Durch Tschechien und Polen – Giga, Virtuals und Geschichte – Teil 2

Im ersten Teil meines Berichtes geht es um die Geisterkirche, Pilsen, das Giga, Gleiwitz und Auschwitz I (Stammlager).

Tag 5: Oświęcim/Auschwitz – Wadowice – Krakau – Oświęcim

Am nächsten Morgen fahre ich direkt nach dem Frühstück ins Lager II nach Auschwitz-Birkenau. Im Gegensatz zum Stammlager gestern ist hier nichts los, auf dem Parkplatz stehen um diese Uhrzeit nur wenige Autos. Eine Eintrittskarte ist hier nicht nötig, man kann während der Öffnungszeiten ohne Kontrolle o.ä. auf das Gelände. Als ich das Lager gegen 8:20 Uhr durch das berüchtigte Tor betrete, bin ich nahezu allein auf dem – wie sich noch zeigen wird – riesigen Gelände.

Das Wetter ist diesig, bewölkt und passt irgendwie zur Stimmung. Ich laufe ohne wirkliches Ziel und Plan los. Zuerst auf die linke Seite der Gleise, in den Bauabschnitt I des Lagers. Hier sind die Baracken noch aus Ziegeln gemauerte „richtige“ Häuser.

Wieder zurück an den Gleisen, die ab 1944 direkt bis ins Lager gelegt wurden, folge ich diesen bis zu ihrem Ende. Hielten die Züge bis dahin außerhalb des Lagers, so fuhren sie nun bis an die berüchtigte „Rampe“, an der die Selektionen stattfanden. Links und rechts daneben befinden sich die Reste der Gaskammern/Krematorien 2 und 3. Ich bin immer noch allein und das ist gut so. Es hat in den letzten Tagen viel geregnet, so daß die Wege matschig und von Pfützen übersät sind. Zwischen den gesprengten Ruinen der Gaskammern befindet sich das Mahnmal für die hier ermordeten Menschen.

Vom Ende der Gleise laufe ich ein Stück zurück in Richtung des Eingangstores und biege dann in den Bauabschnitt II ab. Auch hier matschige, nasse Wege, Zäune und Stacheldraht. Und Kamine. Sie sind ein letztere Rest der Baracken, die hier aus Holz gebaut wurden. Der Weg zieht sich ziemlich und ich beschließe, langsam wieder zurück zum Auto zu gehen. Das Effektenlager „Kanada“ wäre zwar interessant, mir aber heute einfach zu weit weg.

Ich laufe auf die ehemalige Lagerkomandatur zu und weiter parallel zur Straße, an der der äußere Zaun verläuft. Hier sind einige Holzbaracken („Typ Pferdestall“) restauriert worden und können besichtigt werden. Man fängt unweigerlich an zu zählen, wenn man sich vor Augen hält, daß hier einmal 180 Menschen leben mußten. Meist waren es aber wesentlich mehr. Ursprünglich geplant waren die Baracken als Stall für 52 Pferde. Auch eine Latrinenbaracke kann man besichtigen.

Nach und nach bemerke ich, daß doch einige Menschen um mich herum sind. Da wird an vielen Stellen der Rasen gemäht, Büsche geschnitten oder Gebäude restauriert. Auch der Stacheldraht wird nachgezogen. Was im ersten Moment auf mich sehr unpassend wirkt, noch dazu, weil das eine Gruppe aus Deutschland erledigt, leuchtet aber ein. Natürlich ist hier alles permanent der Witterung ausgesetzt und kann nicht immer bewahrt werden.

Kurz vor dem Ende meines Besuches klart der Himmel auf und die Sonne kommt sogar heraus. „Passend“ dazu kommen die ersten Busse mit Jugendlichen und Touristen an, die sich nicht immer dem Ort entsprechend verhalten. Ich bin zwar immer noch erschlagen von den Eindrücken, trotzdem aber sehr froh, daß ich so früh hier war und alles in Ruhe auf mich wirken lassen kann.

Im Osten von Oświęcim schaue ich mich noch nach Hinterlassenschaften von Auschwitz III (Monowitz) um. Dazu muß man sagen, daß das Lager Monowitz nach dem Krieg wieder in ein Dorf verändert wurde. Trotzdem sieht man noch kleinere Überbleibsel wie Einmannbunker, Unterstände und auch einen größeren Bunker. Gerade solche eher unbekannte Zeugen der Geschichte machen das Thema so spannend.

Tschechische FlaggeWadowice (deutsch im Mittelalter Frauenstadt, 1939−1945 Wadowitz) liegt in Polen zwischen Krakau und Bielsko zu Füßen der kleinen Beskiden, einer Gebirgskette des Karpatenvorlandes. Krakau (polnisch Kraków), die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen, liegt im Süden von Polen rund 350 km südwestlich von Warschau und ist mit rund 760.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes.

Aufgrund der Tatsache, daß ich einen Tag mehr zur Verfügung habe, habe ich die Tour noch etwas nach Osten ausgedehnt. Angelockt von einem der ersten neuen Virtuals fahre ich nach Wadowice. Man sagt ja immer „Ohne Geocaching hätte ich das nicht gewußt“, hier trifft das zu. Gut, die katholische Kirche ist jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsthema, aber dank des Virtuals weiß ich jetzt, daß Papst Johannes Paul II in Wadowice geboren und aufgewachsen ist. Das hat den Vorteil, daß es einen Platz gibt, an dem ein Tradi und eben dieser Virtual liegen. Und den Nachteil, daß der Ort randvoll mit Touristen ist. Ich bin jedenfalls nicht unglücklich darüber, daß ich beide schnell erledigt habe und mein Auto Richtung Krakau lenken kann.

Da Krakau erst kurzfristig auf meinen Reiseplan kam, habe ich mich entschieden, nur einige Caches im und um den Wawel zu suchen. Das ist mir nicht ganz Unrecht, da ich in Birkenau mehr als genug gelaufen bin. Aber den Burgberg will ich mir – schon wegen des Virtuals – anschauen. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und der Aufstieg lohnt sich. Natürlich sind hier einige Touristen, aber es verläuft sich ganz gut. Alles in Allem ist Krakau definitiv noch einen Besuch wert, schon alleine, um die Altstadt näher anzuschauen.

Nachdem der Virtual erledigt ist, will ich noch den Tradi suchen und stehe schnell vor verschlossenem Tor. Der Cache befindet sich natürlich außerhalb… Also laufe ich einmal um den Berg herum und werde mit einer großen Dose belohnt.

Abends nach dem wie erwartet wieder sehr guten Essen im Hotel schalte ich einmal den Fernseher an. Wie erwartet nur polnische Sender, aber mal durchzappen schadet ja nicht. Hier lerne ich eine Eigenart des polnischen Fernsehens kennen: Sendungen in gerade noch so hörbarem Originalton, der „übersynchronisiert“ wird. Allerdings von einem einzigen Sprecher (für Männer, Frauen, Kinder…), der dermaßen monoton seinen Text runterbetet, daß wir in Deutschland über unsere Synchronisationen echt froh sein sollten. Zum Glück spielt Deutschland in Stuttgart gegen Norwegen. Das Spiel wird aber natürlich nicht übertragen und ich muß mit Polen gegen Kasachstan Vorlieb nehmen.

Tag 6: Oświęcim – Oppeln – Breslau – Görlitz

Tschechische FlaggeOpole, deutsch Oppeln, ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Opole. Die Stadt ist Zentrum eines Gebiets der deutschen Minderheit und die historische Hauptstadt Oberschlesiens. Breslau (polnisch Wrocław), im Südwesten von Polen gelegen, ist mit über 630.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes sowie Hauptstadt der Woiwodschaft Niederschlesien.

Langsam schließt sich der Kreis. Heute verlasse ich von Oświęcim und fahre auf der Autobahn 4 nach Westen. Mein erster Stop heißt St. Annaberg, wo ich neben dem Denkmal zur Erinnerung an die schlesischen Aufstände (mit Blick auf das Theater bzw. die Thingstätte) auch ein gepanzertes Fahrzeug nebst Petling besuche. Auch ein Teil deutscher Geschichte, der eher wenig bekannt ist.

Länger halte ich mich danach in Oppeln auf, dem Geburtsort des zweiten großen deutschen Fußballspielers mit polnischen Wurzeln: Miroslav Klose. Hier fallen mir zweisprachige Ortsnamen auf, was wohl bei deutschen Namen nur in der Region um Oppeln der Fall ist.

Eigentlich bin ich ja nur am Rand der Stadt unterwegs. Östlich von Oppeln gibt es nämlich einen Challenge-Trail, aktuell 22 Challenge-Caches, die sich nacheinander zum Großteil abfahren lassen. Zumindest einen Teil davon will ich angehen. Meine Planung war gut, denn wo die Straße am Anfang diese Bezeichnung verdient hat, werden gegen Ende die wassergefüllten Löcher im Feldweg immer größer.

Weiter geht es auf der Autobahn nach Breslau. Hier lasse ich mir eine ganze Weile Zeit, verfahre mich, suche Parkplätze und lande schlußendlich dort, wo ich hin wollte. Am Alten Rathaus nämlich. Dort liegen ein Virtual, ein Tradi und ein Earthcache quasi auf den selben Koordinaten und zeigen, daß der Große Ring einen Besuch wert ist. Während ich den Tradi suche, bemerke ich, daß sich eine komplette Touristengruppe nebst Reiseführerin unbeirrt neben mir das Rathaus erklären läßt… Also fotografiere ich seeeehr unauffällig die Abordnung der Breslauer Zwerge zu meinen Füßen.

Ohne große Zwischenstops fahre ich weiter nach Görlitz. Fast zumindest. Mein Hotel liegt im polnischen Teil Zgorzelec kurz vor der Grenze. Vor dem Abendessen ist hier noch etwas Geschichte angesagt. Ich besuche das, was vom Stalag VIII noch zu sehen oder besser zu erahnen ist.

Tag 7: Görlitz – Dresden – Stuttgart

Nach einem ordentlichen Frühstück lasse ich mein Fahrzeug für genau 100 Złoty tanken, dann ist mein letzter polnischer Geldschein weg und ich mache ich auf den Heimweg. Nun ja, nicht direkt heim, ein Event ganz in der Nähe wird mein Ziel und bildet zusammen mit einem Virtual einen wie ich finde passenden Abschluß. Vorher heißt mein erster „größerer“ Stop aber Dresden. Ich cache mich in die Innenstadt. Hier suche ich einen Mystery, bevor ich die beiden nahegelegenen Virtuals an der Frauenkirche und auf der Brühlschen Terrasse löse.

Der Rückweg wird nur selten unterbrochen, denn so langsam will ich dann auch wieder heim. Zumindest fast. Pünktlich komme ich im Nachbarort zu einem Event an. Ein schöner, entspannter Schlußpunkt dieser interessanten aber doch anstrengenden Reise.

Sprache, Geld, Mobilität

Ich bin eigentlich überall mit Englisch, manchmal sogar mit Deutsch durchgekommen. Ansonsten muß man eben auch mal Hände und Füße verwenden.

In der Tschechischen Republik hatte ich an Bargeld ganze 100 Kronen (~4 Euro) zur Verfügung, die für ein kleines Bier und zwei mal Parkgebühren draufgingen. Kreditkartenzahlung wird quasi überall angeboten. Die Vignette für die Maut in Tschechien habe ich vorab beim ADAC geholt, sie ist aber an jeder tschechischen Tankstelle erhältlich.

In Polen habe ich für ungefähr 60 Euro am Automaten Złoty gezogen. Das war gut, weil ich bspw. auf dem Parkplatz am Stammlager Auschwitz scheinbar nur bar zahlen konnte, genauso verhielt es sich beim Parken in Wadowice. Für die Autobahnmaut war Bargeld sicher keine Nachteil, auch wenn man wohl auch hätte in Euro oder Dollar zahlen können, wohl aber nicht mit Kreditkarte. Letztenendes habe ich am letzten Tag für 100 Złoty getankt, also nur grob 35 Euro Bargeld in Polen ausgegeben. Auch hier werden Kreditkarten fast überall akzeptiert.

Wer in Polen mit einem Auto unterwegs ist, dessen Halter er nicht ist, benötigt eine „Ermächtigung zur Nutzung eines Fahrzeugs“, die man sich zweisprachig bei der polnischen Botschaft downloaden kann.

Der Fahrstil in Tschechien ist überwiegend so, wie wir ihn aus Deutschland kennen, sogar das Thema „Rettungsgasse“ hat funktioniert. In Polen geht es etwas chaotischer zu, auch eine doppelt durchgezogene Linie heißt nur, daß die Straße dort eben in mehrere Spuren aufgeteilt ist. Überholen geht da trotzdem. Man gewöhnt sich auch recht schnell daran, daß manchmal eine dritte Spur aufgemacht wird. Und: Ich habe bisher in keinem Land in so kurzer Zeit so viele Unfälle gesehen.

Benzin heißt in Tschechien übrigens Natural 95 (Super E5) bzw. 98 (SuperPlus) und Diesel Nafta. In Polen tankt man Benzyna bezolowiowa 95 (Super) bzw. 98 (SuperPlus) (teilweise auch 91, Normalbenzin) oder ON/Olej Napedowy (Diesel).

Ein Wort zum Thema Sicherheit: Das alte Vorurteil „Kaum gestohlen, schon in Polen“ ist und bleibt ein Vorurteil. Ich hatte weder um mich noch um mein Auto Angst oder Bedenken. Auch wenn ich mal ein paar Meter gelaufen bin, um eine Dose zu suchen. Eher, wenn es mal wieder durch die Pampa ging und man die Straße vor lauter Schlaglöchern nicht mehr sehen konnte 🙂

Virtual Caches

Stimmt, da war doch noch was. Während der Planung und auch während der Tour wurden die neuen Virtuals immer mehr. Für große Umwege hatte ich zwar weder Zeit, noch Lust, aber ein paar konnte ich – auch spontan – doch einbauen. So habe ich einen kleinen Überblick über die Aufgaben bei Virtuals in drei unterschiedlichen Ländern gewinnen können.

Am Ende wurden es also genau 11 neue Virtual Caches. Bei allen besteht die Logbedingungen aus einem Foto, bei manchen muß auch noch gezählt oder abgelesen werden. Das scheint die Regel zu sein. Ein Blick auf andere Virtuals zeigt aber auch, daß es selten welche mit sehr umfangreichen Aufgaben gibt.

Fazit

Ja, es es ordentlich viel (grob 2500 Kilometer) zu fahren, aber eigentlich hat sich nur der letzte Tag ziemlich gezogen. 690 Kilometer zu fahren schlaucht, war aber machbar. Der Abstecher nach Dresden auf dem Rückweg hat sich gelohnt. Ansonsten ist sowohl Mähren als auch Schlesien eine schöne Ecke, die man sich bei besserem Wetter noch einmal anschauen kann. Speziell nach Krakau und Breslau bietet sich ein Wochenendtrip an. Und ich würde den Besuch in Auschwitz jedem Geschichtsinteressierten definitiv empfehlen. Allerdings nach Möglichkeit abseits der Hauptbesuchszeiten, weil man den Ort auf sich wirken lassen sollte.

Fragen? Ab in die Kommentare!

Durch Tschechien und Polen – Giga, Virtuals und Geschichte – Teil 1

Anfänglich, nahm ich zwar wahr, daß der Event „Great Moravia 2017“ Giga werden würde, wirklich interessiert hat mich das aber noch nicht. Noch nicht. Irgendwann kamen dann aber Interesse und Neugierde. Ich war bisher bei allen Giga-Events gewesen, Tschechien ist ja nicht so weit. Tschechien ansich nicht, Plumlov liegt aber dann doch relativ weit östlich.

Ich startete erste Überlegungen, wie ich nach Plumlov kommen könnte. Auf einen Wochenendtrip mit dem Bus hatte ich wenig Lust, ich wollte vor Ort mobil sein. Passende Flüge nach Brünn gab es von Stuttgart aus nicht, eine weitere Option wäre ein Flug nach Wien gewesen. Aber so wirklich gut war das alles nicht. Ich verbrachte quasi Tage vor Routenplanern und kam irgendwann zu dem Entschluß, daß ich da auch einfach selbst direkt hinfahren könnte.

Während der weiteren Planung merkte ich, daß ein Ort relativ nahe war, den ich schon ewig einmal besuchen wollte: Auschwitz. Spätestens nach dieser Erkenntnis war klar, daß das keine schnelle Wochenendtour werden würde. Erst plante ich für sechs, letztendlich dann aber für 7 Tage.

Während der Planung verschenkt Groundspeak 4000 neue Virtuals, von denen ich zumindest ein paar auf dem Weg besuchen will.

Tag 1: Stuttgart – Geisterkirche – Pilsen

Eigentlich wollte ich nach Feierabend los und bis kurz vor die tschechische Grenze fahren. Da ich den Tag dann aber doch frei genommen habe, starte ich Donnerstag morgens kurz vor 8 in Stuttgart. Ich komme super durch und auch die Dosen auf dem Weg sind kein Problem. Mein erster richtiger Stop heißt Rozvadov, direkt hinter der Grenze. Neben den üblichen Einkäufen genehmige ich mir hier ein viel zu reichliches Mittagessen im Restaurant Myslivna.

Dadurch, daß ich den ganzen Tag Zeit habe, konnte ich einen Abstecher zur Geisterkirche in Luková mit auf die Route setzen. Dieser hat sich auf jeden Fall gelohnt. Zwar ist die Kirche geschlossen, aber man kann von außen reinschauen und die Grabsteine drumrum sind auch sehr interessant. Ach und der Cache natürlich. Mehr Fotos von innen gibts beim Saarfuchs zu sehen.

Tschechische FlaggePilsen (tschechisch Plzeň) ist die viertgrößte Stadt Tschechiens (ca. 168.000 Einwohner) im Westen von Böhmen und der Verwaltungssitz der Pilsner Region. Bekannt ist Pilsen vor allem wegen des Pilsner Biers und der Škoda-Werke.

Neben dem neuen Virtual schaue ich mir einige Teile der Innenstadt an und finde einige schöne Caches. Den passenden Abschluss bildet ein Besuch der Brauerei Pilsner Urquell, in der größten Bierstube Tschechiens. Zu beachten ist hier, daß es in Tschechien eine 0,0-Promille-Grenze gibt! Böhmisches Essen und die Suche nach den beiden Dosen auf dem Gelände der Brauerei sorgen aber bei mir dafür, daß das kleine Bier verdaut wird. Ich fahre direkt zum Hotel Ibis Plzen, entspanne noch etwas bei einem Pils an der Hotelbar und schon hat der Tag sein Ende gefunden. Ja, Pilsen ohne Pilsener geht definitiv nicht!

Tag 2: Pilsen – Olmütz/Plumlov (Giga)

Heute warten einige Stunden Autobahn und viele Dosen auf mich. Am Anfang läuft es, aber um Prag rum wird es problematisch. Meine Mittagspause und den Abstecher zu einem der neuen Virtuals zwischen Prag und Brünn wird von einem Stau gefressen. Zwar bin ich früh losgefahren und habe es auch nicht wahnsinnig eilig, aber ich will natürlich auch nicht erst spätabends in Plumlov ankommen. Der fast permanente Regen an diesem Tag tut ein Übriges, aber auch der hört irgendwann wieder auf.

Als ich auf einem der beiden Event-Parkplätze ankomme, bezahle ich 50 Kronen (ca. 2 Euro) Parkgebühr für das Wochenende und erhalte als „Parkschein“ einen Woodcoin. Das nenne ich mal kreativ! Nach einem kurzen Besuch auf dem Startevent fahre ich ins Hotel, checke ein und treffe mich mit Bekannten. Das Ende des Tages markiert dann ein leckeres Essen im Restaurant Drapal gefolgt von einem Bierchen in der Hotelbar.

Tag 3: Olmütz/Plumlov (Giga)

Tschechische FlaggePlumlov (deutsch Blumenau, auch Plumau) ist eine Stadt im Osten Tschechiens. Sie liegt in Mähren, sieben Kilometer westlich der Stadt Prostějov. Schloß Plumlov sollte eigentlich aus vier Flügeln mit je drei Stockwerken bestehen. Gebaut wurde aber nur ein Flügel und selbst der ist nicht ganz fertig geworden. Olmütz (tschechisch Olomouc) ist die sechstgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungssitz der Olmützer Region.

Cachetechnisch wird rund um das Giga einiges geboten: Neben den Dosen, die dort sowieso schon lagen, gibt es ganze 40 Labcaches, die sich mit je 10 auf das Maze, Plumlov, Prostějov und Olmütz verteilen. Außerdem wurde ein Powertrail mit über 200 Caches (alles Small!) gelegt.

Die Wege auf dem Giga sind nicht gerade kurz. Wer vom Parkplatz zum Maze gelaufen ist und das Schloß besucht hat, hat bei der Abfahrt schon grob 3 Kilometer hinter sich. Und war ja dann noch nicht cachen 🙂 Die Location hat das aber definitiv wett gemacht. Es war halt doch etwas anderes als eine Messehalle mit angeschlossenem Parkplatz.

Beim Anstehen zum Maze treffe ich – ohne es zu wissen – gleich mal einen Teil der Bustour und werde so gut unterhalten. Das Maze ist leider nur auf tschechisch verfügbar, aber eigentlich selbsterklärend. Nach dem Loggen und einigen Gesprächen mache ich mich erstmal auf den Weg in Richtung Schloss.

Die Menschen verteilten sich gut auf Maze, Schloss und die Wege dazwischen. Es gibt einige Stände mit den üblichen GC-Artikeln, Essen und Getränken. Wobei ich im Schloss ansich irgendwie keinen Stand mit alkoholfreien Getränken gefunden habe. Dafür aber 3 oder 4 mit Bier, inklusive einem Stand für die Orga, der über eine eigene Zapfanlage verfügte. Wer braucht schon Bohnendosen 🙂

Meine bestellten Woodcoins bekomme ich über Umwege direkt auf dem Giga. In „einer Ecke“ soll ein Woodcoin-Tauschevent stattfinden. Das hört sich so nach 5 Personen an, wächst aber im Endeffekt auf schätzungsweise 200 tauschwütige Cacher an.

Den späten Nachmittag und Abend verbringe ich mit befreundeten Cachern in Olmütz. Neben einigen Dosen lassen wir den Tag dann – wie den davor – bei exzellenten Essen im Restaurant Drapal ausklingen.

Tag 4: Olmütz/Plumlov (Giga) – Gleiwitz – Oświęcim/Auschwitz

Tschechische FlaggeGliwice, deutsch Gleiwitz, ist eine oberschlesische kreisfreie Großstadt in der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Oświęcim (deutsch Auschwitz) ist eine am Fluss Soła gelegene polnische Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen im südlichen Teil des Landes, rund 50 Kilometer westlich von Krakau. Unheilvolle Bekanntheit erlangte die Stadt als Standort für das deutsche Konzentrationslager Auschwitz.

Nach dem Frühstück besuche ich einen Event in Olmütz, der ordentlich Zulauf bekommt, bevor das Giga-Wochenende dann offiziell beendet wird. Nun ja, nicht für mich. Ich fahre weiter nach Osten, meine Hauptziele heißen heute Gliwice und Oświęcim in Polen.

In Gleiwitz besuche ich natürlich den Sendeturm, der 1939 beim Überfall auf den Sender Gleiwitz in die Geschichte eingeht und als Grund für den Einmarsch in Polen und den Beginn des Zweiten Weltkriegs genommen wird. Er ist noch heute der höchste Holzturm der Welt. Ansonsten sehe ich von der Stadt, in der Lukas Podolski geboren wurde, nur ein paar Caches.

Es geht weiter, vorbei an Kattowitz, in Richtung Südosten. Die nächsten beiden Nächte werde ich im Hotel Dąbrowski verbringen, einer relativ neuen Herberge am Rande einer kleinen Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen. Oświęcim, besser bekannt unter ihrem deutschen Namen: Auschwitz.

Das Thema Geocaching rückt in den Hintergrund, aber verschwindet nicht komplett. Es gibt eine Hand voll Caches die entgegen dem, was Namen wie RAMPA / THE RAMP oder Auschwitz – the rail siding (GC/TB hotel) vermuten ließen, nicht pietätlos sind, sondern in einiger Entfernung versteckt sind. Auch besuche ich heute einen Event einiger Schweden, die ich später im Stammlager wieder treffe.

Nach dem Einchecken im Hotel fahre ich gegen 16 Uhr zum Stammlager Auschwitz I. Ich habe mir vorab Tickets besorgt, weil ich frei herumlaufen und nicht an eine geführte Tour gebunden sein will. Das Ticket ist nicht das Problem, mein Rucksack ist zu groß. Ich muß noch einmal nachfragen, weil ich so perplex bin, aber ich muß tatsächlich mein „Gepäck“ abgeben. Und das in Auschwitz. Na ja. Danach geht es durch eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen, inklusive Gürtel ausziehen. Den genauen Sinn verstehe ich nicht, vielleicht aufgrund der vielen Menschen.

Nachdem das erledigt ist, schaue ich mir die einzelnen Teile des Lagers an. Leider ist das Ganze ziemlich surreal, weil es erstens zu viele Besucher sind, die keinerlei Rücksicht auf fotografierende Geocacher nehmen. Und zweitens findet einige Hundert Meter weiter eine Kirmes statt, deren Musik ständig rüberzieht und die Stimmung sehr komisch macht.

Nun ist Oświęcim neben der Geschichte und den Lagern eine ganz normale Kleinstadt, deren Einwohner sich natürlich auch amüsieren dürfen. Es ist aber trotzdem irgendwie unpassend, wenn man Schindlers Liste im Hinterkopf hat, sich dem Ort angemessen verhält und dann Asiaten mit Selfiesticks untermalt von „Despacito“ unter „Arbeit macht frei“ posieren.

Nach nicht ganz zwei Stunden mache ich einen Abstecher in den Bücherladen und verlasse dann das Lager. Gerne hätte ich mir auch noch diverse Ausstellungen angeschaut, aber die Masse an nervigen Menschen läßt mich das auf einen etwaigen zweiten Besuch verschieben. Ich habe viele Dokumentationen zum Thema gesehen und kann das verschmerzen. Ich hoffe darauf, daß sich der Andrang in Auschwitz II (Birkenau) am nächsten Morgen in Grenzen hält.

Ich fahre zurück zum Hotel, mache mich frisch und genieße ein sehr leckeres Abendessen inklusive einer kleinen Auswahl polnischen Wodkas. Hier macht sich bemerkbar, daß ich quasi seit dem Frühstück nichts mehr gegessen habe. Ich schlafe danach sehr gut 🙂

Da dieser Bericht mal wieder etwas umfangreicher wurde, gehts mit Teil 2 und dem Besuch in Auschwitz-Birkenau weiter.

 

Great Moravia 2017 – Interview mit der Orga


Nachdem ich alle bisherigen Giga-Events – Project MUNICH2014 – Mia san Giga!, Mainz Gutenberg 2015 (siehe auch hier), Project GeoXantike und Project Glück Auf 2016 (siehe auch hier) – besucht habe, war natürlich auch das erste Giga außerhalb Deutschlands eine Überlegung wert.

Nun ist es aber so, daß Great Moravia 2017 nicht mal eben um die Ecke stattfindet, sondern in Plumlov. Ah, genau, Plum – was? Nie gehört. E 569.3 km from your home location. Laut Google Maps über 7 Stunden Fahrtzeit.


Plumlov (deutsch Blumenau, auch Plumau) ist eine Stadt im Osten Tschechiens. Sie liegt in Mähren, sieben Kilometer westlich der Stadt Prostějov, und gehört zum gleichnamigen okres. Die nächste größere Stadt ist Olmütz.

Für mich stand irgendwann fest, daß ich dort hinfahren würde. Um herauszukriegen, ob und wieso sich eine Reise dorthin auch für jeden anderen lohnt und was geboten wird, habe ich einmal die Orga interviewt. „Die Orga“ war in diesem Fall Stanislav Šesták (wem der Name bekannt vorkommt, der Fußballspieler ist Slowake und hat nichts mit dem Giga zu tun 😀 ), der unter dem Namen Chasseur.cz cacht und auch Reviewer ist.

Hallo Stanislav, wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Megaevent in Mähren zu veranstalten?

Die Idee hatten wir direkt nach dem erfolgreichen Megaevent Mega Moravia 2012, mit fast 1000 Attended-Logs. Wir brauchten allerdings ganze vier Jahre, um diese Idee zur Organisation von Great Moravia 2017 reifen zu lassen.

In welcher Location wird das Event stattfinden?

Das Event wird in Mähren stattfinden, in der Region Olmütz, in der kleinen Stadt Plumlov nahe Prostejov.

Anmerkung: Mit Location meinte ich eigentlich den Veranstaltungsplatz. Das Giga findet im Schloß Plumlov statt. Auf der Website ist auch schon „Evropské setkání Geocaching“, „Europäische Geocachingtagung“, als Termin vermerkt.

Warum gerade dort?

Diese Region hat mit GEOOL (Geocaching Olomoucko/Geocaching Olmütz) eine große Community und auch sonst finden hier viele Events statt.

Für wie viele Geocacher plant ihr eurer Event?

Der Event ist für bis zu 7500 Besucher geplant.

Gibt es eine maximale Anzahl an Teilnehmern, die diese Location besuchen dürfen?

Es finden viele große Veranstaltungen jedes Jahr in Plumlov statt, deren Besucherzahl die 10000 ohne größere Probleme übersteigen kann.

Wann war der Punkt, als feststand, daß dies das erste Giga-Event in der Tschechischen Republik werden könnte? Beispielsweise, als Will Attend Nummer 3000 geloggt wurde.

Wir haben von Anfang an das Ziel gehabt, den Giga-Status zu erhalten. Unsere Chancen haben sich noch einmal erhöht, als klar war, daß wir das GPS Maze Europe bekommen.

Allerdings sah es von Anfang an sehr gut aus: Nach 11 Stunden und 20 Minuten hatten wir bereits 500 Will-Attend-Logs, 1000 nur 4 Tage nach dem Publish. Die Community scheint einfach sehr begeistert zu sein, daß ein erstes Giga-Event in der Tschechischen Republik stattfindet. Auch nachdem die  Voraussetzungen für den Giga-Status im Januar geändert wurden, war das Erreichen von 3000 Will-Attend-Logs nur eine Frage von wenigen Tagen.

Was bietet ihr dem Besucher? Gibt es aktuell schon ein Programm und wenn ja, was würdet ihr davon hervorheben?

Besucher können das Programm auf unserer Website im ganz linken Menü unter „Great Moravia 2017“ einsehen.

Wir bieten Ausflüge zu interessanten Orten wie beispielsweise die Brennerei „Palírna U Zeleného stromu“, ein Kutschenmuseum oder einen Einblick in die Festung Olmütz. Des Weiteren finden viele Spiele für Kinder und Erwachsene statt, zum Beispiel GeoBingo. Zum Cachen wird es einen Powertrail mit 200 Caches und natürlich auch Labcaches geben.

Alle Besucher können auch – jetzt schon! – an unserem Fotowettbewerb „Das wandernde Geobjektiv Great Moravia 2017 – TGGM17“ teilnehmen, bei dem tolle Fotos, die beim Cachen entstanden sind, prämiert werden.

Es finden – vor allem in Deutschland – immer mehr Megas statt. Warum sollten Cacher aus Deutschland und Westeuropa gerade ein großes Event im Osten der Tschechischen Republik besuchen (abgesehen davon, daß das Event ein Giga-Event wurde und damit automatisch Cacher anzieht)?

Vielleicht gerade weil es in Westeuropa so viele Megaevents gab und gibt und die Cacher deshalb entferntere Ziele suchen. Wir glauben, daß unsere Region ausländischen Touristen haufenweise interessante Orte und viele schöne Caches bietet.

Wird der Besucher bei euch Eintritt zahlen müssen? Wenn ja, wieviel?

Der Eintritt zum Eventgelände und zum GPS Maze wird gratis sein. Lediglich einige der Teile des Begleitprogrammes müssen bezahlt werden. Die Tickets dafür werden in einigen Wochen in unserem Webshop erhältlich sein.

Gibt es am Eventgelände genügend Parkplätze?

Aktuell haben wir 4000 Parkplätze rund um das Eventgelände organisiert.

Wieviele Personen sind in eurem Orga-Team?

Das Orga-Team besteht aktuell aus 157 (!) Personen und wächst weiter.

Wie ist die Verteilung der Aufgaben im Team? Mischt jeder bei jedem Thema mit?

Natürlich nicht, das würde ja in totalem Chaos enden! Das Team ist in kleinere Unterteams aufgeteilt, von denen jedes einen kleinen Teil der Gesamtaufgaben übernimmt.

Reicht das aus, um das Giga zu abzudecken?

Wir denken, daß wir für einen guten Ablauf des ganzen Giga-Events ungefähr 200 Personen im Team brauchen werden.

Benötigt ihr Helfer? Gibt es einen Anreiz, euch zu helfen?

Ja, wir brauchen tatsächlich noch Helfer. Wir sind dazu ständig mit anderen Cachern in Verbindung, manche melden sich aber auch von sich aus direkt bei uns.

Sind alle im Orga-Team langjährige Cacher? Wie seid ihr zum Geocaching gekommen? Was tut ihr, wenn ihr nicht cacht?

Der Kern des GM17-Orga-Teams besteht aus sehr erfahrenen Geocachern (Chasseur.cz, marram.cz, michgo), die dieses Hobby schon lange ausüben. Zwei von uns sind Reviewer für die Tschechische Republik. Ich zum Beispiel habe im Frühjahr 2009 mit dem Cachen angefangen und wenn ich nicht spiele, dann bin ich entweder arbeiten oder schlafen 🙂

Wo/wie habt ihr bisher Werbung für dieses Event gemacht?

Wir bewerben das Event in tschechischen und ausländischen Geocaching-Gruppen auf Facebook und in Foren. Einige tschechische und ausländische Geocaching-Magazine haben Artikel über uns verfasst. Und wir laden natürlich andere Cacher auf Events und Megaevents ein.

Ich habe mich entschieden: Ich will da hin. Welche Möglichkeiten habe ich, weitere Geocacher von eurem Event zu informieren (Werbematerial, Banner etc.)?

Es gibt einige Banner zum Download auf unserer Website. Diese können auf Profile oder Websites eingebunden werden.

Stanislav, vielen Dank für die Infos. Wir sehen uns Ende August in Plumlov!

Eintrittspreise bei Megaevents

Nachdem der Eintrittspreis des Let’s Zeppelin-Megas in Friedrichshafen in den letzten Tagen einiges an Wellen geschlagen hat, vergleiche ich hier mal die Eintrittspreise der von mir besuchten Mega- und Gigaevents.

Sind 14 Euro tatsächlich (zu) teuer für ein Event dieser Größe? Klar, der geneigte Cacher wohnt im Normalfall nicht in der Nähe des Eventgeländes, sondern hat Kosten für Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung. Das Killerargument ist dann immer „dann kommts auf X Euro auch nicht mehr an“. Für mich und viele andere mag das stimmen. Ich habe aber auch schon Cacher gesehen, die nach Xanten gefahren sind, um ein Gigaevent loggen zu können, den Eintrittspreis aber sparen wollten und nur 2 Minuten zum loggen vor Ort waren. Kann man machen.

Die folgende Auflistung ist natürlich nicht vollständig und berücksichtigt nur Events, die ich besucht habe. Wer hier ganz genaue Zahlen will, soll sich die Arbeit machen, ich wollte nur mal grob wissen, wie die Eintrittspreise in den letzten Jahren aussahen und ob sich da ein Trend zu „immer teurer“ abzeichnet.

JahrGiga/MegaNamePreis (Euro)
2017MegaProject Let’s Zeppelin 201714,00
2017MegaMaije im Saarland9,00
2016Mega4ème Event Forteresse0,00
2016MegaGeoJaanipäev Estonia 201610,00
2016MegaCachen im grünen Herzen 201612,00
2015MegaEvent am See 2015 / Event at the Lake 20150,00
2015MegaRed Lion meets Signal6,00
2015MegaEvent im Schnee / Event in the Snow0,00
2014MegaGeocoinfest Europe 2014 Ulm6,00
2014MegaEvent am See / Event at the Lake0,00
2014MegaBig Äppel7,50
2013MegaGEOCOINFEST EUROPE 2013 – Prague6,00
2013MegaPRORA 201310,00
2012MegaPROJECT: GeoGames10,00
2011MegaLost in MV15,00
2011MegaFORTsetzung: – Die DOSENFISCHER10,00
2016GigaProject Glück Auf 201611,90
2015GigaProject GeoXantike10,00
2015GigaMainz Gutenberg 201512,00
2014GigaProject MUNICH2014 – Mia san Giga!8,00

Ein Megaevent kostet demnach durchschnittlich 7,21 Euro Eintritt für einen Erwachsenen, wobei es immer noch Megas gibt, die keinen Eintritt verlagen. Rechnet man die nicht mit ein, kommt man auf 9,62 Euro, was in etwa dem entspricht, was ich erwartet hatte. Um die 10 Euro hat sich der Preis eingependelt, mit einigen wenigen Ausreißern nach oben und auch nach unten.

Bei Gigaevents sieht das Ganze etwas anders aus. Hier kostet das Ticket durchschnittlich 10,47 Euro und ist damit etwas teurer als bei einem Megaevent. Allerdings hatten 3 der bisherigen 4 Gigas auch den Project-Status. Keine Ahnung, ob der Auswirkungen auf irgendetwas hat, das von Anfang an finanziell berücksichtigt werden muss.

Fazit: 14 Euro Eintritt für ein Megaevent sind klar am oberen Limit, das ich persönlich mit 15 Euro ansetzen würde. Das deckt sich auch mit dem, was bei einer Umfrage von JR im Juni 2010 – also vor allen oben erwähnten Events – rauskam. Ob diese 14 Euro zu teuer für das Gebotene sind, wird man aber erst nach dem Event wissen.

 

Das war „Project Glück Auf“ in Essen

Doppelbock ZollvereinSchon relativ früh war klar, daß ich das Wochenende vom 10.-12.06.2016 im Ruhrgebiet verbringen würde. Genauer gesagt in Essen, Zeche Zollverein, Giga Event „Project Glück Auf“. Einer der Gründe dafür war definitiv die Location, ein nicht mehr aktives Steinkohlebergwerk, seit 2001 Welterbe der UNESCO.

Freitag: Registrierung und Meet & Greet Event
Nach einigen Zwischenstationen kam ich am Freitag ziemlich genau um 18 Uhr in Essen an. Die Registrierung war geöffnet, also nutze ich die Möglichkeit, um mir vor dem Startevent noch meine Eintrittskarte(n) abzuholen. Es hatte sich schon eine ordentlich Schlange gebildet, aber durch die Trennung von „Nur Eintrittskarten“ und „Eintrittskarten und Coins, T-Shirts etc.“ dauerte das Warten nicht lange. Hier fand ich gut, daß man wie auf dem Amt direkt einem Orgamitglied zugewiesen wurde. Danach ging es nach einem Abstecher zur Helferorga in Halle 12, kurzem Umparken und ein paar Dosen direkt zum Glück Auf 2016 – Schichtbeginn MEET&GREET. Der Event fand etwas abseits an der ehemaligen Kokerei statt. Dort spielte eine Band und man konnte sich mit Essen und Getränken versorgen. Leider scheint der Caterer komplett überlastet zu sein und war dementsprechend „freundlich“. Trotzdem ein netter Event, auch, weil das Wetter gut blieb.Zeche Zollverein

Samstag: Giga Event „Project Glück Auf 2016“
Am Samstag traf ich nach einem kurzen Frühstück und einem Cache gegen 10 Uhr wieder auf Zollverein ein. Obwohl der Giga Event eigentlich erst um 10 startet, waren sämtliche bereits Parkplätze hoffnungslos überfüllt. Kein Wunder, die Registrierung startete natürlich schon wesentlich früher. Irgendwann war auch dieses Problem gelöst und ich kam auf dem Eventgelände unter dem Doppelbock von Schacht 12 an.

Als erstes stattete ich der Händlermeile in Halle 5 einen Besuch ab. Dort läßt sich schon erahnen, wieso sie relativ schnell in „Hölle 5“ umbenannt wurde. Brütend heiß und randvoll. Die armen Aussteller konnten einem schon leidtun. Manche waren vom Arbeiten schon ganz schwarz im Gesicht und passten so perfekt zur Umgebung^^ Ansonsten verbrachte ich den Tag so, wie ich mir das vorgestellt hatte: Cachen, Freunde treffen, die Zeche anschauen.

Kurzfristig entschloß ich mich noch, die Lesung von Bernhard Hoëcker zu besuchen. Den Weg zur Kokerei kannte ich ja von gestern schon. Der Saal füllte sich schnell und ziemlich pünktlich begannen Bernhard Hoëcker und Tobias Zimmermann Bernhard Hoëcker Vortragmit ihrem Vortrag. Der Begriff „Lesung“ ist dafür meiner Meinung nach etwas zu „wenig“. Nachdem der Saarfuchs dann auch da war und persönlich begrüßt wurde 🙂 konnte es mit der sehr kurzweiligen Vorstellung weitergehen.

Den Rest des Tages verbrachte ich wieder mit Cachen, Freunde treffen, die Zeche anschauen. Das Konzert am Abend ließ ich zu Gunsten eines leckeren Abendessens und einer Dusche saußen.

Sonntag: Tschüß Zollverein!
Am Sonntag war dann Schicht im Schacht. Leider langsam aber sicher auch mit dem guten Wetter. Nichts desto trotz fanden sich einige, laut Listing über 1600 Accounts, zum „gemeinsamen Frühstück in der Tradition des Ruhrpotts“. Das hatte ich mir etwas anders vorgestellt, aber wenn Bergmänner Waffeln am Stil zum Frühstück essen, dann ist das halt so 🙂 Das Thema war dann auch im wahrsten Sinne schnell abgefrühstückt und ich machte mich auf die Heimreise.

Fazit: Positiv
Das meiste an diesem Wochenende war toll. Die Location, die Organisation, die abwechslungsreichen Labcaches. Die Zeche Zollverein will ich auf jeden Fall noch einmal besuchen, mich dann aber mehr auf das Museum und die Geschichte hinter der Zeche konzentrieren. Für mich rundum ein gelungener Event mit einigen kleinen Verbesserungsmöglichkeiten. Wie ich mitbekommen habe, plant die Orga bzw. der Verein, der den Giga Event veranstaltet hat, etwaig übrig bleibendes Geld zu spenden. Finde ich super!

Fazit: Negativ
Einiges, allerdings wenig, an dem die Orga Schuld hat. Das harmloseste war, daß die Parkplatzsituation nicht optimal Signalwar und das Mobilfunknetz natürlich bei der Masse an Menschen zusammenbrach. Über beides kann man hinwegsehen und dafür kann die Orga natürlich nichts.

Was mir negativ aufgefallen ist, waren die Preise fürs Catering und die teilweise nicht vorhandene Höflichkeit der Caterer. Am Freitag gab es bspw. irgendwann keine Brötchen mehr. Passiert, kein Problem. Man kann da dann die Preise anpassen, muß man aber nicht. Und man kann dem Kunden das mitteilen. Alternativ kann man einem auch ein Steak auf einem Pappteller in die Hand drücken und bei Rückfrage patzige Antworten geben. Aber dann muß man eben auch damit rechnen, hier unter „negativ“ zu landen.

Ansonsten waren €2,50 für 0,2l Bier bzw. €2,00 für 0,2l alkfrei Wasenpreise und weit weg von „moderat“ und „familienfreundlich“.

Schlußwort
Wenn ich schon wieder lesen muß, daß man sich den Eintritt ja hätte schenken können, weil man quasi nur für den Zutritt zur Händlermeile bezahlt habe, dann kann ich nur die Augen verdrehen. Jeder, der so denkt, sollte sich überlegen, daß er mit seinem Ticket den ÖPNV nutzen konnte und daß Security usw. usf. kräftig Geld kostet. Da fährt jemand Hunderte Kilometer nach Essen und heult dann wegen 11 Euro rum. Tut mir leid, kann ich nicht nachvollziehen.

Weitere Berichte zum Giga hat GeocachingBW zusammengestellt.

Impressionen

Rückblick Gutenberg Giga Event Mainz

Im Gegensatz zu vielen anderen Cachern, die von weit her kamen, ist Mainz für uns Stuttgarter ein Event der Kategorie „Fahren wir morgens hin und abends zurück“. Und so ging es am Samstag Morgen gegen halb 9 los. Dank der üblichen Zwischenstopps waren wir grob um 12 in der Rheingoldhalle.

Am Eingang war schon einmal keine Schlange, sehr gut! Was Menschen und vor allem auch die erwarteten und befürchteten Menschenmassen anging, wurde ich beim Giga Event überrascht. Und zwar positiv. Natürlich war die Innenstadt von Mainz voller Ortsfremder, die nur mit Hilfe von GPS-Geräten ihr Ziel finden konnten. Aber es verlief (wenn ich das Wort im Zusammenhang mit GPS so lese, dann ist das ja fast schon ein Kalauer^^) sich doch recht gut. Vor und in der Halle war zwar gut was los, aber nie so, daß man Platzangst kriegen würde. Selbst beim Essen mußte ich nur grob 10 Minuten warten. Einzig beim Maze mußte man lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Wir standen grob 90 Minuten in der Schlange. Dank genug Gesprächsstoff (und Fußball übers Handy…) wurde es aber nie langweilig.

Bevor es zum Maze ging wurde aber erstmal der eigentliche Giga Event ausführlich besucht. Nachdem ich das wirklich große Logbuch signiert hatte und wirklich viele Leute getroffen hatte, schaute ich mir die einzelnen Stände an. Neben den üblichen Verdächtigen gab es auch einen Stand von Geheimpunkt, so daß ich mal kurz mit unserem „Reiseleiter“ der bevorstehenden Tour zum letzten APE-Cache in Brasilien reden konnte.

Da das Thema „Cachen auf dem 50. Breitengrad“ für mich schon vor einer Weile erledigt war, konnten wir es cachetechnisch relativ ruhig angehen lassen. Neben den (übrigens sehr interessanten) Labcaches suchten wir eigentlich nur einige wenige Caches im Umkreis der Halle. Hervorheben muß ich hier ganz klar Es war einmal ……………., der eigentlich ein Micro ist, extra für den Giga Event aber so lange gemästet wurde, bis er zur Mini-Litfaßsäule gewachsen war.

Irgendwann wollten wir uns dann mal dem Thema Maze widmen. Im Gegensatz zu Prag 2013 habe ich hier kein Logbuch außerhalb der Räumlichkeiten gesehen. Allerdings habe ich auch nicht wirklich gesucht. Die Schlange war ordentlich lang, aber dank der netten Menschen und der gemeinsamen Gesprächsthemen vergingen die 90 Minuten Wartezeit wie im Flug. Der Witz an der Sache ist ja eigentlich, daß die Maze-Ausstellung eher was für Geocaching-Anfänger oder auch Muggels ist, denn der „Profi“ erfährt nichts Neues. Aber die 10 Labcaches im Maze haben wohl die ganzen Cacher angelockt. Man bekommt jedenfalls einen guten Überblick über Geocaching ansich inklusive der Besonderheiten. So wurde neben Standards wie „Wie lege ich einen Geocache“, „Welche Behälter sind ungeeignet“ oder die Geschichte des Geocaching auch über Trackables, Navigation, Statistiken und diverse Verschlüsselungen informiert. Selbst wenn man die Themen eigentlich alle kennt, so war der Besuch im Maze doch ein kurzweiliger.

Irgendwann wurde es dann leerer und wir zogen weiter, kamen aber nicht wirklich weit. Direkt an der Halle gibt es ein Restaurant namens „The Big Easy“. Da ich sowieso auf Cajun-Essen stehe und schon einige bekannte Cacher dort waren, lag der Besuch nahe. Und so endete der Tag bei Gumbo, Jambalaya und leckerer Limonade.

Fazit: Der Giga Event war gut organisiert, das Maze war interessant gestaltet, die Location war passend. Die einzige Kleinigkeit, über die sich einige beschwert haben, war dass das Maze-Logbuch nur nach langem warten und anstehen zu erreichen war. Da hätte sich wohl so mancher gewünscht, einfach nur kurz vorbeizuschauen und loggen zu können.

Natürlich wird so mancher wieder ein Haar in der Suppe suchen und finden. Und sei es nur der Aufschrei wegen dem bösen bösen  Kommerz. Meiner Meinung nach hatte dieser Event nicht das Bild von den wilden Geocacher-Horden, die ohne Rücksicht auf Verluste querfeldein rennen und Mainz auseinandernehmen. Eher von einer Veranstaltung von jung bis alt, auch wenn sich das abgedroschen anhört. Mein persönliches Haar in der Suppe war übrigens, daß die Mischung Krautsalat zu Geschnetzeltem am Stand vor der Halle nicht so optimal war 🙂

Ach ja: Entgegen den Befürchtungen mancher Schwarzmaler gab es auf dem Event übrigens keinen Rekrutierungsstand der SPD^^

Project Munich 2014 – Mia san GIGA – Das offizielle Video

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Plugin testen und euch am Giga-Event teilhaben lassen 🙂

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

„Sauberes“ GPX der Labcaches vom Giga Event in München

Am Wochenende steht mal wieder ein Mega bzw. Giga Event an. In München werden zu Project MUNICH2014 – Mia san Giga! über 6200 Cacher erwartet.

Wie das inzwischen üblich ist, gibt es eine größere Anzahl Labcaches. Wie man diese besonderen Caches in GSAK integriert habe ich ja schon nach dem Mega in Frankfurt geschrieben.

Damit ich am Wochenende nicht allzuviel Arbeit habe, habe ich die Labcaches schon heute in mein GSAK importiert, gesäubert, die Umlaute repariert und auf den anderen Blogeintrag angepasst. Das bedeutet, daß jeder Labcache den Typ „L&F Celebration“ bekommen hat, einen Wegpunktcode (LABMUCO + Zahl für Ochsenessen, LABMUCY + Zahl fürs Olympiagelände und LABMUCH + Zahl für Hofbräuhaus), die Wertung D1/T1, den Owner MunichGigaEventTeam und die passenden Landkreisdaten.

Beispiel Labcache in GSAK
Wer seine Funde nach dem selben Prinzip pflegt wie ich, der kann sich die gesäuberte GPX-Datei hier herunterladen. Einfach entpacken und in GSAK einlesen. Und nach dem Giga Event einfach wie hier erklärt verfahren.

Ich hoffe, daß ich damit einigen Cachern etwas Arbeit abnehmen konnte.

Wir sehen uns in München!

Edit: GPX-Download auf Stand 14.08.2014 20:50 Uhr.
Edit: GPX-Download auf Stand 14.08.2014 22:50 Uhr.
Edit: GPX-Download auf Stand 15.08.2014 00:20 Uhr.

Edit: Wer Findstatgen benutzt, muß die „GC-Codes“ der Labcaches zwingend mit einem „GC“ beginnen lassen! Ansonsten werden sie als „andere Caches“ in der Zusammenfassung angezeigt.