Schopska-Salat und Rakija – Geocaching auf dem südlichen Balkan – Teil 2

Wir waren zwar nur etwas über eine Woche unterwegs, aufgrund der der Menge an Eindrücken, habe ich mich aber dazu entschlossen, diesen Bericht auf zwei Beiträge aufzuteilen. Hier gehts zu Teil eins.

Tag 6 – Ohridsee – Štip – Gevgelija

Auch heute haben wir es morgens nicht eilig und stärken uns erstmal zum Frühstück mit Omelette und Früchten für den Tag. Zwar fahren wir quasi durch das halbe Land, aber wir haben den ganzen Tag Zeit. Auch, weil man die Anzahl der eingeplanten Caches an zwei Händen abzählen kann. Wir fahren bis nach Bitola, wo wir den ersten Cache, einen Multi, angehen.

Heute ist mal wieder so ein „Eigentlich“-Tag, wie ihn die meisten Cacher sicherlich gut kennen dürften. Eigentlich haben wir nur etwa 245 Kilometer vor uns, wenn wir vom Ohridsee über Bitola und Prilep nach Gradsko fahren und von dort weiter die Autobahn nach Gevgelija nehmen. Dann wären wir aber schon mittags dort. Außerdem stoßen wir, wie eingangs schon erwähnt, auf einen sehr guten Grund, einen Umweg zu fahren: Wir haben Funde in allen Regionen Mazedoniens, außer in der Region Osten bzw. Istočen.

Der nächste Cache liegt in Štip, einer Stadt mit etwa 43000 Einwohnern. Dieser ist nur etwa 30 Kilometer entfernt versteckt. Aber eben Luftlinie. Auf der Straße weitet sich das Ganze auf fast 130 Kilometer aus. Nun liegt es uns wie gesagt absolut fern, auf dieser Reise irgendwelche Landkreise oder Regionen einzufärben. Aber wenn sieben Regionen sowieso auf dem Weg liegen, dann kann man auch die achte besuchen. Vor allem, wenn man weiß, dass es am Ziel, in Gevgelija, nur zwei Tradis gibt.

Flagge Mazedonien

Štip ist eine Stadt im Osten Nordmazedoniens und Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde. Die Stadt ist Zentrum der Textilindustrie im Land und wichtiger Stützpunkt der Streitkräfte Nordmazedoniens. Die bekannte Hügelfestung Isar ragt im Westen der Altstadt auf 360 Meter über dem Meer empor und liegt an der Mündung der Otinja in die Bregalnica.

Gevgelija ist eine Stadt mit etwa 15000 Einwohnern in der Region Bojmija im Südosten Nordmazedoniens und Hauptort der gleichnamigen Opština. Sie liegt etwa 2 Kilometer vor der Grenze zu Griechenland, der Grenzübergang heißt Bogorodica/Evzoni.

Also auf nach Štip! Die Stadt ist schnell erreicht, aber wir wollen nach oben. Die Hügelfestung Isar (wie der Fluss, nur wesentlich trockener…) erhebt sich über der Stadt und verspricht drei Caches. Wir haben zwar die Mittagshitze umgangen und sind erst gegen 15 Uhr auf dem Berg, der Besuch ist trotzdem ziemlich schweißtreibend, wird aber mit sehr schönen Ausblicken belohnt.

Unterbrochen von nur einem oder zwei kurzen Abstechern zur Dosensuche fahren wir den Rest der Strecke von Štip bis kurz vor unserem Tagesziel Gevgelija. Dass wir kurz vorher anhalten hat einen Grund, der – natürlich – primär mit Geocaching zu tun hat. Auf einem Hügel (schon wieder…) steht ein Spomenik. Und damit das nicht so alleine in der Hitze – das Thermometer zeigt inzwischen über 38° im Schatten. Nur: Schatten gibts hier oben nicht… – steht, wurde dort ein Multi versteckt.

Weil wir uns Zeit gelassen haben, den klitzekleinen Umweg über Štip gefahren sind und lange in der Gluthitze versucht haben, den Multi zu finden, checken wir erst gegen 18:30 Uhr in unserem Hotel ein. Das Hotel heißt „Paint it black“, ja, wie das Lied, und der Name ist absolut Programm. Bereits der Boden (!) des Parkplatzes ist schwarz gestrichen und die Farbe zieht sich durchs ganze Hotel bis hin zu einem sehr leckeren Hauscocktail. Wir lassen den Abend bei tollem Essen ausklingen. Morgen geht es weiter nach Griechenland und wieder zurück nach Sofia.

Tag 7 – Gevgelija – Griechenland – Sofia

Die Fahrt durch den Norden Griechenlands war eher Mittel zum Zweck. Zum einen fehlte uns beiden cachetechnisch das Land. Zum anderen war die Route von Gevgelija nach Sofia über Griechenland nur etwa 15 Minuten länger als durch Mazedonien. Und die Cachedichte ist minimal höher.

Flagge Griechenland

Griechenland ist ein Staat in Südosteuropa und ein Mittelmeeranrainerstaat. Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien und die Türkei. Griechenland ist eine parlamentarische Republik mit präsidialen Elementen; die Exekutive liegt bei der Regierung, zum kleineren Teil auch beim Staatspräsidenten. Die Hauptstadt des Landes ist Athen.

Nachdem wir die beiden Tradis in Gevgelija abgehakt haben, fahren wir die kurze Strecke zum Grenzübergang. Gut vorbereitet zeigen wir unser PLF (Passenger Locator Form, Einreiseformular), beantworten die Fragen des Beamten und schon dürfen wir weiter. Vorbei an einer Schlange von Menschen, die scheinbar noch einen Covid-Test vorzeigen müssen. Mit etwa 20 Minuten Wartezeit ist damit auch unser längster Grenzübertritt erledigt und wir sind in Griechenland.

Wir fahren eine Weile übers Land und die Straßen kommen uns plötzlich viel besser vor als noch in Mazedonien. Vielleicht bilden wir uns das nur ein, vielleicht ist es wirklich so, wer weiß. Der erste Cache wird angesteuert, ein alter Bahnhof bei Kalindria. Sehr schön ist, dass es ein Lost Place ist, den ich gerne etwas näher anschauen würde. Weniger gut ist, dass drumherum gerade Baumschneidearbeiten stattfinden und wir misstrauisch beäugt werden. Also machen wir erst einmal Pause, bis wir kurze Zeit später den Bahnhof ganz für uns haben.

Nachdem das Gebäude angeschaut wurde, wage ich mich zum Cache. Unverständlich, warum dieser am zweiten Bahnsteig zwischen den Gleisen liegt und nicht am Gebäude. Trotzdem wird er problemlos gefunden und wir können wieder zurück ins klimatisierte Auto. Länderpunkt Griechenland! Somit kann ich Griechenland endlich von der Liste der „Länder, in denen ich schon war, aber noch keine Caches gefunden habe“ streichen.

Da unser ursprünglicher Plan war, über den Grenzübergang Dojran nach Griechenland einzureisen, besuchen wir noch zwei Caches in dessen Nähe. Beide liegen auf einem Hügel. Der erste an einem Denkmal der britischen Armee, die hier im Ersten Weltkrieg an der Salonikifront gegen die Mittelmächte kämpfte. Der zweite Cache liegt an einem Soldatenfriedhof der griechischen Armee zur Schlacht von Doiran 1913 im Zweiten Balkankrieg. Wir setzen unsere Fahrt Richtung Osten fort, halten für eine Handvoll Caches an und sind bald wieder in Bulgarien und auf dem Weg nach Sofia. Dort geht es kurz in einen Supermarkt und dann direkt in unser Hotel am Flughafen.

Im Hotel das übliche Spiel: Einchecken, frisch machen, überlegen, wo man etwas essen gehen kann. Letzteres fällt allerdings flach, zumindest was die Auswahl angeht: Die Drei-Meere-Initiative hält ihr jährliches Gipfeltreffen just ab heute in Sofia ab. Und da müssen natürlich wichtige Persönlichkeiten vom Flughafen abgeholt werden. Damit diese auch wirklich sicher sind, wird an jeder Einfahrt, an jeder Kreuzung und gefühlt an jedem Strauch im Umkreis ein Polizist postiert. Fahren ist nicht erlaubt. Das wäre für uns kein Problem, denn wir könnten zu einem Restaurant laufen. Dürfen wir aber auch nicht. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als im Hotel zu essen, was zwar für Bulgarien doch relativ teuer ist, aber die einzige Alternative ist und auch wirklich schmeckt.

Tag 8 – Sofia

Der letzte komplette Tag der Reise gehört ganz der bulgarischen Hauptstadt. Ursprünglich wollen wir mit den Öffentlichen in die Innenstadt. Die Metrostation am Flughafen ist aber ein ganzes Stück von unserem Hotel entfernt und mit dem Bus dauert die Fahrt fast eine Dreiviertelstunde. So entschließen wir uns, mit dem Auto zu fahren und es im Parkhaus am Wassil-Lewski-Nationalstadion abzustellen.

Von dort aus können wir uns erst einmal im Park Borissowa gradina umschauen, in dem sich neben dem Nationalstadion auch das Balgarska-Armija-Stadion von ZSKA Sofia und das Partisanendenkmal befinden. Wir sind gut vorbereitet und sehen einige Ecken des Parks bei der Suche nach Caches.

Wir laufen weiter nach Norden, über die Adlerbrücke, vorbei am Denkmal der Sowjetischen Armee, als sich eine Besonderheit von Sofia zeigt: Die Straßen rund um die bulgarische Nationalversammlung bestehen aus gelben Pflastersteinen. Warum und woraus die Steine bestehen, darüber klärt ein Earthcache auf.

Die Farbe des Bodens wechselt wieder und wir stehen direkt vor der berühmten Alexander-Newski-Kathedrale, einem der Wahrzeichen Sofias. Wir lösen einen etwas aufwendigeren Virtual, der uns „zwingt“, einmal um die Kathedrale zu laufen.

Der andere Virtual Sofia City Center – VR besteht aus zwei Wegpunkten. Am ersten, dem Nationaltheater, schießen wir schnell ein paar Selfies. Da die Aufgabe am zweiten Wegpunkt, nur zu jeder vollen Stunde möglich ist, beeilen wir uns etwas und stehen wenig später vor dem Präsidentenpalast. Der Wachwechsel beginnt pünktlich, wir können einen Haken an den Virtual machen und beschließen, noch ein paar Caches weiter nördlich zu suchen.

Quasi zum Abschluss unseres Stadtrundgangs besuchen wir noch drei Caches, die eine Seltenheit in Sofia darstellen: Sowohl I ❤️ Sofia, als auch Giocase Hybrid & Hotel und Bulgaria Gold TB Hotel sind größere Dosen und allesamt auch wirklich da! Was sich für einen deutschen Cacher normal anhört, ist in Sofia nicht alltäglich. Die lokale Community hat bereits seit 2016 (!) massive Probleme mit einem „Anti-Cacher“, der scheinbar eine große Ausdauer hat und konstant Caches klaut oder zerstört. Diese drei Caches liegen in Geschäften bzw. Cafes und sind deshalb relativ sicher.

Auf dem Rückweg zum Auto stehen wir an der Ampel gegenüber des Lewski-Stadions und unterhalten uns über Fußball. Die Erinnerungen an bulgarische Spieler sind mal gut (Krassimir Balakow beim VfB Stuttgart oder Hristo Stoichkov) und mal weniger gut (Jordan Letschkow bei der WM 1994). Neben uns steht ein Mann mit seinem kleinen Sohn, der scheinbar ein paar der Namen versteht und schon entsteht ein sehr interessantes Gespräch über Fußball im Allgemeinen und Fußball in Bulgarien im Besonderen. Wir erfahren auf wenigen Metern Wegstrecke einiges über die Mannschaften, die hier ihre Spiele austragen, bevor wir uns verabschieden und zum Hotel zurückfahren.

Nach etwas Ausruhen fahren wir zurück in die Stadt, denn da wir beide geschichtlich sehr interessiert sind, bietet es sich an, ein Museum zu besuchen. Das Bulgarische Nationale Militärgeschichtliche Museum hat ein relativ großes Außengelände, auf dem neben Artillerie, Flugzeugen, Panzern und sonstigen Fahrzeugen des Warschauer Paktes auch Exponate aus Ersten und Zweiten Weltkrieg stehen. Beispielsweise sehen wir einen Panzer IV Ausf. J und ein Sturmgeschütz III Ausf. G, die in Diensten der bulgarischen Armee standen und vom verbündeten Deutschen Reich geliefert wurden.

Die Ausstellung des Museums im Gebäude ist etwas ungewohnt. So bekommen wir jeder ganze vier Eintrittskarten. Wieso das so ist, merken wir schnell. In jedem (!) der vier Stockwerke wird eine andere Karte kontrolliert und uns erst dann Zugang gewährt. Natürlich auch jeweils von einer anderen Kontrolleurin. Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auf Bulgarisch… Die Ausstellung an sich ist sehr interessant und zeigt eine große Bandbreite an Uniformen, Waffen und Orden.

Wir verbringen etwa 1,5 Stunden im Museum, dann wird es so langsam Zeit für das letzte Abendessen der Reise. Allerdings haben wir keine Lew mehr und wollen natürlich lokal essen. Was auf dieser Reise eigentlich nie ein Problem war, nämlich mit Kreditkarte zu zahlen, ist bei kleinen Restaurants nicht so ganz einfach. Zwei Google-Empfehlungen fahren wir an, beide nehmen nur Bargeld.

Die dritte, „Das tapfere Schneiderlein“, entpuppt sich als Gartenlokal mitten in einem Wohngebiet. Die Karte stellt uns dann vor eine etwas größere Herausforderung, denn sie ist natürlich nur in Kyrillisch und Google Translate kommt an seine Grenzen. Wir wissen aber zumindest grob, was wir bestellt haben und das, was wenig später auf unserem Tisch steht, schmeckt.

Tag 9 – Rückflug

Der Tag ist schnell erzählt und unspektakulär. Wir checken aus dem Hotel aus, suchen noch ein paar Dosen, dann fahren wir zum Flughafen und geben den Mietwagen zurück. Bevor wir durch die Sicherheitskontrolle gehen, bietet sich noch ein kleiner Spaziergang durch den Airport Park an.

Schopska-Salat? Rakija?

Schopska-Salat oder Šopska Salat ist ein traditioneller Salat der Balkanküche, der in Bulgarien, Mazedonien und Serbien, sowie teilweise auch in weiteren Ländern des Balkans, verbreitet ist. Er besteht aus Gurken, Tomaten, gelegentlich Paprika, Zwiebeln, Petersilie, Salz, Zitronensaft oder Essig, Öl und „Sirene“-Schafskäse, der über den Salat gerieben wird. Wo er genau erfunden wurde, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, allerdings wurden die Zutaten angeblich ausgewählt, weil sie den drei Farben der bulgarischen Flagge (weiß-grün-rot) ähneln. Wir haben den Salat fast täglich als Vorspeise gegessen.

Rakija oder Rakia, ist ein Obstbrand, der durch Destillation vergorener Früchte hergestellt wird. Er ist ein beliebtes Getränk in den Ländern der Balkanhalbinsel und hat normalerweise einen Alkoholgehalt von 40%. Außer, er ist selbst gebrannt, dann können es auch mal 60 oder 70% sein. In Deutschland kennt man vor allem den Sliwowitz aus Pflaumen, Rakija kann aber aus allen möglichen Früchten hergestellt werden. Mein Urlaubsmitbringsel wurde zum Beispiel aus Trauben destilliert. Rakija gilt als das Nationalgetränk einiger südslawischer Völker.

Caches

Die Cachequalität ist unterirdisch und doch gut. Wie das geht? Nun, viele Caches sind weg oder schlecht bis gar nicht gewartet. Auf der anderen Seite wird einem eigentlich immer etwas Besonderes gezeigt. Einen Cache, der „da liegt, weil da noch Platz war“ haben wir eigentlich sehr selten gefunden.

Cacher, die sämtliche Regeln buchstabengemäß einhalten, müssen jetzt stark sein. Wie in vielen Ländern, in denen Geocaching nicht so verbreitet ist, wie in Deutschland, leben die Caches dort auch von Fremdwartung. Was ich in Deutschland nie (bzw. maximal in Absprache mit dem Owner) tun würde, sorgt in allen vier Ländern dafür, dass es das Thema Geocaching dort überhaupt (noch) gibt. Es kann also nicht schaden, ein paar Petlinge und Logbücher mit in den Koffer zu packen.

Tipps (Sprache, Geld, Verkehr etc.)

Wir sind eigentlich überall mit Englisch, manchmal sogar mit Deutsch durchgekommen. Ansonsten muss man eben auch mal Hände und Füße verwenden.

Zu beachten wäre, dass sowohl in Bulgarien, als auch in Mazedonien das kyrillische Alphabet verwendet wird. Normalerweise stehen bspw. Ortsnamen auch in lateinischen Buchstaben auf Straßenschildern. Das ist allerdings nicht immer so. Mir persönlich fällt das Lesen von kyrillischen Wörtern nicht schwer, solange ich mir das Wort zusammenreimen kann.

Wir haben sowohl in Bulgarien als auch in Mazedonien Geld am Automaten gezogen, allerdings wären wir wohl auch bargeldlos klargekommen, wenn auch an manchen Stellen etwas schwieriger. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert.

Ich habe seit einigen Jahren eine Mastercard von Revolut, in der ich ein Konto in der Landeswährung anlegen kann. Vor (und zur Not auch während) jeder Reise wechsle ich einen Betrag um und kann im jeweiligen Land wie „daheim“ bezahlen. Ich muss keine Kurse beachten und brauche auch keine Angst haben, in irgendwelchen Wechselstuben abgezockt zu werden. Für bulgarischen Lew ging das, für mazedonische Denar nicht. Das machte aber nichts, da die Karte den Betrag 1:1 zum Interbankenkurs und ohne zusätzliche Gebühren umgewechselt hat.

Tipp: Wenn du gefragt wirst, ob du in der lokalen Währung oder in Euro zahlen willst, unbedingt immer die lokale Währung auswählen! Anderenfalls werden gerne mal Wechselkurse zu deinen Ungunsten verwendet.

Die Autobahnmaut in Bulgarien war im Mietwagen schon drin, die Vignette klebte an der Windschutzscheibe. Normalerweise kostet sie zwischen umgerechnet 5 Euro für ein Wochenende und 50 Euro für ein Jahr. In Mazedonien gibt es wie bspw. in Frankreich ein streckenabhängiges Mautsystem und ist relativ günstig. Bezahlt werden kann mit mazedonischem Denar (MKD) oder in Euro, wobei man diesen Komfort bezahlen muss, da großzügig aufgerundet wird. Eine Strecke kostet umgerechnet etwa zwischen 65 Cent und 1,50 Euro. Man kann angeblich auch mit Karte bezahlen, ich erinnere mich aber nicht, dass das auch möglich gewesen wäre. In Griechenland sind wir auf keiner mautpflichtigen Straße gefahren.

Der Verkehr an sich unterscheidet nicht großartig von anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks oder Südeuropas. Es wird gerne mal in Kolonnen überholt, wenn man gerade dabei ist, auch mehrere Autos. Was ich erwartet habe, nämlich wildes Gehupe, kam eigentlich gar nicht vor. Alles in allem nicht anders als in Polen oder Italien. Die Straßen sind allerdings nicht immer asphaltiert und wenn sie asphaltiert wurden, dann nicht immer in den letzten 5 Jahren. Oder 20 Jahren. Sprich: Auch die beste jugoslawische Straßenqualität lässt irgendwann nach und man muss mit Schlaglöchern rechnen.

Einschränkungen durch Corona

Man darf natürlich nicht vergessen, dass wir trotz niedriger Inzidenzen immer noch während einer Pandemie unterwegs waren. Allerdings waren die Besonderheiten und Einschränkungen selten gravierend. Klar, auf dem Flughafen und im Flugzeug musste eine Maske getragen werden. Wie aus Deutschland gewohnt gab es eine Maskenpflicht in Geschäften und in öffentlichen Bereichen der Hotels. In Restaurants saßen wir meist an der frischen Luft, da war eine Maske sowieso kein Thema.

Bei der Abreise aus Deutschland und der Einreise in Bulgarien wurde das Datum der zweiten Impfung gecheckt, das war’s. Bei den Grenzübertritten nach Mazedonien und Albanien wurde die Impfung nicht genauer überprüft, allerdings haben wir dem Zöllner immer Pass und Impfpass zusammen gegeben. Evtl. wurde da reingeschaut, explizit gefragt wurde nicht.

Einzig die Einreise nach Griechenland war etwas aufwendiger. Man musste vorab auf der Website der griechischen Regierung ein Formular („Passenger Locator Form“, PLF) ausfüllen und hat dann um Mitternacht des Einreisetages eine Email mit QR-Code bekommen. Diesen musste man an der Grenze vorzeigen. Gescannt wurde er bei uns zwar nicht, aber gut. Auch waren nur manche Grenzübergänge geöffnet. Trotzdem ging die Einreise innerhalb von 20 Minuten über die Bühne.

Fazit

Was war noch gleich mit Spanien? Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich wirklich froh darüber bin, dass wir umplanen mussten. Die Chance, dass ich sonst irgendwann in nächster Zeit mal nach Mazedonien oder Albanien gekommen wäre, war relativ gering. Zumindest geringer als bei der Iberischen Halbinsel. Spanien und Portugal gehören ja eher zu den Ländern, in die man einfach einen Flug bucht und grob weiß, was einen erwarten wird.

Diese Reise hat sich zu keiner Zeit wie ein Ersatz angefühlt, das war vielleicht das Wichtigste. Es gab zwar viele Unbekannte, viele Klischees und ja, auch ein paar kleinere Ängste. Wobei Ängste vielleicht das falsche Wort ist. Unsicherheiten passt besser. Denn Angst hatten wir nie. Belohnt wurden wir mit vielen neuen, überwiegend schönen, Eindrücken, gutem und preiswertem Essen und natürlich auch ein paar Caches.

Mir haben alle besuchten Länder gefallen, wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich Griechenland schon kannte und wir natürlich nur einen sehr kleinen Teil Albaniens zu Gesicht bekommen haben. Am besten fand ich Mazedonien, vor allem der Ohridsee lohnt sich wirklich.

Ich hoffe, dir hat mein Reisebericht gefallen. Falls du Fragen hast, ab damit in die Kommentare!

Futter für FTF-Jäger

Heutzutage wird die FTF-„Jagd“ immer schwieriger: Kaum ist ein Cache veröffentlicht, geht das Gerenne los. Ich gebe zu, ich spiele da auch gerne mit.

Und trotzdem gibt es Geocaches, die seit Jahren ungefunden sind. Wer also unbedingt einen FTF braucht: Hier stehen die Chancen gut.

Der älteste ungefundene Cache in Deutschland nennt sich „Veteranen-Cache (X Y GC)“ und wartet seit gerademal 2,5 Jahren.

Edit vom 10.12.2012: Der Cache wurde am 08.12.2012 gefunden. Danke an Ulf für die Info. Die nächsten beiden Chancen auf einen „alten“ FTF warten in Lüdenscheid. Sowohl „Nordbahnhof“ als auch „Frei Parken“ wurden am 12.04.2011 versteckt.

Da haben andere Länder „mehr“ zu bieten. Der älteste offene FTF in Europa (und drumrum) ansich (es gibt noch einen Tiefseecache auf den Azoren, die zu Portugal gehören) liegt in Frankreich. Vor sage und schreibe über 10 Jahren (20.07.2002) wurde „Puppet Theatre stash on the Mont Blanc“ von einigen Cachern aus Estland am Mont Blanc auf 4074 Metern versteckt.

Danach dauert es ganze 3 Jahre bis zum nächsten. Der liegt in der Türkei (die ich jetzt einfach mal zu Europa dazunehme), hört auf den Namen „derin“ und befindet sich seit dem 12.05.2005 auf einer verlassenen Insel westlich von Izmir.

Seit 2006 wartet ein Cache in Russland auf den FTF. „Fantasy in Stone“ hat immerhin schon einen DNF hinter sich.

Daß in Russland als riesiges Selten-Urlaubsland und vor allem als „Geocaching.com-Verweigerungsland“ FTFs offen sind, liegt ja irgendwie noch nahe. Aber Griechenland? Gut, „Pontikos, Vrachonisida @Varkiza Athens“ liegt auf einer kleinen Insel gut 3,5 Kilometer vom Festland entfernt. Aber ein Boot sollte dort doch kein Problem sein.

Das kann man beim nächsten nicht verwenden: Immerhin seit 2007 (Publish 2009) wartet die Letterbox „Grande Ciamarella“ in den italienischen Alpen auf einen Finder.

Wer seine FTF-Reise etwas weiter weg planen will, der sollte nach Amerika fliegen. Im nördlichen Teil liegt der wohl älteste ungefundene Cache weltweit: „4.5lb Walleye“ ist ein D4.5/T4.5, der seit dem 23.06.2001 in Kanada liegt.

Danach gehts aber in den Süden: Auf einer kleinen Insel vor Venezuela wartet „Conch Shell Horn“ seit dem 10.07.2001 auf einen Cacher.

Gleich „nebenan“ gibt es mehrere alte FTF-Chancen in Honduras: Der älteste ist „ECO UNO“ (Publish 01.01.2002).

Wer weiß, vielleicht habe ich hier dem einen oder anderen die Urlaubsplanung etwas „erleichtet“ 🙂

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