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Ein Bunker beim Führerhauptquartier Wolfsschanze

Für mich war das Führerhauptquartier Wolfsschanze in Masuren eins der Highlights meines letztjährigen Sommerurlaubs. Über die Reise drumherum habe ich ja schon ausführlich berichtet, aber hier gehts nur um den kleinen Ausflug rund um und auf den Bunker.

Begleitet hat mich eine GoPro 8, mit der ich immer mal wieder gefilmt habe, was aber bisher nie aus dem Stadium „Kopiere ich auf Festplatte und schaue ich mir irgendwann mal an“ herauskam. Nun habe ich mich vor ein paar Wochen endlich einmal hingesetzt und mein erstes Video zusammengeschnitten. Ich hatte bisher null Erfahrung mit Videoschnitt usw. gehabt, aber ich denke, es ist für einen ersten Versuch ganz okay.

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Natürlich bin ich nicht ohne Grund auf den Betonklotz geklettert, denn es liegt ein Geocache namens „Wolfsschanze / Wilczy Szaniec“ auf dem Dach. Dieses ist komplett bewachsen, neben Gras und Büschen auch mit Bäumen. Der Grund dafür ist, eine möglichst gute und vor allem natürliche Tarnung zu erreichen. Der Bewuchs war also schon während der aktiven Benutzung vorhanden und nicht erst nach dem Krieg.

Leider lässt sich über den Bunker an sich relativ wenig herausbekommen, warum auch immer. Die meisten Quellen sprechen davon, dass hier zwei Luftschutzbunker „für die Allgemeinheit“ stehen, Wikipedia von „allgemein zugänglicher Luftschutzraum mit Flak und MG-Einheiten auf dem Dach“. Im Gegensatz zu den anderen großen Bunkern im inneren Kreis der Wolfsschanze (bspw. Hitlers Bunker oder Bormanns Bunker), durfte hier jeder Besucher oder Mitarbeiter des FHQ Schutz vor Luftangriffen suchen. Aus diesem Grund gab es auch mehrere Fla-Stellungen zur Flugabwehr auf dem Dach.

Der Betonklotz ist etwa 10 Meter hoch, 60 Meter lang und 25 Meter breit. Von vorne sieht er intakt aus, wenn man aber einmal drumherum läuft, bemerkt man ziemlich schnell, dass der Eindruck täuscht. Durch Sprengungen gegen Ende des Krieges im Januar 1945 wurde das Gebäude ziemlich in Mitleidenschaft gezogen.

Wolfsschanze: Bunker etwa 1944
Der Bunker etwa 1944. Die Leiter, über die ich nach oben geklettert bin, ist hier auf der linken Seite zwischen den beiden Soldaten zu sehen.
Wolfsschanze: Bunker
Heute

Fotografiert habe ich auch, deshalb hier noch einige Bilder.

Ach ja: Natürlich ist der Besuch nicht ganz ungefährlich. Daher empfehle niemandem, der nicht trittsicher ist und ein Mindestmaß an gesundem Menschenverstand besitzt, die Leiter hochzusteigen. Es gibt im Umkreis (Wolfsschanze und Mauerwald) mehr als genug andere Bunker, die problemlos und teilweise auch innen begangen werden können.

Laut den mehrsprachigen Verbotsschildern ist übrigens nur der Eintritt verboten. Selbstverständlich habe ich mich daran gehalten.

Trotz Corona: Geocaching-Urlaub in Polen – Teil 3

Ich war in diesem Sommer in Polen unterwegs. Aufgrund der Länge der Reise und der Menge an Eindrücken, habe ich mich entschlossen, diesen Bericht in mehrere Beiträge aufzuteilen. Hier gehts zu Teil zwei.

Ach ja: Ich verwende normalerweise die deutschen Namen der Orte. Auch wenn sie inzwischen anders heißen, sind sie doch vielen unter ihren deutschen Bezeichnungen geläufiger. Die wenigsten meiner Leser werden beispielsweise schon einmal etwas von Bydgoszcz gehört haben, Bromberg dürfte aber vielen ein Begriff sein. Danzig sowieso (und damit meine ich nicht den ehemaligen Sänger der Misfits).

Tag 8: Wolfsschanze und Masurischer Kanal

Wie immer starte ich gegen 8 Uhr am Morgen. Wer schon ein paar meiner Beiträge gelesen hat, weiß, dass ich mich sehr für Geschichte, vorrangig für die der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, interessiere. Daher war klar, dass der Norden von Polen, das ehemalige West- und Ostpreußen für mich ein wahres Paradies sein muss. Ich hätte hunderte geschichtsträchtige Orte besuchen können, muss mich aber natürlich – zumindest für diese Reise – auf wenige beschränken. Heute besuche ich einen besonderen Ort, der der eigentliche Grund für die Reise in diese Gegend ist. Das „Führerhauptquartier Wolfsschanze“, normalerweise einfach „Die Wolfsschanze“ genannt, ist nur eine kurze Fahrt von meiner Ferienwohnung entfernt.

Das FHQ war folgendermaßen aufgebaut: Der äußere Sperrkreis III war von einem hohen Zaun sowie einem Minengürtel umgeben. In ihm befanden sich neben MG-Nestern, Flakgeschützen und Panzerabwehrkanonen die Unterkünfte des Führerbegleitbataillons. Es gab ganze drei schwer bewachte Zugangswege: Wache West aus Richtung Rastenburg, Wache Ost aus Parcz und Wache Süd vom Flugplatz, von dem aus Stauffenberg nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 nach Berlin zurückflog.

Der Sperrkreis II befand sich innerhalb des Sperrkreises III und umschloss den Sperrkreis I. Hier befand sich, neben diversen Stäben und Verbindungsstellen, die Fernschreibzentrale, ein Offizierskasino und die Unterkunft von Dr. Fritz Todt, dessen „Organisation Todt“ das FHQ auch gebaut hat. Nach dessen Tod zog Albert Speer, Architekt und „Reichsminister für Bewaffnung und Munition“ hier ein. Ach und der riesige Luftschutzbunker, auf den ich gestern geklettert bin.

Der innerste Sperrkreis I schließlich beherbergte die mächtigen Bunker von Hitler, Bormann, Keitel, Göring, Dietrich und Jodl. Da das FHQ eine eigene Stadt war, wohnten Ärzte, Fernschreiber, Sekretärinnen, Chauffeure alle in unmittelbarer Nähe. Ihnen standen natürlich neben Büro- und Wohngebäuden auch Kasinos, Teestuben, ein Kino, eine Sauna sowie ein Luftschutzbunker zur Verfügung. Dieser Sperrkreis ist quasi das, was man landläufig unter „die Wolfsschanze“ versteht und für das man Eintritt bezahlen muss.

Ich nehme die Straße von Carlshof (pol. Karolewo) nach Partsch (pol. Parcz) parallel zur Eisenbahnlinie Rastenburg (pol. Kętrzyn)Angerburg (pol. Węgorzewo) und fahre über die ehemalige Wache West in den Sperrkreis III. Nach etwa einem Kilometer befindet sich links die Einfahrt zum Parkplatz. Der Eintritt kostet 15 Złoty plus 5 Złoty fürs Parken, insgesamt also umgerechnet etwa 4,40 Euro. Bereits auf dem Parkplatz wird man neben riesigen Betonteilen auch von einer großen Übersichtstafel begrüßt, auf der sämtliche Gebäude sowie zwei Rundgänge verzeichnet sind.

Ich nehme den längeren Rundweg, da ich natürlich so viel wie möglich sehen will und mehr als genug Zeit habe. Die großteils gesprengten Gebäude sind überwiegend offen, die Verbotsschilder sind eher da, um wenigstens manche Besucher vom Betreten abzuhalten. Natürlich sind geborstene Stahlbetonteile mit Armiereisen usw. nicht ungefährlich, wenn man sich aber anschaut, wo man überall problemlos hin darf, dann sollen die Schilder niemanden ernsthaft vom erkunden abhalten. Auf dem Weg löse ich den Earthcache, einen von nur zwei Caches (es sollte noch ein weiterer dazukommen…) im Sperrkreis I. Die Wege sind zwar gepflastert, aber ich habe nicht den Eindruck, dass hier mehr verändert wurde als nötig ist. Das ist gut so, immerhin will man so viel Original wie möglich auf sich wirken lassen.

Auf die Bunker trifft eigentlich nur ein Wort zu: Mächtig. Wenn man sich die Maße von Martin Bormanns Bunker (der wesentlich kleiner war, als der von Hitler) näher anschaut, wird das noch deutlicher. Der Innenraum wird von 2 bis 3 Meter dickem Stahlbetonwänden umgeben, dann kam eine Schicht Schotter, um Detonationen abzupuffern, bevor weitere 4 Meter Stahlbeton folgten. Und das alles auf einer Fläche von 35 x 23 Metern!

Etwas abseits in den Ruinen des Bormann-Bunkers verstecke ich spontan einen Cache, dann geht es weiter zum größten Bauwerk der Tour, dem ehemaligen Führerbunker. In der direkten Umgebung befinden die Ruine eines kleineren Flakbunkers und die Reste des Feuerlöschteichs. Ich setze meinen Weg fort, vorbei am Kasino und den Bunkern von Wilhelm Keitel und Hermann Göring und stehe vor der Baracke des Chefs des Wehrmachtführungsstabes im OKW Alfred Jodl. Im Inneren wurde eine Ausstellung zum Attentat vom 20. Juli 1944 eingerichtet, die die Gegebenheiten darstellt und teils als alten Gegenständen und, teils aus Fantasieprodukten besteht. Alles in Allem lohnt der kleine Abstecher in die Baracke aber, auch wenn man coronabedingt eine Maske tragen muss.

Ich laufe weiter zum Bunker der Nachrichtenzentrale, in dem Telefon–und Funkzentralen sowie Fernschreiber untergebracht waren. In den Resten der des Anbaus liegt nämlich der zweite Cache, den ich heute in der Wolfsschanze finden kann. Bei diesem Mystery war ich mir nicht sicher, ob ich an die Dose kommen würde. Die Spoilerbilder sind bei Dunkelheit aufgenommen, man kann quasi nichts erkennen und anhand von Fotos war ich mir zu Hause auch nicht ganz sicher, wo ich hin genau muss. So schlimm ist’s aber gar nicht, außer dass ich etwas zu groß bin und auf allen Vieren zum Loggen kriechen muss. Auf jeden Fall ein Erlebnis. Spätestens jetzt sieht man mir an, dass ich die Wolfsschanze nicht nur auf den vorgegebenen Wegen besucht habe 🙂

Nachdem ich die Reste der Baracke, in der das Attentat stattgefunden hat, und das Denkmal angeschaut habe, endet mein Rundgang nach etwa 2:30 Stunden wieder auf dem Parkplatz. Im Vorfeld wurde mir öfter mit „da liegen doch nur noch gesprengte Betonteile rum“ abgeraten. Das kann ich aber nicht bestätigen. Wer Interesse an Geschichte oder an Bunkern hat, dem kann ich einen Besuch des FHQ Wolfsschanze empfehlen.

Ich überlege, was ich als Nächstes machen soll, da ich den kompletten Vormittag für das FHQ eingeplant hatte und beschließe, noch einmal den Bunker von gestern und seine Umgebung anzuschauen. Dort im Wald stehen die Reste einiger Gebäude. Die Unterkunft von Dr. Fritz Todt und später Albert Speer erregt meine Aufmerksamkeit. Viel gibt es leider nicht mehr zu sehen, lediglich die Gebäude an sich stehen noch. Ich verstecke spontan eine Dose, schieße Fotos und lasse die Umgebung auf mich wirken, bevor ich weiter zum zweiten Ziel des heutigen Tages fahre.

Der sogenannte „Masurische Kanal“ ist eine über 50 Kilometer lange, nicht fertiggestellte, künstliche Wasserstraße, die die Masurische Seenplatte mit der Ostsee bei Königsberg verbinden sollte. Da mit der Alle und dem Pregel bereits zwei Flüsse den größten Teil der Strecke abdecken, reichte es aus, den Mauersee bei Angerburg (pol. Węgorzewo) mit der Alle bei Allenburg (russ. Druschba/Дрýжба) zu verbinden. Mit Unterbrechungen wurde an diesem Kanal zwischen 1911 und 1942 gebaut. Aufgrund des Höhenunterschiedes von über 110 Metern mussten 10 Schleusen gebaut werden, von denen sieben zu über 70 % fertiggestellt wurden. Fünf davon liegen auf polnischem Gebiet. Diese kann man heutzutage mal mehr, mal weniger einfach besuchen.

Von der Wolfsschanze fahre ich etwa 30 Minuten bis zum Parkplatz der größten und wohl bekanntesten Schleuse des Masurischen Kanals, der Oberschleuse Fürstenau (pol. Śluza Leśniewo Górne). Wer sich bereits einmal mit dem Kanal beschäftigt hat, wird sie sofort erkennen: Das ist „die mit dem Adler“. Hoch über dem Wasser erkennt man sehr deutlich die Vertiefung, in der sich einmal ein großer Reichsadler befand. Angeblich liegt dieser Adler heute auf dem Grund des Kanals, vielleicht hing er aber auch niemals an der Schleuse. Wer weiß das schon?

Ich steuere den Parkplatz am Haus des Schleusenwärters neben der Unterschleuse Fürstenau (pol. Śluza Leśniewo Dolne) an. Parken kostet 5 Złoty und man läuft etwa 500 Meter zur Oberschleuse. Die Besichtigung an sich ist kostenlos, allerdings kann man gegen Gebühr in der Schleuse auch klettern, denn mittendrin befindet sich eine Art Klettergarten. Ich laufe einmal um das etwa 50 Meter lange Gebäude und suche den Tradi, der mal wieder beweist, dass ein Cache nicht toll sein muss, wenn es der Ort, den er zeigt, ist. Wie so oft bei Bauten aus dem Dritten Reich passen auch hier die Adjektive „mächtig“ und „beeindruckend“ sehr gut.

Weiter nördlich besuche ich die Schleuse Sandhof (pol. Śluza Piaski), die allerdings im Vergleich zu Fürstenau relativ klein und unspektakulär ist. Ich navigiere zum nächsten eingeplanten Cache, immer konzentriert. Denn die Straße ist zwar immer noch das, was man in Polen unter Straße verstehen kann, allerdings sehr sandig und mit Schlaglöchern voller Wasser. Keine Umgebung, in der man stecken bleiben will. Nach einer Kurve ist dann aber Schluss, das Risiko ist mir einfach zu groß und ich drehe um. Den Cache kann ich auch anders anfahren und freue mich, dass er mir quasi das Klischee der Masuren zeigt: Einen schönen See, mitten im Nirgendwo.

Ich nähere mich immer mehr der russischen Grenze, und biege nach Westen ab, weil ich mir eigentlich die Schleuse Langenfeld (pol. Śluza Długopole) ansehen will. Eigentlich, denn als ich denke, dass ich gerade eine Parkmöglichkeit anfahren würde, merke ich, dass ich geradewegs auf einen Bauernhof zusteuere. Nun befinde ich mich auf einem relativ schmalen Damm, auf beiden Seiten relativ feuchtes Sumpfgebiet. Wenden unmöglich. Gut, das Tor des Bauernhofs steht offen, also beschließe ich, in den Hof zu fahren und umzudrehen. Leider habe ich die Rechnung ohne den Hofhund gemacht. Der liegt mitten in der Einfahrt. Auf mein Hupen steht er auf, nur um sich einen Meter weiter wieder hinzulegen. Sämtliche Überredungsversuche meinerseits misslingen, also muss ich rückwärts wieder zurück… Es sind zwar nur 200 Meter, aber da ich ungern im Sumpf landen würde, strengt die Fahrt ziemlich an. Da ich auch beim nächsten Versuch keine Parkmöglichkeit finde, lasse ich den Cache Cache und die Schleuse Schleuse sein.

Da ich immer eine grobe Planung habe, fahre ich weiter zum nächsten Cache und werde positiv überrascht: In einem kleinen Wald liegt nur wenige Meter neben der Straße ein alter Friedhof. Laut Listing und Recherche gehört er zur Familie Totenhoefer, die im nahen Birkenfeld (pol. Brzeźnica) gelebt hat. Der letzte Grabstein datiert auf 1937, neuer ist nur ein Gedenkstein.

Nach einem kurzen Besuch im ehemaligen Gut Birkenfeld drehe ich etwa 300 Meter vor der Grenze zum Oblast Kaliningrad um und fahre über Angerburg (pol. Węgorzewo) nach Possessern/Großgarten (pol. Pozezdrze). Die Nähe zur Wolfsschanze hat auch andere Nazi-Größen angezogen. Heinrich Himmler ließ als Feldhauptquartier der SS die Feldkommandostelle Hochwald errichten. In einem Koloss von Bunker, der nur einen kurzen Spaziergang von Straße und Parkplatz entfernt ist, suche ich einen Cache. Der Bunker ist innen quasi komplett zerstört und drumherum stehen auch nur noch ein paar wenige Ruinen. Arg viel mehr ist leider nicht mehr zu sehen, aber das sollte sich morgen in Mauerwald ja noch ändern. Auf dem Rückweg zur Ferienwohnung halte ich noch an einem sehr gepflegten Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg an.

Tag 9: Mauerwald und Dreiländereck

Nachdem ich schon das Führerhauptquartier und das Feldhauptquartier der SS besucht habe, steht heute das Hauptquartier das OKH (Oberkommando des Heeres) in Mauerwald (pol. Mamerki). Es bestand aus circa 30 Bunkern und über 200 anderen Bauten wie Holzbaracken, Wasserversorgung, Energieversorgung usw. und war in drei Teilbereiche aufgeteilt: „Fritz“ (operative Dienststellen des Generalstabs des Heeres), „Quelle“ (Generalquartiermeister mit seinen Verwaltungs- und Logistikdienststellen) und „Brigittenstadt“ (Fernmelde- und Kommunikationszentralen), die mit „Anna“ oder „Amt Anna“ auch die Kommunikationszentrale für die Ostfront beherbergte.

Das Schöne für mich als Besucher ist, dass die Bunker am Ende des Krieges nicht mehr gesprengt wurden konnten und deshalb heute zu den am besten erhaltenen Bunkerkomplexen des Zweiten Weltkriegs gehören. Das ganze Gelände ist quasi ein riesiger geschichtlicher Abenteuerspielplatz.

Ich beginne meinen Rundgang um 8:40 Uhr auf dem Parkplatz, der komplett leer ist. Kein Wunder, denn das Museum und der Bunker, der wohl die meisten Touristen anlockt, öffnen erst um 9. Von dort laufe ich den Weg in Richtung Mauersee, der dem Areal seinen Namen gab, in den Teilbereich „Quelle“. Leider gibt in den unzähligen Bunkern und Gebäuderuinen nur einen einzigen Cache, einen Mystery, den ich nach etwas Sucherei gut finden kann.

Die Bunker sind offen und dank Holzbrettern auf dem Boden auch trockenen Fußes begehbar. Verbotsschilder sucht man hier vergebens. Wie schon in der Wolfsschanze sind es wirkliche Kolosse mit meterdicken Betonwänden. Ein interessantes Detail sind die Außenwände, die mit einer Mischung von Beton und Moos verputzt wurden. Meine Recherchen haben ergeben, dass das Grüne wohl Neptungras ist. Es gibt den Bunkern bei näherem Hinschauen eine ziemlich flauschige Note, hatte aber mehrere Aufgaben. Zum einen sollte es den Bunker im Wald tarnen (was sehr gut funktioniert), zum anderen wohl auch Splitter o. ä. von Granaten etwas abdämpfen.

Ich setze meinen Weg fort in den Bereich „Fritz“. Nördlich des Weges lasse ich fast alles aus, denn es gibt auch so sehr viel zu sehen. Zwar sind die Bunker nicht mehr so riesig wie in „Quelle“, aber es gibt unzählige verschiedene Gebäude und Ruinen, die ich mir anschaue. Teilweise muss man sich fast schon durch meterhohes Gras und Sträucher kämpfen, aber dank einer guten OSM-Karte, auf der alles eingezeichnet ist, finde ich immer, was ich suche.

Nach einer Weile erreiche ich das Museum, das einen schon von außen überrascht: Da steht ein U-Boot. Mitten im Wald. Wie auch immer. Ich bezahle insgesamt 23 Złoty für den Eintritt ins Museum, für den Bunker am Parkplatz und die Parkgebühr. Dann geht es ins Innere des Gebäudes. Ich hatte mich vorab über das Museum informiert und mehr als einmal den Begriff „Nazi-Disneyland“ gelesen.

Was soll ich sagen? In dieses Museum hat man quasi alles reingestopft, was irgendwie mit Nazis, Wunderwaffen oder anderen obskuren Kriegsgeschichten zu tun hat. Ich laufe durch einen dunklen Gang, der ein Uboot darstellen soll, sehe Waffen (u.a. MG 34, MG 42, Karabiner 98k, PM 1910, DP, PPSch-41), Puppen von Hitler, Göring und Mussolini (die sich 1941 in Mauerwald getroffen haben), eine V2, haufenweise echte Hinterlassenschaften der Wehrmacht und viele absolut dilettantische Fälschungen. Zwischendrin ist das Ganze auch wirklich ein „richtiges“ Museum und eigentlich gar nicht schlecht gemacht. Es gibt mehrere große Dioramen, die detailreich die Schlachten um Stalingrad und bei Kursk („Operation Zitadelle“) darstellen, die beide vom Mauerwald und der Wolfsschanze koordiniert wurden.

In der Abteilung „obskure Waffen, die tendenziell reine Fantasie sind“ sehe ich eine Hanebu („Reichsflugscheibe“) und die Glocke. Das hat schon etwas von „Iron Sky“. Mit der Horten Ho 229/H IX hat zumindest eine der hier ausgestellten „Wunderwaffen“ Prototypenstadium erreicht.

Den Vogel schießt dann aber das Bernsteinzimmer ab. Ja, richtig gelesen! Das Museum beherbergt ein (nein, natürlich nicht das) Bernsteinzimmer. Durchaus schön gemacht, aber trotzdem frage ich mich immer öfter, welche Touristen das alles sehen wollen. Würde ich hier ein Video für YouTube drehen, könnte ich immerhin problemlos den Titel „Unglaublich!!! Bernsteinzimmer und Nazi-UFO gefunden!“ verwenden 🙂

Nachdem ich durch das Museum durch bin, laufe ich an dem Uboot vorbei zu einem Aussichtsturm. Eigentlich habe ich ja Höhenangst, aber weil das bei dem Bunker an der Wolfsschanze so gut geklappt hat, wage ich mich mal nach oben. Ich hatte mit Problemen nach wenigen Metern gerechnet, noch dazu, weil der Turm nur aus Gittern besteht. Aber es kommen keine. Ich kann also ungestört und ohne flauem Gefühl im Magen die tolle Aussicht über die masurischen Seen in 38 Metern Höhe genießen, bevor es weiter geht.

Am Ende meines Ausflugs nach Mauerwald steht der Besuch der beiden Bunker (Kommando- und Kommunikationszentrale) am Parkplatz. Diese sind nicht, wie die anderen, leer, sondern wurden mit Puppen und Ausstellungsstücken mehr oder weniger historisch korrekt ausstaffiert. Sieht man einmal vom scheinbar üblichen „der Führer und ein Zombie“-Kitsch (kein Scherz!) ab, war das nicht schlecht und lockerte die sonst leeren Räume auf. Übrigens sollte man seine Taschenlampe nicht vergessen, denn die Räume sind zwar spärlich beleuchtet, das Highlight – ein Tunnel, der beide Bunker verbindet und den man gebückt durchlaufen kann – ist aber stockdunkel.

Der komplette Rundgang ist etwas über 4 Kilometer lang, es lohnt sich aber in jedem Fall, mehr als nur das Museum und den Doppelbunker zu besuchen.

Gegen Mittag sitze ich wieder im Auto und fahre wie geplant über Gołdap weiter nach Nordosten. Mein Ziel ist Żerdziny, da dort das Dreiländereck Litauen – Polen – Russland liegt. Natürlich gibt es dort einen Cache, der ziemlich fies zu bergen ist. Ich fahre den im Listing angegebenen Parkplatz an, der sich als Feldweg und Wiese entpuppt, und laufe von dort zum Dreiländereck. Auf der rechten Seite Litauen, mit einem Grenzzaun, der zur polnischen Seite nach wenigen Metern aufhört, links in Richtung Russland aber natürlich mindestens bis zum Wystiter See geht. Russland selbst hat noch einmal einen eigenen Zaun aufgestellt, alles natürlich nebst Kameraüberwachung.

Wie gerne hätte ich die Reise auf die russische Oblast Kaliningrad ausgedehnt, aber die Grenze ist wegen Corona dicht. So blieb mir nur der Dreiländerpunkt, den ich aber nicht einmal umrunden darf, da das im russischen Drittel eine illegale Grenzverletzung wäre. Die kostet zwar in Polen „nur“ bis zu 500 Złoty (110 Euro) Strafe, aber was einem vonseiten der Russischen Föderation passiert, möchte ich lieber nicht testen. Und so komme ich eben nur auf 2 Zentimeter an Russland ran.

Nachdem der Cache geborgen ist und ich einige Fotos geschossen habe, mache ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Statt weiterzufahren, spaziere ich noch kurz auf zwei Dosen nach Litauen. Auf der Rückfahrt cache ich mich nach und nach zur Ferienwohnung zurück. Ich besuche mehrere alte Friedhöfe, einen See, einen schweißtreibenden Earthcache und die Ruine einer Kirche. Als ich Hunger kriege, finde ich ein tolles Restaurant direkt an einem See und genieße die masurische Küche, bevor es dann wirklich zurückgeht.

Tag 10: Rastenburg – Łomża

Das war es dann mit Masuren, die Reise geht weiter. Zwar sind es heute nur ungefähr 120 Kilometer Luftlinie, ich fahre aber ein paar unbedeutende Umwege und bin deswegen über 8 Stunden unterwegs. Immerhin will ich ja etwas sehen und nicht nur Kilometer fressen. Die gefundenen Caches heute sind wieder überschaubar, dafür sind ein paar sehr interessante dabei.

Nach dem fast schon obligatorischen Besuch eines Friedhofs fahre ich weiter. Genaugenommen sind es sogar zwei Friedhöfe. Ein Soldatenfriedhof und die Reste eines uralten Friedhofs mitten im Wald, komplett mit Brennesseln zugewuchert. Den Cache dort habe ich leider nicht gefunden, dafür aber ein paar eiserne Grabkreuze mit Sterbedaten um 1884.

Die erste richtige Stadt, in der ich halte, heißt Johannisburg (pol. Pisz). Hier habe ich zwei bedoste deutsche Bunker ausgemacht, die ich besuchen will. Der erste Cache ist ein Regelbau 107a (Bataillons- oder Regiments-Gefechtsstand), steht direkt an der Hauptstraße und fungiert quasi als Bushaltestelle. Der zweite liegt an einem Regelbau 502 (Doppelgruppenunterstand), der etwas versteckt liegt. Nachdem ich herausgefunden habe, wie ich dort hinkomme, erwartet mich ein sehr schön restaurierter Bunker, um den eine Vielzahl von Einmannbunkern, Panzersperren und Tschechenigeln drapiert wurden. Hier scheint ein kleines Museum zu entstehen.

Statt jetzt direkt weiter nach Süden zu meinem Ziel in Łomża zu fahren, nehme ich die Straße nach Osten und besuche Teil eins der heutigen „Plätze zu denen Sabaton ein Lied geschrieben hat“-Tour: Die Reste des Forts II der Festung Osowiec, wo am 06. August 1915 der sogenannte „Kampf der toten Männer“ stattfand. Nach einem deutschen Gasangriff wurde mit wenig Gegenwehr gerechnet, die russischen Soldaten überlebten aber, bedingt durch Wind und die niedrige Höhe der Gaswolke, und spuckten „nur“ Blut, konnten aber weiterhin kämpfen. Diese halbtoten, blutbesudelten Männer versetzten die deutschen Soldaten in Panik und der Angriff wurde abgebrochen. Es gibt einen interessanten Kurzfilm zu diesem Thema und das Video zum Sabaton-Song „Attack of the dead men“ habe ich schon gebloggt. Ich höre es auch, während ich ein paar kleinere Ruinen genauer anschaue und einen Multi durch den angrenzenden Sumpf absolviere.

Ich cache mich durch ein Waldgebiet zum zweiten Teil, der für Polen ein sehr wichtiger ist. Die Schlacht bei Wizna, die hier im September 1939 stattfand, wird auch „Polnische Thermopylen“ genannt, nach der Schlacht, die im Film „300“ thematisiert wird. Hier standen sich etwas über 700 Polen mehr als 40000 Deutschen gegenüber, daher auch der Sabaton-Titel „40:1“. Eine Übermacht, bei der die polnische Armee eigentlich keine Chance gehabt hätte. Trotzdem hat sie den deutschen Angriff drei Tage aufhalten können, bevor sich der polnische Befehlshaber als letzter Mann mit einer Handgranate in die Luft sprengte. Genug Stoff also für Legenden. Die Reste der Bunker und das Denkmal sind auf jeden Fall einen Besuch wert, schon allein aus Geschichtsinteresse. Der Tradi und der Earthcache sind da eher Mittel zum Zweck.

Jetzt wäre eigentlich die Fahrt ins Hotel naheliegend, doch ich habe noch einen Schlenker ins etwa 15 Kilometer entfernte Nowogród eingeplant. Dort steht an einem Fluss ein polnischer Bunker. Die Gegend hält wirklich Befestigungen vieler Nationen bereit. Leider ist der Bunker nicht offen und so hole ich kurz den Cache, schaue ich mir kurz den Panzer oberhalb an und fahre zum letzten Punkt für heute. Noch ein Bunker, dieses Mal wieder ein deutscher, wartet auf mich. Und das wird zum Abschluss des Tages mal wieder, das, was wir Cacher gerne mal machen: Wir unterschätzen. Sind ja nur 250 Meter Luftlinie. Fast ein Drive-in. Ich parke und laufe los. Quasi Luftlinie, denn Wege gibt es keine. Den Bunker, einen Regelbau 105a (MG Kasematte ohne Gruppe mit Kleinstglocke und Flankierungsanlage) finde ich aber relativ problemlos. Und der Besuch hat sich durchaus gelohnt, denn er ist sehr gut erhalten und auch die Inschriften kann man noch gut lesen.

Kurze Zeit später sitze ich dann beim Abendessen im Hotel. Modern ausgestattet, super gelegen und leider heute Veranstaltungsort einer Hochzeit… Entgegen meinen Befürchtungen bleibt es nachts aber relativ ruhig, wenn man davon absieht, dass irgendjemand nachts um 4 den Staubsauger (!) angeworfen hat…

Tag 11: Lomza – Warschau – Lodz

Bedingt durch die nächtliche Staubsaugeraktion bin ich nicht sonderlich ausgeschlafen. Noch dazu hat es die halbe Nacht geregnet und an mein Dachfenster getrommelt. Egal, nach dem fast schon obligatorischen Besuch von zwei naheliegenden Soldatenfriedhöfen geht es weiter in Richtung Warschau.

Die polnische Hauptstadt habe ich ja im letzten Jahr schon ausgiebig besucht, aber ich will die Möglichkeit nutzen und das Museum Warschauer Aufstand besuchen. Letzten Sommer war der Eintritt in das Museum an dem Tag gratis und es hatte sich eine ewig lange Schlange gebildet. Heute ist die Schlange zwar auch nicht kurz, aber wesentlich kürzer. Aber ich habe mir vorab eine Karte gekauft und muss daher gar nicht anstehen. Leider gilt die Karte erst ab in zwei Stunden, da die Anfahrt doch etwas schneller als geplant ablief, und so muss ich noch etwas Zeit totschlagen. Ich löse den Multi und schaue mir das Außengelände etwas näher an.

Etwa eine Stunde vor Termin hat das System ein Erbarmen, der QR-Code auf meinem Ticket wird akzeptiert. Coronabedingt muss man während des Aufenthalts eine Maske und Handschuhe tragen. Das mit den Handschuhen ist ungewohnt aber nicht weiter tragisch. Das Museum ist wirklich interessant, leider sind aber viele Stationen „zum Anfassen“ gesperrt, sodass ich bereits nach etwa einer Stunde wieder gehe. Schade, aber trotzdem hat sich der Besuch gelohnt.

Ich beschließe, den Virtual |PW10| Kotwica in meiner Planung vorzuziehen und besuche mehrere der Stationen. Irgendwann bemerke ich, dass es Mittag ist und ich den ganzen Tag quasi nichts gegessen habe. Perfekt, so kann ich in eine Milchbar essen gehen. Diese Bar mleczny, hat mit Kühen oder Milchshakes nichts zu tun, sondern erinnert an eine Kantine mit 80er Charme und günstigem, deftigem Essen. Die Gdanski Bar Mleczny kenne ich schon aus 2019. Das Essen – Kotlet schabowy (paniertes Schnitzel) mit Kartoffelbrei, Kapusta zasmażana (Krautsalat), kalte Rote-Beete-Suppe und Kompot (eine Art Fruchtsaft) – ist wie erwartet sehr lecker und kostet gerade einmal 26 Złoty (ca. 5,80 Euro).

Ein paar Caches später bin ich auf dem Weg nach Łódź. Nachdem ich im Hotel eingecheckt habe, drehe ich eine Runde durch die Innenstadt. Hier gibt es doch noch eine Handvoll Dosen fußläufig. Außerdem habe ich bei einem Virtual noch eine Rechnung offen: Dem Owner haben im letzten Jahr mehrere Fotos nicht ausgereicht, er bestand darauf, dass ich einen Zettel in der Hand haben muss, auf dem Name, Datum und Uhrzeit (!) stehen müssen. Loglöschung, Diskussion, na ja, manche Owner sind halt sehr pingelig. Wie auch immer, ich bin heute darauf vorbereitet und muss in den mitgebrachten Zettel nur noch die Uhrzeit eintragen. Den Abschluss markiert ein sehr gutes Abendessen in einem georgischen Restaurant direkt um die Ecke vom Hotel.

Aufgrund der Länge der Reise und der Menge an Eindrücken, habe ich mich entschlossen, diesen Bericht in mehrere Beiträge aufzuteilen. Weiter gehts mit Teil vier.

Ich hoffe, dir hat mein Reisebericht gefallen. Falls du Fragen hast, ab damit in die Kommentare!

Trotz Corona: Geocaching-Urlaub in Polen – Teil 2

Ich war in diesem Sommer in Polen unterwegs. Aufgrund der Länge der Reise und der Menge an Eindrücken, habe ich mich entschlossen, diesen Bericht in mehrere Beiträge aufzuteilen. Hier gehts zu Teil eins.

Ach ja: Ich verwende normalerweise die deutschen Namen der Orte. Auch wenn sie inzwischen anders heißen, sind sie doch vielen unter ihren deutschen Bezeichnungen geläufiger. Die wenigsten meiner Leser werden beispielsweise schon einmal etwas von Bydgoszcz gehört haben, Bromberg dürfte aber vielen ein Begriff sein. Danzig sowieso (und damit meine ich nicht den ehemaligen Sänger der Misfits).

Tag 4: Danzig

Der heutige Tag gehört ganz der Stadt Danzig. Ich beginne direkt nach dem Frühstück in der Altstadt, die eigentlich gar nicht Altstadt, sondern Rechtstadt heißt. Die „richtige“ Altstadt (Stare Miasto) streife ich nur kurz. Dankenswerterweise gibt es einen schönen englischsprachigen Wherigo, der einem neben dem Langen Markt mit seinen rekonstruierten Patrizierhäusern auch viele andere Sehenswürdigkeiten zeigt. Nebenher kann man wunderbar cachen, denn unterwegs kommt man unter anderem am Danziger TB-Hotel (dem Cache mit den meisten Favoritenpunkten in Polen) oder dem Neptunbrunnen mit seinem Virtual vorbei. Nachdem ich gewartet habe, bis die Klappbrücke über die Mottlau alle Schiffe durchgelassen hat, laufe ich bis ans untere Eck der Insel Bleihof, um ein Foto für den Virtual am Krantor zu schießen.

Gegen Mittag bin ich wieder am Hotel. Die Rechtsstadt lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. Vorab hatte ich eigentlich gedacht, ich müsste den ÖPNV nehmen, aber schon nach kurzer Recherche war klar, dass ich mir das schenken konnte. Ehrlich gesagt war mir das auch aufgrund der Pandemie nicht unrecht. Für den Rest des Tages waren sowieso Orte eingeplant, für die ich das Auto gebraucht habe. Entweder, weil die Strecke zu weit gewesen wäre oder weil der ÖPNV zu lange gebraucht hätte.

Ich beschließe, die Labcaches „Road to Freedom“ zu spielen und nebenher noch ein paar „richtige“ Caches einzusammeln. Start ist das Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter von 1970 direkt am Europäischen Zentrum der Solidarität. Die Labs führen einen durch interessante Teile der ehemaligen Lenin-Werft und bringen einem die Geschichte rund um die Streiks im Jahre 1980 und die Gewerkschaft Solidarność näher. Währenddessen finde ich unter anderem auch noch einen wirklich toll gemachten Cache an der ehemaligen Arbeitsschutzhalle.

Danzig hat so viel zu bieten, den Rest des Tages lasse ich mich aber von ein paar Virtuals leiten. Auf dem Weg zur Westerplatte komme ich an der Festung Weichselmünde vorbei. Okay, es ist ein kleiner Umweg, die Straße ist nicht immer ganz das, was man unter einer Straße versteht, aber der Virtual ist schnell erledigt und ohne Cache wäre ich hier sicherlich nie hingekommen.

Danach sollte eigentlich mal wieder etwas Geschichte auf dem Plan stehen. Ich fahre weiter zur Westerplatte, einer Halbinsel im Norden von Danzig. Hier begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg, als das Schulschiff Schleswig-Holstein um 4:47 Uhr (und nicht wie später von Hitler in seiner Rede behauptet um 5:45 Uhr) mit seinen schweren Schiffsgeschützen ein befestigtes polnisches Munitionslager auf der Westerplatte beschossen hat. Die Verteidiger hielten die Halbinsel bis zum 7. September und kapitulierten dann. Diese Verteidigung wurde in Polen nach dem Krieg zum Symbol des Widerstandes. Die außerordentlich große Bedeutung für die Polen macht sich heute leider bemerkbar: Scheinbar muss jeder im Umkreis von Danzig wohnende Mensch an diesem Sonntag die Westerplatte besuchen… Obwohl in Polen quasi überall geparkt wird, sind Parkplätze Mangelware. Da ich keinen Wucherpreis zahlen will, hake ich das Thema Westerplatte ab und nutze die Zeit für einen Ausflug nach Langfuhr (pol. Wrzeszcz).

Dort löse ich den zweiten Virtual an der ehemals Königliche Technischen Hochschule und heutigen Technischen Universität Danzig. Ich stelle mir die Aufgabe viel schwerer vor, als sie letztendlich ist. Neben einem Foto muss man vier Gebäudedetails Nummern zuordnen, was bei dem detailreich verzierten Gebäude zwar nicht einfach, aber doch gut machbar ist.

Weiter gehts in die Gegend, in der der Literaturnobelpreisträger Günter Grass aufgewachsen ist. Auf der einen Seite natürlich aus geschichtlichem Interesse, immerhin habe ich ein paar seiner Bücher (Das verfilmte „Die Blechtrommel“ und vor allem „Im Krebsgang“) verschlungen, aber natürlich gibts hier auch einen Cache. Eigentlich zwei, für den Mystery bin ich aber zu blöd, weil ich einfach nicht verstehe, was der Owner hier von mir will. Egal. Der Virtual ist einer der einfacheren. Neben dem Brunnen im Józef-Wybicki-Park befindet sich eine Laube mit einer Bank, auf dem der kleine Oskar aus der „Blechtrommel“ und Günter Grass sitzen. Dazusetzen, Foto machen, loggen. Nachdem ich kurz in der ul. Lelewela 13 (Labesweg 13), wo Grass seine Kindheit verbrachte, vorbeigeschaut habe, endet dieser Tag mit einem schönen Abendessen im Hotel.

Tag 5: Danzig – Sopot – Gdingen

Danzig ist Teil der sogenannten Dreistadt Danzig – Sopot (pol Zoppot) – Gdingen (pol Gdynia, auch unter Gotenhafen bekannt), deren beiden anderen Teile ich mir heute einmal anschauen will. Das klappt mal mehr, mal weniger gut. Natürlich war mir klar, dass Ende August auch trotz Corona-Pandemie andere Touristen in der Gegend sein würden. Vor allem Sopot als bekanntes Ostseebad ist relativ voll.

Zuerst schaue ich mir aber einen interessanten Virtual in Oliwa an, bei dem man durch einen Park und zu diversen Kirchen geführt wird. Drumherum suche ich noch ein paar andere Dosen, und auch einen Virtual, bevor es weiter in Richtung Norden nach Sopot geht. Dieser ist eher kurioser Natur: Aus zehn Bäumen rund um einen See muss man den kleinsten heraussuchen und sich dort fotografieren. Manchmal wundert mich echt nichts mehr.

Sopot war dann wesentlich voller, als ich es befürchtet hatte. Ich hatte natürlich Touristen erwartet, allerdings dachte ich schon, dass es aufgrund der Pandemie etwas weniger wären. Da möchte ich nicht wissen, wie voll der Ort unter normalen Bedingungen ist. Zwar finde ich einen Tradi am Krummen Häuschen, kann aber mangels Parkmöglichkeit eigentlich eingeplante Caches nicht suchen.

Weiter geht es nach Gdingen, wo das mit dem Cachen weit besser klappt. Es gibt ein paar Virtuals, die ich nach und nach besuche. Natürlich habe ich mir vorab die Listings angeschaut (und teilweise übersetzt) und weiß daher, was ich bei welchem machen muss. Also starte ich auf einer Anhöhe oberhalb der Innenstadt, um das erste Foto für den Virtual „Jak ta Gdynia się zmieniła!“ („Wie hat sich Gdingen verändert?“) zu schießen. Im Laufe der nächsten Stunden muss ich mindestens drei von zehn Stationen fotografieren. Quasi auf dem Weg finde ich ein extrem dreistes TB-Hotel mitten in der Stadt, eine Letterbox, die genau das ist, ein schöner großer Briefkasten. Schlussendlich ziehe ich weiter zur Hafeneinfahrt und zum Emigrationsmuseum. Die Labcaches und den Virtual kann ich gut lösen, die Letterbox bleibt mir verwehrt, denn das Museum, in dem die Dose liegt, hat heute geschlossen und der Wachmann lässt sich nicht wirklich zu einem Kurzbesuch überreden. Dafür kann ich mir noch einen alten deutschen Truppenmannschaftsbunker für 750 Mann anschauen und den Cache daran finden. Um auch das dritte Foto sicher zu haben, werfe ich mich noch einmal ins Getümmel und finde nebenbei noch einen Virtual und ein paar andere Dosen auf dem Südpier.

Da ich morgens eigentlich immer gegen 8 Uhr starte, bin ich gegen 13:30 Uhr fertig mit der heutigen Planung. Menschen habe ich mehr als genug gesehen, jetzt wirds mal Zeit für Ruhe und Meer. Ich google die Strände und suche mir einen aus, der etwas weiter weg von Danzig und den Touristen liegt. Der Strand „Plaza 7 Gdansk“ liegt etwa eine halbe Autostunde außerhalb, fast schon an der Weichselmündung. Vom Parkplatz aus läuft man etwa einen Kilometer durch ein Pinienwäldchen, dann ist man am Strand, an dem zwar Betrieb herrscht, die Menge an Menschen aber kein Vergleich zu Sopot ist. Der perfekte Ort, um eine Weile zu entspannen und mich daran zu erinnern, dass ich ja im Urlaub bin.

Leider gibt es hier weit und breit keinen Cache, sodass ich noch kurz an die Weichsel fahre, um an der Fähre noch einen Tradi zu pflücken. Entlang beider Seiten des Flusses gibt es übrigens einen etwa 80 Kilometer langen Trail, der aber wohl besser mit dem Fahrrad zu absolvieren ist.

Zum Abendessen gibt es heute frischen Dorsch an einem Imbiss namens „Ryby Wędzone/Ryby Smażone“, was nichts anderes als „Räucherfisch/gebratener Fisch“ heißt. Man bestellt am Wagen die Sorte Fisch, die Menge und die Beilagen, setzt sich in einer Art Hütte hin und wird aufgerufen. Die Chefin hat natürlich bei der Bestellung gemerkt, dass meine Polnischkenntnisse eher rudimentär sind und mir direkt beigebracht, dass mein Essen fertig ist, wenn sie die „dwanaście“, also die Zwölf, durchsagt. Das hat perfekt geklappt und der Fisch war zwar für Polen kein günstiges Vergnügen, aber eine absolute Empfehlung.

Tag 6: Halbinsel Hel

Bevor es morgen wieder aus Danzig weggeht, habe ich für heute einen schönen Ausflug auf die Halbinsel Hel (dt. auch Putziger Nehrung) eingeplant. Vorab habe ich mir ein paar Videos auf Youtube angeschaut, um zu sehen, was mich erwartet. Das sah nach Natur pur aus, lange Strände, menschenleer und quasi als Bonus ein paar Bunker. Und natürlich Caches. So dachte ich zumindest.

Vorher muss ich aber noch eine ganze Weile fahren. Auf dem Weg hole ich eine schön gemachte Letterbox ab, deren Rätsel für nicht polnisch sprechende Cacher sicher weit höher als D2 ist und mich eine Weile beschäftigt hat. Die wohl größte Dose dieses Urlaubs, wieder eine Letterbox, finde ich in Puck, die riseige Kiste an einem Museum ist nicht zu übersehen.

Schon am Anfang der Halbinsel merke ich schnell, dass die einzige Straße doch relativ voll ist. Ich hatte mir einen Parkplatz etwa in der Mitte ausgesucht, der aber natürlich randvoll ist. Daher fahre ich direkt bis in die Ortschaft Hel am Ende der Halbinsel. Der Plan ist, zu parken, und dann eben kleinere Bunker und Verteidigungsstellungen anzuschauen, vielleicht baden zu gehen und ein paar Dosen zu suchen.

Direkt am ersten Parkplatz ist keine Zahlung mit Karte möglich, außerdem will der nette Herr 25 Złoty (etwa 5,50 Euro). Für das Geld bekomme ich in Polen teilweise ein Mittagessen, soviel will ich fürs parken nicht bezahlen. Dann bemerke ich, dass ich ja auch einfach direkt an der Straße parken und über eine App bezahlen kann. App installiert, gestartet, eine Stunde rumgelaufen und 3 Złoty (ca. 90 Cent) bezahlt.

Die Lage ist touristisch natürlich perfekt: Mit dem Auto fährt man in etwa 1:45 von Danzig bis ans Ende der Halbinsel, der Zug braucht grob einer Stunde länger. Die Anfahrt mit der Fähre aus Danzig oder Gdingen dauert etwas über eine Stunde. Der Ort ist auch relativ voll mit Touristen, wobei es sich einigermaßen gut auf die Hauptstraße, den Strand und die Wege verteilt. Ich mache also einen schönen Spaziergang zum Strand am Ende der Halbinsel und durch den Wald.

Die Halbinsel gehörte während des Polenfeldzugs zu den Orten, die am längsten und heftigsten umkämpft wurden. Auf Hel hielt sich die polnische Besatzung, während sich die Angreifer die Zähne an ihr ausbissen, und kapitulierte erst am 2. Oktober 1939, vier Tage vor der Gesamtkapitulation Polens. Die Luftwaffe verlor allein hier etwa 50 Flugzeuge. Dementsprechend hervorgehoben werden die Fla-Stellungen und die Schiffsartillerie. Das Ende der Halbinsel ist voller kleinerer und größerer Befestigungen. Ich entdecke einiges im Wald, teilweise auch bedost, löse den Earthcache am Strand und schlendere gemütlich durch die Gegend. Hier gibt es sicher noch einiges zu sehen, auch das Museum würde mich interessieren, aber mir ist es im August einfach zu überlaufen.

So fahre ich gegen 14 Uhr wieder von der Halbinsel runter. Mein nächstes Ziel ist das Emigrationsmuseum am Hafen von Gdingen, wo ich ja noch eine Rechnung offen habe. Heute ist das Museum geöffnet, die Dame an der Kasse weiß sehr gut Bescheid und zeigt mir die sehr passende große Letterbox. Der errechnete Code passt, das Schloss öffnet sich und ich kann in aller Ruhe loggen und Trackables tauschen.

Dann heißt es noch ein leckeres Abendessen im Hotel genießen und mein Gepäck abfahrbereit machen. Morgen geht es weiter nach Rastenburg in Ostpreußen.

Tag 7: Danzig – Marienburg – Rastenburg

Ich fahre weiter nach Osten, mein heutiges Ziel lautet Rastenburg (pol. Kętrzyn) in der Woiwodschaft Ermland-Masuren im südlichen Teil des ehemaligen Ostpreußens. Wer vor 1990 in der Schule war, wird sich an das „unter polnischer Verwaltung“ im Atlas erinnern. Den nördlichen Teil bildet heute die Oblast Kaliningrad mit der ehemaligen Hauptstadt Ostpreußens, Königsberg. Gerne hätte ich hier noch ein neues Land besucht und in meine Planung eingebunden, aufgrund der Pandemie wäre neben dem Aufwand (Visum, nur Transit etc.) und auch das Risiko zu groß gewesen.

Ich verlasse also mein Hotel nach dem Frühstück und nehme die Schnellstraße S7 nach Osten. Zeit habe ich genug, denn vor mir liegen nur etwa 220 Kilometer. Wenn ich aber schon einmal in der Gegend bin, gönne ich mir einen kleinen Umweg in meine Kindheit, die ich in der Marienburger Straße verbracht habe: Ich fahre einen Schlenker über Marienburg, polnisch Malbork, einer kleinen Stadt mit einer großen Geschichte. Ihren Namen hat die Stadt von einer gewaltigen Ordensburg, die gleichzeitig der größte Backsteinbau Europas ist. Mir reicht es, die Burg von außen zu sehen und so geht es nach einer kurzen Pause weiter.

Die Fahrt nach Rastenburg unterscheidet sich von den bisherigen Routen, denn kurz hinter Elbląg (dt. Elbing) fahre ich von der Schnellstraße ab. Ab diesem Punkt gibt es nur noch Landstraßen. Autobahnen gibt es östlich von Danzig und nördlich von Warschau keine und die Schnellstraße umfährt meine Aufenthaltsorte der nächsten Tage großzügig.

Unabhängig von den Straßen beginnt jetzt der Teil meiner Reise, der mich ins bisher Unbekannte führt. Klar, in Danzig war ich bisher noch nicht, aber eine Stadt ist eine Stadt. Da warten im Normalfall keine großen Überraschungen auf den Besucher. Aber Masuren ist sehr weit ab vom Schuss, das merkt man schnell. Ich habe keine Ahnung, wie die Menschen hier auf Touristen reagieren, noch dazu, wenn sie ein deutsches Kennzeichen am Auto haben.

Ich fahre meist durch kleinere Dörfer, die einzigen Städte, Heilsberg (pol. Lidzbark Warmiński) und Bartenstein (pol. Bartoszyce), haben 15000 und 23000 Einwohner. Als Vergleich: Bad Cannstatt, der Stadtbezirk, in dem ich in Stuttgart lebe, hat fast 70000. Aber die Fahrt durch kilometerlange Alleen, teilweise komplett ohne anderen Verkehr, gefällt mir auf Anhieb. Daran könnte – und werde – ich mich für die nächsten Tage gewöhnen.

Und auch die Dosensuche kommt nicht zu kurz, auch wenn die Auswahl im Vergleich zu Danzig natürlich wesentlich geringer ausfällt. Gut gefallen hat mir ein Tradi, der eigentlich ein typischer „Liegt auf dem Weg, nehmen wir mit“ ist. Ich hatte das Listing nicht wirklich gelesen, da die Wertung nichts Außergewöhnliches versprach. Die Dose liegt in einem kleinen Unterstand, der zum Heilsberger Dreieck, einer Verteidigungsstellung aus den 1930er Jahren. Es gibt einen etwa 3 Kilometer langen Rundwanderweg, der verschiedenste Unterstände und Stellungen zeigt. Für heute zu viel, denn ich muss ja weiter, aber definitiv ein Eintrag auf meiner „Wenn ich da nochmal hinkomme, will ich das machen“-Liste!

Gegen 15 Uhr erreiche ich Rastenburg und wenig später auch meine Ferienwohnung in Carlshof (pol. Karolewo). Das Gebäude war Teil der Carlshöfer Anstalten, einer diakonischen Einrichtung, die ab 1941 als Lazarett und Unterkunft für die Wachmannschaften der Wolfsschanze genutzt wurde. Die Verletzten des Attentats vom 20. Juli 1944 wurden hier behandelt und laut Wikipedia wurde auch Hitler persönlich in diesem Lazarett geröntgt.

Nach einem kurzen Checkin, der dank Schlüsselsafe mit Code problemlos vonstattengeht, entschließe ich mich, einen Cache anzugehen, der mich seit Wochen hin- und herüberlegen läßt: Wolfsschanze / Wilczy Szaniec. Die Dose liegt nicht in dem Teil des ehemaligen FHQ, der Eintritt kostet (überwiegend identisch mit dem Sperrkreis I), sondern etwas südlich innerhalb des Sperrkreis II. Wikipedia bezeichnet die beiden Bunker als „allgemein zugänglicher Luftschutzraum mit Flak und MG-Einheiten auf dem Dach“. Wo wir direkt beim Thema wären: Der Cache liegt in einem Baum, der zur Tarnung auf dem Dach des inzwischen teilweise gesprengten rechten Bunkers gepflanzt wurde.

Da ich eigentlich (das wird sich im Laufe der Reise ändern) unter Höhenangst leide, ist die Suche nach einem Cache auf einem gesprengten, etwa 12 Meter hohen Bunker vielleicht nicht die beste Idee. Aufs Dach geht es über eine Treppe aus „Steigeisen“. Ich war mir im Vorfeld unsicher, ob ich da hochkommen würde. Nicht, weil die Eisen nicht halten würden (die waren ja für 1000 Jahre gebaut…), sondern wie gesagt, wegen meiner Höhenangst. Sicherheitshalber habe ich eine Bandschlinge mit Karabiner mitgebracht. Da die Eisen aber zu dick für den Karabiner sind, wage ich mich ohne nach oben, was sich als guter Plan herausstellt. Nach wenigen Sekunden stehe ich auf dem Dach des Bunkers, die Höhenangst ist wie weggeblasen. Ich schieße Fotos, und beginne, die Dose zu suchen, die ich nach wenigen Minuten lokalisiert habe.

Ursprünglich geplant war übrigens, den Cache früh morgens anzugehen, bevor die Touristen hier mit Militärfahrzeugen vorbeigefahren werden. Mir wurde davon erzählt, dass zur „Untermalung“ gerne Polenböller geworfen werden. Nicht die beste Voraussetzung für einen konzentrierten Abstieg. Aber natürlich passiert auf dem Rückweg vom Cache, was ich befürchtet hatte: Genau unterhalb der Eisentreppe steht ein Sd. Kfz. 247 Ausf. B voller Touristen, die erstmal das MG 34 erklärt bekamen, dann eine Pistole, inklusive Rumgeballer. Ich stehe oben neben dem ehemaligen MG-Ringstand und warte ab. Wenig später kann ich dann aber absteigen. Auf jeden Fall ein besonderer Cache und ein Erlebnis!

Als ich gegen 17 Uhr mit dem Bunker fertig bin, will ich eigentlich noch nicht zurück und mich in der Ferienwohnung langweilen. Wir Cacher sind ja bekannt dafür, ab und zu mal etwas Verrücktes zu tun. Nun war da dieser Mystery in Goldap, der vor grob zwei Wochen veröffentlicht wurde. Ich wusste, dass ich im Laufe der Reise auch durch diese Stadt kommen würde und hatte den Cache deshalb in meine Planung aufgenommen. Da der FTF immer noch nicht weg ist, entschließe ich mich, mal eben 75 Kilometer für diesen einen Cache zu fahren. Nur, um danach wieder 75 Kilometer zurückzufahren und Übermorgen nochmal an der Dose vorbeizukommen. Aber Übermorgen könnte es ja zu spät sein.

Dass die Straßen in der Gegend zwar okay, aber eben keine Autobahnen sind, habe ich ja bereits erwähnt. So brauche ich die Kleinigkeit von 90 Minuten, bis ich, wie auf Streetview angeschaut und eingeplant, neben der Dose parke. Und ja, Übermorgen wäre es zu spät gewesen. Zwei Wochen kam keiner und kaum ist der FTF weg, kommt 2 Stunden später der Nächste…

Noch ein paar Fotos am Kant-Denkmal an den Listing Koordinaten und schon geht es wieder zurück in die Ferienwohnung. Oder auch nicht. Dank Cachly entdecke ich noch einen weiteren offenen FTF in Giżycko (dt. Lötzen). Netterweise hat zwar ein Cacher alle Labcaches geloggt, den Bonus aber ignoriert. Da die kleine Stadt auf dem Rückweg liegt, löse ich die Lab Caches quasi im Vorbeifahren und kann bei inzwischen stockdunkler Nacht noch ein leeres Logbuch signieren.

Aufgrund der Länge der Reise und der Menge an Eindrücken, habe ich mich entschlossen, diesen Bericht in mehrere Beiträge aufzuteilen. Weiter gehts mit Teil drei.

Ich hoffe, dir hat mein Reisebericht gefallen. Falls du Fragen hast, ab damit in die Kommentare!