GIFF 2018 – Janz jroß Kinema – Interview mit der Orga

“Log mal Will Attend, wäre super, wenn die Mega werden”. Das war quasi der Satz, der mich auf ein etwas kurioses Mega hingewiesen hat: GIFF 2018 – Janz jroß Kinema am 10.11.2018 in Köln. Wie man schon am Namen erkennen kann, geht es um ein Event zum Geocaching International Film Festival.

Köln (kölsch Kölle) ist mit mehr als einer Million Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die viertgrößte Stadt Deutschlands. Die kreisfreie Stadt gehört zum Regierungsbezirk Köln und ist das Zentrum des Ballungsraumes zwischen Kölner Bucht und Oberbergischem Land mit gut vier Millionen Einwohnern.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Gunther alias geoteddybaer.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Köln zu veranstalten?

Bereits seit mehreren Jahren veranstalte ich GIFF Events und wir haben in Köln diese auch in kleineren Kinos durchgeführt. Dies ist quasi die „natürliche“ Vergrößerung.

Sollte es von Anfang an Mega werden?

Nein, aber bereits vor Veröffentlichung war das Interesse so groß, dass wir in der Planung umgeschwenkt sind.

Warum gerade zum GIFF?

Weil Autokino und Filmvorführung eine natürliche Kombination ist. Da lag es einfach nahe.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Im zweitältesten Autokino Deutschlands in Köln-Porz. Allerdings nicht nur im Kino, sondern auch drumrum. Es wird am Freitag und am Sonntag einen Start- und Endevent sowie ein CITO geben. Am Samstag beginnt um ca. 16:30 Uhr der Hauptevent im Kino.

Warum gerade dort?

Das ist schnell erklärt: Eine 540 qm Leinwand und Platz für über 1000 Autos.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Für 1000 bis 2000 Personen. Die aktuelle Erwartung geht in Richtung 2000, Will-Attend-Logs haben wir um die 870.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Es wäre Platz für 1300 Autos, allerdings wollen wir Platz für Aktionsflächen lassen. Daher wird nach 1000 Autos Schluß sein. Die größte Veranstaltung auf dem Gelände war für über 4000 Personen, es wird also genug Luft sein.

Köln
Köln, von Thomas Wolf, www.foto-tw.de, Stadtbild Köln (50MP), CC BY-SA 3.0 DE

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Wir bieten die drei K: Kölsch, Kino, Karneval.  Kölsch als Getränk mit Brauereiunterstützung für unseren Vorevent am Freitag und natürlich als Sprache für einige Caches. Kino/GIFF führt uns zu Veranstaltungen der Medienwelt am Samstag (WDR, RTL sowie in Filmstudios). Als Highlight werden einige Cacher mit Medienprofis eine eigene Talkshow produzieren. Karneval ist an diesem Wochenende in Köln zur Saisoneröffnung omnipräsent und wird sich auch in den Labcaches und Coins widerspiegeln.

Wir sind keine Anhänger von so genannten Shoppingmeilen. Viele Megas sind eigentlich nur noch Verkaufsmessen. Dies ist bei uns eigentlich nicht gewünscht. Allerdings erwarten viele Cacher ein gewisses Angebot, weshalb bei uns der größte deutsche Anbieter Cache Corner exklusiv am Freitagabend und Samstagabend vor Ort sein. Allerdings wird es auch einige andere Infostände geben und es wird spezielles T5 Programm angeboten. Ach und es ist geplant, 111 neue Caches in und um die Domstadt auszulegen.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Köln kommen?

Wir bieten die Millionenstadt Köln, alleine das sollte schon Grund genug sein. Es gibt aber natürlich auch ein Rahmenprogramm, siehe letzte Frage.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Ein solches Großevent kann man leider nicht vollkommen kostenlos anbieten. Wir haben aber versucht, den Eintritt so gering wie möglich zu halten. Daher wird es nur eine „Einfahrgebühr“ für Autos in Höhe von 11 Euro (pro Auto) geben. Wer ohne Auto kommt, zahlt nichts.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Wenn wir eines haben, dann Parkplätze. Es gibt wie gesagt 1000 auf dem Gelände und mehrere Tausend in unmittelbarer Nähe.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja, aber im Interesse der meisten nur angeleint und bitte keine Tretminen!

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Aktuell sind wir 24.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Hauptorganisator bin ich (geoteddybear). Zusätzlich helfen mir einige sehr erfahrene Cacher aus dem Raum Köln, von denen einige auch schon das Geocoinfest 2011 in Köln mitorganisiert haben. Für die 111 Caches haben wir beispielweise ein eigenes Team.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Aktuell ja.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Ende August werden wir an die Community herantreten, da wir circa 60 bis 80 Helfer für den Tag brauchen. Wenn die lokalen Cacher nicht ausreichen sollten, werden wir die Helfersuche ausweiten.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ich selber bin seit 10 Jahren aktiv mit inzwischen mehr als 60000 gefundenen Caches. Manche nennen mich verrückt, aber für mich steht inzwischen nicht mehr der Cache sondern das Miteinander mit Kollegen im Vordergrund. Auch die meisten im Team sind sehr erfahrene langjährige Cacher, die wie gesagt teils auch schon das Geocoinfest in Köln mitorganisiert haben.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Im Wesentlichen nur Mundpropaganda. Ein paar wenige Platzierungen in Facebook Gruppen.

Gunther, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im November in Köln!

Ein märchenhaftes Wochenende in Kassel

Es war einmal ein Geocacher, der gleichzeitig auch als Blogger von seinen Erlebnissen berichtete. Dieser Geocacher besuchte allerlei Events, von ganz kleinen bis hin zu Megaevents mit vielen Hundert anderen Geocachern. Nur das märchenhafteste Event überhaupt – Märchenhaft in Kassel – hatte er so gar nicht in seine Planung aufgenommen. Zwar wurde er gelegentlich mit einem “Wir sehen uns in Kassel” verabschiedet, aber die Antwort war immer “Da bin ich nicht”.

Das schien die Feen und Elfen der Mega-Orga nicht zu passen, denn sie wollten allen Geocachern zeigen, daß sich eine Reise nach Kassel generell, und zum Mega im Besonderen, lohnen würde. Und so kam es, daß er von der liebreizenden Prinzessin Sajoma nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach eingeladen wurde. Ihre Überzeugungsarbeit trug Früchte: Irgendwann war ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant.

Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Im Dezember 2017 wurden 204.021 Einwohner gezählt.

Um das mal vom Märchen in Normalsprache umzuwandeln: Manchmal muß man mich zu meinem Glück ja wirklich zwingen. Ich war zwar 2018 auf einigen Megaevents, aber “Märchenhaft in Kassel” war nicht wirklich eingeplant. Irgendwann nach unzähligen “Wir sehen uns dann in Kassel”-Verabschiedungen gab es bei mir eine Art Trotzreaktion. Und siehe da, ich hatte dem Mega wirklich Unrecht getan. Das Ganze sah sehr interessant aus. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Ich war gespannt, ob die Orga alle ihre Vorhaben, die ich im Interview erfahren durfte, auch wie geplant umsetzen konnte.

So begab es sich also, daß ich Freitag morgens in Stuttgart losfuhr, allerdings nicht direkt nach Kassel. Ich hatte ja Zeit und wie das halt so ist, will ich nach Möglichkeit ja immer etwas Geschichte erleben. Daher ging es nicht auf direktem Weg zum Mega, sondern ich baute einen Schlenker über Point Alpha ein. Point Alpha war einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der hessischen innerdeutschen Grenze. Es war brütend heiß, so fiel der Besuch etwas kürzer aus, aber es ist interessant, einmal zu sehen, wie nah man sich an der Grenze gegenüber stand und wie die Grenze gesichert war.

Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm)
Point Alpha (rechts US-Beobachtungsturm, links DDR-Grenzturm, dazwischen Grenzzaun)

Nach und nach cachte ich mich dann aber nach Kassel, checkte im Hotel ein und fuhr zum Startevent “Es war einmal – ein Abend bei der „Viehmännin“ 👑”. Wem der Name nichts sagt, der wurde heute Abend definitiv aufgeschlaut, denn nicht nur der Event, sondern auch alle 10 Labcaches drehten sich um Dorothea Viehmann.  Sie war eine der wichtigsten Quellen für die Märchensammlung der Gebrüder Grimm.

Der Event ansich war für mich relativ entspannt, von der Hitze einmal abgesehen. Dafür kann die Orga aber nichts und Regen oder gar Schnee wäre jetzt auch nicht so toll gewesen 🙂

Das Ganze fand im Brauhaus Knallhütte in Baunatal statt, passenderweise ist Dorothea Viehmann dort aufgewachsen. Man hatte hier die Wahl, ob man aus mehreren Essen auswählte, die man vorab über den Shop buchen und dann im Brauhaus essen konnte. Oder wie ich spontan auf der Wiese Platz nahm und sich an diversen Ständen verköstigte. Hier gab es dann typisches “Standessen” wie Ahle Wurst, Bratwürste oder Steaks.

Wie ich später von mehreren Seiten mitgekriegt habe, lief es drinnen leider nicht ganz so gut wie draußen. Ich kann hier nur mutmaßen, aber ich gehe einfach mal davon aus, daß die Orga ihre Hausaufgaben gemacht hat. Immerhin hatte sie über den Shop genaue Zahlen, wieviele Essen bestellt wurden und mußte diese nur weitergeben. Diese Essen wurden wohl auch rechtzeitig fertiggemacht, standen aber ewig rum und wurden nicht verteilt. Ähnlich soll es sich mit den Getränken verhalten haben. Das Personal schien komplett überfordert. Wie gesagt, ich kann nur widergeben, was mir erzählt wurde, aber wenn das stimmt, dann kann einem die Orga hier schon leid tun. Da hängt man sich rein, beschert einem Gastronomen ein garantiert mehr als volles Haus und wird dann hängengelassen. Die Bewertungen bei Google sprechen jedenfalls Bände.

Am Samstag dann der Hauptevent “Märchenhaft in Kassel“. Als Location hatte man sich die Messe Kassel ausgesucht. Vorab gab es ein Announcement, in dem schon vorgewarnt wurde, daß die Halle nicht klimatisiert und wir alle schwitzen werden. Das kann ja heiter werden…

A propos Annoncement: Es gab im Vorfeld einige. Das hatte den Vorteil, daß man als Gast wirklich über alles genauestens informiert war. Informiert wohlgemerkt, nicht zugeschüttet mit Nutzlosem, wie das in der Vergangenheit gerne mal vor Events praktiziert wurde.

Brüder Grimm
Brüder Grimm

Aber zurück in bzw. an die Halle. Die Parksituation war wie erwartet super. Wir kamen ein paar Minuten vor Öffnung um 9 an. Es hatten sich schon einige Cacher versammelt und wir warteten gemeinsam auf den Einlass. Schon hier hat sich gezeigt, daß mitgedacht wurde: Es wurden einfach sämtliche Kassen geöffnet und innerhalb von wenigen Minuten standen wir in der Halle. Ja, das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber es gab schon mehr als ein Mega, an dem man einige Zeit anstehen mußte.

Die Halle ansich war halt eine Messehalle, da hatte ich nichts anderes erwartet. Allerdings kam mir das nie wie eine Messehalle vor, weil die Stände, die Gastronomie, die Tische/Bänke und die Attraktionen gut verteilt waren. Nun bin ich ja jemand, der nicht wegen Hüpfburgen, Workshops oder ähnlichem auf Megaevents geht, sondern um Leute zu treffen. Ich bräuchte das alles nicht, es stört mich aber natürlich auch nicht.

Geboten wurde aber einiges: Neben Bunkerführungen, Führungen durch die Grimmwelt und märchenhaften Stadtrundfahrten mit dem Bus, bei der auf alle Sehenswürdigkeiten Kassels eingegangen wurde, gab es natürlich auch Workshops. Die Themen waren mit Looking4Cache, C:Geo, GSAK, Wherigo. Lockpicking und myGeoDB breit gefächert.

Und was mir besonders aufgefallen ist: Es wurde wirklich sehr viel für kleine und kleinste Cacher geboten. Natürlich gab es die obligatorische Hüpfburg, aber auch sonst zog sich das Thema “Märchen” wirklich super durch die Attraktionen. Es gab Rapunzels Turm, der aus Luftballons gebaut wurde, Schneewittchen lief durch die Halle und natürlich durfte jemand im Signal the Frog-Kostüm schwitzen. Das Logbuch lag direkt an einem Hexenhäuschen und in einem kleinen Kindertheater konnten sich die Microcacher Märchen anschauen. Sogar an passende Reviewer wurde gedacht, auf diesem Weg viele Grüße an Hans und Grete 🙂

Blick in einen Teil der Halle
Blick in einen Teil der Halle

Während die Erwachsenen ihre Kinder an der Hüpfburg oder dem Theater abgeben konnten, konnten die etwas abgedrehten junggebliebenen Cacher ihre Frösche im Froschkindergarten lassen.

Zur Verpflegung: Es gab mehrere Stände, an denen auch recht fix gearbeitet wurde. Allerdings merkte man, daß diese wohl vom “normalen” Caterer der Messe betrieben wurden. Dementsprechend waren die Preise was die Getränke anging mit 3 Euro für ein 0,33 l Cola oder 0,5 l Wasser etwas höher als erwartet. So wie ich das mitbekommen habe, war es aber auch erlaubt, eigene Getränke mitzubringen. Ansonsten war meine (große) Bockwurst mit Kartoffelsalat für 7 Euro preislich okay, wenn man davon absieht, daß der Kartoffelsalat mit Mayo gemacht wurde. Für uns Schwaben eine absolute Todsünde 🙂

Ich verbrachte einen relativ entspannten Tag in der Messehalle, treffe viele viele Freunde und Bekannte. Ach und ganz sooo schlimm wars dann mit der Hitze auch nicht. Wir beschlossen, noch zum Bergpark Wilhelmshöhe zu fahren, um den Earthcache und den Virtual zu loggen. Sehr schön da oben, allerdings grob 10 Grad zu warm. Aber Kassel liegt ja quasi in der Mitte Deutschlands, da kann man nochmal hin, gerade zum Geocaching.

Irgendwann war ich dann doch ziemlich platt und fuhr zurück ins Hotel. So eine Dusche tut einfach gut 🙂 Die (wie ich gehört habe) tolle Lasershow am Abend ließ ich aus, da ich spontan zur Geburtstagsfeier einer bekannten Cacherin eingeladen wurde.

Am Sonntag merkte ich den wenigen Schlaf der letzten Tage, aber auf dem Abschlußevent “Wenn sie nicht gestorben sind – Auf Wiedersehen 👑” wollte ich dann doch noch vorbeischauen. Ich hatte kein Frühstücksbuffet gebucht, da ich im Hotel versorgt wurde, aber das Ganze sah sehr gut aus. Nach einigen Gesprächen habe ich das Kapitel Kassel dann abgeschloßen und die Heimreise angetreten.

Ich habe dem Mega in Kassel im Vorfeld wie gesagt ein wenig Unrecht getan, das habe ich schnell gemerkt. Auch, wenn natürlich nicht alles perfekt lief, man hat an vielen Ecken gemerkt, daß sich die Orga Gedanken gemacht hat. Das fing bei der Lage der Location an (autobahnnah, genügend Parkplätze), ging über die vielen Angebote für Kinder und hörte beim Thema, das sich wie ein roter Faden durchs Wochenende zog, auf.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann cachen sie noch heute.

GeoBretzel Event – Interview mit der Orga

GeoBretzel Event

Seit einigen Jahren will ich endlich mal auf einen Stammtisch im Elsaß. Leider hat das bisher irgendwie nicht geklappt. Dafür war ich schon auf ein paar Events in der Maginotlinie in Lothringen. Die Art und Weise, wie die Franzosen ihre Events machen, fand ich sehr entspannt und lohnenswert. Daher war ich sofort interessiert, als ich von einem (damals noch nicht sicheren) Megaevent im Elsaß hörte. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Schließlich ist das Elsaß ja quasi um die Ecke. Daß der Event im Süden bei Mülhausen stattfindet und das auch von Stuttgart 3 Stunden Fahrt bedeutet – geschenkt! Zeit, sich einmnal näher mit dem GeoBretzel Event zu beschäftigen.

Flagge FrankreichMülhausen (französisch Mulhouse) ist eine Stadt im Elsaß im Département Haut-Rhin im Osten Frankreichs. Mülhausen liegt geographisch am Dreiländereck Frankreich, Deutschland, Schweiz. Mit grob 110000 Einwohnern ist Mülhausen die größte Stadt des Départements. Seit dem 17. Februar 2014 ist die Stadt Mülhausen im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zweisprachig.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Guy, der mir Rede und Antwort stand.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent im Elsaß zu veranstalten?

Ganz einfache erste Frage! Weil es noch keinen gab. Und es ist sicher auch die Herausforderung “unbekanntes Gebiet” zu betreten. Klar hat jeder vom Orga Team Events in verschiedene Größen organisiert. Wir haben auch zahlreiche Megas in den letzten Jahren besucht. Aber wenn es mal um Events mit über 100 Besuchern geht, ist es für jeden Neuland. Mit der ganzen gesammelten Erfahrung haben wir uns gesagt, “warum nicht hier” und “warum nicht wir”.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Geographisch sind wir in der Mitte des ehemaligen Kalireviers. Die Veranstaltung findet in einer Sporthalle neben dem Fußballstadion in der Stadt Bollwiller statt. Der Ort ist etwas abseits vom Zentrum und bietet eine schöne grüne Umgebung.

Warum gerade dort?

Die Sporthalle von Bollwiller war erst mal nicht geplant! Ursprünglich sollte der Event im Festsaal von Staffelfelden stattfinden, einem Nachbardorf von Bollwiller. Als die Anmeldungen in Zehnerschritten reinkamen und wir innerhalb von 3 Monaten über 400 Will Attends hatten, haben wir bemerkt, dass es ein Platzproblem geben könnte.

Dank der Geocacher in unserem Bekanntenkreis konnten wir sehr schnell die Ausweichlösung Bollwiller finden. Als wir die Halle das erste Mal besucht haben, war uns klar, dass das der richtige Platz ist, um alle angemeldeten Geocacher willkommen zu heißen.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Zum letzten Stand sind 570 Geocacher angemeldet, mit begleitenden Personen sind es ca. 800 Besucher. Mit unseren Werbekampagnen wie in deinem Blog erwarten wir, dass wir die 800 Will Attend überschreiten.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Nein. Es dürfen ruhig etwas mehr sein. Jeder der schon an Megas war hat sich mal die Frage gestellt, wo denn die 600 bis 800 Personen sind. Es sind ja nicht immer alle gleichzeitig auf dem Gelände.

Der Storch ist das Symbol für das Elsaß
Der Storch ist das Symbol für das Elsaß, CC BY 3.0 von fotogoocom

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Das Thema unseres Mega-Events sind die Bergwerke. Das Event findet in der Mitte eines ehemaligen Kalireviers statt. Wir bieten Besichtigungen einer der größten Minen, dem Schacht Rodolphe, und des Kaliminen-Museums an. Dort in der alte Garderobe, wo noch die Arbeitskleidung hängt, wird das Meet and Greet Event stattfinden. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, zwei mittelalterliche Bergwerke zu besuchen und es findet ein Workshop für Kinder über Fossilien statt.

In der Halle bieten wir weitere Workshops wie Lockpicking und Wherigo für Anfänger an. Alle Besichtigungen und Workshops können über unseren Event-Shop gebucht werden. Neben bei wird es noch eine Ausstellung von GWC geben. Und für Hungrige und Durstige sorgen Foodtrucks, es gibt Sandwiches und diverse Getränke.

Bezüglich Caches wird es genügend und für alle etwas geben: Von T1 bis auf T5. Eine Matrix, welche neue und bereits existierenden Caches kombiniert, ist in der Planung und soll in einem Umkreis von 10 km liegen. Wir planen sogar eine zweite Matrix, die aus komplett neuen Caches bestehen soll. Nach dem regionalen Abendessen (Im Elsaß natürlich Sauerkraut!) sollen Night Caches veröffentlicht werden.

Am Sonntag wird es für die Natur ein CITO an einer Fahrradstrecke entlang des Flußes Thur geben. Nach dem CITO folgt beim Goodbye-Event die Verabschiedung und eine weitere Möglichkeit sich über Geocaching austauschen .

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade ins Elsaß kommen?

Weil die Location geographisch ausgezeichnet ist. Wir sind im DE-CH-FR Dreiländereck und freuen uns auf Cacher aus dem Ausland. Das Elsaß ist auch bekannt für gutes Essen und die guten Weine. Tja und wie man sagt, “Lebe wie Gott in Frankreich”.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Nein es muss kein Eintritt bezahlt werden.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Die Sporthalle verfügt über einen großen Parkplatz. Wir werden sorgen, dass die Autos dicht geparkt werden, so daß es genug Platz für alle hat.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Ja, Hunde sind auf dem Außengelände erlaubt, müssen aber immer an der Leine bleiben. Leider haben wir noch keine Informationen darüber, ob innen Hunde erlaubt sein werden.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Wir sind sieben Personen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Wir haben Aufgabenbereiche definiert und tauschen aus über Slack aus. Dort gibt jeder sein Input.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Ja es ist für die Organisation ausreichend.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Na klar brauchen wir Helfer! Ohne sie könnte so eine Veranstaltung nicht stattfinden. Viele haben sich schon freiwillig gemeldet. Bald wird die Kampagne zur Helfersuche starten. Wir freuen uns schon auf jede Anmeldung.

Was Helfer als Dankeschön erhalten werden, steht noch nicht 100%ig fest. Aber sicher wird es ein Helfershirt und eine Mahlzeit geben.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja, wir sind alle langjährige Geocacher. Wir haben von 4 bis 10 Jahre Erfahrung im Spiel.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir besuchen mit dem ganzen Team andere Events in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Auf Megas wie Brugse Beer VIII und Stashes ‘n’ Stones wurde vor Ort Werbung gemacht. Letztens waren wir in der Bourgogne beim Chouette Event #7 Mega, wo wir einen Stand hatten und ein Spiel angeboten haben. Bald geht es nach Dunkerque, Nord-Frankreich, aufs Mega Geonord 2018 – Sunset.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Wir haben Visitenkarten zum ausgeben, aber am besten läuft die Mundpropaganda.

Ich möchte die Gelegenheit dieser letzten Frage nutzen, um uns bei dir zu bedanken für die Zeit die du für uns und unserem Projekt investierst.

Guy, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im Oktober im Elsaß!

Project Märchenhaft in Kassel – Interview mit der Orga

Manchmal muß man mich zu meinem Glück ja zwingen. Ich war im Jahr 2018 bisher auf einigen Megaevents. Nur “Märchenhaft in Kassel” hatte ich nie auf dem Schirm. Irgendwie reizte mich das Ganze nicht. Obwohl – und das muß man fairerweise zugeben – das Thema Märchen mal ganz was anderes als bei bisherigen Megas ist. Die Gebrüder Grimm waren schließlich die Märchensammler überhaupt. Kein Kind in Deutschland, das nicht mindestens eines der von ihnen zusammengetragenen Märchen kennt. Irgendwann nach unzähligen “Wir sehen uns dann in Kassel”-Verabschiedungen gab es bei mir eine Art Trotzreaktion. Und siehe da, ich hatte dem Mega wirklich Unrecht getan. Das Ganze sah sehr interessant aus. Also wurde ein Hotel gebucht und das Wochenende geplant. Zeit, sich einmnal näher mit Märchenhaft in Kassel zu beschäftigen.

Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Im Dezember 2017 wurden 204.021 Einwohner gezählt.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Sandra alias Sajoma.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Kassel zu veranstalten?

Bei einem unserer nordhessischen Geocacher-Stammtische sprachen wir über vergangene Zeiten, was wir schon alles bei unserem gemeinsamen Hobby erlebt haben und was man noch Tolles unternehmen könnte. Da fiel der Satz „Man könnte ja mal ein Mega-Event in Kassel organisieren“. War es anfangs noch eine Schnapsidee, weitete sich der Gedanke immer mehr aus und irgendwann gab es ein Team, das wirklich Lust darauf hatte, für die Community ein solch großes Event zu organisieren.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Wir sind in den Messehallen Kassel untergekommen, die prädestiniert sind für eine offene Veranstaltung, wie es Mega-Events nun mal sind.

Warum gerade dort?

Hier stimmt einfach alles, was uns bei der Planung wichtig war: Verkehrsanbindung, Parkplätze, Umgebung, Catering und vieles mehr, was uns die Planungen ein wenig vereinfacht, damit wir uns auf das Wesentliche des Tages konzentrieren können: das Programm, um unsere Gäste zu unterhalten.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Wir haben vorsichtig mit 2000 Besuchern kalkuliert, haben aber im Vorfeld nicht mit so einer tollen Resonanz gerechnet und sind nun völlig überwältigt angesichts der bisherigen Will-attend-Zahlen.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Hinsichtlich der maximalen Besucherzahl muss man keine Bedenken haben, unsere Location verkraftet auch ein GIGA-Event. Im äußersten Notfall können wir weitere Hallen hinzubuchen, was aber nicht zu erwarten steht, denn die bisher gemieteten Hallen 1 und 2 sind schon sehr sehr groß.

Herkules Kassel
Wasserkaskaden und Herkules-Monument Kassel, CC BY-SA 3.0 von Craig Howkins

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Unsere Programmpunkte stehen schon lange fest und sind auf unserer Webseite www.gc-grimm.de zu lesen. Besonders hervorheben möchten wir immer noch die geführten Stadtrundfahrten mit unserer lieben Frau Ortolano. Sie wird mit den Teilnehmern die Orte, die Kassel und die Brüder Grimm verbindet, besuchen und in ihrer unvergleichlichen Art, mit Menschen umzugehen, die Tour besonders amüsant und erinnerungsreich gestalten. Da die Tour am Eventgelände beginnt und auch endet, ist es für die Teilnehmer sehr bequem und man ist auch nur etwa 1,5 Stunden lang vom Event weg.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Kassel kommen?

Die meisten Leute kennen doch Kassel nur vom Vorbeifahren auf den Autobahnen oder vom Durchfahren mit dem Zug an der Wilhelmshöhe. Warum nicht mal anhalten und sich genauer umschauen?!

Wir haben hier viel zu bieten: Den größten Bergpark Europas, mit dem auf der höchsten Erhebung thronenden Herkules, die sonntäglichen Wasserspiele am Herkules, viel Natur, tolle Museen und natürlich ein liebevoll und mit viel Herzblut und Sinn für Details organisiertes Event. Außerdem sind wir das diesjährige „Project“, eine Auszeichnung für viel Engagement, eine transparente Kalkulation sowie ein familienfreundliches Konzept. Wenn das nicht genügend Gründe sind, an unserem Event teilzunehmen…

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Ein solches Großevent kann man nicht kostenlos anbieten. Wir haben aber versucht, den Eintritt so gering wie möglich zu halten: 10 Euro Erwachsene/5 Euro Jugendlicher/Kinder frei, das sind die Preise im Vorverkauf. An der Tageskasse gibt es einen Aufschlag von 20%.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Wenn wir eines haben, dann Parkplätze. Es wird für alle genügend Parkraum vorhanden sein, da braucht sich keiner Sorgen zu machen.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Wir sind ein familienfreundliches Event. Da Hunde zur Familie gehören, sind auch sie uns herzlich willkommen. Bitte an der Leine führen!

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Wir sind zu acht: Hari, Helmut, Michael, Norbert, Sandra, Steffi, Thomas und Tina.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Es gibt keine festgelegte Aufgabenverteilung, außer für den Eventtag. Unsere Tätigkeiten haben sich mit der Zeit aus den persönlichen Stärken der Orgamitglieder herauskristallisiert. Strikt voneinander abgrenzen kann man diese aber nicht, da sie an vielen Stellen miteinander verbunden sind und wie Zahnräder ineinandergreifen.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Für die Organisation im Vorfeld reicht es für uns aus. Ich sage bewusst „für uns“, denn wir hätten nicht mehr im Team sein wollen. Es ist so schon schwierig genug, alle Meinungen unter einen Hut zu bekommen, da wären unserer Ansicht nach noch mehr Mitglieder der Hauptorga zu viel. Aber natürlich werden wir von vielen Außenstehenden unterstützt, denn allein kann man ein solches Großevent nicht stemmen.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Unsere Helferplanung ist bereits in den letzten Zügen, wir benötigen keine weiteren Anmeldungen mehr. Und selbstverständlich werden unsere Helfer entsprechend für ihre Tätigkeiten „entlohnt“, nämlich mit einer Helfercoin sowie dem für die Helfer kostenlosen und personalisierten T-Shirt.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja, wir sind alle langjährige und aktive Cacher. Die einzelnen Wege, wie wir zum Cachen gekommen sind, sind mir nicht bekannt. Bei mir war es der Kauf eines GPS-Gerätes durch meinen Mann. Ich bin auf der Suche nach Verwendungszwecken beim Wort Geocaching hängengeblieben und nach der Suche des ersten Caches auch bei dem Hobby.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir wollten gern möglichst persönlich Werbung machen und waren daher auf vielen kleinen und großen Events. Wir haben uns nie hinter einem Stand verschanzt, sondern sind immer offen in die Gespräche mit den Hobbykollegen gegangen, haben die Kontakte gesucht und nicht gewartet, bis jemand auf uns zukam. Außerdem sind unsere Visitenkarten mit dem TB-Code FBA6TB weithin bekannt, wir haben sie in schönen Caches abgelegt, und das auch grenzübergreifend.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Bei Interesse senden wir gern unsere neuen Flyer zu, auf denen einige Programmpunkte zu lesen sind.

Sandra, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im August in Kassel!

Cachen im Bratwurstland – Interview mit der Orga

Willkommen in Thüringen - Cachen im BratwurstlandAuch 2018 habe ich vor, wieder ein paar Megaevents zu besuchen. Neben Stashes ‘n’ Stones und Auf einen Sprung ins Vogtland ist das auch ein besonderes Event in Thüringen. Besonders, weil “Cachen im Bratwurstland” ein dezentral veranstalteter Cache-Tag mit zentralem Tages-Abschluss-Event sein soll. Veranstaltet von den verschiedenen Communitys in Thüringen. Zeit, sich einmal näher mit Cachen im Bratwurstland zu beschäftigen.

Deutsche Flagge Der Freistaat Thüringen ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Mit rund 2,2 Millionen Einwohnern und einer Fläche von rund 16.000 Quadratkilometern gehört es zu den kleineren Ländern der Bundesrepublik. Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt ist Erfurt, weitere wichtige Zentren sind Jena, Gera und Weimar.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen. „Die Orga“ war in diesem Fall Nicole.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Thüringen zu veranstalten?

Das ist eigentlich eine lustige Geschichte: Im Mai 2016 war Stammtisch in Gotha. Lustig sind ja solche Stammtische meist, aber an dem Tag waren wir irgendwie besonders albern. Und wir begannen mit so Wortspielen wie „Cachen in Gotha“, das hört sich mit unserem Thüringer-Slang schon lustig an …„Gäschen in Gotha“ Schnell war die Abkürzung „GiG“ gefunden und irgendwann haben wir noch ein „a“ drangehängt … „GiG(a)“ – und so entstand die alberne Idee „Gäschen in Gotha“ als Giga-Event. Schnell wurde ein GIG-Team gegründet und ab da, war die Idee der Running-Gag schlecht hin und wurde zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wieder vorgeholt und immer auch wieder
vergessen.

Bis zum traditionellen Uhr-Umstell-Event im März 2017 – dieses Event haben wir zu spät eingereicht und mussten es um eine Woche verschieben. Der 31. März schien uns ideal dafür, einen kleinen Aprilscherz dranzuhängen und so luden wir offiziell zum Casting für das Giga „Cachen in Gotha“ ein. Nur wer vor Ort einen Mystery lösen konnte und seinen
Fragebogen ordentlich ausfüllt, wurde qualifiziert für den ReCall und bekam die Chance auf einen begehrten Platz im Orgateam. Wir müssen sehr überzeugend gewesen sein. Könnt ihr Euch vorstellen, wie ca. 40 Leute ganz leise und angestrengt, nachts im McDonalds einen Mystery lösen? Das war ein Spaß! Und als dann kurz nach Null Uhr der Aprilscherz mit einer „Aprilscherz-Dose“ aufgelöst wurde, sahen wir viele enttäuschte Gesichter… Was? Doch kein Giga in Gotha? Warum nicht? Euch hätten wir das zugetraut…

Nun ja, so ist es entstanden… Nach einer Woche Abwägen, ob wir das schaffen können, haben wir zu einem „ReCall-Event“ eingeladen, um zu sehen, wie groß das Interesse wirklich ist. Von da an nahm die Planung ihren Lauf. Der Name „Cachen im Bratwurstland“ wurde demokratisch abgestimmt. Das war nicht ganz einfach, denn auch wir wissen, dass Thüringen mehr zu bieten hat, als die Bratwurst.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

„Cachen im Bratwurstland“ findet, wie der Name schon sagt im ganzen Bratwurstland, sozusagen in ganz Thüringen statt. Alle Thüringer Communities beteiligen sich mit so genannten Community-Events an dem Gesamtprojekt. 26 Events verteilt in ganz Thüringen laden die Besucher ein. Bereits am Donnerstag findet ein Auftakt-Event im Bratwurstmuseum statt. Freitag, Samstag und Sonntag folgen weitere Events in den einzelnen Landkreisen. Hier haben die Event-Owner verschiedenste Locations und Themen ausgewählt und freuen sich auf viele Gäste.

Nach einem erlebnisreichen Tag treffen sich dann alle Geocacher ab 17 Uhr in Gotha. Das Eventgelände befindet sich in Gotha auf dem Boxberg, auf dem Gelände einer der ältesten Galopprennbahnen Deutschlands.

Warum gerade dort?

Wir waren auf der Suche nach einem Ort, der zum Geocaching passt. Draußen in der Natur, etwas abseits mit Platz für viele Leute und Parkmöglichkeiten. Wir finden, dass die Location dafür perfekt geeignet ist. Das Gelände ist von Wald umgeben und die Autobahn sorgt für eine hervorragende Erreichbarkeit. Dazu versprühen die alten Rennbahn-Gebäude ein gewisses Lost-Place-Feeling.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Aktuell sind es 932 945 Will-Attends. Wir denken, dass wir die 1.000 bald knacken werden und freuen uns über jeden, der uns im Bratwurstland besuchen wird.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Es gibt keine Besucherbegrenzung. An vergangenen Renntagen waren teilweise bis zu 8.000 Besucher vor Ort.

Gotha, Boxberg, Tribünenhaus
Gotha, Boxberg, Tribünenhaus von CTHOE (CC BY-SA 4.0 de) auf Wikimedia Commons

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Im Vordergrund steht an diesem Wochenende das Cachen im Bratwurstland (wörtlich!). Mit zahlreichen Begleit-Events in ganz Thüringen begrüßen unsere Communitys die Gäste. Die Veranstaltung auf der Pferderennbahn Gotha-Boxberg soll eine Plattform bieten, um sich über Cache-Erlebnisse auszutauschen, Freunde zu treffen und den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Bei dieser Abendveranstaltung geben wir auch auch noch einmal richtig Gas. Für das Unterhaltungsprogramm wird eine passende Bühne aufgebaut sein und eine Live-Band wird musikalisch für Stimmung sorgen. Natürlich haben wir auch noch ein paar weitere Programmpunkte im Gepäck wie z.B. Birres TBs, Kletter-Vorführungen, Labcaches, Coiner-Treffen, kleine! Händlermeile, PETling-Tombola, Signal und einiges mehr. Vielleicht hat sogar noch jemand Lust auf eine Runde „Bratwurst-Rodeo“? 😀

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade ins Bratwurstland nach Thüringen kommen?

In diesem Jahr sind es in Deutschland bisher 5 Mega-Events. Neben den kulinarischen Genüssen spricht einiges dafür, zu uns nach Thüringen zu kommen. Herrliche Natur fernab von Großstädten kann man z.B. im Thüringer Wald oder im Hainich erleben. Kulturelles und Geschichtliches lässt sich vielerorts erfahren, wobei die Wartburg in Eisenach und das UNESCO-Welterbe Weimar nur die bekanntesten Beispiele sind. Natürlich gibt es auch im Bezug auf Geocaching in Thüringen vieles zu entdecken. Wir sind sicher, dass in dieser Hinsicht ein jeder bei uns fündig wird und interessante Dosen absolvieren kann. Unser Gesamtkonzept ist anders als gewöhnlich, da das Cachen im Vordergrund steht anstelle von Shopping und Workshops.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Natürlich müssen Location, Logistik und Programm finanziert werden. Für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren kostet das Eintrittsticket 10 Euro. Kinder bis 15 Jahre zahlen keinen Eintritt. Parken ist kostenlos. Die zahlreichen Community-Events sind ebenfalls kostenlos, auch der Eintritt ins 1. Deutsche Bratwurstmuseum.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Selbstverständlich werden ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen. Wir bieten unseren Besuchern auch WoMo-Stellplätze und ein Camping-Areal.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Hunde sind herzlich willkommen, natürlich angeleint.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Das kann man gar nicht so genau sagen. Zum einen gibt es die vielen Event-Owner, die ein eigenes Community-Event organisieren, dann gibt es ein Team, welches sich nur um die Organisation auf dem Boxberg kümmert und ein Team, welches alle administrativen Aufgaben erledigt.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Die Aufgaben sind klar verteilt – wir tauschen uns regelmäßig aus und arbeiten sehr gut zusammen.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Natürlich. Wir sind noch keine Mega-Profis, aber wir wachsen mit unseren Aufgaben und der bisherige Stand kann sich sehen lassen. Wir sind guter Dinge, ein schönes Event auf die Beine zu stellen.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Es haben sich schon einige Helfer angemeldet und den Kontakt werden wir in Kürze intensivieren. Als kleine Entschädigung oder Belohnung gibt es einen exklusive Helfercoin, die nicht käuflich zu erwerben ist.

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Hauptsächlich über Social Media und Visitenkarten – die Geocacher sind ja hervorragend vernetzt. Außerdem sind einige von uns auf vielen kleineren und größeren Events unterwegs. Und nicht zu vergessen, die vielen Bratwurst-T-Shirts, die schon “umherlaufen” und Werbung fürs Event machen.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Am einfachsten und effektivsten ist wohl einfach die Nennung unseres einprägsamen GC-Codes „GC76543“. Vom Listing kommt man auf unsere ausführliche Website und dort findet man viele Informationen.

Nicole, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im Juni im Bratwurstland!

Auf einen Sprung ins Vogtland – Interview mit der Orga

Auch 2018 habe ich vor, wieder ein paar Megaevents zu besuchen. Neben Stashes ‘n’ Stones ist das auch ein Event in einer Gegend, an der ich bisher viel zu oft nur vorbeigefahren bin: Dem Vogtland. Zeit, sich einmnal näher mit Auf einen Sprung ins Vogtland zu beschäftigen.

Das Vogtland (tschechisch Fojtsko) ist eine Region im Grenzgebiet von Bayern, Sachsen, Thüringen und Böhmen. „Vogtland“ bezieht sich auf die Vögte von Weida, Gera, Plauen und Greiz. Die Landschaft des Vogtlandes wirkt durch Felder, Wiesen und bewaldete Hügelkuppen sehr idyllisch. Im Süden und Südosten steigt das Vogtland zum Mittelgebirge an und nimmt, vor allem im Osten, auch Teile des Erzgebirges ein.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen.  „Die Orga“ war in diesem Fall Toni aka. king-ton.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent im Vogtland zu veranstalten?

Auf der Rückfahrt von einem anderen Mega-Event warf jemand die Frage in den Raum: „Wir könnten doch auch einmal im Vogtland ein Mega-Event veranstalten?“ Aus dieser auf Scherz angelegten Frage sollte bereits kurze Zeit später Wirklichkeit werden.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Unser Event findet nicht in einer Location statt, sondern wird ein Outdoor-Event sein. Es findet an der Sparkasse Vogtland Arena in Klingenthal statt. Hierbei handelt es sich um eine der modernsten Skisprung-Anlagen der Welt.

Warum gerade dort?

Wir haben mit dem Betreiber der Schanze, der Vogtland Arena GmbH, einen Partner gefunden, der uns bei der Durchführung mit der notwendigen Logistik unterstützt. Außerdem wollen wir die Geocacher an eine Location führen, die sie im Vogtland gesehen haben sollten und genau dies sehen wir in der Vogtland Arena.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Die Zahl lässt sich schwer einschätzen. Aktuell haben sich etwa 2500 Personen angemeldet. Mit dem Betreiber der Schanze haben wir einen erfahrenen Partner gefunden, welcher mehrmals im Jahr Events mit mehreren Tausend Teilnehmern veranstaltet. Dazu gehören neben Weltcups in verschiedensten Sportarten auch Musikkonzerte. Daher sind wir bei der Anzahl der Personen recht flexibel. Allerdings werden wir, wie bereits im Listing geschrieben, ab 15114 Teilnehmern aus Sicherheitsgründen eine Warteliste eröffnen müssen 😀

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Wie bereits gerade geschrieben, finden mehrmals im Jahr Großveranstaltungen statt, wo bereits mehr als 25000 Teilnehmer auf dem Gelände waren. Daher gibt es praktisch keine Teilnehmerbegrenzung, allerdings lässt sich ein Weltcup nicht mit einem Geocaching-Event vergleichen. Aber wir werden genug Platz für alle Teilnehmer haben.

Vogtland Arena von Sophie Kümmling (CC BY-SA 3.0 de) auf Wikimedia Commons

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Wir bieten dem Besucher ein vielschichtiges Angebot: Verkaufsstände, Spiel & Spaß, Woodcoinareal oder
Bastelbereich. Wir arbeiten aktuell an verschiedenen Themen. Details geben wir rechtzeitig über unsere
verschiedenen Kommunikationskanäle (Announcement, Website, Facebook, Instagram) bekannt.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade ins Vogtland kommen?

Das Vogtland ist durch seine vielen Sehenswürdigkeiten immer eine Reise wert. Eine Auswahl befindet sich auf unserer Internetseite: http://zbv-event.de/de/sehenswertes-in-der-region/ Aber auch für den Cacher wird einiges geboten. Durch seine großen Waldgebiete ist es eine tolle Wanderregion. Dank seiner vielen und vor allem hochwertigen Geocaches sollte sich niemand einen Besuch im Vogtland entgehen lassen.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Für alle Events, die wir an diesem Wochenende veranstalten werden, muss der Geocacher keinen Eintritt bezahlen. Dieser Punkt war uns sehr wichtig, denn die Preisentwicklung der deutschen Mega-Events wächst stetig an und diesem Trend wollen wir entgegenwirken.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Direkt am Eventgelände sind jede Menge Parkplätze vorhanden.

Dürfen Hunde aufs Eventgelände?

Da es sich hierbei um ein Outdoor-Event handelt, dürfen natürlich auch Hunde mit auf das Gelände. Allerdings müssen wir auf den Leinenzwang hinweisen, der auf dem Gelände herrscht.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Die Kern-Orga besteht aus insgesamt 12 Personen. Wir bezeichnen uns auch als “das zänkische Bergvolk”. Aber wir haben noch sehr viele Helfer, die uns rund um das Event unterstützen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Viele Entscheidungen werden in Abstimmung aller Orga-Mitglieder getroffen. Allerdings besitzt jeder ein Aufgabengebiet, wofür er zuständig ist.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Bekanntlich verderben viele Köche den Brei 😀 Wir haben viele Helfer in unserer Region finden können, die sich dem Projekt „Mega-Event“ angeschlossen haben. Somit sind wir zuversichtlich ein tolles Event auf die Beine zu stellen.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Helfer sind immer gern gesehen, denn was wäre eine Mega-Event ohne seine Helfer? Wer uns unterstützen
möchte kann sich auf folgender Seite registrieren: http://zbv-event.de/de/wie- werde-ich-helfer/ Jeder Helfer bekommt eine Belohnung. Aber was genau, dass bleibt vorerst geheim 😀

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Die meisten Mitglieder des zänkischen Bergvolks sind bereits seit einigen Jahren mit der Sucht „Geocaching“ infiziert. Das Urgestein ist El_Rolfo, welche bereits seit 2002 dabei sind. Ich selbst bin seit 2012 dabei und wenn ich nicht auf Dosensuche bin, dann bin ich Student der Informatik. Weitere Informationen zu uns befinden sich auf unserer Website: http://zbv-event.de/de/orga-team/

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Im letzten Jahr sind wir auf vielen (Mega)-Events gewesen und haben dort den direkten Kontakt zu den Geocachern gesucht. Aber wir sind auch in vielen sozialen Medien vertreten. Wer noch nicht mit uns verbunden ist, der sollte dies sofort nachholen.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Um auf den Punkt zuvor anzuknüpfen, können gerne unsere Beiträge in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Weiterhin haben wir ein Banner für Profile oder ähnliches erstellt. Darauf befindet sich sogar immer die aktuelle Anzahl der Will Attends. Hierbei möchten wir uns nochmals bei Team von sachsencacher.de für die Bereitstellung bedanken. Den entsprechenden HTML-Code befindet sich in unserem Listing. Weitere Materialen, wie Visitenkarten oder Werbeplakat gibt es bei uns auf Anfrage.

Ein letztes Wort von der Orga:

In diesem Sinne möchten wir uns für diese Interview-Anfrage bedanken! Wir würden uns über jeden freuen, der am Wochenende vom 25. bis 27.05.2018 den Weg ins Vogtland findet und ein paar schöne Tage mit uns verbringt! Sollten jetzt noch Fragen offen sein, dann dürft ihr uns gerne in den verschiedensten Medien kontaktieren oder uns direkt beim Event ansprechen.

Toni, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im Mai im Vogtland!

Stashes ‘n’ Stones – Interview mit der Orga

Es gab ein Mega in 2018, bei dem ich quasi direkt ab Publish wußte: Da will ich hin. Zum Einen lag das daran, daß es mit grob 3 Stunden Anfahrt quasi um die Ecke liegt, zum Anderen, weil ich sowieso mal in die Gegend um Idar-Oberstein wollte. Zeit, sich einmnal näher mit Stashes ‘n’ Stones zu beschäftigen.

Idar-Oberstein ist eine kreisangehörige Stadt im Landkreis Birkenfeld, Rheinland-Pfalz. Die Stadt ist das Ergebnis umfassender Verwaltungs- und Strukturreformen. Die Edelstein- und Garnisonsstadt ist mit knapp 30.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Kommune des Landkreises.

Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich – wie schon in der Vergangenheit bei anderen Megaevents – einfach mal bei der Orga angefragt und mir einige Fragen beantworten lassen.  „Die Orga“ war in diesem Fall Torsten vom Team TheGreentool.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Idar-Oberstein zu veranstalten?

In Vergangenheit organisierten wir schon mehrfach in einem kleineren Kreis von einheimischen Geocachern größere Geocaching-Aktivitäten, wie z. B. mehrere, auch aufwändigere Adventskalender. In dieser Gruppe trafen wir uns bereits vor etwa vier Jahren das erste Mal, um über die Idee eines Mega-Events fernab einer Großstadt oder eines Ballungsgebietes zu reden. Das Thema lag in Idar-Oberstein mit seiner Edelsteingeschichte und -Industrie sowie seiner tollen Natur, seit Kurzem auch direkt am neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald gelegen, auf der Hand. Aber zunächst scheiterte es an einer geeigneten Location und wir scheuten als Privatleute das finanzielle und rechtliche Risiko, das mit der Organisation eines Mega-Events einhergeht. Ein eingetragener Verein war für uns auch keine akzeptable Alternative. Die Idee ließ uns aber keine Ruhe und so trafen wir uns zwei Jahre später, im Mai 2016, erneut zum Gedankenaustausch. Dabei kam uns die Messe Idar-Oberstein als Location in den Sinn. Eine Anfrage ergab dann prompt, dass uns die Messe Idar-Oberstein GmbH, begeistert von unserer Idee, nicht nur mit ihren Hallen sondern auch als gewerblicher Mitveranstalter zur Verfügung stehen wollte und uns Privatleute so von den zuvor gescheuten Risiken befreite. Dieser Glücksfall war dann der Startschuss zu Stashes ‘n’ Stones.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

In der ganzen Stadt mit der Messe als “Basislager”.

Warum gerade dort?

Ok, wir erklären es etwas genauer: Stashes ‘n’ Stones findet, wie gesagt, im gesamten Stadtgebiet statt. Als Basislager für das gemeinsame Treffen von Freunden, die Aussteller, Aktions- und Infostände und die kulinarische Versorgung dienen die Messehallen. Hier sind wir auch auf jedes Wetter vorbereitet und die moderne Infrastruktur bietet alles, was man für eine Großveranstaltung braucht: Barrierefreiheit, räumliche und technische Infrastruktur, z. B. für Aussteller und Workshop-Referenten, und großzügige sanitäre Anlagen. Teilnehmer mit Eintrittskarte können dann mit der für sie kostenlosen Sonderbuslinie zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten und Hot Spots, die in das Eventkonzept intergriert sind, fahren. Dazu zählen beispielsweise auch die LabCaches, die wir mit einem zusätzlichen Gewinnspiel aufwerten werden. Außerdem wollen Cacher bekanntermaßen am liebsten cachen. Und das können sie am besten, wenn sie unterwegs sind. Auf diese Art können sie die Stadt und die Welt der Edelsteine ideal mit unserem gemeinsamen Hobby verbinden. Vorher, nachher oder auch währenddessen können sie dann in die Messe zurückkehren und sich z. B. bei dem bekannten Original Idar-Obersteiner Spießbaten oder den “Gefillte Klees” (gefüllten Klößen) stärken, andere Cacher treffen, ihre Coinsammlung bei den Händlern erweitern, Neues in den Workshops lernen oder ein edles Andenken auf dem integrierten Edelsteinmarkt erwerben.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Angesichts der aktuellen Will-Attend-Logs rechnen wir mit etwa 1500 bis 2000 Teilnehmern. Mehr würde uns natürlich auch freuen.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Keine, die für das Event von Belang wäre. Die Location könnte auch problemlos ein Event in Giga-Größe beherbergen, womit wir aber nicht rechnen.

Felsenkirche Idar-Oberstein, CC-BY 2.0 von Frauelster auf Flickr

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Einen Teil haben wir bereits oben erwähnt. Neben dem Konzept, die Attraktionen der gesamten Stadt und teilweise auch des Umlands einzubinden, bieten wir auf dem Messegelände neben der Händlermeile einen eigens fürs Event organisierten Edelsteinmarkt, Info- und Aktionsstände aus den unterschiedlichsten Bereichen (z. B. eine Rettungshundestaffel, medizinische Aufklärung zum FSME/Zeckenrisiko, eine Typisierungsaktion für Knochenmarkspender und Stammzellspender u.a.), vielfältiges und regionales Catering zu vernünftigen Preisen, Spiele für Kinder, um ein Gewinnspiel erweiterte LabCaches, Workshops (Lockpicking, T5 für Einstiger, c:geo, Locus, Looking4Cache, HTML für Litings, Wherigo), die beliebten Birre-TBs u.v.m. Außerdem starten direkt ab dem Eventgelände oder in unmittelbarer Umgebung mehrere Cacheserien. Weiterhin ist im Eintrittspreis die “Gästekarte Idar-Oberstein” enthalten, die ein Jahr lang ermäßigten Eintritt in viele Sehenswürdigkeiten der Stadt und der Region ermöglicht. So können die Besucher auch gerne nach dem Event wieder zu uns kommen und das nachholen, wofür beim Event die Zeit nicht gereicht hat.

Unser Eventkonzept beschränkt sich aber nicht nur auf das Mega und unsere Side-Events (GC6MEAT, was für ein passender GC-Code! und GC6MEHR). Dank Christi Himmelfahrt am Donnerstag zuvor und der sich dadurch mit einem Brückentag bietenden Möglichkeit eines langen Wochenendes, bieten wir den Cachern alles für eine Geocaching-Abenteuer-Woche in der Region. Bereits ab Mittwochabend starten wir mit den Führungen in Bergwerken, Schleifereien, Industrieanlagen, Museen und anderen Highlights der Region, wie z.B. der Felsenkirche oder dem Schloss Oberstein. Neben den Side-Events am Freitagabend und Sonntagmorgen organisieren bereits am Mittwochabend und am Donnerstag den ganzen Tag einheimische Geocacher weitere Events, die in der Region bereits Kultcharakter haben. Und die Cachemöglichkeiten sind für fünf Tage ebenfalls mehr als ausreichend :-).

Einen absoluten Höhepunkt gibt es dann noch für die hartgesottenen T5-Freaks am Samstag. Mitten im Stadtzentrum von Idar können sie sich unter fachkundiger Betreuung von dem 75 m hohen, 21-stöckigen Hochhaus der Deutschen Diamant- und Edelsteinbörse abseilen. Ganz legal.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher gerade nach Idar-Oberstein kommen?

Neben dem abwechslungsreichen, oben im Detail erläuterten Programm und dem einmaligen Edelstein-Thema bietet die Region mit ihrer wunderschönen Natur und ihrer ausgezeichneten, häufig auch bedosten Traumschleifen und Wanderwegen am Rande des Nationalparks alles, um fünf erlebnisreiche Tage – ob selbstorganisiert oder das Event-Programm nutzend – in unserer Heimat zu verbringen.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

9 Euro im Vorverkauf sind zur Deckung der Kosten erforderlich. Allerdings haben Kinder bis 14 Jahre freien Eintritt, was Familien ein wenig entlasten dürfte.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Ja. Sollte die Zahl der Teilnehmer aber unsere Erwartungen übertreffen, fungiert die Eventbuslinie den ganzen Tag als für Teilnehmer mit Ticket kostenloser Shuttle zwischen weiteren externen Parkplätzen und dem Eventgelände. Wichtig ist auch, dass alle Parkplätze an der Messe und die von der Buslinie bedienten Parkplätze kostenfrei sind. Hier entstehen keine verdeckten Zusatzkosten.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Wir sind zehn Personen.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Nein. Wir haben zu Beginn Aufgabenbereiche und -pakete definiert, und diesen nach Vorlieben der Orgamitglieder eine feste Zuständigkeit und auch Verantwortlichkeit zugewiesen. In unseren regelmäßigen Orgatreffen berichten dann alle über den Fortschritt und es werden gemeinsam demokratische Entscheidungen getroffen. Das funkioniert echt prima. Dazu gibt es regelmäßig Treffen mit der Messe Idar-Oberstein, die auch vom HQ in Seattle als offizieller Mitorganisator genehmigt wurde.

Reicht das aus, um das Mega zu abzudecken?

Ja, völlig. Zumindest für die Planung und Organisation. Damit wären wir bei deiner nächsten Frage…

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Aber ja. Sehr, sehr gerne! Ohne freiwilliger Helfer sind die allermeisten Megas und Gigas sicher nicht durchführbar oder die Eintrittspreise wären deutlich teurer. Wir danken schon jetzt den zahlreichen Helfern, die sich bereits angeboten haben. Dennoch freuen wir uns über weitere Anmeldungen. Hier könnt ihr online euer Interesse bekunden: http://stashesnstones.de/kontakt/helfer-werden/

Wir melden uns dann Anfang 2018 bei euch für die genauere Abfrage von Wünschen und die Einteilung. Alle Helfer bekommen von uns ein Helfer-T-Shirt und eine exklusive Helfercoin, die es nicht zu kaufen gibt.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Ja. Da aber die Storys aller zehn Cacher das Interview sprengen würden, verweise ich einfach auf die Orgavorstellung auf unserer Webseite: http://stashesnstones.de/kontakt/orga-team/

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir besuchten zahlreiche kleinere und größere Events im In- und Ausland, teilweise mit einem eigenen Stand, sind in den sozialen Medien sehr aktiv, binden die lokale Presse ein und haben mit dem Geocaching Magazin einen Medienpartner gewonnen, der uns dank der großen Reichweite seiner Printausgabe und der vielgeliketen Facebook-Präsenz eine zusätzliche, große Aufmerksamkeit verschafft. Wir freuen uns natürlich besonders über den zehnseitigen Artikel über die Region und unser Event in Heft 1/2018. Christian Gallus, der Inhaber des Magazins, hat dazu zweimal gemeinsam mit uns Idar-Oberstein und die Region bereist.

Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Wir geben gerne Visitenkarten aus, die wir auch in größeren Mengen interessierten Cachern zur Weiterverteilung zur Verfügung stellen. Außerdem findet ihr im Listing von GC6MEGA einen Banner für euer Geocaching.com-Profil oder zum Verbreiten über die sozialen Netzwerke.

Torsten, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns im Mai in Idar-Oberstein!

Eintrittspreise bei Megaevents

Nachdem der Eintrittspreis des Let’s Zeppelin-Megas in Friedrichshafen in den letzten Tagen einiges an Wellen geschlagen hat, vergleiche ich hier mal die Eintrittspreise der von mir besuchten Mega- und Gigaevents.

Sind 14 Euro tatsächlich (zu) teuer für ein Event dieser Größe? Klar, der geneigte Cacher wohnt im Normalfall nicht in der Nähe des Eventgeländes, sondern hat Kosten für Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung. Das Killerargument ist dann immer “dann kommts auf X Euro auch nicht mehr an”. Für mich und viele andere mag das stimmen. Ich habe aber auch schon Cacher gesehen, die nach Xanten gefahren sind, um ein Gigaevent loggen zu können, den Eintrittspreis aber sparen wollten und nur 2 Minuten zum loggen vor Ort waren. Kann man machen.

Die folgende Auflistung ist natürlich nicht vollständig und berücksichtigt nur Events, die ich besucht habe. Wer hier ganz genaue Zahlen will, soll sich die Arbeit machen, ich wollte nur mal grob wissen, wie die Eintrittspreise in den letzten Jahren aussahen und ob sich da ein Trend zu “immer teurer” abzeichnet.

Jahr Giga/Mega Name Preis (Euro)
2017 Mega Project Let’s Zeppelin 2017 14,00
2017 Mega Maije im Saarland 9,00
2016 Mega 4ème Event Forteresse 0,00
2016 Mega GeoJaanipäev Estonia 2016 10,00
2016 Mega Cachen im grünen Herzen 2016 12,00
2015 Mega Event am See 2015 / Event at the Lake 2015 0,00
2015 Mega Red Lion meets Signal 6,00
2015 Mega Event im Schnee / Event in the Snow 0,00
2014 Mega Geocoinfest Europe 2014 Ulm 6,00
2014 Mega Event am See / Event at the Lake 0,00
2014 Mega Big Äppel 7,50
2013 Mega GEOCOINFEST EUROPE 2013 – Prague 6,00
2013 Mega PRORA 2013 10,00
2012 Mega PROJECT: GeoGames 10,00
2011 Mega Lost in MV 15,00
2011 Mega FORTsetzung: – Die DOSENFISCHER 10,00
2016 Giga Project Glück Auf 2016 11,90
2015 Giga Project GeoXantike 10,00
2015 Giga Mainz Gutenberg 2015 12,00
2014 Giga Project MUNICH2014 – Mia san Giga! 8,00

Ein Megaevent kostet demnach durchschnittlich 7,21 Euro Eintritt für einen Erwachsenen, wobei es immer noch Megas gibt, die keinen Eintritt verlagen. Rechnet man die nicht mit ein, kommt man auf 9,62 Euro, was in etwa dem entspricht, was ich erwartet hatte. Um die 10 Euro hat sich der Preis eingependelt, mit einigen wenigen Ausreißern nach oben und auch nach unten.

Bei Gigaevents sieht das Ganze etwas anders aus. Hier kostet das Ticket durchschnittlich 10,47 Euro und ist damit etwas teurer als bei einem Megaevent. Allerdings hatten 3 der bisherigen 4 Gigas auch den Project-Status. Keine Ahnung, ob der Auswirkungen auf irgendetwas hat, das von Anfang an finanziell berücksichtigt werden muss.

Fazit: 14 Euro Eintritt für ein Megaevent sind klar am oberen Limit, das ich persönlich mit 15 Euro ansetzen würde. Das deckt sich auch mit dem, was bei einer Umfrage von JR im Juni 2010 – also vor allen oben erwähnten Events – rauskam. Ob diese 14 Euro zu teuer für das Gebotene sind, wird man aber erst nach dem Event wissen.

 

Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 4

ÜbersichtEnde Juni/Anfang Juli 2016 war ich in Lettland, Litauen, Estland, Finnland und Åland. Auslöser war das erste Megaevent in Estland, GeoJaanipäev Estonia 2016, in der Nähe von Tallinn.

Ich habe den Bericht in 4 Teile aufgeteilt:
Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 1 – Riga, Litauen, Tallinn
Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 2 – Megaevent, Helsinki
Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 3 – GC72, Turku, Åland
Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 4 – Rückfahrt nach Riga, Länderinformationen, Fazit

Im dritten Teil Teil ging es um den uralten Cache GC72, die Fahrt nach Turku und Åland.

Tag 10 – Fahrt von Tallinn nach Riga
Direkt beim wachwerden haben wir den Blick aufs Wasser. Ja, es ist immer noch da. Der Fernseher wie im Flugzeug zeigt unsere Position, die wir als Geocacher natürlich schon weit genauer auf dem Handy anschauen können 🙂 Nach dem sehr üppigen „Special Breakfast“ biegt die MS Romantika schon bald in den Hafen von Tallinn ein. Wir rollen von Bord und haben wieder festen, estnischen Boden unter uns. Wir nehmen noch einen Cache am Hafen und einen am Flughafen mit, dann heißt das nächste Ziel Riga. Auf dem Weg noch einen Cache unter einer Brücke, einen an einer Brücke und schon sind wir wieder in Lettland.

Wir kommen zügig voran und halten irgendwann in der Nähe von Vitrupe an, um eine Weile an den Strand zu gehen. Es tut gut, nach der ganzen Fahrerei mal die Füße ins OstseestrandWasser zu stellen und etwas Pause zu machen. Wir folgen weiter der A1 bis Baltezers und biegen dann aber nicht nach Westen in Richtung Riga ab, sondern fahren weiter nach Süden. Das hat einen Grund: Wir wollen den einzigen Virtual Cache im Baltikum besuchen.

Auf dem Weg dorthin erleben wir dann auch etwas, das es auf der ganzen Reise nicht wirklich gab: Wir stehen im Stau. Der kostet uns zwar ordentlich Zeit, aber den Ort, an dem der Virtual gelistet ist, schauen wir uns trotzdem in Ruhe an. Es ist die Gedenkstätte des ehemaligen “Erweiterte Polizeigefängnis und Arbeitserziehungslager Salaspils” auch Lager Kurtenhof genannt. Was dort die Stimmung ziemlich bedrückend macht, beschreibe ich hier nicht, weil es die Lösung des Virtuals Lager Salaspilsist. Wer aber Riga besucht, sollte einen Abstecher nach Salaspils machen.

Nachdem wir im Hotel eingecheckt und uns frisch gemacht haben, fahren wir in die Innenstadt. Nachdem wir festgestellt haben, daß befreundete Cacher aus Frankfurt (*wink*) zur selben Zeit in Riga sind, haben wir beschlossen, zum Abschluß der Reise schön essen zu gehen. Ich kannte das Mittelalterestaurant in einem Gewölbekeller schon von unserem Besuch 2014 und habe mich schon eine Weile auf das Ambiente und natürlich das Essen gefreut. Auf jeden Fall ein gelungender Abschluß.

Tag 11 – Riga und Rückflug
Nach dem Frühstück am letzten Tag schauen wir uns die Jugendstilhäuser rund um die Elizabetes iela an. Den Multi habe ich schon 2014 gefunden, die Stages führen einen aber an allen wichtigen Häusern vorbei. Hier ist ganz schön was Schwarzhäupterhauslos, scheinbar muß es der Traum von Rentnern aus aller Welt sein, einmal Jugendstilhäuser in Riga anzuschauen 🙂

Danach sammeln wir noch ein paar Mysterys ein, die teilweise schon seit über 2 Jahren in meiner GSAK-Datenbank liegen und beim letzten Mal nicht gesucht oder gefunden werden konnten. Durch die Moskauer Vorstadt geht es für einem kurzen Abstecher zum Zentralmarkt, da wir uns noch ins Logbuch des Wherigo eintragen müssen.

Wir fahren zum Flughafen, der Mietwagen wird abgegeben, wir checken ein und heben ab. Am elften Tag geht unsere Reise zuende. Bis zum nächsten Mal im Baltikum!

Länderinformationen
Einreise:
Lettland, Litauen, Estland, Finnland (und damit auch Åland) gehören zur EU und nehmen am Schengener Abkommen teil. Sprich: Zwischen den einzelnen Ländern gibt es keine Grenzkontrollen und ein Personalausweis reicht zur Einreise aus.

Sprache:
In allen besuchten Ländern kommt man mit Englisch gut durch.
Im Baltikum verstehen zwar historisch bedingt viele Menschen Russisch, haben es aber verständlicherweise nicht so gerne, wenn sie direkt auf Russisch angesprochen werden. Russisch ist auch in keinem der Länder Amtssprache.

Währung:
In allen besuchten Ländern wird mit dem Euro bezahlt.

Autofahren:
Im kompletten Baltikum gilt innerorts 50 km/h und außerorts 90 km/h, selten 110 km/h, und es muß rund um die Uhr mit eingeschaltetem Licht gefahren werden. Die Straßenverhältnisse sind auf den Hauptstraßen gut, auf Nebenstraßen kann es schon mal sein, daß man ein paar Kilometer auf einer Schotterpiste fahren muß.

Es gibt Autobahnen, diese sind aber eher mit unseren Bundesstraßen vergleichbar und verfügen mit Glück über 2 Spuren in jede Richtung, meist gibt es jeweils nur eine. Wenn man sich online informiert, stößt man oft auf Schauermärchen wie “Besoffene Radfahrer auf der Autobahn”. Richtig ist, daß es direkt an der Autobahn Bushaltestellen gibt, Menschen auf dem Weg zu diesen schon mal die komplette Straße überqueren, es Zebrastreifen gibt oder gerne mal plötzlich ein Feldweg abgeht. Auch rechts ran fahrten und halten ist selten ein Problem. Auffällig ist, daß, vor allem bei Straßen mit nur einer Richtungsfahrbahn, gerne mal eine dritte Spur in der Mitte aufgemacht wird. Sprich: Es wird nicht nur ein Auto überholt, sondern eine ganze Weile in der Mitte gefahren. Daran gewöhnt man sich aber schnell und fährt etwas weiter rechts. Alles in allem ist Autofahren im Baltikum aber entspannt, solange man sich den anderen Fahrern etwas anpasst.

In Finnland sind die Straßen gut ausgebaut und unterscheiden sich wenig von den aus Deutschland gewohnten. Innerorts gelten 50 km/h und außerorts maximal 90 km/h bzw. 120 km/h auf Autobahnen. In Åland fährt es sich sehr entspannt, der wenige Verkehr scheint sich gut zu verteilen.

Weitere aktuelle Informationen beim Auswärtigen Amt: Estland, Lettland, Litauen, Finnland.

Cachen:
Geocaching ist international und zumindest in den Touristenregionen sind die meisten Caches mehrsprachig. Wie überall auf der Welt hat jede Stadt oder Region gewisse Eigenheiten, die man aber nach einigen Funden kennt und anwenden kann. Ach ja: Wer bisher dachte, es ginge nicht mehr  kürzer als “TFTC”, der wird in Finnland eines Besseren belehrt. Dort bestehen manche Logs nur aus zwei Buchstaben: KK. Das ist die Abkürzung für “Kiitos kätköstä” und bedeutet, richtig, “Danke für den Cache”.

Unterkünfte:
Die Hotels und Unterkünfte will ich bewußt ansprechen. Sie sind alle empfehlenswert, wenn man keinen 5-Sterne-Luxus braucht.

Riga: Ibis Styles Riga. Ich bin ein Fan der Hotels des Accor-Konzerns. Normalerweise reicht mir ein Ibis Budget, das Ibis Styles ist etwas besser. Für Reisende, die nicht mobil sind, ist das Hotel etwas ungeschickt gelegen, weil die nächste ÖPNV-Haltestelle grob 800 Meter weit weg ist.

Tallinn: Nettes Apartment nahe an der Altstadt von Tallinn. Wir sind zwar nur zum schlafen hier, aber es ist alles da, um auch mal etwas zu kochen. Die Vermieterin kümmert sich super um uns und spricht sehr gut Deutsch. Mit 20 Euro Rabatt bei Airbnb anmelden!

Helsinki: Kleine Wohnung mit einem wunderbaren Blick aufs Meer. Sehr gut ausgestattet, es gibt sogar eine Sauna. Die Endhaltestelle der Straßenbahn ist 5 Minuten weg. Mit 20 Euro Rabatt bei Airbnb anmelden!

Turku: MS Borea. Dieses Schiff liegt (natürlich) direkt am Hafen. Man sollte keinen riesigen Komfort erwarten, aber für eine Nacht sind die Kabinen echt okay und das Frühstück auch.

Mariehamn: Strandnäs Hotel. Liegt etwas außerhalb, ca. 3 Kilometer von der Innenstadt weg. Ruhiges Hotel, reichhaltiges Frühstück.

Fazit
Die 11 Tage haben viel Spaß gemacht, auch, wenn dieser Urlaub für manche sicher fast schon Streß ist. Wir haben, auch dank Geocaching, viel gesehen. Ins Baltikum würde ich aus verschiedenen Gründen (u.a. Kurische Nehrung, Bunker der Molotow-Linie, baden) auf jeden Fall noch einmal wollen. Auch Finnland würde ich nochmals besuchen, mit Ausnahme von Suomenlinna würde ich Helsinki aber auslassen, weil wir die Innenstadt ja schon ausgiebig besucht haben. Åland ist superschön, aber doch sehr überschaubar. Ich denke, maximal 2 Tage reichen da aus, aber man könnte noch etwas Badeurlaub dranhängen.

Impressionen Tag 10 und 11

 

Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 3

ÜbersichtEnde Juni/Anfang Juli 2016 war ich in Lettland, Litauen, Estland, Finnland und Åland. Auslöser war das erste Megaevent in Estland, GeoJaanipäev Estonia 2016, in der Nähe von Tallinn.

Ich habe den Bericht in 4 Teile aufgeteilt:
Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 1 – Riga, Litauen, Tallinn
Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 2 – Megaevent, Helsinki
Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 3 – GC72, Turku, Åland
Ein Mega, fünf Länder, elf Tage – Teil 4 – Rückfahrt nach Riga, Länderinformationen, Fazit

Im zweiten Teil Teil ging es um das Megevent, das Drumherum und Helsinki.

Tag 7 – GC72 und Fahrt nach Turku
Als ich mich an die Planungen zu dieser Reise gemacht habe, habe ich natürlich mehre Optionen durchgespielt. Unter anderem stellte sich die Frage, wie wir von Helsinki nach Mariehamn auf Åland kommen würden. Natürlich kann man eine direkte Fähre nehmen, allerdings will man natürlich nicht den ganzen Tag auf dem Schiff verplempern (auch wenn das viele sicher gerne machen), sondern von A nach B Da ist GC72kommen. Eine Möglichkeit war, mit dem Auto nach Turku an der Westküste Finnlands zu fahren, dort zu übernachten und am nächsten Morgen die Fähre nach Åland zu nehmen.

Bevor wir uns auf den Weg nach Turku machen, haben wir allerdings noch einen Ausflug in nördlicher Richtung auf dem Plan: Der älteste Cache Finnlands, GC72 “Sun Gear”, liegt seit September 2000 in einem an einer schönen Stelle mitten Wald grob 30 Kilometer außerhalb von Helsinki. Da ich den jeweils ersten Cache in Deutschland, Kontinentaleuropa und Europa gefunden habe, kann ich diesen unmöglich ungefunden lassen und so landet er natürlich auf der Liste.

Vorher besuchen wir noch einen Virtual und zwei Tradis, bevor wir zu den von mir als passend befundenen Parkkoordinaten fahren. Was danach kommt ist nicht immer ganz einfach, weil es zwar bis direkt zum Cache mehrere Trampelpfade gibt, diese aber nicht immer klar zu erkennen sind. Und so laufen wir halt ein paar Hundert Meter durch einen Wald, wie man ihn sich in Finnland vorstellt, mit Moos, sumpfigen Stellen, Tümpeln, Felsen, umgestürzten Bäumen und Resten von Waldarbeiten.

Der Abstand zu den Koordinaten wird konstant weniger und irgendwann klettern wir auf einen Felsen. HMS Boreaa, ich hab die Dose! Genau DA muß sie liegen. Genau DA lag sie nicht. Aber von DA konnte ich sie dann wirklich sehen 🙂 Das ist wirklich Oldschool-Geocaching, der Cache zeigt eine sehr schöne Stelle mitten im Wald und auch das Blättern im Original-Logbuch macht Spaß. Scheinbar ließ der FTF damals tatsächlich mehrere Monate (!) auf sich warten. Wir loggen, machen ein paar Fotos und laufen zurück zum Auto. Und wie das so ist: Zurück gehts dann wesentlich schneller, auch, wenn wir einfach dem Weg folgen 🙂

Der Weg nach Turku wird von ein paar Caches unterbrochen, ist aber sonst nichts Besonderes. Nachdem wir in unserem schwimmenden Hotel eingecheckt haben, gehen wir rund um den Hafen cachen und danach typisch finnisch essen. Na gut, fast, aber der Vietnamese ist bezahlbar und gut.

Tag 8 – Fähre nach Mariehamn und Åland inklusive Event
Am nächsten Morgen sitzen wir schon sehr früh (immerhin sind wir ja im Urlaub!) am Frühstückstisch, bevor wir zur Fähre fahren, die um 8:15 Uhr Richtung Mariehamn ausläuft.  Da der Checkin einige Zeit in Anspruch nimmt, sollte man bereits eine Stunde vorher da sein um dann 45 Minuten dumm rumzustehen^^ Die Überfahrt ist wesentlich Aland auf Alandbequemer als nach Helsinki, es gibt gratis WLAN an Bord und das Wetter ist super. Zeit also, auf Deck einfach mal einzupennen und mit einem Sonnenbrand im Gesicht aufzuwachen…

Gegen 13:30 legt die MS Galaxy im Hafen von Mariehamn an. Wir betreten die Åland-Inseln. Wenig später finden wir den ersten Cache und färben ein weiteres, wenn auch sehr kleines, Land auf der Karte ein. Wir cachen uns in aller Ruhe zum Hotel und bekommen so schon einige Eindrücke der Stadt mit. Nach dem Checkin begeben wir uns zum Rökeri Kiosken, wo wir ein Event veranstalten. Wie schon in Island ist auch diesmal ein Hotdog Stand die perfekte Location. Es kommen erstaunlich viele Cacher zusammen, alles in allem zwischen 15 und 20 und aus Åland, Finnland, Schweden und Deutschland. Zwischendurch lernen alle das urdeutsche Wort “Rudelcachen” und was es bedeutet 🙂

Nach dem Event schauen wir uns noch die Gegend etwas an und finden neben einer netten Bastelei und einem Oldie auch eine Letterbox und einen sehr passend versteckten Cache am Flughafen.

Tag 9 – Åland, EM-Aus und Fähre nach Tallinn
Am nächsten Tag haben wir viel Zeit, um Åland weiter zu erkunden, denn unsere Fähre nach Tallinn fährt erst um 1 Uhr in der Nacht ab. Wir folgen der historischen Postroute, die uns Stück für Stück näher an Eckerö bringt. Ålands Bauern waren zur Beförderung der Post verpflichtet. Heute sieht man davon nur noch einen Pfosten mit Zahlen jedeKäringsundn Kilometer. Netterweise findet man so im Abstand von einem Kilometer eine Dose einmal quer über das Land. Zwischendurch halten wir für einen kleinen Snack an einer Bäckerei. Quasi åländische süße Stückle. Nicht ganz preiswert aber wahnsinnig lecker. Irgendwann kommen wir am westlichsten Ende Ålands und damit Finnlands an und finden das TB-Hotel sowie einen gut gemachten Cache am Land’s End. Schweden ist hier nur grob 30 Kilometer entfernt.

Wir fahren weiter nach Norden an den Käringsund. Hier gibt es einen Earthcache und vor allem einen Tradi, den wir quasi nur suchen, weil uns der Earthcache in die Ecke schickt. Der Cache ist nicht mal versteckt und auch komplett nebensächlich. Die Stelle ist der Hammer. Hier kann man sicher Stunden sitzen, aufs Meer schauen, die Sonne genießen und einfach abschalten. Aber irgendwann müssen wir dann doch weiter. Südlich von Mariehamn, auf der Insel Nåtö, gibt es noch einen weiteren Earthcache.

Es wird langsam spät und um 22 Uhr spielt Deutschland gegen Frankreich im Halbfinale der EM. Eine Sportsbar ist nach ein wenig Online-Recherche gefunden und zumindest auf dem Papier wird es ein nobler Abend: Wir essen dinieren im Hotel Adlon. Kein Aland - entmilitarisiert und autonomWitz! Dort gibt es nämlich eine Mischung aus Pizzeria und Sportsbar deren Domain pizza.ax man sich fast genauso gut merken kann wie die Telefonnummer 12345. Die Pizza ist gut, das Spiel leider weniger. Nachdem Pizza und Spiel gegessen sind, fahren wir einmal um den Block und warten auf die Fähre, die uns durch die Nacht nach Tallinn bringen soll. Die Reise ist sehr entspannt und die Stunden vergehen wie im Schlaf (höhö^^). Da wir zwingend eine Kabine buchen müssen und natürlich nicht unbedingt mit anderen Menschen zusammen wohnen wollen, landen wir in einer Deluxekabine, die natürlich auch nicht ganz billig ist. Dafür erwartet uns am nächsten Morgen der Blick direkt vom Bett aufs Wasser und ein “Special Breakfast”, das normalerweise €17,50 gekostet hätte. Da es auf Fähren immer übertrieben teuer ist, weiß ich nicht, was uns erwarten würde. Nur so viel: Es gab keinen Meerrettich für den Lachs. Da habe ich Kaviar genommen 🙂

Impressionen Tag 7 bis 8