Cachetour nach San Marino

Vor einigen Tagen hab ich darüber gebloggt, bei welchen Ländern man eine Chance hat, sämtliche Caches zu finden. Mit dem Ergebnis, daß das in Europa eigentlich nur in Vatikanstadt, Monaco, Gibraltar und San Marino möglich ist.

Und so verließ eine kleine Reisegruppe an einem Donnerstag im Mai in aller Herrgottsfrühe die Landeshauptstadt und begab sich auf die Reise Genitalien. Äh, gen Italien. Google Maps veranschlagte für die Route grob 8 Stunden. Ein paar Dosen auf dem Weg, ab und zu eine Pause. Mit 10 Stunden werden wir sicher gut hinkommen.

Doch es kam alles anders. Wenn man anhält, kann man nicht nur Dosen suchen, sondern auch sehen, wenn ein Auto mehr Rauch entwickelt als normal. Sehr viel mehr. Kurzer Check und es war klar, daß wohl der Kühlwasserschlauch einen Riss hatte. Also wurde das Ding notdürftig geflickt und es ging zur nächsten Tankstelle. Da der Notdienst ewig brauchte und der Schlauch mit Tape dicht gemacht werden konnte (dachten wir zumindest), wurde abgesagt und es ging weiter.

Kennt ihr das beschauliche Örtchen Telfs? Nein? Wir bis dahin auch nicht. Das liegt kurz vor Innsbruck und hat – ganz wichtig – eine ÖAMTC-Werkstatt mit Notdienst. Nach kurzer Wartezeit (und insgesamt grob 3 Stunden Verzögerung) gings endlich weiter nach Süden.

Ein ewiges Geeiere über die italienischen Autobahnen ist das, aber schlußendlich kamen wir um 21:30 (statt um 18 Uhr) in unserem Domizil in Monte Colombo an.

Am Freitag gings dann ans Eingemachte (nachdem wir den Pool getestet hatten :D): Erst kurz hoch auf einen Hügel, damit wir uns San Marino aus der Ferne anschauen konnten. Wenig später gab es dann für mich einen kleinen Meilenstein. Cache Nummer 4100 und Land Nummer 15.

Cache Nummer 2 in San Marino informiert über die ehemalige Bahnlinie zwischen Rimini und San Marino. Wieder was gelernt und ein interessantes Final besucht. Das wars dann erstmal mit den „Drive-In Caches“, was danach kam hatte es in sich.

Mit dem Auto gings ein paar hundert Meter höher nach San Marino Stadt. Die „Stadt“ liegt auf einem Felsenberg namens Titano. Zur Verteidigung wurden drei Türme errichtet: Guaita (11. Jahrhundert), Cesta (13. Jahrhundert) und Montale (14. Jahrhundert). Die Türme sind imposant und waren auch schon von unserer Ferienwohnung aus zu sehen.

An zwei der Türme liegen Caches. Am ersten (Rocca o Guaita), zu dem es eine Weile steil hochgeht. Und nicht, wie wir dachten, am zweiten (La Cesta o Fratta), sondern erst wieder am dritten (Montale). Die ganze Tour zieht sich etwas, aber man wird mit grandiosen Ausblicken belohnt.

Zum Glück sind die Parkgebühren mit €1,50 pro Stunde äußerst fair. Wie eigentlich auch die Preise in den Restaurants. Die Geschäfte bieten zu 70% Plunder, den man in jeder anderen Touristengegend auch bekommt. 10% sind Waffen (von der Softair AK-47 bis zum SS-Dolch), 10% sehr originale Originalwaren (wer garantiert echtes Parfüm für 5 Euro braucht…) und 10% günstige (und echte) Markensonnenbrillen, Uhren oder Schmuck.

Abseits der Touristen findet man noch einen ruhigen Ort mit einer Dose. Das wars dann cachetechnisch auf dem Titano. Im Westen San Marinos liegen noch 2 Caches, die wir uns für den Samstag aufgehoben haben. Vormittags wollten wir im Outlet shoppen. Wenn man auf 500 Euro-Schuhe steht, dann kann man hier ein 450 Euro-Schnäppchen machen^^ Für uns war jedenfalls nichts dabei. Dann doch eher Metzingen.

Auf dem Weg zum Outlet lag noch eine der spärlich gesäten Caches. Ohne aufs Listing zu schauen bogen wir ab. Und schauten erstmal dumm aus der Wäsche: Da lag ein Tiger im Garten!

Mittags gabs die unvermeidbare Pizza. Bei Da Walter e Lella bekamen wir sie, wie sie sein muß: Dünn, knusprig, der Belag auf dem Käse. Gestärkt besuchten wir den Rest einer kleinen Burg. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir die Aussicht, bevor im anfangenden Gewitter der letzte Cache geloggt wurde. Das war wirklich perfektes Timing! Gerade am Auto zurück, hagelte es Tischtennisbälle.

Die Rückfahrt zog sich und statt über den Brenner gings über den Reschen. Inklusive einem leckeren Essen, diversen Speck– und Torrone-Einkäufen und dem obligatorischen Foto am Kirchturm.

Fazit: Zum cachen wars schön, weil es einfach an den Dosen was zu sehen gibt. Zum urlauben wars auch super. Wenn man ans Meer will, muß man allerdings in Rimini und Umgebung mit überlaufenen Stränden rechnen. Oder eben etwas abseits der Touristen suchen.

Ein paar Impressionen

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