Geocaching in 15 Ländern in 24 Stunden

Geocaching quer durch Europa. Durch 15 Länder. Und das Ganze in 24 Stunden. Oder: Hast du am Samstag schon was vor?

Ich bin eigentlich so gar kein Freund von diesen “in 24 Stunden”-Geschichten. Daher war mein erster Gedanke, als ich von dieser Tour hörte auch “So ein Quatsch, das kann man auch an einem Wochenende entspannt(er) machen”.

Trotzdem kam irgendwann eins zum anderen und ich schaute mir diverse Routen an, denn es gab schon einige “Vorgänger”. Die einen haben sich sogar sponsorn lassen, um durch “nur” 12 Länder zu kommen. Den “Weltrekord” hat sich 2011 ein Team aus den Niederlanden geholt. Zumindest beanspruchen sie diesen für sich.  2017 haben sie diesen dann an vier Cacher aus Finnland wieder verloren.

15 Länder?

Gestartet wird im Süden der Niederlande. Von dort geht es durch Belgien und Luxemburg nach Frankreich. Ein kurzer Schlenker über den Rhein nach Deutschland, weiter durch die Schweiz und Liechtenstein nach Österreich. Über den Brenner nach Italien, zurück nach Österreich, nach Slowenien, einen Kurzbesuch in Kroatien, durch Ungarn, die Slowakei und die Tschechische Republik nach Polen. Soweit waren sich quasi alle Teams einig.

Es gab auch eines, das die Tour in einem Jahr gleich zweimal absolviert hat. Einmal die 15 Länder auf einer ähnlichen Route wie wir. Und einmal von Kroatien statt durch Ungarn, die Slowakei und Tschechische Republik nach Polen über Bosnien-Herzegowina, Serbien und erst dann durch Ungarn und die Slowakei. Deren Endstation war dann die Tschechische Republik als Land Nummer 16. Das erschien uns dann doch etwas zu viel, mal davon abgesehen, daß Serbien und Bosnien-Herzegowina nicht zu EU und/oder Schengen gehören und man dort schon mal eine Weile an der Grenze warten muß.

Die Planung

Die richtige Route herauszubekommen, war gar nicht so einfach. Zuerst wollte ich einfach die Planung der Finnen übernehmen und ggf. etwas optmieren. Dann wurde etwas mehr optimiert, gedreht, umgeplant, verworfen und am Ende dank passenderem Hotel teilweise komplett anders geplant. Ja, letztendlich hieß unser Endziel in Polen dann Cieszyn und nicht Chałupki wie bei den anderen Gruppen. Das lag wie gesagt daran, daß es dort ein bezahlbares Hotel gibt und die Routen sich zeitmäßig relativ wenig schenken.

Nachdem das mit dem Hotel klar war, habe ich einige Stunden vor Google Maps und Tomtom Mydrive verbracht, Zeiten verglichen, gerechnet und ausprobiert. Letztendlich ging unsere Route statt über Brünn nach Chałupki eben länger durch die Slowakei nach Cieszyn. Ansonsten war sie den anderen relativ ähnlich.

Ich habe die Route einmal auf einer Google Karte dargestellt.

15 Länder in 24 Stunden - Die Route

Nachdem die Route klar war, ging es an die genauere Planung der Caches. Natürlich kann man da – leider – nicht danach schauen, die tollsten Caches auf die Liste zu schreiben. Optimal auf der Route müssen sie liegen. Noch dazu sollten es natürlich einfache Dosen sein. Sicher, das Ganze mit T5ern zu machen hätte für manchen Cacher sicher seinen Reiz, aber ob das zeitlich hinhaut?

Ich habe eine Exceltabelle erstellt, in die ich die vom Routenplaner ausgegebene Ankunftszeit jeder Station (Cache/Tankstop) eingetragen habe, dazu die Ankuftszeit inklusive der Suchzeiten. An jeder Station habe ich eingetragen, wann wir geloggt haben und so automatisch anzeigen lassen, wieviel Plus oder Minus wir aktuell haben. Das ließ uns doch die Sache entspannt angehen, weil ich scheinbar sehr pessimistisch geplant hatte. Für Tankstops 10 Minuten (ohne Cache) bzw. 15 Minuten, wenn an dem Rastplatz gleichzeitig noch ein Cache lag. Dazu 5 Minuten reine Suchzeit pro Cache. Aber man weiß ja nie, wie lange man letztendlich wirklich sucht.

Tipps für die Planung

  • Plane in jedem Land mindestens zwei Caches ein. Mindestens. Wenn eine Dose weg ist, kannst du zur nächsten fahren und verlierst keine Zeit bei der Suche nach einem geeigneten Cache. Optimalerweise checkt der Beifahrer unterwegs den Stand der Dinge (DNF Logs etc.).
  • Plane rechtzeitig und plane permanent, immer wieder. Nichts ist so unbeständig wie Geocaches. Vielleicht wird statt dem T3, bei dem du dir nicht sicher bist, ob du ihn schaffst, ein einfacher 1/1er direkt auf dem Weg veröffentlicht. Sobald die Route steht, mußt du sie regelmäßig auf Veränderungen prüfen.
  • Behalte die Caches im Blick. Jeder weiß, wie schnell eine Dose gemuggelt oder archiviert ist.
  • Oder um die letzten drei Punkte zu verkürzen: Du mußt neben einem Plan A und B auch noch einen Plan C und D haben.
  • Eigentlich sollte das klar sein: Binde mehr als einen oder zwei Fahrer ein. Jeder muß mal schlafen. Wir waren vier Fahrer, das klappte gut.
  • Plane genügend Tankstops ein, mit ausreichender aber nicht übertrieben langer Strecke dazwischen. Nichts kostet mehr Zeit, als mit fast leerem Tank krampfhaft nach einer Tankstelle zu suchen. Wir hatten einen Tankstop im Süden von Luxemburg, einen in Österreich und einen in Slowenien eingeplant. Der Stop in Luxemburg muß rein von der Reichweite eigentlich noch nicht sein. Aber dadurch kann man Länder mit teurem Benzin (Deutschland, Schweiz, Liechtenstein) umgehen und muß auch nicht bis zum letzten Tropfen Benzin fahren. Optimalerweise tankt man dann an einer Stelle, an der es auch gleich einen Cache gibt. Zwischen den Tankstops hatten wir jeweils grob 600 Kilometer Strecke.

Ausrüstung

Ein Auto ist natürlich ein Muß. Klar, man kann das vielleicht auch mit einem Motorrad fahren, aber ob das allein so viel Spaß macht und überhaupt machbar ist? Ich würde das bezweifeln. Je nach Anzahl der Mitcacher macht es Sinn, ein Fahrzeug zu mieten.

Wir waren zu siebt, hatten erst einen Sharan im Auge, haben aber zum Glück noch umdisponiert. Letztendlich wurde es ein quasi neuer Citroën Jumpy der dritten Generation mit 9 Sitzplätzen. Avis scheint die einzige “große” Autovermietung zu sein, die Fahrten in jedes EU-Ausland (plus Schweiz und Liechtenstein) problemlos duldet und gleichzeitig keine Kilometer begrenzt.

Ohne ein Navigationsgerät gehts auch nicht, obwohl ich die Tour am Schluß der Planung wahrscheinlich auch ohne hätte fahren können. Mein Tomtom Go 5000 hat uns sehr gut geleitet, die wenigen Staus oder Verkehrsprobleme, die wir hatten, wurden rechtzeitig angezeigt. Zur Sicherheit hatten wir noch ein Navi von Garmin dabei, wenn alle Stricke gerissen wären, wäre auf jedem Handy Google Maps verfügbar gewesen.

Die Tour

Am Karfreitag treffen wir uns um 12 Uhr am Flughafen Stuttgart, um unseren Mietwagen entgegenzunehmen. Wir machen uns auf den Weg nach Eijsden in Holland, wo wir um Mitternacht starten wollen. Ein paar Dosen noch auf dem Weg und gegen 21:40 treffen wir in der Brasserie La Meuse ein, um noch einmal etwas Warmes zu essen. Danach gehts zum ersten Cache, den wir Punkt 0 Uhr loggen.

00:00 Uhr – Land 1 – Niederlande – GC4Y2FE bluspunt
Der Cache am Krematorium wird problemlos gefunden, allerdings nehmen wir zuerst die falsche Einfahrt. Gut, daß wir genug Zeit eingeplant haben.

01:35 Uhr – Land 2 – Belgien – GC1K0XM Pitstop “Hondelange 1”
Die Fahrt durch Belgien wird tatsächlich von einer roten Ampel in Lüttich unterbrochen… Das Navi zeigt dann schonmal ganze 3 Minuten mehr an, als geplant war. Das geht ja gut los. Wo der Cache sein muß, ist mit einem kurzen Blick auf Streetview sofort klar. Genau da war er auch. Nur dauerte es, bis wir ihn endlich befreien konnten.

01:44 Uhr – Land 3 – Luxemburg – GC1E268 Have a break – A6 exit Steinfort
In Luxemburg müssen wir kurz von der Autobahn runter, weil es keinen Cache gibt, der geschickt auf einem Rastplatz liegt. Der Umweg ist nur kurz und nach wenigen Minuten sind wir wieder auf der Autobahn, nur um kurz danach unseren ersten Tankstop einzulegen.

03:14 Uhr – Land 4 – Frankreich – GC7G2WC Le grand Far
Der ursprünglich geplante Cache zeigte sich nach einigen Minuten Suche nicht, also mußte Plan B her. Auch hier ging die Fahrt kurz von der Autobahn runter.

04:30 Uhr – Land 5 – Deutschland – GC6NDYG Haus am See
Zwischen Straßburg und Offenburg fahren wir Bundesstraße. Etwas abseits haben wir einen schönen Cache gefunden.

05:43 Uhr – Land 6 – Schweiz – GC76RFM Welcome to Switzerland
Autobahn, Rastplatz und tolle Dose, das hat hier funktioniert. Inzwischen haben wir 20 Minuten gegenüber der Planung gut gemacht.

07:34 Uhr – Land 7 – Liechtenstein – GC5K3XE … Schaantastische Radrunde # 1
Der Cache liegt mitten im Land und mitten im Ort. Wir finden ihn schnell. Und hell ist es inzwischen auch.

08:25 Uhr – Land 8 – Österreich – GC1YRRH S16 – Kilometer 44.5 Süd, Klösterle
Der nächste Tankstop mit Pinkelpause und Dosensuche. Ich habe hier 15 Minuten eingeplant, letztendlich haben wir aber bisher soviel Plus, daß wir uns Zeit lassen können.

10:34 Uhr – Land 9 – Italien – GC6E460 [A22] Bressanone – Val Pusteria
Kurz vor dieser Dose merkt einer der Mitfahrer, daß er sie schon gefunden hat… Wir suchen sie trotzdem und fahren danach eben zu einer zweiten in Italien.

10:48 Uhr – Land 9 – Italien – GC1N1WA loden
Der zweite Cache in Italien. Jetzt sind wieder alle Reisenden auf dem selben Stand. Anschließend zieht es sich ordentlich durch Italien und Österreich.

15:58 Uhr – Land 10 – Slowenien – GC7FR7B Dobrenje A01 car trail
Das längste Stück der Fahrt ohne Cache liegt hinter uns. Wir tanken noch einmal und machen eine Pause.

16:09 Uhr – Land 10 – Slowenien – GC7FR93 Dobrenje A22 car trail
Netterweise hat der Owner des letzten Caches auf den selben Rastplatz noch einen zweiten gelegt. So haben wir alle etwas Bewegung und ein Ziel 🙂

17:03 Uhr – Land 11 – Kroatien – GC6GAG3 Crkva Marije Kraljice i Svetog Ladislava
Ich dachte eigentlich, daß ich mich in Sachen EU und Grenzen auskennen würde. Woran ich nicht gedacht habe: Kroatien ist noch nicht dem Schengener Abkommen beigetreten. So steht vor diesem Cache erstmal eine Grenzkontrolle an. Den Cache finden wir in strömendem Regen, bevor es wieder zurück nach Slowenien geht.

17:47 Uhr – Land 12 – Ungarn – GC8645 Millfarm
Ein Virtual von 2002, der fast auf der Strecke liegt. Bei der Planung beschließe ich, daß wir diesen Umweg nehmen können, wenn es die Zeit zuläßt. Da wir trotz Grenzkontrolle immer noch fast 20 Minuten gutgemacht haben, schauen wir uns das Gebäude und die kuriosen Statuen an.

19:24 Uhr – Land 12 – Ungarn – GC6KGJ7 Take me to curch
Der erste “richtige” Cache in Ungarn, da der Virtual nicht zählt. Entgegen der Vermutung was Titel und Rechtschreibung angeht, ist der Cache einfach versteckt und findbar.

20:36 Uhr – Land 13 – Slowakei – GC2J176 D1.1 Cervenik 68,5 km BA-ZA
Die ganze Fahrt durch Ungarn regnet es ununterbrochen. Um Bratislava rum bessert sich das Wetter und es wird zumindest trockener. Diese Dose müssen wir etwas suchen, finden sie aber schlußendlich doch und müssen keinen Ersatzcache anfahren.

22:51 Uhr – Land 14 – Tschechische Republik – GC49H4M 1.Kostel Slezske cirkve evangelicke
Bei Žilina endet die slowakische Autobahn und wir fahren fast 60 Kilometer Bundesstraße, bevor die tschechische Autobahn startet. Das zieht sich, aber wir sind noch vor 23 Uhr am Cache, den wir sofort finden.

23:00 Uhr – Land 15 – Polen – GC74PWV Harcerski Kesz (1) Dom Harcerza w Cieszynie
Da die Stadt zweigeteilt ist, fahren wir von Český Těšín in Tschechien nach Cieszyn in Polen und brauchen dafür nur wenige Minuten. Wir halten am letzten Cache. Eilig haben wir es schon lange nicht mehr, wir haben noch über eine Stunde Zeit bis die 24 Stunden rum sind. Der letzte Cache ist gefunden, geloggt und wieder versteckt. Wir fahren ins Hotel.

Schwanzvergleiche und Rekorde

Interessieren uns nicht. Andere scheinbar schon. Wenn jemand die Tour in 22 Stunden schafft oder 16 Länder, Respekt. Wie üblich beim Geocaching macht ihn das aber weder besser noch irgendjemand, der länger braucht, schlechter. Aber eigentlich sollte das klar sein.

Mußte das sein?

Ja.

Und die Umwelt?

Ach ja: Wenns rein um den ökologischen Aspekt geht, dann kann man sich über eine solche Tour natürlich trefflich streiten. Man kann es schönrechnen – in beide Richtungen. Keiner von uns würde das Wochenende über daheim bleiben, ob jetzt sieben Autos je X Kilometer fahren oder ein Auto x*7 dürfte eigentlich keinen Unterschied machen. Letztendlich kommt auch einiges zusammen, wenn man immer mal wieder wegen einer Dose irgendwo hinfährt. Das ist ja das Schöne am Geocaching, jeder kann es machen, wie er es will. Solche Touren muß auch niemand toll finden, aber man sollte respektieren, daß es Cacher gibt, die das tun. Genauso, wie es Menschen gibt, die stundenlang in der Gegend rum rennen, nur weil in Griechenland ein Bote das Selbe gemacht haben soll. Oder ihre Kinder im SUV in die Kita bringen. Oder stundenlang im Kreis fahren. Oder mal eben nach Malle fliegen. Und zu guter Letzt: Man macht das ja auch nicht jede Woche.

Zahlen

Ab Stuttgart 3528 km gesamt, davon grob 2000 für die 15 Länder. 410,97 Euro für den Mietwagen. Diesel für 372,94 Euro. 134,87 Euro für Maut/Vignetten. 125 Euro für 6 Hotelzimmer. Pro Person kamen bei uns sieben je 149,11 Euro raus, plus Verpflegung. Die Maut wäre mit einem kleineren Fahrzeug günstiger gewesen (nur falls das jemand nachfahren will).

Fazit

Die Planung war nicht ganz ohne, hat aber Spaß gemacht. Es war fast ein Ritual, jeden Morgen vor der Arbeit nachzuschauen, ob es auf der Route neue Caches gab oder ob welche archiviert wurden. Zur Fahrt ansich: Ich hatte mir die ganze Unternehmung viel hektischer vorgestellt. Letztendlich hat jeder mal geschlafen, wir haben uns gut mit dem fahren abgewechselt. Und wenn es nicht geklappt hätte: Scheiß drauf! Kein Cache ist es wert, im Halbschlaf zu fahren!

Und nochmal so eine Tour? Ich weiß es nicht. Einerseits war es nicht so hektisch wie befürchtet, andererseits ist es schon anstrengend. Es war aber eine Erfahrung wert.

Impressionen

5 Länder an einem Tag in Bildern

Eigentlich ist das hier nur ein Test, weil mir das Format gut gefallen hat. Leider stimmt der Titel nicht ganz, weil ich in Österreich vor lauter cachen kein Foto gemacht habe 🙂

Eigentlich wollte ich wie jedes Jahr an den Reschensee fahren. Statt wie sonst über den Fernpass, hatte ich mir für dieses Mal etwas besonderes ausgedacht: Warum nicht mal 5 Länder an einem Tag besuchen und becachen?

Und so ging es für mich Anfang Oktober von Steibis im Allgäu aus über Götzis in Österreich, geradewegs durch das Fürstentum Liechtenstein in die Schweiz. Da ich ein paar der neuen Virtuals eingebaut hatte, folgte hier ein Besuch im Traum aller Kinder und Asiatinnen: Dem Heididorf. Danach nahm ich die Hauptstrasse 28 über Davos bis Santa Maria im Münstertal, dort bog ich ab in Richtung Umbrailpass. Von dort führt die SS38 direkt aufs Stilfser Joch.

Für die Höhen-Statistiker: Der Umbrailpass ist mit 2501 Metern der höchste Straßenpass der Schweiz, der Cache liegt ein paar Meter tiefer (und angeblich noch in der Schweiz. Sowohl Project-GC als auch GSAK scheinen hier falsche Grenzdaten zu haben). Das Stilfser Joch ist mit 2757 Metern der höchste Gebirgspass in Italien. Die Letterbox liegt sogar, weil etwas höher als die Straße, auf 2761 Metern.

Deutschland: Berghaus Homberg
Deutschland: Berghaus Homberg, GC6Z4KQ
Liechtenstein: Vaduz
Liechtenstein: Vaduz, neben GC7B784
Liechtenstein: Alte Rheinbrücke
Liechtenstein: Alte Rheinbrücke, GC5N7H7
Schweiz: Bunker
Schweiz: Bunker
Schweiz: Heidis Wendeltreppe
Schweiz: Heidis Wendeltreppe, GC6GAPM
Schweiz: Auf dem Weg zum Heididorf
Schweiz: Auf dem Weg zum Heididorf, GC4J8WG
Schweiz: Heididorf
Schweiz: Heididorf, GC7B9YM
Schweiz: Heididorf Postamt
Schweiz: Heididorf Postamt, GC6H0RQ
Schweiz: Heididorf
Schweiz: Heididorf
Schweiz: Schatzchischtli
Schweiz: Schatzchischtli :), GC3JB53
Schweiz: Flüelapass
Schweiz: Flüelapass, GCXEC1
Schweiz: Umbrailpass
Schweiz: Umbrailpass, GCXEB1
Italien: Stilfser Joch
Italien: Stilfser Joch, GC4ZZ0G
Italien: Stilfser Joch Serpentinen
Italien: Stilfser Joch Serpentinen
Italien: Stilfser Joch Lost Place
Italien: Stilfser Joch Lost Place, GC5CWTR
Italien: Stilfser Joch von unten
Italien: Stilfser Joch von unten, GC59NGZ
Italien: Kaiserschmarrn :)
Italien: Kaiserschmarrn 🙂

Cachetour nach San Marino

Vor einigen Tagen hab ich darüber gebloggt, bei welchen Ländern man eine Chance hat, sämtliche Caches zu finden. Mit dem Ergebnis, daß das in Europa eigentlich nur in Vatikanstadt, Monaco, Gibraltar und San Marino möglich ist.

Und so verließ eine kleine Reisegruppe an einem Donnerstag im Mai in aller Herrgottsfrühe die Landeshauptstadt und begab sich auf die Reise Genitalien. Äh, gen Italien. Google Maps veranschlagte für die Route grob 8 Stunden. Ein paar Dosen auf dem Weg, ab und zu eine Pause. Mit 10 Stunden werden wir sicher gut hinkommen.

Doch es kam alles anders. Wenn man anhält, kann man nicht nur Dosen suchen, sondern auch sehen, wenn ein Auto mehr Rauch entwickelt als normal. Sehr viel mehr. Kurzer Check und es war klar, daß wohl der Kühlwasserschlauch einen Riss hatte. Also wurde das Ding notdürftig geflickt und es ging zur nächsten Tankstelle. Da der Notdienst ewig brauchte und der Schlauch mit Tape dicht gemacht werden konnte (dachten wir zumindest), wurde abgesagt und es ging weiter.

Kennt ihr das beschauliche Örtchen Telfs? Nein? Wir bis dahin auch nicht. Das liegt kurz vor Innsbruck und hat – ganz wichtig – eine ÖAMTC-Werkstatt mit Notdienst. Nach kurzer Wartezeit (und insgesamt grob 3 Stunden Verzögerung) gings endlich weiter nach Süden.

Ein ewiges Geeiere über die italienischen Autobahnen ist das, aber schlußendlich kamen wir um 21:30 (statt um 18 Uhr) in unserem Domizil in Monte Colombo an.

Am Freitag gings dann ans Eingemachte (nachdem wir den Pool getestet hatten :D): Erst kurz hoch auf einen Hügel, damit wir uns San Marino aus der Ferne anschauen konnten. Wenig später gab es dann für mich einen kleinen Meilenstein. Cache Nummer 4100 und Land Nummer 15.

Cache Nummer 2 in San Marino informiert über die ehemalige Bahnlinie zwischen Rimini und San Marino. Wieder was gelernt und ein interessantes Final besucht. Das wars dann erstmal mit den “Drive-In Caches”, was danach kam hatte es in sich.

Mit dem Auto gings ein paar hundert Meter höher nach San Marino Stadt. Die “Stadt” liegt auf einem Felsenberg namens Titano. Zur Verteidigung wurden drei Türme errichtet: Guaita (11. Jahrhundert), Cesta (13. Jahrhundert) und Montale (14. Jahrhundert). Die Türme sind imposant und waren auch schon von unserer Ferienwohnung aus zu sehen.

An zwei der Türme liegen Caches. Am ersten (Rocca o Guaita), zu dem es eine Weile steil hochgeht. Und nicht, wie wir dachten, am zweiten (La Cesta o Fratta), sondern erst wieder am dritten (Montale). Die ganze Tour zieht sich etwas, aber man wird mit grandiosen Ausblicken belohnt.

Zum Glück sind die Parkgebühren mit €1,50 pro Stunde äußerst fair. Wie eigentlich auch die Preise in den Restaurants. Die Geschäfte bieten zu 70% Plunder, den man in jeder anderen Touristengegend auch bekommt. 10% sind Waffen (von der Softair AK-47 bis zum SS-Dolch), 10% sehr originale Originalwaren (wer garantiert echtes Parfüm für 5 Euro braucht…) und 10% günstige (und echte) Markensonnenbrillen, Uhren oder Schmuck.

Abseits der Touristen findet man noch einen ruhigen Ort mit einer Dose. Das wars dann cachetechnisch auf dem Titano. Im Westen San Marinos liegen noch 2 Caches, die wir uns für den Samstag aufgehoben haben. Vormittags wollten wir im Outlet shoppen. Wenn man auf 500 Euro-Schuhe steht, dann kann man hier ein 450 Euro-Schnäppchen machen^^ Für uns war jedenfalls nichts dabei. Dann doch eher Metzingen.

Auf dem Weg zum Outlet lag noch eine der spärlich gesäten Caches. Ohne aufs Listing zu schauen bogen wir ab. Und schauten erstmal dumm aus der Wäsche: Da lag ein Tiger im Garten!

Mittags gabs die unvermeidbare Pizza. Bei Da Walter e Lella bekamen wir sie, wie sie sein muß: Dünn, knusprig, der Belag auf dem Käse. Gestärkt besuchten wir den Rest einer kleinen Burg. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir die Aussicht, bevor im anfangenden Gewitter der letzte Cache geloggt wurde. Das war wirklich perfektes Timing! Gerade am Auto zurück, hagelte es Tischtennisbälle.

Die Rückfahrt zog sich und statt über den Brenner gings über den Reschen. Inklusive einem leckeren Essen, diversen Speck– und Torrone-Einkäufen und dem obligatorischen Foto am Kirchturm.

Fazit: Zum cachen wars schön, weil es einfach an den Dosen was zu sehen gibt. Zum urlauben wars auch super. Wenn man ans Meer will, muß man allerdings in Rimini und Umgebung mit überlaufenen Stränden rechnen. Oder eben etwas abseits der Touristen suchen.

Ein paar Impressionen

Wir cachen ein Land leer – Europäische Zwergstaaten mit Geocaches

Natürlich gehe ich nicht so weit, daß ich Europa cachefrei machen will. Aber wenn man die Möglichkeit hat, alle Caches eines Landes zu suchen, dann nutze ich sie natürlich.

Viele Länder kommen dafür sowieso nicht infrage.

Land Fläche (km²) Caches Lage
Vatikanstadt 0,44 4 (3 Mysterys, 1 Tradi) Mittelitalien/Rom
Monaco 2,02 37 (35 Tradis, 1 Mystery, 1 Earthcache) Südfrankreich/Nizza
Gibraltar* 6,5 33 (28 Tradis, 3 Mysterys, 1 Multi, 1 Earthcache) Südspitze Spaniens
San Marino 61 7 (6 Tradis, 1 Multi) Nordostitalien/Rimini
Guernsey* 78 240 (218 Tradis, 16 Multis, 3 Letterboxen, 2 Mysterys, 1 Earthcache) Kanalinsel
Jersey* 117 270 (172 Tradis, 54 Mysterys, 34 Multis, 5 Letterboxen, 3 Earthcaches, 2 Wherigo) Kanalinsel
Liechtenstein 160 166 (104 Tradis, 35 Mysterys, 25 Multis, 2 Earthcaches) Zwischen Österreich und der Schweiz.
Malta 316 210 (157 Tradis, 22 Multis, 22 Mysterys, 6 Earthcaches, 2 Letterboxen, 1 Wherigo) Inseln im Mittelmeer zwischen Sizilien und Libyen.
Andorra 468 87 (82 Tradis, 4 Multis, 1 Earthcache) Zwischen Frankreich und Spanien.
Isle of Man* 572 576 (423 Tradis, 84 Mysterys, 57 Multis, 6 Letterboxen, 2 Virtuals ,2 Earthcaches, 2 Wherigo) Irische See

*Gibraltar ist britisches Überseegebiet, Guernsey, Jersey und die Isle of Man sind britischer Kronbesitz.

Wenn man es wirklich drauf anlegt, könnte man also zumindest die Vatikanstadt, Monaco, Gibraltar und San Marino “leercachen”. Auch außerhalb Europas gibt es Zwergstaaten, die aber meistens Inseln sind.

Warum ich das hier schreibe? Am Donnerstag startet unsere Fahrt nach San Marino. Caches sind (siehe oben) dünn gesät, auch drumrum in Italien. Aber die 7 sanmarinesischen Dosen will ich natürlich suchen und damit zum ersten Mal alle Caches eines Landes  komplett in Smileys verwandeln.

Netter Nebeneffekt: Wir lernen das Land San Marino intensiv kennen. Ich bin gespannt!

Vielleicht hat obige Aufstellung ja Interesse geweckt und der eine oder andere Zwergstaat wird bei der Planung für den Sommerurlaub berücksichtigt.

Futter für FTF-Jäger

Heutzutage wird die FTF-“Jagd” immer schwieriger: Kaum ist ein Cache veröffentlicht, geht das Gerenne los. Ich gebe zu, ich spiele da auch gerne mit.

Und trotzdem gibt es Geocaches, die seit Jahren ungefunden sind. Wer also unbedingt einen FTF braucht: Hier stehen die Chancen gut.

Der älteste ungefundene Cache in Deutschland nennt sich “Veteranen-Cache (X Y GC)” und wartet seit gerademal 2,5 Jahren.

Edit vom 10.12.2012: Der Cache wurde am 08.12.2012 gefunden. Danke an Ulf für die Info. Die nächsten beiden Chancen auf einen “alten” FTF warten in Lüdenscheid. Sowohl “Nordbahnhof” als auch “Frei Parken” wurden am 12.04.2011 versteckt.

Da haben andere Länder “mehr” zu bieten. Der älteste offene FTF in Europa (und drumrum) ansich (es gibt noch einen Tiefseecache auf den Azoren, die zu Portugal gehören) liegt in Frankreich. Vor sage und schreibe über 10 Jahren (20.07.2002) wurde “Puppet Theatre stash on the Mont Blanc” von einigen Cachern aus Estland am Mont Blanc auf 4074 Metern versteckt.

Danach dauert es ganze 3 Jahre bis zum nächsten. Der liegt in der Türkei (die ich jetzt einfach mal zu Europa dazunehme), hört auf den Namen “derin” und befindet sich seit dem 12.05.2005 auf einer verlassenen Insel westlich von Izmir.

Seit 2006 wartet ein Cache in Russland auf den FTF. “Fantasy in Stone” hat immerhin schon einen DNF hinter sich.

Daß in Russland als riesiges Selten-Urlaubsland und vor allem als “Geocaching.com-Verweigerungsland” FTFs offen sind, liegt ja irgendwie noch nahe. Aber Griechenland? Gut, “Pontikos, Vrachonisida @Varkiza Athens” liegt auf einer kleinen Insel gut 3,5 Kilometer vom Festland entfernt. Aber ein Boot sollte dort doch kein Problem sein.

Das kann man beim nächsten nicht verwenden: Immerhin seit 2007 (Publish 2009) wartet die Letterbox “Grande Ciamarella” in den italienischen Alpen auf einen Finder.

Wer seine FTF-Reise etwas weiter weg planen will, der sollte nach Amerika fliegen. Im nördlichen Teil liegt der wohl älteste ungefundene Cache weltweit: “4.5lb Walleye” ist ein D4.5/T4.5, der seit dem 23.06.2001 in Kanada liegt.

Danach gehts aber in den Süden: Auf einer kleinen Insel vor Venezuela wartet “Conch Shell Horn” seit dem 10.07.2001 auf einen Cacher.

Gleich “nebenan” gibt es mehrere alte FTF-Chancen in Honduras: Der älteste ist “ECO UNO” (Publish 01.01.2002).

Wer weiß, vielleicht habe ich hier dem einen oder anderen die Urlaubsplanung etwas “erleichtet” 🙂

Reschensee

Der Reschensee ist ein Stausee in Südtirol.

1950 wurde der See aufgestaut und das Dorf Graun überflutet, nachdem alle Gebäude gesprengt wurden. Lediglich der Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert wurde aus Gründen des Denkmalschutzes (!) stehen gelassen. Sehr sinnig irgendwie.

Heute ist der Kirchturm ein beliebtes Fotomotiv, vor allem auch wegen dem gigantischen Panorama.

Wir hatten das Glück, daß der Reschensee zugefroren war und man bis zum Turm laufen konnte.