sooo schlimm wars dann mit der Hitze auch nicht. Wir beschlossen, noch zum Bergpark Wilhelmshöhe zu fahren, um den Earthcache und den Virtual zu loggen. Sehr schön da oben, allerdings grob 10 Grad zu warm. Aber Kassel liegt ja quasi in der Mitte Deutschlands, da kann man nochmal hin, gerade zum Geocaching.

Irgendwann war ich dann doch ziemlich platt und fuhr zurück ins Hotel. So eine Dusche tut einfach gut 🙂 Die (wie ich gehört habe) tolle Lasershow am Abend ließ ich aus, da ich spontan zur Geburtstagsfeier einer bekannten Cacherin eingeladen wurde.

Am Sonntag merkte ich den wenigen Schlaf der letzten Tage, aber auf dem Abschlußevent „Wenn sie nicht gestorben sind – Auf Wiedersehen ?“ wollte ich dann doch noch vorbeischauen. Ich hatte kein Frühstücksbuffet gebucht, da ich im Hotel versorgt wurde, aber das Ganze sah sehr gut aus. Nach einigen Gesprächen habe ich das Kapitel Kassel dann abgeschloßen und die Heimreise angetreten.

Ich habe dem Mega in Kassel im Vorfeld wie gesagt ein wenig Unrecht getan, das habe ich schnell gemerkt. Auch, wenn natürlich nicht alles perfekt lief, man hat an vielen Ecken gemerkt, daß sich die Orga Gedanken gemacht hat. Das fing bei der Lage der Location an (autobahnnah, genügend Parkplätze), ging über die vielen Angebote für Kinder und hörte beim Thema, das sich wie ein roter Faden durchs Wochenende zog, auf.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann cachen sie noch heute.

GeoBretzel Event – Interview mit der Orga

GeoBretzel Event

Seit einigen Jahren will ich endlich mal auf einen Stammtisch im Elsaß. Leider hat das bisher irgendwie nicht geklappt. Dafür war ich schon auf ein paar Events in der Maginotlinie in Lothringen. Die Art und Weise, wie die Franzosen ihre Events machen, fand ich sehr entspannt und lohnenswert. Daher war ich sofort interessiert, als ich von einem (damals noch nicht sicheren) Megaevent im Elsaß hörte. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Schließlich ist das Elsaß ja quasi um die Ecke. Daß der Event im Süden bei Mülhausen stattfindet und das auch von Stuttgart 3 Stunden Fahrt bedeutet – geschenkt! Zeit, sich einmnal näher mit dem GeoBretzel Event zu beschäftigen.

Flagge FrankreichMülhausen (französisch Mulhouse) ist eine Stadt im Elsaß im Département Haut-Rhin im Osten Frankreichs. Mülhausen liegt geographisch am Dreiländereck Frankreich, Deutschland, Schweiz. Mit grob 110000 Einwohnern ist Mülhausen die größte Stadt des Départements. Seit dem 17. Februar 2014 ist die Stadt Mülhausen im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zweisprachig.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Guy, der mir Rede und Antwort stand.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent im Elsaß zu veranstalten?

Ganz einfache erste Frage! Weil es noch keinen gab. Und es ist sicher auch die Herausforderung „unbekanntes Gebiet“ zu betreten. Klar hat jeder vom Orga Team Events in verschiedene Größen organisiert. Wir haben auch zahlreiche Megas in den letzten Jahren besucht. Aber wenn es mal um Events mit über 100 Besuchern geht, ist es für jeden Neuland. Mit der ganzen gesammelten Erfahrung haben wir uns gesagt, „warum nicht hier“ und „warum nicht wir“.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Geographisch sind wir in der Mitte des ehemaligen Kalireviers. Die Veranstaltung findet in einer Sporthalle neben dem Fußballstadion in der Stadt Bollwiller statt. Der Ort ist etwas abseits vom Zentrum und bietet eine schöne grüne Umgebung.

Warum gerade dort?

Die Sporthalle von Bollwiller war erst mal nicht geplant! Ursprünglich sollte der Event im Festsaal von Staffelfelden stattfinden, einem Nachbardorf von Bollwiller. Als die Anmeldungen in Zehnerschritten reinkamen und wir innerhalb von 3 Monaten über 400 Will Attends hatten, haben wir bemerkt, dass es ein Platzproblem geben könnte.

Dank der Geocacher in unserem Bekanntenkreis konnten wir sehr schnell die Ausweichlösung Bollwiller finden. Als wir die Halle das erste Mal besucht haben, war uns klar, dass das der richtige Platz ist, um alle angemeldeten Geocacher willkommen zu heißen.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Zum letzten Stand sind 570 Geocacher angemeldet, mit begleitenden Personen sind es ca. 800 Besucher. Mit unseren Werbekampagnen wie in deinem Blog erwarten wir, dass wir die 800 Will Attend überschreiten.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Nein. Es dürfen ruhig etwas mehr sein. Jeder der schon an Megas war hat sich mal die Frage gestellt, wo denn die 600 bis 800 Personen sind. Es sind ja nicht immer alle gleichzeitig auf dem Gelände.

Der Storch ist das Symbol für das Elsaß
Der Storch ist das Symbol für das Elsaß, CC BY 3.0 von fotogoocom

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Das Thema unseres Mega-Events sind die Bergwerke. Das Event findet in der Mitte eines ehemaligen Kalireviers statt. Wir bieten Besichtigungen einer der größten Minen, dem Schacht Rodolphe, und des Kaliminen-Museums an. Dort in der alte Garderobe, wo noch die Arbeitskleidung hängt, wird das Meet and Greet Event stattfinden. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, zwei mittelalterliche Bergwerke zu besuchen und es findet ein Workshop für Kinder über Fossilien statt.

In der Halle bieten wir weitere Workshops wie Lockpicking und Wherigo für Anfänger an. Alle Besichtigungen und Workshops können über unseren Event-Shop gebucht werden. Neben bei wird es noch eine Ausstellung von GWC geben. Und für Hungrige und Durstige sorgen Foodtrucks, es gibt Sandwiches und diverse Getränke.

Bezüglich Caches wird es genügend und für alle etwas geben: Von T1 bis auf T5. Eine Matrix, welche neue und bereits existierenden Caches kombiniert, ist in der Planung und soll in einem Umkreis von 10 km liegen. Wir planen sogar eine zweite Matrix, die aus komplett neuen Caches bestehen soll. Nach dem regionalen Abendessen (Im Elsaß natürlich Sauerkraut!) sollen Night Caches veröffentlicht werden.

Am Sonntag wird es für die Natur ein CITO an einer Fahrradstrecke entlang des Flußes Thur geben. Nach dem CITO folgt beim Goodbye-Event die Verabschiedung und eine weitere Möglichkeit sich über Geocaching austauschen .

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade ins Elsaß kommen?

Weil die Location geographisch ausgezeichnet ist. Wir sind im DE-CH-FR Dreiländereck und freuen uns auf Cacher aus dem Ausland. Das Elsaß ist auch bekannt für gutes Essen und die guten Weine. Tja und wie man sagt, „Lebe wie Gott in Frankreich“.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Nein es muss kein Eintritt bezahlt werden.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Die Sporthalle verfügt über einen großen Parkplatz. Wir werden sorgen, dass die Autos dicht geparkt werden, so daß es genug Platz für alle hat.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja, Hunde sind auf dem Außengelände erlaubt, müssen aber immer an der Leine bleiben. Leider haben wir noch keine Informationen darüber, ob innen Hunde erlaubt sein werden.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Wir sind sieben Personen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Wir haben Aufgabenbereiche definiert und tauschen aus über Slack aus. Dort gibt jeder sein Input.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Ja es ist für die Organisation ausreichend.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Na klar brauchen wir Helfer! Ohne sie könnte so eine Veranstaltung nicht stattfinden. Viele haben sich schon freiwillig gemeldet. Bald wird die Kampagne zur Helfersuche starten. Wir freuen uns schon auf jede Anmeldung.

Was Helfer als Dankeschön erhalten werden, steht noch nicht 100%ig fest. Aber sicher wird es ein Helfershirt und eine Mahlzeit geben.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja, wir sind alle langjährige Geocacher. Wir haben von 4 bis 10 Jahre Erfahrung im Spiel.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir besuchen mit dem ganzen Team andere Events in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Auf Megas wie Brugse Beer VIII und Stashes ’n‘ Stones wurde vor Ort Werbung gemacht. Letztens waren wir in der Bourgogne beim Chouette Event #7 Mega, wo wir einen Stand hatten und ein Spiel angeboten haben. Bald geht es nach Dunkerque, Nord-Frankreich, aufs Mega Geonord 2018 – Sunset.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Wir haben Visitenkarten zum ausgeben, aber am besten läuft die Mundpropaganda.

Ich möchte die Gelegenheit dieser letzten Frage nutzen, um uns bei dir zu bedanken für die Zeit die du für uns und unserem Projekt investierst.

Guy, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im Oktober im Elsaß!