Geocaching in 15 Ländern in 24 Stunden

Geocaching quer durch Europa. Durch 15 Länder. Und das Ganze in 24 Stunden. Oder: Hast du am Samstag schon was vor?

Ich bin eigentlich so gar kein Freund von diesen “in 24 Stunden”-Geschichten. Daher war mein erster Gedanke, als ich von dieser Tour hörte auch “So ein Quatsch, das kann man auch an einem Wochenende entspannt(er) machen”.

Trotzdem kam irgendwann eins zum anderen und ich schaute mir diverse Routen an, denn es gab schon einige “Vorgänger”. Die einen haben sich sogar sponsorn lassen, um durch “nur” 12 Länder zu kommen. Den “Weltrekord” hat sich 2011 ein Team aus den Niederlanden geholt. Zumindest beanspruchen sie diesen für sich.  2017 haben sie diesen dann an vier Cacher aus Finnland wieder verloren.

15 Länder?

Gestartet wird im Süden der Niederlande. Von dort geht es durch Belgien und Luxemburg nach Frankreich. Ein kurzer Schlenker über den Rhein nach Deutschland, weiter durch die Schweiz und Liechtenstein nach Österreich. Über den Brenner nach Italien, zurück nach Österreich, nach Slowenien, einen Kurzbesuch in Kroatien, durch Ungarn, die Slowakei und die Tschechische Republik nach Polen. Soweit waren sich quasi alle Teams einig.

Es gab auch eines, das die Tour in einem Jahr gleich zweimal absolviert hat. Einmal die 15 Länder auf einer ähnlichen Route wie wir. Und einmal von Kroatien statt durch Ungarn, die Slowakei und Tschechische Republik nach Polen über Bosnien-Herzegowina, Serbien und erst dann durch Ungarn und die Slowakei. Deren Endstation war dann die Tschechische Republik als Land Nummer 16. Das erschien uns dann doch etwas zu viel, mal davon abgesehen, daß Serbien und Bosnien-Herzegowina nicht zu EU und/oder Schengen gehören und man dort schon mal eine Weile an der Grenze warten muß.

Die Planung

Die richtige Route herauszubekommen, war gar nicht so einfach. Zuerst wollte ich einfach die Planung der Finnen übernehmen und ggf. etwas optmieren. Dann wurde etwas mehr optimiert, gedreht, umgeplant, verworfen und am Ende dank passenderem Hotel teilweise komplett anders geplant. Ja, letztendlich hieß unser Endziel in Polen dann Cieszyn und nicht Chałupki wie bei den anderen Gruppen. Das lag wie gesagt daran, daß es dort ein bezahlbares Hotel gibt und die Routen sich zeitmäßig relativ wenig schenken.

Nachdem das mit dem Hotel klar war, habe ich einige Stunden vor Google Maps und Tomtom Mydrive verbracht, Zeiten verglichen, gerechnet und ausprobiert. Letztendlich ging unsere Route statt über Brünn nach Chałupki eben länger durch die Slowakei nach Cieszyn. Ansonsten war sie den anderen relativ ähnlich.

Ich habe die Route einmal auf einer Google Karte dargestellt.

15 Länder in 24 Stunden - Die Route

Nachdem die Route klar war, ging es an die genauere Planung der Caches. Natürlich kann man da – leider – nicht danach schauen, die tollsten Caches auf die Liste zu schreiben. Optimal auf der Route müssen sie liegen. Noch dazu sollten es natürlich einfache Dosen sein. Sicher, das Ganze mit T5ern zu machen hätte für manchen Cacher sicher seinen Reiz, aber ob das zeitlich hinhaut?

Ich habe eine Exceltabelle erstellt, in die ich die vom Routenplaner ausgegebene Ankunftszeit jeder Station (Cache/Tankstop) eingetragen habe, dazu die Ankuftszeit inklusive der Suchzeiten. An jeder Station habe ich eingetragen, wann wir geloggt haben und so automatisch anzeigen lassen, wieviel Plus oder Minus wir aktuell haben. Das ließ uns doch die Sache entspannt angehen, weil ich scheinbar sehr pessimistisch geplant hatte. Für Tankstops 10 Minuten (ohne Cache) bzw. 15 Minuten, wenn an dem Rastplatz gleichzeitig noch ein Cache lag. Dazu 5 Minuten reine Suchzeit pro Cache. Aber man weiß ja nie, wie lange man letztendlich wirklich sucht.

Tipps für die Planung

  • Plane in jedem Land mindestens zwei Caches ein. Mindestens. Wenn eine Dose weg ist, kannst du zur nächsten fahren und verlierst keine Zeit bei der Suche nach einem geeigneten Cache. Optimalerweise checkt der Beifahrer unterwegs den Stand der Dinge (DNF Logs etc.).
  • Plane rechtzeitig und plane permanent, immer wieder. Nichts ist so unbeständig wie Geocaches. Vielleicht wird statt dem T3, bei dem du dir nicht sicher bist, ob du ihn schaffst, ein einfacher 1/1er direkt auf dem Weg veröffentlicht. Sobald die Route steht, mußt du sie regelmäßig auf Veränderungen prüfen.
  • Behalte die Caches im Blick. Jeder weiß, wie schnell eine Dose gemuggelt oder archiviert ist.
  • Oder um die letzten drei Punkte zu verkürzen: Du mußt neben einem Plan A und B auch noch einen Plan C und D haben.
  • Eigentlich sollte das klar sein: Binde mehr als einen oder zwei Fahrer ein. Jeder muß mal schlafen. Wir waren vier Fahrer, das klappte gut.
  • Plane genügend Tankstops ein, mit ausreichender aber nicht übertrieben langer Strecke dazwischen. Nichts kostet mehr Zeit, als mit fast leerem Tank krampfhaft nach einer Tankstelle zu suchen. Wir hatten einen Tankstop im Süden von Luxemburg, einen in Österreich und einen in Slowenien eingeplant. Der Stop in Luxemburg muß rein von der Reichweite eigentlich noch nicht sein. Aber dadurch kann man Länder mit teurem Benzin (Deutschland, Schweiz, Liechtenstein) umgehen und muß auch nicht bis zum letzten Tropfen Benzin fahren. Optimalerweise tankt man dann an einer Stelle, an der es auch gleich einen Cache gibt. Zwischen den Tankstops hatten wir jeweils grob 600 Kilometer Strecke.

Ausrüstung

Ein Auto ist natürlich ein Muß. Klar, man kann das vielleicht auch mit einem Motorrad fahren, aber ob das allein so viel Spaß macht und überhaupt machbar ist? Ich würde das bezweifeln. Je nach Anzahl der Mitcacher macht es Sinn, ein Fahrzeug zu mieten.

Wir waren zu siebt, hatten erst einen Sharan im Auge, haben aber zum Glück noch umdisponiert. Letztendlich wurde es ein quasi neuer Citroën Jumpy der dritten Generation mit 9 Sitzplätzen. Avis scheint die einzige “große” Autovermietung zu sein, die Fahrten in jedes EU-Ausland (plus Schweiz und Liechtenstein) problemlos duldet und gleichzeitig keine Kilometer begrenzt.

Ohne ein Navigationsgerät gehts auch nicht, obwohl ich die Tour am Schluß der Planung wahrscheinlich auch ohne hätte fahren können. Mein Tomtom Go 5000 hat uns sehr gut geleitet, die wenigen Staus oder Verkehrsprobleme, die wir hatten, wurden rechtzeitig angezeigt. Zur Sicherheit hatten wir noch ein Navi von Garmin dabei, wenn alle Stricke gerissen wären, wäre auf jedem Handy Google Maps verfügbar gewesen.

Die Tour

Am Karfreitag treffen wir uns um 12 Uhr am Flughafen Stuttgart, um unseren Mietwagen entgegenzunehmen. Wir machen uns auf den Weg nach Eijsden in Holland, wo wir um Mitternacht starten wollen. Ein paar Dosen noch auf dem Weg und gegen 21:40 treffen wir in der Brasserie La Meuse ein, um noch einmal etwas Warmes zu essen. Danach gehts zum ersten Cache, den wir Punkt 0 Uhr loggen.

00:00 Uhr – Land 1 – Niederlande – GC4Y2FE bluspunt
Der Cache am Krematorium wird problemlos gefunden, allerdings nehmen wir zuerst die falsche Einfahrt. Gut, daß wir genug Zeit eingeplant haben.

01:35 Uhr – Land 2 – Belgien – GC1K0XM Pitstop “Hondelange 1”
Die Fahrt durch Belgien wird tatsächlich von einer roten Ampel in Lüttich unterbrochen… Das Navi zeigt dann schonmal ganze 3 Minuten mehr an, als geplant war. Das geht ja gut los. Wo der Cache sein muß, ist mit einem kurzen Blick auf Streetview sofort klar. Genau da war er auch. Nur dauerte es, bis wir ihn endlich befreien konnten.

01:44 Uhr – Land 3 – Luxemburg – GC1E268 Have a break – A6 exit Steinfort
In Luxemburg müssen wir kurz von der Autobahn runter, weil es keinen Cache gibt, der geschickt auf einem Rastplatz liegt. Der Umweg ist nur kurz und nach wenigen Minuten sind wir wieder auf der Autobahn, nur um kurz danach unseren ersten Tankstop einzulegen.

03:14 Uhr – Land 4 – Frankreich – GC7G2WC Le grand Far
Der ursprünglich geplante Cache zeigte sich nach einigen Minuten Suche nicht, also mußte Plan B her. Auch hier ging die Fahrt kurz von der Autobahn runter.

04:30 Uhr – Land 5 – Deutschland – GC6NDYG Haus am See
Zwischen Straßburg und Offenburg fahren wir Bundesstraße. Etwas abseits haben wir einen schönen Cache gefunden.

05:43 Uhr – Land 6 – Schweiz – GC76RFM Welcome to Switzerland
Autobahn, Rastplatz und tolle Dose, das hat hier funktioniert. Inzwischen haben wir 20 Minuten gegenüber der Planung gut gemacht.

07:34 Uhr – Land 7 – Liechtenstein – GC5K3XE … Schaantastische Radrunde # 1
Der Cache liegt mitten im Land und mitten im Ort. Wir finden ihn schnell. Und hell ist es inzwischen auch.

08:25 Uhr – Land 8 – Österreich – GC1YRRH S16 – Kilometer 44.5 Süd, Klösterle
Der nächste Tankstop mit Pinkelpause und Dosensuche. Ich habe hier 15 Minuten eingeplant, letztendlich haben wir aber bisher soviel Plus, daß wir uns Zeit lassen können.

10:34 Uhr – Land 9 – Italien – GC6E460 [A22] Bressanone – Val Pusteria
Kurz vor dieser Dose merkt einer der Mitfahrer, daß er sie schon gefunden hat… Wir suchen sie trotzdem und fahren danach eben zu einer zweiten in Italien.

10:48 Uhr – Land 9 – Italien – GC1N1WA loden
Der zweite Cache in Italien. Jetzt sind wieder alle Reisenden auf dem selben Stand. Anschließend zieht es sich ordentlich durch Italien und Österreich.

15:58 Uhr – Land 10 – Slowenien – GC7FR7B Dobrenje A01 car trail
Das längste Stück der Fahrt ohne Cache liegt hinter uns. Wir tanken noch einmal und machen eine Pause.

16:09 Uhr – Land 10 – Slowenien – GC7FR93 Dobrenje A22 car trail
Netterweise hat der Owner des letzten Caches auf den selben Rastplatz noch einen zweiten gelegt. So haben wir alle etwas Bewegung und ein Ziel 🙂

17:03 Uhr – Land 11 – Kroatien – GC6GAG3 Crkva Marije Kraljice i Svetog Ladislava
Ich dachte eigentlich, daß ich mich in Sachen EU und Grenzen auskennen würde. Woran ich nicht gedacht habe: Kroatien ist noch nicht dem Schengener Abkommen beigetreten. So steht vor diesem Cache erstmal eine Grenzkontrolle an. Den Cache finden wir in strömendem Regen, bevor es wieder zurück nach Slowenien geht.

17:47 Uhr – Land 12 – Ungarn – GC8645 Millfarm
Ein Virtual von 2002, der fast auf der Strecke liegt. Bei der Planung beschließe ich, daß wir diesen Umweg nehmen können, wenn es die Zeit zuläßt. Da wir trotz Grenzkontrolle immer noch fast 20 Minuten gutgemacht haben, schauen wir uns das Gebäude und die kuriosen Statuen an.

19:24 Uhr – Land 12 – Ungarn – GC6KGJ7 Take me to curch
Der erste “richtige” Cache in Ungarn, da der Virtual nicht zählt. Entgegen der Vermutung was Titel und Rechtschreibung angeht, ist der Cache einfach versteckt und findbar.

20:36 Uhr – Land 13 – Slowakei – GC2J176 D1.1 Cervenik 68,5 km BA-ZA
Die ganze Fahrt durch Ungarn regnet es ununterbrochen. Um Bratislava rum bessert sich das Wetter und es wird zumindest trockener. Diese Dose müssen wir etwas suchen, finden sie aber schlußendlich doch und müssen keinen Ersatzcache anfahren.

22:51 Uhr – Land 14 – Tschechische Republik – GC49H4M 1.Kostel Slezske cirkve evangelicke
Bei Žilina endet die slowakische Autobahn und wir fahren fast 60 Kilometer Bundesstraße, bevor die tschechische Autobahn startet. Das zieht sich, aber wir sind noch vor 23 Uhr am Cache, den wir sofort finden.

23:00 Uhr – Land 15 – Polen – GC74PWV Harcerski Kesz (1) Dom Harcerza w Cieszynie
Da die Stadt zweigeteilt ist, fahren wir von Český Těšín in Tschechien nach Cieszyn in Polen und brauchen dafür nur wenige Minuten. Wir halten am letzten Cache. Eilig haben wir es schon lange nicht mehr, wir haben noch über eine Stunde Zeit bis die 24 Stunden rum sind. Der letzte Cache ist gefunden, geloggt und wieder versteckt. Wir fahren ins Hotel.

Schwanzvergleiche und Rekorde

Interessieren uns nicht. Andere scheinbar schon. Wenn jemand die Tour in 22 Stunden schafft oder 16 Länder, Respekt. Wie üblich beim Geocaching macht ihn das aber weder besser noch irgendjemand, der länger braucht, schlechter. Aber eigentlich sollte das klar sein.

Mußte das sein?

Ja.

Und die Umwelt?

Ach ja: Wenns rein um den ökologischen Aspekt geht, dann kann man sich über eine solche Tour natürlich trefflich streiten. Man kann es schönrechnen – in beide Richtungen. Keiner von uns würde das Wochenende über daheim bleiben, ob jetzt sieben Autos je X Kilometer fahren oder ein Auto x*7 dürfte eigentlich keinen Unterschied machen. Letztendlich kommt auch einiges zusammen, wenn man immer mal wieder wegen einer Dose irgendwo hinfährt. Das ist ja das Schöne am Geocaching, jeder kann es machen, wie er es will. Solche Touren muß auch niemand toll finden, aber man sollte respektieren, daß es Cacher gibt, die das tun. Genauso, wie es Menschen gibt, die stundenlang in der Gegend rum rennen, nur weil in Griechenland ein Bote das Selbe gemacht haben soll. Oder ihre Kinder im SUV in die Kita bringen. Oder stundenlang im Kreis fahren. Oder mal eben nach Malle fliegen. Und zu guter Letzt: Man macht das ja auch nicht jede Woche.

Zahlen

Ab Stuttgart 3528 km gesamt, davon grob 2000 für die 15 Länder. 410,97 Euro für den Mietwagen. Diesel für 372,94 Euro. 134,87 Euro für Maut/Vignetten. 125 Euro für 6 Hotelzimmer. Pro Person kamen bei uns sieben je 149,11 Euro raus, plus Verpflegung. Die Maut wäre mit einem kleineren Fahrzeug günstiger gewesen (nur falls das jemand nachfahren will).

Fazit

Die Planung war nicht ganz ohne, hat aber Spaß gemacht. Es war fast ein Ritual, jeden Morgen vor der Arbeit nachzuschauen, ob es auf der Route neue Caches gab oder ob welche archiviert wurden. Zur Fahrt ansich: Ich hatte mir die ganze Unternehmung viel hektischer vorgestellt. Letztendlich hat jeder mal geschlafen, wir haben uns gut mit dem fahren abgewechselt. Und wenn es nicht geklappt hätte: Scheiß drauf! Kein Cache ist es wert, im Halbschlaf zu fahren!

Und nochmal so eine Tour? Ich weiß es nicht. Einerseits war es nicht so hektisch wie befürchtet, andererseits ist es schon anstrengend. Es war aber eine Erfahrung wert.

Impressionen

Durch Tschechien und Polen – Giga, Virtuals und Geschichte – Teil 2

Im ersten Teil meines Berichtes geht es um die Geisterkirche, Pilsen, das Giga, Gleiwitz und Auschwitz I (Stammlager).

Tag 5: Oświęcim/Auschwitz – Wadowice – Krakau – Oświęcim

Am nächsten Morgen fahre ich direkt nach dem Frühstück ins Lager II nach Auschwitz-Birkenau. Im Gegensatz zum Stammlager gestern ist hier nichts los, auf dem Parkplatz stehen um diese Uhrzeit nur wenige Autos. Eine Eintrittskarte ist hier nicht nötig, man kann während der Öffnungszeiten ohne Kontrolle o.ä. auf das Gelände. Als ich das Lager gegen 8:20 Uhr durch das berüchtigte Tor betrete, bin ich nahezu allein auf dem – wie sich noch zeigen wird – riesigen Gelände.

Das Wetter ist diesig, bewölkt und passt irgendwie zur Stimmung. Ich laufe ohne wirkliches Ziel und Plan los. Zuerst auf die linke Seite der Gleise, in den Bauabschnitt I des Lagers. Hier sind die Baracken noch aus Ziegeln gemauerte “richtige” Häuser.

Wieder zurück an den Gleisen, die ab 1944 direkt bis ins Lager gelegt wurden, folge ich diesen bis zu ihrem Ende. Hielten die Züge bis dahin außerhalb des Lagers, so fuhren sie nun bis an die berüchtigte “Rampe”, an der die Selektionen stattfanden. Links und rechts daneben befinden sich die Reste der Gaskammern/Krematorien 2 und 3. Ich bin immer noch allein und das ist gut so. Es hat in den letzten Tagen viel geregnet, so daß die Wege matschig und von Pfützen übersät sind. Zwischen den gesprengten Ruinen der Gaskammern befindet sich das Mahnmal für die hier ermordeten Menschen.

Vom Ende der Gleise laufe ich ein Stück zurück in Richtung des Eingangstores und biege dann in den Bauabschnitt II ab. Auch hier matschige, nasse Wege, Zäune und Stacheldraht. Und Kamine. Sie sind ein letztere Rest der Baracken, die hier aus Holz gebaut wurden. Der Weg zieht sich ziemlich und ich beschließe, langsam wieder zurück zum Auto zu gehen. Das Effektenlager “Kanada” wäre zwar interessant, mir aber heute einfach zu weit weg.

Ich laufe auf die ehemalige Lagerkomandatur zu und weiter parallel zur Straße, an der der äußere Zaun verläuft. Hier sind einige Holzbaracken (“Typ Pferdestall”) restauriert worden und können besichtigt werden. Man fängt unweigerlich an zu zählen, wenn man sich vor Augen hält, daß hier einmal 180 Menschen leben mußten. Meist waren es aber wesentlich mehr. Ursprünglich geplant waren die Baracken als Stall für 52 Pferde. Auch eine Latrinenbaracke kann man besichtigen.

Nach und nach bemerke ich, daß doch einige Menschen um mich herum sind. Da wird an vielen Stellen der Rasen gemäht, Büsche geschnitten oder Gebäude restauriert. Auch der Stacheldraht wird nachgezogen. Was im ersten Moment auf mich sehr unpassend wirkt, noch dazu, weil das eine Gruppe aus Deutschland erledigt, leuchtet aber ein. Natürlich ist hier alles permanent der Witterung ausgesetzt und kann nicht immer bewahrt werden.

Kurz vor dem Ende meines Besuches klart der Himmel auf und die Sonne kommt sogar heraus. “Passend” dazu kommen die ersten Busse mit Jugendlichen und Touristen an, die sich nicht immer dem Ort entsprechend verhalten. Ich bin zwar immer noch erschlagen von den Eindrücken, trotzdem aber sehr froh, daß ich so früh hier war und alles in Ruhe auf mich wirken lassen kann.

Im Osten von Oświęcim schaue ich mich noch nach Hinterlassenschaften von Auschwitz III (Monowitz) um. Dazu muß man sagen, daß das Lager Monowitz nach dem Krieg wieder in ein Dorf verändert wurde. Trotzdem sieht man noch kleinere Überbleibsel wie Einmannbunker, Unterstände und auch einen größeren Bunker. Gerade solche eher unbekannte Zeugen der Geschichte machen das Thema so spannend.

Tschechische FlaggeWadowice (deutsch im Mittelalter Frauenstadt, 1939−1945 Wadowitz) liegt in Polen zwischen Krakau und Bielsko zu Füßen der kleinen Beskiden, einer Gebirgskette des Karpatenvorlandes. Krakau (polnisch Kraków), die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen, liegt im Süden von Polen rund 350 km südwestlich von Warschau und ist mit rund 760.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes.

Aufgrund der Tatsache, daß ich einen Tag mehr zur Verfügung habe, habe ich die Tour noch etwas nach Osten ausgedehnt. Angelockt von einem der ersten neuen Virtuals fahre ich nach Wadowice. Man sagt ja immer “Ohne Geocaching hätte ich das nicht gewußt”, hier trifft das zu. Gut, die katholische Kirche ist jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsthema, aber dank des Virtuals weiß ich jetzt, daß Papst Johannes Paul II in Wadowice geboren und aufgewachsen ist. Das hat den Vorteil, daß es einen Platz gibt, an dem ein Tradi und eben dieser Virtual liegen. Und den Nachteil, daß der Ort randvoll mit Touristen ist. Ich bin jedenfalls nicht unglücklich darüber, daß ich beide schnell erledigt habe und mein Auto Richtung Krakau lenken kann.

Da Krakau erst kurzfristig auf meinen Reiseplan kam, habe ich mich entschieden, nur einige Caches im und um den Wawel zu suchen. Das ist mir nicht ganz Unrecht, da ich in Birkenau mehr als genug gelaufen bin. Aber den Burgberg will ich mir – schon wegen des Virtuals – anschauen. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und der Aufstieg lohnt sich. Natürlich sind hier einige Touristen, aber es verläuft sich ganz gut. Alles in Allem ist Krakau definitiv noch einen Besuch wert, schon alleine, um die Altstadt näher anzuschauen.

Nachdem der Virtual erledigt ist, will ich noch den Tradi suchen und stehe schnell vor verschlossenem Tor. Der Cache befindet sich natürlich außerhalb… Also laufe ich einmal um den Berg herum und werde mit einer großen Dose belohnt.

Abends nach dem wie erwartet wieder sehr guten Essen im Hotel schalte ich einmal den Fernseher an. Wie erwartet nur polnische Sender, aber mal durchzappen schadet ja nicht. Hier lerne ich eine Eigenart des polnischen Fernsehens kennen: Sendungen in gerade noch so hörbarem Originalton, der “übersynchronisiert” wird. Allerdings von einem einzigen Sprecher (für Männer, Frauen, Kinder…), der dermaßen monoton seinen Text runterbetet, daß wir in Deutschland über unsere Synchronisationen echt froh sein sollten. Zum Glück spielt Deutschland in Stuttgart gegen Norwegen. Das Spiel wird aber natürlich nicht übertragen und ich muß mit Polen gegen Kasachstan Vorlieb nehmen.

Tag 6: Oświęcim – Oppeln – Breslau – Görlitz

Tschechische FlaggeOpole, deutsch Oppeln, ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Opole. Die Stadt ist Zentrum eines Gebiets der deutschen Minderheit und die historische Hauptstadt Oberschlesiens. Breslau (polnisch Wrocław), im Südwesten von Polen gelegen, ist mit über 630.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes sowie Hauptstadt der Woiwodschaft Niederschlesien.

Langsam schließt sich der Kreis. Heute verlasse ich von Oświęcim und fahre auf der Autobahn 4 nach Westen. Mein erster Stop heißt St. Annaberg, wo ich neben dem Denkmal zur Erinnerung an die schlesischen Aufstände (mit Blick auf das Theater bzw. die Thingstätte) auch ein gepanzertes Fahrzeug nebst Petling besuche. Auch ein Teil deutscher Geschichte, der eher wenig bekannt ist.

Länger halte ich mich danach in Oppeln auf, dem Geburtsort des zweiten großen deutschen Fußballspielers mit polnischen Wurzeln: Miroslav Klose. Hier fallen mir zweisprachige Ortsnamen auf, was wohl bei deutschen Namen nur in der Region um Oppeln der Fall ist.

Eigentlich bin ich ja nur am Rand der Stadt unterwegs. Östlich von Oppeln gibt es nämlich einen Challenge-Trail, aktuell 22 Challenge-Caches, die sich nacheinander zum Großteil abfahren lassen. Zumindest einen Teil davon will ich angehen. Meine Planung war gut, denn wo die Straße am Anfang diese Bezeichnung verdient hat, werden gegen Ende die wassergefüllten Löcher im Feldweg immer größer.

Weiter geht es auf der Autobahn nach Breslau. Hier lasse ich mir eine ganze Weile Zeit, verfahre mich, suche Parkplätze und lande schlußendlich dort, wo ich hin wollte. Am Alten Rathaus nämlich. Dort liegen ein Virtual, ein Tradi und ein Earthcache quasi auf den selben Koordinaten und zeigen, daß der Große Ring einen Besuch wert ist. Während ich den Tradi suche, bemerke ich, daß sich eine komplette Touristengruppe nebst Reiseführerin unbeirrt neben mir das Rathaus erklären läßt… Also fotografiere ich seeeehr unauffällig die Abordnung der Breslauer Zwerge zu meinen Füßen.

Ohne große Zwischenstops fahre ich weiter nach Görlitz. Fast zumindest. Mein Hotel liegt im polnischen Teil Zgorzelec kurz vor der Grenze. Vor dem Abendessen ist hier noch etwas Geschichte angesagt. Ich besuche das, was vom Stalag VIII noch zu sehen oder besser zu erahnen ist.

Tag 7: Görlitz – Dresden – Stuttgart

Nach einem ordentlichen Frühstück lasse ich mein Fahrzeug für genau 100 Złoty tanken, dann ist mein letzter polnischer Geldschein weg und ich mache ich auf den Heimweg. Nun ja, nicht direkt heim, ein Event ganz in der Nähe wird mein Ziel und bildet zusammen mit einem Virtual einen wie ich finde passenden Abschluß. Vorher heißt mein erster “größerer” Stop aber Dresden. Ich cache mich in die Innenstadt. Hier suche ich einen Mystery, bevor ich die beiden nahegelegenen Virtuals an der Frauenkirche und auf der Brühlschen Terrasse löse.

Der Rückweg wird nur selten unterbrochen, denn so langsam will ich dann auch wieder heim. Zumindest fast. Pünktlich komme ich im Nachbarort zu einem Event an. Ein schöner, entspannter Schlußpunkt dieser interessanten aber doch anstrengenden Reise.

Sprache, Geld, Mobilität

Ich bin eigentlich überall mit Englisch, manchmal sogar mit Deutsch durchgekommen. Ansonsten muß man eben auch mal Hände und Füße verwenden.

In der Tschechischen Republik hatte ich an Bargeld ganze 100 Kronen (~4 Euro) zur Verfügung, die für ein kleines Bier und zwei mal Parkgebühren draufgingen. Kreditkartenzahlung wird quasi überall angeboten. Die Vignette für die Maut in Tschechien habe ich vorab beim ADAC geholt, sie ist aber an jeder tschechischen Tankstelle erhältlich.

In Polen habe ich für ungefähr 60 Euro am Automaten Złoty gezogen. Das war gut, weil ich bspw. auf dem Parkplatz am Stammlager Auschwitz scheinbar nur bar zahlen konnte, genauso verhielt es sich beim Parken in Wadowice. Für die Autobahnmaut war Bargeld sicher keine Nachteil, auch wenn man wohl auch hätte in Euro oder Dollar zahlen können, wohl aber nicht mit Kreditkarte. Letztenendes habe ich am letzten Tag für 100 Złoty getankt, also nur grob 35 Euro Bargeld in Polen ausgegeben. Auch hier werden Kreditkarten fast überall akzeptiert.

Wer in Polen mit einem Auto unterwegs ist, dessen Halter er nicht ist, benötigt eine “Ermächtigung zur Nutzung eines Fahrzeugs”, die man sich zweisprachig bei der polnischen Botschaft downloaden kann.

Der Fahrstil in Tschechien ist überwiegend so, wie wir ihn aus Deutschland kennen, sogar das Thema “Rettungsgasse” hat funktioniert. In Polen geht es etwas chaotischer zu, auch eine doppelt durchgezogene Linie heißt nur, daß die Straße dort eben in mehrere Spuren aufgeteilt ist. Überholen geht da trotzdem. Man gewöhnt sich auch recht schnell daran, daß manchmal eine dritte Spur aufgemacht wird. Und: Ich habe bisher in keinem Land in so kurzer Zeit so viele Unfälle gesehen.

Benzin heißt in Tschechien übrigens Natural 95 (Super E5) bzw. 98 (SuperPlus) und Diesel Nafta. In Polen tankt man Benzyna bezolowiowa 95 (Super) bzw. 98 (SuperPlus) (teilweise auch 91, Normalbenzin) oder ON/Olej Napedowy (Diesel).

Ein Wort zum Thema Sicherheit: Das alte Vorurteil “Kaum gestohlen, schon in Polen” ist und bleibt ein Vorurteil. Ich hatte weder um mich noch um mein Auto Angst oder Bedenken. Auch wenn ich mal ein paar Meter gelaufen bin, um eine Dose zu suchen. Eher, wenn es mal wieder durch die Pampa ging und man die Straße vor lauter Schlaglöchern nicht mehr sehen konnte 🙂

Virtual Caches

Stimmt, da war doch noch was. Während der Planung und auch während der Tour wurden die neuen Virtuals immer mehr. Für große Umwege hatte ich zwar weder Zeit, noch Lust, aber ein paar konnte ich – auch spontan – doch einbauen. So habe ich einen kleinen Überblick über die Aufgaben bei Virtuals in drei unterschiedlichen Ländern gewinnen können.

Am Ende wurden es also genau 11 neue Virtual Caches. Bei allen besteht die Logbedingungen aus einem Foto, bei manchen muß auch noch gezählt oder abgelesen werden. Das scheint die Regel zu sein. Ein Blick auf andere Virtuals zeigt aber auch, daß es selten welche mit sehr umfangreichen Aufgaben gibt.

Fazit

Ja, es es ordentlich viel (grob 2500 Kilometer) zu fahren, aber eigentlich hat sich nur der letzte Tag ziemlich gezogen. 690 Kilometer zu fahren schlaucht, war aber machbar. Der Abstecher nach Dresden auf dem Rückweg hat sich gelohnt. Ansonsten ist sowohl Mähren als auch Schlesien eine schöne Ecke, die man sich bei besserem Wetter noch einmal anschauen kann. Speziell nach Krakau und Breslau bietet sich ein Wochenendtrip an. Und ich würde den Besuch in Auschwitz jedem Geschichtsinteressierten definitiv empfehlen. Allerdings nach Möglichkeit abseits der Hauptbesuchszeiten, weil man den Ort auf sich wirken lassen sollte.

Fragen? Ab in die Kommentare!

Durch Tschechien und Polen – Giga, Virtuals und Geschichte – Teil 1

Anfänglich, nahm ich zwar wahr, daß der Event “Great Moravia 2017” Giga werden würde, wirklich interessiert hat mich das aber noch nicht. Noch nicht. Irgendwann kamen dann aber Interesse und Neugierde. Ich war bisher bei allen Giga-Events gewesen, Tschechien ist ja nicht so weit. Tschechien ansich nicht, Plumlov liegt aber dann doch relativ weit östlich.

Ich startete erste Überlegungen, wie ich nach Plumlov kommen könnte. Auf einen Wochenendtrip mit dem Bus hatte ich wenig Lust, ich wollte vor Ort mobil sein. Passende Flüge nach Brünn gab es von Stuttgart aus nicht, eine weitere Option wäre ein Flug nach Wien gewesen. Aber so wirklich gut war das alles nicht. Ich verbrachte quasi Tage vor Routenplanern und kam irgendwann zu dem Entschluß, daß ich da auch einfach selbst direkt hinfahren könnte.

Während der weiteren Planung merkte ich, daß ein Ort relativ nahe war, den ich schon ewig einmal besuchen wollte: Auschwitz. Spätestens nach dieser Erkenntnis war klar, daß das keine schnelle Wochenendtour werden würde. Erst plante ich für sechs, letztendlich dann aber für 7 Tage.

Während der Planung verschenkt Groundspeak 4000 neue Virtuals, von denen ich zumindest ein paar auf dem Weg besuchen will.

Tag 1: Stuttgart – Geisterkirche – Pilsen

Eigentlich wollte ich nach Feierabend los und bis kurz vor die tschechische Grenze fahren. Da ich den Tag dann aber doch frei genommen habe, starte ich Donnerstag morgens kurz vor 8 in Stuttgart. Ich komme super durch und auch die Dosen auf dem Weg sind kein Problem. Mein erster richtiger Stop heißt Rozvadov, direkt hinter der Grenze. Neben den üblichen Einkäufen genehmige ich mir hier ein viel zu reichliches Mittagessen im Restaurant Myslivna.

Dadurch, daß ich den ganzen Tag Zeit habe, konnte ich einen Abstecher zur Geisterkirche in Luková mit auf die Route setzen. Dieser hat sich auf jeden Fall gelohnt. Zwar ist die Kirche geschlossen, aber man kann von außen reinschauen und die Grabsteine drumrum sind auch sehr interessant. Ach und der Cache natürlich. Mehr Fotos von innen gibts beim Saarfuchs zu sehen.

Tschechische FlaggePilsen (tschechisch Plzeň) ist die viertgrößte Stadt Tschechiens (ca. 168.000 Einwohner) im Westen von Böhmen und der Verwaltungssitz der Pilsner Region. Bekannt ist Pilsen vor allem wegen des Pilsner Biers und der Škoda-Werke.

Neben dem neuen Virtual schaue ich mir einige Teile der Innenstadt an und finde einige schöne Caches. Den passenden Abschluss bildet ein Besuch der Brauerei Pilsner Urquell, in der größten Bierstube Tschechiens. Zu beachten ist hier, daß es in Tschechien eine 0,0-Promille-Grenze gibt! Böhmisches Essen und die Suche nach den beiden Dosen auf dem Gelände der Brauerei sorgen aber bei mir dafür, daß das kleine Bier verdaut wird. Ich fahre direkt zum Hotel Ibis Plzen, entspanne noch etwas bei einem Pils an der Hotelbar und schon hat der Tag sein Ende gefunden. Ja, Pilsen ohne Pilsener geht definitiv nicht!

Tag 2: Pilsen – Olmütz/Plumlov (Giga)

Heute warten einige Stunden Autobahn und viele Dosen auf mich. Am Anfang läuft es, aber um Prag rum wird es problematisch. Meine Mittagspause und den Abstecher zu einem der neuen Virtuals zwischen Prag und Brünn wird von einem Stau gefressen. Zwar bin ich früh losgefahren und habe es auch nicht wahnsinnig eilig, aber ich will natürlich auch nicht erst spätabends in Plumlov ankommen. Der fast permanente Regen an diesem Tag tut ein Übriges, aber auch der hört irgendwann wieder auf.

Als ich auf einem der beiden Event-Parkplätze ankomme, bezahle ich 50 Kronen (ca. 2 Euro) Parkgebühr für das Wochenende und erhalte als “Parkschein” einen Woodcoin. Das nenne ich mal kreativ! Nach einem kurzen Besuch auf dem Startevent fahre ich ins Hotel, checke ein und treffe mich mit Bekannten. Das Ende des Tages markiert dann ein leckeres Essen im Restaurant Drapal gefolgt von einem Bierchen in der Hotelbar.

Tag 3: Olmütz/Plumlov (Giga)

Tschechische FlaggePlumlov (deutsch Blumenau, auch Plumau) ist eine Stadt im Osten Tschechiens. Sie liegt in Mähren, sieben Kilometer westlich der Stadt Prostějov. Schloß Plumlov sollte eigentlich aus vier Flügeln mit je drei Stockwerken bestehen. Gebaut wurde aber nur ein Flügel und selbst der ist nicht ganz fertig geworden. Olmütz (tschechisch Olomouc) ist die sechstgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungssitz der Olmützer Region.

Cachetechnisch wird rund um das Giga einiges geboten: Neben den Dosen, die dort sowieso schon lagen, gibt es ganze 40 Labcaches, die sich mit je 10 auf das Maze, Plumlov, Prostějov und Olmütz verteilen. Außerdem wurde ein Powertrail mit über 200 Caches (alles Small!) gelegt.

Die Wege auf dem Giga sind nicht gerade kurz. Wer vom Parkplatz zum Maze gelaufen ist und das Schloß besucht hat, hat bei der Abfahrt schon grob 3 Kilometer hinter sich. Und war ja dann noch nicht cachen 🙂 Die Location hat das aber definitiv wett gemacht. Es war halt doch etwas anderes als eine Messehalle mit angeschlossenem Parkplatz.

Beim Anstehen zum Maze treffe ich – ohne es zu wissen – gleich mal einen Teil der Bustour und werde so gut unterhalten. Das Maze ist leider nur auf tschechisch verfügbar, aber eigentlich selbsterklärend. Nach dem Loggen und einigen Gesprächen mache ich mich erstmal auf den Weg in Richtung Schloss.

Die Menschen verteilten sich gut auf Maze, Schloss und die Wege dazwischen. Es gibt einige Stände mit den üblichen GC-Artikeln, Essen und Getränken. Wobei ich im Schloss ansich irgendwie keinen Stand mit alkoholfreien Getränken gefunden habe. Dafür aber 3 oder 4 mit Bier, inklusive einem Stand für die Orga, der über eine eigene Zapfanlage verfügte. Wer braucht schon Bohnendosen 🙂

Meine bestellten Woodcoins bekomme ich über Umwege direkt auf dem Giga. In “einer Ecke” soll ein Woodcoin-Tauschevent stattfinden. Das hört sich so nach 5 Personen an, wächst aber im Endeffekt auf schätzungsweise 200 tauschwütige Cacher an.

Den späten Nachmittag und Abend verbringe ich mit befreundeten Cachern in Olmütz. Neben einigen Dosen lassen wir den Tag dann – wie den davor – bei exzellenten Essen im Restaurant Drapal ausklingen.

Tag 4: Olmütz/Plumlov (Giga) – Gleiwitz – Oświęcim/Auschwitz

Tschechische FlaggeGliwice, deutsch Gleiwitz, ist eine oberschlesische kreisfreie Großstadt in der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Oświęcim (deutsch Auschwitz) ist eine am Fluss Soła gelegene polnische Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen im südlichen Teil des Landes, rund 50 Kilometer westlich von Krakau. Unheilvolle Bekanntheit erlangte die Stadt als Standort für das deutsche Konzentrationslager Auschwitz.

Nach dem Frühstück besuche ich einen Event in Olmütz, der ordentlich Zulauf bekommt, bevor das Giga-Wochenende dann offiziell beendet wird. Nun ja, nicht für mich. Ich fahre weiter nach Osten, meine Hauptziele heißen heute Gliwice und Oświęcim in Polen.

In Gleiwitz besuche ich natürlich den Sendeturm, der 1939 beim Überfall auf den Sender Gleiwitz in die Geschichte eingeht und als Grund für den Einmarsch in Polen und den Beginn des Zweiten Weltkriegs genommen wird. Er ist noch heute der höchste Holzturm der Welt. Ansonsten sehe ich von der Stadt, in der Lukas Podolski geboren wurde, nur ein paar Caches.

Es geht weiter, vorbei an Kattowitz, in Richtung Südosten. Die nächsten beiden Nächte werde ich im Hotel Dąbrowski verbringen, einer relativ neuen Herberge am Rande einer kleinen Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen. Oświęcim, besser bekannt unter ihrem deutschen Namen: Auschwitz.

Das Thema Geocaching rückt in den Hintergrund, aber verschwindet nicht komplett. Es gibt eine Hand voll Caches die entgegen dem, was Namen wie RAMPA / THE RAMP oder Auschwitz – the rail siding (GC/TB hotel) vermuten ließen, nicht pietätlos sind, sondern in einiger Entfernung versteckt sind. Auch besuche ich heute einen Event einiger Schweden, die ich später im Stammlager wieder treffe.

Nach dem Einchecken im Hotel fahre ich gegen 16 Uhr zum Stammlager Auschwitz I. Ich habe mir vorab Tickets besorgt, weil ich frei herumlaufen und nicht an eine geführte Tour gebunden sein will. Das Ticket ist nicht das Problem, mein Rucksack ist zu groß. Ich muß noch einmal nachfragen, weil ich so perplex bin, aber ich muß tatsächlich mein “Gepäck” abgeben. Und das in Auschwitz. Na ja. Danach geht es durch eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen, inklusive Gürtel ausziehen. Den genauen Sinn verstehe ich nicht, vielleicht aufgrund der vielen Menschen.

Nachdem das erledigt ist, schaue ich mir die einzelnen Teile des Lagers an. Leider ist das Ganze ziemlich surreal, weil es erstens zu viele Besucher sind, die keinerlei Rücksicht auf fotografierende Geocacher nehmen. Und zweitens findet einige Hundert Meter weiter eine Kirmes statt, deren Musik ständig rüberzieht und die Stimmung sehr komisch macht.

Nun ist Oświęcim neben der Geschichte und den Lagern eine ganz normale Kleinstadt, deren Einwohner sich natürlich auch amüsieren dürfen. Es ist aber trotzdem irgendwie unpassend, wenn man Schindlers Liste im Hinterkopf hat, sich dem Ort angemessen verhält und dann Asiaten mit Selfiesticks untermalt von “Despacito” unter “Arbeit macht frei” posieren.

Nach nicht ganz zwei Stunden mache ich einen Abstecher in den Bücherladen und verlasse dann das Lager. Gerne hätte ich mir auch noch diverse Ausstellungen angeschaut, aber die Masse an nervigen Menschen läßt mich das auf einen etwaigen zweiten Besuch verschieben. Ich habe viele Dokumentationen zum Thema gesehen und kann das verschmerzen. Ich hoffe darauf, daß sich der Andrang in Auschwitz II (Birkenau) am nächsten Morgen in Grenzen hält.

Ich fahre zurück zum Hotel, mache mich frisch und genieße ein sehr leckeres Abendessen inklusive einer kleinen Auswahl polnischen Wodkas. Hier macht sich bemerkbar, daß ich quasi seit dem Frühstück nichts mehr gegessen habe. Ich schlafe danach sehr gut 🙂

Da dieser Bericht mal wieder etwas umfangreicher wurde, gehts mit Teil 2 und dem Besuch in Auschwitz-Birkenau weiter.

 

Vorfreude auf Leipzig

So langsam steigt die Vorfreude auf die Tour nach Leipzig zum Mega Project: Geogames. Morgen früh gehts – mit einigen Zwischenstationen – Richtung Nordosten.

Wir bleiben die ganze Woche dort, so daß wir neben dem Mega-Event, Sightseeing, diversen Dosen in und um Leipzig und einem EM-Finale mit hoffentlich deutscher Beteiligung, auch noch mehr einplanen können. So sind einige Lost Places geplant, genauso wie eine Tour nach Polen und Tschechien. Und ich freue mich auf den Lost Place-Film am Samstag

Wie sieht es bei euch aus? Bleibt ihr auf dem (mit aktuell 2776 Will-Attends wohl bisher größten) Mega-Event? Ist der Event nur Mittel zum Zweck, Leipzig kennenzulernen? Gehts nach dem Wochenende sofort wieder zurück? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!