Impressionen aus Verdun

Ich habe den Feiertag genutzt und mir ein wenig die Geschichte um Verdun angeschaut. Hier war ich vor Jahren schonmal.

Beinhaus von Douaumont
Beinhaus von Douaumont
Beinhaus von Douaumont: Innenansicht
Beinhaus von Douaumont: Innenansicht
Beinhaus von Douaumont: Kreuze im Nebel
Beinhaus von Douaumont: Kreuze im Nebel
Beinhaus von Douaumont: Kreuze...
Beinhaus von Douaumont: Kreuze…
Beinhaus von Douaumont: Blick auf 16000 Gräber
Beinhaus von Douaumont: Blick auf 16000 Gräber
Abri de Combat FT3
Abri de Combat FT3
Umgegrabener Boden
Umgegrabener Boden
Granattrichter
Granattrichter
Fort Douaumont: Eingang
Fort Douaumont: Eingang
Fort Douaumont: Reste des Zauns im Kehlgraben
Fort Douaumont: Reste des Zauns im Kehlgraben
Fort Douaumont: Oberbau mit Panzerglocken
Fort Douaumont: Oberbau mit Panzerglocken
Denkmal des 3e bataillon du 74e RI und Reste eines 75 mm Geschützturmes
Denkmal des 3e bataillon du 74e RI und Reste eines 75 mm Geschützturmes

Ein Wochenende auf dem Stilfser Joch

“Ich will auf jeden Fall nochmal aufs Stilfser Joch”.
“Ich auch, können wir zusammen machen”.

So oder so ähnlich fangen viele gute Touren an. Das Ziel – Stilfser Joch – stand also fest. Ziemlich schnell war auch klar, daß wir weiter hoch gehen würden, weil der Cache an der Dreisprachenspitze auf der Liste war. Irgendwann kamen wir dann wirklich nicht mehr drumrum, weil wir dem Owner angeboten haben, eine neue Dose auszulegen.

Geschickt in der Mitte zwischen Stuttgart und München liegt Füssen, also trafen wir uns am Freitag gegen 13:30 Uhr auf einem Parkplatz in der Nähe, um dann mit einem Auto weiterzufahren. Da ich diese Strecke mindestens einmal im Jahr fahre, habe ich viele Caches auf dem Weg schon gefunden. Angehalten habe ich natürlich trotzdem, wer fährt schon an Dosen vorbei, die dem Beifahrer noch fehlen!

Über den Fernpass geht es Richtung Süden, bevor wir nach Südtirol fahren, will das Auto noch gefüttert werden. Und das schmeckt mir bei €1,05/l in Samnaun wesentlich besser als bei €1,60 in Italien. Nach dem kleinen Tankschlenker geht es weiter, der obligatorische Halt am Reschensee mit seinem Kirchturm wird natürlich nicht vergessen.

Da ich auf dem Rückweg die Straße vom Stilser Joch in einem Zug bis unten fahren (und filmen) will, suchen wir alle eingeplanten Caches schon bei der Anfahrt. Demensprechend kommen wir erst gegen 19 Uhr im Hotel Genziana an. Wer auf dem Pass übernachten will und ein Hotel sucht: Es ist okay, die Zimmer sind in Ordnung, aber es ist halt seeeeehr nostalgisch im Stile der 70er Jahre eingerichtet. Die 80 cm Betten rollen (!) weg, der schätzungsweise 20″ Fernseher kennt ein einziges Programm (natürlich italienisch und weit entfernt von HD^^). Aber was solls, es ist direkt auf dem Pass.

Nachdem wir zwei der vier Caches hier oben gefunden haben, testen wir das Abendessen in der Tibethütte. Empfehlenswert, nicht nur, weil die Aussicht wirklich toll ist. Die wird beim Verdauungscache dann noch besser. Super, wie man die berühmte Passstraße von hier oben sehen kann.

Serpentinen von der Tibethütte aus gesehen
Serpentinen von der Tibethütte aus gesehen

Nach einer durchwachsenen Nacht und einem ganz ordentlichen Frühstück starten wir. Direkt am Hotel geht es die ersten 80 Höhenmeter zur Dreisprachenspitze hoch, die sich nach wesentlich mehr anfühlen. Aber wir haben ja Zeit. Irgendwann sind wir dann oben und laufen vom ehemaligen Hotel Dreisprachenspitze (das auf schweizer (!) Gebiet lag) den Goldseeweg entlang. Auf dem Weg sieht man schon Reste der österreichischen Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg. Immer wieder zeigen Informationstafeln, wo die Kämpfe der Ortlerfront stattfanden, wo welche Armee lag. Der Ausblick auf die Serpentinen der Paßstraße und auf den Ortler mit seinem Gletscher ist gigantisch.

Nach grob 2,5 Kilometern erreichen wir die Reste des Lempruchlagers, in dem hunderte Soldaten der k.u.k. Armee untergebracht waren. Im toten Winkel der italienischen Artillerie wurde hier ein Barrackenlager mit Badenhaus, Kino und Lazarett erstellt. Wie geschickt der Platz gewählt wurde, merken wir heute noch: Im Lager ist es fast windstill.

Lempruchlager
Lempruchlager

Vom Lempruchlager aus geht es nochmals höher bis auf 2865 Meter. Dort suchen wir die Reste des Caches, den wir in Absprache mit dem Owner erneuern. Ein schönes Gefühl, wir haben es geschafft! Trotz dünner Luft, Höhenmetern und innerem Schweinehund.

Der Rückweg verläuft relativ entspannt auf fast flachem Gelände bis zum Rifugio Garibaldi an der Dreisprachenspitze. Dort wartet nach grob drei Stunden dann endlich die Belohnung in Form von kalten Getränken und einem grandiosen Ausblick auf die Hotels und die Seilbahn am Stilfser Joch.

Ausblick am Cache zum Umbrailpass
Ausblick am Cache zum Umbrailpass

Da wir massig Zeit haben, beschließen wir, auf die andere Seite zu fahren. Erst kurz in die Schweiz zum Umbrailpass, dann weiter bis nach Bormio. Dank kleinerer Unachtsamkeiten landen wir in einem Tunnel, der sich ewig zieht. Gefühlt kurz vor Mailand spuckt uns der Berg wieder aus und wir drehen um. Nur um später noch einmal in diesem Tunnel zu landen… Nach einem kleinen Snack zu Mittag und einer langen Serpentinenfahrt nehmen wir zumindest noch einen Cache mit und machen uns auf den Rückweg.

Auf der Fahrt zurück zum Pass schauen wir uns, nicht ganz uneigennützig, die Case Cantoniere (Häuser der Straßenmeisterei) an, die eine wichtige Rolle beim Bau der italienischen Seite der Passstraße spielten. Abendessen gibt es dann im Hotel, es ist wesentlich besser als das Frühstück.

Am Sonntag wartet nach unserem kurzen Event eines der Highlights des Wochenendes auf uns: Die Abfahrt über die “Königin der Alpenstraßen”, die 48 Kehren runter ins Vinschgau. Weil die Straße wirklich legendär ist und ich wie gesagt alles an einem Stück fahren will, haben wir die Caches schon auf dem Hinweg gefunden. Die GoPro zeichnet alles auf und am Ende habe ich ein kleines Video gebastelt.

Die Rückfahrt durchs schöne Vinschgau und durch Tirol wird durch ein paar Dosen unterbrochen. So halten wir an der Straßensperre Nauders und am Hotel Hochfinstermünz. An beiden fährt man normalerweise nur vorbei, dabei lohnt sich der Stop. Danke Geocaching! Den weiteren Weg nach Füssen unterbricht ein Stau am Fernpass. Um ihn zu umfahren gehen wir angeln 🙂

Impressionen

Sainsbury’s official Christmas 2014 Ad – Freitagsvideo 19.12.2014

Ja, es ist Werbung, aber ich finde sie sehr gut und passend. Sie basiert auf einer wahren Geschichte, die vor ein paar Jahren auch mal verfilmt wurde.

Luis Trenker erzählt vom Ersten Weltkrieg – Freitagsvideo 24.10.2014

Bevor jetzt irgendjemand denkt, daß ich heimlich Heimatfilmchen schaue: Nein 🙂 Aber Infos aus erster Hand zu bekommen, ist immer interessant.

Verdun

Verdun. Ein kleines Kaff in Lothringen, idyllisch an der Maas gelegen. Eines von vielen Käffern im Nordosten Frankreichs. Gut, Verdun ist seit 1500 Jahren Bischofssitz und hier wurde die Teilung des Frankenreichs beschlossen. Aber auch das ist über 1000 Jahre her.

Niemand würde sich groß für die Stadt interessieren. Wenn, ja wenn, dort nicht vor fast 100 Jahren eine der heftigsten Materialschlachten der Geschichte stattgefunden hätte.

Da es so ganz ohne Geocaching nicht ablaufen kann, starteten wir unseren Kurzurlaub Samstag mittags und besichtigten die Petit Ouvrage de Welschhof. Ein absolut lohnenswerter Cache!

Ein kurzer Schlenker über Luxemburg und Belgien und gegen Abend kamen wir in Verdun an. Nach einem Besuch bei Buffalo Grill gings ins Bett, wir hatten am Sonntag viel vor.

Am nächsten Morgen stand eine Kurzbesichtigung der Altstadt nebst Kathedrale auf dem Plan. Eigentlich wars ungeplant, aber trotzdem lohnenswert.

Dann wars aber soweit: Wir fuhren aufs ehemalige Schlachtfeld. Nach Zwischenstopps an diversen Denkmäler, die dort alle paar Meter an der Straße stehen, kamen wir zum Memorial de Verdun, das ein sehr interessantes Museum beherbergt.

Ein Stückchen weiter die Straße entlang sieht man schon das Beinhaus von Douaumont. In diesem Beinhaus werden die Überreste von 130000 Gefallenen aufbewahrt. Schon allein diese Zahl unbekannter Soldaten läßt einen erahnen, mit was für einer Schlacht man es hier zu tun hat.

Vom Beinhaus schaut man auf eine riesige Fläche voller Kreuze. Dort wurden um die 15000 französische Soldaten beerdigt.

Leiten lassen haben wir uns übrigens von einer Serie von Caches in den “Villages détruits”, 9 Dörfern, die in der Schlacht vollständig zerstört und nie wieder aufgebaut wurden. Die ehemaligen Straßen und Häuser sind markiert, meist wurde aus den Resten eine Kapelle erbaut. Hier sieht man auch nahezu 100 Jahre nach der Schlacht noch, wie das Gelände von der Artillerie umgegraben wurde.

Alles in Allem ein extrem interessanter Ort für jeden geschichtlich interessierten Menschen. Ich war ganz sicher nicht das letzte Mal dort.

Die Stimmung allerdings ist schon bedrückend. Die vielen Kreuze, die umgegrabende Gegend. Man ist sich schon bewußt, daß man nicht durch einen “normalen” Wald fährt.

Sehr gut passen dazu meiner Meinung nach die letzten zwei Strophen von Erich Kästners Gedicht “Auf den Schlachtfeldern von Verdun”:

Zwischen Ähren und gelben Blumen,
zwischen Unterholz und Farnen
greifen Hände aus dem Boden,
um die Lebenden zu warnen.

Auf den Schlachtfeldern von Verdun
wachsen Leichen als Vermächtnis.
Täglich sagt der Chor der Toten:
“Habt ein besseres Gedächtnis!”

Mehr Fotos gibts auf Flickr.

Motörhead – “1916 ” – Freitagsvideo 16.10.2009

“Aufwühlend” ist wohl das passende Wort für das, was einem passiert, wenn man dieses Lied gehört hat. Es erzählt die Erlebnisse des Ersten Weltkriegs aus der Sicht eines 16jährigen.

Wenn man so will, die Musik zu  Filmen wie “Im Westen nichts Neues” oder “Die Schlacht an der Somme“.